Archiv der Kategorie 'Die deutsche Ideologie'

Bunter statt brauner Nationalismus: „PEGIDA“ und ihre Kritiker

Viel wurde in den letzten Monaten in den bundesdeutschen, freien, überhaupt nicht lügenden, sondern ihre Ideologie mit bestem Wissen und Gewissen verbreitenden Medien über „PEGIDA“ einerseits und den Krieg im Osten der Ukraine andererseits gefaselt. Unbemerkt blieb dabei die Wesensgleichheit der deutschen Demonstranten und der Maidan-Proteste, mit denen vor einem Jahr die Konflikte in der Ukraine begonnen wurden.
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Deutsches Gedenken

Identifikation als Selbst-Entschuldung

„Das gegen ihn gespritzte Gift verwandelt der Kapitalismus sogleich und laufend in Rauschgift und genießt dieses.“ (Bertolt Brecht im Jahre 1929)

Mit dem vorgestrigen 69. Jahrestag der von Stalin (die linken antikommunistischen Grüppchen, die diese Woche wieder fleißig plakatiert oder demonstriert haben, werden nicht gern daran erinnert, dass dieser es war, deshalb übernehm‘ ich das hiermit mal eben) und der Roten Armee bewerkstelligten Beendigung des Mordens im Konzentrationslager Auschwitz wurde wieder einer jener Tage begangen, an welchem die (links-)deutsche Rotte (die damals zu ihrem Großteil freilich problemlos mitgemordet hätte), sich Gratis-Empörung und moralische Unangreifbarkeit erpressen will, indem sie die Opfer des Nationalsozialismus für ihre niederträchtigen, falschen (und natürlich vor allem: anti-stalinistischen, anarchistischen) Interessen instrumentalisiert und mit den abgedroschensten Aufrufs-Sentenzen wie der daherkommen, nicht etwa die Gesellschaft, sondern die guten alten „Menschen“ seien dahingehend zu verändern, dass „ihr Denken und Handeln so einzurichten“ wäre, „dass Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts ähnliches geschehe” – auch noch als von Hitler aufgezwungener neuer „kategorischer Imperativ“ (Adorno, Negative Dialektik, Ffm. 1966, S. 365) –, wo doch gerade diese elende Praxis ohnmächtiger, demonstrierender, an akuter lebenslanger Empöritis leidender Ich-loser Massenmedienaufmerksamkeits-Parasiten eben an der Errichtung der gegenteiligen gesellschaftlichen Grundlagen mitarbeitet, indem sie den immer noch latent faschistischen deutschen Mob mit ihren Demo-Parölchen in eben jenen Strukturen belassen, welche die Formierung zur aktiven Pogrom-Bande schon impliziert (was man z.B. anhand der diversen linken Ressentiments und Mord-Wünsche gegen im großen und ganzen völlig unschuldige und in Wahrheit nunmal eine für alle unverzichtbare Drecksarbeit zu wenigstens einem Rest von Zivilisationswahrung übernehmende, ständig für einen Grottenlohn ihr Leben riskierende, proletarische Staatsbeamtete aka. „Bullen“ (gern auch von allerlei angeblich achso marxistischen Sozialforschern und sonstigem Kritiker-Gesocks – also jenen Polizistenfeinden, die ein dermaßen geringes Abstraktionsvermögen besitzen, dass sie etwas wie eine Staatsmacht erst dann wahrnehmen, wenn sie in Form eines polizeilichen Knüppels vor ihren Hohlbirnen auftaucht – als „Staatsgewalt“ dämonisiert, wo doch jeder Fünftklässler schon weiß, dass in bürgerlichen Gesellschaften eine grundsätzliche Gewaltenteilung herrscht, in der die Polizei eben nur ein notwendiges und das mit Abstand harmloseste Glied ist) ersehen kann, die zur Zeit in Hamburg mit einigem medialen Klobürstenrevoltenberichterstattungsrotz ihre Kreise ziehen, mit freundlichster Unterstützung der alteingesessenen hansestädtischen Intellekt-Partisanen vom menschewistischen Pfuscher-Blatt „konkret“).

antifa_auschwitz_gedenken2014

Dieses Banner ist der adäquate Ausdruck deutscher („antifaschistischer“) Erinnerungspolitik im Jahre 2014: Man reklamiert im traditionell kolonialistischen Wahn das Gedenken an tote Juden für sich, während hingegen natürlich der einzige Schutz der noch lebenden Juden vor den deutschen Vernichtungsgelüsten, der israelische Staat, gleichzeitig abgelehnt, wo nicht gar bekämpft wird. War das deutsche Kollektiv als mordendes Volk noch nicht schlimm genug, so rehabilitiert es sich nun im Nachhinein einfach selbst – wie immer mit linker Schützenhilfe.

