Der Autor heute

Teil I: Die Bekämpfung und Entmündigung des Autors durch Cut-up-Punks und Blogger

„Der freie Mensch ist nicht neidisch, sondern anerkennt das gern, was groß und erhaben ist, und freut sich, daß es ist.“ (Hegel)

1.

Wurde der Autor früher, bevor er durch Agenten von Subjektvernichtungsorganisationen wie den Poststrukturalisten zu „Tode“ (Roland Barthes)1 geschrieben wurde, zumindest noch von einigen wenigen klugen Leuten als PRODUZENT, also schaffendes Subjekt gesetzt und begriffen, welches allein schon aufgrund dieses Umstands zur produzierenden, also proletarischen Klasse zu zählen sei, ist er heute stattdessen endgültig durch lediglich distributive, verwaltende, konsumierende Funktionen einnehmende „Beitragsschreiber“, durch nicht-produzierende, kleinbürgerliche Vermittler und Dirigenten schon vorhandener Materialien und bloße halbbewusste, mit Ressentimentpopel zusammengeklebte und aneinandergematschte Verfestigung von Infrastruktur-Erweiterungen, also durch Fotos weitergebende und Tagebuchmüll-Blogger, -Twitterer und Internetpampe aufbackende sonstige digitale Nuscheler und Schrift-Freiräuber („Cut-up“) ersetzt worden. Cut-up, der Aktionismus des passiven Bewusstseins, die Domäne bürgerlicher Kunstbeobachter und Diskurs-Verwaltungsbeamter, die Tätigkeit der „zufälligen Existenz“ (Hegel), die ihre Zufälligkeit auch noch zur Kunst erheben will in der Projektion ihrer allgemeinen Planlosigkeit aufs Material, strebt einen Autor an, der nicht mehr schreibt, sondern den Müll, der eh überall herum liegt, kopiert, also die Scheiße verdoppelt und die Tätigkeit des Kapitalisten nachahmt – seine objektive Funktion im gesellschaftlichen Produktionsprozess ist die Ausbeutung des produzierenden Autors.

Ende der Sechziger Jahre fiel es armen commünistischen Irren nämlich plötzlich ein, auf künstlerische Maßstäbe lieber ganz zu verzichten und als neues Ideal des Autors den Drogendealer und Scientologen William S. Burroughs hoch zu hetzen, schließlich musste der wissenschaftliche Marxismus und sein projektives Endprodukt, der Kommunismus, nicht nur auf sozialer, wissenschaftlicher und politischer, sondern auch auf literarischer Ebene effizient bekämpft werden – da kam der „bewusstseinserweiternde“, also Hirnmasse auflösende Stumpfsinn der Beatniks gerade recht (zur Not, wenn man das Pack mit den Folgen ihres Tuns konfrontierte, gab es immer noch die Sowjetunion, der man jegliche Probleme bei der Umsetzung des Kommunismus in die Schuhe schieben konnte). Der bewusst gebildeten Künstlichkeit des Werks wurde die bewusstlose, reaktionäre Authentizität einer geistlosen, scheinweltverhafteten, imaginierten Unmittelbarkeit und Echtzeitlichkeit der zusammengewürfelten Momente einer Werklosigkeit entgegengesetzt. So war die commünistische Schnipsel-Ästhetik geboren und es dauerte kaum 20 Jahre, bis sie sich zur endgültigen Totalität entfaltet an jeder Ecke finden ließ – die Kritiker (also: Opfer) des Kapitalismus boten ihr den fruchtbaren Boden. Dieser Zustand hält nicht nur bis heute an, er wird nahezu auf alle publizistischen Bereiche ausgeweitet; kaum ein Blogger, der heute nicht stolz ist auf seinen Analphabetismus.

Jahrhundertelang exzerpierten Leser Textstellen in ihre Kladden, heute wird die Veröffentlichung solcher Exzerpt- und Zitatsammlungen als neue, ja als einzig maßgebliche Gattung hochgejubelt, gerade so als läse außer der postmodernen Autoren-Karikatur („Texter“) niemand Zeitung, als sehe sonst niemand Fernsehen, als sei der ganze ge-cut-upte Kram den Interessierten nicht eh schon längst bekannt und als könnten sie die sagenhafte Verknüpfungsarbeit zum Zwecke der exorbitanten Bewusstseinserweiterung nicht selber leisten. Wenn nun also der bemittleidenswerte Stefan Ripplinger, einer der strebsamsten Repräsentanten der postmodernen Anti-Kunst-Phalanx stolzer Hirnloser faselt:

„Schreiben ist Kombinatorik. Der Schreibende kombiniert Buchstaben, Wörter, Sätze, Texte miteinander. Er montiert fertige Stücke zu einem Ganzen“,2

dann beschreibt er hier den Autor nicht nur ungefähr so positivistisch wie der Satz „Die Hure empfängt Männer und entlässt sie wieder“ die Tätigkeitsbezeichnung einer Prostituierten bestimmt, sondern ignoriert vor allem die Tatsache, dass die Hauptaufgabe des Autors immer das Denken, das Produzieren von Ideen und Konstellationen, die Reflexion, und nicht das bloße Schreiben, Texten oder gar Kombinieren von vorgefundenem, quasi naturwüchsigem Schriftmaterial war.

Das bloße Am-Schreibtisch-sitzen-und-texten, auf welches gerade auch bei den grundsätzlichen Kritikern des Konzepts Autorschaft die Autorentätigkeit immer reduziert wird, nimmt beim klassischen Autor höchstens 20 Prozent seiner Zeit ein. Den Großteil des Tages verbringt er mit dem Beobachten, Denken, Lesen, Begreifen, Entwerfen; hier und da macht er sich nebenbei und zwischendurch ein paar Notizen, ordnet Phänomene in seinen geistigen Kategorien- und Begriffs-Apparat ein, sortiert Aufzeichnungen und Zettel unter Stichwörtern (z.B. mit der Zettelkasten-Methode), führt ein Leben, das sich dem Irrsinn des bürgerlichen Verwaltungs-Sisyphosismus und den schlimmsten Niederungen der Lohnarbeit weitestgehend zu entziehen weiß; – die Praxis des Autors ist zum überwiegenden Teil eine geistige (was, nebenbei bemerkt, die Hauptursache für den Umstand ist, dass man an deutschen Universitäten und Hochschulen so gut wie keine klassischen Autoren findet), nämlich die seines Lebensprojektes, der Verwirklichung der Realität in Begriffe. Die Texterei, die Büroarbeit, das Lohnsklaven-Elend eines Betriebs-Angestellten, als das die autorschaftsfeindlichen postmodernen Spinner den Autor gerne sähen, ist heute dem Journalisten überlassen, der dafür vom kapitalistischen Betrieb ja auch hinlänglich belohnt und allmählich dessen Mitglied, also das Gegenteil eines Autors wird. Einen solchen himmelhoch jauchzend elenden Scheiß mit der Tätigkeit des wirklichen Autors zu verwechseln ist natürlich dumm, aber es ist wohl vor allem auch die Böswilligkeit des allseitig in seinen Ambitionen und an seinen eigenen Idealen Gescheiterten, des trotz krassester Anpassungsleistung kaum Arrivierten, welche Leute wie Ripplinger (ich will ihn hier nur – ganz in seinem Sinne – als paradigmatisches Symptom verstanden wissen, er ist ja repräsentativ für die „Szene“) dazu treibt, ihren Neid auf die unabhängigen Geister zu verkleiden, indem sie sie TOTAL und ALLESAMT eingemeinden möchten in ihre hirnlose Hölle der Gebrauchstexte fabrizierenden Vollzeit-Arschlöcher. Lohnschreiberei und Autor-Existenz aber schließen sich aus; jene schadet dem Autorenwesen so, wie der Commünist dem Kommunismus schadet.

