Geschmack versus Bildung

„Denn in der Kunst haben wir es mit keinem bloß angenehmen oder nützlichen Spielwerk, sondern mit der Befreiung des Geistes vom Gehalt und den Formen der Endlichkeit, mit der Präsenz und Versöhnung des Absoluten im Sinnlichen und Erscheinenden, mit einer Entfaltung der Wahrheit zu tun, die sich nicht als Naturgeschichte erschöpft, sondern in der Weltgeschichte offenbart, von der sie selbst die schönste Seite und den besten Lohn für die harte Arbeit im Wirklichen und die sauren Mühen der Erkenntnis ausmacht. Daher konnte unsere Betrachtung in keiner bloßen Kritik über Kunstwerke oder Anleitung, dergleichen zu produzieren, bestehen, sondern hatte kein anderes Ziel, als den Grundbegriff des Schönen und der Kunst durch alle Stadien hindurch, die er in seiner Realisation durchläuft, zu verfolgen und durch das Denken faßbar zu machen und zu bewähren.“ (Hegel, Ästhetik III)

Über Geschmack mag sich streiten, wer will. Idioten sind sie allesamt, wenn sie sich der somatischen Barbarei des bloß sinnlichen Schmeckens hingeben, dessen Maßstäbe lediglich der tagesaktuelle Abhub des Scheins herrschender Verhältnisse, also ein den Nützlichkeiten der herrschenden Klasse verpflichteter Gottesdienst ist. Im Geschmack kommt die reine Ideologie zu sich, wissenschaftlich dargelegt muss nichts mehr werden, da sich über ihn ja sowieso „nicht streiten“ lasse. Wer jedoch Kriterien hat, hat keinen Geschmack, sondern ein gebildetes Urteil, das rational und ästhetisch begründbar, belegbar und wissenschaftlich belastbar ist (ob man das dann auch tut, ist eine andere Frage – ich z.B. pfeife drauf in einer Welt des totalen Geschmacks). Unter den Gebildeten kann es also zu Urteilsverschiedenheiten kommen, nicht zu solchen des Geschmacks. Über gebildete, begründete, wissenschaftliche Urteile hingegen LÄSST sich streiten, auch wenn die falschen unter ihnen natürlich lediglich aus einem Mangel an ästhetischer Bildung hervorgerufen sind, und nicht aufgrund illusorischer „individueller Blickwinkel“ oder ähnlichem Pluralistenkäse. Beurteilungsverschiedenheiten über Leonardo, Lukian, Goethe, Beethoven, Shakespeare, Hitchcock, Groening und Luttinen sind solche zwischen Hirninhabern und Hirnnichtinhabern, und erst recht keine Frage von Geschmäckern.

Geschmack also haben die, die keine Bildung haben. Der Gebildete schmeckt nicht, er rezipiert. Das heisst: er nimmt auf Grundlage seines Geistes im Abgleich mit den objektiv geltenden ästhetischen Kriterien ein Kunstwerk bewusst auf. Kommen bei einer solchen Aufnahme verschiedene Urteile zustande, so liegt das schlicht daran, dass entweder a) kein genügender Geist, b) keine Kriterien, oder c) keine Bewusstheit existiert. „Zufällige Vorliebe“ ist die adäquate Übersetzung von „Geschmack“; während das gebildete Urteil sich dem Subjektivismus und der Zufälligkeit enthoben hat.

Es ist daher all das Elend der besonders geschmackssicheren Kreise jener Gourmet-Kulturen, die sich im Bereich der Underground-Musikszene und im großbürgerlichen Opern- und Theater-Milieu durchgesetzt haben, völlig folgerichtig. Je mehr dort vom Geschmack die Rede ist, desto weniger hält man von Bildung und Wissenschaft; ihr Geschmack ist lediglich Abbild der jeweiligen Mode, also ein immer wieder nachdrücklich als gesichert dargelegter Konformismus (oder eben modischer Nonkonformismus, das ist dasselbe); man „mag“ (bzw. „liebt“, i.e.: schmeckt) „das Richtige“, das Coole, Angesagte, Trendige usw. Und wer Leute kennt, die zu ihren höheren Repräsentanten zählen, der weiß, dass nirgendwo die Dummheit und der Opportunismus stärker ist, als bei den Geschmacksideologen.

Als häufig verwendete Universalbegründungsbeschwörung dient dabei die Vokabel von der „Abgeschmacktheit“1, die immer dann Gebrauch findet, wenn der angebliche Geschmack (oder eben: das gebildete Urteil) eines anderen abgewertet werden muss, um das szenige Wahnsystem aufrechterhalten und weiterhin Dilettantisches produzieren zu können, das den nachwachsenden Adepten dann als der neueste coole Shit untergejubelt wird. Der (Fein-)Schmecker benötigt gar keine Kenntnisse, die ihm Zugang zu intelligiblen Ebenen erlaubten, er kommt – wie beim essen, trinken oder riechen – ganz und gar mit seinen Sinnen aus, um die angebliche Güte eines Kunstwerks zu erraten. Er erkennt nicht, er erfühlt – und zwar auf Grundlage des naturbelassenen Hirnes und seines gesellschaftlich zugerichteten Empfindungsapparats. Es ist wie bei den Pfaffen und ihrer Bibel: Glauben und (nach-)beten, statt Arbeit am Begriff.

