Archiv der Kategorie 'Konterrevolution'

Bunter statt brauner Nationalismus: „PEGIDA“ und ihre Kritiker

Viel wurde in den letzten Monaten in den bundesdeutschen, freien, überhaupt nicht lügenden, sondern ihre Ideologie mit bestem Wissen und Gewissen verbreitenden Medien über „PEGIDA“ einerseits und den Krieg im Osten der Ukraine andererseits gefaselt. Unbemerkt blieb dabei die Wesensgleichheit der deutschen Demonstranten und der Maidan-Proteste, mit denen vor einem Jahr die Konflikte in der Ukraine begonnen wurden.
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Ice-Bucket-Challenge für Sesselfurzer: Der Lobster Award

Ich weiß nicht, was das soll und woher es nun schon wieder kommt und warum, aber bei Rapoports rappelt’s und er stellt mir Fragen, als wäre der pensionierte Unhold Beckmann in ihn gefahren – und da antworten manchmal besser als ignorieren ist, komme ich seinem Wunsch in diesem Falle nach:

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Zur Verfilmung von Tellkamps „Turm“

Die von Christian Schwochow verbrochene MDR-Produktion des Tellkamp’schenTurms“, die Ende letzten Jahres im Ersten lief und nun auch ihre Opfer noch auf DVD heimsucht, ist selbst für die Verhältnisse einer zweiteiligen deutschen Feiertagsfernsehproduktion ein ganz und gar widerliches, plattes und geschichtsrevisionistisches Machwerk. Es wird hier nämlich zu der üblichen, kategorischen Anti-DDR-Hetze eine neuere hinzugefügt: die differenzierte Anti-DDR-Hetze, die gediegen empörend durchgequirlte Darstellung einer Bourgeois-Familie (Vater Richard Hoffmann (überzeugend bescheuert wie immer: Tatortleichenschänder Jan Josef Liefers): Arzt; Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky): Soldat; Mutter Anne (Claudia Michelsen): engagiert) in den brutalen Mühlen des SED-Rechtsstaats. Der erste Teil baut die werkimmanente Barbarei, die auf der kalten, großen, bergehohen und scheinbar ewig brandenden Welle des gesamtgesellschaftlichen BRD-Antikommunismus surft, zunächst recht behutsam auf, bis es dann im Laufe des zweiten Teils zum Schluss hin immer ekelhafter wird: Falsche Ästhetik und falscher politischer Inhalt bedingen sich hier gegenseitig; der elende bourgeois-kirchliche Familienkitsch einer quasi im Osten ausgesetzten, tief im Herzen gesamtdeutschen Akademikersippe vermählt sich mit dem paramilitärischen Frondisten-Pathos zum endgültigen Vollhirnriss, der aus dem ganzen Film nichts anderes als einen – natürlich gebührenfinanzierten – Werbefilm für die Verherrlichung der völkisch-faschistoiden Anti-DDR-Demonstrationsverbrecher von 1989 macht. Michael Hanfeld hetzt derweil im FAZ-Feuilleton diesen typisch deutschen Filmmüll – Guido Knopp für anspruchsvolle Halbgebildete, denen der Roman dann aber auch wieder „zu dick“ ist – zum Kandidaten für den nächstjährigen deutschen Filmpreis hoch: selbst bürgerliche Ästhetizisten vergessen also jedwedes künstlerische Kriterium, solange der Quatsch zumindest inhaltlich ihrer Ideologie entspricht; Tellkamps Alter Ego, der treue, gerechte deutsche Einheits-Vorkämpfer und (Konter-)Revoluzzer Christian Hoffmann quält sich in diesem TV-Meisterwerk deutschideologischer Ressentimentbestätigung pubertär unterfickt, irrational soziopathisch, besessen antikommunistisch, lebensmüde, möchtegern-autistisch, individual-intellektualistisch und dann freilich auch noch vergewaltigend durch seinen erbärmlichen Schul- und Armee-Alltag, lernt wie der dämlichste Streber jeden Dreck, macht aber natürlich gleichzeitig pflichtbewusst – er ist ja schließlich letztlich doch nur ein komplett verwirrtes, unterwürfiges Provinzwürstchen – auch jeden achso schlimmen DDR-Folklore-Krempel mit, solange dieser mit der eigenen Borniertheit übereinstimmt und also antikommunistischer Bürgerberuhigungs-Galgenhumor ist: zwecks angestrebter Karriere als Arzt (wie der Vater, so der Sohn); natürlich nur, solange nicht die eigene Mutter oder der Nazikumpel vorm Kanonenrohr steht (da entdeckt er dann sein wiedervereinigtes Gewissen) und erschrickt vor seinem Vater, als er erfährt, dass dieser in jungen Jahren einmal mit dem MfS (durchweg bezeichnet als „Horch und Guck“ oder eben einfach bloß „DIE“) geliebäugelt hat, und all das bloß, um nachher, 20 Jahre später, im inzwischen gesamtverblödeten Großdeutschland schlechte Romane für Analphabeten schreiben zu dürfen. Na, da hat sich der „Freiheitskampf“ ja gelohnt. Armer Uwe, er kann einem schon leid tun – fehlt nur noch, dass er im Keller eines autonomen Punkschuppens namens Arschlochracket eine disjunktiv-discordische Electro-Rave-Rapper-Gruppe aufmacht und zum „Kiffen gegen den Sozialismus“ oder ähnlichem Trotzkistendreck aufruft, man ist ja im Hause Tellkamp/ Hoffmann schließlich emanzipativ.

Das erspart einem der Film aber dann doch, denn die Handlung ist in hahnebüchenem Ausmaß unlogisch und schwachsinnig genug, die Figuren genauso verblödet, wie es der westdeutsche Arztsohn in seiner Familie nunmal gewohnt ist, die bösen sind immer die SEDler oder Mfs-Mitarbeiter: Was würde ich dafür geben, auch nur EIN EINZIGES MAL einen Film zur besten Sendezeit im deutschen TV zu sehen, in welchem der von der Lohnarbeit geschundene Familienvater abends nach Hause kommt und die Macht des Kapitals, des Verfassungsschutzes, der Kirche, des BDI, und des CDU-Regimes beklagt, die ihn alle so sehr unterdrücken, verfolgen und seiner Freiheiten berauben. Aber nix da – stattdessen wird über 20 Jahre nach deren Exodus immer noch über die Vernunftherrschaft der SED abgejammert.

