Ein weiteres Mal: Linker Antikommunismus und Geschichtsfälschung

„Leckt mich doch alle mal am Arsch!“

(Walter Benjamin)

„Dass die gegenwärtige Welt der monopolkapitalistischen Krise, die in erster Linie durch die stalinistische Barbarei der Ostblockstaaten hervorgerufen wird, nicht alternativlos ist, sondern sich nur mittels härtester Gewalt und durchdringenster Ideologie ins Recht zu setzen weiß, und dass sie dies vor allem immer wieder auf unsere Kosten, also auf Kosten der Substanz des wahrhaft Menschlichen tut, das alles bestätigt uns immer wieder in unserem unerschütterlichen Glauben an die Grüne Partei.“

(Roy Black, „Ganz in grün – Prolegomena zu einer wertkritischen Theorie stalinistischer Herrschaftsverhältnisse im Spiegel meiner eigenen Hirngrütze“, Eigenverlag, Braunau 1982.)

Ein sehr symptomatisches Beispiel für linken Antikommunismus findet sich mal wieder – diesmal anlässlich einer Veranstaltungsankündigung zur ausgerechnet von der grün-bürgerrechtlichen Heinrich-Böll-Stiftung initiierten Anti-DDR-Ausstellung im Rahmen der bundesdeutsch-nationalistischen Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der 1989er Konterrevolution inklusive mehrtätiger Vortrags- und Film-Volksverhetzungsmüllhalde – in der rechtstrotzkistischen Pissjauchepfütze namens „ambivalenz.blogsport.de“, wo der idiotische Name schon seit Anbeginn Programm ist.

In der DDR gab es Antisemitismus – wie in jedem anderen Land der Welt (schließlich hätte die SED nicht alle ostdeutschen Antisemiten liquidieren können, weil ihr dann nur noch ein paar hundert Leute übrig geblieben wären). Das weiss jeder und wird cirka neunzig Mal am Tag durch alle bürgerlichen und trotzkistisch-anarchosyndikalistisch entsitteten Medienkanäle gejagt. Dass der realsozialistische deutsche Staat weitaus weniger antisemitische Schweinereien zu Tage förderte als z.B. der westdeutsche, interessiert das konterrevolutionär-ambivalente Kolporteurspack dabei nicht. Stattdessen werden Behauptungen aufgestellt, die sich jeder Nachweisbarkeit entziehen, wie z.B. der schlicht erlogene Satz:

„Bis heute hält sich der Mythos, es hätte in der DDR keinen Antisemitismus gegeben.“

Tapfere deutsche Antifaschisten im stolzen Kampf gegen den Mythos – nichts trägt mehr zu dessen allgemeiner Stabilität bei: Hunderte Bücher zum Thema erscheinen jedes Jahr in Verlagen für armselige Resthirn-Verwaltungsbeamte (PapyRossa, ça ira-Verlag etc.), ganze Doktorarbeiten und Habilitationen, Gedenkveranstaltungen, Guido-Knopp-Sendungen, Grünen-Parteitage, Ausstellungseröffnungen, nahezu tägliche Kultur-TV-Beiträge sowie die notorische Birthlerbehördenrotze, die sich mit nichts anderem beschäftigen, und das anarchistische Mistpack erdreistet sich immer noch von „Mythos“ zu reden, das ganze freilich im Schulterschluss mit den bürgerrechtsliberalen Ökofuzzis der Böll-Stiftung und in der Manier jener linken Antikommunisten, die behaupten, dass Antisemitismus quasi notwendige Staatsdoktrin des Realsozialismus zu sein hat.

Wie auch schon beim anarchistischen Verblödungswerbeslogan „Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus“ (sowas bezeichnen dessen Urheber dann als „Wertkritischen Kommunismus und Kritische Theorie gegen Verschwörungsideologie“ – alles Verschwörungsideologen außer Daniel Kulla), bedient sich der idealistische Kritik-Mob erbärmlichster Boulevardblatt-Methoden, um somit ein weiteres Süppchen der abgestumpften Subversionskotze aufzukochen und die Welt im Namen irgendeiner bescheuerten antistalinistischen „innerlinken Vergangenheitsaufarbeitung“, die längst abgeschlossen ist, ein weiteres Mal zu verdüstern.

