Blogger Ofenschlot – Dumm wie Brot

Der brave Blogger Ofenschlot: Alle zwei Tage ein neuer, ernster, engagierter „Beitrag“ aka. Blogpost, der zum bestehenden Denk- und Sprachmüllberg seinen Teil hinzuschüttet, immer wieder ein weiterer Untext des Grauens, zu 90% eh bloßes kontingentes Zitat, der Rest umso kontigentere, umso falschere Szene- und Kulturarbeiter-Banalitäten, die sowieso schon zigmal woanders (und besser) gesagt wurden, es will einfach nicht aufhören. Berichterstatterischer Dreck, den man in jedem Tageszeitungsfeuilletonkommentar hundert mal die Woche überall lesen kann, aber hier natürlich mit dem heissen Scheisstheoretikerkauderwelschgepimmel aus der Unibibliothek nebenan garniert; damit natürlich immer die möglichst größte Menge an Minderheitenmainstream-Parasiten anlockend mit seiner relativistischen Beobachtungs- und Investigativ-Journalistenschweinerei. Dem Journalismus setzt er ein Ehrenmal, indem er ihn noch in die Unweihen eines Blogs runterhebt mit seinem journalösen Bloggeblöke.

Man kennt das alles aus linker Journaille und Universität: Ein Theoretiker, der in seinem ganzen Leben zwei oder drei Gedanken hatte, beschäftigt an den Hochschulen ganze Institute, ganze Forscherherden über Jahrzehnte hinweg (vgl.: die Einspeisung Walter Benjamins in den Betrieb): Schafft Arbeitsplätze, werdet Denker! Bei diesem Ausschlachtungs-Pandämonium will Ofenschlot natürlich nicht aussen stehen – und empfiehlt sich in seinem Scheitern den anderen Gescheiterten, die ihr Scheitern zum Erfolg umzulügen im Stande sind, weil man es ihnen gestattet, weil sie nämlich mit ihrer kritischen Dummheit nicht nur den Betrieb nicht weiter stören, sondern sogar dessen Funktionieren weiter garantieren. Es klappt hervorragend, die Leser kommen in Scharen, um sich ihre commünistischen Ressentiments bestätigen zu lassen, Gratulation.

„Eigene Thesen“ natürlich auch mal hier und da beigemengt, zu Weihnachten und Ostern wird halt auch bei Ofenschlots mal der Hirnofen angeschmissen, aber gerade in der Degradierung des eh schwächlichen eigenen Hirnprodukts zu bloßen „Thesen“ kommt dabei eben das Gegenteil von Theorie, von Forschung, letztlich: keine eigene Leistung, bloße Denk-Asche bei herum. Aber Leistung, so reden sich diese Idioten ja andauernd raus (und ein), gilt ja eh nicht, ist altbacken, „überholt“, „unkritisch“, geniegläuberisch, bürgerlich, faschistoid, wie alles andere, wozu sie nichts beizutragen haben, auch nichts herstellen können aus Unfähigkeit: Wert, Staat, Geld, Kapital, Macht. Deren Wert-, Staat-, Geld-, Kapital- und Herrschaftslosigkeit will man als vernünftiger Mensch natürlich nicht erleben müssen, dann doch lieber die heutige Scheisse. – Es gibt eine Fortschrittlichkeit des bürgerlichen Ressentiments, welche jene angebliche dieser „revolutionären Linken“ bei weitem übertrifft.

Ebenso „Fundstücke“ und „aufgegebene Projekte“, als sei nicht schon sein ganzes Leben ein aufgegebenes Projekt; noch das Selbstverständlichste mit Erklärungskleister vollschmieren, so dass es jeder, also gar keiner mehr kapiert, das tausendfach erwähnte zum 1001. Male hinrotzen, diesmal aber im Gestus von „Heureka, welch edle neue Weisheit!“; alles schön seminarisch korrekt durchinterpretieren (also nachplappern), einfach mal Hegel oder Mao lesen ist nicht drin, es muss schon „Chotjewitz über Machiavelli aus der Perspektive Althussers gelesen“ sein; Bordiga durch eine Brille von Fielmann rückwärts und spiegelverkehrt unter LSD gelesen; Pannekoek mit Bernstein und Gramsci dekonstruiert und rätekommunistisch in den Arsch gefickt; Lenin widerlegt beim Kaffeeklatsch mit Christian Enzensberger; überhaupt alle schlechten linken deutschen Literaten versammeln; noch den Tod eines Menschen für die eigene Blogtagebuchscheisse verwursten; Prosa des Lebens #88; individualcommünistische Sklavenaufstände kommen sehen; zu jedem Dreck noch mehr Dreck labern; Müll zitieren, dass es nur so kracht; das ist Ofenschlot at its worst; – jedes Zitat ist der Sarg eines Gedankens, das, was nicht geklärt und begriffen werden konnte, wird einfach runterzitiert, der Geist gleich mit beerdigt, Zitatefälschen klappt auch immer besser von Jahr zu Jahr, fertig ist die Megascheisse. Ofenschlot, der Blog-Gremliza für die ganz Doofen, der Sportkommentator seines eigenen politischen Elends. Einer jener rechtstrotzkistisch-idealistischen Idioten, die meinen, sie könnten noch was ausrichten, wenn sie nur engagiert genug schreiben und zum globalen Narodnikismus aufrufen, statt nüchtern die Welt zu sehen, wie sie ist und die Wahrheit über sie gottverdammt nochmal einfach hinzuschreiben.