Ripplinger weiter über „den Schreibenden“:

„Er zitiert fremdes Material, denn das Alphabet gehört ihm nicht, [wem, by the way, wenn nicht dem Autor, gehört denn das Alphabet? Dieser Satz ist so logisch wie: „Der Autofahrer fährt mit fremdem Material, denn das Auto gehört ihm nicht.“ Anmerkung von mir, L.W.] die Wörter hat er nicht geprägt, die Sprichwörter und Sprachbilder nicht ersonnen, all die Bücher nicht geschrieben. ‚All minds quote.‘ Wer schreibt, wiederholt, spricht in Zitaten. [Absatz] Der Verfasser einer Zitatmontage hat also nicht, wie manche meinen, als Autor abgedankt, sondern er ist überhaupt der Einzige, der die Autorfunktion mit allen Konsequenzen anerkennt. Er behauptet nicht, Kaninchen aus dem Hut zaubern zu können. Er behauptet im Gegenteil, dass das Kaninchen schon vor seiner Revue auf der Welt war. Wir [das Krankenschwester-Wir, immer wieder gern genommen bei Idioten, die ihren Schwachsinn ständig auch gleich der restlichen Welt unterjubeln wollen, Anm. L.W.] sollten nicht so voreilig sein zu behaupten, es sei durchaus dasselbe. [Absatz] Schreiben ist so gesehen immer Abschreiben.“3

Ripplinger, so gesehen, geht in sich, findet nichts und will dann diesen Zustand auf den Rest der Menschheit übertragen, Motto: „Ich bin unfähig, also kann es keine Fähigen geben, Genieglaube abschaffen, ab jetzt bitte auch alle anderen nur noch Scheiße fabrizieren, klappt doch eh schon prima in der Jungle World zum Beispiel!“ Welch bequemes Leben wenn man doof ist.

Das Interessante, weil Wesentliche an den derzeitig grassiernden Pest-Teilen jener regressiven Großbewegung, die das Prinzip der Autorschaft – auch noch unterm Mantel der Avantgarde – als solche sowieso schon immer komplett für „überholt“, tot, überflüssig, prätentiös oder sonstwie falsch hielten, ist ja einfach, dass sie die Speerspitze der Kunstlosigkeit darstellen: Weil sie keine eigene Kunst herzustellen in der Lage sind, können sie, wo eine solche einmal vorliegt, auch keine Kunst, also Autorschaft, Genie usw. mehr erkennen; sie denken in ihrer konsumierenden, passiven, indifferenten Literaturzitatesammler-Existenz eben tatsächlich, dass jeder andere genauso dämlich und einfallslos ist wie sie selbst, ahnen gar nicht, dass sich Kunst, Talent, Autorschaft nunmal durch ganz andere Dinge als bloß durch das reine Ausdenken, Erfinden, Aufschreiben, „Kombinieren“ von Sätzen, sondern das sinnvolle Anordnen von Begriffen und Kategorien innerhalb eines zusammenhängenden geistigen Gebildes, eines klassisch autonomen Kunstwerks, das sich selber wieder auf einen größeren (Werk-) Zusammenhang bezieht, das Dramatisieren von Texten, Textfragmenten, Gedanken, Sätzen, Zusammenhängen, Meinungen, Personen usw. im Roman, im Essay, in der wissenschaftlichen Untersuchung, im Theaterstück usw. auszeichnen (und sich von jeher ausgezeichnet haben). Autorentätigkeit bedeutet ja gerade das (durch Fabel) Zusammenführen, das KOMPONIEREN von Gedanken, Positionen, Gegenständen, Figuren, und eben nicht das bloße HERSTELLEN solcher. Der klassische Autor „verwendet den Stoff“ (Susan Sontag) nicht, er erzeugt ihn zu großen Teilen erst. Nur weil sich der Produktions- und Autoren- (also auch: Wissenschafts- und Marxismus-) Feind nicht vorstellen kann, dass die Kunst keineswegs am Ende ist, heisst das eben noch lange nicht, dass es sich real auch so verhält; im Gegenteil, sie ist ja gerade erst einmal am Anfang, und wird sich von daher erst recht nicht von Luschen wie Ripplinger und sonstigen aufständischen Autorschaftsgegnern etwas sagen oder gar auf den Friedhof der Geschichte vergraben lassen. Auch die Kunde von der Existenz des Begriffs Neologismus, überhaupt von sprachlicher Fortentwicklung und Neu-Erfindung von Sprachen scheint bei Ripplinger und den anderen marodierenden Antiautoritären (und was ist das Schreiben anderes als autoritäres Verhalten par excellence) noch nicht angeklopft zu haben – was Sprache überhaupt ist, davon haben sie keinen Schimmer, sonst würden sie weder so schreiben, wie sie schreiben, noch das schreiben, was sie schreiben, noch ihren verkorksten Hirnplunder über Sprache, Text und Autor im allgemeinen unters Volk kotzen. Man hat es also hier mal wieder mit den drei großen Bollwerken bürgerlicher Demokratie gegen marxistische Vernunft und für die Abschaffung der Kunst zu tun: (Kunst-)Freiheit4, Antiautorität, Unbildung. Die Entkernung des Subjekts auf gesellschaftlicher Ebene geht mit der Autorfeindschaft auf literarischer einher.

„Cut-up“, „Remixen“, „Collage“: Dass sie Literatur behandeln als sei sie Pop-Musik oder Fotografie, offenbart ja schon alles über die Geistlosigkeit der Zustände, die jene Szene ausmachen. Leute, die keine ästhetischen Kriterien besitzen, überhaupt die reich bevölkerte Gemeinschaft derer, die das Elend jenes Bewusstseins teilen, welches sich durch Kriterienlosigkeit nahezu definiert, pfeifen nunmal auch auf Ästhetik, weil sie nämlich auch inhaltlich nichts aufzubieten hätten, was der angemessenen ästhetischen Darstellung würdig wäre. Kunst kommt eben von Können (die Existenz solcher Antiautoren wie William S. Burroughs, Rolf Dieter Brinkmann, Uwe Nettelbeck, Susan Sontag, Jean Genet, Robert Anton Wilson etc. ist dafür ja gerade der auf Papier manifestierte Beweis5, zumindest der Beweis dafür, dass Nichtkönnen immer Nichtkunst zur Folge hat – es verhält sich mit den Nichtskönnern ähnlich wie mit modernen Politikern: das Volk wird gar nicht mehr verarscht, sondern man gibt die Schweinerei einfach zu, ist sogar stolz auf Unfähigkeit und Dummheit UND IST GERADE DESHALB BELIEBT); keine Ahnung, was die Nichtskönner immer zur Kunst treibt und sie sich auch noch erdreisten lässt, ihr Vorschriften zu machen; wahrscheinlich ist es der prinzipielle Gestus des Kritischen, der humanoiden Spürhund-Idiotie, der ästhetische Trotzkismus also, wie man ihn schon von Adorniten, 68ern, Frauenbewegung usw. kennt, vermengt mit der letztlich nur somatischen, vorbewussten Aufnahme des bloßen auratischen Abglanzes des „sinnlichen Scheinens der Idee“, als welche Hegel das Kunstschöne gültig definierte . (Der Anarchismus hatte ohnehin noch nie eine Ästhetik – man erinnere sich nur an Godard, Camus, die Sex Pistols, Family Guy und vor allem deren Fans.) Langweilig, verblödend und dämlich wären sie schon zur Genüge, wenn sie nur monomanisch ihren Mist durchzögen, aber dass diese Kunst-Lumpensammler auch noch allen anderen ihre „Theorie“ aufdrücken, das muss nun wirklich nicht auch noch sein; der Provinzkrämer mag bemitleidenswert, armselig und für seine Verhältnisse sogar erfolgreich sein, aber wenn er dem Großkonzern Nachhilfe im Handelswesen geben will, wird es doch langsam grotesk.

Der Cut-upper (und was ist das ordinäre Weblog anderes als ein erbärmlich langes Cut-up), der Bilder-, Texte- und Aufrufe-Weiterverbreiter – und natürlich erst recht der jenen Stuß wiederum verbreitende Journalismus – sieht die Welt der Kunst nur als einen unzusammenhängenden Brei, als etwas Begriffsloses, weil er keinen Begriff von ihr bilden kann oder will, und hat deshalb auch keinerlei Schwierigkeit damit, munter durch die Gegend zu cut-uppen, zitieren, faseln, bloggen. Bei ihm liegt der traditionsreiche romantische Irrtum vor, den eigenen, durch grundlegende Armseligkeit hervorgerufenen Entäußerungsdrang mit dem Informationsbedürfnis der restlichen Welt zu verwechseln (denn erst im Kommunismus werden logischerweise beide endgültig in eins gehen UND BIS DAHIN HAT MAN ENTWEDER DIE FRESSE ZU HALTEN (Hirnlose) oder zu ARBEITEN (Einsichtige)). Man hat es hier in der Regel zu tun mit Design- oder Kulturwissenschaftsstudenten, die sich „in ihrer Freizeit“ auch noch für „Marxismus“ und „Kapitalismuskritik“ interessieren, weshalb sie mit ihrer Scheiße andauernd die anderen armen Schweine im linken Zentrum belästigen und dazu natürlich noch ein Blog betreiben, damit alle Welt auch sofort weiß, wenn sie wieder ein neues Heinrich-, Adorno- oder Butler-Kapitel fertig gelesen haben, so wie sich der Großkapitalist nebenbei auch noch für „Kunst“ interessiert oder womöglich selber Hobby-Maler ist, weil er ein paar Gemälde im Büro hängen hat und zweimal im Jahr ins Museum geht. Die Klassik nannte das noch Dilletantismus, heute, in der total und global fleischgewordenen deutschen Romantik, gehört es „in der Szene“ zum guten Ton.