Der Ambivalenzdeppenblog die Böllstiftungsarschlöcher zitierend weiter:

„Der Staat aber erklärte die Bevölkerung zu einem Volk von Antifaschisten.“

Von einem Beleg dieser Behauptung, dass „der Staat“ „das Volk“ zu irgendwas „erklärte“ (also dem linksradikalen Pendant zum bürgerlichen „vom Bolschewismus unterjocht“), welchen sowohl die Veranstalter als auch der Ambivalenzblog natürlich schuldig bleiben, mal ganz abgesehen: Dass Antifaschisten auch durchaus Antisemiten sein können, ja der Antifaschismus den Antisemitismus meist sogar bedingt, lässt sich ja nun seit Jahren anhand der deutschen Linken und deren Geblöke zum sogenannten Nahostkonflikt (also entweder der Befürwortung von islamistischem Terrorismus sowie Propaganda für antisemitischen Vernichtungsimperialismus auf der einen, oder philosemitismustrunkener „Israelsolidarität“ auf der anderen Seite) ersehen – ein Argument gegen die DDR, den Realsozialismus, die kommunistische Revolution ist das also noch lange nicht. Widersprüche, ob historisch notwendige oder dialektisch aufzulösende, ignoriert man in den Kreisen der Ambivalenzler einfach – stattdessen ebnet man sie ein auf die üblichen alternativen Ressentiments und hofft, dass keiner unbequeme Fragen stellt.

Ja, solche Leute wären damals ins Gulag, bzw. nach Bautzen gekommen, um sie daran zu hindern, weiterhin falsche, antikommunistische Scheiße zu verbreiten. Und zwar völlig zurecht. Sie mögen sich bitte nicht beschweren, wenn sie einst entsprechende Vorladungen geschickt bekommen.

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24 Antworten auf “Ein weiteres Mal: Linker Antikommunismus und Geschichtsfälschung”


  1. 1 was? hää? 12. August 2009 um 18:22 Uhr

    soso in deinem kommunismus werden vorladungen veschickt, interessant.
    definiere Kommunismus, eingeschnappte leberwurst!

  2. 2 Väterchen Administrator 12. August 2009 um 20:08 Uhr

    „soso in deinem kommunismus werden vorladungen veschickt, interessant.“

    Ja, so zuvorkommend bin ich.

    „definiere Kommunismus, eingeschnappte leberwurst!“

    1. Hab ich das längst (u.a. hier).
    2. Halt die Klappe.

  3. 3 neinhard 17. August 2009 um 16:38 Uhr

    Ulkig, wie jemand mit einem solchen Selbstgewißheitsgestus (klar, Gestus ist es nur bei den anderen…) so beharrlich daran glaubt, Kullas „Nein, nein“ würde sich an Kommunisten oder Linksradikale richten. (Zugegeben: manche GSPler glaubten, Kulla hätte sich an die Chinesen gewandt!)

    Kulla ist leicht, du bist doch kein GSPler, du kannst ihn begreifen.

  4. 4 Väterchen Administrator 17. August 2009 um 17:58 Uhr

    @neinhard:

    Kulla ist Symptom (und kein Akteur), und als solches wird er behandelt. Ihm einen Akteurs-Status zu unterstellen, an dessen Blödheiten man sogar noch irgendwas „begreifen“ könne, tut ihm zu viel der Ehre an.

    Es ist ausserdem völlig schnurzegal, an wen er sich richtet; falsches wird ja nicht dadurch richtig, dass man es auch noch den falschen Leuten erklärt.

