Archiv für März 2009

Richtiges im Falschen

Jemanden zu kritisieren, heißt, ihn für zurechnungsfähig zu halten. Es gibt keine Kommunikation mit Unansprechbaren. Stellen diese sich gegen die objektive Vernunft, werden sie vernichtet.

Kritik ist die fetischisierte Angst vor der richtigen Tat.
Die richtige Tat ist möglich, auch in nicht-revolutionären Zeiten, denn das Richtige ist keine feststehende Größe, kein bloßes Ideal, sondern ergibt sich aus der dialektischen Reflexion und Bestimmung der jeweiligen historischen Situation.

Es gibt ein richtiges Handeln im Falschen.
Kritik gehört nicht dazu; sie ist Ausdruck von Unfähigkeit.

Ludwig Ypsilantis Zachariae Iossif Shdanow, Gesammelte stalinistische Weisheiten, S. 666.

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Was ist eigentlich „Krise“?

„Wer nicht macht, was er will, ist ein Idiot.“

Wie sieht so `ne Krise aus, wie macht man `ne Krise, welche Zutaten braucht man dazu, Krise – Wie geht das?

Tja, das fragen sich die commünistischen Experten* momentan auch gerade wieder reihenweise in ihrem inoffiziellen öffentlichen Schaulaufen der allgemeinen Unbildung, merken dabei natürlich nicht, dass der bourgeoise Begriff der Krise inzwischen selbst schon Teil kapitalistischer Zurichtungs-Propaganda und ihres mit irren Flugblattsätzen und Antikrisengeschwätz herum wedelnden freiwilligen Billignutten-Anhangs ist, da sie den Zustand eines spezifischen Teils des herrschenden ökonomischen Gesamtsystems (und auf nichts anderes ist das Wort Krise eh und je gerichtet gewesen: Es geht um die periodisch wiederkehrenden Schwierigkeiten der herrschenden Klasse beim Loswerden von überflüssigen Waren und dem Eintreiben von Quellen zur Kapitalakkumulation, und nichts anderes; vermehrte Kündigung von Arbeitern, Lohnkürzungen, nationalistische Zusammenschweißungskampagnen etc. sind da lediglich logische Folgen; wenn heute irgendwo von „Krise“ die Rede ist, bezieht sich das mitnichten auf die Legitimität des ökonomischen Systems selbst, dessen Existenz nur in Gefahr ist, wenn der vernunftgeleitete Stalinismus kurzen Prozess mit ihm macht, was ja derzeit leider (und erst recht nicht in jenen Kreisen) der Fall ist, aber erklär‘ das mal den verhohlbirnten Vollidioten, die sich ihre Independent-Ressentiments in des deutschen Linksspießers Bildzeitung „Jungle World“ oder der örtlichen Anstalt zielgruppengerechter Verblödung, genannt Lesegruppe, anlesen und daraufhin in ihren Blogs oder Juze-Flugis vor lauter Schreck Krisenpipi machen), den des Monopolkapitalismus nämlich, zu einem allgemein-menschlichen Problem verdinglicht, welchem man auf irgendeine Weise zu BEGEGNEN habe, und sei es durch „Kritik“, welche ja immer der Knaller schlechthin ist, wenn man nix kann, nix kapiert, nix will: „Kritik ist immer nett, gibt’s günstig an jeder Ecke und tut niemandem weh. Kritik, was bist du nur für eine engelsgleiche Erlöserin aller von Analphabetismus, Hirnfäule, Stumpfsinn und alternativer Arschkriecherei Gegeißelten; Kritik, was wäre das linksradikale eingebildete Slacker-Studententum ohne ein wirkungsloses Hobby wie dich!“ (Karen Iossif Wissarionowitsch Eliot, „Ode an die Kritik“, 17. Vers).