In der vernünftigen Haltung dessen, der dem „Ach, lass doch die armen dummen Kinder mal machen“– Zynismus eine konsequente Absage erteilt hat, ist also jenen anarchistisch-commünistischen Irren, die den Holocaust verharmlosen, indem sie meinen, man könne nach Auschwitz noch „den Opfern gedenken“, wo doch die Shoa gerade die Vernichtung auch der Möglichkeit des Gedenkens an einzelne Personen war, weil jede Individualität der Deportierten längst ausgelöscht und nur noch zu einer weiteren Kennziffer auf dem Riesenleichenberg degradiert wurde, und somit also auch denen, die mit traditioneller deutscher Gründlichkeit das jüdische BetroffenSEIN in Folge angewandter Geschichtsklitterung als verlogene BetroffenHEIT für SICH reklamieren und damit so tun, als wäre „das jüdische Schicksal“ von damals (das doch eben in Wahrheit der vernichtende und gesamtgesellschaftlich geplante, kalkulierte und durchgeführte Kulminationspunkt des deutschen Antisemitismus war) auch das deutsche von heute, hiermit nochmal mitzuteilen, dass IHR MÖCHTEGERN-OPFER NUR EIN EINZIGES RECHT HABT: NÄMLICH DAS, DIE FRESSE ZU HALTEN! Und zwar erst Recht, wenn ihre immer wieder geforderte Politik, nämlich die des antibolschewistischen Friedensgefasels, jegliche Möglichkeit von KZ-Befreiung (die ja ein zentrales Element des Stalinismus war) schon im Keim unmöglich gemacht hätte.

Die gesellschaftliche Gesamtverblödung bringt natürlich auch eine Verblödung der Verblödungsbekämpfung mit sich: Sich das himmlische Wolkenkukucksland wünschen, ohne je materialistische Kriterien gehabt zu haben, sich ein Land ohne Nazis ersehnen, ohne diese mit der Drohung durch Gulag und Kalaschnikow in Schach halten zu wollen, mit der „Solidarität“ mit Juden und ihren Befreiern kokettieren, ohne sich jemals die Hände schmutzig machen zu wollen – die Welt der Gesitteten und der Vernunft hat seit über 200 Jahren den Begriff der Politischen Romantik für solcherlei Bullshit. Es wäre jener wiederum sehr Recht, wenn sie in Bälde davon zu sprechen aufhören könnte, weil sich der Gegenstand dieses Begriffes erübrigt haben wird. Die Hoffnung darauf ist unberechtigt, also fast schon wieder selber romantisch; so muss die Bastion geschichtlicher Vernunft, der momentan unaufgeweckt vor sich hin dämmernde Weltkommunismus, seine Weise des Gedenkens fortführen und sich entsprechend zu bewaffnen wissen, in der weisen Voraussicht, dass man ihr bei der nächsten Welt-Schlacht weder helfen noch gedenken wird.

Kurze Zusammenfassung der obigen Sätze für Analphabeten: Leid der Ermordeten und Leistung der Sowjets für eigene Anarcho-Scheisse missbrauchen: nix gut. Klappe zu, nichtsnutziges Gelumpe!

Dieser Text ist eine stark gekürzte Version des Kapitels „Identifikation als Selbst-Entschuldung“ aus dem Buch „Weltgeist im Waffengang – Stalinistische Aufklärung Band I“, das voraussichtlich im Frühjahr 2093 im Meiner Verlag erscheinen wird.

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Zur Verfilmung von Tellkamps „Turm“