Besonders niederträchtig sind die zum Zwecke der verstärkten Propaganda hineinkolportierten Szenen, in denen die nunmal als nichts anderes denn faschistisch zu bezeichnende Schriftstellerin Judith Schevola auftaucht, welche „die Verbrechen des 2. Weltkrieges“ auch mal „differenziert“ beschreiben, also die deutschen Täter als Opfer darstellen möchte, was die Film-SED glücklicherweise verhindert, wodurch jene dann wiederum zur erbitterten Staatsfeindin wird – unterstützt vom evangelisch-opportunistischen Lektor Meno Rohde, der natürlich keine Vernunftgründe anführt, sondern sich in die Autorin verliebt – kennt man ja, immer wenn es zu politisch wird oder den Drehbuchschreibern nichts mehr einfällt, kommt der Verliebtheitskitsch ins Spiel. Und der senile Tatortkomissar-Darsteller-Opa und Linkspartei-Bundespräsidentenkandidatscanaille Peter Sodann nuschelt sich als Bezirkssekretär à la Modrow dann auch noch seinen impotenten Durchhaltebullshit in den Schnäuzer. Hört sich scheiße an? – Liegt am Film. Hätte es schlimmer kommen können? – Wohl kaum.

leuchtturm
„Der Turm“ zu Dresden (Abbildung ähnlich)

Als potentes Gegenmittel zu diesem deutschnationalistischen Dreck empfehle ich den hervorragenden, nun auch auf DVD und in den diversen Online-Filmstream-Portalen erhältlichen stalinistischen Film Looper von Rian Johnson: eine Ode an den historischen Materialismus mit einem herrlich abgefuckt-abgeplackten Bruce Willis. Einer der besten Filme der letzten Jahre.

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Notwendige Bestimmungen zu einem richtigen Begriff des Stalinismus

Schutzschrift für die vernünftigen Anhänger des Stalinismus

Teil I: Anmerkungen zur Wahrheit, Weisheit, Wichtigkeit und Würde des Stalinismus

„Es gibt in der Geschichte drei streitende Parteien. Die Partei der Piraten, die einfach Bösewichte und Asoziale sind. Die Partei der Pflanzer, die, frühe Kapitalisten, ihre Verbrechen unter dem Mantel der Ehrbarkeit begehen. Die Partei der Indianer. Die Indianer sind gut. Aber sie sind gut auf abstrakte Weise; sie sind so tugendhaft, daß jeder sieht, sie werden bald aussterben. Und es gibt Polly, mit deren Verhalten ich versuche, richtiges Verhalten zu zeigen. Dieses Mädchen hat nicht nur Absichten, die zu billigen sind; sie versteht auch, ihre Absichten in der Welt zu verwirklichen.“

(Peter Hacks, „Über Polly“)

“Mein Freund Peter, zum Beispiel, fucking Sloterdijk, ich mag ihn sehr, aber natürlich muss er in den Gulag. Aber er wird ein bisschen besser gestellt dort, vielleicht kann er Koch werden.”

(Slavoj Žižek)

„Aber die Antiautoritarier fordern, daß der autoritäre politische Staat auf einen Schlag abgeschafft werde, bevor noch die sozialen Bedingungen vernichtet sind, die ihn haben entstehen lassen. Sie fordern, daß der erste Akt der sozialen Revolution die Abschaffung der Autorität sei. Haben diese Herren nie eine Revolution gesehen? Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt; sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittels Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit denkbar autoritärsten Mitteln aufzwingt; und die siegreiche Partei muß, wenn sie nicht umsonst gekämpft haben will, dieser Herrschaft Dauer verleihen durch den Schrecken, den ihre Waffen den Reaktionären einflößen.“

(Friedrich Engels, „Von der Autorität“)

1.

-Warum trägst du eigentlich dieses dumme Stalinistenkostüm?

-Warum trägst DU dieses dumme Menschenkostüm?

2.

Man ist Stalinist, weil man als einer der wenigen übrig gebliebenen, noch nicht zu Tode verfolgten, ermordeten, zensierten Kommunisten spätestens seit der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts aus der Geschichte zu lernen gewusst hat. Stalinismus, das ist die im Dienste der Vernunft und Gerechtigkeit stehende Abwesenheit der Freiheit für Andersdenkende – soviel hat sich seit Rosa Luxemburgs bekanntem und inzwischen von der bürgerlichen Politik bis hin zu Helmut Kohl zustimmend zitiertem Postulat herausgestellt.

3.

Stalinisten sind Kommunisten, die, wie schon bei Marx und Engels (z.B. im Manifest der Kommunistischen Partei) erklärt und gefordert, einen gewaltsamen Umsturz der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse, also den endgültigen Sturz des Kapitalismus anstreben, die proletarische Revolution als ausweglos und u.a. deshalb vernünftig ansehen, sowie diese nicht nur erörtern oder gutheissen, sondern auch theoretisch und praktisch erarbeiten. Im Gegensatz zu „linken Kritikern“ oder Commünisten haben sie sich von etwaigen pubertären Illusionen über Politik und Volk verabschiedet und ziehen daraus die Konsequenzen.

4.

Mit der Bezeichnung „Stalinist“ verhält es sich ähnlich wie mit dem Wort „Schwuler“, das von der Mehrheit zunächst als Schimpfwort etabliert wurde: Man bezeichnet sich als Kommunist, der es mit dem Kommunismus ernst meint, statt sich Marx-revidierend der „offenen Gesellschaft“ einzugliedern, irgendwann einfach selbst als ein solcher, weil man keine Probleme damit hat, beim Kommunisten- (bzw. Homosexuellen-) hassenden und -verfolgenden Pöbel als ein solcher zu gelten.

Dass eine solche Selbstbezeichnung richtig ist (Homer Simpson zu einem schwulen Freund von Bart zum Begriff „Schwuler“: „Ich finde es eine Frechheit, dass Sie dieses Wort benutzen. Das ist unser Wort, um uns über euch lustig zu machen, das brauchen wir! Ich will nicht nur dieses Wort zurück haben, sondern auch meinen Sohn!“) zeigen jene Reaktionen auf sie, die mit Negativ-Verniedlichungsformen wie „Schwuli“ oder „Stalino“ arbeiten, um damit noch mal allen zeigen zu können, wie lächerlich diese Figuren doch eigentlich seien (obwohl man sie zuvor noch als „brutale Mauermörder“ bzw. „Kinderficker“ dämonisierte), die so dreist sind, und sich dem antistalinistischen (resp. schwulenfeindlichen) Konsens nicht unterwerfen.

Alle Kommunisten (die sich noch mit K schreiben) sind Stalinisten – und waren es schon immer. Wer wirklicher Kommunist ist, ist gleichzeitig auch Stalinist, alles andere ist Unsinn, Idealismus, Blödheit. Die Bezeichnung Stalinist – erst recht, wenn sie von Renegaten, Diversanten, Wertkritikern, Commünisten und anderen Neonazis kommt – ist also als ein Kompliment zu nehmen.

5.

