Archiv der Kategorie 'Blogosphäre'

Ice-Bucket-Challenge für Sesselfurzer: Der Lobster Award

Ich weiß nicht, was das soll und woher es nun schon wieder kommt und warum, aber bei Rapoports rappelt’s und er stellt mir Fragen, als wäre der pensionierte Unhold Beckmann in ihn gefahren – und da antworten manchmal besser als ignorieren ist, komme ich seinem Wunsch in diesem Falle nach:

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Blogger Ofenschlot – Dumm wie Brot

Der brave Blogger Ofenschlot: Alle zwei Tage ein neuer, ernster, engagierter „Beitrag“ aka. Blogpost, der zum bestehenden Denk- und Sprachmüllberg seinen Teil hinzuschüttet, immer wieder ein weiterer Untext des Grauens, zu 90% eh bloßes kontingentes Zitat, der Rest umso kontigentere, umso falschere Szene- und Kulturarbeiter-Banalitäten, die sowieso schon zigmal woanders (und besser) gesagt wurden, es will einfach nicht aufhören. Berichterstatterischer Dreck, den man in jedem Tageszeitungsfeuilletonkommentar hundert mal die Woche überall lesen kann, aber hier natürlich mit dem heissen Scheisstheoretikerkauderwelschgepimmel aus der Unibibliothek nebenan garniert; damit natürlich immer die möglichst größte Menge an Minderheitenmainstream-Parasiten anlockend mit seiner relativistischen Beobachtungs- und Investigativ-Journalistenschweinerei. Dem Journalismus setzt er ein Ehrenmal, indem er ihn noch in die Unweihen eines Blogs runterhebt mit seinem journalösen Bloggeblöke.

Man kennt das alles aus linker Journaille und Universität: Ein Theoretiker, der in seinem ganzen Leben zwei oder drei Gedanken hatte, beschäftigt an den Hochschulen ganze Institute, ganze Forscherherden über Jahrzehnte hinweg (vgl.: die Einspeisung Walter Benjamins in den Betrieb): Schafft Arbeitsplätze, werdet Denker! Bei diesem Ausschlachtungs-Pandämonium will Ofenschlot natürlich nicht aussen stehen – und empfiehlt sich in seinem Scheitern den anderen Gescheiterten, die ihr Scheitern zum Erfolg umzulügen im Stande sind, weil man es ihnen gestattet, weil sie nämlich mit ihrer kritischen Dummheit nicht nur den Betrieb nicht weiter stören, sondern sogar dessen Funktionieren weiter garantieren. Es klappt hervorragend, die Leser kommen in Scharen, um sich ihre commünistischen Ressentiments bestätigen zu lassen, Gratulation.

„Eigene Thesen“ natürlich auch mal hier und da beigemengt, zu Weihnachten und Ostern wird halt auch bei Ofenschlots mal der Hirnofen angeschmissen, aber gerade in der Degradierung des eh schwächlichen eigenen Hirnprodukts zu bloßen „Thesen“ kommt dabei eben das Gegenteil von Theorie, von Forschung, letztlich: keine eigene Leistung, bloße Denk-Asche bei herum. Aber Leistung, so reden sich diese Idioten ja andauernd raus (und ein), gilt ja eh nicht, ist altbacken, „überholt“, „unkritisch“, geniegläuberisch, bürgerlich, faschistoid, wie alles andere, wozu sie nichts beizutragen haben, auch nichts herstellen können aus Unfähigkeit: Wert, Staat, Geld, Kapital, Macht. Deren Wert-, Staat-, Geld-, Kapital- und Herrschaftslosigkeit will man als vernünftiger Mensch natürlich nicht erleben müssen, dann doch lieber die heutige Scheisse. – Es gibt eine Fortschrittlichkeit des bürgerlichen Ressentiments, welche jene angebliche dieser „revolutionären Linken“ bei weitem übertrifft.

Ebenso „Fundstücke“ und „aufgegebene Projekte“, als sei nicht schon sein ganzes Leben ein aufgegebenes Projekt; noch das Selbstverständlichste mit Erklärungskleister vollschmieren, so dass es jeder, also gar keiner mehr kapiert, das tausendfach erwähnte zum 1001. Male hinrotzen, diesmal aber im Gestus von „Heureka, welch edle neue Weisheit!“; alles schön seminarisch korrekt durchinterpretieren (also nachplappern), einfach mal Hegel oder Mao lesen ist nicht drin, es muss schon „Chotjewitz über Machiavelli aus der Perspektive Althussers gelesen“ sein; Bordiga durch eine Brille von Fielmann rückwärts und spiegelverkehrt unter LSD gelesen; Pannekoek mit Bernstein und Gramsci dekonstruiert und rätekommunistisch in den Arsch gefickt; Lenin widerlegt beim Kaffeeklatsch mit Christian Enzensberger; überhaupt alle schlechten linken deutschen Literaten versammeln; noch den Tod eines Menschen für die eigene Blogtagebuchscheisse verwursten; Prosa des Lebens #88; individualcommünistische Sklavenaufstände kommen sehen; zu jedem Dreck noch mehr Dreck labern; Müll zitieren, dass es nur so kracht; das ist Ofenschlot at its worst; – jedes Zitat ist der Sarg eines Gedankens, das, was nicht geklärt und begriffen werden konnte, wird einfach runterzitiert, der Geist gleich mit beerdigt, Zitatefälschen klappt auch immer besser von Jahr zu Jahr, fertig ist die Megascheisse. Ofenschlot, der Blog-Gremliza für die ganz Doofen, der Sportkommentator seines eigenen politischen Elends. Einer jener rechtstrotzkistisch-idealistischen Idioten, die meinen, sie könnten noch was ausrichten, wenn sie nur engagiert genug schreiben und zum globalen Narodnikismus aufrufen, statt nüchtern die Welt zu sehen, wie sie ist und die Wahrheit über sie gottverdammt nochmal einfach hinzuschreiben.

Wann ist der Ofen endlich aus? Gerade im Winter scheint geheizt werden zu müssen, es ist keine Vernunft in Sicht in jenen Kreisen.

Ich will meinem blanken Hass, den ich auf solche sich selbst zu „Figuren“ herunterkochenden Vollspaten wie Ofenschlot hege, gar nicht auf irgend eine Weise den Anstrich von Wissenschaftlichkeit oder Rationalität geben (wer weiss, was Wissenschaft seit je her ist, weiss natürlich auch, dass diese zur Hauptsache ohnehin von Hass angetrieben ist und aus Hass besteht, dem man nachträglich Rationalität hinzudichtet, aber darauf kommt es hier nicht an); hier bedarf es keiner argumentativen oder sonstiger vertrottelten Rechtfertigung – im Schneehagel hegelnd kegelt es sich gleich beheglicher –, die Barbarei ist so offenbar, dass ein kleiner Wink genügt.

Was soll der praktizierende Geist menschlicher Restvernunft gegen solche Luschen tun? Ernsthaft hingehen und den Denkdreck dort in seinem ganzen Umfang „auseinandernehmen“, wie einem hier und da von gutmütigen Idealisten empfohlen wird? Ihnen die Ehre zukommen lassen, sie ihren schwachsinnigen Spielregeln gemäß zu „kritisieren“? Womöglich in allen Einzelheiten jeden Satz seiner logischen Falschheit überführen, obwohl das schon bei so ziemlich allen anderen Unansprechbaren nichts als weitere Stupidität hervorgerufen hat? Es hilft nur noch konsequent rücksichtsloser, teuflischst praktizierter Hass, soviel hat man inzwischen gelernt, niemals mehr Idioten belehren, denn Hass macht klug, Kritik aber verblödet; man darf weder nach links noch nach rechts dabei schauen, die Liquidation ist erforderlich, aber sie will nicht Wirklichkeit werden. Jene menschliche Restvernunft hat – im Gegensatz zu früheren Epochen – keine Mittel mehr dazu in den Händen; weder welche der Zensur, noch welche des Militärs, des Politbüros oder schlicht des Standgerichts, um die Ofenschlots dieser Welt ein für alle mal zum Schweigen zu bringen. So kann sie nur noch hassen und hoffen, dass die Scheisse irgendwann in ihrer eigenen Scheisshaftigkeit ersäuft, wenn man noch ein wenig dabei nachhilft, die entsprechenden Canaillen tiefer in die Scheisse zu reiten.