Die von Christian Schwochow verbrochene MDR-Produktion des Tellkamp’schenTurms“, die Ende letzten Jahres im Ersten lief und nun auch ihre Opfer noch auf DVD heimsucht, ist selbst für die Verhältnisse einer zweiteiligen deutschen Feiertagsfernsehproduktion ein ganz und gar widerliches, plattes und geschichtsrevisionistisches Machwerk. Es wird hier nämlich zu der üblichen, kategorischen Anti-DDR-Hetze eine neuere hinzugefügt: die differenzierte Anti-DDR-Hetze, die gediegen empörend durchgequirlte Darstellung einer Bourgeois-Familie (Vater Richard Hoffmann (überzeugend bescheuert wie immer: Tatortleichenschänder Jan Josef Liefers): Arzt; Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky): Soldat; Mutter Anne (Claudia Michelsen): engagiert) in den brutalen Mühlen des SED-Rechtsstaats. Der erste Teil baut die werkimmanente Barbarei, die auf der kalten, großen, bergehohen und scheinbar ewig brandenden Welle des gesamtgesellschaftlichen BRD-Antikommunismus surft, zunächst recht behutsam auf, bis es dann im Laufe des zweiten Teils zum Schluss hin immer ekelhafter wird: Falsche Ästhetik und falscher politischer Inhalt bedingen sich hier gegenseitig; der elende bourgeois-kirchliche Familienkitsch einer quasi im Osten ausgesetzten, tief im Herzen gesamtdeutschen Akademikersippe vermählt sich mit dem paramilitärischen Frondisten-Pathos zum endgültigen Vollhirnriss, der aus dem ganzen Film nichts anderes als einen – natürlich gebührenfinanzierten – Werbefilm für die Verherrlichung der völkisch-faschistoiden Anti-DDR-Demonstrationsverbrecher von 1989 macht. Michael Hanfeld hetzt derweil im FAZ-Feuilleton diesen typisch deutschen Filmmüll – Guido Knopp für anspruchsvolle Halbgebildete, denen der Roman dann aber auch wieder „zu dick“ ist – zum Kandidaten für den nächstjährigen deutschen Filmpreis hoch: selbst bürgerliche Ästhetizisten vergessen also jedwedes künstlerische Kriterium, solange der Quatsch zumindest inhaltlich ihrer Ideologie entspricht; Tellkamps Alter Ego, der treue, gerechte deutsche Einheits-Vorkämpfer und (Konter-)Revoluzzer Christian Hoffmann quält sich in diesem TV-Meisterwerk deutschideologischer Ressentimentbestätigung pubertär unterfickt, irrational soziopathisch, besessen antikommunistisch, lebensmüde, möchtegern-autistisch, individual-intellektualistisch und dann freilich auch noch vergewaltigend durch seinen erbärmlichen Schul- und Armee-Alltag, lernt wie der dämlichste Streber jeden Dreck, macht aber natürlich gleichzeitig pflichtbewusst – er ist ja schließlich letztlich doch nur ein komplett verwirrtes, unterwürfiges Provinzwürstchen – auch jeden achso schlimmen DDR-Folklore-Krempel mit, solange dieser mit der eigenen Borniertheit übereinstimmt und also antikommunistischer Bürgerberuhigungs-Galgenhumor ist: zwecks angestrebter Karriere als Arzt (wie der Vater, so der Sohn); natürlich nur, solange nicht die eigene Mutter oder der Nazikumpel vorm Kanonenrohr steht (da entdeckt er dann sein wiedervereinigtes Gewissen) und erschrickt vor seinem Vater, als er erfährt, dass dieser in jungen Jahren einmal mit dem MfS (durchweg bezeichnet als „Horch und Guck“ oder eben einfach bloß „DIE“) geliebäugelt hat, und all das bloß, um nachher, 20 Jahre später, im inzwischen gesamtverblödeten Großdeutschland schlechte Romane für Analphabeten schreiben zu dürfen. Na, da hat sich der „Freiheitskampf“ ja gelohnt. Armer Uwe, er kann einem schon leid tun – fehlt nur noch, dass er im Keller eines autonomen Punkschuppens namens Arschlochracket eine disjunktiv-discordische Electro-Rave-Rapper-Gruppe aufmacht und zum „Kiffen gegen den Sozialismus“ oder ähnlichem Trotzkistendreck aufruft, man ist ja im Hause Tellkamp/ Hoffmann schließlich emanzipativ.

Das erspart einem der Film aber dann doch, denn die Handlung ist in hahnebüchenem Ausmaß unlogisch und schwachsinnig genug, die Figuren genauso verblödet, wie es der westdeutsche Arztsohn in seiner Familie nunmal gewohnt ist, die bösen sind immer die SEDler oder Mfs-Mitarbeiter: Was würde ich dafür geben, auch nur EIN EINZIGES MAL einen Film zur besten Sendezeit im deutschen TV zu sehen, in welchem der von der Lohnarbeit geschundene Familienvater abends nach Hause kommt und die Macht des Kapitals, des Verfassungsschutzes, der Kirche, des BDI, und des CDU-Regimes beklagt, die ihn alle so sehr unterdrücken, verfolgen und seiner Freiheiten berauben. Aber nix da – stattdessen wird über 20 Jahre nach deren Exodus immer noch über die Vernunftherrschaft der SED abgejammert.