Der Geschmack, weil er auf keiner objektiven Erkenntnis beruht, kann gewechselt werden, wie der ihn zufällig habende gerade lustig ist. Es ist ja kein Zufall, dass gerade jene, die für die Bevorzugung eines bestimmten Stils am lautesten trommeln, dann kurze Zeit später z.B. ihren Kleidungs- oder Inneneinrichtungs-Stil komplett geändert haben (das geht inzwischen bis hin zum „Politikgeschmack“: „Die Grünen entsprechen nicht mehr meinem Geschmack, ich wähl jetzt Piraten!“). Der Geschmäckler hat keine Einsichten, er hat Lebens- und Geschmacks-PHASEN. Diese Phasen beruhen auf blanken Zufälligkeiten und falsch allgemeinem Spontaneismus; Reflexion würde sie erübrigen. Auf die Pop- folgt z.B. beim handelsüblichen Anarchokonformisten die Punk-Phase, auf die dann wiederum – nach individuellen Zwischenphasen, die durch Universität, Freundeskreis oder Medien, also weiteren Zufälligkeits-Emanationen – die Geschmäcklerei der endlich „erwachsen“ gewordenen, bürgerlichen Saturiertheit folgt. In dieser Unterwerfung der Vorlieben unter bestimmte Stile, also jeweilige Moden, kommt übrigens schon die implizite Funktion der Geschmacks-Ideologie zum Vorschein: der Feind des Geschmacks ist die zeitlose Ästhetik, also Klassik, die eben – weil nicht mehr „hip“ – als veraltet und somit „abgeschmackt“ gilt. Im Geschmack werden Idiosynkrasien zugleich rationalisiert und verdeckt, indem die Spuren der alltäglichen Zurichtung verdinglicht und zum Fetisch erhoben werden; Geschmack ist Hass aufs Elaborierte, Entwickelte; er will unterkomplex und provinziell bleiben und ist daher das rezeptive Gegenstück zur Stümperkunst, wie sie heute die Kulturkanäle, Museen, Konzertsäle und Bibliotheken verstopft. Die Reduktion aller ästhetischen Rezeptionserfahrungen auf den Geschmack und somit den Körper, ist die selbstvorgenommene Austreibung jeglichen Geistes.

Einer der widerlichsten Opferstämme der Geschmacksideologie sind übrigens die Mitarbeiter, Autoren und Leser des möchtegern-hippen Altherren-Coolheitswächterfachblatts „Spex – Das Magazin für Popkultur“ und dessen angeschlossene postmoderne Szene-Anstalten. Einfach nur Pop, der an sich ja schon viel mehr enthält als bloße Kultur und diese schon längst positiv in sich aufgehoben hat, darf es nicht sein, er muss schon noch qua Andocken und Einschleimerei ans akademische Kulturidioten-Milieu zu einer der geschmacksgerechten Yoghurt-Kulturen, nämlich einer Pop-KULTUR degradiert werden, damit auch jeder weiss: unser Geschmack ist nicht nur Pöbelpop, sondern exquisite Kultur und kann es mit jeder Vivaldi-Oper aufnehmen. Die wenigen Fortschrittsmomente, die der Pop der großbürgerlichen Kultur voraus hatte, müssen von den Connaisseuren wieder eingestampft und aufs Level des allgemeinen Szene-Dilettantismus heruntergebracht werden. Das allgemein-abstrakte Geschmacksurteil muss auch hier als Ersatz für inhaltliche Bestimmungen herhalten. Noch die linkesten Vertreter der Popwichserei kriechen den bürgerlichen Kultürlichkeitsagenten mittels Geschmack in die Ärsche, um im falschen System der falschen Ansichten und der universalen Entbegrifflichung als authentisch zu gelten.

Das stumpfsinnige Bewusstsein der Geschmackspfaffen wartet natürlich mit weiteren ebenso stumpfsinnigen, bewusstlosen Vokabeln auf: „Sozialisierung“ nennen die Pop-Theoretiker und Kulturwissenschaftler – den beiden traurigsten Kohorten der Verbreitung ästhetischer Unfähigkeit – jene zufälligen Erfahrungen, die ein junger Mensch mit Musik oder sonstigen Kulturprodukten macht, und sich dann akkumuliert – später, im Erwachsenenalter – zum „Geschmack“ entwickeln soll. Nicht etwa die Totalität der bürgerlichen Gesellschaft und die bis in jede Pore zu verinnerlichenden Zwänge des Kapitalverhältnisses mit seinen straff organisierten Erziehungsinstitutionen (a)sozialisierten das Kind, sondern ausgerechnet Popmusik oder Kinderfernsehserien. Deprimierend, über solch einen hanebüchenen Schwachsinn überhaupt ein Wort zu verlieren. Kommen „Sozialisierung“ und Geschmack beisammen, ist der integrale Zombie entstanden.

Nicht zu vergessen ist die wohl wichtigste Vokabel im totalverblödenden Zusammenhang der Geschmacksideologie: die „Geschmacklosigkeit“. Als „geschmacklos“ wird all das verteufelt und weggewischt, was zu Unannehmlichkeiten führen könnte, letztlich also vor allem: die Wahrheit. Dazu nehme man eine altbewährte bürgerliche Moral (z.B.: „Über Tote spricht man nicht schlecht“), gehe mit dieser auf jeden los, der sich im Elend der ziemlich unlustigen „Spaß“-Gesellschaft noch einen Rest Humor bewahrt hat, und bezeichne deren Witze als eben jene Geschmacklosigkeiten (z.B.: – Lyzis: „In der Zeitung steht, Robert Kurz sei tot. Da folgt also nach 50 Jahren endlich auch der restliche Körper seinem Gehirn.“ – Welt: „Wie geschmacklos!“ – Lyzis: Ja, mag sein. Aber wahr. Das könnte den Idioten so passen, dass sie sich in den Tod flüchten, um nurja nicht mehr angreifbar zu sein!“ Welt: „Unerhört!“); vor allem natürlich die drolligen Späße des als „Satire“-Zeitschrift verharmlosten Faktenmagazins „Titanic“ werden mit dieser Methode des kollektivgesellschaftlichen Wahrheitsverdrängungs-Akts regelmäßig bekämpft. Die ideologischen, also notwendig falschen Vorstellungen der Masse werden in ihrer Gesamtborniertheit zum allgemeinen Geschmack zurechtgebogen, wer diesen nicht teilt, wird als Widerling, Volksfeind, abnorm, eben: geschmacklos abgetan. Geschmack ist in diesem Zusammenhang ein Synonym für Konformität, und zwar einer völlig von jeder Erkenntnis abgeriegelten, als systemstabilisierendes Moment des „guten Benehmens“ im Dienste der Arschlöchrigkeit stehender Konformität.