In ihren Texten beziehen sie sich formal auf den Kommunismus, bezeichnen sich bisweilen sogar als dessen Anhänger; was die eigene Stellung im Produktionsprozess und die Haltung zu geistiger Produktivität, die Ergebnisse der eigenen Bemühungen anbelangt, praktizieren sie jedoch das genaue Gegenteil: Bürgerliche, antikommunistische (oder dem Kommunismus zumindest nichts nützende) Überzeugungs-, Aufklärungs- und Agitations-Aktivität, also die in Text gefasste Nicht-Arbeit, die begriffslose Nachlese oder die kontrollierende Kritiker-Haltung (der Kritiker ist ja nahezu das Paradebeispiel des unproduktiv-reaktionären Arschlochtums, letztlich ist er das zombieeske Gegenstück zum Autor), also alles explizit nichtproduzierendes, den Status Quo lediglich reproduzierendes Tun, das Werkeln am bloßen Gegebenen. Ihr REALER Klassenstandpunkt ist also ein falscher, nichtproletarischer, bürgerlicher; einer der dem vorgeblichen widerspricht, ja entgegengesetzt ist, einer, der der Kapitalreproduktion, nicht dem Sozialismus verpflichtet ist. Ein Texter, Nicht-Autor kann also kein Kommunist sein; er mag für den Kommunismus Propaganda treiben (die Parolenhaftigkeit von Propaganda-Flugblättern war schon immer der ärgste Feind des selbständigen Gedankens und des Fortschritts), so wie ein Werbeagentur-Angestellter für ein Fernsehgerät Reklame macht – den Fernseher aber hat er selber weder hergestellt, noch konzipiert. Der bloße Material-Sammler, -Verwurster und -Publizierende ist der Blinddarm des Produktionsprozesses und entwicklungsgeschichtlich ungefähr auf dem Stand einer Biene; er übernimmt zudem auch noch freiwillig die schändliche Drecksarbeit des dümmsten Standes der Gesellschaft, nämlich des Journalisten, dessen Job ja schon von je her die bloße ohnmächtige, chaotische, entkontextualisierende Ansammelei und Verbreitung von rein Zufälligem war. Die Tätigkeit des klassischen Autors hingegen war schon immer das Gegenteil, nämlich die bewusste, Ordnung stiftende, Sinn erzeugende Komposition, die Vermählung des bloßen Materials mit dem darüber erhabenen Gedanken. Klassische Autoren wie Goethe und Heine haben also auch im Sinne des Kommunismus Großes und zum Fortschritt der Menschheit Nützliches geleistet – vor allem weit mehr, als all die vergessenen namenlosen sozialrevolutionären Agitatoren, Gutmeiner und „Aufklärer“, die zur selben Zeit nichts anderes taten als mit ihrem wiedergekäuten Mumpitz vollgeschmierte Flyer zu verteilen und kritische Diskussionsgruppen zu leiten.

2.

Das prinzipielle Elend der modernen Form des Autorendaseins ist ja, neben all den hyperlinkübersäten Dreckstexten von bewusstlosen Arschlöchern, die man im Netz überall so lesen muss, vor allem die Tatsache, dass der Autor (der produzierende, also klassische natürlich, nicht der seine Konsum-Erfahrungen schildernde – oder, wenn er beispielsweise ein Bahamas-Schreiber ist, aus seinem Zettelkasten Adorno-Paragraphen leicht umformulierende oder direkt abschreibende, postmoderne, tote), um wenigstens von ein paar armen Irren gelesen zu werden, andauernd auch mit deren hirnloser Scheiße konfrontiert wird: das Blogroll-, Referer-. und Follower-Unwesen, die Kommentarfunktion, die oft nicht vermeidbare Bezugnahme auf die einen anpissenden Canaillen etc.: Ignoriert man die Deppen, wird man wiederum von den Deppen ignoriert, und somit – da die Deppen aufgrund ihres Mangels an wirklichen Fähigkeiten ja innerhalb der kapitalistischen Arbeitsteilung für die Verbreitung, Multiplikation und Popularisierung von Material zuständig sind, das sie selber nicht begriffen haben – auch vom Rest der Öffentlichkeit. Der im Aussterben begriffene traditionelle Autor weiß schon, warum er sich mit dem Pack, das sich „Leser“ oder „Fans“ schimpft, nicht abgibt; Verlag, Lektor, Agent, Redakteur waren nicht nur wunderbare Zensurinstanzen, die die Veröffentlichung von wirklich guten Werken meist zuverlässig vereitelt und das heutzutage alles durchseuchende orientierungslose Bloggerschwätz verhindert haben, indem sie wiederum das Schriftstellergeschwafel direkt auf von niemandem gelesene Buchseiten drucken ließen, sondern vor allem prima Bollwerke gegen das Scheißgesindel selbsternannter Anhänger, die bislang jedem auch noch so selbstsicheren Autor die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. (Anmerkung für die Hirnlosen: Ich hoffe, der Satz war unverständlich, menschenverachtend, lang und inhaltslos genug. Ansonsten bitte wie gehabt ins Meckerformular unten reinblöken, danke.) Vor einem Autor unter Verlags- und Apparats-Schutz hatte man wenigstens einen Rest von Achtung (man belästigte ihn höchstens auf Lesungen), der Internet-Autor kann sich vor bescheuertem Fan- oder Kritiker- (strukturell eh dasselbe) Gejaule kaum noch retten; selbst Verlage sind ja heute nur noch schlecht gemachte Kollektivblogs mit gedrucktem Ausschiss.6

Ein Künstler (erst recht ein Autor) aber, der mit dem Publikum spricht, ist keiner mehr, weil er sich mit seiner Bereitschaft, dem bösartigen Gesindel entgegenzukommen, selber schon zum Diskussionszombie, zum netten Typen von nebenan, zu „einem von ihnen“ macht (die Diskussionsbereitschaft der commünistischen Communications-Canaillen zum Beispiel ist in den allermeisten Fällen ohnehin nur die Weigerung, seinen eigenen Verstand zu benutzen – wo ein solcher aber nicht existiert, sind natürlich auch Diskussionen unnötig). Und einer, der nicht selber produziert, sondern nur sammelt und schnippselt, ist ohnehin irrrelevant, weil nur derjenige auch wirklich sammeln und konsumieren kann, der das Gesammelte und Konsumierte auch in der Lage ist PRODUKTIV zu verarbeiten, also in ein neues zu verwandeln. Goethe, die Inkarnation des klassischen Autors (der bisweilen Jahre, sogar Jahrzehnte an einem Werk schrieb, sich also Zeit ließ, statt jeden ephemeren, unzusammenhängenden Gedanken sofort auf irgendeine Weise ins stumpfsinnige Nichts der Öffentlichkeit zu verramschen und seine Aufgabe auch nicht bloß darin sah, auf volkstümliche Weise ohnehin schon bekannte Banalitäten in Kunsthandwerk zu übersetzen, sondern sich nunmal auch der (Natur-)Wissenschaft, Ästhetik, Philosophie konzentriert und engagiert widmete) dazu an Frédéric Jacob Soret, 1832:

„Was bin ich selbst? Und was habe ich getan? Ich habe all das gesammelt, nutzbar gemacht, was ich genommen, beobachtet habe. Meine Werke sind genährt durch Tausende von verschiedenen Einzelwesen, von Dummköpfen und von Weisen, von geistreichen Menschen und von Narren. Die Kindheit, die Reifezeit und das Alter, sie alle haben mir ihre Gedanken, ihre Fähigkeiten, ihre Seinsweise angeboten, ich habe oft die Ernte eingebracht, für die andere gesät hatten. Mein Werk ist das eines Kollektivwesens, und es trägt den Namen Goethe.“7

3.