Besonders niederträchtig sind die zum Zwecke der verstärkten Propaganda hineinkolportierten Szenen, in denen die nunmal als nichts anderes denn faschistisch zu bezeichnende Schriftstellerin Judith Schevola auftaucht, welche „die Verbrechen des 2. Weltkrieges“ auch mal „differenziert“ beschreiben, also die deutschen Täter als Opfer darstellen möchte, was die Film-SED glücklicherweise verhindert, wodurch jene dann wiederum zur erbitterten Staatsfeindin wird – unterstützt vom evangelisch-opportunistischen Lektor Meno Rohde, der natürlich keine Vernunftgründe anführt, sondern sich in die Autorin verliebt – kennt man ja, immer wenn es zu politisch wird oder den Drehbuchschreibern nichts mehr einfällt, kommt der Verliebtheitskitsch ins Spiel. Und der senile Tatortkomissar-Darsteller-Opa und Linkspartei-Bundespräsidentenkandidatscanaille Peter Sodann nuschelt sich als Bezirkssekretär à la Modrow dann auch noch seinen impotenten Durchhaltebullshit in den Schnäuzer. Hört sich scheiße an? – Liegt am Film. Hätte es schlimmer kommen können? – Wohl kaum.

leuchtturm
„Der Turm“ zu Dresden (Abbildung ähnlich)

Als potentes Gegenmittel zu diesem deutschnationalistischen Dreck empfehle ich den hervorragenden, nun auch auf DVD und in den diversen Online-Filmstream-Portalen erhältlichen stalinistischen Film Looper von Rian Johnson: eine Ode an den historischen Materialismus mit einem herrlich abgefuckt-abgeplackten Bruce Willis. Einer der besten Filme der letzten Jahre.

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Referenzen reloaded

Auch weiterhin Programm: Stalinismus ohne Augenzwinkern

Ist dieser Lyzis wirklich so schlimm und grauenvoll? Ja, ist er – da ist sich das Volk einig. Es hat zwar nichts von ihm gelesen, geschweige denn begriffen, aber das Urteil ist eindeutig: schuldig, egal in welcher Anklage.
Er wird auch weiterhin alles dafür tun, diesem Urteil gerecht zu werden. (mehr…)

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Geschmack versus Bildung

„Denn in der Kunst haben wir es mit keinem bloß angenehmen oder nützlichen Spielwerk, sondern mit der Befreiung des Geistes vom Gehalt und den Formen der Endlichkeit, mit der Präsenz und Versöhnung des Absoluten im Sinnlichen und Erscheinenden, mit einer Entfaltung der Wahrheit zu tun, die sich nicht als Naturgeschichte erschöpft, sondern in der Weltgeschichte offenbart, von der sie selbst die schönste Seite und den besten Lohn für die harte Arbeit im Wirklichen und die sauren Mühen der Erkenntnis ausmacht. Daher konnte unsere Betrachtung in keiner bloßen Kritik über Kunstwerke oder Anleitung, dergleichen zu produzieren, bestehen, sondern hatte kein anderes Ziel, als den Grundbegriff des Schönen und der Kunst durch alle Stadien hindurch, die er in seiner Realisation durchläuft, zu verfolgen und durch das Denken faßbar zu machen und zu bewähren.“ (Hegel, Ästhetik III)

Über Geschmack mag sich streiten, wer will. Idioten sind sie allesamt, wenn sie sich der somatischen Barbarei des bloß sinnlichen Schmeckens hingeben, dessen Maßstäbe lediglich der tagesaktuelle Abhub des Scheins herrschender Verhältnisse, also ein den Nützlichkeiten der herrschenden Klasse verpflichteter Gottesdienst ist. Im Geschmack kommt die reine Ideologie zu sich, wissenschaftlich dargelegt muss nichts mehr werden, da sich über ihn ja sowieso „nicht streiten“ lasse. Wer jedoch Kriterien hat, hat keinen Geschmack, sondern ein gebildetes Urteil, das rational und ästhetisch begründbar, belegbar und wissenschaftlich belastbar ist (ob man das dann auch tut, ist eine andere Frage – ich z.B. pfeife drauf in einer Welt des totalen Geschmacks). Unter den Gebildeten kann es also zu Urteilsverschiedenheiten kommen, nicht zu solchen des Geschmacks. Über gebildete, begründete, wissenschaftliche Urteile hingegen LÄSST sich streiten, auch wenn die falschen unter ihnen natürlich lediglich aus einem Mangel an ästhetischer Bildung hervorgerufen sind, und nicht aufgrund illusorischer „individueller Blickwinkel“ oder ähnlichem Pluralistenkäse. Beurteilungsverschiedenheiten über Leonardo, Lukian, Goethe, Beethoven, Shakespeare, Hitchcock, Groening und Luttinen sind solche zwischen Hirninhabern und Hirnnichtinhabern, und erst recht keine Frage von Geschmäckern. (mehr…)

