Archiv der Kategorie 'Falsche Theorien'

Interview zu „Hass von oben, Hass von unten“

Sandro Abbate hat mich u.a. befragt zum Unterschied von Hass und Ideologie, Hassverboten, den Zusammenhang von Hass und Kunst und ob Internetnutzung zu mehr Gewalt führt:

“Hass und Gewalt sind schon älter als das Internet”

„SPIEGEL: Herr Grohn, bis gestern schien die Welt noch ohne Hass…

GROHN: Mir nicht.“

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Antideutsche Ideologiekritik– die Avantgarde der deutschen Ideologie

Dass die ehemaligen Antideutschen und „Ideologiekritiker“ inzwischen so ziemlich alle am Rad drehen oder bereits komplett dem Irrsinn anheim gefallen sind, hat wohl vor allem damit zu tun, dass sie nahezu überflüssig geworden sind, weil sie ihre Funktion für die Linke verloren haben. Auch wenn sie von ihren Pendants – den moralisch engagierten, schon mit halbem Bein in der Türe des Linksliberalismus stehenden linken Kritikern – immer noch beachtet, also: als Gegner anerkannt, d.h. ernst genommen werden, benötigt die antideutsche Ideologiekritik keine Aufmerksamkeit mehr, schließlich hat sie ja auf ganzer Linie gesiegt. Sie hat sich im Grunde totgesiegt, indem sie – wie das bei idealistischen linken Bestrebungen innerhalb des Kapitalismus immer der Fall ist (siehe 68er, Grüne, K-Gruppen usw.) – die Avantgarde, also nützlichen Idioten abgegeben hat für
a) die inzwischen 24/7 in allen Medien herum mahnende Anti-Verschwörungsideologie-Schulmeisterei und
b) überhaupt die in Massenmedien zur Normalität gewordene Kritik an (linken, inländischen) Regierungskritikern und allen möglichen Demonstranten und Aktivisten. Wozu noch Zirkulare wie sans phrase, prodomo, Phase 2 und Bahamas, wenn tagesschau, heute journal und Bildzeitung das viel effektiver zustande bringen?
Die (post-)linke, antideutsche Ideologiekritik war immer gerichtet gegen Aktionismus, „Pseudoaktivität“ (Adorno), Volks-Aufbegehren, Massenproteste usw., also pro bloße Kritik. Es ging ihr ausserdem immer um die „rücksichtslose“ Denunziation „autoritärer Herrschaft“ (sic!). Diese Kritik ist mit vollem Erfolg angekommen in allen Polit-Shows, Nachrichten, Magazinen, Comedy- und Satire-Formaten, staatstragenden Blogs und sozialen Medien: keine 5 Sendeminuten vergehen mehr ohne den BRD-Imperialismus verharmlosende oder leugnende Propaganda gegen selbstverständlich immer bloß im Ausland ausgemachte „autoritäre Regierungen“ wie in Russland, China, Belarus usw.
Die unmarxistische ideologiekritik und das vulgäre, d.h. den BRD-Imperialismus ignorierende Antideutschtum hat jetzt also zusätzlich zu den linken Zeitungen eine Wirkungsstätte in den großen Medien. In den Redaktionen von Springers Welt und Bild sitzen inzwischen ganz selbstverständlich jene Adorniten, die über den ideologischen Umschlagplatz „Israelsolidarität“ heim ins Reich gefunden haben, aus dem sie natürlich objektiv nie ausgeschlossen waren in ihrem Grand Hotel Abgrund.
Begreift man aber die Stufe des in den 90ern in der BRD aufgekommenen Antideutschtums und ihrer geisteskranken Sorte Ideologiekritik dialektisch (also: richtig) als _notwendige_ Stufe, nämlich Antithese im dialektischen Prozess der Selbstfindungsveranstaltungen innerhalb linksradikaler und kommunistischer Kreise, so kann es die Praxis der Vernunft nicht sein, dieser Antithese wiederum bloß einseitig ablehnend zu begegnen, also selbst bloß Negation dieser Stufe zu betreiben, statt sie zu einer höheren Stufe, zur Synthese, aufzuheben, also ihren – meinetwegen auch verneinten Gehalt – in sich aufzunehmen und zumindest zu reflektieren. Es ist klar, dass das kaum wer tut, denn das hätte schließlich vorzeigbare und nützliche Ergebnisse und sowas kann eine Linke natürlich niemals wollen.
Es ist auch klar, dass die Ex-AntiDs/ Ideologiekritiker, weil sie ins Verlieren verliebt sind, ihren objektiven Erfolg so nicht stehen lassen können. So müssen sie sich ständig winden, alle paar Monate sich von einem absurden hottake zum nächsten, noch absurderen hottake schlängeln, um ihre lediglich auf die Kritik der Ideologie anderer Linker gerichtete Identität und damit: Ideologie aufrechterhalten zu können. Damit aber, mit dem nahezu zwanghaften Verteidigen der eigenen Identität und der eigenen Irrtümer gleichen sie den traditionellen Linken ja wiederum aufs Haar. Das ist es, was sie so verrückt macht und sie dazu bringt, immer wieder aufs neue Amok zu laufen.

