Bunter statt brauner Nationalismus: „PEGIDA“ und ihre Kritiker

Viel wurde in den letzten Monaten in den bundesdeutschen, freien, überhaupt nicht lügenden, sondern ihre Ideologie mit bestem Wissen und Gewissen verbreitenden Medien über „PEGIDA“ einerseits und den Krieg im Osten der Ukraine andererseits gefaselt. Unbemerkt blieb dabei die Wesensgleichheit der deutschen Demonstranten und der Maidan-Proteste, mit denen vor einem Jahr die Konflikte in der Ukraine begonnen wurden.

„PEGIDA“ ist nichts anderes als die deutsche Variante der sogenannten „ukrainischen Freiheitsbewegung Euro-Maidan“: beides letztlich Agenturen der großdeutsch-europäischen Wirtschaftsordnung und deren Kriegstreiberei. Auch die ukrainischen Maidan-Bewegten waren ja patriotische Europäer gegen russische und sonstige nicht-europäische Zuwanderer (außerdem natürlich gegen Kommunisten, Juden, Medien etc.) und gingen als Prostituierte ihres Zuhälters namens „Demokratie & Freiheit“ (auf die ausgerechnet das postfaschistische Europa und seine Militärmacht NATO das Patent haben sollen) auf die Straße. Bekommen haben sie folgerichtig eine rechtsradikale Regierung. Was deutsche Regierungen im Ausland unterstützen, wird also im Inneren als Gefahr angesehen, wenn natürlich auch toleriert, da selbst produziert. Jetzt sind die deutschen Parteien gefragt, das Land durch die parlamentarisch-talkshowpolitische Hintertür gegen die liquid-democracy-“Zivilgesellschaft“ (die PEGIDA ja darstellt) so umzumodeln, dass deren Faschismus demokratiekompatibel integriert und somit die gewünschte Stabilisierung der Kapital-Akkumulationsrate qua fügsamem Arbeitermaterial auch weiterhin zur Verfügung gestellt werden kann. So demonstriert dann letztlich der deutsche Proleten-Mob vor großstädtischen Hauptbahnhöfen für seine eigene verstärkte Mehrwert-Verwurstung. Und die gründeutsche Linke, die diesem schon im 20. Jahrhundert so fatalen und widerlichen Solidarność-Prager-Frühlings-Volksaufstands-Montagsdemonstrationsgewichse den Rücken gestärkt und den Boden bereitet hat: jedes Gehirn ein vom Springerkonzern besetztes Haus. Hier gibt es nichts mehr zu retten, niemanden mehr zu kritisieren oder sogar zu überzeugen – jenes euronationalistische Maidan-Versteher- und taz-Leser-Völkchen, das sich hierzulande mit „bunt statt braun“-Bannern zusammenrottet, stützt ansonsten genau die gesellschaftlichen Kräfte und politischen Parteien, die braune Regierungen (wie in Ungarn und der Ukraine) fördern oder sogar direkt an die Macht bringen, und dürfte ausserdem zu mindestens 90% aus jenem BRD-Flaggen schwenkenden Germanengesindel bestehen, das vor einem halben Jahr noch Hand in Hand mit Otto-Normal-Bürger-Nazis den deutschen Gewinn der Fussball-WM gefeiert hat. So wird also ein nach außen anständig wirkender, „bunter“ Nationalismus dem zu offensichtlichen der PEGIDA entgegengesetzt, garantiert u.a. durch das kürzlich veranstaltete „Offen und bunt“-Konzert in Dresden mit seinen alteingesessen nationalistischen Volks-Musikern wie Herbert Grönemeyer, Gentleman, Jeanette Biedermann und Wolfgang Niedecken sowie ca. 25000 johlenden Deutschen – darunter natürlich kein einziger Rassist – und dem Rest der achso „bunten“ völkischen Brauchtums-Rotze zwischen Lohnarbeit, Fussballstadion, Alternativem Karneval, Blut&Boden-Naturschutzwahn und Modeblogs.

