Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Das antistalinistische Bullshit-Bingo

Nie ersehnt, zwischen zwei Hass-Postings schnell zusammengeklöppelt, aber endlich da: Das höchstoffizielle, von der Partei® autorisierte Bullshitbingo des (vor allem deutschen) Antistalinismus.

Einfach ausdrucken und beim Polit-Talkshow-Schauen, Deutschlandfunk hören, taz lesen oder während des Vortrags im Autonomen Zentrum schnell die ersten Bingo-Erfolge feiern!

Dieses Antistalinimus-Bullshitbingo ist auch prima als Weihnachtsgeschenk für die ganze bolschewistische Familie geeignet – und dabei völlig kostenlos, womit es der warenproduzierenden Scheissgesellschaft auch noch ein Schnippchen schlägt. Mehr kann man zum 100. Jubiläum der Großen Oktoberrevolution nun wirklich nicht erwarten.

Staatssozialismus! Stalin = Hitler! 10 Mio. Tote! Holodomor! Verrat an der Revolution
„Hitler-Stalin-Pakt“! 20 Mio. Tote!  Katastrophe der Emanzipation 50 Mio. Tote! „Hat nix/was mit Kommunismus zu tun“
Gute Idee, schlecht umgesetzt/gescheitert Nach Lenin gings bergab!       Schon mit Lenin fing die Barbarei an! Irgendein Satz von Roger Behrens   “Nein nein, das ist nicht der Kommunismus!“
Enteignung der Kulaken  Irgendein Tweet von Leo Fischer Degnerierter Arbeiterstaat Spießerstaat Goethe ist überbewertet
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Bürgerliche AfD-Kritik

Wenige Tage vor der Bundestagswahl geraten die naiven Vorzeige-Demokraten und Marktwirtschafts -Romantiker Deutschlands, die sich so gemütlich in den bürgerlichen Medien und deren Internet-Minizweigstellen eingenistet haben, mal wieder pflichtgemäß in Aufregung: Von völliger intellektueller Zerrüttung zeugende Rechenspiele werden angestellt (Niggemeier), eine Satirepartei als Helfershelfer der AfD ausgemacht (Martin Kaul/taz, ebenfalls Niggemeier), der deutsche Postfaschismus verharmlost (Böhmermann), Nichtwähler als 5. Kolonne des Faschismus gebrandmarkt (alle anderen) und allgemein so getan, als hätte es in den etablierten Parteien in den letzten Jahren nie Faschisten gegeben – Martin Hohmann, Jürgen Möllemann, Thilo Sarrazin und dutzende andere geflissentlich ignorierend.

Das Problem soll laut der nun wieder an jeder Ecke mahnenden AfD-Kritiker plötztlich nicht mehr sein, dass ca. 10% der Deutschen veritable Neonazis in den Bundestag wählen, sondern eine Partei, die dem sonst doch so hoch gefeierten demokratischen Wählerwillen lediglich Ausdruck verleiht und bloßes Symptom einer durch und durch rassistischen und sich in ihrer strukturellen Vollverblödung gefallenden Gesellschaft, ihrer Medien-“Eliten“, ihres bürgerlichen Staates und seiner kapitalistischen Wirtschaft ist, in der doch Faschismus, global betrachtet, bisher eher die Regel als die Ausnahme war. Mittendrin die bürgerlichen Linken, die sich bisher im Schönlügen des deutschen Normalbürgers und in Geraune gegen Rechtsradikale hervorgetan haben, ohne darauf zu kommen, das beide miteinander zu tun haben könnte.

Es ist die parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts, die ansonsten als höchstes Gut und Hort der gelungenen Aufklärung hochgehalten wird, die das Faschistenpack hervorbringt, ja geradezu zielgerichtet produziert – und es ist das Grundgesetz der BRD, das die entsprechenden Parteien erlaubt. Deshalb mögen all die engagierten Demokraten doch bitte mal ihr Maul halten, wenn sich nun die braune Fratze aus dem Sumpf der bourgeoisen Klassenherrschaft hervortut, sie aber seit Jahren „den Wähler“ als solchen nicht antasten mögen, weil er für sie das edle, unschuldige Wesen, das es zu respektieren, höchstens zu domestizieren gelte, bleiben soll, so wie die Kapitalknechte in den Medien prinzipiell weder das deutsche Volk beleidigen und somit in seinem Irrsinn stören wollen, da es ihnen schließlich als fruchtbarer Boden für ihren rund um die Uhr abgesonderten ideologischen Sperrmüll dient, noch die Verfasstheit des bundesrepublikanischen Staats für kritikwürdig erachten, auf den sie sich jederzeit treu berufen, solange er ihnen und ihren niederträchtigen Interessen zu Diensten ist.