Nachdem Kommunisten über Jahrhunderte aufs schärfte verfolgt, verhetzt, zensiert, schikaniert und getötet wurden, reicht es nun. Die Zensur der Schriften von Marx und Engels, die Niederschlagung der sozialistischen Republik durch die SPD, das blutige Zusammenschießen der Pariser und diverser anderer Räterepubliken durch den bürgerlichen Staat, die Deportation Lenins und Stalins ins Gulag durch die russischen Zaristen, die Vernichtung von Millionen europäischen Kommunisten durch den Faschismus, das Verbot der KPD durch die Postfaschisten der CDU, der konsequente, lückenlose Antikommunismus der BRD inklusive Berufsverboten und Haftstrafen für Kommunisten und schließlich die Zerstörung der sozialistischen DDR sowie der retrospektiven Verfälschung ihrer Geschichte durch das BRD-Bürgertum, die Million ermordeter indonesischer Kommunisten nach dem Militärputsch von 1966, das zigfache und weltweite Eingreifen der kapitalistischen Geheimdienste BND und CIA gegen kommunistische Organisationen und sozialistische Regierungen sowie viele weitere antikommunistische Schweinereien, das alles bestärkt den Stalinismus in seiner konsequenten Säuberungspraxis und politischen Folgerichtigkeit: Der Stalinismus ist das kommunistische Eingedenken der zwangsläufigen bürgerlichen Reaktion, mit welcher immer und überall nahezu naturnotwendig zu rechnen ist. Je stärker diese, desto stalinistischer der Kommunist. Man macht sich als Stalinist keine Illusionen, man weiß eben, dass Revolutionen nicht gerne gesehen sind bei jenen, denen sie zwangsläufig schaden, also den von der Geschichte Abgehängten; wer sich gegen die Überführung des privat angeeigneten Besitzes an Grundstücken, Immobilien, Kapital und Produktionsmitteln zurück in gesamtgesellschaftliche Kontrolle („Enteignungen“) zur Wehr setzt, sich der Verwirklichung der marxistischen Vernunft nicht fügen möchte und stattdessen lieber seine unrechtmäßigen Privilegien verteidigt, kriegt eins aufs Maul und, wenn das nicht genügt, einen Kopfschuss – das wurde in Paris 1789 von der heute herrschenden Bourgeoisie auch nicht anders gehandhabt. Der Stalinismus sagt das ganz frei heraus; er zwingt, inhaftiert, verletzt oder tötet niemanden, der der kommunistischen Sache positiv oder neutral gegenübersteht, aber wer die Revolution abermals bekämpft, muss nun damit rechnen, dass diese – notfalls auch mit dem Einsatz von Gewalt – vom Stalinismus gegen ihn durchgesetzt wird.

6.

Dem Mythos eines angeblichen „stalinistischen Massenmordes“ ist aufs entschiedenste entgegenzutreten: Jeder einzelne, sicherlich bedauernswerte, aber in der großen Mehrheit der Fälle unvermeidbare Tote unter Stalin hat zig anderen Menschen das Leben gerettet. Ich zumindest werde mich hüten, in jene zynischen und menschenverachtenden Überlegungen einzustimmen, die erörtern, wie denn eine Welt ohne stalinistischer Justiz und Roter Armee ausgesehen, man also Nazis und bürgerlichem Imperialismus ungehindert die Menschheit überlassen hätte – jeder weiss ja in Wahrheit, dass das letztlich Milliarden von unschuldigen Toten, riesiges globales Elend und ungeheuerliche Unterjochung der gesamten Menschheit zur Folge gehabt hätte. Danke, genug gekotzt.

7.

Der Stalinismus ist also nichts anderes als ein verteidigungsfähiger absolutistischer Sozialismus, mithin die historische Notwendigkeit auf dem Wege zum Kommunismus. Sein ebenso notwendiger Sowjetstaat ist dabei die einzige Garantie seiner Existenz und schon deshalb uneingeschränkt zu begrüßen und zu erkämpfen. Medium dieser Erkämpfung und Durchsetzung kann nichts anderes sein als die Bolschewistische Partei. Ablehner von organisierten Proletariern und Kommunisten, Parteifeinde aus Prinzip also, sind von daher auch als Gegner zu betrachten und dementsprechend zu bekämpfen. Die generelle Ablehnung von kommunistischer Organisation ist als anarchistische Kinderkacke, als romantische Naivität höchsten Schwachsinnsgrades auszumachen und entsprechend zu vernichten; überhaupt ist das Anti-Partei-Gefasel heute die schlimmste und hartnäckigste Ideologie – dass sie ausgerechnet von den angeblichen „Ideologiekritikern“, also Adorniten und sonstigem liberalistischen Professorengeschmeiss ausgeht, ist dabei die historische Ironie. Wer allen Ernstes meint, auch nur im Ansatz irgendwas von den Klassikern des Kommunismus Antizipiertes Wirklichkeit werden lassen zu können, ohne dabei auf die Form der Partei zurückgreifen zu müssen, möge sich doch bitte schleunigst eine Einweisung holen oder direkt erschießen.

8.

Kommunisten, die sich des Stalinschen Prinzips der unbedingten Verteidigung des erreichten Stands des Sozialismus bedienten, haben nicht nur noch nie einen Krieg begonnen, sondern vor allem: auch noch keinen einzigen ihnen aufgezwungenen Krieg verloren. Von der Niederschlagung der Zaristen und Anarchisten in den Zeiten des postrevolutionären russischen Bürgerkriegs über den Sieg über die Nazis im Zweiten Weltkrieg und der erfolgreichen Bekämpfung konterrevolutionärer Aufstände in Ungarn 1956 bis hin zum kubanischen Sieg beim Angriff auf die Schweinebucht sowie des gewonnenen Vietnamkriegs zieht sich eine Linie des militärischen Erfolges des Stalinismus durch die Welt, der zeigt, dass die kommunistische Vernunft nicht nur den Frieden anstrebt und verteidigt, sondern auch wehrfähig ist, wenn sie denn zum Kriege gezwungen werden sollte. Nach dem sukzessiven Niedergang des Sozialismus in der Post-Stalin-Ära, mündend im offen antikommunistischen Schwachsinn des Gorbatschowismus, in der diese stalinistischen Vernunftprinzipien zurückgedrängt wurden und letztlich unangewandt blieben, war es offenbar geworden, dass der Sozialismus nur noch durch brutalste Freiheits- und Friedenshetze („Wandel durch Annäherung“ – Willy Brandt) der kapitalistischen Staaten, allen voran der BRD, traktiert zu werden hat, um ihn zu besiegen. Der bürgerliche Frieden hat sich als Krieg erwiesen – als Krieg gegen Kommunismus, Vernunft und wirklichen, globalen Frieden. Dieser bürgerliche Frieden ist für den Stalinismus als Feind auszumachen, nicht der Krieg, den wir natürlich eh immer gewinnen, weshalb es nicht nur ein Fehler, sondern ein Verbrechen an der Menschheit war, in der DDR 1989 der Konterrevolution nachzugeben, anstatt den SED-Staat durch Waffeneinsatz gegen den frondierenden Pöbel zu verteidigen.

9.