Und worauf ich dabei meinen Hass richte, ist mir eigentlich auch relativ egal – heute muss eben ein Untergangssymptom wie Ofenschlot als Steigbügelhalter des produktiven, vernünftigen kommunistischen Hasses herhalten, morgen ist es irgend ein anderes armes hirnloses Schwein, das nichts zu sagen hat und deshalb auch sehr bald sang- und klanglos untergehen und verschwinden wird – es gibt dergleichen ja leider wie Sand am Meer. Wichtig ist dabei lediglich, dass der Zwang zu Lüge und Stumpfsinn, den diese Idioten mit ihrer überall ausgekotzten „kritischen Haltung“ verbreiten, delegitimiert und zum Schweigen gebracht wird, und seien die Mittel dazu noch so primitiv. Überhaupt ist Hass ja allgemein völlig unterschätzt als elaboriertes Erkenntnisinstrument; von den Adorniten z.B. wird präziser, zielgerichteter, aufklärender Hass ja immer noch verwechselt mit bloßer unreflektierter „Wut“.

Hassen aber muss, wer sich vom Mitleid fernhalten will. Ich möchte ablassen vom Mitleiden, das natürlich in Wahrheit ein Fürleiden ist, da es das objektiv vorhandene, aber vom entsprechenden Opfer nicht mehr erfahrbare Leid ausdrückt. Leidet ein Ofenschlot? Ich fürchte: nein.

Frohe Weihnachten.

Nachbemerkung für die Blogsport-Verwaltung: Im obigen Eintrag wird weder mit den Vorwürfen des Rassismus, des Antisemitismus, des Neoliberalismus, des Antiimperialismus, der Islamophobie, noch des Antikommunismus operiert. Überhaupt enthält er keine als „Argumente“ bekannten stumpfsinnigen Diskussionsborniertheiten, sondern äußert seine Wahrheit folgerichtig implizit. Der Text ist also nicht „politisch“ zu nehmen, sondern – wie immer, wenn irgendwo was wahres steht – einfach als Dichtung abzutun. (Und ja, eine Person muss sich weder rassistisch, antisemitisch, neoliberal, antiimperialistisch, islamophob, noch antikommunistisch äußern und kann dabei trotzdem EIN DEPP sein. Wer hätte das gedacht? Ihr natürlich nicht.)

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Referenzen

Anderleuts Kommentare über einen selbst aufzubereiten und zur Schau zu stellen, hat prinzipiell etwas von dieser Klappentext-Referenzen-Ekelhaftigkeit, die jeder vernünftige Mensch zurecht verachtet, weil sie bloße Reklame ist, aber so tut, als seien die für diese bezahlten Lobpreiser der eigenen Scheiße unabhängige Gütesiegel-Vergeber. Auf jedem zweiten Roman eines US-Schriftstellers prangt inzwischen schon auf dem Cover eine fette Empfehlung von Stephen King persönlich, die feststellt, wie genial und großartig der betreffende Autor sei; das wird natürlich schnell lächerlich, denn von Leuten, die prinzipiell alles super finden, will kein vernünftiger Mensch gelobt werden. Im Falle dieses Blogs jedoch ist es genau umgekehrt: Ich kenne und mag all diese Leute nicht, die sich in den letzten knapp zwei Jahren bemüßigt gefühlt haben, ihren stumpfen, irrelevanten Senf zu mir abzugeben – zudem soll die Sammlung der Kommentare von meinungsbesitzenden Idioten, Argumentierlehrlingen und Sittlichkeitsverpestern keine Empfehlung sein, sondern ein entzückendes Panorama der Zustände des gegenwärtigen deutschlinken Bewusstseins und der stupidesten Stämme von Bloginteressierten aller Klassen und Richtungen liefern. Wenn sie schon nichts kapieren, so nutzt man sie wenigstens zu Bespaßungszwecken.

Auch eine solche Anthologie des Hirnausflusses gelangweilter Gaffer und Geiferer hat natürlich die Anmutung einer stolzen Präsentation der Jagdtrophäen erfolgreichen „Getrolles“ – Trolle aber, gemeinsam mit den sogenannten Fakes die Juden des Internets, gibt es nicht. Hieß es früher noch „Kauft nicht beim Juden“, grunzen dieselben debilen Faschisten heute siebentausend mal pro Tag in sämtlichen Internetforen und Blogs die Phrase „Don‘t feed the troll“; die Funktion ist in beiden Fällen dieselbe: das Nichtpassende, Inkommensurable, Unbegriffene, Heimatlose, Nomadische, Unauthentische (nichts anderes heisst „Fake“), Künstliche, Wurzellose, Volksferne, Undeutsche soll qua Verniedlichung oder direkter Vernichtung als abgeschmackt, albern, überflüssig entwertet werden. Trolle und Fakes (vgl. auch sogenannte „Offtopic“-Beiträge, wobei immer ausgerechnet jene Kretins, die der „Themen“-Ideologie zum Opfer gefallen sind, bestimmen, was off- und ontopic zu sein haben) werden deshalb, wo nicht direkt vom zuständigen Administrator-Blockwart gelöscht, zumindest der Regressivität des Volkszorns preisgegeben.

Trolle sind deshalb weit höher zu bewerten als jener niederste Abschaum bürgerlicher Engagement-Barbarei – die notorische Landplage namens Blogger –, denn Trolle produzieren Reaktionen, die es sonst nicht gegeben hätte, betreiben also objektiv eine Form von Sozialwissenschaft und erzeugen zudem noch Zwietracht, also Klassenkampf (bei welchem sich dann auch zeigt, dass die wahren Trolle in Wirklichkeit jene sind, die es sich unterm Dach der ordnungsgemäßen „Seriosität“, die nur eine weitere Formel für nachdrücklich ausgeübtes Unrecht darstellt, bequem gemacht haben – die Seriösen sind es, die mit ihrer Verteidigung elender Verhältnisse letztlich die vernünftige Sache immer wieder untergraben, Leute verarschen, Wahrheit vereiteln, Dinge nicht ernst nehmen usw.).

Der Troll erinnert den Mob an seine eigene Dummheit, das darf nicht sein, deswegen muss er weg, oder besser noch: „raus“, so wie in Deutschland grundsätzlich immer alles, am besten „sofort“, RAUS muss: „Ausländer raus!“ (Nazis), „Nazis raus!“ (Antifa), „Bundeswehr raus aus Afghanistan!“ (Die Linke), „Die Linke raus aus den Parlamenten!“ (CDU), kulminierend im Ausverkaufsspruch Nummer eins des deutschen Einzelhandels „Alles muss raus!“

In Wahrheit muss natürlich nichts raus, im Gegenteil, alles muss rein, und zwar am besten direkt hier in den Blog, dem progressiven Ansinnen nachkommend, immer wieder jene Idioten vorzuführen, die ihre degenerierte Begriffsgrütze weiterhin gnadenlos unters Volk scheißen:

„In der Sicht von L[yzis] W[elt] (und mancher prosowjetischen linken Strömung) ist jegliche Kritik an der Politik der Bolschewiki, wie sie jeweils gerade war, und das war ja auch nicht gerade linear, so sagen wir mal von der Zeit vor den April-Thesen bis zum Sieg Stalins, immer per definitionem „konter“revolutionär, denn es gilt ja umgekehrt, daß die Partei immer Recht hatte. Ist doch ganz einfach, oder?“

Neoprene, anarchistischer GSP-Blogger

„wobei lyzis wahrscheinlich eher ein troll ist, der mit seinem stalinismus leute ärgern möchte. oder er ist wirklich verrückt.“

Bigmouth, Blogger und Psychiater

„Dieser Blog beinhaltet mit Abstand den größten politischen Schwachsinn dem ich in meinem jungen Leben bisher begegnet bin. Aber was will man auch erwarten bei einem Blog, bei dem sich der Verantwortliche selbst als „Väterchen Administrator“ betitelt. Ihr tut mir Leid, wirklich, aus tiefstem Herzen.“

„Luemel“, ein User des „Gulli-Boards“

„du bist echt ne geile mischung aus heterosexistischem asipunk und spiessigen politphilosophenbeamtentum.“

N.N.