Wann ist der Ofen endlich aus? Gerade im Winter scheint geheizt werden zu müssen, es ist keine Vernunft in Sicht in jenen Kreisen.

Ich will meinem blanken Hass, den ich auf solche sich selbst zu „Figuren“ herunterkochenden Vollspaten wie Ofenschlot hege, gar nicht auf irgend eine Weise den Anstrich von Wissenschaftlichkeit oder Rationalität geben (wer weiss, was Wissenschaft seit je her ist, weiss natürlich auch, dass diese zur Hauptsache ohnehin von Hass angetrieben ist und aus Hass besteht, dem man nachträglich Rationalität hinzudichtet, aber darauf kommt es hier nicht an); hier bedarf es keiner argumentativen oder sonstiger vertrottelten Rechtfertigung – im Schneehagel hegelnd kegelt es sich gleich beheglicher –, die Barbarei ist so offenbar, dass ein kleiner Wink genügt.

Was soll der praktizierende Geist menschlicher Restvernunft gegen solche Luschen tun? Ernsthaft hingehen und den Denkdreck dort in seinem ganzen Umfang „auseinandernehmen“, wie einem hier und da von gutmütigen Idealisten empfohlen wird? Ihnen die Ehre zukommen lassen, sie ihren schwachsinnigen Spielregeln gemäß zu „kritisieren“? Womöglich in allen Einzelheiten jeden Satz seiner logischen Falschheit überführen, obwohl das schon bei so ziemlich allen anderen Unansprechbaren nichts als weitere Stupidität hervorgerufen hat? Es hilft nur noch konsequent rücksichtsloser, teuflischst praktizierter Hass, soviel hat man inzwischen gelernt, niemals mehr Idioten belehren, denn Hass macht klug, Kritik aber verblödet; man darf weder nach links noch nach rechts dabei schauen, die Liquidation ist erforderlich, aber sie will nicht Wirklichkeit werden. Jene menschliche Restvernunft hat – im Gegensatz zu früheren Epochen – keine Mittel mehr dazu in den Händen; weder welche der Zensur, noch welche des Militärs, des Politbüros oder schlicht des Standgerichts, um die Ofenschlots dieser Welt ein für alle mal zum Schweigen zu bringen. So kann sie nur noch hassen und hoffen, dass die Scheisse irgendwann in ihrer eigenen Scheisshaftigkeit ersäuft, wenn man noch ein wenig dabei nachhilft, die entsprechenden Canaillen tiefer in die Scheisse zu reiten.

Und worauf ich dabei meinen Hass richte, ist mir eigentlich auch relativ egal – heute muss eben ein Untergangssymptom wie Ofenschlot als Steigbügelhalter des produktiven, vernünftigen kommunistischen Hasses herhalten, morgen ist es irgend ein anderes armes hirnloses Schwein, das nichts zu sagen hat und deshalb auch sehr bald sang- und klanglos untergehen und verschwinden wird – es gibt dergleichen ja leider wie Sand am Meer. Wichtig ist dabei lediglich, dass der Zwang zu Lüge und Stumpfsinn, den diese Idioten mit ihrer überall ausgekotzten „kritischen Haltung“ verbreiten, delegitimiert und zum Schweigen gebracht wird, und seien die Mittel dazu noch so primitiv. Überhaupt ist Hass ja allgemein völlig unterschätzt als elaboriertes Erkenntnisinstrument; von den Adorniten z.B. wird präziser, zielgerichteter, aufklärender Hass ja immer noch verwechselt mit bloßer unreflektierter „Wut“.