Bevor er abermals an der Macht sein wird, weiß der Stalinismus: Öffentliche Aussagen sind immer auch als Nebelbomben für den Gegner zu begreifen. Er weiß sich entsprechend sprachlich auf Grundlage des hegel’schen Begriffsapparats zu artikulieren, so dass weder dem Kommunismus schadende antistalinistische Commünisten, noch ebenso antistalinistische bürgerliche Antikommunisten, diese beiden großen Fraktionen der herrschenden Unbildung und deren nachdrücklicher Propaganda, ihn verstehen, geschweige denn effektiv bekämpfen können. Wenn irgendwer meint, den Stalinisten durch Sprachspielerei oder Argumenttrainings-Sessions schwächen oder ganz liquidieren zu können, hat er sich geschnitten. Zurecht interessiert keine Sau das dämliche studentische oder sonstwie kleinbürgerliche degenerierte „Kritik-“Geschwafel, „Aufklärungs“-Gejammer oder „Dekonstruktions“-Geblödel, das sich durch die heutige mediale Gosse luscht, und der Stalinismus hat beileibe nicht die Absicht, diesen Dreck in irgendeiner „konstruktiven“ Weise auch noch zu bereichern. Im Gegenteil: Eure Scheisse, die ihr so unter Politik versteht, wird euch mit Sicherheit nicht auch noch vom Weltgeist hinterhergetragen werden. Der Stalinismus bestimmt das Niveau der begrifflichen Auseinandersetzung, nicht der romantische Voluntarismus irgendwelcher autonomer Canaillen, die sich erdreisten, ihre Unbildung zur Norm zu erheben und allen anderen aufzuzwingen.

10.

„Pluralismus belebt die Meinungsbildung“, sagt der bürgerliche Freund des demokratischen Relativismus und des pluralistischen, wissenschafts- und bildungsfeindlichen Meinungs-Stumpfsinns. Absolutismus belebt die Wahrheitsbildung, weiß der Stalinist, der das Grauen der Meinung und somit das diese befördernde Elend des Pluralismus als den größten Klotz am Bein des Fortschritts erkannt hat. Wo Meinung notwendig nur noch Reflex der falschen Verhältnisse und also höchstens zufällig einmal richtig sein kann, muss Pluralismus von Seiten der bolschewistischen Vernunft durch Bildung, die natürlich zunächst nur mittels autoritärer Verodnung durchsetzbar ist, ersetzt werden.

11.

„Offene Kirche“ (Flugblatt eine katholischen Gemeinde), geschlossener Stalinismus: Der Stalinist macht sich das dem theoretischen Hauptwerk voranstehende Motto des stalinistischen Autors Peter Hacks zu eigen, das da lautet: »Des Verfassers Reflexionen sind im schlichten Stil und verständlich gehalten. Dennoch fehlt es ihnen an dem Vermögen zu überzeugen. Der Verfasser ist zu allen Überlegungen fähig, außer zu langwierigen. Er kommt zu Ergebnissen oft auf verwickelte Weise, aber mitteilenswert erscheint ihm allein das Ergebnis. Was er sich vorher gedacht hat, meint er, läßt sich mitdenken. Er liebt – vielleicht zu sehr – Beweise, aber er haßt es, die Prämissen zu beweisen. Das heißt, daß der Verfasser Leser voraussetzt, die ohnehin zu den gleichen Ansichten gelangt sind wie er, oder die doch im Begriff sind, dorthin zu gelangen. Aber für wen anders schreibt man? Glaubt da noch wer an die Macht der Argumente?«

Da das Mitdenken bei den minderbehirnten Interessierten ohnehin nie von Erfolg gekrönt ist, muss der Stalinismus also auch über das vorher Gedachte, das nunmal SELBSTverständliche, keine Rechenschaft ablegen. Er kann diese Selbstverständlichkeiten in großzügig behandelten Einzelfällen genauer ausbreiten, ja hier und da sogar einmal in die bürgerliche Diskussionsform des Argumentierens verfallen, aber das sollte Ausnahme bleiben, da es wichtigeres gibt, als den Dummen auch noch die Gründe ihrer Dummheit genauestens darzulegen. „Überzeugen ist unproduktiv.“ (Walter Benjamin) In aller Regel argumentiert und kritisiert der Stalinist nicht, sondern trifft Bestimmungen, kämpft und setzt durch.

12.

Bevor die Leute machen, was sie wollen, sag ich ihnen lieber was zu tun ist. Dieses stalinistische Vernunftprinzip hat auch in Zukunft zu gelten. „Kritische Vernunft“ hingegen ist korrumpierte Vernunft, eine durch moralisierenden Romantizismus paralysierte Pseudo-Vernunft, ebenso wie die „Kritische Theorie“ eine korrumpierte, also keine wahre Theorie mehr ist, weil sie den kritizistischen Gestus kultiviert, statt objektive Theorie, also Wissenschaft zu betreiben. Das Gejammere Horkheimers und Adornos gegen die sogenannte „instrumentelle Vernunft“ rührt aus der simplen Tatsache, dass sie keinen wirklichen, sondern bloß einen idealistischen Begriff von Vernunft hatten; die wirkliche, nicht-kritizistische Vernunft beinhaltete den instrumentellen Aspekt selbstverständlich schon immer und richtigerweise – schließlich muss Vernunft ja auch ANGEWANDT und nicht bloß diskutiert werden.

13.

Die größte als Kritik vertuschte Angst der commünistischen „Paradies-auf-Erden-und-zwar-sofort“-Woller, der Weltrevolutionsgläubigen, verdinglichten Antidialektiker der „Revolte von unten“ und ähnlichem vergammelten Kritizistenkäse: dass der (historische) Stalinismus ja gar nicht wirklich kommunistisch oder auch nur sozialistisch war, weil er die Falschen, nämlich unter anderem auch sogenannte Genossen an die Wand stellte. Dass es gerade wichtig ist, sich als Bolschewist dieses Linksabweichlerpacks zu entledigen, will natürlich in deren Breihirne nicht hinein, schließlich können sie ziemlich sicher sein, dass es sie selbst erwischt hätte – zurecht. Gerade die Säuberung der eigenen Reihen ist ein notwendiger Bestandteil kommunistischer Politik, sofern diese auch weiterhin erfolgreich sein will. Mit Trotzkisten und Anarchisten ist nunmal sogar deren Selbstbekundung zufolge kein Staat zu machen, deshalb fliegen sie raus. Die pure Unkenntnis von geschichtlichen Verläufen kann weder als Ausrede für die Abweichler, noch als Schuld des Stalinismus gelten. Wer das Leid und den Tod von Millionen riskiert, darf gerne selber abtreten.

14.

Als dialektischer und historischer Materialist begreift der Stalinist die Mittel zur Verwirklichung der kommunistischen Vernunft als ebenso dialektisch und historisch verfasste: Seine Haltung zur Anwendung kontrollierter Gewalt und durchdachten Zwangs ist eine ebensolche. Das altbewährte bürgerliche und absolutistische Mittel zur Erreichung stabiler gesellschaftlicher Verhältnisse, der ZWANG DURCH GEWÖHNUNG, ist so zum elementaren Teil stalinistischer Politik zu erheben. Die Erfolge der Erziehungseinrichtungen in der DDR waren dahingehend ein guter erster Schritt, der gezeigt hat: Man gewöhnt sich an alles, sogar ans Richtige.

15.