Wenn ich diese Blogtickermeldungen des hirngefickten Plauderpacks schon lese: „Ich werde in der nächsten Zeit wieder vermehrt bloggen“ (große Ankündigung auf vierzehn Blogs, bei Facebook und über Twitter, BREAKING NEWS!) und dergleichen mehr; ja worauf hat die Welt mehr gewartet, als dass irgendein namenloser unbeachteter Spinner von der humanistisch-undogmatisch-kritisch-anarchistischen offenen automomen selbstverwalteten autarken genderqueeren selbstorganisierten veganen kollektiv arbeitenden und lebenden toleranten kämpferischen pazifistischen kriegskritischen antikapitalistischen solidarischen Gruppe für Ameisenstaatskritik aus Göttingen nun endlich wieder vermehrt gecopypastete Aufrufe für komplett nutz- und wirkungslose linkscommünistische Piss- und Pöbeldemos und sonstiges Pop-Konzert-Diskussions- und Agitationsgewichse (in diesem Falle wirklich Gewichse: der Agitator ist ja vom Wesen her Masturbierender, er lässt prinzipiell keinen Verkehr mit anderen zu, höchstens mit den zu erziehenden Gummipuppen aka. „Massen“) in seinen vor Legasthenie und Irrelevanz nur so strotzenden Scheißblog über sein nichtiges Drecksleben rotzt. Man dachte ja als Mitglied des gebildeten Standes realitätszugewandter hegelianischer Stalinisten zunächst wirklich, dass mit den durch das selige, würdige und weise Ministerium für Staatssicherheit8 der Deutschen Demokratischen Republik vernünftigerweise eingefädelten Bekämpfung und Liquidierung der RAF-Bande und dem sonstigen antiautoritär-bundesrepublikanischen Trotzkistengeschmeiß zumindest die schlimmsten links-antikommunistischen Hornochsen vom Erdboden verschwunden seien, aber Pustekuchen!, kaum gibt es das Internet, fängt die Scheiße wieder von vorne an, und vor allem so schlimm wie nie zuvor.

Der Autor produzierte Kunst, Wahrheit, Wissenschaft; der Blogger produziert im besten Fall Meinungen, also Stuss.
Mehr Sehnsucht nach Mielke war selten.

(Fortsetzung folgt.)

Nachbemerkung: Immer, wenn man etwas verteidigt, sei es das militärische Vorgehen Israels, die Politik der SED, Kunst, Autorität, oder, wie hier, den Autor, kommen ja alle möglichen Kommunikations-Canaillen rechter oder linker Dachschadenkategorie aus ihren Löchern herausgetorkelt, um mal wieder AUS PRINZIP dagegen zu sein und um zu skandieren, wie menschenverachtend, doof, reaktionär o.ä. eine solche Verteidigung doch sei. Die Kommentarspalte ist offen, aber die Ordnungs-, Setzungs- und Bestimmungs-Feinde haben die Fresse zu halten. Eure „Argumente“ sind bekannt, sie interessieren den Weltgeist einen Kehricht, weil sie vollkommen irrelevant sind; ihnen wird hier kein Forum geboten, damit das klar ist.

  1. Die Theorie des „Tods des Autors“ ist auch nur eine primitive Form der schon seit Ewigkeiten bestehenden Erkenntnis, dass ein Text durchaus auch andere Interpretationen zulässt, als die vom Autor intendierte – Hegel nannte sowas schlicht Objektivität. [zurück]
  2. Stefan Ripplinger, Return to Sender. Uwe Nettelbecks Zitatmontagen, in: Kultur & Gespenster Nr.7, Herbst 2008, S. 74) [zurück]
  3. ebd. [zurück]
  4. Es ist ja eine lange Tradition der Kunst-Unverständigen, sich für die Abschaffung der Kunst qua „Kunstfreiheit“ einzusetzen. Im Milieu der Gegenwartsliteratur haben sie es ja auch fast geschafft, Gratulation! [zurück]
  5. Abgesehen von der Form (erst „offene Form“, dann geschlossene Anstalt, kennt man ja) ist deren Quatsch auch THEMATISCH ein einziger Dreck: „Entfremdung“, Antiamerikanismus, Pazifistenhetze, Drogensumpf, Hippiekauderwelsch, TV-Spielshows – langweiliger und dümmer geht es nicht. Rauschgift, Romantik, Diskontinuität, Trübsal, Fragment, Fabellosigkeit und Hirnriss: das sind die Ideale des postmodernen Texters, Bloggers, Cut-Up-Punks (statt Bewusstheit, Klarheit, Klassik, Können, Konzentration, Reichtum, Zusammenhang und Sinn, wie noch beim klassischen Autor). Der postmoderne Texteverwurster ist wie der commünistische Kritiker (weswegen beide meist ja auch in Personalunion auftreten): Er ist mal hier dagegen und mal dort unzufrieden, mal hier verzweifelt und mal dort empört – einen Standpunkt, gar einen Plan hat er nicht. [zurück]
  6. Jetzt ist auch noch der Suhrkamp-Verlag aus seinem Frankfurter Elfenbeinturm nach Berlin „umgezogen“, wo auch diese letzte Bastion des verlegerischen Klassenkampfs (von unten wie von oben gleichzeitig, Pluralismus eben – der Suhrkamp-Verlag hat ja nun wirklich JEDEN veröffentlicht) in den nächsten Jahren wohl kontinuierlich von den dort ansässigen Web-2.0-Canaillen, Loboianern und sonstigen Aphoristikern des allgemeinen Elends unterwandert werden wird. [zurück]
  7. Wolfgang Herwig (Hg.), Goethes Gespräche. Eine Sammlung zeitgenössischer Berichte aus seinem Umgang, auf Grund der Ausgabe u. des Nachlasses v. Flodoard Freiherrn von Biedermann, 5 Bde., Bd. 1-3.2: Zürich u. Stuttgart, Bd. 4 u. 5: Zürich u. München 1965-1987; hier Bd. 3.2, S. 839, Nr. 6954. Zitiert nach: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/birus_wiederbegegnung.pdf, Seite 6, Fußnote 5. [zurück]
  8. Nur, dass es bei Biermann nicht kurzen Prozess gemacht hat, und zwar schon viel viel früher, ist unverzeihlich – ansonsten beste sozialistische Arbeit, kaum ein Mord mehr als notwendig. [zurück]
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34 Antworten auf “Der Autor heute”


  1. 1 Wendy 18. Februar 2010 um 16:07 Uhr

    TL;DR. kthxbye lol.

  2. 2 Väterchen Administrator 18. Februar 2010 um 19:15 Uhr

    Dass dieser Eintrag hier dann den ganzen Tag ausgerechnet bei „Best of blogsport“ aufgelistet wird, ist natürlich die bittere historische Ironie dieser ganzen Scheiße.

  3. 3 Samuel von Reiflingen 18. Februar 2010 um 23:01 Uhr

    „Autorentätigkeit bedeutet ja gerade das (durch Fabel) Zusammenführen, das KOMPONIEREN von Gedanken, Positionen, Gegenständen, Figuren, und eben nicht das bloße HERSTELLEN solcher. Der klassische Autor „verwendet den Stoff“ (Susan Sontag) nicht, er erzeugt ihn zu großen Teilen erst.“

    Das möchte ich gerne für meinen Zettelkasten. Ich möchte aber wissen, ob Sie es von Hegel, Marx, Hacks oder jemand anders schlecht zitiert haben.

  4. 4 Väterchen Administrator 19. Februar 2010 um 1:12 Uhr

    Das ist, wie so einiges in dem Text, ein hegelianischer Gemeinplatz.
    Sowas passiert, wenn man sich der Argumentmüllkippe ausliefert und anfängt, zu erklären, statt einfach beim Verkünden zu bleiben.

    PS: Was Sie möchten, ist nicht von Interesse.

  5. 5 tankstellenbumser 19. Februar 2010 um 2:25 Uhr

    I LOVE YOU. wunderbar.

  6. 6 Samuel von Reiflingen 19. Februar 2010 um 21:36 Uhr

    „Dass dieser Eintrag hier dann den ganzen Tag ausgerechnet bei „Best of blogsport“ aufgelistet wird, ist natürlich die bittere historische Ironie dieser ganzen Scheiße.“

    Mein aufrichtiges Beileid. Aber es war abzusehen.

