Kommunismus ist, wenn Hegel verstanden wird

„Ohne Hegel geht’s natürlich nicht, und der Mann will auch seine Zeit haben, bis er verdaut ist. Die kurze Logik in der Enzyklopädie ist ein ganz guter Anfang. (…) Keinesfalls aber dürfen Sie Hegel lesen, wie der Herr Barth ihn gelesen hat, nämlich um die Paralogismen und faulen Kniffe zu entdecken, die ihm als Hebel der Konstruktion dienten. Das ist pure Schuljungenarbeit. Viel wichtiger ist, unter der unrichtigen Form und im erkünstelten Zusammenhang das Richtige und Geniale herauszufinden.“

(Friedrich Engels an C. Schmidt, London, 1. November 1891)

„Was den Herren allen fehlt, ist Dialektik. Sie sehen stets nur hier Ursache, dort Wirkung. Daß dies eine hohle Abstraktion ist, daß in der wirklichen Welt solche metaphysische polare Gegensätze nur in Krisen existieren, daß der ganze große Verlauf aber in Form der Wechselwirkung (…) vor sich geht, daß hier nichts absolut und alles relativ ist, das sehn sie nun einmal nicht, für sie hat Hegel nicht existiert…“

(Friedrich Engels an C. Schmidt, London, 27. Oktober 1890)

Diese beiden kurzen Skizzierungen der marxistischen Methode, die sich von der „kritischen“ dadurch unterscheidet, dass sie selbst das als falsch oder halbrichtig erkannte noch für ihre Zwecke anzuwenden weiss, während die Kritik – aus Unfähigkeit, Undiszipliniertheit, Unsublimität, Lustlosigkeit und Talentlosigkeit – eben bloß ewig übers falsche jammert, es negiert und beleidigt ist, sei hier nur mal kurz zum „Anti-Trottel“-Trottel-Gegrunze der antihegelianischen Commünisten angeführt, für die Engels ja schon Protofaschist und Hegel sowieso Nazi ist. Denken ohne Hegel stellt für sie nicht etwa die Barbarei dar, die sie nachweislich ist, sondern eine vom bürgerlichen Ballast befreite, linke Agitationsgrundlage. Schließlich hat der deutsche Volksfreund es gerne einfach, positivistisch, also: undialektisch, antihegelianisch und somit auch: antikommunistisch. Und sie ahnen dabei im hintersten Bewusstseinskämmerlein schon die Wahrheit über sich selbst: dass sie nämlich, selbst wenn sie Hegel läsen, um keine Gehirnzelle und keine Erkenntnis reicher, um keinen Deut klüger oder dem Kommunismus näher wären als vorher, weswegen sie es ja auch gleich sein lassen können und somit auch ihren Agitationsopfern selbiges empfehlen – im typischen Duktus des stolzen Dummen, der seine Dummheit grundsätzlich auf alle anderen zu projizieren pflegt, damit er sich dem endgültigen Abrutsch in die Psychose verwehren kann, denn für den Dummen sind alle anderen genauso dumm wie er; daß jemand weniger verblödet sein kann, ist für ihn lediglich ein Gerücht, so dass ihm selbst Hegel nur seine eigene Dummheit widerspiegelt. Wer den IQ einer durchschnittlichen Ephemeroptera nur unwesentlich zu überschreiten im Stande ist, dem nützen halt auch die dicksten Bücher und größten Bibliotheken nichts, das beweisen die diversen Blogger und Kritiker jeden Tag aufs neue.

Kritik, das ist der Stumpfsinn in Aktion.
Kritik, die auch noch gegen Hegel frondiert, ist die Regression in ihrer nacktesten Gestalt.

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5 Antworten auf “Kommunismus ist, wenn Hegel verstanden wird”


  1. 1 Felix Bartels 10. Dezember 2008 um 18:48 Uhr

    Mein Beifall.

    Kritisches Denken ist in der Tat nichts anderes als die Unfähigkeit, das Andere als Anderes zu begreifen, also es zunächst zur vollen Entfaltung und damit zu seinem vollständigen Recht kommen zu lassen, bevor man gegen es einen anderen Standpunkt aufbaut.