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Es (je)menschelt gewaltig

Via Stanislaw Hirschfeld erfahre ich, dass das leidige Anarchistengesindel von „aka.blogsport“ im Zuge des postmodernen Entgenderungs-Sprachaktivismus nach mensch für man nun aus jemand jemensch macht.

Das muss gefeiert werden:

Höflich und zuvorkommend wie ich nunmal auch zu Anarchisten bin, bevor sich das Problem ihrer Existenz nach der bolschewistischen Revolution ohnehin erledigt haben wird, gebe ich hier nun einige weitere hilfreiche sozialdemokratische Vorschläge zur queeren Sprachverschandelung, Enthirnung und Realitätsverleugnung im Sinne des Gendermainstreaming-Untergrunds:

Demnächst aus Schmand bitte Schmenschd machen, den Lastkraftwagenhersteller MAN bitte nur noch MENSCH ausschreiben, aus Hermann L. Gremliza Hermensch L. Gremliza, Mandarinen zu Menschdarinen (wobei bei den Analphabeten des aka das d hinter Mensch wohl auch schon nicht mehr zu seinem Recht käme, schließlich lassen sie es ja auch bei der Transformation von jemand zu jemensch, das dem Wahn Folge leistend ja konsequenterweise jemenschd heissen müsste, weg, sicherlich deswegen, weil das d die Abkürzung für Deutschland ist und deshalb ein von Natur aus grundböser Buchstabe), Mantel wird Menschtel heissen müssen, Tschuldigung, müszen (die Reihung zweier S direkt hintereinander gemahnt zu sehr an die SS, also auch böse) und auch das gute alte manichäische Weltbild wird nach fast 2000 Jahren noch zum menschichäischen umgemodelt werden, genauso wie die ästhetische Form des gedruckten Debilengelabers, der Roman, ab nun bitte nur noch Romensch heisst.

Überhaupt wird, wo wir gerade so schön dabei sind, die komplette Romantik von Germenschisten nachträglich in Romenschtik umgetauft, so dass dann Ende des Jahres endlich die beiden antideutschen systemimmenschnenten Bahamas-Pupser Menschfred Dahlmensch und Clemens Nachtmensch zusammen mit Batmensch, Robin und der Fußballmenschschaft von Menschchester United in einem Opel Menschta zur Menschufaktur für menschisch-depressive Menschifeste in Menschheim menscheln kann um Herrmensch Hesse nachträglich den internationalen Preis für menschafte Menschenrechte zu verleihen, wozu mensch zuvor gemenschsam in einer Dachmenschsarde im Schweizer Herren-, Verzeihung: Menschenhaus des durch eine Menschdelentzündung leider verhinderten Menschagers Josef Ackermensch ein an die Lyrics eines Folksongs von Charles Menschson angelehntes Menschtra formuliert hat.

Im Anschluss daran wird allgemeingültig festgehalten, dass menschche Leute unter dem Kommenschdo emenschzipativ-postmoderner Wahngebilde erheblich einen an der Klatsche und einen außergewöhnlich stark ausgeprägten Menschgel an Hirnsubstanz haben, was aber auch weiterhin – wir sind ja humensch – niemenschden interessiert.

Was sein musz, musz sein!

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Der Autor heute

Teil I: Die Bekämpfung und Entmündigung des Autors durch Cut-up-Punks und Blogger

„Der freie Mensch ist nicht neidisch, sondern anerkennt das gern, was groß und erhaben ist, und freut sich, daß es ist.“ (Hegel)

1.

Wurde der Autor früher, bevor er durch Agenten von Subjektvernichtungsorganisationen wie den Poststrukturalisten zu „Tode“ (Roland Barthes)1 geschrieben wurde, zumindest noch von einigen wenigen klugen Leuten als PRODUZENT, also schaffendes Subjekt gesetzt und begriffen, welches allein schon aufgrund dieses Umstands zur produzierenden, also proletarischen Klasse zu zählen sei, ist er heute stattdessen endgültig durch lediglich distributive, verwaltende, konsumierende Funktionen einnehmende „Beitragsschreiber“, durch nicht-produzierende, kleinbürgerliche Vermittler und Dirigenten schon vorhandener Materialien und bloße halbbewusste, mit Ressentimentpopel zusammengeklebte und aneinandergematschte Verfestigung von Infrastruktur-Erweiterungen, also durch Fotos weitergebende und Tagebuchmüll-Blogger, -Twitterer und Internetpampe aufbackende sonstige digitale Nuscheler und Schrift-Freiräuber („Cut-up“) ersetzt worden. Cut-up, der Aktionismus des passiven Bewusstseins, die Domäne bürgerlicher Kunstbeobachter und Diskurs-Verwaltungsbeamter, die Tätigkeit der „zufälligen Existenz“ (Hegel), die ihre Zufälligkeit auch noch zur Kunst erheben will in der Projektion ihrer allgemeinen Planlosigkeit aufs Material, strebt einen Autor an, der nicht mehr schreibt, sondern den Müll, der eh überall herum liegt, kopiert, also die Scheiße verdoppelt und die Tätigkeit des Kapitalisten nachahmt – seine objektive Funktion im gesellschaftlichen Produktionsprozess ist die Ausbeutung des produzierenden Autors.

Ende der Sechziger Jahre fiel es armen commünistischen Irren nämlich plötzlich ein, auf künstlerische Maßstäbe lieber ganz zu verzichten und als neues Ideal des Autors den Drogendealer und Scientologen William S. Burroughs hoch zu hetzen, schließlich musste der wissenschaftliche Marxismus und sein projektives Endprodukt, der Kommunismus, nicht nur auf sozialer, wissenschaftlicher und politischer, sondern auch auf literarischer Ebene effizient bekämpft werden – da kam der „bewusstseinserweiternde“, also Hirnmasse auflösende Stumpfsinn der Beatniks gerade recht (zur Not, wenn man das Pack mit den Folgen ihres Tuns konfrontierte, gab es immer noch die Sowjetunion, der man jegliche Probleme bei der Umsetzung des Kommunismus in die Schuhe schieben konnte). Der bewusst gebildeten Künstlichkeit des Werks wurde die bewusstlose, reaktionäre Authentizität einer geistlosen, scheinweltverhafteten, imaginierten Unmittelbarkeit und Echtzeitlichkeit der zusammengewürfelten Momente einer Werklosigkeit entgegengesetzt. So war die commünistische Schnipsel-Ästhetik geboren und es dauerte kaum 20 Jahre, bis sie sich zur endgültigen Totalität entfaltet an jeder Ecke finden ließ – die Kritiker (also: Opfer) des Kapitalismus boten ihr den fruchtbaren Boden. Dieser Zustand hält nicht nur bis heute an, er wird nahezu auf alle publizistischen Bereiche ausgeweitet; kaum ein Blogger, der heute nicht stolz ist auf seinen Analphabetismus.