Es ist nicht zu erwarten, dass sich in deutschen Journalistenkreisen jene einfache Erkenntnis rumspricht, sie seit der Brecht’schen Sentenz vom fruchtbaren Schoß für jeden denkenden Menschen selbstverständlich sein sollte: Man kann nicht gleichzeitig Verteidiger der bürgerlichen Demokratie und Faschistenbekämpfer sein.

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Free Deniz & your mind won‘t follow

Der nun in der Bundesrepublik allseits von braven Bürgern, also von Jutta Ditfurth bis Erika Steinbach, vom Bahamas-Schreiber bis zur Bildzeitung, vom Antideutschen Autonomen Zentrum Neukölln bis zu Angela Merkel wegen seiner Inhaftierung bedauerte Deniz Yücel hat sich übrigens zu Zeiten seiner Tätigkeiten als Jungle-World- und taz-Redakteur mit diversen barbarischen Artikeln wie z.B. einer ressentimentgeladenen Hetzschrift gegen die DDR hervorgetan, um dann in Springers „Welt“ zur Lobeshymne auf den grünen Hartz4-Befürworter Volker Beck anzustimmen. Kein Wunder, dass der Springer-Konzern weiss, was er an diesem seiner Knechte hat, und sich daher nun genauso nachdrücklich mit ihm solidarisch erklärt, wie die Canaillen aus der (anti)deutschen Anarcho-Szene: Im Fall Yücel kennt man keine politischen Richtungen oder Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche, die mit einem Deutschen (erst Recht einem deutschen Journalisten, denn wen jucken schon die paarhundert seit Jahren unschuldig inhaftierten Leute, die keine Journalisten sind) jederzeit solidarisch zu sein haben, egal was dieser so treibt.

(Der Inhalt der klassischen Massenmedien ist von Journalisten produziert und in nicht geringem Umfang vermittelt er deshalb eine Weltsicht, die vor allem auf das Wohl & die Rechtfertigung des eigenen Berufsstands konzentriert ist. Die Medien im Kapitalismus sind gleichzeitig der grösste Lobbyverband der journalistisch Tätigen, ein Werbeunternehmen in eigener Sache, dem die eigentlichen Gegenstände der Berichterstattung oftmals nur noch zur Dekoration dienen, das zeigt die nun seit Tagen anhaltende mediale Hysterie um den Untersuchungshäftling Yücel.)

Wenn Gremliza die taz als „Kinder-FAZ“ betitelt hat, schwang dabei immer etwas von der Erkenntnis mit, dass all die kleineren, linksliberadikalen Jugendblätter unterm Monopol der bürgerlichen Ideologie natürlich nur als Ausbildungs- also: Zurichtungs-Stätten für die Arbeit bei „richtigen Zeitungen“, also denen von Springer, fungieren. Der Jungjournalist wird dabei langsam aber stetig an den angeblich nunmal alternativlosen Zeitungsmacher-Alltag herangeführt, bis er sich dort zuhause fühlt und die ungeschriebenen Gesetze verinnerlicht hat; etwaige Radikalität wird damit in verfassunsgsfreundliche Bahnen gelenkt, der Autor zum Journalisten heruntergezähmt, die bürgerliche Medienherrschaft stabilisiert, die rechtsradikale Springerhetze legitimiert.

Immerhin hat Yücel nun für alle ersichtlich die Probe auf dieses Exempel gemacht, und dafür sollte man ihm dankbar sein, auch wenn er in einem sozialistischen Rechtsstaat sicherlich ebenso inhaftiert würde – dann aber mit korrekter Anklage: konterrevolutionäre Umtriebe.

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Donald Trump & deutsche Demokraten

Man merkt es den Empörten momentan einfach zu stark an, wie es sie stört, dass da mit Trump nun jemand US-Präsident ist, der die ganze Widerlichkeit und Hässlichkeit des „freien Westens“ und seiner bürgerlichen Gesellschaft auch noch mit dazu passender widerlicher und hässlicher Fratze repräsentiert.

So gerne hätten sie weiterhin eine Regenbogen-Einhornwelt voll Inklusion, Antirassismus und engagiertem liberalen Bürgerrechtlertum eines Obamas vorgespielt bekommen, mit dem sie sich heimlich oder offen identifizieren hätten können, um ihre sozialdemokratischen Ideale nicht über Bord werfen zu müssen.