    Diese Erkenntnis indes hilft nicht nur bei der Lektüre Hegels, sie ist auch von Hegel:

    „Es ist leichter, den Mangel an Individuen, an Staaten, an der Weltleistung einzusehen als ihren wahrhaften Gehalt. Denn beim negativen Tadel steht man vornehm und mit hoher Miene über der Sache, ohne in sie eingedrungen zu sein, d.h. sie selbst, ihr Positives erfaßt zu haben. Das Alter im allgemeinen macht milder, die Jugend ist immer unzufrieden; das macht beim Alter die Reife des Urteils, das nicht nur aus Interesselosigkeit auch das Schlechte sich gefallen läßt, sondern durch den Ernst des Lebens tiefer belehrt, auf das Substantielle, Gediegene der Sache ist geführt worden.“

    Wenn Sie mir nur einen Einwand gestatten, dann den, daß auch Engels, dessen Hegel-Lob zu loben ist, Hegel in vieler Hinsicht falsch verstanden hat. Leider hat auch er sich nie ganz von den Jugendsünden seines Freundes Marx (Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Ökonomisch-philsophische Manuskripte) lösen können. Grundlegende Mißverständnisse in der Lektüre Hegels (v.a. die Mißdeutung der „Phänomenologie“ als ontologischen Entwurf) haben sich bis zum Schluß ausgewirkt und bei Marx zu jenem unsinnigen Diktum geführt, er habe den Hegel vom Kopf auf die Füße gestellt. Hätte er ihn verstanden, wäre er kaum der Fehldeutung Bruno Bauers gefolgt und hätte sich im folgenden nicht so schamlos aus dem Reservoir Hegels bedienen und das Geklaute sogleich als Verbesserung des Beklauten ausgeben können.

    Ich will nicht breit werden, nur die Anmerkung, daß der „Kritische Marxismus“ zwar blöder als der ursprünglinge ist, jedoch sich solche Spuren der Verblödung, wenn auch subaltern, ebenso in diesem bereits finden.

  2. 2 neuprisg 19. Mai 2009 um 14:33 Uhr

    für f b, der sich was dazu überlegen könnte-
    die schmoller brauchen auch kraft, umda rauszukommen.
    „geneigter leser h
    hölderlins freund war der ansicht, sein name sei hase.
    hacks fand bei brecht geglückt: der gute mensch….s. reclam oder unibibl. ( fernleihen in stadtbüchereien, die angestellten googeln es dir auch gern) es müßte auch nach deren meinung kostenlos sein. vielleicht hast du friends, die mit gestftetem leserausweis. mahngebühren sind aber gerecht, weil öffentliches eigentum wertgehalten gehört.
    beiseit an marcel ranicki:da werden die wirkich dicken schwarten entliehen und drin gelesen, daß der kopf glüht!
    hacks hat nicht drüber getäuscht, daß es die gleichheit nicht gibt und drüber nicht, daß er sie zeigen will, wie sie erstrebenswert ist.
    uns aber wird verklickert, b. schlink sei ein edler autor; doch vom tun seiner pflicht hält er sich fern. in den schulen blieb zu tragen peinlich: girls quieken über die, der er seine feigheit antat.
    und so jemand hat mir in die augen geschaut und ich hab hinein gelächelt- nicht wissend, daß er verbreiten will, kommunismus sei armut und graues pralinenpapier, und daran sollst du dann glauben und wei bloß hacks nicht kennenlernen.
    laß uns nicht beim erfolglosen dauergrollen bleim wie die saure scheuklappendame von aix .“

  3. 3 yrder weide 31. Mai 2009 um 8:18 Uhr

    31. 5. o
    Na
    Ich sag euch grüße (die runzlig margeste der 3 gefüllt mit cointreau)
    Hicks henry higgins

    Als zullende kind ’
    zog auch ich euch auf,
    deckte mit samtnem euch kleine würm,
    wir lachten lustig der müh

  4. 4 Väterchen Administrator 31. Mai 2009 um 14:37 Uhr

    Halt’s Maul, Depp.

  5. 5 Лазарь Моисеевич Каганович 19. Januar 2013 um 5:29 Uhr

    „Man kann das ‘Kapital’ von Marx und besonders das I. Kapitel nicht vollständig begreifen, ohne die ganze Logik von Hegel durchstudiert und begriffen zu haben. Folglich hat nach einem halben Jahrhundert nicht ein Marxist Marx begriffen!!“

    - Wladimir I. Lenin: Konspekt zur “Wissenschaft der Logik”, in: Institut für Marxismus-Leninismus am ZK der SED (Hg.): Lenin – Werke, Band 38, Berlin 1964, S. 170.

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