Wenn man einmal den Geschmack los ist, hat man Ruhe – die Ruhe des Gebildeten.

Man möge mich – wenn denn überhaupt – bitte nicht schon wieder falsch verstehen: ich behaupte weder, dass es keinen Geschmack gibt, noch, dass dem Gros der Menschheit die Fähigkeit inneläge, sich mal eben der Dreistigkeit, sich in Kategorien wie „mögen“ oder schmecken über geistige Gebilde auszulassen, zu entledigen – es ist nur eben Zeichen von brutalster Unbildung und enthemmtester Dummheit, DASS dies der Fall ist. Phrasen wie „Ich mag den Autor XY“ oder „Mein Musikgeschmack ist punklastig“ usw. sind die Bankrotterklärungen menschlichen Denkens und geistiger Anstrengung, das Niederknien des autonomen Subjekts gegenüber den Zumutungen von Naturbelassenheit und Bewusstlosigkeit – und somit eben im zur Zeit herrschenden Barbarensystem leider pure Notwendigkeit: die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft, die Ausnutzung seiner sozialen Sinne, die Ausschlachtung psychischer Kräfte und die Ausrottung jedweden Geistes zum Zwecke der Kapitalvermehrung hinterlässt zwangsläufig jene zu ästhetischen Urteilen unfähigen Zombies, die die bürgerliche Gesellschaft benötigt, um ihr Werk des Stumpfsinns fortzusetzen.

  1. So beschreibt z.B. der hinlänglich als Idiot begriffene linkscommünistische Jazzfan, Politlohnschreiberling, Stadtmagazinredakteur, Verlagsdilletant und nebenberufliche Blogger „Ofenschlot“, der, wie alle rätesozialistischen Utopisten-Arschlöcher, umso mehr eine geschlossen internationalistische proletarische Subkultur propagiert, je mehr er in seiner kleinbürgerlichen Geschmackshurerei versifft, nicht nur den Trotzkismus als „abgeschmackt“, so als sei ausgerechnet dies der Hauptvorwurfspunkt gegen diesen, sondern auch den „Superlafontainist“ (Ofi) Christoph Butterwegge . Während manch ein Spinner wenigstens noch gerissen genug ist, seine elende Dummheit rhetorisch zu kaschieren, geht’s bei den Geistesleichen à la Ofenschlot gleich richtig zur Sache und es wird kein Hehl mehr daraus gemacht, dass man weder Kriterien noch belastbare Urteile hat. Selbiges natürlich auch bei den notorischen Trotteln lavache und Kulla: „abgeschmackte Neuauflage!“, „Nach dieser abgeschmackten Logik bewegt sich das System fort und fort…“, „Die üblichen Aufrufe zum Umdenken klingen abgeschmackt und sind es wohl auch schon“, „…der anderen Verstöße gegen jede lyrischen guten Geschmack“, „Wie Stifter, ist auch Heidegger ein geschmackloser, aber ohne Schwierigkeiten verdaulicher Lesepudding für die deutsche Durchschnittsseele.“ (alle Knaller von lavache).

    „Für ähnlich abgeschmackt halte ich Dawkins’ Versuche, Religionen über ihren Überlegenheitsanspruch ad absurdum zu führen“,“Soviel nochmal zum abgeschmackten Vorwurf, Aufkleber und Plattencover seien abgeschmackt…“, „Aber es ging noch abgeschmackter.“ (alles Kulla http://www.classless.org/index.php?s=abgeschmackt)

    Man sieht sehr schnell: das kriterienlose Geschmacksurteil wird immer dann gebraucht, wenn es daran geht, Dinge angreifen zu wollen, die unangreifbar, weil eben richtig sind – wie z.B. die Weltvernunft, also den Stalinismus.

    Und, um alle Helden der Geschmacksszene beisammen zu haben, noch ein weiterer Vertreter der krass-subversiven Szene-Parasiten und Schwachsinns-Multiplikatoren, Stefan Ripplinger, der auf seine Vorladung zum Standgericht ja so sehnsüchtig wartet: „Ausgerechnet Bernard-Henri Lévy, the man they love to hate, hat vor einem Monat beteuert, Godard sei dennoch kein Antisemit. Aber muss ich herausfinden, ob er einer ist, wenn ich ihn eh abgeschmackt finde?“ & „Denn zeugt es nicht von eines Geschmack und Reife, gewählt zu haben, wovor er Angst zu haben gedenkt?“

    Nicht zu vergessen: „Den (…) Rassismus des Autors auch noch inhaltlich zu kommentieren, verbietet wohl der gute Geschmack.“ Aber sicher doch! Nicht nur Geschmack, sondern natürlich auch noch ein guter! Wenn’s dem Antirassismus dient… (Blogger rhizom)

    Und natürlich darf auch der gröhlende Linksradikalinski Torsun nicht fehlen bei der Wegbereitung bürgerlicher Ideologie aka. Geschmackspropaganda: http://torsun.blogsport.de/2012/07/25/frische-musik-nach-meinem-geschmack/