Das internationale Durchsetzungsorgan von revolutionsvorbereitenden Maßnahmen ist die schon heute existierende Stalin-Riege der (zur Zeit noch antizipierten) Kommunistischen Partei: Klein an Mitgliedern, aber gesellschaftlich schon heute einflussreich, ist diese mafiös organisierte, unkorrumpierbare, im Kleinen wie im Großen wirkende Assoziation keine Subkultur, keine Partei, kein Club, kein Lifestyle, keine Sekte, keine Religion und auch kein barrierefreies interdisziplinäres Diskussionsplenum, und nur deshalb noch Untergrund, weil es der kommunistischen Sache gegenüber dienlicher ist, für die Arbeit an ihr möglichst wenig Zugeständnisse an die bürgerliche Öffentlichkeit zu machen. Die Stalin-Riege kultiviert nichts, sie revolutioniert. Im Gegensatz zu stupiden Zusammenrottungen wie Antifa, autonomer Demo-Mob, Arbeitskreise, Teach-In-Verdummungsvereine oder Projektgruppen ist sie weder an äußerlichen Merkmalen noch sonstigen kulturellen Vorlieben oder Einheitsfront-Geblödel ihrer Mitglieder zu erkennen, aber sie ist unter euch und registriert, merkt und notiert – wie das Vorbild Stasi – alles. (Das sei hier vor allem all jenen Arschlöchern gesagt, die immer wieder eine angebliche „Ohnmacht“ der Stalinisten, die doch lediglich die Projektion ihrer eigenen ist, herbei fantasieren. Dass ihr nichts merkt, dafür können wir nichts – und wir machen es euch natürlich nicht auch noch freiwillig einfach; eine evidente Ohnmacht ist ein lediglich kurzzeitiges Problem, in ihr lässt es sich ausserdem ausgezeichnet überwintern und in Ruhe arbeiten.) Die Stalin-Riege ist klein, aber fein; ihre Mitglieder arbeiten diszipliniert und in den verschiedensten Zusammenhängen, Redaktionen, Theatern, Parteien, Verlagen, Institutionen; sie alle nutzen konsequent und unerbittlich die Dummheit und Feigheit der Kollegen, Bekannten, Vorgesetzten usw. aus, statt über deren Macht zu jammern, und sie alle nehmen die Möglichkeit wahr, die Gegner persönlich anzugreifen und zu vernichten, statt nur „Theorien zu kritisieren“: Dietmar Dath zum Beispiel unterwandert seit über 20 Jahren erfolgreich neben 17 Verlagen, dem Web 2.0 und zwei Dutzend linken Zeitschriften auch die bürgerliche Hacksologie, die FAZ sowie die Science-Fiction- und die Popkritik-Szene; der von diversen postmodernen und Demokratie-affirmierenden Schwachsinnigkeiten zu Vernunft und Sittlichkeit, also zum Stalinismus gekommene Slavoj Žižek verkündet weltweit in auflagenstarken Tageszeitungen, in Psychoanalyse-Readern, Hitchcock-Exegesen und zur Prime-Time im US-TV Abschusslisten für die Zeit nach der erfolgreichen stalinistischen Revolution; Hans Heinz Holz schreibt seit fast einem Jahrhundert eine cirka sechstausendbändige stalinistische Philosophiegeschichte; von Matt Groening, Harlan Ellison, David Fincher, Brian Molko, Fidel Castro, Matthias Oehme, Werner Büttner, Lukas Moodysson, André Müller sen. (um mal nur ein paar Namen zu nennen) sowie einer Vielzahl von unbekannteren, vorerst noch namenlosen Mitgliedern der internationalen Stalin-Riege und den immer noch (nach-)wirkenden Klassikern des Stalinismus wie Brecht, Lenin, Goethe, Ulbricht, Einstein, Schernikau usw. ganz zu schweigen. Vor allem das anonyme oder pseudonyme Pöbeln im Web 2.0 ist als eine der wichtigen Säulen der Stalin-Riege nicht gering zu schätzen: Wo viele Gegner einander aufgrund ihrer Position im Betrieb kaum oder nur noch „sachlich“ (also: gar nicht) angreifen dürfen, weil sie ansonsten mit der üblichen antikommunistischen Zensur und Verurteilung durch die bürgerliche Klasse zu rechnen haben, ist eine anonyme, kompromisslose und vollkommen unabhängige Stalinorgel-Phalanx im Internet umso wichtiger.

16.

Die erbärmliche Opportunisten-Taktik derjenigen Linken, die sich dann später umso mehr auf Ironie oder Satire rausreden, wo sie zuvor umso apodiktischer und großmäuliger etwas als ihren vollsten Ernst verkündet haben, macht sich der Stalinist nicht zu eigen. Überhaupt vermeidet er es, sich entlang einer Begriffsskala zu äußern, deren Endpunkte „Satire“ und „authentische deutsche Seriosität“ darstellen. Selbst aber, wenn vom Gegner endlich kapiert wird, dass man es, mit ihm zu sprechen, „ernst meint“, sich also seines Zieles, seiner Funktion und seiner mittelfristigen Wirkung bewusst den objektiven Verhältnissen des jeweiligen Gegenstandes unpolemisch und ohne persönliche Eitelkeiten nähert und sie begrifflich erfasst, gefällt jener sich dann in der Verniedlichung oder sonstigem Lächerlichmachen eben dieses Ernstes: „Ach, er meint es nur ernst, wenn es wenigstens Satire wäre“, äußert sich das bürgerliche Ressentiment, welches den Ernst als solchen auf bloßes irreales Pathos runterbricht und bekämpft, und dabei denjenigen, der es mit in der bürgerlichen Öffentlichkeit nicht-approbierten Haltungen wie der stalinistischen hält, schlicht zum Irren abstempelt. Auch hier wird man noch sehen, wer zum Schluss lacht.

17.

Die als notwendig erkannte Brachialität des Stalinismus ist letztlich eine Maßnahme des Mitgefühls mit allen: „Über die Menschheit lässt sich nicht anders als mit Mitleid sprechen.“ (Peter Hacks) Der Stalinist hat kein „MenschenBILD“, sondern einen BEGRIFF vom Menschen, also auch eine objektiv-materialistische, nunmal begrifflich durchdrungene Auffassung und Konzeption der Menschheit. Seine Mittel zur Erforschung der Entwicklungsmöglichkeiten und -fähigkeiten der Menschheit sind die Geschichtswissenschaft, der marxistische Materialismus und die philosophische Anthropologie; – mitnichten die romantische Vorstellung irgendeines „zutiefst humanen Kerns“ im Menschen oder sonstigen Psychologenquatschs, der qua Weltrevolution nur noch hervorzuzaubern sei. Wo ohnehin Zwang herrscht, weil zunächst nur gezwungen werden kann, wo sich fortschrittliche Entwicklung durchsetzen soll, zieht der Stalinismus den Zwang zum Richtigen dem Zwang zum Falschen schlicht vor; der Vorwurf einer „autoritären“ Politik, die immer wieder von allen möglichen sentimentalen links-emanzipativen Besoffenheitsbekundern kommt, läuft also mithin ins Leere. Den Stalinisten interessiert keine „Kritik der Macht“, ihn interessiert die Erlangung der Macht.