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Vorläufige Lösung des Arschlochproblems: Nazis bitte draußen bleiben!

„Seit 1961 wurde der Schriftsteller von der Stasi überwacht, nachdem er sich für den DDR-Schriftsteller Uwe Johnson eingesetzt und den Bau der Berliner Mauer in einem offenen Brief verurteilt hatte.“ (Wikipedia über Günter Grass)

Der Staat Israel hat heute den deutschen Ex-Waffen-SS-Nazi, Judenkritiker*, Holocaustrelativierer, Geschichtsklitterer und antikommunistischen Russenfresser Günter Grass zur persona non grata erklärt und ihm Einreiseverbot erteilt. Grass, der seit Jahrzehnten in dem Wahn lebt, er sei ein Dichter, hatte innerhalb seiner großangelegten Revanchismus-Kampagne mittels eines schlecht geschriebenen postmodernen Hetzgedichts die endgültige Ausrottung aller Juden als durchaus friedensfördernd und überhaupt recht angemessen impliziert und sich dabei mit den niederträchtigen Interessen des faschistischen Gottesstaatsregimes Iran, von dessen obersten Friedens-Gangstern er inzwischen natürlich Lob und Zustimmung erhielt, gemein gemacht, wie es nunmal in der Tradition sozialdemokratischer deutscher Literatenhetzer liegt. (mehr…)

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Warum Guttenberg bleiben kann, wo der Pfeffer wächst (also: in der Bundesregierung)

Offener Brief an den deutschen Pöbel

„Ich kenne mich sehr wenig aus mit diesen akademischen Usancen, denn ich habe ja noch nicht mal Abitur. Das Einzige, was ich sagen kann: Ich habe häufig abgeschrieben. Sonst wäre ich ja auch nicht bis zur mittleren Reife gekommen!”
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Die schale, ankotzende Pointe der ganzen Debatte um die volksmobkompatible Adels-Canaille Guttenberg ist der darin zum Vorschein kommende Doktortitel-Fetischismus, welcher – wie eh und je – jeden Zusammenhang von subjektiven Fähigkeiten und des als deren Objektivierung geltenden Titels leugnet: als gäbe es heute überhaupt einen wesentlichen Unterschied zwischen einem komplett abgeschriebenen Text und einer korrekt zitierten, genauso hirnlosen, in jahrelanger stumpf-debiler Quellen- und Zitate-Sammelei zusammengeklaubten, also akademisch „korrekten“ Arbeit. ES GIBT KEINEN SOLCHEN UNTERSCHIED – Doktortitel bekommen Leute, die sich der bürgerlichen Gesellschaft voll und ganz unterwerfen, sich den herrschenden Regeln verschreiben und also ihren Konformismus (als eine Art universeller, blinder „Loyalität“) beweisen, i.e.: das Gegenteil von selbständiger Wissenschaft betreiben. Überhaupt ist die vielgerühmte „Kompetenz“ oder die ebenso oft angeführte „Doktorwürde“ bloß das Produkt von durch Schleimerei erkauftem Ansehen, nichts weiter. In einer Gesellschaft, in der Wissenschaft allgemein durch „WissenschaftlichKEIT“, also den Anschein von geistiger Anstrengung, der Karikatur von wissenschaftlichem Tun ersetzt wurde, ist jede diesbezügliche Diskussion nur noch ein Hohn auf die wenigen übrig gebliebenen Behirnten. Es gibt keinen Qualitätssprung durch Titel. Titel sind bloße Schlüssel für Türen, die man dem Großteil des Pöbels verschlossen hält; dafür sind die langwierigen Dissertations- und Habilitationsphasen institutionalisiert: um Selektion zu betreiben, Selektion im Sinne der herrschenden Eliten, Selektion darüber, wer dieser Gesellschaft nützlich ist und wer nicht. Guttenberg hat seine Nützlichkeit schon lange zur Genüge bewiesen, kann also voll und ganz auf einen solchen Titel pfeifen – was er ja nun auch konsequenterweise tut.
 