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Hegel und die Doofen

Hegel eignet sich für so vieles gute, schöne und richtige: zum Beispiel dazu, um Idioten zu widerlegen oder die Kategorie der Wahrheit gegen die Meinungen des Diskursmülls ins Recht zu setzen und den Stümpern und Dilletanten zu zeigen, dass es verbindliche Maßstäbe gibt, mit denen die Welt vernünftig erkannt werden kann. Leider eignet sich Hegel gerade heute auch für vieles schlechte, unschöne, falsche: z.B. dazu, um tolle Hegel-Experten-Kenntnisse zur Schau zu stellen oder sich etwa auch noch mit den zu widerlegenden Feinden der Vernunft zum Plaudern in irgendwelchen Medien des Meinungswahns einzufinden. „Hegel to go“ darf deshalb gerne auch verstanden werden als eine Art Buch gewordener kleiner Gedenkstein gegen die Hegel-Interpretations-Industrie und gleichzeitig Nachweis ihrer Überflüssigkeit: dieses Büchlein zeigt, dass es tatsächlich nicht noch die siebzehnmillionste Hegel-Erläuterung braucht, sondern dass schon ein paar hundert Zitate reichen, um deutlich zu machen, dass man die Wahrheit – die selbstverständlich kein Ding im Besitz einer Person sein kann, sondern immer nur im Verhältnis zu bestimmen geht, und auf die Hegel lediglich hinweist – selbst zu ERFAHREN hat, um nicht nur ÜBER die hegelsche Philosophie, äußerlich angeeignet, plappern zu können, sondern sie anzuwenden weiß im Klassenkampf. (Das wäre dann „Verwirklichung“: praktisch gewordene Erkenntnis. Aber um etwas in die Welt setzen zu können, muss man es vorher in sich haben.) Schöne Exempel für das Gegenteil erbringen derweil jene, die dazu nicht imstande sind täglich, indem sie Hegel im Munde führen, weil sie ihn nicht im Schilde zu führen vermögen: also jene tragischen Existenzen, die deutsch schreiben könnten – oder zumindest wollen –, aber lieber journalistisch schreiben.
In dem Selbst-Erfahren-müssen der Wahrheit (durch reales Handeln), auf die Hegel hinweist, liegt die Pointe des Witzes, den der Budenzauber der Fachphilosophie und ihres Instrumentariums von Philologie und Jargon nicht verstehen kann: Hegel heute zu verstehen, bedeutet eben, sein eigenes Nichterfahrenes und Unbegriffenes zu verstehen. Deshalb ist es für die meisten so schwer, Hegel wirklich zu begreifen: die eigene Moral, die eigene Identität und andere Sicherheiten und Bestimmtheiten sind es, die einen daran hindern.
Für Hegel zeichnet sich das ungebildete, das noch nicht es selbst gewordene Bewusstsein dadurch aus, dass „das negative Wesen ihm ein äußerliches geblieben, seine Substanz […] von ihm nicht durch und durch angesteckt“ worden ist: „Indem nicht alle Erfüllungen seines natürlichen Bewußtseins wankend geworden, gehört es an sich noch bestimmtem Sein an; der eigne Sinn ist Eigensinn, eine Freiheit, welche noch innerhalb der Knechtschaft stehenbleibt.“ (PhG, Suhrkamp-Werkausgabe Band 3, S.155)
Es ist daher dem einen ein leichtes, und dem anderen so schwer, Hegels Philosophie zu begreifen: Auf bloßes Denkvermögen, will Hegel sagen, kommt es nicht an, sondern es geht um eine existenzielle Entscheidung: wer zu leben gewohnt ist in den Gefilden des Wirklichen, welche einzig die Wahrheit hervorzubringen imstande sind, und also „das negative Wesen“ durchdrungen hat, wird keine Schwierigkeiten beim Verständnis haben. Wer kein Knecht ist, dem wird Hegel kein Rätsel bleiben. (Deshalb auch konnten Marx, Engels und Lenin Hegel begreifen.)
In seinem Urteil über die Tatsachen MIT diesen Tatsachen übereinzustimmen, d.h.: zu sagen, was SACHE ist, also die Wahrheit über die Wirklichkeit ins Bewusstsein zu rücken, bedeutet, nicht zu heucheln. Wer aber schon das Urteil gefällt hat, bevor er mit der Wirklichkeit einer Sache in begriffliche Auseinandersetzung getreten ist, wer also moralische oder ideologische Werte auf die Tatsachen projiziert und diese seine subjektiven Werte als solche der Tatsachen selbst ausgibt, betätigt sich als Heuchler, weil er vorgibt, seine (moralischen, ideologischen) Werte seien bereits solche der schnöden Wirklichkeit, der elenden Verhältnisse. Wessen Geschäft die Heuchelei ist, kann also kein Hegelianer sein.
„Auch in unserer Zeit findet es mehr oder weniger statt, daß die Ehrfurcht vor dem Bestehenden nicht mehr vorhanden ist und daß der Mensch das Geltende als seinen Willen, als das von ihm Anerkannte haben will.“ (Hegel, Rechtsphilosophie §138, Zusatz)
Nur ist es heute sehr schwierig, vor allem Linken, die sich auf Kriegsfuß mit „dem Bestehenden“ befinden, begreiflich zu machen, dass das adäquate – d.h.: nicht-ideologische, nicht-moralische, also: objektive – Beschreiben dieses Bestehenden der erste und vor allem notwendige (wenn auch nicht hinreichende) Schritt dahin ist, die Tatsachen innerhalb des Bestehenden zu etwas besserem aufzuheben. Heutige Vulgär-Idealisten, linke zumal, die schon der Kategorie der Wirklichkeit – also des Bestehenden – als solcher feindlich gesinnt sind, denken, es ließen sich die Tatsachen ändern, indem man sich von einem eingebildeten Standpunkt außerhalb des „Bestehenden“ um sie herummogelt und jene dann, durch bloße Kraft des Gedankens, wegzaubert. Diese Leute sind aber, genauso wie alle anderen, TEIL dieses Bestehenden. Sie mögen das bedauern, aber auch sie existieren in dieser Welt. Sicher, es mag für die völlig in sich gekehrte Schöne Seele (heutige Bezeichnungen dafür sind etwa: „Intellektueller“, „Kritiker“ usw.) so scheinen, dass sie gar nicht Teil dieser einzig vorhandenen Realität des einzig vorhandenen Bestehenden ist (vgl. „Phase 2 – Zeitschrift gegen die Realität“), weil sie vielleicht glaubt, es gebe später im Himmel einmal Bonuspunkte für nicht vollzogene Handlungen, nicht gelebtes Leben, nicht gekämpfte Kämpfe usw. Aber letztlich leben auch sie in dieser Welt und müssen in dieser Welt handeln, wenn sie denn handeln wollen. Das wird ihnen dann schnell zuviel: entweder sie handeln nicht oder sie täuschen sich selbst über die Grundlagen dieses Handelns, romantisieren sich also die Wirklichkeit als eine zurecht, die nach ihren Maßstäben funktioniere und nicht nach objektiven. Im Auge solcher Betrachter ist dann jeder, der nicht seine vorgefassten moralischen, ideologischen Werte auf das Bestehende projiziert, jeder also, der nicht heuchelt – d.h. die bürgerlichen Verhältnisse schönlügt – schon Vulgärmaterialist oder reaktionär. Eine Linke, aber, die mit der Wirklichkeit auf Kriegsfuß steht, weil sie lieber bereits VOR deren Kenntnisnahme schonmal Werte predigt, an welche sich die Wirklichkeit gefälligst zu halten habe, kann niemals vernünftig sein. Das könnte sie von Hegel lernen, wenn sie ihn denn läse.