Hässlich und blöd also wie eh und je, aber die zum einen nicht vorhandene Freude über den Jobverlust von Millionen und zum anderen das In-eins-setzen von Kapitalbelangen und Kritik-Konjunktur lässt nicht nur an der Aufrichtigkeit angeblich marxistischer Analyse zweifeln, sondern bringt letztlich natürlich weder Erkenntnisse, noch Ratschläge über eventuell einsetzbare kommunistische Kampfformen hervor und ist somit lediglich wieder mal eine weitere Gelegenheit fürs Politdiskussionsgesindel, sich, unselbständig, einfallslos und gedankenfeindlich wie sich diese Untoten nunmal aus Prinzip gerieren, vom publizistischen Abfall, den die bürgerliche Klasse für den linkssektiererischen Mob vom Tisch fallen lässt, insofern immerhin einigermaßen zu ernähren, als dass der aktuelle kapitalistische Vulkanausbruch mal wieder eine willkommene Gelegenheit für jene uninteressanten, an der Wirklichkeit ohnehin nicht interessierten und glücklicherweise auch von niemandem wirklich ernst genommenen Blogger ist, ihre jeweiligen Wahngebilde aka. „Theorien“ inklusive diese ummantelndes Gestotter dreisterweise als Diskussion zu deklarieren und als gehetzte Sau der eigenen Aufmerksamkeitsgülle durchs multimediale Dorf namens Blogosphäre zu treiben.

Den größten vom Aussterben bedrohten Vogel abgeschossen in Sachen Inkompetenz hat dabei diesmal Blogger Schildkröte (der leider das wunderbare, im Gegensatz zu ihm gut bepanzerte Tier gleichen Namens mit in seinen Dreck ziehen will, was diesem glücklicherweise schnurzegal sein kann, mir aber nicht), der mit all seinem Charme eines Adorno-lesenden Abiturienten mal wieder zum inzwischen cirka neunhundertmillionsten Mal mit ins allgemeine beleidigte Gejammer der Unfähigen über den „kapitalistische[n] Alltag, de[n] ganz normale[n] Zwang arbeiten zu gehen, die Inbeziehungsetzung der bürgerlichen Subjekte über den Tausch die jeden Tag stattfindet“ und sonstige Wahnphantasien einstimmt, welche seiner bescheidenen Meinung nach „Kritik verdient“ (sic!).

Man sieht sich als Opfer des globalen Arbeitslagers „Welt“, das der Kapitalismus darstelle, welcher wiederum nicht auf Personen rückführbar, sondern naturwüchsig über ebensolche gekommen sei, um diese zu seinem ewigen Sklaven zu machen, welcher dann aber immerhin zumindest teilweise so mutig ist, diese ganze Scheiße einer „Kritik“ zu unterziehen (die herrschenden Vertreter der Befürwortungs- und Rechtfertigungsagenturen der globalen Barbarei dürfte nämlich in ihren vollklimatisierten Büros das schiere Zittern erfassen, wenn sie nur das Wort Kritik hören, denken sich die Schildkröten).

Staat scheiße, Kapital schlimm, Kritik super.
Das sind zwar Erkenntnisse vom ungefähren Wert einer verschimmelten Bahamas-Ausgabe von 1994, finden aber trotzdem immer wieder Anklang bei Romantikern ähnlicher Enthirnungsstufe, die sich in ihrer Gemütlichkeit des Auswendigaufsagenkönnens von kaum Begriffenem so gut zu gefallen scheinen, dass sie es schon gar nicht mehr nötig haben, irgend eine Realität auch nur zur Kenntnis zu nehmen und also ihre Kritik-Gebetsmühle einfach bis zum Eintreten des endgültigen Hirntods wacker vor sich her murmeln.

Ich weiß nicht, von wie vielen Leuten der schildkröt’sche Blog letztlich gelesen oder gar ernst genommen wird, aber sollte auch nur ein einziger junger, interessierter potentieller Kommunist zufällig auf dieser Seite landen und daraufhin für sein Leben lang mit ebensolcher Dummheit geschlagen sein, melde ich hiermit die dereinstige justizielle Inverantwortungnahme des Herrn Schildkröte schon mal im Voraus an, schließlich soll niemand denken, er sei nicht informiert worden und käme gegenüber einem zukünftigen bolschewistischen Gericht einfach so davon mit seinem reaktionären Kritikdreck.