Walter Benjamin, der noch von jenem altmodischen Schlage war, einen zumindest im Ansatz Hegel’schen Begriff von Wissenschaft verwirklichen zu wollen, durfte sich in der Weimarer Republik damals nicht habilitieren, weil seine eingereichte Habilitationsschrift über den „Ursprung des deutschen Trauerspiels“ zu viele eigenständige Gedanken, zuviel Theorie, zu wenig „zitierten“, also abgeschriebenen Blödsinn enthielt, zu „unorthodox“ war (heute hingegen parasitieren ganze Doktorandenstämme vom Inhalt allein dieser Schrift); bei Dissertationsverfahren ist sogar noch von einer weit nachdrücklicheren Verbrämung des Denkens auszugehen. Das sollte eigentlich alles über Titel und die sogenannte „Doktorwürde“ sagen: Sie ist die Würde der ideenlosen Idioten. Nirgendwo soviel wirres Geschwätz, soviel geistige Leere, so große Hirn-Ödnis und Denkfeindschaft wie beim Studententum und speziell den Doktoranwärtern in ihrer staatlichen Kampfbastion gegen den autonomen Geist, der Universität. Aber was soll mans ihnen vorwerfen, sie studieren nunmal, weil sie sonst nichts können; und natürlich kann auch ein Guttendepp nichts – er wäre sonst wohl kaum deutscher Minister.

Folglich ist er ganz zurecht immer noch da, wo er jetzt ist. Jeder Kommunist sollte begrüßen, dass die deutsche Bourgeoisie so offen zu ihren Verbrechen steht; es gibt keinen „besseren, glaubwürdigeren Verteidigungsminister“, weil es in bürgerlichen Staaten keine guten Minister geben KANN. Sie setzen die Interessen des Kapitals durch, und das tun sie gut, wie sie es tun – ob mit oder ohne Titeln. (Schrecklicher Verdacht: Sind Politiker etwa Lügner und Betrüger? Und werden sie etwa gerade deshalb vom Pöbel verehrt?) Einen Rücktritt zu fordern wäre also, wenn nicht bodenlose Dummheit, so doch pure Heuchelei, weil diese Forderung implizierte, dass durch den Rücktritt irgendeiner gut passenden Charaktermaske und dessen Austausch durch eine schlechter passende irgend etwas besser, gerechter, oder, ach herrje, „glaubwürdiger“ werden könnte.

Guttenberg zu verteidigen, seinen Verbleib in der Bundesregierung zu unterstützen, sollte also im Interesse eines jeden liegen, dem am Schaden der BRD und seiner Titel- und Würdenträger gelegen ist.

ordnungmusssein

Trotzdem wird momentan von allen möglichen (auch linken) Moral-Instrumentalisten Guttenbergs Rücktritt gefordert: Ordnung muss sein! – da sind sich Links- und Rechtsdeutschland, Bloggertum und SPD, Jutta Ditfurth und Arnulf Baring (letzte Woche gemeinsam bei Maischberger sitzend) einig; beiden ist es eine Herzensangelegenheit, die bürgerlich-akademische Ehre zu retten, weswegen der Freiherr doch bitte als Minister zurücktreten und irgendeinen Ex-CDU-Kassenwart den Rommel machen lassen möge, um dann drei Jahre später unbelastet und mit umso mehr „Glaubwürdigkeit“ CSU-Vorsitzender und daraufhin Bundeskanzler werden zu können. Na Prost.

prostguttenberg1
Schwerter zu Zapfhähnen: Pöbel, Guttenberg, Bierkrug

Eigenständigkeitserklärung:
Hiermit erkläre und versichere ich abstruserweise, dass ich den gesamten obigen Text vollkommen eigenständig und ohne Hilfe von Mami und Papi, mit korrekter Zitation und innerhalb von fünfzehn Minuten im volltrunkenen Zustand zusammengeschustert habe.