    Mein obiger, kurz in die Blogosphäre reingerotzter Beitrag sollte dabei (man muss ja hier scheinbar immer erklären, was der Zweck der Schreiberei ist) lediglich auf die der beiden verwandten Methoden zugrunde liegende Struktur aufmerksam machen, die zu einer jener ekelerregenden OBJEKTIV (und nur das ist von Interesse) antikommunistischen Technik ausgearbeitet wurde, mit denen Anarchisten, Sozialrevolutionäre und sonstiges Gesindel seine späte Rache daran übt, dass der reale Sozialismus Dreckspack wie sie nicht hat mitmachen lassen. Ich bin halt dafür, dass man das einfach mal zur Kenntnis nimmt und nicht so zu tun, als gäbe es das nicht. Man kann das ja auch als eine Warnung vor der Gefährlichkeit des Stalinismus sehen (für die ich natürlich bin).

    Kulla ist Anarchist, und mit solchen hat es für Kommunisten keinen „kritischen Dialog“ zu geben, sondern Gegnerschaft. Wer die Grundsätze des Marxismus, einen Minimalkonsens kommunistischer Politik nicht zu akzeptieren gewillt oder imstande ist, gehört in den Gulli der Geschichte. Wie gesagt: die Perfidie liegt in der bloßen BEHAUPTUNG eines Mythos, mit welcher dann Arschlochpropaganda, letztlich für den Meinungspluralismus des Kapitalismus, betrieben wird – in beiden Fällen.

    Zur „Selbstgewissheit“ oder einem Gestus, der auf eine solche schließen ließe: Der antistalinistische Mob muss sich ja schon mal irgendwann darin einig werden, was er den Stalinisten denn nun vorwirft: „Eigentliche“ Unsicherheit, die dann einen (vorgetäuschten) Gestus der Selbstgewissheit indiziert, oder autoritären Elitismus, also die tatsächliche Sicherheit einer sachlichen Autorität. Das sind ja zwei völlig unterschiedliche Dinge.

    Als Wichsvorlage der Antistalinismus-Debatte stelle ich mich und meinen Blog dafür gerne weiterhin zur Verfügung.

  5. 5 neinhard 17. August 2009 um 20:00 Uhr

    Was aber macht Kulla zum Anarchisten? Daß er den Kommunismus propagiert? Daß er, wo er geht und steht, von der Notwendigkeit einer anderen Vergesellschaftung spricht?

    Deine Selbstgewißheit wird genau dann lustig, wenn du falsch liegst und nicht mal in Betracht ziehst, dich zu korrigieren. Wenn du dachtest, Kulla würde für ihn „falschen“ Kommunisten den „richtigen“ Kommunismus einreden wollen, und ich dich darauf hinweise, daß sich das „Nein, nein“ an solche wendet, die ihren Kommunismus-Begriff mehr oder weniger bewußt – meist weniger – von Antikommunisten bezogen haben, dann behauptest du plötzlich, darauf käme es gar nicht an.

    Ich glaube nicht, daß sich Kulla mit dir darüber streiten will, was denn nun eigentlich der Kommunismus ist, wie er zu verwirklichen wäre (wenn es danach überhaupt noch aussieht) und wer richtige Kommunisten sind – mir scheint aber, daß du nicht davon lassen kannst, mit ihm darüber zu streiten. Und das ist – das mußt du doch zugeben – putzig.

  6. 6 Partizan 20. August 2009 um 11:20 Uhr

    @neinhard
    Dass der Schmierfink Kulla seine geistige Leere auch noch denen vorstammelt, die vom gesellschaftlichen Sein und daher auch vom Kommunismus nicht das geringste verstehen, macht sein Vergehen gegen die Vernunft doch noch wesentlich schlimmer.
    Würde er sich nämlich tatsächlich nur an unsereins (d.h. an mich und andere Kommunisten) richten, dann wäre er zwar nach wie vor ein Monument der zerebralen Fäulnis, daran kann ja der Adressat nun wirklich nichts ändern, aber immerhin könnte man so in freudiger Erwartung des dereinst an Kulla und seinen Kumpanen zu vollziehenden bolschewistischen Strafgerichts einfach drüberstehen. So ist er allerdings nur einer von unzähligen nützlichen Idioten der Bourgeoisie, der sogar noch in seiner Freizeit unentgeltlich den Zustand der Begriffslosigkeit (also des Antikommunismus) bereitwilligst vor seinen ärgsten Feinden, den Kommunisten, beschützt.