Jahrhundertelang exzerpierten Leser Textstellen in ihre Kladden, heute wird die Veröffentlichung solcher Exzerpt- und Zitatsammlungen als neue, ja als einzig maßgebliche Gattung hochgejubelt, gerade so als läse außer der postmodernen Autoren-Karikatur („Texter“) niemand Zeitung, als sehe sonst niemand Fernsehen, als sei der ganze ge-cut-upte Kram den Interessierten nicht eh schon längst bekannt und als könnten sie die sagenhafte Verknüpfungsarbeit zum Zwecke der exorbitanten Bewusstseinserweiterung nicht selber leisten. Wenn nun also der bemittleidenswerte Stefan Ripplinger, einer der strebsamsten Repräsentanten der postmodernen Anti-Kunst-Phalanx stolzer Hirnloser faselt:

„Schreiben ist Kombinatorik. Der Schreibende kombiniert Buchstaben, Wörter, Sätze, Texte miteinander. Er montiert fertige Stücke zu einem Ganzen“,2

dann beschreibt er hier den Autor nicht nur ungefähr so positivistisch wie der Satz „Die Hure empfängt Männer und entlässt sie wieder“ die Tätigkeitsbezeichnung einer Prostituierten bestimmt, sondern ignoriert vor allem die Tatsache, dass die Hauptaufgabe des Autors immer das Denken, das Produzieren von Ideen und Konstellationen, die Reflexion, und nicht das bloße Schreiben, Texten oder gar Kombinieren von vorgefundenem, quasi naturwüchsigem Schriftmaterial war.

Das bloße Am-Schreibtisch-sitzen-und-texten, auf welches gerade auch bei den grundsätzlichen Kritikern des Konzepts Autorschaft die Autorentätigkeit immer reduziert wird, nimmt beim klassischen Autor höchstens 20 Prozent seiner Zeit ein. Den Großteil des Tages verbringt er mit dem Beobachten, Denken, Lesen, Begreifen, Entwerfen; hier und da macht er sich nebenbei und zwischendurch ein paar Notizen, ordnet Phänomene in seinen geistigen Kategorien- und Begriffs-Apparat ein, sortiert Aufzeichnungen und Zettel unter Stichwörtern (z.B. mit der Zettelkasten-Methode), führt ein Leben, das sich dem Irrsinn des bürgerlichen Verwaltungs-Sisyphosismus und den schlimmsten Niederungen der Lohnarbeit weitestgehend zu entziehen weiß; – die Praxis des Autors ist zum überwiegenden Teil eine geistige (was, nebenbei bemerkt, die Hauptursache für den Umstand ist, dass man an deutschen Universitäten und Hochschulen so gut wie keine klassischen Autoren findet), nämlich die seines Lebensprojektes, der Verwirklichung der Realität in Begriffe. Die Texterei, die Büroarbeit, das Lohnsklaven-Elend eines Betriebs-Angestellten, als das die autorschaftsfeindlichen postmodernen Spinner den Autor gerne sähen, ist heute dem Journalisten überlassen, der dafür vom kapitalistischen Betrieb ja auch hinlänglich belohnt und allmählich dessen Mitglied, also das Gegenteil eines Autors wird. Einen solchen himmelhoch jauchzend elenden Scheiß mit der Tätigkeit des wirklichen Autors zu verwechseln ist natürlich dumm, aber es ist wohl vor allem auch die Böswilligkeit des allseitig in seinen Ambitionen und an seinen eigenen Idealen Gescheiterten, des trotz krassester Anpassungsleistung kaum Arrivierten, welche Leute wie Ripplinger (ich will ihn hier nur – ganz in seinem Sinne – als paradigmatisches Symptom verstanden wissen, er ist ja repräsentativ für die „Szene“) dazu treibt, ihren Neid auf die unabhängigen Geister zu verkleiden, indem sie sie TOTAL und ALLESAMT eingemeinden möchten in ihre hirnlose Hölle der Gebrauchstexte fabrizierenden Vollzeit-Arschlöcher. Lohnschreiberei und Autor-Existenz aber schließen sich aus; jene schadet dem Autorenwesen so, wie der Commünist dem Kommunismus schadet.

Ripplinger weiter über „den Schreibenden“:

„Er zitiert fremdes Material, denn das Alphabet gehört ihm nicht, [wem, by the way, wenn nicht dem Autor, gehört denn das Alphabet? Dieser Satz ist so logisch wie: „Der Autofahrer fährt mit fremdem Material, denn das Auto gehört ihm nicht.“ Anmerkung von mir, L.W.] die Wörter hat er nicht geprägt, die Sprichwörter und Sprachbilder nicht ersonnen, all die Bücher nicht geschrieben. ‚All minds quote.‘ Wer schreibt, wiederholt, spricht in Zitaten. [Absatz] Der Verfasser einer Zitatmontage hat also nicht, wie manche meinen, als Autor abgedankt, sondern er ist überhaupt der Einzige, der die Autorfunktion mit allen Konsequenzen anerkennt. Er behauptet nicht, Kaninchen aus dem Hut zaubern zu können. Er behauptet im Gegenteil, dass das Kaninchen schon vor seiner Revue auf der Welt war. Wir [das Krankenschwester-Wir, immer wieder gern genommen bei Idioten, die ihren Schwachsinn ständig auch gleich der restlichen Welt unterjubeln wollen, Anm. L.W.] sollten nicht so voreilig sein zu behaupten, es sei durchaus dasselbe. [Absatz] Schreiben ist so gesehen immer Abschreiben.“3

Ripplinger, so gesehen, geht in sich, findet nichts und will dann diesen Zustand auf den Rest der Menschheit übertragen, Motto: „Ich bin unfähig, also kann es keine Fähigen geben, Genieglaube abschaffen, ab jetzt bitte auch alle anderen nur noch Scheiße fabrizieren, klappt doch eh schon prima in der Jungle World zum Beispiel!“ Welch bequemes Leben wenn man doof ist.

Das Interessante, weil Wesentliche an den derzeitig grassiernden Pest-Teilen jener regressiven Großbewegung, die das Prinzip der Autorschaft – auch noch unterm Mantel der Avantgarde – als solche sowieso schon immer komplett für „überholt“, tot, überflüssig, prätentiös oder sonstwie falsch hielten, ist ja einfach, dass sie die Speerspitze der Kunstlosigkeit darstellen: Weil sie keine eigene Kunst herzustellen in der Lage sind, können sie, wo eine solche einmal vorliegt, auch keine Kunst, also Autorschaft, Genie usw. mehr erkennen; sie denken in ihrer konsumierenden, passiven, indifferenten Literaturzitatesammler-Existenz eben tatsächlich, dass jeder andere genauso dämlich und einfallslos ist wie sie selbst, ahnen gar nicht, dass sich Kunst, Talent, Autorschaft nunmal durch ganz andere Dinge als bloß durch das reine Ausdenken, Erfinden, Aufschreiben, „Kombinieren“ von Sätzen, sondern das sinnvolle Anordnen von Begriffen und Kategorien innerhalb eines zusammenhängenden geistigen Gebildes, eines klassisch autonomen Kunstwerks, das sich selber wieder auf einen größeren (Werk-) Zusammenhang bezieht, das Dramatisieren von Texten, Textfragmenten, Gedanken, Sätzen, Zusammenhängen, Meinungen, Personen usw. im Roman, im Essay, in der wissenschaftlichen Untersuchung, im Theaterstück usw. auszeichnen (und sich von jeher ausgezeichnet haben). Autorentätigkeit bedeutet ja gerade das (durch Fabel) Zusammenführen, das KOMPONIEREN von Gedanken, Positionen, Gegenständen, Figuren, und eben nicht das bloße HERSTELLEN solcher. Der klassische Autor „verwendet den Stoff“ (Susan Sontag) nicht, er erzeugt ihn zu großen Teilen erst. Nur weil sich der Produktions- und Autoren- (also auch: Wissenschafts- und Marxismus-) Feind nicht vorstellen kann, dass die Kunst keineswegs am Ende ist, heisst das eben noch lange nicht, dass es sich real auch so verhält; im Gegenteil, sie ist ja gerade erst einmal am Anfang, und wird sich von daher erst recht nicht von Luschen wie Ripplinger und sonstigen aufständischen Autorschaftsgegnern etwas sagen oder gar auf den Friedhof der Geschichte vergraben lassen. Auch die Kunde von der Existenz des Begriffs Neologismus, überhaupt von sprachlicher Fortentwicklung und Neu-Erfindung von Sprachen scheint bei Ripplinger und den anderen marodierenden Antiautoritären (und was ist das Schreiben anderes als autoritäres Verhalten par excellence) noch nicht angeklopft zu haben – was Sprache überhaupt ist, davon haben sie keinen Schimmer, sonst würden sie weder so schreiben, wie sie schreiben, noch das schreiben, was sie schreiben, noch ihren verkorksten Hirnplunder über Sprache, Text und Autor im allgemeinen unters Volk kotzen. Man hat es also hier mal wieder mit den drei großen Bollwerken bürgerlicher Demokratie gegen marxistische Vernunft und für die Abschaffung der Kunst zu tun: (Kunst-)Freiheit4, Antiautorität, Unbildung. Die Entkernung des Subjekts auf gesellschaftlicher Ebene geht mit der Autorfeindschaft auf literarischer einher.

