Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Vortrag zu Hegel in Chemnitz

Die schöne Seele, das Böse und die Vernunft des Wirklichen bei Hegel

Mit Marlon Grohn

MONTAG, 11. OKTOBER 2021
19:00
Das Tietz
Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

Eintritt frei, buchbar hier.

„Was kann und sollte man von Hegel heute lernen? Was also bedeuten Begriffe wie Vernunft, Wirklichkeit, Moralität, Anerkennung und das Verhältnis von Schöner Seele und Bösem Bewusstsein bei Hegel und warum sollten gerade jene, die den Sozialismus zu erstreiten versuchen, von ihm lernen? Wie steht die Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft mit Furcht, Angst und Arbeit in Verbindung?
Grohn will insbesondere Hegels Phänomenologie des Geistes als revolutionären Impfstoff vorstellen, mit dem man sich in den heutigen Zeiten gegen den kursierenden Virus der linken Realitätsleugnung immunisieren kann.“

Facebook-Veranstaltung

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Masken, unter denen nichts verborgen ist: Zum TV-Triell

„Publikum und begleitende Presse hingegen haben Schwierigkeiten, Personen und Rollen auseinanderzuhalten. Deshalb können sie sich nicht erklären, warum die eine Rolle erfolgreicher ist, die Maske also besser sitzt als die andere. Das lässt sie immer noch an den Mythos glauben, dem Volk sei an Authentizität gelegen. Nichts aber könnte ferner liegen: Wo Armin Laschet ein einziges mal in diesem Wahlkampf authentisch war, nämlich als er im falschen Moment lachte, hatte er die Wahl verloren.“

Hier erschienen.

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Drunterkommentierer – Der User als Patient

„Der Drunterkommentierer bringt es fertig, sich in der kosmischen Kälte und existenziellen Verlassenheit der sozialen Medien zu Hause zu fühlen. Fragt ihn im wirklichen Leben niemand nach seiner Meinung, darf er im Kommentarbereich des Netzes mal so richtig die Sau herauslassen.
Dass seine Beiträge nur von seinesgleichen, also anderen Kommentarspalten-Exegeten gelesen werden und seine Meinung in der Welt keinen Belang hat, stört ihn nicht weiter, sondern treibt ihn nur noch an, mit anderen Wahnsinnigen abermals Nebenschauplätze und Meta-Diskussionen zu eröffnen: Der Drunterkommentierer verkümmert zum Drunterkommentar-Drunterkommentierer.“

Hier erschienen.

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Rezensionen & Interview zum Hassbuch

1. Die FAZ-Rezension ist hier frei zugänglich.

2. Hier die ND-Rezension „Die Enteignung der Gefühle“.

3. Ein weiteres Interview zu Hass, Social Media, Trollen und Empörten auf Telepolis.

4. Ebenfalls auf Telepolis: Ein Auszug aus meinem Buch.

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Elend des Ironischen

Das ND bringt in seiner heutigen Wochenend-Ausgabe einen Artikel von mir zum Elend der Ironie:
Die Tyrannei des Unernsten – Der Ironiker ist der Wiederkäuer des Status quo

„Ironie ist die Unfähigkeit zum Austausch mit der Welt unterm Deckmantel der Kommunikation und ist deshalb in ihren primitivsten Formen einfach das Mahnmal von gelungener Selbstverblödung.“

zeroironie

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Interview zu „Hass von oben, Hass von unten“

Sandro Abbate hat mich u.a. befragt zum Unterschied von Hass und Ideologie, Hassverboten, den Zusammenhang von Hass und Kunst und ob Internetnutzung zu mehr Gewalt führt:

“Hass und Gewalt sind schon älter als das Internet”

„SPIEGEL: Herr Grohn, bis gestern schien die Welt noch ohne Hass…

GROHN: Mir nicht.“

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Neues Buch: Hass von oben, Hass von unten

Mein neues Buch erscheint am 17 Februar. Wer es vorab bei mir bestellen will, kann das hier tun.

Marlon Grohn
Hass von oben, Hass von unten
Klassenkampf im Internet
174 Seiten
Das Neue Berlin
12,– €

hassbuchcover

Wo Höflichkeit als einzige Maxime gilt und »Netiquette« die liberale Öffentlichkeit bestimmt, wird jede Form von erbittertem, also: entschlossenem Kampf gegen die Zustände als »Hass« verunglimpft. Proletarische Kampfformen werden mit rechtsradikaler Hetze gleichgesetzt, weil Liberale keinen belastbaren Begriff von Faschismus mehr haben. Die Debatte, die sich um den Hass im Netz entfacht, bezeugt, auf welcher Seite sich nicht nur Liberale, sondern auch große Teile der Linken tatsächlich befinden, wenn sie den Kampf gegen das Symptom Hass als wichtiger erachten als den gegen die Verhältnisse, die seine Ursache sind.