  7. 7 Väterchen Administrator 23. Februar 2010 um 13:33 Uhr

    Fürs Protokoll/ die Stasiakte:

    Jemand, der sogar schon mein stalinistisches Rumgepöbel als „virtuos“ bezeichnet, der von Grund auf zivilisationsfeindliche Klappspatenspalten-plapperdepp Daniel „brainless“ Kulla, der sich ja gar nicht erst die Mühe machen muss, dem ressentimentgeladenen, kunstzerstörerischen Pöbel nach dem Maul zu reden, weil er selber integraler Teil dieses Pöbels ist, schreibt auf seinem Blog für geistesabwesende Postpunks, Antikommunisten, Argumentversteher, Elsässer- und Indymedia-Fans, Semi-Wehrertüchtigungs-“Nazis raus (am besten nach Polen)“-Dorfantifa-Jungvolk-Demonstranten und sonstige Grünwähler unter seine nachrichtendienstliche Zusammenfassung der Urheberrechts-“Diskussion“ um Helene Hegemann, in welcher er nebenbei u.a. durch bewusstloses Rumfaseln von einer angeblichen Essentialisierung des „Respekts vorm Privateigentum“, die beim Bennenen von Quellen praktiziert werde, nochmal beweist, wie dumm er ist, folgenden hilflos psychologisierenden Quatsch:

    „P.S. Lyzis’ Welt sieht im Beitrag “Der Autor heute” wenig überraschend sein virtuoses satzgirlandenknotendes Schaffen von den “Cut-up-Punks” in der Tradition des “Drogendealer[s] und Scientologen William S. Burroughs” bedroht, die er gewohnt undifferenziert mit “Textern” und vielem anderen zusammenhaut, was er nicht leiden kann. Diese Angst vor der eigenen Auflösung, vorm Überflüssigwerden, vorm Absurdwerden! Dieser Produktionsfetisch, dieses Haufenmachenmüssen, dieses theoretische Aufpusten eigener literarischer Vorlieben! Dieses Bedürfnis nach Kanon (das, was er mag) und Schändung (das, was er nicht mag)!“
    http://www.classless.org/2010/02/22/das-fraulein-bedient-sich/

    Schlechte Metaphern wie „satzgirlandenknotend“ kommen dabei heraus, wenn Romantiker auf dem Bewusstseinsstand eines lernbehinderten Pennälers anfangen, lyrisch zu werden, und natürlich darf der bürgerlich-demokratische Undifferenziertheits-Vorwurf nicht fehlen, weil ich eben vollkommen zurecht den postmodernen Anti-Kunst-Dreck in eine Schublade „zusammengehauen“ hab, der da auch zusammen hingehört (Regietheater und ähnliche Karnevals-Späße kann man gerne auch noch mit reinkloppen). Ebenso selbstverständlich richtet sich sein folgenloses Rumgejammer, das auch weiterhin in Kategorien wie „Angst“, „Haufenmachen“, „nicht leiden können“ und „mögen“ von sich reden macht, prinzipiell gegen Verbindlichkeiten, Autorschaft, Eitelkeiten, Identifizierbarkeit und nicht volksgemeinschaftlich kontrolliertes Kunstschaffen („Die Poesie soll von allen gemacht werden.“ – Kulla)* So weit, so erwartbar hirnlos.

    Dass aber ausgerechnet ein Kulla, der seit Jahr und Tag an nichts anderem strickt, als an der Gründung, Aufbereitung und Verbreitung eines – ja vor allem „gegenkulturellen“, alternativen – KANONS, ja sogar immer wieder seinen eigenen Textschrott (Schrottsammeln als subversive, postmoderne „Technik“ – so weit unten in der Gosse, wie Anarchos eben immer schon waren) versucht, in den entsprechend wert- und wortkritisch- (anti-)verschwörungstheoretischen Su(b)-KulTur-Konsens einzuflechten („theoretisches Aufpusten eigener literarischer Vorlieben“? Gott bewahre, doch nicht bei Kulla!) und in seinen Blog eine ganze Liste voll Links zu kaufbaren, also für seinen Dusselkanon identitätsstiftenden, von den dort herumirrenden analphabetischen Provinztrotteln gefälligst zu konsumierenden Scheißbüchern (=das, was er „mag“) integriert hat, gerade MIR ein Bedürfnis nach Kanon vorwirft (welches bei mir aus sinnvollen Gründen sogar vorhanden ist, weil es schließlich SINN macht, einen wie bescheuert auch immer im einzelnen ausgeprägten, aber zumindest im Ansatz weltzugewandten, universalistischen Konsens von zu kennenden (Overground-) Werken zu haben; ein solcher Kanon wäre ja gerade erst mal – gegen die bewusstlose Lehrer-und Feuilleton-Konformistenkacke – herzustellen und nicht zu bekämpfen, da es ihn eben noch gar nicht gibt; aber das ist ja prinzipiell das Elend der aufbegehrenden „Anti“-Horde, dass sie irgendwelche freiheitsraubenden, also vernünftigen Dinge, noch bevor diese überhaupt fertig realisiert sind, schon wieder „abschaffen“ will), obwohl hier davon mit keiner Silbe die Rede war, ist natürlich mal wieder der größte Witz.

    _____________________________
    * „classless
    8. Februar 2010 um 12:38

    Ach, zur Hölle mit Autorenschaft und Urheberrecht und Eitelkeiten und dem Bestreben von Verlagen zu wissen, wem sie den Scheck zustellen sollen! Sich bis zur Unidentifizierbarkeit aus dem eigenen Text zurückziehen! Die Poesie soll von allen gemacht werden, nicht von einem! Woher stammen denn deine Wörter, deine Grammatik, dein Kontext?
    Hast du dir das alles selber ausgedacht?
    Cut the fuck up!“

    http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html/comment-page-2#comment-6750

    http://photos-a.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash1/hs428.ash1/23689_108786979133112_100000054309558_235466_3681056_a.jpg

    Manche Leute sollten echt die Klappe halten, wenns um Ästhetik geht.

  8. 8 nonono 23. Februar 2010 um 15:38 Uhr

    „auf seinem Blog für geistesabwesende Postpunks, Antikommunisten, Argumentversteher, Elsässer- und Indymedia-Fans, Semi-Wehrertüchtigungs-“Nazis raus (am besten nach Polen)“-Dorfantifa-Jungvolk-Demonstranten und sonstige Grünwähler“

    Elsässer-Kritik wird für Elsässer-Fans geschrieben? Und was schreibt er denn für Indymedia-Fans?

  9. 9 Väterchen Administrator 23. Februar 2010 um 20:59 Uhr

    Zum Beispiel:

    Direkt der erste Kommentar:
    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2010/02/14/zur-dresden-nachbereitung/

    http://de.indymedia.org/2010/02/272674.shtml
    usw. usf.

    Ich weiß, hat er wahrscheinlich alles selbst verlinkt, „zur Aufklärung der Massen“, lol.

    „Und was schreibt er denn für Indymedia-Fans?“ – So ziemlich alles.

  10. 10 nonono 23. Februar 2010 um 22:17 Uhr

    Hm, du wärst wirklich gut bei den Tschekisten aufgehoben gewesen. Wenn Beiträge eines Blogs anderswo verlinkt werden, heißt das für dich, dass das Blog für das Publikum dieser anderen Seiten geschrieben wird.

    Ich sehe weiterhin nicht, dass typische „Fans“ von Elsässer sich in Kullas Blog irgendwie zuhause fühlen würden. Und das unterstellst du doch.

  11. 11 Väterchen Administrator 23. Februar 2010 um 23:05 Uhr

    Kulla, Elsässer, das ist doch alles ein- und dieselbe grün-braune Grütze. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Hirnlosigkeit – in Form von z.B. Demo-Aktionismus, romantischer Volks-Anschleimerei, Antikommunismus (aber ihr habt ja immerhin die Kostüm-Unterscheidung „antideutsch“ – „linksdeutsch“, mit der ihr über das identische Wesen der jeweils anders benannten Scheiße hinwegtäuschen könnt.)

    Und wenn immer wieder zig Elsässer- und Indymedia-Deppen Kullas Gesabbel ausdrücklich LOBEN, ja da muss ich dann nichts mehr unterstellen.