18.

Zuerst existierten Dummheit, Zwang zur Kapitalreproduktion und erzwungene bürgerliche Vergesellschaftung der Individuen, die zur Selbstverständlichkeit erhoben wurden, erst danach kam der Stalinismus. Nicht dieser ist die Ursache von Gewalt, Stumpfheit, Elend, sondern jene. Das sollten die Feinde des Stalinismus immer bedenken, wenn sie anfangen, ihr stupides Gerotze gegen ihn anzustimmen. Der Stalinismus ist für sich genommen friedlich, er lehnt den Krieg ab und bekämpft den Kapitalismus sowie den daraus resultierenden Faschismus konsequent – dass er nicht zimperlich ist, wenn er in dieser Existenz angegriffen wird, sollte ihm also nicht zum Vorwurf machen, wer noch ernstgenommen werden will. Der Stalinismus ist jene Therapie, für deren Krankheit er gehalten wird.

19.

Was Stalin alles so angeblich gesagt oder getan hat, ist mir dabei als Stalinist heute ziemlich egal – lasst mich doch mit eurem deutschvölkischen Anti-Stalin- und Massenmörder-Gestammel in Ruhe. Ich verteidige meinen Stalinismus wenn notwendig auch weiterhin gegen Stalins vereinzelte, aber unbedeutende Fehler, irregeleitete DKPler oder sonstige Vertreter eines positivistisch-historisierenden, personifizierenden und fetischisierenden Stalinismus-Verständnisses (zu denen übrigens auch etliche Idioten gehören, die sich in ihrer antiimperialistisch-jugendlichen Erbärmlichkeit selber hier und da mal als „Stalinisten“ bezeichnen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was damit in Wahrheit gemeint sein könnte ausser des Schwenkens von roten Fahnen in ostdeutschen Innenstädten, des Sammelns von Lenin-Knibbelbildern, Antizionismus und der Unterstützung islamistischer Terror-Regime). Der Stalinismus ist, wie der Einsichtige heute weiss, eine Sache der Zukunft, keine der Vergangenheit oder der Tradition, sondern lebendige Geschichte – und man begreift ihn also, wenn man ihn denn überhaupt begreift, als die notwendige FORM zukünftiger Auseinandersetzungen der Kommunisten im Klassenkampf; mit den (damals selbstverständlich ebenso notwendigen, inzwischen historischen) INHALTEN möge man doch den gegenwärtigen Stalinismus bitte nicht identifizieren. Stalinismus, das meint nichts anderes als: sozialistischer Absolutismus; Vorrang der Wissenschaft, der Vernunft und des Marxismus gegenüber Tradition, Religion, Mythos und Hirnknechtschaft; Diktatur des Proletariats; konsequenter Antifaschismus; Aufbau des Sozialismus; Verteidigung des Erreichten gegen Reaktionäre, Konterrevolutionäre, Idealisten und Anarchisten. Das sind heute und in Zukunft seine vorrangigen INHALTE, die Form ist dementsprechend.

20.

-Die Herrschaft der kommunistischen Vernunft muss eben bedeuten, dass die Dummen nichts mehr zu sagen haben.

-Und wer legt fest, wer die Dummen sind?

-Die kommunistische Vernunft.

21.

Grundsätzlich ist natürlich davon auszugehen, dass der weitere Verlauf der Geschichte der Revolutionen sich wohl leider auch nicht anders ausnehmen wird, als z.B. zu Zeiten Stalins oder Lenins. Die Reaktion wird sich festigen und mit allen Mitteln (und sei es mal wieder Faschismus) ihren Scheiß verteidigen, mit soviel Unterdrückung und soviel Leuten, Bomben, Propaganda, Paranoia, polizeilichen Hundertschaften, Antikommunismus und Kriegen wie nur irgend möglich. Das Kapital wird wieder zum Gegenschlag ausholen, und das wird keine Tupperparty, sondern eine Sauerei ersten Grades. Davon kann, ja sollte man als geschichtsbewusster, ernsthafter Kommunist realistischerweise ausgehen und sich deshalb diesen Realismus durchaus auch in seiner Selbstbezeichnung anmerken lassen: Je brutaler die bürgerliche Klasse, desto vehementer und rigoroser aka. stalinistischer wird sich der Kommunismus zu verhalten haben.

22.

Niemand, aber wirklich niemand, nichtmal der am engagiertesten agitierende Kommunist, würde doch ernsthaft auf die Idee kommen, einen U-Bahn-Fahrer, einen Polizisten, einen CSU-Politiker, einen Gemüsehändler oder einen Automobilfabrikanten vorzuwerfen, er sei kein richtiger Kommunist oder er kritisiere den Kapitalismus nicht „richtig“, beziehungsweise „nur verkürzt“, weil das nämlich weder deren Job ist, noch deren subjektivem (wenn auch objektivem) Interesse entspricht, sowas überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Nun gehen aber alle möglichen (Post-)Linken, Commünisten, Kapitalismuskritiker, Marxlesekreisler und sonstigen sektiererischen Idealisten ernsthaft ins Autonome Zentrum oder in andere Bruchbuden, in denen der sozialdemokratische Mob sich seines objektiven Elends erfreut, und werfen ausgerechnet denen eben jenes vor; man fragt sich schon, wer ihnen ins Hirn geschissen hat, dass sie einfach nicht erkennen können, dass es nunmal des deutschen Linken Job ist, an irgendwelchen Symptomen des Systems schlecht herumzuwerkeln, dass dies NOTWENDIG so ist und es nicht durch einen ebenso idealistischen Agitationsblödsinn abzustellen ist.

Der Stalinist hingegen hat das erkannt und trägt dem Rechnung. Es ist einfach Unsinn, Volksaufklärung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft zu betreiben (sie wird dabei automatisch immer zur völkischen Gegenaufklärung), denn deshalb will der Stalinist ja den wie auch immer defizitären Realsozialismus so schnell und so undemokratisch wie möglich herbeischaffen: weil eine Aufklärung, die nicht nur ihren Namen verdient, sondern vor allem auch Wirkung entfalten könnte, erst dann möglich ist.

Teil II – „Gulag als Chance“ folgt in Kürze.