(Aus dem Vorwort zur chinesischen Ausgabe von Hegel to go)

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Verschwörungsideologie und Verschwörungsideologiekritik

Es existiert seit einiger Zeit eine „Bewegung“, die wohl tatsächlich noch verblödeter als die der Verschwörungstheoretiker zu sein scheint und sich hauptsächlich in den Organen der Niedertracht namens social media und linksliberale Wochenzeitung äußert: die Verschwörungstheorie-Kritiker.

Wo Verschwörungstheoretiker Leute sind, die meinen, sie hätten geheime Absprachen aufgedeckt, deren Wesen es ist, von niemandem außer den sich geheim Absprechenden aufgedeckt werden zu können, sind die Verschwörungstheorie-Kritiker nochmal eine „Entwicklungs-“, also: Verblödungsstufe weiter: sie erwählen sich ausgerechnet die offensichtlich arg minderbemittelte Verschwöungstheorie-Szene, an die sie sich mit ihrer abstrake Jammerlappigkeit („Kritik“) wenden – ganz so, als sei da was auszurichten, was zu mehr führt als eben zur Entwicklung von Ideologe (Vebreiten von Ideologie als Kritik) zu Ideologiekritiker (Verbreiten von Kritik als Ideologie). Es zeigt schon, wie schlimm es um ihren Intellekt stehen muss, wenn sie ihr Kritik-Bedürfnis ausgerechnet an den lowest hanging fruits ausleben müssen.

Nun gehen die Verschwörungstheorie-Kritiker ja soweit, an die wahnsinnigste Verschwörungstheorie überhaupt zu glauben, nämlich die, es gebe in dieser Welt der permanenten Verschwörungen GAR KEINE Veschwörungen, obwohl täglich solche aufgedeckt werden. So hat sich der gesellschaftskritische Gratismut nur verschoben: den verwegenen Aufdeckern von eingebildeten Verschwörungen wird das Feld der Doofheit streitig gemacht durch die verwegenen Aufdecker von eingebildeten Verschwörungs-THEORIE-Zirkeln. Das Prinzip bleibt – bei aller Mühe, was besseres zu sein – dasselbe. Es handelt sich sozusagen um Verschwörungsideologie 2.0 – eine Verlängerung des eigenen Elends der Vergangenheit in die Gegenwart. Nicht zufällig sind die größten Verschwörungstheorie-Kritiker in jüngeren Jahre noch beherzte Verschwörungstheoretiker gewesen und scheint auch ihr halber Bekanntenkreis noch immer aus solchen zu bestehen – anders ist gar nicht erklärbar, wie sie immerzu die krudesten, von 99% der Bevölkerung unbeachteten und von so gut wie niemandem ernstgenommenen Verschwörungstheorien aus den Tiefen des world wide web herauskramen, um dann in ihrer kritisch-theoretischen Krämer-Mentalität noch ein paar Cent Distinktionsgewinn in ihrer Szene von gleichverblödeten Kritikern herauszuholen.