Die einzig richtige Position, und zwar gegen beide dieser Seiten des Pöbels, ist somit (in momentaner Ermangelung von Stalinorgeln) höchstens noch die auf den polizeilichen Wasserwerfern und jedenfalls nicht in den Reihen jener (eventuell auch linken) Kritiker, die sich jetzt wieder ihr gutdeutsches Volk herbei halluzinieren:

Mit dem Trickwort „Kritik“ konnten diese bisher noch so ziemliche jeden fanatischen, naiven oder demokratischen Bullshit als etwas Geltendes verkleiden. Besonders schlimm nimmt sich dieses Elend aus, wenn davor auch noch weitere Trickwörter wie „immanent“ oder „materialistisch“ gesetzt werden, vom „kritischen Hinterfragen“ ganz zu schweigen. Stalinistische Kontrolleure von Geistespleite-Untermehmungen wie dem proto-sozialdemokratischen Studentenblättchen „Phase 2″, wo die Phantastereien der linken Unmündigen seit Jahren fröhliche Urständ‘ feiern, wissen, wovon ich rede. „Kritik“ ist im letzten Jahrhundert allmählich zum bevorzugten Element aller Ungebildeten, zum Codewort der Feinde des Fortschritts, und überhaupt des faulen Bewusstseins in all seinen Schattierungen geworden, welches sich dadurch auszeichnet, stets im Millimeter-Abstand am zu kritisierenden Gegenstand zu haften (eben „Immanenz“) und somit zu einer unabhängigen, objektiven Bestimmung desselben gar nicht mehr fähig ist. Ihre Geltung ist eine eingebildete, ihre Schlüsse eine Gefahr, nämlich Verewigung der Barbarei. Eine Welt, die den Kritikern überlassen wird, ist eine verlorene; eine Revolution benötigt und bringt die Vernichtung der Kritiker als Klasse, oder sie ist keine (vgl. z.B. DDR 1989, wo der Sieg der Kritik die Rücknahme der sozialistischen Revolution von 1945 gebracht hat).

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Sieger der Blödinale 2015: „PEGIDA“ und „NOPEGIDA“

Zu beiderlei Gelumpe lässt sich festhalten: es wäre doch wirklich sehr hilfreich, wenn die Ungebildeten endlich mal aufhörten, sich politisch zu äußern – zumindest so lange, bis die bolschewistische Herrschaft ohnehin ein dementsprechendes Gesetz erlässt.


Sie sind das Volk: „deutsch, deutsch und nochmal deutsch“ (demokratisch eben)

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5 Antworten auf “Bunter statt brauner Nationalismus: „PEGIDA“ und ihre Kritiker”


  1. 1 only AA but XXX 09. Februar 2015 um 15:22 Uhr

    Genosse,
    „Otto-Normal-Bürger-Nazis“ heißen doch aber eigentlich Otto Normalvergaser.

    Sonst alles sehr richtig, wie immer.
    Weitermachen.

  2. 2 Alter Nihilist 11. Februar 2015 um 16:44 Uhr

    Lumpenproletariat und Kleinbürgertum. Selbstentzündend. (20 Jahre. Kategorie Hirnlos.)
    Die Blechcontainer, die gerade im Norden Ost-Berlins (BuchIV) für jene aufgestellt werden, die nicht an den Stränden des FRONTEX-Mittelmeeres ersoffenen herumliegen, sind auch herrlich bunt. Aber mische mal ’nen Teller bunte Knete – kommt auch nur brauner Dreck bei raus.

  3. 3 Homers selten auftauchender Halbbruder Herb 14. Februar 2015 um 3:00 Uhr

    Besonders herzerwärmend sind diejenigen Antipegidainskis, welche sich über die Nutzung der mal wieder so ausgiebig skandierten Drecksparole „Wir sind das Volk!“ empören und eines herbeihalluzinierten Missbrauches an Dieser von Seiten des PEGIDA-Gesindels bedürfen zu einem Zeitpunkt, an dem wieder einmal ersichtlich wird, dass das Pack, welches heute fürs „Abendland“ kämpft, eben diejenigen Helden sind, welche damals auf der Ostseite der Mauer randalierten und dass der Kampf für die Freiheit™ mit dem Kampf um Volk, Nation und Rasse notwendig zusammenfällt.

  4. 4 Alter Nihilist 27. Februar 2015 um 14:58 Uhr

    Zu diesen (Ich bin Volker!) höre auch (YTube)
    »Pegida – böse und gute Patrioten im Clinch (Peter Decker, GegenStandpunkt«.

  5. 5 freshundumbenannt 04. März 2015 um 0:37 Uhr

    Man sollte nie Vorträge von GSP-Automatons anhören.

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