    „Und ich bin auch bloß irgend so‘n Typ, der gerne schreibt und singt und das allermeiste nicht weiß.“ (Kulla)

  12. 12 Rottensee 24. Februar 2010 um 1:57 Uhr

    „Hm, du wärst wirklich gut bei den Tschekisten aufgehoben gewesen.“

    Kommunisten stehen nicht darauf, sich ihre revolutionären Errungenschaften von Geschwerl welcher Art auch immer wegnehmen zu lassen. Stattdessen organisieren sie die bewaffnete Verteidigung gegen Zaristen, Anarchisten etc.

    2010 nun jemandem als Kritik damit kommen zu wollen, er wäre wohl gerne Tschekist, hat sie nicht alle beieinander und/oder ist Demokratfaschistanarchistmonarchist oder eben halt: Ein Feind, der sich geoutet hat.

  13. 13 nonono 24. Februar 2010 um 5:45 Uhr

    Ja, Rottensee, es ist schon schwierig, alles bei sich zu behalten. Ich hab doch nur bestätigt, was Lyzis selbst immer wieder von sich sagt.

    Mit zaristischen Grüßen…

    @ Väterchen Frost

    Und du weißt also im Gegensatz zu Kulla das allermeiste und bist was Besonderes? Und hältst es für vorwerfenswert, wenn Kulla diese simplen Umstände, die im Grunde für jeden gelten, von Fans aller Art aber so häufig vergessen werden, auch benennt?

  14. 14 Väterchen Administrator 24. Februar 2010 um 11:56 Uhr

    nonono, bzw. Kulla (laut Referer-Liste ging der Log, der um 5:45 Uhr den obigen „nonono“-Comment hinterließ, – zum wiederholten Male – von Kullas Wordpress-Admin-Account aus, ich kann also davon ausgehen, dass es sich bei nonono um ein Alias von Kulla handelt):

    Nerv bitte nicht mit deinem elenden Diskussionsdreck und mach mich nicht so bescheuert von der Seite an mit deinen dämlichen Fragen und deinem dummdreist-naiven Pädagogengewäsch. Sowas mag in deinen Kreisen so Sitte sein, ich hingegen mache mich, wie du wohl inzwischen wissen solltest, nicht mit dem Pöbel gemein. Diese „simplen Umstände“, von denen du hier redest, und deren Bekundung und Vebreitung ja nunmal leider 90% deines Text-Auswurfs ausmachen, sind ja immer dein letzter Rettungs-Strohhalm. Wenn jemand aber, so wie du, über Jahre hinweg nahezu NICHTS ANDERES TUT, als geballte Propagada für alle möglichen antikommunistischen Schweinereien (wie z.B. den Faschistendreck von Bini Adamczak, Michael Heinrich, R.A. Wilson etc.) in allen möglichen Medien zu lancieren, Poster, T-Shirts, CDs, ja ganze Bücher, Broschüren, hunderte von Blogeinträgen, Flugblättern, Radio-Interviews, Demonstrationen, Lesungen, Konzerte etc. aus sich heraus kackt, DIE NICHTS ANDERES beinhalten (selbst in den vier anderen Verblödungsprogrammen, die du noch auf Lager hast für deine diversen Kindergarten-Unterhaltungsshows, nämlich dem Verschwörungsideologie-Blödsinn, dem Snafu-Müll, der Cut-up-Pampe und dem space-communism-Scheißdreck, schwingt dieses Ressentiment ja zumindest immer mit, bzw. wird meistens auch explizit) als die irrsinnige Behauptung, die Sowjetunion, die KPdSU, Lenin, Stalin, Mao seien nicht kommunistisch gewesen, während deine achso kommunistische Tätigkeit darin besteht, hirnlosen Anarchistendreck für die ganz ganz armen, dummen Drecksschweine aufzubereiten, mit der jauchzend verblödeten Ausrede „das Volk“ oder „die Massen“ (also deine Fans) wüssten das noch nicht, das sei notwendige „Aufklärung“ etc., dann ist Schluß mit lustig und deinem konterrevolutionären Müll namens „Kritik“, dann verdient so jemand einfach nur noch die Vernichtung. Sense. Mielke.

    Und:
    Davon abgesehen, dass ich niemals behauptet habe, ich sei bei der Tscheka gut aufgehoben gewesen (ich bin schließlich Schreibtischtäter; die Aufgabe, sich als Kanonefutter an der Front zu verdingen, überlasse ich lieber durch Volksdemos gut trainiertem Straßengesocks wie dir), erfüllt dein Betonen und dein Insistieren darauf, welch ein irrationales, gewaltgeiles, autoritäres Stalinisten-Arschloch ich doch sei, natürlich die Funktion, mal wieder deine hier eventuell mitlesenden Schäfchen ins Trockene zu holen und sie zu beruhigen, dass Du natürlich keiner von den Bösen seist und sie deshalb auch weiterhin deinen Schund konsumieren können, ohne dabei ihr schlechtes linksidealistisches Gewissen zu verlieren.

    Dass ich natürlich als Kommunist jener kommunistischen Polizei, wie auch der NVA usw. prinzipiell positiv und solidarisch gegenüberstehe, während du als Depp sie schlimm findest, weil du – zurecht – höchstwahrscheinlich eines ihrer Opfer geworden wärst, ist ja kein Geheimnis mehr. (Übrigens, falls du es während deinem wissenschaftlich sicherlich einwandfrei objektiven, mühsamen, jahrelangen „Quellen“studium noch nicht mitbekommen haben solltest: die Tscheka existiert tatsächlich nicht mehr. Leider.)

    Und wenn Rottensee behauptet, du habest Dich als Feind (des Kommunismus, des Klassenkampfs, des verwirklichungsfähigen Sozialismus, der Intelligenz, der Vernunft, der Autorschaft, der Kunst, der Schönheit und Sittlichkeit) geoutet, dann stimmt das natürlich. Es ist aber ebenfalls schon eine seit Jahren bekannte Tatsache.

    Nichts neues also.
    Game over.

  15. 15 reiswein 24. Februar 2010 um 21:39 Uhr

    hallo, habe eine frage off topic, nämlich ob es den artikel zu „pornographie und linkem behaviorismus“, der von l. quadfasel ende der 90er in einer JD/JL-zeitung (ich glaube „tendenz“) erschienen ist, irgendwo online gibt.
    gruß, r.

  16. 16 Failbot 25. Februar 2010 um 11:14 Uhr

    In deiner dritten Antwort ist eine Erklärung, das gibt Abzug.

  17. 17 Nichtidentisches 27. Februar 2010 um 13:16 Uhr

    Sehr wundervoll auch der berechenbare Einsatz des Wörtchens „endgültig“ das in vollkommener Harmonie zum Protest steht. Wäre es wirklich endgültig, wozu dann noch dagegen schreiben, fragt sich ein analphabetischer Blogger und sympathisiert mit Tonfall und Thema.

    http://taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-linke-mehrheit-gibt-es-ja/

  18. 18 Väterchen Administrator 27. Februar 2010 um 13:53 Uhr

    Ah, der nichtidentische Blogger hat ja gerade noch gefehlt.

    1. Ich „schreibe gegen“ nichts und ich protestiere auch nicht (es sagt aber einiges über dich, dass du Texte scheinbar nur in solche Kategorien einordnen kannst; es muss immer alles „Protest“ und „dagegen“ sein, einfach mal festellen, wie scheiße die Scheiße denn objektiv ist, das is bei dir wohl nicht drin).

    2. „Endgültig“ ist hier ausserdem natürlich auf die jeweilige Gesellschaftsform und -epoche bezogen; soll heissen: diese Entwicklung ist im Kapitalismus eine endgültige Tatsache, lässt sich innerhalb dieses Systems nicht mehr ändern, sondern benötigt – was ich ja auch zu zeigen versuchte – für ihre Aufhebung die kommunistische Revolution. In der DDR z.B. gab es schon wieder klassische Autoren, während der Hippieliteratendreck von der SED bekämpft wurde.

    3. Welcher Tonfall, welches „Thema“?

    Und was soll der bescheuerte taz-Link?

  19. 19 nonono 28. Februar 2010 um 23:29 Uhr

    Ich bin nicht Kulla – es gibt einfach mehrere Zugänge zu seinem Admin-Bereich.

    Du hast von manchen Sachen Ahnung, von vielen eben nicht. In dem, was du schreibst, scheint dir dieser Unterschied offenbar egal zu sein.