tazverschw

Inzwischen ist es soweit gekommen, dass die Aufdecker von Verschwörungstheorien die „Verschwörungen“ im Ernst schon bei den Verschwörungsideologen selbst verorten. Die taz nennt – wahrscheinlich einfach aus Wurstigkeit – Verschwörungstheoretiker nun tatsächlich „Verschwörer*innen“ und damit hat sich der Kreis des Schwachsinns wunderbar geschlossen. Man kann endlich wieder gegen Verschwörer agitieren, weil die Kritik-Bedürftigen ihre Verschwörungen nun in den Auslassungen der Verschwörungs-THEORETIKER verorten. Einfach jeder muss ganz dringend davon überzeugt werden, wie die wirkliche Wahrheit, wie es hinter den Kulissen ausschaut, nämlich: dass die größte Gefahr für den freien Westen in geisteskranken Youtubern und 17 demonstrierenden Spinnern auf dem Dorfmarktplatz besteht. Es ist wirklich ein grandioses Schauspiel, ein happening am sich selbst öffentlich lobotomisierenden Kollektiv-Hirn linksliberal-radikaler Kritik. Daniel Kulla z.B, einer der Pioniere dieser Großbewegung von seit langem in den Denk-Streik Getretenen, redet seit Jahren von „Entschwörung“ wo er „Verschwörungstheoriekritik“ meint. Wer aber bei Vernunft ist, braucht keine Verschwörungstheoriekritik, genausowenig, wie man etwa als fähiger Dichter keine Romantik-Kritik, sondern einfach Klassik betreibt. Was heute so unter „Kritik“ läuft, ist eine Erfindung von ständig am Rande der geistigen Prekarität entlang schwankenden „freien“ Journalisten – also: Komplettknechten des Presse-Monopolkapitals –, die versuchen, ihrer Unterwürfigkeit und ihrer Angepasstheit an den Betrieb eine Berechtigung zu verleihen, indem sie mit dem Ausmachen und Anschwärzen von angeblich „gefährlichen“ (also „die Demokratie unterhöhlenden“ o.ä.), in Wahrheit aber vollkommen armseligen und absolut wirkungslosen Grüppchen eine Distanz zum Betrieb vorgeben, die in Wahrheit nicht existiert (man schaue sich z.B. mal das liberale Geschmeiss an, was sich da so kritisch aus dem taz-, Jungle-World- und Ruhrbarone-Sumpf bis zu Springer empor kritisiert). Die irrsinnigen Theorien freischaffender Hobby-Verschwörungsideologen aber sind die Auseinandersetzung nicht wert. Sie fungieren als Religionsersatz, als eine neue Art des Seufzens berdrängter Kreaturen. Die einzige Kur dagegen bleibt das konsequente Ignorieren. Aber das Herumwühlen in den Seelen dieser bedrängten Kreaturen, das ständige Erspähenwollen der Fehler und Dummheiten dieser Leute ist ja auch wieder nichts anderes als das Seufzen bedrängter Kreaturen – nur halt solcher, die nur schon eine weitere Stufe auf dem Weg zur Hölle der vollendeteten Totalverblödung erklommen haben.

Die Verschwörungskritik-kritische deutsche Linke setzt ihre Prioritäten: Während veritable Verschwörungstheorien wie jene u.a. von Trump und der Bildzeitung verbreitete, das Corona-Virus entstamme einem chinesischen Labor, momentan täglich selbst in den als seriös geltenden öffentlich-rechtlichen TV-Nachrichten verbreitet werden, kümmern sich die Verschwörungstheorie-Kritiker um die Kritik irgendwelcher hauptberuflicher Drunterkommentierer. Derselbe Mumpitz, der täglich im ZDF verkündet wird, verlautbart aus dem Munde eines Ken Deppsen, würde bei ihnen wochenlange Diskussionen in zig Artikeln und tausenden Facebook-Postings nach sich ziehen. Und natürlich: die Redaktionen von Titanic und Jungle World etwa wären komplett arbeitslos, wenn es keinen Bedarf mehr an linker Verschwörungsideologie-Kritik gäbe. Was nur ein weiteres gutes Argument für deren möglichst schnelle Abstellung ist.

Selbstverständlich sind den Verschwörungstheorie-Kritikern Theorien (egal ob zu Verschwörungen oder sonstwas) schon deshalb ein Dorn im Auge, weil allein das Wort „Theorie“ sie daran erinnert, wie es mit ihrer eigenen Fähigkeit zur Theorie steht. So wird „Theorie“ bei anderen immer sofort zur „Ideologie“, während die eigenen nachgeplapperten Versatzstücke von zufälliger Menschenbeobachtung, angelesenen Ressentiments und banalstem Teenage-Weltschmerz in die Weihen edler Theorie gehoben werden. Verschwörungstheorie mag die Theorie der Theorielosen sein; aber die Kritik daran ist die der theorielosen Möchtegern-Theoretiker. Man nennt diese auch: „Kritiker“. Denn wer Theorie hätte, müsste ja nicht kritisieren – in seiner Theorie wäre schließlich das Unzureichende des Gegenstandes schon umfassend enthalten und bedürfte nicht mehr des akademischen Populismus, der sich als „Kritik“ bezeichnet.

Jemand wie Ken Jebsen ist dann sowas wie der tote Hund Chico der Verschwörungsodeologiekritiker; es geht ihnen – was sie natürlich nicht wissen können, weil, wer den Wahn noch teilt, diesen nicht erkennen kann – nicht um einen toten Hund oder um einen lebenden Hundesohn, sondern darum, dass man sich qua Profilbild-Message („RIP Chico“; „Gegen jede Verschwörungsideologie“) einer Gemeinde von Erleuchteten zuordnen kann, deren Erleuchtung eben darin besteht, genau so doof zu sein wie alle anderen, dies aber mit dem bloßen Streben nach Besonderheit (nicht der Besonderheit selbst; für eine solche müsste man sich eben sondern, gesondert sein, – was in Rudeln halt logisch unmöglich ist) schlecht zu übertünchen. Die Verschwörungstheorie-Kritik-Szene besteht aus Leuten, die sich für allerlei obskuren Scheiss interessieren, solange dieser bloß kein Mainstream ist, sondern als Underground durchgeht, und sich dabei mit dem Elan eines lerngestörten Kleinkindes auf Ideologiekritik und antikapitalistische Antigesellschaftstheorie stürzen – den beiden Verschwörungstheorieformen für Antiverschwörungstheoretiker, die sich ihre Ideologeme und Wissenshäppchen aus Szene-Boulevardblättchen wie Jungle World und Konkret zusammen gecut-upt haben.