„Cut-up“, „Remixen“, „Collage“: Dass sie Literatur behandeln als sei sie Pop-Musik oder Fotografie, offenbart ja schon alles über die Geistlosigkeit der Zustände, die jene Szene ausmachen. Leute, die keine ästhetischen Kriterien besitzen, überhaupt die reich bevölkerte Gemeinschaft derer, die das Elend jenes Bewusstseins teilen, welches sich durch Kriterienlosigkeit nahezu definiert, pfeifen nunmal auch auf Ästhetik, weil sie nämlich auch inhaltlich nichts aufzubieten hätten, was der angemessenen ästhetischen Darstellung würdig wäre. Kunst kommt eben von Können (die Existenz solcher Antiautoren wie William S. Burroughs, Rolf Dieter Brinkmann, Uwe Nettelbeck, Susan Sontag, Jean Genet, Robert Anton Wilson etc. ist dafür ja gerade der auf Papier manifestierte Beweis5, zumindest der Beweis dafür, dass Nichtkönnen immer Nichtkunst zur Folge hat – es verhält sich mit den Nichtskönnern ähnlich wie mit modernen Politikern: das Volk wird gar nicht mehr verarscht, sondern man gibt die Schweinerei einfach zu, ist sogar stolz auf Unfähigkeit und Dummheit UND IST GERADE DESHALB BELIEBT); keine Ahnung, was die Nichtskönner immer zur Kunst treibt und sie sich auch noch erdreisten lässt, ihr Vorschriften zu machen; wahrscheinlich ist es der prinzipielle Gestus des Kritischen, der humanoiden Spürhund-Idiotie, der ästhetische Trotzkismus also, wie man ihn schon von Adorniten, 68ern, Frauenbewegung usw. kennt, vermengt mit der letztlich nur somatischen, vorbewussten Aufnahme des bloßen auratischen Abglanzes des „sinnlichen Scheinens der Idee“, als welche Hegel das Kunstschöne gültig definierte . (Der Anarchismus hatte ohnehin noch nie eine Ästhetik – man erinnere sich nur an Godard, Camus, die Sex Pistols, Family Guy und vor allem deren Fans.) Langweilig, verblödend und dämlich wären sie schon zur Genüge, wenn sie nur monomanisch ihren Mist durchzögen, aber dass diese Kunst-Lumpensammler auch noch allen anderen ihre „Theorie“ aufdrücken, das muss nun wirklich nicht auch noch sein; der Provinzkrämer mag bemitleidenswert, armselig und für seine Verhältnisse sogar erfolgreich sein, aber wenn er dem Großkonzern Nachhilfe im Handelswesen geben will, wird es doch langsam grotesk.

Der Cut-upper (und was ist das ordinäre Weblog anderes als ein erbärmlich langes Cut-up), der Bilder-, Texte- und Aufrufe-Weiterverbreiter – und natürlich erst recht der jenen Stuß wiederum verbreitende Journalismus – sieht die Welt der Kunst nur als einen unzusammenhängenden Brei, als etwas Begriffsloses, weil er keinen Begriff von ihr bilden kann oder will, und hat deshalb auch keinerlei Schwierigkeit damit, munter durch die Gegend zu cut-uppen, zitieren, faseln, bloggen. Bei ihm liegt der traditionsreiche romantische Irrtum vor, den eigenen, durch grundlegende Armseligkeit hervorgerufenen Entäußerungsdrang mit dem Informationsbedürfnis der restlichen Welt zu verwechseln (denn erst im Kommunismus werden logischerweise beide endgültig in eins gehen UND BIS DAHIN HAT MAN ENTWEDER DIE FRESSE ZU HALTEN (Hirnlose) oder zu ARBEITEN (Einsichtige)). Man hat es hier in der Regel zu tun mit Design- oder Kulturwissenschaftsstudenten, die sich „in ihrer Freizeit“ auch noch für „Marxismus“ und „Kapitalismuskritik“ interessieren, weshalb sie mit ihrer Scheiße andauernd die anderen armen Schweine im linken Zentrum belästigen und dazu natürlich noch ein Blog betreiben, damit alle Welt auch sofort weiß, wenn sie wieder ein neues Heinrich-, Adorno- oder Butler-Kapitel fertig gelesen haben, so wie sich der Großkapitalist nebenbei auch noch für „Kunst“ interessiert oder womöglich selber Hobby-Maler ist, weil er ein paar Gemälde im Büro hängen hat und zweimal im Jahr ins Museum geht. Die Klassik nannte das noch Dilletantismus, heute, in der total und global fleischgewordenen deutschen Romantik, gehört es „in der Szene“ zum guten Ton.

In ihren Texten beziehen sie sich formal auf den Kommunismus, bezeichnen sich bisweilen sogar als dessen Anhänger; was die eigene Stellung im Produktionsprozess und die Haltung zu geistiger Produktivität, die Ergebnisse der eigenen Bemühungen anbelangt, praktizieren sie jedoch das genaue Gegenteil: Bürgerliche, antikommunistische (oder dem Kommunismus zumindest nichts nützende) Überzeugungs-, Aufklärungs- und Agitations-Aktivität, also die in Text gefasste Nicht-Arbeit, die begriffslose Nachlese oder die kontrollierende Kritiker-Haltung (der Kritiker ist ja nahezu das Paradebeispiel des unproduktiv-reaktionären Arschlochtums, letztlich ist er das zombieeske Gegenstück zum Autor), also alles explizit nichtproduzierendes, den Status Quo lediglich reproduzierendes Tun, das Werkeln am bloßen Gegebenen. Ihr REALER Klassenstandpunkt ist also ein falscher, nichtproletarischer, bürgerlicher; einer der dem vorgeblichen widerspricht, ja entgegengesetzt ist, einer, der der Kapitalreproduktion, nicht dem Sozialismus verpflichtet ist. Ein Texter, Nicht-Autor kann also kein Kommunist sein; er mag für den Kommunismus Propaganda treiben (die Parolenhaftigkeit von Propaganda-Flugblättern war schon immer der ärgste Feind des selbständigen Gedankens und des Fortschritts), so wie ein Werbeagentur-Angestellter für ein Fernsehgerät Reklame macht – den Fernseher aber hat er selber weder hergestellt, noch konzipiert. Der bloße Material-Sammler, -Verwurster und -Publizierende ist der Blinddarm des Produktionsprozesses und entwicklungsgeschichtlich ungefähr auf dem Stand einer Biene; er übernimmt zudem auch noch freiwillig die schändliche Drecksarbeit des dümmsten Standes der Gesellschaft, nämlich des Journalisten, dessen Job ja schon von je her die bloße ohnmächtige, chaotische, entkontextualisierende Ansammelei und Verbreitung von rein Zufälligem war. Die Tätigkeit des klassischen Autors hingegen war schon immer das Gegenteil, nämlich die bewusste, Ordnung stiftende, Sinn erzeugende Komposition, die Vermählung des bloßen Materials mit dem darüber erhabenen Gedanken. Klassische Autoren wie Goethe und Heine haben also auch im Sinne des Kommunismus Großes und zum Fortschritt der Menschheit Nützliches geleistet – vor allem weit mehr, als all die vergessenen namenlosen sozialrevolutionären Agitatoren, Gutmeiner und „Aufklärer“, die zur selben Zeit nichts anderes taten als mit ihrem wiedergekäuten Mumpitz vollgeschmierte Flyer zu verteilen und kritische Diskussionsgruppen zu leiten.