Mein Ehrenwort: Prof. Dr. Dr. Dr. Lyzis von und zu Welt

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1378: „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ wird plötzlich computerspielkritisch

Die Phase der Auseinandersetzung der beiden politischen Weltblöcke, also der sozialistischen, friedensfördernden Staaten des Warschauer Vertrages („Ostblock“) auf der einen und des westlichen Imperialismus („NATO“) auf der anderen Seite war, wie eigentlich jedes Kind wissen müsste, keine friedliche Zeit – nicht umsonst nannte man sie „Kalter Krieg“. Es handelte sich also in der Zeit zwischen 1945 und 1990 um einen kriegerischen Zustand zwischen den Staaten mit erfolgreicher Revolution und denen der bürgerlichen Konterrevolution bzw. des Faschismus. Dieser kriegerische Zustand wurde hervorgerufen vom Gros des deutschen Volkes, das sich 1933 aus weltherrscherischen Ambitionen dazu entschied, einen gewissen, bis dato hauptsächlich durch deutschnationale Welt-Unterjochungs-Phantasien, engagiertestem Rassismus und Kampfschriften für die endgültige Durchsetzung eines bis dahin unbekannten Vernichtungs-Antisemitismus in der Öffentlichkeit hervorgetretenen Adolf Hitler zu ihrem Führer zu wählen. Nachdem dieser demokratisch gewählte deutsche Volksheld dann 12 Jahre Demokratie ausgeübt, also sein Volk dazu aufgemuntert hatte, das europäische Judentum nahezu restlos zu vernichten, alle noch nicht durch die vormals in der Weimarer Republik herrschende SPD ermordeten Kommunisten umzubringen, nahezu das gesamte Europa anzugreifen, zu besetzen, zu faschisieren und Deutschland „anzugliedern“, sowie nebenbei mal eben den 2. Weltkrieg vom Zaun zu brechen, entschlossen sich die langjährigen Opfer, die, in historischer Gestalt der Sowjetunion (sowie Israels), glücklicherweise diesen Krieg noch für sich entscheiden konnten, dieser Gefahr einer globalen Faschisten-Barbarei endgültig einen Riegel vorzuschieben, was dazu führte, dass der geschickte Kommunist Walter Ulbricht eine Grenzsicherung („Berliner Mauer“) installierte, die jene Gefahr so gut als möglich zu bannen in der Lage war.

Soweit die von niemandem ernsthaft bestreitbaren geschichtlichen Fakten.

Nun mögen die braven und traditionsbewussten Deutschen, also die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung dieses postfaschistischen Scheißstaats, eben einmal keine Opfer, da diese sie an ihre Dummheit, ihre Autoritäsfixierung, ihre Führersehnsucht, ihren Fremdenhass, ihre Kriegstreiberei, ihre Mordbrennerei und ihre restliche nationalistische Geschichte erinnern, welche eine Geschichte von rechtem Klassenkampf und Pogromen ist. Deshalb äußern die Deutschen sich heute vornehmlich „israelkritisch“ und DDR-, bzw. kommunistenfeindlich – sie wissen eben, wer ihr Feind ist: die von ihnen über Jahrzehnte hinweg Verfolgten.

Eine der in diesem flachen braunen Gewässer der Geschichtsklitterei neben der Nazitäter-Rehabilitierungsorganisation namens „Bund der Vertriebenen“ aktivsten „gemeinnützigen“ Verbände, die „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“, also die notorisch geschichtsvergessene bzw. -leugnende Zusammenrottung aus Altnazis, CDU-Opportunisten, Großkapitalisten, Menschewisten, Radikalkatholiken und sonstigen Faschisten und Arbeiterfeinden meldet sich nun mal wieder zu Wort: Es handele sich um einen Skandal; straight hirnlos to the max gehen sie hin und entdecken auf einmal, Breaking News: GEWALT IN COMPUTERSPIELEN! Das Spiel „1378“ stelle eine Verhöhnung irgendwelcher Opfer des Stalinismus (also der sozialistischen Politik der DDR) dar.

Na sowas.

Seit Jahrzehnten kann der geneigte Freund von geistloser, konzentrations- und feinmotorikfördernder, stress- und aggressionen-abbauender, entspannender, erbauender und seelenheilender virtueller Gewalt auf dem Bildschirm – wie z.B. schon bei so uralten Spielen wie des hauptsächlich in Russland und Kuba handelnden „Goldeneye 007″ – beispielsweise in die Rolle des britischen Geheimagenten, also: Söldners James Bond schlüpfen, wo es dann gilt, gegen sowjetische Soldaten, aber auch Zivilisten, also ebenfalls Angehörige von Opfergruppen, in die großzügigst realistisch inszenierte und animierte First-Person-Computerschlacht zu ziehen. („Wolfenstein 3D“, wo man gegen auch als solche eindeutig gekennzeichnete Nazi-Soldaten sowie Hitler persönlich kämpft, hat man hierzulande wohlweislich direkt mal indiziert und beschlagnahmt. Day of Defeat, ein Ego-Shooter, in der man als Nazi gegen Alliierte kämpfen kann, wurde hingegen nicht verboten.)