Hassen aber muss, wer sich vom Mitleid fernhalten will. Ich möchte ablassen vom Mitleiden, das natürlich in Wahrheit ein Fürleiden ist, da es das objektiv vorhandene, aber vom entsprechenden Opfer nicht mehr erfahrbare Leid ausdrückt. Leidet ein Ofenschlot? Ich fürchte: nein.

Frohe Weihnachten.

Nachbemerkung für die Blogsport-Verwaltung: Im obigen Eintrag wird weder mit den Vorwürfen des Rassismus, des Antisemitismus, des Neoliberalismus, des Antiimperialismus, der Islamophobie, noch des Antikommunismus operiert. Überhaupt enthält er keine als „Argumente“ bekannten stumpfsinnigen Diskussionsborniertheiten, sondern äußert seine Wahrheit folgerichtig implizit. Der Text ist also nicht „politisch“ zu nehmen, sondern – wie immer, wenn irgendwo was wahres steht – einfach als Dichtung abzutun. (Und ja, eine Person muss sich weder rassistisch, antisemitisch, neoliberal, antiimperialistisch, islamophob, noch antikommunistisch äußern und kann dabei trotzdem EIN DEPP sein. Wer hätte das gedacht? Ihr natürlich nicht.)

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17 Antworten auf “Blogger Ofenschlot – Dumm wie Brot”


  1. 1 Nome 22. Dezember 2010 um 12:00 Uhr

    Wtf?
    Wollte uns der/die VerfasserIn irgendwas damit sagen außer: „Ofenschlot ist voll Scheiße“?
    Also, auf mich als – natürlich vollkommen neutralen – Beobachter, diskreditiert sich „Lyzi“ mit diesem Text selbst in einem famosen Ausmaß.

    Mehr davon, bitte!

  2. 2 Väterchen Administrator 22. Dezember 2010 um 12:08 Uhr

    Don‘t bullshit me with your Anti-Vernichtungsarschlöcher-Geblubber.

  3. 3 G.G. Jagoda 22. Dezember 2010 um 21:34 Uhr

    Herzlichen Dank, Lyzi! Nach dem Überfliegen der letzten nekrophagen Ofenschlotperversität hatte ich selbst bereits das Bedürfnis, dem Schwein den Prozeß zu machen.

    Diese Ofenkanaille ist typisch für diejenigen, die im kosmoproletischen Orbit um Taz und Jungle-World kreisen: in die Jahre gekommener Antifa-Abschaum, der sich mit miesen Fälschungen dem Feuilleton anbiedert.

    Ofenschlot ist nicht Teil der wirklichen Bewegung, sondern Teil der Scheiße.

  4. 4 O)(O 23. Dezember 2010 um 9:40 Uhr

    Rehabilitation für Lyzis!

  5. 5 O)(O 23. Dezember 2010 um 19:22 Uhr

    … obwohl ich eigentlich die erste Scheibe von Impaled Nazarene bevorzuge. Tol Cormpt Norz Norz Norz ist einfach der Hammer.

  6. 6 Väterchen Administrator 24. Dezember 2010 um 10:26 Uhr

    … obwohl ich eigentlich die erste Scheibe von Impaled Nazarene bevorzuge. Tol Cormpt Norz Norz Norz ist einfach der Hammer.“

    Klassiker halt. Für mich ist aber ABSENCE OF WAR DOES NOT MEAN PEACE mit den klassischen Megahits der progressiven Menschenverachtung „Satan wants you dead“, „The madness behind“ und dem auf der nur in Nordkorea erschienenen Special Edition enthaltenen Bonustrack „Ofenschlot korrekt hingerichtet“ immer noch die beste. Perfekte Musik für den Heiligen Abend, da hat gleich die ganze Nachbarschaft was von.

    „Rehabilitation für Lyzis!“

    Wo willst Du die denn beantragen?

  7. 7 kobra 24. Dezember 2010 um 16:16 Uhr

    http://www.youtube.com/watch?v=ionNHq0xJuQ

    ich als fanboy freue mich ja entsprechend über gleich drei einträge in einem monat.
    aber hältst du es für nötig jeden dieser zombies einzeln aufzulisten ? bzw. wo unterscheidet sich dieser kirmis-könig der herzen vom schon sezierten kulla?

    „Untext des Grauens“

  8. 8 Väterchen Administrator 26. Dezember 2010 um 15:35 Uhr

    „aber hältst du es für nötig jeden dieser zombies einzeln aufzulisten ?“

    Wie man sieht: Ja. Der Stalinismus erhebt sich btw. über die bloße „Not“.