Man mag den Verschwörungstheoretikern wie deren Kritikern zurufen, dass da, wo sie hinwollen, wir Bolschewisten schon herkommen, denn es handelt sich doch bei beiden Gesindel-Varianten um bloße Karrikaturen von Erleuchteten; – der Erleuchtete zeichnet sich klassischerweise nicht dadurch aus, dass er ständig davon schwadroniert, endlich den Ausgang aus Platons Höhle erreichen zu wollen, sondern dass er bereits aus diesem ans Licht getreten und zurückgekehrt ist, um die Gebannten (also: die an die emotionalen Staatsmaschinerien Angeschlossenen, an die Empörten und Aufgebrachten, an die Schar von in der Höhle gefesselt Sitzenden und Ditfurth-Vorträge und „Deutsch-mich-nicht-voll“-Facebookgruppen-Kommentare auf der Leinwand Glotzenden) mittels Einprügeln von Vernunft von der Notwendigkeit, zunächst mal die Änderung – meinetwegen: die Revolution – des eigenen Lebens zu bewerkstelligen, um dann – nicht die Höhle neu einzurichten, sondern: – im Lichte der Wirklichkeit als Mündiger das sittliche Geschehen zu organisieren, also überhaupt die Fähigkeit zur Revolution aufbringen zu können.
Wem das in seinem statt nach begriffsbildender und revolutionärer Arbeit bloß nach moralischer Genugtuung darbenden Gemüt schon wieder zuviel der Anstrengung ist, sollte es doch wirklich einfach bleiben lassen mit all dem ewig gleich langweiligen und vollkommen hirnlosen social-media-Gejammer und dessen sich ständig selbst prohezeienden und in Kreisen des immer größer werdenden Schwachsinns verlaufenden Aufgebrachtheits-Drunterkommentier-Gebullshitte.

TL; DR: HDF.

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Bürgerliche AfD-Kritik

Wenige Tage vor der Bundestagswahl geraten die naiven Vorzeige-Demokraten und Marktwirtschafts -Romantiker Deutschlands, die sich so gemütlich in den bürgerlichen Medien und deren Internet-Minizweigstellen eingenistet haben, mal wieder pflichtgemäß in Aufregung: Von völliger intellektueller Zerrüttung zeugende Rechenspiele werden angestellt (Niggemeier), eine Satirepartei als Helfershelfer der AfD ausgemacht (Martin Kaul/taz, ebenfalls Niggemeier), der deutsche Postfaschismus verharmlost (Böhmermann), Nichtwähler als 5. Kolonne des Faschismus gebrandmarkt (alle anderen) und allgemein so getan, als hätte es in den etablierten Parteien in den letzten Jahren nie Faschisten gegeben – Martin Hohmann, Jürgen Möllemann, Thilo Sarrazin und dutzende andere geflissentlich ignorierend.

Das Problem soll laut der nun wieder an jeder Ecke mahnenden AfD-Kritiker plötztlich nicht mehr sein, dass ca. 10% der Deutschen veritable Neonazis in den Bundestag wählen, sondern eine Partei, die dem sonst doch so hoch gefeierten demokratischen Wählerwillen lediglich Ausdruck verleiht und bloßes Symptom einer durch und durch rassistischen und sich in ihrer strukturellen Vollverblödung gefallenden Gesellschaft, ihrer Medien-“Eliten“, ihres bürgerlichen Staates und seiner kapitalistischen Wirtschaft ist, in der doch Faschismus, global betrachtet, bisher eher die Regel als die Ausnahme war. Mittendrin die bürgerlichen Linken, die sich bisher im Schönlügen des deutschen Normalbürgers und in Geraune gegen Rechtsradikale hervorgetan haben, ohne darauf zu kommen, das beide miteinander zu tun haben könnte.

Es ist die parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts, die ansonsten als höchstes Gut und Hort der gelungenen Aufklärung hochgehalten wird, die das Faschistenpack hervorbringt, ja geradezu zielgerichtet produziert – und es ist das Grundgesetz der BRD, das die entsprechenden Parteien erlaubt. Deshalb mögen all die engagierten Demokraten doch bitte mal ihr Maul halten, wenn sich nun die braune Fratze aus dem Sumpf der bourgeoisen Klassenherrschaft hervortut, sie aber seit Jahren „den Wähler“ als solchen nicht antasten mögen, weil er für sie das edle, unschuldige Wesen, das es zu respektieren, höchstens zu domestizieren gelte, bleiben soll, so wie die Kapitalknechte in den Medien prinzipiell weder das deutsche Volk beleidigen und somit in seinem Irrsinn stören wollen, da es ihnen schließlich als fruchtbarer Boden für ihren rund um die Uhr abgesonderten ideologischen Sperrmüll dient, noch die Verfasstheit des bundesrepublikanischen Staats für kritikwürdig erachten, auf den sie sich jederzeit treu berufen, solange er ihnen und ihren niederträchtigen Interessen zu Diensten ist.

Es ist nicht zu erwarten, dass sich in deutschen Journalistenkreisen jene einfache Erkenntnis rumspricht, sie seit der Brecht’schen Sentenz vom fruchtbaren Schoß für jeden denkenden Menschen selbstverständlich sein sollte: Man kann nicht gleichzeitig Verteidiger der bürgerlichen Demokratie und Faschistenbekämpfer sein.