Bisher interessierte das alles ausser erzdeutschen „Jugendschützern“, dem rechtsradikalen Flügel der CSU und ihrer lächerlichen „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ keine Sau; nun aber, wo eben mal nicht in Vietnam, Irak, Afghanistan, Frankreich, Italien oder Russland im Interesse Deutschlands virtuell marodiert und getötet werden darf, melden sich die Antikommunisten zu Wort, und die „deutsche Öffentlichkeit“, die sich in drei Nachrichtenagenturen und ihrem arschkriecherischen volksverblödenden Medienprekariatstrottel-Anhang in Nachrichtenredaktionen erschöpft, schreit Zeter und Mordio.

1378screenshot
Screenshot aus dem Spiel „1378″. Quelle: dapd

Man kennt diese Heuchelei und Doppelmoral schon aus anderem Zusammenhang: Nicht etwa die real Angriffskriege bestreitende deutsche Bundeswehr, die burschenschaftlich organisierten Jugendverbände bürgerlicher Parteien, Schützenvereine, Kirchengemeinden, Sportvereine, Kindergärten und Schulen seien „jugendgefährdend“ (was immer das auch heißen mag), sondern Ballerspiele (oder, vor 200 Jahren, lange deutsche Tradition: Goethes „Werther“). Und nun soll also auch das virtuelle Abballern von Mitgliedern des deutschen Volksmobs plötzlich eine Gefahr für die Jugend, unmoralisch und vor allem „opferverhöhnend“ sein.

Opfer, das sind für jene deutschen Volldeppen, die sich da geschichtsrevisionistisch wie eh und je „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ schimpfen, in erster Linie die legitimen deutschnationalen Täter-Erben und Angehörige suizidaler Knalltüten, die ihre Selbstmordsehnsüchte an Selbstschussanlagen des antifaschistischen Schutzwalls der DDR auszuleben pflegten und zu doof dazu waren, einen Ausreiseantrag auszufüllen.

Sekundiert werden sie laut „dapd“-Meldung dabei vom derzeit übelsten Stamm deutscher Ideologen, nämlich irgendwelchen – namentlich natürlich nicht genannten – rechtschaffenden „Historikern“, also hauptberuflichen Geschichtsfälschern und – selbstverständlich – der „Bildzeitung“, die schon im September gegen das Spiel aufhetzte, weshalb seine Veröffentlichung, die ursprünglich für den 3. Oktober, pünktlich zum Festtag der Wiederherstellung der deutschen Reichseinheit geplant war, auf vorgestern verschoben wurde. Vereint verlangen diese Hüter deutschnational-bourgeoiser Moral in ihrem Anti-DDR-Wahn letztlich die Zensur, das Verbot, zumindest die offizielle Delegitimierung eines von vielen hundert Kriegsspielen, das aber längst nicht so brutal wie die meisten anderen dieser Art ist.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, sieht sofort, welche historische Konstellation in dieser zensurbedürftigen Empörungswelle seine Wirkungsmacht durchsetzen möchte. Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, ob das Spiel „gewaltverherrlichend“ sei. Man kann nur hoffen, dass diese antikommunistische Scheißbande dabei ordentlich auf die Fresse fliegt – realistisch ist aber natürlich ein der Geschichtsschreibung der herrschenden Klasse Deutschlands gemäßes Urteil.

Achtung, liebe Kinder, Gewalt! (Erst ab 12!)

„Expertenstimmen“ zum Spiel:

„Entweder verhaften Sie den möglichen Flüchtling, nehmen Kontakt mit ihm auf, wechseln die Seite und versuchen gemeinsam zu flüchten oder Sie wählen die drastische Art: Sie erschießen den Flüchtling. Dafür werden Sie später allerdings im sogenannten „Mauerschützenprozess“ verurteilt.“ (Chip Online)

„Das Spiel vermittle zudem die Moral, dass Grenzsoldaten, die zu oft schießen, nicht gewinnen können.“ (Focus.de)

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