Das Argumente-Elend II

1. Das sogenannte Argument fungiert als metaphysische Schwanzverlängerung des männlichen GSP-Trottels. Stalinisten, von Natur aus großzügig bepimmelt, brauchen es nicht.

2. Der GSP hat das Monopol auf die Argument-Definition an sich gerissen und damit eine weitere lahmarschige Sorte von demokratischer Diskussionsbarbarei etabliert. Er überlässt dem Dazustoßenden folgende Alternativen: a) mitmachen bei den Hirnlosen, b) wieder nach Hause gehen und sich ob der Falschheit seiner Argumente schämen.

3. Der quasi-religiöse Erweckungskitsch der Argumentierenden jeglicher Sorte (egal ob GSPler, Poplinke, pc-Spinner, Antideutsche, Anarchisten, Antifa-Demonstranten, Maoisten, Maoamisten, Hariboianer, Wertkritiker oder die IV. Internationale) ist banalste Teilhabe am Grunzdiskurs des Steinzeitsozialismus, in welchem jede Höhle ihre eigene Theorie hat, die ausserhalb dieser keine Sau interessiert, bis der jeweilige Messias daniederkommen wird und die jeweilige unrealistische Vorstellung von Klassenlosigkeit herbeizaubert.

4. Der Beginn der Emanzipation der Klassen vom Joch der bürgerlichen Gesellschaft ist stalinistisch, oder er ist nicht.

5. Wer einmal in der Argument- und Diskussionsscheisse drin ist, kommt da unenthirnt nicht mehr raus und darf sich ohnehin keine wirklichen, Wahrheit und Wissenschaft verpflichteten Urteile mehr erlauben, weil er aufgrund seiner Position im irrationalen commünistischen Kasperletheater auf so viele andere Deppen, die er sogar oft schon als solche erkannt hat, Rücksicht nehmen und Loyalität walten lassen muss, so dass er letztlich selber nicht mehr weiss, welche Marionette er in diesem jämmerlichen Kindergartenschauspiel darstellt. Sachlichkeit, Humor, objektiver Verstand sind ab diesem Moment ausser kraft gesetzt. Das Mitglied des globalen Argumentiervereins ist einzig und allein der Sektendisziplin, dem Blogtraffic, seinen Linkaustauschpartnern und der eigenen Theoriehöhle verpflichtet und eben nicht Wissenschaft, Wahrheit und Revolution.

6. Das mittelfristige Ziel linker deutscher Argumentationsbarbarei liegt nicht etwa, wie von all den sprachgestörten Blogdiskutanten idiotischerweise immer wieder propagiert, in der klassenlosen Zukunft, sondern lässt sich schon heute vorzüglich in als Realpolitik verwirklichter Gestalt studieren: In Form der Alt-68er, der demokratischen Erneuerer aus dem Osten und der nationalliberalen Nazienkelsippschaft namens „Die Grünen“. Wer der Welt nochmals so etwas zumuten will, kann nur ein konterrevolutionäres Arschloch erster Güteklasse sein.

7. Er ist zwar ein Depp, aber auch er hatte mal seine hellen Momente:

„Was hilft’s, jemanden belehren und aufklären zu wollen, wenn er ein handfestes Interesse daran hat, dumm zu sein oder wenigstens so zu erscheinen. Und diese Leute haben ein Interesse daran, dumm zu sein oder wenigstens so zu erscheinen, weil die Dummheit jene Schlechtigkeit begründet und entschuldigt, zu der sie Lust hätten: die Vertreibung, das Pogrom.“ (Wolfgang Pohrt, 1982)

Argumente sind sind in diesem Zusammenhang wie Antibiotika: Sie sollen gegen die Scheiße helfen, wirken aber nach einiger Zeit nicht mehr, da die Idioten gegen sie immun werden.
Das Ergebnis von Argument-Bombardements in 99,9 Prozent aller Fälle: Produktion von Dummheit, Unbewusstsein, Idealismus, Reaktion. Deshalb spart man, als jemand, der es mit der Subjektwerdung der Individuen ernst meint, mit Argumenten, wo man nur kann und beschimpft den begriffslosen Pöbel so oft wie möglich, um ihm jegliche Illusion und jegliches Selbstbewusstsein zu nehmen. Das kann man für die Revolution tun, mehr nicht.

8. Argumente selber sind Teilhabe am spätkapitalistischen Unrecht, indem sie die erkaltete Welt als eine darstellen, in der man noch miteinander diskutieren könne.

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10 Antworten auf “Das Argumente-Elend II”


  1. 1 Fred 23. Oktober 2008 um 0:42 Uhr

    Den „Pöbel“ beschimpfen im Namen einer Revolte? Viel Spaß!

    Ich frage mich nur, wieso du ausgerechnet dafür so viele ARGUMENTE aufschreibst. Du willst diskutieren (oder als Resultat von Diskussionen erkannt haben), dass Diskutieren nicht geht in einer „erkalteten Welt“? Das muss Satire sein, sonst hättest du die Argumente nicht auch noch nummeriert. ;-)

  2. 2 schneck 23. Oktober 2008 um 4:18 Uhr

    „immerhin“ muss ich zweimal lachen..

    aber sag mal.. argumentierst du gerade gegen das argumentiern??