    (Ich möchte hier nicht als der recherchefaule Antipositivist erscheinen, als der ich zurecht verrufen bin, aber die Beispiele sind in allen Szenen, und bei allen Ideologen, ob links, rechts, Mitte oder auf dem Kopf stehend, so zahlreich, dass es schlicht und ergreifend zu müßig und umfangreich wäre, eine Monographie mit all jenen Belegen der Nichtskönnerei und Hirnfäule herzustellen, mittels welcher den entsprechenden Vertretern der Niedertracht ohnehin nicht beizukommen wäre, weshalb ich es bei dieser kleinen Rundschau im bekannten Bloggerirrenhaus belasse. Zeugnisse der Geschmäcklerei finden sich indes schlicht überall; guckt halt selber nach.)

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35 Antworten auf “Geschmack versus Bildung”


  1. 1 torsun 01. August 2012 um 21:21 Uhr

    ich schau mir am freitag placebo an. das dürfte doch -wenn ich mich recht entsinne- nach deinem geschmack sein, was? :D

  2. 2 Väterchen Administrator 01. August 2012 um 21:59 Uhr

    Zeit wurde es ja allemal, Torsun, dass auch Du mal was vernünftiges zu hören bekommst. Seit ich hier vor 3 Jahren was zu Placebo schrieb, outen sich ja – wie auch Du – immer mehr linke Szene-Spinner auf ihren Blogs als Placebo-Hörer. Nur scheint dies alles so überhaupt keine Spuren in Deinem eigenen Sozialarbeiter-Electro-Pop und dem restlichen akustischen Müll des deutschen Raver-Geschmeiss‘ hinterlassen zu haben. (Ich schätze mal, es liegt am Geschmack.)

    An diesem Freitag (nicht, dass Du schon den Flug bei Anti-D-Airlines gebucht hast) spielen Placebo übrigens in Verona, du meinst also scheinbar den übernächsten – da sind sie auf dem Taubertal-Festival, auf das mich leider keine 12 Rotarmee-Panzer bringen werden. Wobei Placebo natürlich – fast – immer jede Mühe lohnt.

    PS: Lerne doch bitte schonmal den neuen Song auswendig, um die Götter nicht in Zorn ausbrechen zu lassen. Und wie immer dran denken: Keine Macht den Drogen, keine Macht dem Volke, alle Macht den Sowjets!

  3. 3 RedStarRising 02. August 2012 um 3:06 Uhr

    Schöner Blogbeitrag! Zumindest ist das Missverständnis der Kunst aus Sicht des Rezipienten einleutchend dargestellt worden, wie es im gleichen Maße traurig ist. Du hast ja bereits vor einiger Zeit die Produktion der Kunst aus Sicht des Autors beschrieben und offensichtliche Problemstelle aufgezeigt. Daher kann ich dir verzeihen die Produktion von Kunst hier vernachlässigt zu haben.

  4. 4 Väterchen Administrator 02. August 2012 um 3:44 Uhr

    Also die Rezeptionsseite gehört ja notwendig zur Produktionsseite der Kunst dazu: die Stümperkünstler, die ich oben erwähnt habe, WOLLEN ja das dumme und schlechte Publikum, also die Geschmacksinhaber, sie sind ja allesamt Demokraten, also Publikumsverhetzer, was gleichzeitig ihnen selbst als auch dem ohnehin schon minderbemittelten Publikum nützt. So, wie die Fans ihren Geschmack pflegen, so bedienen und befördern die schlechten Künstler ihn durch ihren dilettantischen Quatsch. Das Problem dabei ist ja nur, dass selbst die gutgemachte, die ihrem Begriff entsprechende Kunst in den Geschmacksdreck hineingezogen wird, so dass man zu dem Schluss kommen muss, dass letztlich die anarchopunkige Deppenkunst, bzw. das geist- und zwecklose Kunst-HANDWERK, in allen Genres und Bereichen letztlich die ästhetischen Maßstäbe der Zeit prägt, was dazu führt, dass richtige, gute Kunst nicht mehr verstanden bzw. überhaupt ignoriert wird. (Man sehe sich z.B. mal an, wieviele Hacks-Werke verkauft werden und vergleiche das dann mal mit den Verkaufszahlen der Sondermüllliteratur von Coelho bis Walser.) Es ist also die herrschende, etablierte Klasse (nämlich die der Dilettanten) in der Kunst, die von den wenigen noch übrig gebliebenen könnenden Künstlern bekämpft werden muss, um die Kunst – und mit ihr die Rezeption – als ganze zu retten.

  5. 5 Väterchen Administrator 02. August 2012 um 19:14 Uhr

    Die „Jüdische Allgemeine“ berichtet:

    „Der ARD-Reporter Carsten Sostmeier hat den Vielseitigkeitsreitern, die heute bei den Olympischen Spielen eine Goldmedaille gewonnen haben, mit dem Spruch „Und das haben sich die Deutschen gemerkt, denn seit 2008 wird zurückgeritten“ gratuliert. Vor acht Jahren bei den Spielen in Athen wurde den deutschen Sportlern nach britischem, französischem und amerikanischem Protest das Edelmetall aberkannt.“

    Kommentar dazu bei Facebook: „Einfach geschmacklos!“

    Nationalsozialistische Kriegspropaganda als Geschmacksfrage.
    Der Geschmack ist die neue Moral, die die alte Empörung und zwischendurch auch mal die „Betroffenheit“ war. Sie tun eben alles, um nicht denken zu müssen.