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Kleine Sektologie der Linken


“An wirklichem, tatsächlichem oder theoretischem Bildungsstoff ist da absoluter Mangel. Statt dessen Versuche, die sozialistischen oberflächlich angeeigneten Gedanken in Einklang zu bringen mit den verschiedensten theoretischen Standpunkten, die die Herren von der Universität oder sonstwoher mitgebracht und von denen einer noch verworrener war als der andre, dank dem Verwesungsprozeß, in dem sich die Reste der deutschen Philosophie heute befinden. Statt die neue Wissenschaft vorerst selbst gründlich zu studieren, stutzte sich jeder sie vielmehr nach dem mitgebrachten Standpunkt zurecht, machte sich kurzerhand eine eigne Privatwissenschaft und trat gleich mit der Prätension auf, sie lehren zu wollen. Daher gibt es unter diesen Herren ungefähr soviel Standpunkte wie Köpfe; statt in irgend etwas Klarheit zu bringen, haben sie nur eine arge Konfusion angerichtet – glücklicherweise fast nur unter sich selbst. Solche Bildungselemente, deren erstes Prinzip ist, zu lehren, was sie nicht gelernt haben, kann die Partei gut entbehren.”

Zirkularbrief von Marx/Engels an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a., 1879 (MEW 19, S.164f.).

Man kann sich den Linken heute nur noch mit den Mitteln der quasi-ornithologischen Kategorisierung nähern; der Weltgeist steht hinterm Baum und guckt durchs Fernglas, dadurch sieht er allerlei Sorten bunter Vögel durcheinander zwitschern. Eine dementsprechende, natürlich vollkommen „verkürzte“ (so bezeichnen die kritischen Kritiker ja immer alles, was zu deutlich an Wahrheit gemahnt), vorurteilsbehaftete und unsachliche, also absolut zutreffende Übersicht der umtriebigsten, lautesten und auffälligsten linken Sekten und ihres jeweiligen Unwesens lege ich hiermit allen Interessierten zum ausdrucken, übers Bett hängen, weiterverteilen und auswendiglernen vor. (mehr…)

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Blogger Ofenschlot – Dumm wie Brot

Der brave Blogger Ofenschlot: Alle zwei Tage ein neuer, ernster, engagierter „Beitrag“ aka. Blogpost, der zum bestehenden Denk- und Sprachmüllberg seinen Teil hinzuschüttet, immer wieder ein weiterer Untext des Grauens, zu 90% eh bloßes kontingentes Zitat, der Rest umso kontigentere, umso falschere Szene- und Kulturarbeiter-Banalitäten, die sowieso schon zigmal woanders (und besser) gesagt wurden, es will einfach nicht aufhören. Berichterstatterischer Dreck, den man in jedem Tageszeitungsfeuilletonkommentar hundert mal die Woche überall lesen kann, aber hier natürlich mit dem heissen Scheisstheoretikerkauderwelschgepimmel aus der Unibibliothek nebenan garniert; damit natürlich immer die möglichst größte Menge an Minderheitenmainstream-Parasiten anlockend mit seiner relativistischen Beobachtungs- und Investigativ-Journalistenschweinerei. Dem Journalismus setzt er ein Ehrenmal, indem er ihn noch in die Unweihen eines Blogs runterhebt mit seinem journalösen Bloggeblöke.

Man kennt das alles aus linker Journaille und Universität: Ein Theoretiker, der in seinem ganzen Leben zwei oder drei Gedanken hatte, beschäftigt an den Hochschulen ganze Institute, ganze Forscherherden über Jahrzehnte hinweg (vgl.: die Einspeisung Walter Benjamins in den Betrieb): Schafft Arbeitsplätze, werdet Denker! Bei diesem Ausschlachtungs-Pandämonium will Ofenschlot natürlich nicht aussen stehen – und empfiehlt sich in seinem Scheitern den anderen Gescheiterten, die ihr Scheitern zum Erfolg umzulügen im Stande sind, weil man es ihnen gestattet, weil sie nämlich mit ihrer kritischen Dummheit nicht nur den Betrieb nicht weiter stören, sondern sogar dessen Funktionieren weiter garantieren. Es klappt hervorragend, die Leser kommen in Scharen, um sich ihre commünistischen Ressentiments bestätigen zu lassen, Gratulation.

„Eigene Thesen“ natürlich auch mal hier und da beigemengt, zu Weihnachten und Ostern wird halt auch bei Ofenschlots mal der Hirnofen angeschmissen, aber gerade in der Degradierung des eh schwächlichen eigenen Hirnprodukts zu bloßen „Thesen“ kommt dabei eben das Gegenteil von Theorie, von Forschung, letztlich: keine eigene Leistung, bloße Denk-Asche bei herum. Aber Leistung, so reden sich diese Idioten ja andauernd raus (und ein), gilt ja eh nicht, ist altbacken, „überholt“, „unkritisch“, geniegläuberisch, bürgerlich, faschistoid, wie alles andere, wozu sie nichts beizutragen haben, auch nichts herstellen können aus Unfähigkeit: Wert, Staat, Geld, Kapital, Macht. Deren Wert-, Staat-, Geld-, Kapital- und Herrschaftslosigkeit will man als vernünftiger Mensch natürlich nicht erleben müssen, dann doch lieber die heutige Scheisse. – Es gibt eine Fortschrittlichkeit des bürgerlichen Ressentiments, welche jene angebliche dieser „revolutionären Linken“ bei weitem übertrifft.