    *Das besondere aktuelle Highlight im Umgang der Hirnkrisenopfer mit der allgemeinen Krisenhetze: Ausgerechnet der dauerbekiffte Oberhippie Daniel Kulla meint, sich in all seiner ekelhaft ankumpelnden, alle möglichen Leute, die er nicht begreift (aber dafür ganz schön cool oder radikal oder verschwörerisch oder „interessant“ oder „quellenmäßig was hergebend“ findet) in seiner Debilität umarmen meinen müssenden, hinterfotzig-idiotischen linkssolidarischen Schleimerscheisse irrigerweise gerade mit dem bekennend leninistischen Schriftsteller, Journalisten, Feuilleton-Terroristen, Arschlochliquidierer und Ulbricht-, Stalin- & DDR-verteidigenden Heavy-Metal-Hegelianer Dietmar Dath gemein machen zu müssen, dessen nahezu gesamtes bisheriges journalistisches Schaffen darin bestand, gegen solche begriffslosen cocon-commünistischen Dämonen wie Kulla („immer diese ärgerlichen Anarchisten“ – Dath) zu Felde zu ziehen und sich bei diesen Zivilisierungsversuchen sogar der von ihnen konsumierten Underground-Theoriepornoheftchen wie „Phase 2″ und semi-illustrierten Männermagazinen wie „Spex“ bediente, um ihnen wenigstens etwas Vernunft einzuprügeln, was selbstverständlich, wie leider meistens, wenn man mit den Minderen Erbarmen zeigt, keinen Erfolg zu zeitigen wusste.
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Zum Darwin-Jahr III

Die Fortsetzung der Aufhebung der Arten bei den Papageien:

PS: Germanistik-Professoren geschockt: Graupapageien schon jetzt klüger als 95% aller deutschen Abiturienten!

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Stalins Imitationen

Für Tim

„Adorno heißt der Feind, Mitscherlich, Grass, Rowohlt, und Kiepenheuer und Witsch. Den „Spiegel“ gilt es abzuschaffen. Die „Zeit“. Nichts ist so schlimm wie das Deutsche Schauspielhaus. (…)

Ein Nazi ist Kanzler, der sagt, die Nazis sind keine Nationalsozialisten, weil er hofft, daß die Nazis nicht sagen, daß er ein Nazi ist. Die Sozialisten sagen nichts, weil sie hoffen, daß der Kanzler nicht sagt, wer von den Sozis Nazi ist. Die FDP sagt nichts, weil sie hofft, die Nazis der CDU oder der SPD sich eher noch mit ihr vereinigen als mit den Nazis einer Partei, der zur NSDAP nur SA fehlt. (…)

Der Architekt wählt FDP, weil er will, daß die SPD drankommt. Uli wählt CDU, weil Innensenator Schmidt ihn ins Gefängnis gebracht hat. Der Sohn aus gutem Hause glaubt, nun, da die SPD den Paragraphen 175 aufheben half, könne man wieder CDU wählen. Die Tunte aus Marrakech wählt mit all ihren Freunden NPD, um es den jungen Rüpeln zu zeigen. Loddl wählt SPD, weil er will, daß die SPD drankommt.
– Wenn ich SPD wähle, kommt die CDU dran. Vielleicht sollte ich CDU wählen, um die FDP zu stärken. Wenn man ein sozialistisches Deutschland will, ist es nur logisch, die Nazis zu wählen.“

Hubert Fichte, Detlevs Imitationen „Grünspan“, Frankfurt am Main 1978, S. 83ff.

Fichte wurde 1935 in Perleberg (Brandenburg) geboren und hat als einziger deutscher Schriftsteller des letzten Jahrhunderts nebenher auch noch was vernünftiges gemacht. Er war nämlich u.a. Kinderdarsteller, Schauspieler, Landwirtschaftslehrling und Schafhirte in der französischen Provence. Er konnte deshalb gut schreiben und war natürlich ein stalinistisches Genie, frei von Argumenten, also Ressentiments. Er starb 1986. Sein Werk ist im Fischer-Verlag erschienen.