Die vielbeklagten Phänomene Hass und Verrohung sind Teil des traditionellen Pöbel-Problems: Vor 200 Jahren machte man Goethe-Bücher für Selbstmorde verantwortlich, nach 1990 sollten »Ballerspiele« und Heavy Metal an der »Verrohung der Jugend« schuld sein, an Hass, Gewalt, Amok- läufen, Attentaten, Terror und sonstigem angeblichem Sittenverfall. Heute ist es der »Netz-Hass«: Was dem Rechten sein Drogendealer im Park, dessen Beseitigung ihm der letzte Schritt auf dem Marsch in die heile freie Welt ist, sind den Linksliberalen ihre Hassenden und Trolle im Netz. Die nähere Untersuchung zeigt: Da werden bloße Symptome zur Bedrohung für Gesellschaft, Freiheit, Frieden zurechtfetischisiert. Was aber ist schon der Hass gegen die Gesellschaft im Vergleich zur Gesellschaft, die den Hass hervorbringt? Was ist das Beleidigen eines Springer-Redakteurs gegen die Beleidigung, die Springer für die Menschheit bedeutet?

Erscheint 17. Februar 2021

hassbuchcover

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Antideutsche Ideologiekritik– die Avantgarde der deutschen Ideologie

Dass die ehemaligen Antideutschen und „Ideologiekritiker“ inzwischen so ziemlich alle am Rad drehen oder bereits komplett dem Irrsinn anheim gefallen sind, hat wohl vor allem damit zu tun, dass sie nahezu überflüssig geworden sind, weil sie ihre Funktion für die Linke verloren haben. Auch wenn sie von ihren Pendants – den moralisch engagierten, schon mit halbem Bein in der Türe des Linksliberalismus stehenden linken Kritikern – immer noch beachtet, also: als Gegner anerkannt, d.h. ernst genommen werden, benötigt die antideutsche Ideologiekritik keine Aufmerksamkeit mehr, schließlich hat sie ja auf ganzer Linie gesiegt. Sie hat sich im Grunde totgesiegt, indem sie – wie das bei idealistischen linken Bestrebungen innerhalb des Kapitalismus immer der Fall ist (siehe 68er, Grüne, K-Gruppen usw.) – die Avantgarde, also nützlichen Idioten abgegeben hat für
a) die inzwischen 24/7 in allen Medien herum mahnende Anti-Verschwörungsideologie-Schulmeisterei und
b) überhaupt die in Massenmedien zur Normalität gewordene Kritik an (linken, inländischen) Regierungskritikern und allen möglichen Demonstranten und Aktivisten. Wozu noch Zirkulare wie sans phrase, prodomo, Phase 2 und Bahamas, wenn tagesschau, heute journal und Bildzeitung das viel effektiver zustande bringen?
Die (post-)linke, antideutsche Ideologiekritik war immer gerichtet gegen Aktionismus, „Pseudoaktivität“ (Adorno), Volks-Aufbegehren, Massenproteste usw., also pro bloße Kritik. Es ging ihr ausserdem immer um die „rücksichtslose“ Denunziation „autoritärer Herrschaft“ (sic!). Diese Kritik ist mit vollem Erfolg angekommen in allen Polit-Shows, Nachrichten, Magazinen, Comedy- und Satire-Formaten, staatstragenden Blogs und sozialen Medien: keine 5 Sendeminuten vergehen mehr ohne den BRD-Imperialismus verharmlosende oder leugnende Propaganda gegen selbstverständlich immer bloß im Ausland ausgemachte „autoritäre Regierungen“ wie in Russland, China, Belarus usw.
Die unmarxistische ideologiekritik und das vulgäre, d.h. den BRD-Imperialismus ignorierende Antideutschtum hat jetzt also zusätzlich zu den linken Zeitungen eine Wirkungsstätte in den großen Medien. In den Redaktionen von Springers Welt und Bild sitzen inzwischen ganz selbstverständlich jene Adorniten, die über den ideologischen Umschlagplatz „Israelsolidarität“ heim ins Reich gefunden haben, aus dem sie natürlich objektiv nie ausgeschlossen waren in ihrem Grand Hotel Abgrund.
Begreift man aber die Stufe des in den 90ern in der BRD aufgekommenen Antideutschtums und ihrer geisteskranken Sorte Ideologiekritik dialektisch (also: richtig) als _notwendige_ Stufe, nämlich Antithese im dialektischen Prozess der Selbstfindungsveranstaltungen innerhalb linksradikaler und kommunistischer Kreise, so kann es die Praxis der Vernunft nicht sein, dieser Antithese wiederum bloß einseitig ablehnend zu begegnen, also selbst bloß Negation dieser Stufe zu betreiben, statt sie zu einer höheren Stufe, zur Synthese, aufzuheben, also ihren – meinetwegen auch verneinten Gehalt – in sich aufzunehmen und zumindest zu reflektieren. Es ist klar, dass das kaum wer tut, denn das hätte schließlich vorzeigbare und nützliche Ergebnisse und sowas kann eine Linke natürlich niemals wollen.
Es ist auch klar, dass die Ex-AntiDs/ Ideologiekritiker, weil sie ins Verlieren verliebt sind, ihren objektiven Erfolg so nicht stehen lassen können. So müssen sie sich ständig winden, alle paar Monate sich von einem absurden hottake zum nächsten, noch absurderen hottake schlängeln, um ihre lediglich auf die Kritik der Ideologie anderer Linker gerichtete Identität und damit: Ideologie aufrechterhalten zu können. Damit aber, mit dem nahezu zwanghaften Verteidigen der eigenen Identität und der eigenen Irrtümer gleichen sie den traditionellen Linken ja wiederum aufs Haar. Das ist es, was sie so verrückt macht und sie dazu bringt, immer wieder aufs neue Amok zu laufen.

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