  7. 7 Jan Filip Geldsack 21. August 2009 um 14:05 Uhr

    Auch auf ambivalenz.blogsport.de:

    In den Familien oder Gemeinden [in der DDR] fand in der Regel keine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit statt.

    Das ist auch so eine hingeschissene Behauptung. Sowas muss man einzuordnen wissen: Vor dem Hintergrund der Rede der letzten Jahre – man habe als BRD die dt. Vergangenheit „bewältigt“, es sei Zeit auch über „deutsche Opfer“ von „Vertreibungen“ zu reden und sich loszumachen vom „Schuldkomplex“ etc. – sind solche Behauptungen: Schützenhilfe.
    Denn das ist der andere Mythos: Es wird so getan, als sei jahrzehntelang nichts anderes über westdeutsche Bildschirme geflirrt als wochenendfüllende Auschwitzdokumentationen und nicht etwa Heimatfilme der arischen Sorte. Zusammen ergeben diese beiden Mythen die bekannt, gewünschte Mischung: DDR Nazi, BRD Himmel.

    Für den zweiten Mythos sind die bürgerlichen Medien zuständig. Den ersten aufzubauen übernehmen die Ex-Linken ja inzwischen selbst.

    Es wird sich ja in der BRD sehr viel mit der Vergangenheit „auseinandergesetzt“. Auf Phönix läuft nächtelang Guido Knopp. Na also.

  8. 8 Jan Filip Geldsack 21. August 2009 um 14:37 Uhr

    Noch was zum Thema Auseinandersetzung mit dem NS:

    Kürzlich besuchte ich das Ex-KZ Buchenwald, und dort gibt es einen Buchladen. In diesem Buchladen gibt es natürlich lauter Bücher von ehemaligen Insassen, Kinderzeichnungen usw.- so weit OK.
    Dann gibt es, neben der Kasse, zwei große Regale. Über einem prangt die Aufschrift „Opfer“, dort liegen Bücher über: Hauptsächlich jüdische, schwule Opfer; auch ein paar Sinti+Roma; ein, zwei über verfolgte Christen. Kein einziges über inhaftierte Kommunisten, Sozialisten oder überhaupt politische Häftlinge!
    Ein zweites Regal trägt die Überschrift „Täter“. In diesem Regal haben – und jetzt muss man sich festhalten – gefühlte 80% (auf jeden Fall über die Hälfte) der Bücher ein Thema: Stalin.

    Es ist eben eine – für den Imperialismus – praktische Sache, mit aller Kraft gegen den Antisemitismus zu kämpfen und der Sache so den Anschein zu geben, dieser sei die tatsächliche – absurde, irgendwie unverstehbare – Ursache von Hitler & Co gewesen. Eine idealistische Verdrehung, wie sie in bürgerlichen Hirnimitaten typischerweise herumgammelt.

    Ich will damit ja nicht die Notwendigkeit des Kampfes gegen den Antisemitismus leugnen. Im Gegenteil. Nur muss man einsehen, dass der Antisemitismus in der DDR ein absterbender ist, ein Überrest, weil der Sozialismus so was nicht braucht, zumindest nicht strukturell – und das ist der prinzipielle Unterschied zum Kapitalismus.

    Wenn der Antisemitismus heutzutage neu aufblüht, liegt das an der Konterrevolution, das dürfte doch langsam jeder einsehen.

  9. 9 Partizan 21. August 2009 um 19:01 Uhr

    „Wenn der Antisemitismus heutzutage neu aufblüht, liegt das an der Konterrevolution, das dürfte doch langsam jeder einsehen. “

    Richtig. Das Phänomen, dass Neonazis in Ostdeutschland kontinuierlich ihre Mäuler weiter aufrissen, fiel in den 80er Jahren mit dem Erschlaffen des Repressionsapparates der DDR zusammen. Seit man bei den Faschisten von CDU/SPD/NPD usw Hohenschönhausen nicht mehr fürchten muss, hetzt man je nach Geschmack auch wieder fleißig gegen Türken, Juden, Araber, gegen Arbeitslose, Schwule und natürlich gegen Kommunisten.