2.

Das prinzipielle Elend der modernen Form des Autorendaseins ist ja, neben all den hyperlinkübersäten Dreckstexten von bewusstlosen Arschlöchern, die man im Netz überall so lesen muss, vor allem die Tatsache, dass der Autor (der produzierende, also klassische natürlich, nicht der seine Konsum-Erfahrungen schildernde – oder, wenn er beispielsweise ein Bahamas-Schreiber ist, aus seinem Zettelkasten Adorno-Paragraphen leicht umformulierende oder direkt abschreibende, postmoderne, tote), um wenigstens von ein paar armen Irren gelesen zu werden, andauernd auch mit deren hirnloser Scheiße konfrontiert wird: das Blogroll-, Referer-. und Follower-Unwesen, die Kommentarfunktion, die oft nicht vermeidbare Bezugnahme auf die einen anpissenden Canaillen etc.: Ignoriert man die Deppen, wird man wiederum von den Deppen ignoriert, und somit – da die Deppen aufgrund ihres Mangels an wirklichen Fähigkeiten ja innerhalb der kapitalistischen Arbeitsteilung für die Verbreitung, Multiplikation und Popularisierung von Material zuständig sind, das sie selber nicht begriffen haben – auch vom Rest der Öffentlichkeit. Der im Aussterben begriffene traditionelle Autor weiß schon, warum er sich mit dem Pack, das sich „Leser“ oder „Fans“ schimpft, nicht abgibt; Verlag, Lektor, Agent, Redakteur waren nicht nur wunderbare Zensurinstanzen, die die Veröffentlichung von wirklich guten Werken meist zuverlässig vereitelt und das heutzutage alles durchseuchende orientierungslose Bloggerschwätz verhindert haben, indem sie wiederum das Schriftstellergeschwafel direkt auf von niemandem gelesene Buchseiten drucken ließen, sondern vor allem prima Bollwerke gegen das Scheißgesindel selbsternannter Anhänger, die bislang jedem auch noch so selbstsicheren Autor die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. (Anmerkung für die Hirnlosen: Ich hoffe, der Satz war unverständlich, menschenverachtend, lang und inhaltslos genug. Ansonsten bitte wie gehabt ins Meckerformular unten reinblöken, danke.) Vor einem Autor unter Verlags- und Apparats-Schutz hatte man wenigstens einen Rest von Achtung (man belästigte ihn höchstens auf Lesungen), der Internet-Autor kann sich vor bescheuertem Fan- oder Kritiker- (strukturell eh dasselbe) Gejaule kaum noch retten; selbst Verlage sind ja heute nur noch schlecht gemachte Kollektivblogs mit gedrucktem Ausschiss.6

Ein Künstler (erst recht ein Autor) aber, der mit dem Publikum spricht, ist keiner mehr, weil er sich mit seiner Bereitschaft, dem bösartigen Gesindel entgegenzukommen, selber schon zum Diskussionszombie, zum netten Typen von nebenan, zu „einem von ihnen“ macht (die Diskussionsbereitschaft der commünistischen Communications-Canaillen zum Beispiel ist in den allermeisten Fällen ohnehin nur die Weigerung, seinen eigenen Verstand zu benutzen – wo ein solcher aber nicht existiert, sind natürlich auch Diskussionen unnötig). Und einer, der nicht selber produziert, sondern nur sammelt und schnippselt, ist ohnehin irrrelevant, weil nur derjenige auch wirklich sammeln und konsumieren kann, der das Gesammelte und Konsumierte auch in der Lage ist PRODUKTIV zu verarbeiten, also in ein neues zu verwandeln. Goethe, die Inkarnation des klassischen Autors (der bisweilen Jahre, sogar Jahrzehnte an einem Werk schrieb, sich also Zeit ließ, statt jeden ephemeren, unzusammenhängenden Gedanken sofort auf irgendeine Weise ins stumpfsinnige Nichts der Öffentlichkeit zu verramschen und seine Aufgabe auch nicht bloß darin sah, auf volkstümliche Weise ohnehin schon bekannte Banalitäten in Kunsthandwerk zu übersetzen, sondern sich nunmal auch der (Natur-)Wissenschaft, Ästhetik, Philosophie konzentriert und engagiert widmete) dazu an Frédéric Jacob Soret, 1832:

„Was bin ich selbst? Und was habe ich getan? Ich habe all das gesammelt, nutzbar gemacht, was ich genommen, beobachtet habe. Meine Werke sind genährt durch Tausende von verschiedenen Einzelwesen, von Dummköpfen und von Weisen, von geistreichen Menschen und von Narren. Die Kindheit, die Reifezeit und das Alter, sie alle haben mir ihre Gedanken, ihre Fähigkeiten, ihre Seinsweise angeboten, ich habe oft die Ernte eingebracht, für die andere gesät hatten. Mein Werk ist das eines Kollektivwesens, und es trägt den Namen Goethe.“7

3.

Wenn ich diese Blogtickermeldungen des hirngefickten Plauderpacks schon lese: „Ich werde in der nächsten Zeit wieder vermehrt bloggen“ (große Ankündigung auf vierzehn Blogs, bei Facebook und über Twitter, BREAKING NEWS!) und dergleichen mehr; ja worauf hat die Welt mehr gewartet, als dass irgendein namenloser unbeachteter Spinner von der humanistisch-undogmatisch-kritisch-anarchistischen offenen automomen selbstverwalteten autarken genderqueeren selbstorganisierten veganen kollektiv arbeitenden und lebenden toleranten kämpferischen pazifistischen kriegskritischen antikapitalistischen solidarischen Gruppe für Ameisenstaatskritik aus Göttingen nun endlich wieder vermehrt gecopypastete Aufrufe für komplett nutz- und wirkungslose linkscommünistische Piss- und Pöbeldemos und sonstiges Pop-Konzert-Diskussions- und Agitationsgewichse (in diesem Falle wirklich Gewichse: der Agitator ist ja vom Wesen her Masturbierender, er lässt prinzipiell keinen Verkehr mit anderen zu, höchstens mit den zu erziehenden Gummipuppen aka. „Massen“) in seinen vor Legasthenie und Irrelevanz nur so strotzenden Scheißblog über sein nichtiges Drecksleben rotzt. Man dachte ja als Mitglied des gebildeten Standes realitätszugewandter hegelianischer Stalinisten zunächst wirklich, dass mit den durch das selige, würdige und weise Ministerium für Staatssicherheit8 der Deutschen Demokratischen Republik vernünftigerweise eingefädelten Bekämpfung und Liquidierung der RAF-Bande und dem sonstigen antiautoritär-bundesrepublikanischen Trotzkistengeschmeiß zumindest die schlimmsten links-antikommunistischen Hornochsen vom Erdboden verschwunden seien, aber Pustekuchen!, kaum gibt es das Internet, fängt die Scheiße wieder von vorne an, und vor allem so schlimm wie nie zuvor.

Der Autor produzierte Kunst, Wahrheit, Wissenschaft; der Blogger produziert im besten Fall Meinungen, also Stuss.
Mehr Sehnsucht nach Mielke war selten.

(Fortsetzung folgt.)

