„Vielfalt als Chance“: Mit Hurensöhnen heim ins Reich

„Vielfalt als Chance“: der neue unerbetene, für die unter rechtsgermanischer Hegemonie stehende Multikulti-Volksgemeinschaft (denn, so suggeriert dieser Clip, solange es gegen Arbeitslose, Juden, Kommunisten und sonstige Volksschädlinge geht, darf auch die Türkin gerne qua Polizeibeamtentum scharf bewaffnet das herrschende Unrecht schützen, zumindest, solange sie dem Spießbürger-Ressentiment vom autoritär-schnoddrigen Attackanacken entspricht und bei den anderen Migranten auf der Hauptschule Arbeit leistet, für die der übliche deutsch sprechende Polizist in der Regel zu doof ist) Reklame machende Werbesloganknüller aus der leider wohl bis zum Tage des endgültigen stalinistischen Garausmachens des bundesrepublikanisch-deutschen Elendsgesindels fortbestehenden Volkserweckungs-Reihe, die u.a. in den letzten Jahrzehnten so traditionsbewusste braune Enthirnungs-Schoten wie „Arbeit macht frei“, „Jedem das seine“, „Sieg Heil“ und „Du bist Deutschland“ hervorgebracht hat, ist ja letztlich, aller anders lautenden Propaganda zum Trotz, eh mal wieder nur „Einfalt als Ergebnis“ produzierender Werbespotsondermüll.

Man kann gegen den Monopolkapitalismus einiges sagen, aber bitte nicht, er vermöge es nicht, seine Ideologie wirkungsvoll und vor allem: total zu reproduzieren. Dagegen waren das MfS, die SED und das DDR-Fernsehen wirklich ganz schrecklich stümperhafter Teenager-Agit-Prop-CB-Amateurfunker-Quatsch. Was man vom heutigen Imperialismus alles lernen kann, das können all die Poststrukturalismus-Seminardeppen und ihre Dozenten mit ihrer bewusstlosen Sprachgrütze, die ihnen aus den Mündern fällt, wie Bäumen im Herbst ihr Laub zu Boden, wohl auch in 100 Jahren noch nicht mal erahnen.

Natürlich findet sich dieser Spot, den ich heute in der Werbepause während der Simpsons auf Pro 7 zum ersten Mal sah, schon seit über einem Monat in der internationalen ideologischen Jauchegrube für nationalsozialistische Willensbildung, genannt „YouTube“, und auch der Rest der zuständigen Propagandastellen im Internet ist mit BRD-Flaggendreck wie diesem hier zugemüllt:

Auch der schwarze Bäcker darf also, wenn es nach dem „Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration“ (sowas gibts sonst nur bei Blogsport und idealistischen Foucaultianern) geht, beim nächsten Faschismus gerne KZ-Aufseher werden, denn der staatlich institutionalisierte Neofaschismus ist halt flexibel. Der Mann wollte vielleicht eigentlich nur Brötchen backen, schwupps, da „ARBEITET“ er plötzlich „FÜR DEUTSCHLAND“.

Was die universelle Ekelhaftigkeit dieser Kampagne anbelangt, kann da nur noch diese Diskussion hier mithalten.*
So haben halt alle massenpsychotischen Parallelgesellschaften in der Demokratie ihre zuständigen Abstumpfungsinstanzen: Was dem Mainstream das Werbefernsehen, ist dem politisch interessierten Underground die Blogdiskussion.

Vielfalt als Chance halt.

*Die deutsche Linke war auch mal harmloser und friedfertiger: In den 60ern und 70ern des letzten Jahrhunderts begnügte sie sich damit, in kollektiv zugeschissenen Kinderläden zu kiffen, gegen Atomkraft zu demonstrieren oder ein paar Kaufhäuser in Brand zu setzen; heute wünschte man sich, sie legten lediglich Bomben, aber nein: sie meinen nun, der Teufel weiss warum, dreist wie sie in all ihrer Ahnungslosigkeit und Unbildung sind, „Texte“ „schreiben“ zu müssen, was nun wirklich nicht hätte sein müssen, denn Blog-Ergüsse von studentischen Journalismus-Aushilfskräften und Freizeit-Jungleworld-Disko-Teilnehmern ziehen den Zeitraum bis zur kommunistischen Revolution üblicherweise nur unnötig in die Länge. Was wäre ein guter alter ehrlicher kleinbürgerlicher Amoklauf mit Papas Schrotgewehr für eine revolutionäre Tat gegenüber diesem präsenilen fiessprachigen Beklopptengeschwätz, welches das Netz von Jahr zu Jahr weiter zublödet…

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2 Antworten auf “„Vielfalt als Chance“: Mit Hurensöhnen heim ins Reich”


  1. 1 MoW 14. November 2008 um 10:31 Uhr

    Schöner Text, vielen Dank.

  2. 2 Stalinskaya 15. Oktober 2010 um 14:12 Uhr

    Zustimmung.
    Dein Blog ist wirklich das lesenwerteste in der Blogsphäre.

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