Ebenso „Fundstücke“ und „aufgegebene Projekte“, als sei nicht schon sein ganzes Leben ein aufgegebenes Projekt; noch das Selbstverständlichste mit Erklärungskleister vollschmieren, so dass es jeder, also gar keiner mehr kapiert, das tausendfach erwähnte zum 1001. Male hinrotzen, diesmal aber im Gestus von „Heureka, welch edle neue Weisheit!“; alles schön seminarisch korrekt durchinterpretieren (also nachplappern), einfach mal Hegel oder Mao lesen ist nicht drin, es muss schon „Chotjewitz über Machiavelli aus der Perspektive Althussers gelesen“ sein; Bordiga durch eine Brille von Fielmann rückwärts und spiegelverkehrt unter LSD gelesen; Pannekoek mit Bernstein und Gramsci dekonstruiert und rätekommunistisch in den Arsch gefickt; Lenin widerlegt beim Kaffeeklatsch mit Christian Enzensberger; überhaupt alle schlechten linken deutschen Literaten versammeln; noch den Tod eines Menschen für die eigene Blogtagebuchscheisse verwursten; Prosa des Lebens #88; individualcommünistische Sklavenaufstände kommen sehen; zu jedem Dreck noch mehr Dreck labern; Müll zitieren, dass es nur so kracht; das ist Ofenschlot at its worst; – jedes Zitat ist der Sarg eines Gedankens, das, was nicht geklärt und begriffen werden konnte, wird einfach runterzitiert, der Geist gleich mit beerdigt, Zitatefälschen klappt auch immer besser von Jahr zu Jahr, fertig ist die Megascheisse. Ofenschlot, der Blog-Gremliza für die ganz Doofen, der Sportkommentator seines eigenen politischen Elends. Einer jener rechtstrotzkistisch-idealistischen Idioten, die meinen, sie könnten noch was ausrichten, wenn sie nur engagiert genug schreiben und zum globalen Narodnikismus aufrufen, statt nüchtern die Welt zu sehen, wie sie ist und die Wahrheit über sie gottverdammt nochmal einfach hinzuschreiben.

Wann ist der Ofen endlich aus? Gerade im Winter scheint geheizt werden zu müssen, es ist keine Vernunft in Sicht in jenen Kreisen.

Ich will meinem blanken Hass, den ich auf solche sich selbst zu „Figuren“ herunterkochenden Vollspaten wie Ofenschlot hege, gar nicht auf irgend eine Weise den Anstrich von Wissenschaftlichkeit oder Rationalität geben (wer weiss, was Wissenschaft seit je her ist, weiss natürlich auch, dass diese zur Hauptsache ohnehin von Hass angetrieben ist und aus Hass besteht, dem man nachträglich Rationalität hinzudichtet, aber darauf kommt es hier nicht an); hier bedarf es keiner argumentativen oder sonstiger vertrottelten Rechtfertigung – im Schneehagel hegelnd kegelt es sich gleich beheglicher –, die Barbarei ist so offenbar, dass ein kleiner Wink genügt.

Was soll der praktizierende Geist menschlicher Restvernunft gegen solche Luschen tun? Ernsthaft hingehen und den Denkdreck dort in seinem ganzen Umfang „auseinandernehmen“, wie einem hier und da von gutmütigen Idealisten empfohlen wird? Ihnen die Ehre zukommen lassen, sie ihren schwachsinnigen Spielregeln gemäß zu „kritisieren“? Womöglich in allen Einzelheiten jeden Satz seiner logischen Falschheit überführen, obwohl das schon bei so ziemlich allen anderen Unansprechbaren nichts als weitere Stupidität hervorgerufen hat? Es hilft nur noch konsequent rücksichtsloser, teuflischst praktizierter Hass, soviel hat man inzwischen gelernt, niemals mehr Idioten belehren, denn Hass macht klug, Kritik aber verblödet; man darf weder nach links noch nach rechts dabei schauen, die Liquidation ist erforderlich, aber sie will nicht Wirklichkeit werden. Jene menschliche Restvernunft hat – im Gegensatz zu früheren Epochen – keine Mittel mehr dazu in den Händen; weder welche der Zensur, noch welche des Militärs, des Politbüros oder schlicht des Standgerichts, um die Ofenschlots dieser Welt ein für alle mal zum Schweigen zu bringen. So kann sie nur noch hassen und hoffen, dass die Scheisse irgendwann in ihrer eigenen Scheisshaftigkeit ersäuft, wenn man noch ein wenig dabei nachhilft, die entsprechenden Canaillen tiefer in die Scheisse zu reiten.

Und worauf ich dabei meinen Hass richte, ist mir eigentlich auch relativ egal – heute muss eben ein Untergangssymptom wie Ofenschlot als Steigbügelhalter des produktiven, vernünftigen kommunistischen Hasses herhalten, morgen ist es irgend ein anderes armes hirnloses Schwein, das nichts zu sagen hat und deshalb auch sehr bald sang- und klanglos untergehen und verschwinden wird – es gibt dergleichen ja leider wie Sand am Meer. Wichtig ist dabei lediglich, dass der Zwang zu Lüge und Stumpfsinn, den diese Idioten mit ihrer überall ausgekotzten „kritischen Haltung“ verbreiten, delegitimiert und zum Schweigen gebracht wird, und seien die Mittel dazu noch so primitiv. Überhaupt ist Hass ja allgemein völlig unterschätzt als elaboriertes Erkenntnisinstrument; von den Adorniten z.B. wird präziser, zielgerichteter, aufklärender Hass ja immer noch verwechselt mit bloßer unreflektierter „Wut“.

Hassen aber muss, wer sich vom Mitleid fernhalten will. Ich möchte ablassen vom Mitleiden, das natürlich in Wahrheit ein Fürleiden ist, da es das objektiv vorhandene, aber vom entsprechenden Opfer nicht mehr erfahrbare Leid ausdrückt. Leidet ein Ofenschlot? Ich fürchte: nein.