  3. 3 cec 23. Oktober 2008 um 11:44 Uhr

    fail.

  4. 4 Väterchen Administrator 23. Oktober 2008 um 12:36 Uhr

    „fail.“

    Welch beachtenswerte Selbsterkenntnis!

  5. 5 Väterchen Administrator 24. Oktober 2008 um 1:09 Uhr

    @fred:

    Von „Revolte“ oder ähnlichem Frondeurs-Schmarrn war nie die Rede, und Argumente sind das auch nicht, sondern schlichte Feststellungen.

    @schneck:

    „aber sag mal.. argumentierst du gerade gegen das argumentiern??“

    Das ist halt Dialektik. Kein Wunder also, dass Du das nicht kapierst.

  6. 6 Baubudenrülps 03. Januar 2009 um 15:17 Uhr

    zu 1.: glaube ich sofort, daher ist so viel geistiger dünnschiss hier zu lesen, weil aufgrund der dauererektion des großpimmels die Blutzufuhr fürs gehirn zu kurz kommt.
    zu 2.: zustimmung
    zu 3.: als bekennender hariboianer ist mit thomas gottschalk bereits der mesias in die baubude herniedergekommen.
    zu 4.: also nie mehr
    zu 5.: völlige zustimmung
    zu 6.: na,na, sollen wir daraus etwa gesellschaftskritik lesen?
    zu 7.: grenzenlose zustimmung
    zu 8.: als proletarier im spätkapitalistischen unrecht lebend rülpse ich dir zu: geh erst mal arbeiten du arschloch, und bring zwei bier für den elf uhr zug mit. Hackfresse

  7. 7 Kurzgeschichte 25. Januar 2009 um 16:09 Uhr

    mal eine kleine geschichte über marius und seinen freund mark

    „Marius ist auf dem weg zu seinem bekannten Mark (28, bekennender GSP trottel),
    Im Hausflur hört er von oben wildes gestöhne.. „JA, JA, GIB MIR ARGUMENTE!“
    er drückt die klingel, immerhin sind die beiden verabredet, beim öffnen der tür huscht eine seltsam gekleidete person an marius vorbei, er betritt den raum, an der wand
    hängt der jährlich erscheinende gsp-argumente-pinnup kalender, gelangweilt nimmt marius sich einen stuhl
    und blättert in der aktuellen ausgabe des GSP, zwar bemerkt er das einige seiten aneinander kleben,
    denkt aber nicht genauer über diesen umstand nach, bis mark plötzlich anfängt zu schreien
    „JA! JA! ich hab ein argument!“ und schon drauf und dran ist seine hose runterzulassen,
    erst jetzt wird ihm wieder klar, das er besuch hat, das peinliche schweigen wird von einem schrei
    „ihgitt, verdammt mark, du hast mir auf die motorhaube gekotzt“ unterbrochen, welcher von der straße hochtönt.
    sofort begibt mark sich zum fenster und erwiedert
    „BRING DOCH MAL ARGUMENTE – PRÜF DOCH MAL DEN WAHRHEITSGEHALT DIESER AUSSAGE!!“
    Angewiedert verlässt Marius diesen ort, mit der gewissheit, er werde niewieder zurückkehren“

  8. 8 Samuel von Reiflingen 07. Februar 2010 um 23:12 Uhr

    „3. Der quasi-religiöse Erweckungskitsch der Argumentierenden jeglicher Sorte […] ist banalste Teilhabe am Grunzdiskurs des Steinzeitsozialismus, in welchem jede Höhle ihre eigene Theorie hat, die ausserhalb dieser keine Sau interessiert, bis der jeweilige Messias daniederkommen wird und die jeweilige unrealistische Vorstellung von Klassenlosigkeit herbeizaubert.“

    Ja.

    „4. Der Beginn der Emanzipation der Klassen vom Joch der bürgerlichen Gesellschaft ist stalinistisch, oder er ist nicht.“

    Gutes Beispiel, Sie erweckender Mitmacher.

    Der Beginn der Emanzipation ist in dem Maße Sklaverei und eine Unmöglichkeit, wie Staatsbürgerschaft (i.e. das zeitweilige Recht auf Leben) und kapitalproduktivität des Einzelnen stalinistisch ein- und dasselbe sind. In solcher nie warm gewordenen Welt ist mit dem Denken auch der Versuch, jemand anderes zu überzeugen, verboten.

  9. 9 Väterchen Administrator 07. Februar 2010 um 23:37 Uhr

    Ich möchte Sie, verehrtes Adels-Arschloch, doch darum bitten, den Stalinismus und seine Definition denen zu überlassen, die davon Ahnung haben. Der Stalinismus mag Fehler machen, aber so doof, sich von seinen zukünftigen Opfern auch noch Ratschläge erteilen zu lassen, ist er noch lange nicht.

    Ausserdem können Sie nicht schreiben. Autismus war auch schonmal lustiger.

  1. 1 Sorry, nochmal GSP-Zeugs… « try again. fail again. fail better. Pingback am 23. Oktober 2008 um 2:22 Uhr

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