  6. 6 RedStarRising 04. August 2012 um 21:32 Uhr

    Das Schöne an Placebo ist ja, dass sie dem Punk das Wesentlichste nehmen: die Einfachheit. Jeder Song steigert sich in bester Tradition eines klassischen Klimaxes zu einer, im wahrsten Sinne des Wortes, großen Nummer. Dass Blümchen-Hip-Hopper wie Torsun sowas verstehen, ist natürlich auszuschließen.

  7. 7 Stanislaw H. 05. August 2012 um 3:16 Uhr

    @ RedStarRising:

    1. Torsun ist u.a. den Blumen wie dem Hip Hop egal. Der Welt ist Torsun egal. Nichtigkeiten sollen nicht mit Wirklichem beschrieben werden.

    2. Placebo ist keine Punkband, Einfachheit Punk nicht wesentlich, ein klassischer Klimax nicht existent und Schablonen nicht tauglich zum Begreifen von z.B. Kunst.

    3. Rote Sterne gehen nicht auf, unsere Sonnen gehen immer aus Nebeln hervor.

  8. 8 RedStarRising 05. August 2012 um 21:27 Uhr

    @ Stanislaw H.

    1. Na und? (Mit Blümchen meinte ich im übrigen, die von Bohlen herangezüchtete spätpupertäre „Sängerin“, deren Lieder dieselben Muster aufweisen wie die von Torsun.)

    2. Weil die Einfachheit Placebo fehlt, ist es ja auch kein Punk. Punk ist natürlich wesentlich einfach: 3 (Power) Akkorde, 1 max. 2 rhythmische Pattern, 3 Instrumente. Du kannst einwenden, Placebo haben das auch, was auch stimmt, aber die sind dadurch in der Lage die Musik zu entwickeln, interessante Melodien darin zu entwickeln und diese daher auszubauen. Rush spielen auch nur mit drei Instrumenten und sind meilenweit vom Punk entfernt. Ich hätte natürlich sagen könnten, Placebo schaffen es ein crescendo der Stimmung zu erzeugen, aber das wäre dem Wesen her falsch (die Lieder enden nicht grundsätzlich mit einem forte fortissimo), weshalb ich die Bezeichnung eines Klimaxes vorzog. Wenn ferner behauptest, Schablonen seien nicht für die Kunst tauglich, stimme ich dir insofern zu, das Kunst im allgemeinen zu schwammig oder flexibel ist – zu viele Leerstellen aufzeigt – , um endgültig in bestimmte Muster gepresst zu werden. Es ist aber unverantwortlich und für den Künstler als Person des reflexiven Schaffens im höchsten Maße beleidigend, wenn du nähere Bestimmungen und Begriffsorientierungen aus der Kunst entfernen willst. Mit welchen Mittel soll ein Künstler denn dann arbeiten? Gerade für Autoren sind doch rhetorische oder schriftstellerische Mittel notwendig, um den Text als Kunst zu vermitteln und diese lassen sich auf einer abstrakten Ebene kategorisieren. Als Schauspieler oder Regisseur muss man bestimmte Vorgaben erfüllen, um eine Emotion oder einen Ausdruck nachvollziehbar darzustellen. Dazu sind auch Kategorisierungen nötig. Dann kann man auch Schablonen entwickeln, um sich zu orientieren. Punk oder klassische Konzertmusik funktioniert im entscheidenden Sinne anders als Death Metal oder Gypsy Jazz – Sex Pistols sind nicht Ramones, Hadyn nicht Beethoven, Cannibal Corpse nicht Deicide und Django Reinhardt nicht Stochelo Rosenberg, aber die Musik kannst du durch Genrebezeichnungen, Kategorien, ja Schablonen näher einordnen und so aus dem Chaos des menschlichen Schaffens und Denkens entziehen, um Ordnung zu schaffen. Und wenn wir schon dabei sind hier Korinten zu kacken: Musik an sich kann auch nicht als Kunst bezeichnet werden, da die inhaltliche Komponente fehlt, die eine Form bestimmmen könnte. Musik ist in der Lage Stimmungen zu übertragen, aber keine Inhalt. Man kann mir der Musik nicht sagen: „Ich liebe dich.“, sondern nur eine Stimmung erzeugen, die derartiges suggerieren lässt. Musik muss als getrennt von der Kunst gedacht werden. Unser Verständnis für die Umschreibung von Musik und Kunst sind sich aber derart ähnlich, dass ähnliche Termini verwendet werden können, wenn nicht sogar müssen.

    3. Nerv nicht.

  9. 9 neo 07. August 2012 um 10:20 Uhr

    Mika Luttinen: Lol!
    Ansonsten weitesgehende Zustimmung.

  10. 10 Väterchen Administrator 07. August 2012 um 21:11 Uhr

    Ach neo – tu doch nicht so, als könntest Du lesen.

    „Mika Luttinen: Lol!“

    Geschmacklos, gell?

    Sonst noch was? Achja, Dein neuer Blog:
    „Hirnlos, aber mit recht gruseliger Atmosphäre“ (TV Spielfilm)

  11. 11 Nervenarzt 08. August 2012 um 10:22 Uhr

    Nett.
    Was ist aber mit dem Musik-“Geschmack“ des geliebten Jossif Wissarionowitsch? Schostakowitsch war auch nur Nichtskönner oder lag der Generalissimus da vielleicht ausnahmsweise daneben?