    Aber ich will nicht so tun, als lägen hier nur Missverständnisse und dergleichen vor. Wenn du Kulla für faschistisch, antikommunistisch usw. hältst, betrachte ich mich, der ich viele seiner Positionen teile, auch als deinen Feind.

    Game is always on.

  20. 20 Väterchen Administrator 04. März 2010 um 21:59 Uhr

    @nonono:

    „Ich bin nicht Kulla – es gibt einfach mehrere Zugänge zu seinem Admin-Bereich.“

    Achso, Daniel „Ich krieg das anders mit“ Kulla hat also Angestellte, auf die er die Drecksarbeit abwälzt. Wusst ich nicht, sorry.

    „Du hast von manchen Sachen Ahnung…“

    Eben. Von den relevanten nämlich. Zum Beispiel, im Gegensatz zu dir/ Kulla von Kommunismus, Notwendigkeit bolschewistischer Wehrfähigkeit, Kunst, Literatur und Revolutionen.

    „…von vielen eben nicht.“

    Ja. Von Fußball, Hieroglyphen und physikalischer Chemie. Dinge, die hierfür also nicht von Bedeutung sind.

    „Wenn du Kulla für faschistisch, antikommunistisch usw. hältst, betrachte ich mich, der ich viele seiner Positionen teile, auch als deinen Feind.“

    Dass Kulla Faschist ist, hab ich nicht behauptet (lesen würde helfen). Kulla ist einfach ein universell verdummter Hippie-Depp, der eben durch seine Ressentimentbeladenheit, Dummheit, Naivität durchaus auch mal faschistischen oder sonstwie falschen Positionen Öffentlichkeit bietet und Achtung erweist. Ist ja alles hier aufm Blog und anderswo nachzulesen, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Aber das ist gar nichtmal der Punkt. Man muss nicht gleich Faschist sein, um als Feind von Vernunft und als Antikommunist zu gelten.

    Und ja, der Anarchismus/ Commünismus/ Hippiedeppenismus/Idealismus ist der Feind der marxistischen, materialistisch-dialektischen Wissenschaft, des Kommunismus – er wird also weiterhin bekämpft werden müssen. Darum ging/ geht es in meinem Text oben ja unter anderem.

    By the way: Das Elend verschlimmert sich noch, wenn du von „Ahnung“ sprichst, wo es um Bildung, Wissen, Vernunft, theoretische Geklärtheit ginge. Und die Andeutungen zu dieser Ahnung bleiben natürlich auch wieder bloß im Vagen. Welche Ahnungen denn? (Und welche Ahnungen / Nicht-Ahnungen unterstellst du mir denn? Wahrscheinlich wird dann wieder esoterisch von irgendwelchen „GRÜNDEN“ und Motivationen geraunt, wie bei Kulla immer, wenn er mal Stellung (ich weiß, is böse und so, lieber weiter im Sandkasten bleiben und rummatschen, „Identität auflösen“ etc.) beziehen soll, ich wisse ja nicht WARUM er das mache, was er macht. Ja dann soll ers halt mal sagen. Welchen Sinn soll das alles haben? Der Anarchismus hat keinen Zweck und kein Ziel ausser Irrationalität, Verwirrung und Chaos (letztlich gibt Kulla das ja auch zu). Die Affirmation dieses Schunds, das ist eure Aufgabe. Meine nicht – das ist der Unterschied.

    Und als jemand, der sich, wie Anders-Mitkrieger Kulla, öffentlich äussert, hat man eine Verantwortung, weil man eine Wirkung hat, und sei sie noch so bescheiden (je bescheidener der Textdreck, desto übler ja meist die Folgen). Man spricht zu Leuten, man prägt deren Erfahrung, Bewusstsein etc., ob man will oder nicht – da obwaltet ein äußerer Zwang (kein Wunder, dass, wer Zwänge nicht wahrhaben will, diese auch stets ignoriert und weglügt). Unter anderem sollte einem darum bewusst sein, was man macht, welche Funktionen der Kram hat, den man sagt und tut. Und da hilft es nichts, wenn Kulla dann nach Jahren der öffentlichen Mitwirkung an der linken Gesamtverblödung mal kurz in einem Nebensatz sagt „Sorry, ich hab eigentlich auch von nix ne Ahnung, weitermachen tu ich aber trotzdem, wäre ja zu schön und fortschrittlich, wenn mein schwachsinniger Tagebuchdreck nur noch privat bliebe!“ (Da ist er übrigens bei weitem nicht der einzige, sondern auch wieder nur Symptom; deshalb gehört ja auch das ganze restliche Scheisspack, das die Blogs und Blätter mit seinem Dreck vollschreibt, ebenfalls vernichtet).

    „The game is always on.“

    Nope. Nicht für dich.

  21. 21 Väterchen Administrator 04. März 2010 um 22:12 Uhr

    @Failbot: Bei mir sind überall „Erklärungen“. Wenn du die nur in diesem Fall erkennst, liegt das ja nicht an mir. Alles ist Erklärung, die Dinge erklären sich andauernd sogar selbst. Du aber meinst mit „Erklärung“ wahrscheinlich Abhandlungen, Romane, Referate, Hand-Outs für die ganz Dummen, wie beim Marxologen-Sektentreff im „Autonomen Zentrum“. Da hast du dann natürlich Recht, das gibts bei mir nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben.

    Wie man anhand von nonono sieht, bringt es auch gar nichts, irgendwas lang und explizit auszuführen, denn sie ziehen ja eh unbeeindruckt weiterhin streng ihre Scheiße durch. Bis zum Untergang.

  22. 22 Väterchen Administrator 04. März 2010 um 22:16 Uhr

    PS: Inwiefern der Müll von Kulla & Co. im Faschismus münden kann, das weiß sogar ein Samuel von Reiflingen:

    „Samuel von Reiflingen Says:
    February 28th, 2010 at 15:32

    Man muss ja Stalin nicht mögen, um Lyzis’ Welt recht darin zu geben, dass die Welt ohne den klasselosen Kulla eine bessere und die Abschaffung des Immergleichen, die auf das Einzigartige hofft, einen Schritt weiter wäre. Jemand, der wie er die eigene Verachtung von Schönheit und Wahrheit nur dünkelhaft verarbeiten kann; jemand nämlich, der Künstlerschaft mit dem Zungenschlag des Volksfreundes durch Abschaffung der Person unmöglich machen will, kann

    “Ach, zur Hölle mit Autorenschaft und Urheberrecht und Eitelkeiten und dem Bestreben von Verlagen zu wissen, wem sie den Scheck zustellen sollen! Sich bis zur Unidentifizierbarkeit aus dem eigenen Text zurückziehen! Die Poesie soll von allen gemacht werden, nicht von einem! Woher stammen denn deine Wörter, deine Grammatik, dein Kontext?”

    schreiben, anstelle wie jeder anständige Lump im Bewußtsein der eigenen Hässlichkeit, Unfertigkeit, Roh- und Dummheit die Fresse zu halten bzw. dort seinen Gedankenmüll abzukippen, wo es niemandem schadet und auch kein Text, den jemand lesen muss, entsteht, am Bartresen nämlich; so jemand also kann nur noch verabscheut werden, wenn die Option Gulag und kommunistische Internetzensur sowie Stalin als Krücke des Selbstbewusstseins eines an der Welt verrückt gewordenen Citoyens entfällt.

    Kulla, Sie sind ein ganz abscheulicher Volksfreund. Bei Ihnen reicht die Subjektfeindlichkeit soweit, dass Sie noch nicht mal den Kultur-Mitscheißer namens Lasterfahrer, dem die Produktion mittelmäßiger Musik langsam zu langweilig wird und das mit den gedruckten Worten machen möchte, was er mit den Tönen machen darf, wenn ihm keiner zuhört, zusammen mit dem ganzen anderen Pack verbal hinrichten. So kann die Hoffnung, Sie würden das Bloggen irgendwann beschämt aufgeben, natürlich nicht einmal keimen.
    Sie sind als Blogger bzw. als Kulla Mitwirkender am bzw. Propagandist für das Ende der Poesie, weil sie nur noch das Wort zulassen wollen, das aus dem Mund des Volkes und ihrem stammt. Sie bringen es fertig, zu schreiben, was der Kulturbetrieb mit der Vernichtung des Autors ohnehin tut, jedoch ohne einen Scheck dafür zu wollen. Durch solchen Willen zum Opfer beweisen Sie ihre Zugehörigkeit zum Mob. Sie machen die Drecksarbeit freiwillig und fordern, weil sie das natürlich nicht können ohne sich im Dienst einer größeren Sache zu sehen (wie jeder, der Drecksarbeit macht), öffentlich ein Ende jeder Urheberschaft und damit das der Verantwortung des Künstlers für das eigene Tun. Sie träumen von einem Ende der “Angst vor der eigenen Auflösung, vorm Überflüssigwerden, vorm Absurdwerden”, obwohl Sie wissen oder wissen müssen, dass die Auflösung der Einzelnen, die hinterher niemals Urheber des Getanen gewesen sein möchten und deren ökonomische Grundlage die Erfahrung der eigenen Überflüssigkeit ist, in den Nationalsozialismus mündet.