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Warum Guttenberg bleiben kann, wo der Pfeffer wächst (also: in der Bundesregierung)

Offener Brief an den deutschen Pöbel

„Ich kenne mich sehr wenig aus mit diesen akademischen Usancen, denn ich habe ja noch nicht mal Abitur. Das Einzige, was ich sagen kann: Ich habe häufig abgeschrieben. Sonst wäre ich ja auch nicht bis zur mittleren Reife gekommen!”
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Die schale, ankotzende Pointe der ganzen Debatte um die volksmobkompatible Adels-Canaille Guttenberg ist der darin zum Vorschein kommende Doktortitel-Fetischismus, welcher – wie eh und je – jeden Zusammenhang von subjektiven Fähigkeiten und des als deren Objektivierung geltenden Titels leugnet: als gäbe es heute überhaupt einen wesentlichen Unterschied zwischen einem komplett abgeschriebenen Text und einer korrekt zitierten, genauso hirnlosen, in jahrelanger stumpf-debiler Quellen- und Zitate-Sammelei zusammengeklaubten, also akademisch „korrekten“ Arbeit. ES GIBT KEINEN SOLCHEN UNTERSCHIED – Doktortitel bekommen Leute, die sich der bürgerlichen Gesellschaft voll und ganz unterwerfen, sich den herrschenden Regeln verschreiben und also ihren Konformismus (als eine Art universeller, blinder „Loyalität“) beweisen, i.e.: das Gegenteil von selbständiger Wissenschaft betreiben. Überhaupt ist die vielgerühmte „Kompetenz“ oder die ebenso oft angeführte „Doktorwürde“ bloß das Produkt von durch Schleimerei erkauftem Ansehen, nichts weiter. In einer Gesellschaft, in der Wissenschaft allgemein durch „WissenschaftlichKEIT“, also den Anschein von geistiger Anstrengung, der Karikatur von wissenschaftlichem Tun ersetzt wurde, ist jede diesbezügliche Diskussion nur noch ein Hohn auf die wenigen übrig gebliebenen Behirnten. Es gibt keinen Qualitätssprung durch Titel. Titel sind bloße Schlüssel für Türen, die man dem Großteil des Pöbels verschlossen hält; dafür sind die langwierigen Dissertations- und Habilitationsphasen institutionalisiert: um Selektion zu betreiben, Selektion im Sinne der herrschenden Eliten, Selektion darüber, wer dieser Gesellschaft nützlich ist und wer nicht. Guttenberg hat seine Nützlichkeit schon lange zur Genüge bewiesen, kann also voll und ganz auf einen solchen Titel pfeifen – was er ja nun auch konsequenterweise tut.
 
Walter Benjamin, der noch von jenem altmodischen Schlage war, einen zumindest im Ansatz Hegel’schen Begriff von Wissenschaft verwirklichen zu wollen, durfte sich in der Weimarer Republik damals nicht habilitieren, weil seine eingereichte Habilitationsschrift über den „Ursprung des deutschen Trauerspiels“ zu viele eigenständige Gedanken, zuviel Theorie, zu wenig „zitierten“, also abgeschriebenen Blödsinn enthielt, zu „unorthodox“ war (heute hingegen parasitieren ganze Doktorandenstämme vom Inhalt allein dieser Schrift); bei Dissertationsverfahren ist sogar noch von einer weit nachdrücklicheren Verbrämung des Denkens auszugehen. Das sollte eigentlich alles über Titel und die sogenannte „Doktorwürde“ sagen: Sie ist die Würde der ideenlosen Idioten. Nirgendwo soviel wirres Geschwätz, soviel geistige Leere, so große Hirn-Ödnis und Denkfeindschaft wie beim Studententum und speziell den Doktoranwärtern in ihrer staatlichen Kampfbastion gegen den autonomen Geist, der Universität. Aber was soll mans ihnen vorwerfen, sie studieren nunmal, weil sie sonst nichts können; und natürlich kann auch ein Guttendepp nichts – er wäre sonst wohl kaum deutscher Minister.

Folglich ist er ganz zurecht immer noch da, wo er jetzt ist. Jeder Kommunist sollte begrüßen, dass die deutsche Bourgeoisie so offen zu ihren Verbrechen steht; es gibt keinen „besseren, glaubwürdigeren Verteidigungsminister“, weil es in bürgerlichen Staaten keine guten Minister geben KANN. Sie setzen die Interessen des Kapitals durch, und das tun sie gut, wie sie es tun – ob mit oder ohne Titeln. (Schrecklicher Verdacht: Sind Politiker etwa Lügner und Betrüger? Und werden sie etwa gerade deshalb vom Pöbel verehrt?) Einen Rücktritt zu fordern wäre also, wenn nicht bodenlose Dummheit, so doch pure Heuchelei, weil diese Forderung implizierte, dass durch den Rücktritt irgendeiner gut passenden Charaktermaske und dessen Austausch durch eine schlechter passende irgend etwas besser, gerechter, oder, ach herrje, „glaubwürdiger“ werden könnte.

Guttenberg zu verteidigen, seinen Verbleib in der Bundesregierung zu unterstützen, sollte also im Interesse eines jeden liegen, dem am Schaden der BRD und seiner Titel- und Würdenträger gelegen ist.

ordnungmusssein

Trotzdem wird momentan von allen möglichen (auch linken) Moral-Instrumentalisten Guttenbergs Rücktritt gefordert: Ordnung muss sein! – da sind sich Links- und Rechtsdeutschland, Bloggertum und SPD, Jutta Ditfurth und Arnulf Baring (letzte Woche gemeinsam bei Maischberger sitzend) einig; beiden ist es eine Herzensangelegenheit, die bürgerlich-akademische Ehre zu retten, weswegen der Freiherr doch bitte als Minister zurücktreten und irgendeinen Ex-CDU-Kassenwart den Rommel machen lassen möge, um dann drei Jahre später unbelastet und mit umso mehr „Glaubwürdigkeit“ CSU-Vorsitzender und daraufhin Bundeskanzler werden zu können. Na Prost.

prostguttenberg1
Schwerter zu Zapfhähnen: Pöbel, Guttenberg, Bierkrug

Eigenständigkeitserklärung:
Hiermit erkläre und versichere ich abstruserweise, dass ich den gesamten obigen Text vollkommen eigenständig und ohne Hilfe von Mami und Papi, mit korrekter Zitation und innerhalb von fünfzehn Minuten im volltrunkenen Zustand zusammengeschustert habe.

Mein Ehrenwort: Prof. Dr. Dr. Dr. Lyzis von und zu Welt

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1378: „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ wird plötzlich computerspielkritisch