  12. 12 RedStarRising 08. August 2012 um 16:45 Uhr

    Für die Aussage, Schostakowitsch sei ein Nichtkönner gewesen, müsste man die sofort das Gesicht verbrennen, du elender Schwachmat…

  13. 13 Samuel von Reiflingen 08. August 2012 um 23:00 Uhr

    “ Es ist aber unverantwortlich und für den Künstler als Person des reflexiven Schaffens im höchsten Maße beleidigend, wenn du nähere Bestimmungen und Begriffsorientierungen aus der Kunst entfernen willst. Mit welchen Mittel[n] soll ein Künstler denn dann arbeiten?“

    „Musik an sich kann auch nicht als Kunst bezeichnet werden, da die inhaltliche Komponente fehlt, die eine Form bestimmmen könnte. Musik ist in der Lage Stimmungen zu übertragen, aber keine Inhalt.“

    Haha. Sie Bescheidwisser. Was sagt der Hegelianer? Wo bleibt die Tscheka und die stalinistische Internetzensur?

  14. 14 Väterchen Administrator 08. August 2012 um 23:35 Uhr

    Na Halleluja. Alle Wahnsinnigen wieder beisammen.
    Wenn Ihr jetzt noch lesen & schreiben könntet wär’s fast wie damals, unter Honecker.

  15. 15 RedStarRising 09. August 2012 um 1:20 Uhr

    Gott, warum können nicht einfach alle Arschlöcher ihre scheiß Fresse halten und das Denken denen überlassen, die dafür geeignet sind. Was hast für ein scheiß Problem, Samual das Arschloch? Zu doof zu kapieren, was Kunst ist, zu dumm, um einfach mit Atmen aufzuhören? Eine Zensur ist daher nicht nötig, da Idioten wie du nicht lernen würden, Idioten zu sein…dumme Gedanken sollten doch wenigstens eine Mauer der Rationalität gegen sich haben (und wenn auch nur nach 20 Jahren im Internet). Hegalianer sind für Reinheit im Staat, ich bin Marxist: Reinheit im Blog ist die neue Anforderung. Alter, ich hab kein Bock mit dir zu diskutieren und jedes Wort, was dich beleidigt, wirkt wie ein Engelssegen! Sorry, Lyzis ich hasse solche Typen, wenn du mich für meine primitiven Hassiaden runterhauen musst, gegenteiliges wäre bei meiner Irrationalität des Hasses sicherlich sträflich, bin ich dir zu maßlosem Dank verpflichtet solange diesem Idioten gleiches widerfährt.

  16. 16 S. Hirschfeld 09. August 2012 um 11:33 Uhr

    Trotz großer Unlust getippt, damit das Wort nicht bei den üblichen Spinnern verbleibt:

    1. Die Beschreibung Torsuns als antideutsche Jasmin Wagner für Untergrundhöllenraver ist in Ordnung, wenn auch Blümchen mit Sicherheit keinen annähernd so schädlichen Einfluß hatte. Die hat immerhin ihr Geträller nicht für politisch ausgegeben. Hip Hop hat mit Torsun weiterhin nichts zu tun. Check mal Deine Kategorien.

    2. Schablonen sind etwas anderes als Kategorien. Kategorien werden nicht einfach angewendet, sondern immer wieder neu entwickelt, so wie das, was jeweils kategorisiert, sich selbst entwickelt. Schablonen sind fertig, unveränderlich, undialektisch und in Folge nicht sinnvoll anwendbar. Darum ging’s. Wie Placebo, die keine Punkband sind und keinen Punkrock spielen, Deinem Punk irgendwas, womöglich sogar das Wesentliche genommen haben sollen, verstehe ich weiterhin nicht. Was die Frage angeht, ob und wann Musik nun Kunst ist, findet sich das Wesentliche übrigens in Hegels Vorlesungen über die Ästhetik. (Gut dialektische Antwort in Kurzform: Mitunter.)

    3. Ach, als wenn Du nicht gelacht hättest…

  17. 17 Stas Mankovich 17. August 2012 um 0:41 Uhr

    : )

    Sagen Sie, Lyzis, warum verlinken Sie UbuWeb, das voll von genau der Underground- und Avantgarde-Kunst ist, wirklich etwas mehr als vollständig, über die Sie sich so gekonnt gespielt in Ihrem Eintrag „Lob der Spießigkeit“ echauffieren?..

    Нестыковочка, wie man in der Stadt, von der aus die UdSSR regiert wurde, sagen würde. Passt nicht zusammen. Wie vieles andere nicht. Das ist fein gemacht von Ihnen, man muss schon aufmerksam sein, um die einander ausschließenden Paragraphen zu bemerken – ansonsten ist alles einfach glänzend. Bravo. Sie trollen gut!

    Ich vermute Dath, der sich hier in seiner Freizeit austobt. Aber sicher kann ich natürlich nicht sein. Jemand von ähnlichem Kaliber wird es sein.

    Na, sagen Sie schon. : )

  18. 18 .Living 26. August 2012 um 13:37 Uhr

    Ich danke Ihnen, Genosse Lyzis.
    Man kann gar nicht genug grundsätzlichen Text, der Vernunft in die Köpfe bringt, in die Welt entlassen. Immer gerne mehr davon: Einen Beitrag zur Vernunft und „Gulag als Chance“ haben sie dem Pöbel und Publikum ja schon angesagt. Die Beiträge werden freudig erwartet.

  19. 19 Väterchen Administrator 27. August 2012 um 17:51 Uhr

    @Stas Mankovich aka. Rüdiger Safranski:

    Wo klemmt’s? Machen Sie die Ferienvertretung für ofenschlot?

    Warum ich UbuWeb verlinke?
    1.) Zunächst mal ist eine Verlinkung keine verbindliche Empfehlung zur hirnlosen Anbetung, sondern ein bloßer Verweis.
    2.) Wie so ziemlich überall, gibt es auf dieser Seite ziemlichen Schund, aber natürlich auf Vernünftiges, wie z.B. einige interessante Filme oder die gesammelten Audio-Works von Brecht. Die Beurteilung überlasse ich dem mündigen Rezipienten, den es wohl zwar nicht gibt, aber wenn, dann doch hoffentlich unter meinen Lesern.
    3.) Es ist prinzipiell immer sehr nützlich zu wissen, was der Feind so treibt.