    „bzw. wo unterscheidet sich dieser kirmis-könig der herzen vom schon sezierten kulla?“

    Ich weiß, es ist müßig, in diesen Untiefen der karnevalismuscommünistisch-volksfestlichen Hirnlosigkeit noch zu differenzieren, aber auch Zombies haben ja zumindest phänotypisch durchaus noch Unterschiedliches, das übers bloße Allgemeine der Unbehirntheit hinaus geht. Zudem sollte man immer bedenken: Diese Untoten GELTEN heutzutage als Menschen, ja sie haben sogar die Definitionsmacht über das, was man so Mensch nennt, sogar noch schlimmer: sie wollen in ihrer universellen Erbärmlichkeit die Zukunft der Menscheit als solche definieren und sogar DARSTELLEN, ja dem Weltgeist vorstammeln, was er gefälligst für Kommunismus oder Nicht-Kommunismus zu halten habe.

    Es ist also nicht damit getan, einfach alle als gleichförmig-stupide Masse abzutun, sondern sie GERADE IN IHRER GLEICHARTIGEN SYMPTOMHAFTIGKEIT als besonders üble Vertreter der herrschenden Verhältnisse zu begreifen sowie einzeln, sauber, konzentriert und gewissenhaft mit ihnen abzurechnen und ihre jeweilige Kostümierung aufs gemeinsame Unwesen zurückzuführen. Jeder, der dazu willig und fähig ist, sei hiermit herzlich eingeladen, daran mitzutun.

  9. 9 Stanislaw Hirschfeld 05. Januar 2011 um 18:56 Uhr

    „… auch Zombies haben ja zumindest phänotypisch durchaus noch Unterschiedliches, das übers bloße Allgemeine der Unbehirntheit hinaus geht.“

    Das dachte ich auch. Dann habe ich I Am Legend gesehen.

  10. 10 Hyperlink 15. Januar 2011 um 22:05 Uhr

    Lyzis schreibt über Ofenschlot.

    Ofenschlot schreibt einen Nachruf auf Chotjewitz.

    Ich notiere mir: „Bücher von Chotjewitz ausleihen.“

    Feine Sache. Danke.

  11. 11 Väterchen Administrator 16. Januar 2011 um 0:13 Uhr

    Du arme Sau.

  12. 12 Archibald Coollack 23. Januar 2011 um 15:00 Uhr
  13. 13 TheSukh 08. September 2012 um 7:59 Uhr

    Lyzis,
    bist du eine Ex von Ofenschlot oder warum hast du es noetig ihn so giftig zu dissen?
    Kopfschuettelnd
    TheSukh

  14. 14 J.-P. Sacdargent 13. September 2012 um 18:10 Uhr

    Das ist zu vermuten; so wie z.B. die meisten Kommunisten ja auch eine Ex von Hitler sind.

  15. 15 Väterchen Administrator 14. September 2012 um 14:21 Uhr

    Wenn es danach ginge, wen ich alles hasse, müsste ich ja schon mit Daniel Kulla, Roger Behrens, Gerhard Scheit, Mario Adorf, Bini Adamczak, Sahra Wagenknecht, Fips Lenhard, Stefan Grigat, dem kompletten hinverwursteten Hippiescheissgesindel von blogsport.de, Wolf Biermann, Günter Grass, Martin Walser, Eduard Bernstein, Kautsky, Trotzki, Torsun und Deiner Mudda zusammen gewesen sein, TheSukh.

    So geht das aber nicht, es liegt mal wieder ein Denkfehler vor: Der Pöbel kann sich nämlich in seiner geistigen Totalverrottung und wissenschaftlichen Erbärmlichkeit keine inhaltsgebundene Feindschaft oder rationale Ablehnung von als falsch Erkanntem vorstellen oder erklären, für ihn gibt es immer nur den zwischenmenschlichen Beziehungsdreck und Liebesaffairen-Quatsch. Das ist ungefähr auf dem Niveau von Youtube-Neonazi-Comments und dem SAT1-Nachmittagsprogramm, deren Hauptpfeiler ja auch aus der Lüge bestehen, es gebe lediglich soziale Rachegelüste und nicht etwa zum Beispiel sowas wie den bei mir vorhandenen vollkommenen wissenschaftlich herleitbaren kommunistischen Willen zur Vernichtung der antibolschewistischen Idiotie.

  1. 1 Zur Information « La vache qui rit. Pingback am 29. Januar 2011 um 5:25 Uhr
  2. 2 Zur Information « meta . ©® . com Pingback am 30. Januar 2011 um 2:13 Uhr

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