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Gorbatschow empfiehlt: Doch ein bisschen Sozialismus

In ungewöhnlicher Schärfe hat der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow die Partei des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin angegriffen. Putins Partei Geeintes Russland bestehe aus «Bürokraten und der schlimmsten Version der KPdSU», sagte er am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP unter Hinweis auf die frühere Kommunistische Partei der Sowjetunion, deren Chef er selbst einmal war.

Russland sei heute ein Land, wo weder das Parlament noch die Justiz richtig frei seien, kritisierte er. Mit Blick auf die derzeitige weltweite Wirtschaftskrise sagte der 78 Jahre alte Gorbatschow, es zeige sich, dass der Kapitalismus mit Elementen des sozialistischen System gezähmt werden müsse.

Wie bekloppt kann man eigentlich sein?
Da scheisst jemand tagelang nebens Klo, findet das gut so, empfiehlt es auch allen anderen Benutzern der Toilette und erdreistet sich dann eine Woche später seine Frau anzupöbeln, sie solle doch endlich mal das Bad putzen, das stinke ja so ekelhaft.

Jeden Familienvater würde man in die Psychiatrie einweisen lassen, jeder Kassiererin kündigen, jeden Beamten verklagen, wenn sie sich auch nur annährend so bekloppte Senilitätsschübe leisteten. Nur beim altgedienten aufgeplatzten Eiterpickel am Arsch der Reaktion, beim kapitalistischen Agenten der Wiederherstellung Großdeutschlands, beim zum antikommunistischen ZDF-Vorlese-Onkel und konterrevolutionären Hetzer par excellence mutierten Schwachkopf Gorbatschow, der, wie Hacks völlig richtig bemerkte, „unter die großen Massenmörder des 20. Jahrhunderts“ zu zählen ist, findens alle super und verleihen ihm für diesen Dreck auch noch Preise.

Solange man Konterrevolutionär ist, darf man sich heutzutage wirklich jede Schweinerei erlauben.

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„Gemeinsamkeiten“

Ein anti-antideutscher Kommentar bei neoprene zur Blogklapsmühlendiskussion über den antiisraelischen Irrsinn des obskurantistischen Sektenblatts Gegenstandpunkt:

„Viel erstaunlicher als die Häme einiger Israelfreunde finde ich eigentlich deine offenbar ernst gemeinte Verwunderung angesichts der (…) “klammheimlichen Freude” bzw. ausbleibender “Solidaritätsbekundungen” (…) seitens der antideutschen Szene. Etwas anderes zu erwarten ist doch reichlich naiv. Auch du solltest eigentlich mitbekommen haben, dass es mit diesen Figuren keine Gemeinsamkeit gibt. Die politische Gegnerschaft zu denen hat schließlich eine andere Qualität als z.B. im Verhältnis zu Linken, Antifas etc. ADs halten einen für (verkappte) Antisemiten, also für Repräsentanten des Bösen schlechthin.“

„Gegner“ gelten bei diesem hirnlosen Gesocks des glücklichen Kollektivs gemeinschafts- und gemeinsamkeitsgeiler Linksdeutscher nie als wirkliche Gegner, i.e.: Mitmenschen, sondern immer bloß als „Figuren“, also nicht wirkliche, uneigentliche, unauthentische, unter dem Diktat der Regie undeutscher Interessen stehende (sprich: vom Mossad bezahlte Interessenshuber oder direkt Juden), nicht-konforme Spielbälle höherer Mächte, welche zudem auch noch die volksfremde Dreistigkeit besitzen, Judenhasser als Antisemiten zu bezeichnen.

Figuren eben.

Wie gut, dass ich mit solchen Figurenfeinden keine „Gemeinsamkeiten“ habe, lol.

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