    „Passt nicht zusammen. Wie vieles andere nicht.“

    Sagt der idealistische Depp immer, wenn er der Dialektik (oder überhaupt der Realität) begegnet. (Memo für mich: Dickes Buch über das Elend der idealistischen Weltanschauung schreiben.)
    Es schließt sich hier überhaupt nichts gegenseitig aus. Das wissen Sie sogar selber, sonst hätten Sie ja zumindest den Schnipsel eines Belegs gebracht. Ansonsten bla glänzend, bla trollen, bla bla.
    Passen Sie mal lieber auf, dass Ihnen kein Laberbart wächst.

    „Ich vermute Dath, der sich hier in seiner Freizeit austobt.“

    Dass Sie Dath sowas wie das hier zutrauen, zeugt von Ihrem (natürlich etwas zu) hohen Urteil über ihn. Er wird es sicherlich als Kompliment zu verstehen wissen. Der Autor von LYZIS‘ WELT hingegen ist einer jener namenlosen kommunistischen Kampfmaschinen aus den Androiden-Garden, die damals in der Sowjetunion noch unter Stalin hergestellt wurden, zur Sicherung der Möglichkeiten einer Ultimativ-Ausrottung von Pack wie Ihnen.

    Jemand von ähnlichem Kaliber wird es sein.

    Dies berührt nun wieder einen sehr ernsten, traurigen, problematischeren Punkt: Der Mediennutzer Ihres Schlages kann sich innerhalb der bürgerlichen Publikationsverhältnisse einfach nicht vorstellen, dass es ausser seiner Welt der großen, also hinlänglich bekannten „Kaliber“ noch Leute gibt, die alle Tassen im Schrank haben und zudem etwas können, UND DANN trotzdem nicht berühmt und hochbezahlt sind. Dabei ist das Gegenteil der Fall, die wenigen, die „es geschafft“, also Karriere trotz hiesiger Verhältnisse gemacht haben, sind die Ausnahmen. Es verramscht ausserdem halt nicht jeder seine Talente an den Schweinepriestermarkt, so wie Sie es mir hier implizit unterstellen. Es ist natürlich verständlich, dass heutzutage Aufrichtigkeit, Geradlinigkeit und Kampfeslust in Verbindung mit Intelligenz seltsam anmuten, nichtsdestotrotz ist diese Gesellschaft so dermaßen in ihrem geistigen Bankrott versumpft, dass gerade das Gegenteil die Wahrheit ist: Vernunft ist nur noch ausserhalb, bzw. an ihren von den diversen Meinungskontrolleuren und Weisungs-, also: Zensur-Befugten unbewachten Rändern möglich.

    Nicht „der Beruf“ sollte der Beruf sein – „das Austoben“, wie Sie das Wahre verächtlich nennen, muss zum Beruf gemacht werden. Koste es, was es wolle.

  20. 20 asdf 21. Oktober 2012 um 19:56 Uhr

    Wenn du schon Leute aufzählst, die sich erdreistet haben, das Wort „abgeschmackt“ zu verwenden, dann sei doch wenigstens so ehrlich auch Karl Marx zu erwähnen, immerhin hat er es sehr gern benutzt. Wahrscheinlich stammt die Beliebtheit dieses Wortes unter linken Bloggern daher.

  21. 21 Väterchen Administrator 21. Oktober 2012 um 21:42 Uhr

    Die bloße Erwähnung Marxens als Argument, prima, asdf. Und Marx hat ja eh immer recht – auch wo er von „verjudeten Niggern“ usw. spricht. Es hat sich ja schließlich seit 150 Jahren auch nichts geändert, erst recht nicht in der Sprache, is klar. Gottesdienst statt Geisteswürde. Depp.

    Die Suche nach „abgeschmackt“ auf http://www.mlwerke.de/me/default.htm ergibt bei mir übrigens gerade mal 20 Treffer. Gar nicht mal soviel, bei tausenden von Seiten. Und da sind die Texte von Engels auch noch dabei. Ausserdem natürlich: bloß nicht unterscheiden zwischen DER ERWÄHNUNG eines WORTES (in z.B. ablehnendem oder zitierenden Zusammenhang wie bei mir hier) und der NACHDRÜCKLICHEN AFFIRMATION dieses Worts – es könnte ja Substanz in die Birne kommen, das wussten Idioten wie Du schon immer zu verhindern.

    Aber „linke Blogger“ & Marx, guter Witz immerhin!

  22. 22 Dietmar Dath 24. Oktober 2012 um 10:40 Uhr

    „Dass Sie Dath sowas wie das hier zutrauen, zeugt von Ihrem (natürlich etwas zu) hohen Urteil über ihn. Er wird es sicherlich als Kompliment zu verstehen wissen.“

    Väterchen Administrator, alter Scheisser! Sie wissen doch genau wie ich, daß Sie fauler Studentenschwanz niemals in der Lage wären, einen solchen Blog vollzuschreiben. Natürlich bin ich das. Hier in der FAZ-Redaktion ist es so langweilig, da kommt man halt schonmal auf gute Ideen ab und zu.

  23. 23 Georg 24. Oktober 2012 um 22:20 Uhr

    wann gibt´s den nächsten beitrag?

  24. 24 Väterchen Administrator 24. Oktober 2012 um 22:28 Uhr

    @Georg: Nach der Revolution.