  10. 10 anmerkung 21. August 2009 um 21:42 Uhr

    soweit ich weiß, zeigen das auch die meisten studien: nach der „wende“, auch in polen und der ehemaligen su, schossen die antisemiten wieder aus dem boden. man kann hier die zunahme richtig mitverfolgen, der zusammenhang zw. kapitalismus und antisemitismus tritt hier deutlich zutage.
    es wäre in diesem zusammenhang anzumerken, dass studien auch zeigen, dass nach wie vor – jedoch nimmt der abstand mit der zeit eben ab – in westdeutschland der prozentsatz an antisemiten ein weitaus höherer ist.

  11. 11 Jan Filip Geldsack 21. August 2009 um 23:41 Uhr

    Das hing aber auch mit dem Erschlaffen des Progressionsapparates der DDR zusammen! Oder?

  12. 12 anmerkung 22. August 2009 um 8:03 Uhr

    auch. aber auch mit der veränderung der ökonomie. ich rede ja von nach der „wende“.

  13. 13 Väterchen Administrator 22. August 2009 um 13:19 Uhr

    „Es wird sich ja in der BRD sehr viel mit der Vergangenheit „auseinandergesetzt“. Auf Phönix läuft nächtelang Guido Knopp. Na also.“

    http://www.youtube.com/watch?v=SNqbntEm6hM

  14. 14 Jan Filip Geldsack 22. August 2009 um 16:02 Uhr

    @anmerkung: ich meinte es in bezug auf partizan, der es mit dem repressionsapparat der ddr in verbindung gebracht hatte.

    aber der progressionsapparat der brd ist ja auch irgendwie scheiße!

  15. 15 kobra_kahn 22. August 2009 um 17:17 Uhr

    http://www.youtube.com/watch?v=SNqbntEm6hM

    kann jemand sagen ob es dazu nen längeren abschnit gibt? ich habs vor zwei tagen auf altermedia gefunden und seitdem nichts mehr

  16. 16 Jan Filip Geldsack 23. August 2009 um 13:23 Uhr

    Ab und an wird in seinen die DDR preisenden Worten die andere, in einer simplen aber bedeutsamen Negation begründete Wahrheit über die DDR durchscheinen: Sie ist einfach nicht das Land, in dem während des Majdanek-Prozesses frei umherlaufende SS-Aufseherinnen ihre Opfer ankeifen: „Und da lebt ihr noch?“

    (bahamasartikel über peter edel)
    Das muss man im Kopf haben, wenn sie sich über den „staatlich verordneten Antifaschismus“ beschweren- diese Formulierung findet sich ja relativ häufig. Was ist eigentlich daran das Schlimme? Die staatliche Verordnung oder der Antifaschismus? Das bleibt unklar, und so können der gewaltfreie Hippie und der militante Antikommunist beide über die DDR den Kopf schütteln: Staatlich verordneter Antifaschismus- das geht ja gar nicht!

  17. 17 Väterchen Administrator 23. August 2009 um 13:39 Uhr

    „Was ist eigentlich daran das Schlimme? Die staatliche Verordnung oder der Antifaschismus?“

    Wahrscheinlich beides.
    Das ganze ist mal wieder nichts weiter als das Produkt eines elenden Idealismus, der sich prima selbst gefällt, irgendwo zwischen historischer Reinheit, politischer Positionslosigkeit und dem Glauben an die wahre, edle Menschennatur, die schon, wenn sie nur endlich befreit sein wird durch die libertäre Bewegung der absoluten Zwanglosigkeit und aufgeht in ihrer endgültigen Arbeits- und Hirnlosigkeit, bei DEM MENSCHEN® durchkommen wird. Wer diesen quasi-religiösen Blödsinn glaubt, der hält natürlich auch Staat und Verordnungen für falsch, denn was ist schon ein Faschismusforscher ohne Faschismus und ein Kapitalismuskritiker ohne Kapitalismus? Eben: die Null, als die man sie heute schon identifiziert, wenn man noch bei Trost ist.