So glücklich waren sie über Obama (der zwar Drohnenmorde, Kriege, Massen-Abschiebungen und die sonstigen üblichen Schweinereien ins Werk setzte, wie jeder andere US-Präsident zuvor) und seine objektive Funktion, dem ganzen kapitalistischen Grauen wenigstens die ernsthaft besorgte, aber zugleich auch streetworkerhaft coole, mit dem neusten Shit der nationalen Popkultur vertraute Charaktermaske zu verleihen, die das System so sehr benötigt, um von den politischen Inhalten abzulenken.

Schon deshalb ist ein ahnungsloser Proll und Polit-Hochstapler wie Trump als Präsident zu begrüßen, weil er zum bösen Spiel, ehrlich wie er ist, auch böse Miene macht. Am Spiel selber wird er nichts ändern – weder zum guten, noch wohl kaum zum sonderlich schlechteren. Aber das ist der deutschen Empörungs-(Quer-)Front egal, denn ihre Mitglieder wissen eh schon seit Monaten, dass Trump den Untergang des Abendlandes bedeutet und die deutschnationale Angela Merkel nun die „Führerin des freien Westens“ zu sein hat, um die deutsche Wirtschaft vor den Kraken-Armen Trumps gleichermaßen wie vor denen Putins zu retten. Das ist die doppelte Frontstellung des sich im Weiter-Erstarken befindlichen deutschen Imperialismus, dessen linksliberale Knechte von Sascha Lobo und Carolin Emcke bis hin zu „Bild“-Zeitung und „taz“ der herrschenden Klasse hierzulande eben wieder nur die gute Miene zum deutschen Spiel bereiten.

Es ist die unangenehme Art dieser Charaktermaske Trump, an der sich die Empörlinge, Warner, Mahner und Besorgten heute stören, nicht die Politik. Daran werden diese Heuchler beim Anblick Trumps erinnert, das bereitet ihnen die Bauchschmerzen, nicht irgendwelche Inhalte, auf die sie im großen und ganzen den Rest des Jahres eh pfeifen.

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Sternstunden des BRD-Linksradikalismus (I)

„So groß ist der Glauben des Marxisten an Marx, dass er gewöhnlich davon Abstand nimmt, ihn zu lesen.“ (Dávila)

gsp trotzki greatmoment

(hier das Original von greatmomentsinleftism.blogspot.de )

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Piraterie am Parnassos: Bartels, der Abschreiber

Am 28.03.2015 hat der kritische Theoretiker und Blogger Felix Bartels im Kulturteil der Tageszeitung „Neues Deutschland“ einen Artikel zur Autorschaft in Zeiten des Internets veröffentlicht, den ich als in weiten Teilen von meinem fünf Jahre alten Text „Der Autor heute“ übernommen, also abgeschrieben einstufen muss. Bartels, der seit geraumer Zeit nachweislich Leser (und Kommentierender) meiner Webseite ist, übernimmt nicht nur haargenau das spezifische Thema (traditioneller Autor versus Web-Existenz), sondern auch nahezu jeden einzelnen Abschnitt meines Textes. Er hat diesen lediglich schlechter formuliert und verkürzt, also in ein plattes Feuilletonisten-Deutsch übersetzt, sowie um den Marxismus meines Originals erleichtert. Dem Textsinn nach handelt es sich um ein Plagiat, und zwar bis hinein in die Textstruktur, den inhaltlichen Aufbau und den Schluss, zu dem ich gekommen bin.

Ich gebe dafür im folgenden ein paar offensichtliche Beispiel-Passagen aus unseren beiden Artikeln:

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Bunter statt brauner Nationalismus: „PEGIDA“ und ihre Kritiker

Viel wurde in den letzten Monaten in den bundesdeutschen, freien, überhaupt nicht lügenden, sondern ihre Ideologie mit bestem Wissen und Gewissen verbreitenden Medien über „PEGIDA“ einerseits und den Krieg im Osten der Ukraine andererseits gefaselt. Unbemerkt blieb dabei die Wesensgleichheit der deutschen Demonstranten und der Maidan-Proteste, mit denen vor einem Jahr die Konflikte in der Ukraine begonnen wurden.
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Ice-Bucket-Challenge für Sesselfurzer: Der Lobster Award

Ich weiß nicht, was das soll und woher es nun schon wieder kommt und warum, aber bei Rapoports rappelt’s und er stellt mir Fragen, als wäre der pensionierte Unhold Beckmann in ihn gefahren – und da antworten manchmal besser als ignorieren ist, komme ich seinem Wunsch in diesem Falle nach:

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