  25. 25 Väterchen Administrator 24. Oktober 2012 um 22:47 Uhr

    @Dath: Sie wissen ganz genau, dass das nicht stimmt. Aber wo Sie gerade hier sind, kann ich Ihnen etwas beichten: ich habe in letzter Zeit einige Artikel unter Ihrem Namen veröffentlicht. Wird aber sicher nicht weiter bemerkt werden.

    Schönen Abend & Gruß,

    Ihr Lyzis

  26. 26 neo 26. Oktober 2012 um 3:16 Uhr

    So geht das Zitat genau: „Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren… Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.“ Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257). Soviel Marxologie muss sein.

  27. 27 Väterchen Administrator 26. Oktober 2012 um 22:39 Uhr

    @neo: Nee, muss nicht.
    Aber wie neueste Enthüllungen aus den Geheimarchiven des Vatikans zeigen, hieß der berühmte letzte Satz des „Manifests der Kommunistischen Partei“ – welches vom dortigen hauptzuständigen Archivar Jussuf Mehrwertwurstmullah, da er ein commünistischer Anti-Parteien-Agent ist, in „Kommunistisches Manifest“ umgelogen wurde, damit sich auch die nächsten hunderte von Jahren diverse idealistische Trottel darauf berufen können um somit die Macht des Vatikans weiterhin ungebrochen zu garantieren (und das nächstes Jahr in einer neuen Buchreihe der Bildzeitung mit dem Namen „Klassiker des Murxismus“ endlich unter dem einzig wahren, weil bolschewismuskritischen Titel „commünistisches manifest_In“ erscheinen wird) – nämlich in Wirklichkeit schon immer „Prolet-Arier aller Rassen vereinigt euch!“, wogegen inzwischen die NPD geklagt hat, weil sie um angebliche Urheberrechte fürchtet, weswegen momentan die gesamte Parteispitze über einen geschlossenen Übertritt zu den PIRATEN® berät, welche ja eh dasselbe Programm haben und aber derweil noch mehr Wähler verspricht. Außerdem sei man dann endlich die viel zu radikalen und ungeschickten Neonazi-Straßenschläger los (die ja eh bald von der Antifa komplett totgekloppt sein würden) und könne sich in den multikulturellen Mumpitz-Konsens der jüdischen Musel-BRD einreihen. (Wolf Biermann (NSDAP) dazu gegenüber der „Jungen Freiheit“: „Endlich fickt zusammen, was zusammen gehört!“)

    Und wie sieht’s so bei Dir aus, neo? Schlägst Du Deine Frau Gummipuppe immer noch?

  28. 28 Slavoj Žižek 26. Oktober 2012 um 22:57 Uhr

    „Natürlich bin ich das. Hier in der FAZ-Redaktion ist es so langweilig, da kommt man halt schonmal auf gute Ideen ab und zu.“ (Dath)

    Moment mal, da hab ich aber auch noch ein Wörtchen mitzureden. Dieser Blog ist immer noch mein Privateigentum!

  29. 29 Ofenschlot 26. Oktober 2012 um 23:17 Uhr

    Ich finde es ehrlich gesagt eine ziemlich üble stalinistische Schweinerei, hier unter falschen Namen Verleumdungen zu verbreiten! Pfui!! Alle Macht den Ratlosen!!!

  30. 30 neo 06. November 2012 um 14:46 Uhr

    Hahaha. Den Gag habe ich tatsächlich nicht verstanden.

  31. 31 Väterchen Administrator 10. November 2012 um 7:45 Uhr

    @neo: Welchen Gag? Du scheinst nicht nur keine Gags zu verstehen, die eventuell gar keine sind, sondern es hapert bei Dir ja eher ziemlich grundsätzlich an Verstand, oder?

  32. 32 vegananarchist 03. Dezember 2012 um 18:46 Uhr

    @georg: sei doch froh, dass lyzis nix mehr schreibt, sojemand hat in kritisch-emanzipativen zusammenhängen eh nichts verloren!

  33. 33 Väterchen Administrator 03. Dezember 2012 um 19:06 Uhr

    „sojemand hat in kritisch-emanzipativen zusammenhängen eh nichts verloren!“

    Ganz meine Rede, Alter. Nur muss es in kritisch-emenschzipativen Zusammenhängen doch bitte „SO JEMENSCH“ heissen!

    Macht mal schön weiter dort, ich bin gespannt!

  34. 34 Daniel Kulla 30. Dezember 2013 um 18:01 Uhr
  35. 35 Wolf-Dieter 09. November 2014 um 0:32 Uhr

    In diesem Punkt Widerspruch:

    Der Geschmäckler hat keine Einsichten, er hat Lebens- und Geschmacks-PHASEN. Diese Phasen beruhen auf blanken Zufälligkeiten und falsch allgemeinem Spontaneismus; Reflexion würde sie erübrigen.

    Die Phasen des Geschmacks, vulgo Modesaison, beruhen mitnichten auf Zufall. Sondern auf gesellschaftlichen Gegebenheiten.

    Die flowerpoweroptimistische Strohfeueraufbruchstimmung der späten Sechziger Jahre z. B. war Begleiterscheinung des Respektverfalls vor dem Akademischen. Denn ungefähr zu jener Zeit endete der güldene Zustand, dass ein abgeschlossenes Studium in einem gutbezahlten Job mündete. (Alles BRD.) Eine Ursache für die Studentenunruhen.

    (Also wenn mir einer sagt, mein Job geht den Bach runter: dann werde ich unruhig, aber so was von!)

    Bei der folgenden Punk-Generation dominierte das Gefühl, keine Zukunft zu haben, so intensiv, dass sie sogar den No Future!-Sticker weggeworfen haben.

    Und so weiter.

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