Nachbemerkung: Immer, wenn man etwas verteidigt, sei es das militärische Vorgehen Israels, die Politik der SED, Kunst, Autorität, oder, wie hier, den Autor, kommen ja alle möglichen Kommunikations-Canaillen rechter oder linker Dachschadenkategorie aus ihren Löchern herausgetorkelt, um mal wieder AUS PRINZIP dagegen zu sein und um zu skandieren, wie menschenverachtend, doof, reaktionär o.ä. eine solche Verteidigung doch sei. Die Kommentarspalte ist offen, aber die Ordnungs-, Setzungs- und Bestimmungs-Feinde haben die Fresse zu halten. Eure „Argumente“ sind bekannt, sie interessieren den Weltgeist einen Kehricht, weil sie vollkommen irrelevant sind; ihnen wird hier kein Forum geboten, damit das klar ist.

  1. Die Theorie des „Tods des Autors“ ist auch nur eine primitive Form der schon seit Ewigkeiten bestehenden Erkenntnis, dass ein Text durchaus auch andere Interpretationen zulässt, als die vom Autor intendierte – Hegel nannte sowas schlicht Objektivität. [zurück]
  2. Stefan Ripplinger, Return to Sender. Uwe Nettelbecks Zitatmontagen, in: Kultur & Gespenster Nr.7, Herbst 2008, S. 74) [zurück]
  3. ebd. [zurück]
  4. Es ist ja eine lange Tradition der Kunst-Unverständigen, sich für die Abschaffung der Kunst qua „Kunstfreiheit“ einzusetzen. Im Milieu der Gegenwartsliteratur haben sie es ja auch fast geschafft, Gratulation! [zurück]
  5. Abgesehen von der Form (erst „offene Form“, dann geschlossene Anstalt, kennt man ja) ist deren Quatsch auch THEMATISCH ein einziger Dreck: „Entfremdung“, Antiamerikanismus, Pazifistenhetze, Drogensumpf, Hippiekauderwelsch, TV-Spielshows – langweiliger und dümmer geht es nicht. Rauschgift, Romantik, Diskontinuität, Trübsal, Fragment, Fabellosigkeit und Hirnriss: das sind die Ideale des postmodernen Texters, Bloggers, Cut-Up-Punks (statt Bewusstheit, Klarheit, Klassik, Können, Konzentration, Reichtum, Zusammenhang und Sinn, wie noch beim klassischen Autor). Der postmoderne Texteverwurster ist wie der commünistische Kritiker (weswegen beide meist ja auch in Personalunion auftreten): Er ist mal hier dagegen und mal dort unzufrieden, mal hier verzweifelt und mal dort empört – einen Standpunkt, gar einen Plan hat er nicht. [zurück]
  6. Jetzt ist auch noch der Suhrkamp-Verlag aus seinem Frankfurter Elfenbeinturm nach Berlin „umgezogen“, wo auch diese letzte Bastion des verlegerischen Klassenkampfs (von unten wie von oben gleichzeitig, Pluralismus eben – der Suhrkamp-Verlag hat ja nun wirklich JEDEN veröffentlicht) in den nächsten Jahren wohl kontinuierlich von den dort ansässigen Web-2.0-Canaillen, Loboianern und sonstigen Aphoristikern des allgemeinen Elends unterwandert werden wird. [zurück]
  7. Wolfgang Herwig (Hg.), Goethes Gespräche. Eine Sammlung zeitgenössischer Berichte aus seinem Umgang, auf Grund der Ausgabe u. des Nachlasses v. Flodoard Freiherrn von Biedermann, 5 Bde., Bd. 1-3.2: Zürich u. Stuttgart, Bd. 4 u. 5: Zürich u. München 1965-1987; hier Bd. 3.2, S. 839, Nr. 6954. Zitiert nach: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/birus_wiederbegegnung.pdf, Seite 6, Fußnote 5. [zurück]
  8. Nur, dass es bei Biermann nicht kurzen Prozess gemacht hat, und zwar schon viel viel früher, ist unverzeihlich – ansonsten beste sozialistische Arbeit, kaum ein Mord mehr als notwendig. [zurück]
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Parteien zur Bundestagswahl

Ich vertraue keinem Plakat und habe mich informiert, weiß daher also auch, dass die Piratenpartei – diese Prekariats-FDP für freiheitsliebende Sesselfurzer und Digitalbohèmians – eine semi-rechtsradikale Vereinigung von liberaldemokratischen Urheberrechts-Idealisten und Internet-Arschlöchern ist, die „weder rechts noch links“ (irgendein Piratendepp letztens im TV) – also: unpolitisch, populistisch, irrelevant und überhaupt ein verkokeltes Arschhaar am Zombie-Kadaver des Kapitalismus – sein möchte, und welche sich vor allem beim komplett hirnverkotzten Spiegel- und heise-online lesenden Filmdownloader- und Open-Posting-trainierten Netz-Gesindel derzeit großer Beliebtheit erfreut, sich allein schon deshalb jeglichen Hass von Seiten der kommunistischen Vernunft tüchtig verdient hat.

Wer Plakaten zu vertrauen pflegt, hat sicherlich einen an der Waffel, wer jedoch hobby-politischen Internetfreiheits-Flashmob-Canaillen und ihrem hirnlosen Separatisten-Wahlprogramm vertraut, hat auf jeden Fall nur noch Brei in der Birne.

Wählen ist sowieso verkehrt – deshalb auch am Sonntag wieder: DKP* ankreuzen!

___________________
*Die DKP, dieses deformierte Produkt bundesdeutsch-bourgeoiser Zensur-Anstrengungen gegen den Kommunismus, das leider genauso aussieht, wie die herrschenden Antikommunisten es als volksverträglich empfinden, ist nämlich die einzige Partei mit einem Intellektuellenflügel (Flügel-Mitgliederanzahl: 3).

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Das Elend des GegenStandpunkt I: Interessiertes Weglassen bei „Ofenschlot“

Das Weglassen als Zensur, eine alte und beliebte Methode vor allem derjenigen, die sich über kommunistische Zensur erbösen, während sie hingegen selber schon in nahezu randalierender Weise zensierend, beschneidend, selektierend und ignorierend durch die Welt stolpern, hat kürzlich auch der relativistische Zitate-Blogger Ofenschlot für sich entdeckt – natürlich vollkommen im Interesse des antikommunistischen Diskussionsvereins GegenStandPunkt.

In seinem Blogeintrag vom 30. Juni 2009 zu Peter Hacks‘ Urteil über die GegenStandPunkt-Vorläufer-Organisation MG und deren Zentralorgan MSZ (siehe auch: die von begriffsloser Verwirrung nur so strotzenden „Beiträge“ und „Kommentare“ (es ist eigentlich nur Grütze, daher die Anführungszeichen) der GSP-Gläubigen, z.B. bei mpunkt und neoprene) unterschlägt er deshalb natürlich gleich mal den wichtigsten Satz Hacksens gegen den GSP-Oberguru und Berufsidealisten Karl Held, welcher da lautet:

„Wieso nennt dieser antikommunistische Linke die Kommunisten antikommunistische Linke? Das finde ich frech.“

(Peter Hacks, Verehrter Kollege, Berlin 2006, S. 291)

Auf die Antwort zu dieser Frage wartet der Weltgeist, nicht zuletzt meine Wenigkeit, übrigens bis heute. Ich denke allerdings nicht, dass ausgerechnet einer der bloggenden GSP-Bots dazu eine adäquate Antwort zu liefern imstande ist, weswegen diese Frage wohl auch für dieses Jahrhundert offen bleibt.

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Was ist eigentlich „Krise“?

„Wer nicht macht, was er will, ist ein Idiot.“

Wie sieht so `ne Krise aus, wie macht man `ne Krise, welche Zutaten braucht man dazu, Krise – Wie geht das?