Frohe Weihnachten.

Nachbemerkung für die Blogsport-Verwaltung: Im obigen Eintrag wird weder mit den Vorwürfen des Rassismus, des Antisemitismus, des Neoliberalismus, des Antiimperialismus, der Islamophobie, noch des Antikommunismus operiert. Überhaupt enthält er keine als „Argumente“ bekannten stumpfsinnigen Diskussionsborniertheiten, sondern äußert seine Wahrheit folgerichtig implizit. Der Text ist also nicht „politisch“ zu nehmen, sondern – wie immer, wenn irgendwo was wahres steht – einfach als Dichtung abzutun. (Und ja, eine Person muss sich weder rassistisch, antisemitisch, neoliberal, antiimperialistisch, islamophob, noch antikommunistisch äußern und kann dabei trotzdem EIN DEPP sein. Wer hätte das gedacht? Ihr natürlich nicht.)

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Was schreibt der Klassenfeind so?

Die Wahrheit, zum Beispiel.

Der altbekannte Streit der beiden großen Parteien commünistischer Volksverblödung, nämlich der Straßenkämpfer, also den Leuten der sogenannten AKTION auf der einen, und derjenigen, denen das bürgerliche Elend zu Kopf gestiegen ist, den sogenannten Theoretikern auf der anderen Seite, ist ein hinfälliger. In der momentanen historischen Lage ist er ohnehin unlösbar, verlieren werden ihn beide – gegen den Stalinismus, das ist sowieso schonmal klar. Es gibt nunmal tausend verschiedene antikapitalistische, sich kommunistisch wähnende Theorien (z.B. Wertkritik, Wertabspaltungskritik, Staatskritik, Geldkritik, Religionskritik, Kapitalkritik, Kritikkritik, antideutsche Ideologie- und Wertkritik, GSP-Kritik, Anarchogesabbel, Fetischkritik, Kritische Theorie, Kritische Leberwurst usw.), das Problem ist nicht, dass sie, wie die Aktionisten behaupten, zu intensiv und zu sehr zu Lasten der Praxis ausgeübt werden, sondern dass sie schlicht alle falsch sind. Die einzig richtige ist die des historischen und dialektischen Materialismus, also jene Theorie, deren letzter Unterschlupf der Stalinismus ist; die schlimmste und verheerendste war und ist der Trotzkismus in all seinen Schattierungen und seinen heutigen postmodern-kritizistisch-aufklärerischen Ausführungen (siehe Theorienaufzählung oben). Dieses Gefasel ist der barste Unsinn, das weiss sogar meist der bürgerliche Klassenfeind, und am erfreulichsten ist es, wenn die Erkenntnisse der stalinistischen Vernunft ihre Wahrheit durch diesen Klassenfeind, der vor allem auch noch einer sein will und nicht rumdruckst (und allein schon deshalb Lob und Anerkennung verdient) auch noch bestätigt werden. Dieses dem Kommunismus als Kontrollinstanz dienende Vorgehen, hier in Gestalt von Dirk Maxeiner und Michael Miersch, beweist die Existenz und Richtigkeit des Weltgeists: Jeder Satz in diesem Text ist richtig, die objektive Wahrheit wurde erkannt, der Unterschied zum Stalinismus ist lediglich einer der Frage, wer sich von uns später an oder neben dem Galgen befindet. Maxeiner und Miersch haben sich für oben, also die falsche Seite entschieden, das ist ihr gutes Recht, es herrscht schließlich Demokratie, Suizid ist jedem erlaubt. Natürlich sind sie Arschlöcher, aber nunmal keine, denen man vorwerfen kann, dass sie die Wahrheit ignorierten. Sie wollen das falsche, das schlechte, den Mob an der Macht und sich selbst als Untertanen, damit kann man leben – sollen sie ihres Elends Schmied sein. Und wer den derzeitigen Verwaltern der Bundesrepublik beim Sparkpakete schnüren und Ressentiments schüren publizistisch zu Diensten sein will, soll dies doch ruhig tun. Aber sie erzählen wenigstens keinen Mist, sie wissen, was Sache ist:

„In seinem letzen Lebensabschnitt schuf der alte Revolutionär [Trotzki] eine geistige Durchgangsstation, die einigen der klügsten Köpfe des 20. Jahrhunderts eine Weile Obdach bot. Sie wirkte wie ein Katalysator, der Intellektuellen die Abkehr vom Kommunismus erleichterte. Das hat der Prediger der „permanenten Revolution“ natürlich nicht bezweckt. Doch Stalin hat diese Wirkung wohl geahnt, ihn deshalb besonders unerbittlich verfolgt und alle Erinnerungen an ihn im Machtbereich der Sowjetunion tilgen lassen.“

Und weiter:

„Die Kritik des Exilanten Trotzki am Unterdrückungsapparat der Sowjetunion, ermöglichte es nachdenklichen Linken, darüber zu reden was falsch lief, ohne vor sich selbst als Verräter dazustehen. Zehntausende Ex-Kommunisten in aller Welt haben so eine trotzkistische Phase durchlaufen, bevor die meisten von ihnen Demokraten wurden.“

Chapeau.
Das sind doch gute, wahre, astrein der historischen Sittlichkeit gemäße Sätze.
Und wenn die heutzutage nunmal in Springers „Welt“ oder auf der „Achse des Guten“ stehen, dann zeigt das nur, wie debil und bewusstlos diese und ihr Publikum schon immer waren. Die Simpsons auf „Pro Sieben“, der Antitrotzkismus in der „Welt“, das ist doch ein erfreulicher Fortschritt.

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