    Dieser ganze Dreck ist zu begreifen und zu widerlegen als ein Zurückfallen selbst noch hinter die Erkenntnisse Lenins; als einen Akt kleinbürgerlicher Regression, den das linke / antidt. Hippietum als „Emanzipation vom leninistischen Ballast“ etc. ausgibt.

  18. 18 Politsektierer 30. März 2013 um 19:39 Uhr

    Fein, unter dem Stichwort linker Antikommunismus ist ja schon einiges zu finden. Hier etwa. Trotzdem plane ich einen Artikel zu diesem Thema zu verfassen. Es gibt mehr linke Antikommunisten als man meint und viele davon waren mal selbst übelste Dogmatiker. Sie wissen warum sie Antikommunisten wurden aber trotz allem links geblieben sind. Sollten sie an ihrer Haltung mal zweifeln, oder sich ein schlechtes Gewissen aus alten Tagen melden, dann genügt es diesen Blog zu lesen. Schon wissen sie wieder, warum Antikommunismus heute die einzige Option für Linke ist.

  19. 19 Väterchen Administrator 30. März 2013 um 20:28 Uhr

    „Trotzdem plane ich einen Artikel zu diesem Thema zu verfassen.“

    Plan‘ Du mal. Und vergiss dabei bitte nicht, all die schlimmen Verbrechen Stalins, Lenins, Lyzis‘, Goethes, Kopernikus‘, Galileis, Darwins und Einsteins bei der Zivilisierung der Menschheit nochmal genüsslich und in aller Breite von Guido Knopp, dem Unrast-Verlag und des NSDAP-Propagandaministeriums abzuschreiben!!


    „Es gibt mehr linke Antikommunisten als man meint und viele davon waren mal selbst übelste Dogmatiker. Sie wissen warum sie Antikommunisten wurden aber trotz allem links geblieben sind. Sollten sie an ihrer Haltung mal zweifeln, oder sich ein schlechtes Gewissen aus alten Tagen melden, dann genügt es diesen Blog zu lesen. Schon wissen sie wieder, warum Antikommunismus heute die einzige Option für Linke ist.“

    Linke und Kommunisten hatten in der Tat noch nie viel gemein. Linke waren schon immer idealistisch, wirkungslos, demokratisch, ungebildet, völkisch, opportunistisch, naiv, zivilgesellschaftlich engagiert, pauschal gegen Krieg und für Frieden, egal wer warum in die kriegerische Auseinandersetzung zog (siehe: „Nahostkonflikt“) und an kurzfristig den Pöbel ruhigstellenden und unterjochendem Scheissdreck wie Naturschutz, Freiheit, „no borders no nations (als erstes die DDR und Israel abschaffen)“, lokal-vegane Ernährung, Rauschgiftgefahrverherrlichung, „Selbstbestimmung“, Medizinkritik, Polizistenmord usw. usf. interessiert, während Kommunisten tatsächlich das Herstellen und Fortbewegen der Menschheit nicht nur geplant, sondern auch durchgeführt haben – und zwar materialistisch, mit der Würde der Wirklichkeitseinsicht und universeller Durchsetzung von Vernunft.

    Was allein das Grüne Gesindel gegen Revolution, Sozialismus, Fortschritt und Menschenwürde bisher getan hat, ist wohl selbst in Jahrzehnten noch kaum aufzuarbeiten.

    Deshalb bin ich hier auch – entgegen Stalins damals durchaus richtiger Ansicht, die rechten Abweichler seien gefährlicher als die linken – ganz fester Dogmatiker, der nichts für schlimmer und elender für den Kommunismus erachtet, als linke Antikommunisten. Allerdings interessiert mich solch gewöhnliches, analphabetisches („Texte über Politsekten und Linke Bewegungen zur Absicherung aus älteren Webprojekt“), hirnlos Propagandabilder vor sich hinbloggendes Geschichtsfälscher-Gesocks wie Du dabei so gut wie gar nicht, sondern lediglich jene Linken, die sich zwar „K/Communisten“ nennen, aber in Wahrheit Anarchisten, Sozialdemokraten o.ä. sind und ihr Kommunismus-Abzeichen „nur“ aufgrund einer aus Unbildung hervorgerufenen Fehlannahme heraus tragen. Wenn es irgendetwas gibt, was ich in meinem kurzen Menschenleben erreichen möchte, dann ist es ein Beitrag dazu, die Welt nicht länger durch commünistisches Antikommunistenpack verarschen zu lassen. Da wurde bisher wenig, aber sehr qualitätsvolles an Vorarbeit geleistet – und zur Rettung der Menscheit nehme ich mich gerne und selbstlos dieses Elends an.