Tja, das fragen sich die commünistischen Experten* momentan auch gerade wieder reihenweise in ihrem inoffiziellen öffentlichen Schaulaufen der allgemeinen Unbildung, merken dabei natürlich nicht, dass der bourgeoise Begriff der Krise inzwischen selbst schon Teil kapitalistischer Zurichtungs-Propaganda und ihres mit irren Flugblattsätzen und Antikrisengeschwätz herum wedelnden freiwilligen Billignutten-Anhangs ist, da sie den Zustand eines spezifischen Teils des herrschenden ökonomischen Gesamtsystems (und auf nichts anderes ist das Wort Krise eh und je gerichtet gewesen: Es geht um die periodisch wiederkehrenden Schwierigkeiten der herrschenden Klasse beim Loswerden von überflüssigen Waren und dem Eintreiben von Quellen zur Kapitalakkumulation, und nichts anderes; vermehrte Kündigung von Arbeitern, Lohnkürzungen, nationalistische Zusammenschweißungskampagnen etc. sind da lediglich logische Folgen; wenn heute irgendwo von „Krise“ die Rede ist, bezieht sich das mitnichten auf die Legitimität des ökonomischen Systems selbst, dessen Existenz nur in Gefahr ist, wenn der vernunftgeleitete Stalinismus kurzen Prozess mit ihm macht, was ja derzeit leider (und erst recht nicht in jenen Kreisen) der Fall ist, aber erklär‘ das mal den verhohlbirnten Vollidioten, die sich ihre Independent-Ressentiments in des deutschen Linksspießers Bildzeitung „Jungle World“ oder der örtlichen Anstalt zielgruppengerechter Verblödung, genannt Lesegruppe, anlesen und daraufhin in ihren Blogs oder Juze-Flugis vor lauter Schreck Krisenpipi machen), den des Monopolkapitalismus nämlich, zu einem allgemein-menschlichen Problem verdinglicht, welchem man auf irgendeine Weise zu BEGEGNEN habe, und sei es durch „Kritik“, welche ja immer der Knaller schlechthin ist, wenn man nix kann, nix kapiert, nix will: „Kritik ist immer nett, gibt’s günstig an jeder Ecke und tut niemandem weh. Kritik, was bist du nur für eine engelsgleiche Erlöserin aller von Analphabetismus, Hirnfäule, Stumpfsinn und alternativer Arschkriecherei Gegeißelten; Kritik, was wäre das linksradikale eingebildete Slacker-Studententum ohne ein wirkungsloses Hobby wie dich!“ (Karen Iossif Wissarionowitsch Eliot, „Ode an die Kritik“, 17. Vers).

Hässlich und blöd also wie eh und je, aber die zum einen nicht vorhandene Freude über den Jobverlust von Millionen und zum anderen das In-eins-setzen von Kapitalbelangen und Kritik-Konjunktur lässt nicht nur an der Aufrichtigkeit angeblich marxistischer Analyse zweifeln, sondern bringt letztlich natürlich weder Erkenntnisse, noch Ratschläge über eventuell einsetzbare kommunistische Kampfformen hervor und ist somit lediglich wieder mal eine weitere Gelegenheit fürs Politdiskussionsgesindel, sich, unselbständig, einfallslos und gedankenfeindlich wie sich diese Untoten nunmal aus Prinzip gerieren, vom publizistischen Abfall, den die bürgerliche Klasse für den linkssektiererischen Mob vom Tisch fallen lässt, insofern immerhin einigermaßen zu ernähren, als dass der aktuelle kapitalistische Vulkanausbruch mal wieder eine willkommene Gelegenheit für jene uninteressanten, an der Wirklichkeit ohnehin nicht interessierten und glücklicherweise auch von niemandem wirklich ernst genommenen Blogger ist, ihre jeweiligen Wahngebilde aka. „Theorien“ inklusive diese ummantelndes Gestotter dreisterweise als Diskussion zu deklarieren und als gehetzte Sau der eigenen Aufmerksamkeitsgülle durchs multimediale Dorf namens Blogosphäre zu treiben.

Den größten vom Aussterben bedrohten Vogel abgeschossen in Sachen Inkompetenz hat dabei diesmal Blogger Schildkröte (der leider das wunderbare, im Gegensatz zu ihm gut bepanzerte Tier gleichen Namens mit in seinen Dreck ziehen will, was diesem glücklicherweise schnurzegal sein kann, mir aber nicht), der mit all seinem Charme eines Adorno-lesenden Abiturienten mal wieder zum inzwischen cirka neunhundertmillionsten Mal mit ins allgemeine beleidigte Gejammer der Unfähigen über den „kapitalistische[n] Alltag, de[n] ganz normale[n] Zwang arbeiten zu gehen, die Inbeziehungsetzung der bürgerlichen Subjekte über den Tausch die jeden Tag stattfindet“ und sonstige Wahnphantasien einstimmt, welche seiner bescheidenen Meinung nach „Kritik verdient“ (sic!).

Man sieht sich als Opfer des globalen Arbeitslagers „Welt“, das der Kapitalismus darstelle, welcher wiederum nicht auf Personen rückführbar, sondern naturwüchsig über ebensolche gekommen sei, um diese zu seinem ewigen Sklaven zu machen, welcher dann aber immerhin zumindest teilweise so mutig ist, diese ganze Scheiße einer „Kritik“ zu unterziehen (die herrschenden Vertreter der Befürwortungs- und Rechtfertigungsagenturen der globalen Barbarei dürfte nämlich in ihren vollklimatisierten Büros das schiere Zittern erfassen, wenn sie nur das Wort Kritik hören, denken sich die Schildkröten).

Staat scheiße, Kapital schlimm, Kritik super.
Das sind zwar Erkenntnisse vom ungefähren Wert einer verschimmelten Bahamas-Ausgabe von 1994, finden aber trotzdem immer wieder Anklang bei Romantikern ähnlicher Enthirnungsstufe, die sich in ihrer Gemütlichkeit des Auswendigaufsagenkönnens von kaum Begriffenem so gut zu gefallen scheinen, dass sie es schon gar nicht mehr nötig haben, irgend eine Realität auch nur zur Kenntnis zu nehmen und also ihre Kritik-Gebetsmühle einfach bis zum Eintreten des endgültigen Hirntods wacker vor sich her murmeln.

Ich weiß nicht, von wie vielen Leuten der schildkröt’sche Blog letztlich gelesen oder gar ernst genommen wird, aber sollte auch nur ein einziger junger, interessierter potentieller Kommunist zufällig auf dieser Seite landen und daraufhin für sein Leben lang mit ebensolcher Dummheit geschlagen sein, melde ich hiermit die dereinstige justizielle Inverantwortungnahme des Herrn Schildkröte schon mal im Voraus an, schließlich soll niemand denken, er sei nicht informiert worden und käme gegenüber einem zukünftigen bolschewistischen Gericht einfach so davon mit seinem reaktionären Kritikdreck.

    *Das besondere aktuelle Highlight im Umgang der Hirnkrisenopfer mit der allgemeinen Krisenhetze: Ausgerechnet der dauerbekiffte Oberhippie Daniel Kulla meint, sich in all seiner ekelhaft ankumpelnden, alle möglichen Leute, die er nicht begreift (aber dafür ganz schön cool oder radikal oder verschwörerisch oder „interessant“ oder „quellenmäßig was hergebend“ findet) in seiner Debilität umarmen meinen müssenden, hinterfotzig-idiotischen linkssolidarischen Schleimerscheisse irrigerweise gerade mit dem bekennend leninistischen Schriftsteller, Journalisten, Feuilleton-Terroristen, Arschlochliquidierer und Ulbricht-, Stalin- & DDR-verteidigenden Heavy-Metal-Hegelianer Dietmar Dath gemein machen zu müssen, dessen nahezu gesamtes bisheriges journalistisches Schaffen darin bestand, gegen solche begriffslosen cocon-commünistischen Dämonen wie Kulla („immer diese ärgerlichen Anarchisten“ – Dath) zu Felde zu ziehen und sich bei diesen Zivilisierungsversuchen sogar der von ihnen konsumierten Underground-Theoriepornoheftchen wie „Phase 2″ und semi-illustrierten Männermagazinen wie „Spex“ bediente, um ihnen wenigstens etwas Vernunft einzuprügeln, was selbstverständlich, wie leider meistens, wenn man mit den Minderen Erbarmen zeigt, keinen Erfolg zu zeitigen wusste.
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