    Sie Blogwart der Geistlosigkeit, der das Wort, das für sich stehen soll und kann, mit Ermahnung an seine Herkunft auslöschen und mit ihm die Poesie in die Tonne treten möchte, in der ihm zuvor schon die depravierten Einzelnen, deren Besonderheit er nur “bis zur Unidentifizierbarkeit” (an)erkennt und sie deshalb in Texte aufgelöst sehen möchte, in denen von ihnen nichts mehr vorkommt, am liebsten sind.“

    (http://www.classless.org/2010/02/22/das-fraulein-bedient-sich/#comment-189749)

  23. 23 nonono 06. März 2010 um 14:09 Uhr

    Schön, du hast immerhin verstanden, dass ich nicht Kulla bin.

    Mehr war wohl auch nicht zu erwarten.

  24. 24 Väterchen Administrator 09. März 2010 um 14:09 Uhr

    „Schön, du hast immerhin verstanden, dass ich nicht Kulla bin.
    Mehr war wohl auch nicht zu erwarten.“

    Tja, bei einem solch erstklassigen Argument-Feuerwerk von der Neinneinnein-Fraktion bin ich tatsächlich sprachlos, lol.

    Vielleicht einfach noch n paar mal das SNAFU-Prinzip mit FUGAZI unter LSD kurzschließen und ein paar antideutsche Electropunk-Tracks von Spackotronic featuring Arschless Kulla rewichsen, für mehr grüne Kraft oder so.

    By the way: Wirtschaftsweiser nennt Finanzpläne der Regierung „utopisch“ (Tickermeldung)

    Wo bleibt Kulla? „Nein, nein, das ist nicht die Utopie!“

  25. 25 Klaus-Günther Zeissig 09. März 2010 um 20:50 Uhr

    Hier fühle ich mich wohl. Vielen Dank für alles!

  26. 26 cyrano 18. März 2010 um 20:47 Uhr

    Ripplinger, zwischen dessen Feststellung: „Der Autor ist entmachtet, es gibt nur noch Texter“ und dem hier Geäußerten „Der im Aussterben begriffene traditionelle Autor weiß schon, warum er sich mit dem Pack, das sich „Leser“ oder „Fans“ schimpft, nicht abgibt; Verlag, Lektor, Agent, Redakteur waren nicht nur wunderbare Zensurinstanzen…“ ich mit Bezug auf das Beschriebene wenig Unterschied sehe (der Unterschied liegt ja wohl eher darin, dass Ripplinger die Entmachtung abfeiert), meldet sich jetzt nochmal zu Wort.
    Dabei bringt er das Kunststück fertig, „nicht-originäre Kunstwerke“ (in sich ein Widerspruch, der wohl darin gründet, dass Ripplinger das Material, nicht die Verarbeitung dessen die Originalität ausmacht), voll antiintelektuellem Ressntiment dem Originären („Ja, der geistige Schöpfer, tief aus seiner wunden Seele zerrt er den immergrünen Quatsch ans fahle Licht der Öffentlichkeit“) vorzuziehen und gleichzeitig mit Begriffen wie „Naturtalent“, „Klarheit“ und „Kraft“ zu hantieren.
    Der Tod des Autors darf dann eben doch nicht soweit gehen, dass er die Existenzsicherung des „Texters“ unterläuft. Kein Subjekt, aber ganz viel Subjektivität? Die Umwertung, ach was, entwertung aller Werte, aber ganz viel Tradition und klare Kriterien für gute und schlechte Literatur? Ich verbleibe ratlos. Soviel zu Rippi, der leider seine Kommentarfunktion deaktiviert hat.

    Und während das ganze gebashe über mir mir relativ egal sein kann würde es mich freuen, wenn mir das Väterchen erklären könnte wie ich mir den Autor, der ausstirbt, als Proletarier vorstellen soll, wenn der Autor doch nur noch außerhalb akzeptierter Produktionsverhältnisse existiert, oder eben nicht existiert, weil ja der Texter seinen Platz eingenommen hat. Wessen Arbeit „eine geistige … nämlich die seines Lebensprojektes, der Verwirklichung der Realität in Begriffe“ ist, geht für mich im Begriff des Proletariats nicht auf. Als abhängiger Arbeiter hätte da der Texter meiner Meinung nach eher seinen Platz.

  27. 27 sj 01. April 2010 um 21:07 Uhr

    Du schriebst, dass Schreiben „autoritäres Verhalten par excellence“ sei. Ist das im Sinne einer „Macht über das Wort“, einer „Aktivität des Komponierens“ (von Text, Satz, Worten) gemeint?

    Weiterhin schriebst du dass erst im Kommunismus Entäusserungsdrang und Informationsbedürfnis synthetisiert werden können. Wieso sollte das geschehen? Der Wegfall einer „grundlegenden Armseligkeit“ macht im Hinblick auf eine zu erwartende oder zumindest erhoffte Synthese keinen Sinn.

  28. 28 Recherche Yuppie 04. April 2010 um 21:16 Uhr

    Ihr scheiß Antideutschen ihr habt auch nichts verstanden,
    gleich nach den fetten Bonzen seid ihr dran.
    antikapitalistische Grüße

  29. 29 stoerenungeheuer 12. April 2010 um 1:23 Uhr

    Obwohl ich mich herrlich ueber den Text amuesiert habe, bin ich dennoch stolz auf die Schmierereien ohne Sinn und Verstand in meinem Weblogbuch.
    Da fragte mich doch tatsaechlich einer, was das solle – hier, bitteschoen:

    http://stoerenungeheuer.blogsport.de/2009/12/06/nicht-erklaerungen/

    UND MEINE GETACKERTE UMHAENGETASCHE BESTEHT AUS TAPETE, BESCHICHTET MIT ECHTEM GOLD!

    Wie auch immer, dein Weblog hat gerade einen verachtenswerten Fan und Follower dazugewonnen, ob du es willst oder nicht.

    Verachtenswerte(?) Gruesse

    stoeren Ungeheuer?

  30. 30 rafff 20. Dezember 2011 um 0:35 Uhr

    was Sprache überhaupt ist, davon haben sie keinen Schimmer, sonst würden sie weder so schreiben, wie sie schreiben, noch das schreiben, was sie schreiben

    +1

  31. 31 Väterchen Administrator 22. Dezember 2011 um 7:04 Uhr

    Frau Seeliger, wer hat Sie denn bitte wieder aus der Geschlossenen gelassen?

    Eigentlich schalte ich keine Kommentare von grünen Nazis frei, aber wo Sie gerade schonmal da sind, bietet sich doch eine gute Gelegenheit, Sie zur Belustigung der Leser einfach mal zu zitieren:

    „Rot-Grün hat Joachim Gauck aufgestellt. Den ehemaligen Beauftragten für die Stasi-Unterlagen, eine beeindruckende Persönlichkeit, ein grandioser Redner. Den kann man schon wählen, auch als Mitglied der Linken. Oder stört es die alle, dass das DDR-Unrecht aufgearbeitet wird? …

    Mit DDR-Nostalgikern, Unrechtsrelativisten und Verschwörungstheoretikern lässt sich kein Staat machen. Wenn es 2013 eine rot-grün-rote Bundesregierung geben soll, dann muss die Linke irgendwann mal springen. Jetzt wäre die Gelegenheit hierzu.“

    Julia Seeliger, „Springen – Staat machen mit Bürgerrechtsradikalen. Ein Manifest für Verblödung“

    Wenn es überhaupt irgendwann mal eine zur Vernunft fähige Menschheit geben soll, dann muss die Seeliger jetzt springen. Und zwar von einem möglichst hohen Haus. Jetzt wäre die Gelegenheit hierzu.

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