  20. 20 Politsektierer 31. März 2013 um 16:36 Uhr

    Ausgerastet? Wegen eines kleinen Blogs und ein paar Bildchen? Erinnert mich an alte Zeiten, da konnt ich auch keine Kritik vertragen, das war alles nur antikommunistische Hetze der Kapitalistenklasse. Nur nicht ernstnehmen, von Auseinandersetzung nicht zu reden. War auch mal so drauf, warst da schon auf der Welt? Bei welchen Verein? Oder bist nur n Spätzünder oder n Ostrelikt? Hier seh ich, das ein derartiger Artikel doch nötig ist. Wer linke Politik machen will, muß seien Position besimmen und klarstellen, das man nichts mit dogmatischen Spinnern zu tun hat.
    Axo, mit dem Unrast Verlag ham wir auch Probleme? In der DDR häts sowas nicht gegeben.

  21. 21 Väterchen Administrator 31. März 2013 um 17:36 Uhr

    „Ausgerastet?“

    Ja? Wo denn? Im Gegenteil, ich wär‘ fast eingeschlafen!

    „Erinnert mich an alte Zeiten, da konnt ich auch keine Kritik vertragen, das war alles nur antikommunistische Hetze der Kapitalistenklasse. Nur nicht ernstnehmen, von Auseinandersetzung nicht zu reden. War auch mal so drauf…“

    Das kennt man ja. Und nennt es: Zunehmende Verblödung im Alter, Opportunismus, Feigheit, Revisionismus, Senilität und Renegatentum. Alles nichts neues, nur Du findest es auch noch „cool“, „emanzipatorisch“, richtig oder sonstwas – das macht Deine spezifische Erbärmlichkeit aus.

    Was die „antikommunistische Hetze“ anbelangt: die muss ja nun längst nicht mehr die Kapitalistenklasse besorgen. Dafür haben sie doch so verlässliche Leute wie Dich.

    „Wer linke Politik machen will, muß seien Position besimmen und klarstellen, das man nichts mit dogmatischen Spinnern zu tun hat.“

    Keine Bange, das kommt auch schon so zur Genüge rüber. Jedes Wort, das ich schreibe, ist ja Zeichen gewordene Abwehr und Vernichtung von Politik-Funktionären und Pragmatikern Deines Schlages. Die Mühe kannst Du Dir also sparen, erst recht, wo Du’s doch mit dem Schreiben eh nicht so hast.

  22. 22 Politsektierer 01. April 2013 um 14:24 Uhr

    Hauptsach du hasts mit dem Schreiben. Kann mir halt die Tasten nicht aussuchen, Internetcafe halt. Dafür hab ich noch Lesefutter für dich, bin ja nicht der einzige Spinner der mit Dogmatikern ein Problem hat.

    http://linkeirrwege.blogsport.de/2012/04/07/alles-anti-linke-hetze-mat/

  23. 23 freshundumbenannt 06. April 2013 um 16:31 Uhr

    Man sieht wieder einmal: Die allerschlimmsten, nervigsten und am meisten hirnfaulen Antikommunisten sind immer noch die, die mit einem durch das Jammertal ihres zerebralen Elends gejagten Marx argumentieren.
    Zum Glück interessiert sich niemand – außer natürlich aus gleichen Zwecken wie beim Aufpinnen von toten Motten und anderem Kriechgetier – für solche Gestalten.
    Glück auf.

  1. 1 Vergangenheitsbewältigung auf westdeutsch « pinky Pingback am 21. August 2009 um 21:44 Uhr

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