Die Phase der Auseinandersetzung der beiden politischen Weltblöcke, also der sozialistischen, friedensfördernden Staaten des Warschauer Vertrages („Ostblock“) auf der einen und des westlichen Imperialismus („NATO“) auf der anderen Seite war, wie eigentlich jedes Kind wissen müsste, keine friedliche Zeit – nicht umsonst nannte man sie „Kalter Krieg“. Es handelte sich also in der Zeit zwischen 1945 und 1990 um einen kriegerischen Zustand zwischen den Staaten mit erfolgreicher Revolution und denen der bürgerlichen Konterrevolution bzw. des Faschismus. Dieser kriegerische Zustand wurde hervorgerufen vom Gros des deutschen Volkes, das sich 1933 aus weltherrscherischen Ambitionen dazu entschied, einen gewissen, bis dato hauptsächlich durch deutschnationale Welt-Unterjochungs-Phantasien, engagiertestem Rassismus und Kampfschriften für die endgültige Durchsetzung eines bis dahin unbekannten Vernichtungs-Antisemitismus in der Öffentlichkeit hervorgetretenen Adolf Hitler zu ihrem Führer zu wählen. Nachdem dieser demokratisch gewählte deutsche Volksheld dann 12 Jahre Demokratie ausgeübt, also sein Volk dazu aufgemuntert hatte, das europäische Judentum nahezu restlos zu vernichten, alle noch nicht durch die vormals in der Weimarer Republik herrschende SPD ermordeten Kommunisten umzubringen, nahezu das gesamte Europa anzugreifen, zu besetzen, zu faschisieren und Deutschland „anzugliedern“, sowie nebenbei mal eben den 2. Weltkrieg vom Zaun zu brechen, entschlossen sich die langjährigen Opfer, die, in historischer Gestalt der Sowjetunion (sowie Israels), glücklicherweise diesen Krieg noch für sich entscheiden konnten, dieser Gefahr einer globalen Faschisten-Barbarei endgültig einen Riegel vorzuschieben, was dazu führte, dass der geschickte Kommunist Walter Ulbricht eine Grenzsicherung („Berliner Mauer“) installierte, die jene Gefahr so gut als möglich zu bannen in der Lage war.

Soweit die von niemandem ernsthaft bestreitbaren geschichtlichen Fakten.

Nun mögen die braven und traditionsbewussten Deutschen, also die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung dieses postfaschistischen Scheißstaats, eben einmal keine Opfer, da diese sie an ihre Dummheit, ihre Autoritäsfixierung, ihre Führersehnsucht, ihren Fremdenhass, ihre Kriegstreiberei, ihre Mordbrennerei und ihre restliche nationalistische Geschichte erinnern, welche eine Geschichte von rechtem Klassenkampf und Pogromen ist. Deshalb äußern die Deutschen sich heute vornehmlich „israelkritisch“ und DDR-, bzw. kommunistenfeindlich – sie wissen eben, wer ihr Feind ist: die von ihnen über Jahrzehnte hinweg Verfolgten.

Eine der in diesem flachen braunen Gewässer der Geschichtsklitterei neben der Nazitäter-Rehabilitierungsorganisation namens „Bund der Vertriebenen“ aktivsten „gemeinnützigen“ Verbände, die „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“, also die notorisch geschichtsvergessene bzw. -leugnende Zusammenrottung aus Altnazis, CDU-Opportunisten, Großkapitalisten, Menschewisten, Radikalkatholiken und sonstigen Faschisten und Arbeiterfeinden meldet sich nun mal wieder zu Wort: Es handele sich um einen Skandal; straight hirnlos to the max gehen sie hin und entdecken auf einmal, Breaking News: GEWALT IN COMPUTERSPIELEN! Das Spiel „1378“ stelle eine Verhöhnung irgendwelcher Opfer des Stalinismus (also der sozialistischen Politik der DDR) dar.

Na sowas.

Seit Jahrzehnten kann der geneigte Freund von geistloser, konzentrations- und feinmotorikfördernder, stress- und aggressionen-abbauender, entspannender, erbauender und seelenheilender virtueller Gewalt auf dem Bildschirm – wie z.B. schon bei so uralten Spielen wie des hauptsächlich in Russland und Kuba handelnden „Goldeneye 007″ – beispielsweise in die Rolle des britischen Geheimagenten, also: Söldners James Bond schlüpfen, wo es dann gilt, gegen sowjetische Soldaten, aber auch Zivilisten, also ebenfalls Angehörige von Opfergruppen, in die großzügigst realistisch inszenierte und animierte First-Person-Computerschlacht zu ziehen. („Wolfenstein 3D“, wo man gegen auch als solche eindeutig gekennzeichnete Nazi-Soldaten sowie Hitler persönlich kämpft, hat man hierzulande wohlweislich direkt mal indiziert und beschlagnahmt. Day of Defeat, ein Ego-Shooter, in der man als Nazi gegen Alliierte kämpfen kann, wurde hingegen nicht verboten.)

Bisher interessierte das alles ausser erzdeutschen „Jugendschützern“, dem rechtsradikalen Flügel der CSU und ihrer lächerlichen „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ keine Sau; nun aber, wo eben mal nicht in Vietnam, Irak, Afghanistan, Frankreich, Italien oder Russland im Interesse Deutschlands virtuell marodiert und getötet werden darf, melden sich die Antikommunisten zu Wort, und die „deutsche Öffentlichkeit“, die sich in drei Nachrichtenagenturen und ihrem arschkriecherischen volksverblödenden Medienprekariatstrottel-Anhang in Nachrichtenredaktionen erschöpft, schreit Zeter und Mordio.

1378screenshot
Screenshot aus dem Spiel „1378″. Quelle: dapd

Man kennt diese Heuchelei und Doppelmoral schon aus anderem Zusammenhang: Nicht etwa die real Angriffskriege bestreitende deutsche Bundeswehr, die burschenschaftlich organisierten Jugendverbände bürgerlicher Parteien, Schützenvereine, Kirchengemeinden, Sportvereine, Kindergärten und Schulen seien „jugendgefährdend“ (was immer das auch heißen mag), sondern Ballerspiele (oder, vor 200 Jahren, lange deutsche Tradition: Goethes „Werther“). Und nun soll also auch das virtuelle Abballern von Mitgliedern des deutschen Volksmobs plötzlich eine Gefahr für die Jugend, unmoralisch und vor allem „opferverhöhnend“ sein.

Opfer, das sind für jene deutschen Volldeppen, die sich da geschichtsrevisionistisch wie eh und je „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ schimpfen, in erster Linie die legitimen deutschnationalen Täter-Erben und Angehörige suizidaler Knalltüten, die ihre Selbstmordsehnsüchte an Selbstschussanlagen des antifaschistischen Schutzwalls der DDR auszuleben pflegten und zu doof dazu waren, einen Ausreiseantrag auszufüllen.

Sekundiert werden sie laut „dapd“-Meldung dabei vom derzeit übelsten Stamm deutscher Ideologen, nämlich irgendwelchen – namentlich natürlich nicht genannten – rechtschaffenden „Historikern“, also hauptberuflichen Geschichtsfälschern und – selbstverständlich – der „Bildzeitung“, die schon im September gegen das Spiel aufhetzte, weshalb seine Veröffentlichung, die ursprünglich für den 3. Oktober, pünktlich zum Festtag der Wiederherstellung der deutschen Reichseinheit geplant war, auf vorgestern verschoben wurde. Vereint verlangen diese Hüter deutschnational-bourgeoiser Moral in ihrem Anti-DDR-Wahn letztlich die Zensur, das Verbot, zumindest die offizielle Delegitimierung eines von vielen hundert Kriegsspielen, das aber längst nicht so brutal wie die meisten anderen dieser Art ist.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, sieht sofort, welche historische Konstellation in dieser zensurbedürftigen Empörungswelle seine Wirkungsmacht durchsetzen möchte. Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, ob das Spiel „gewaltverherrlichend“ sei. Man kann nur hoffen, dass diese antikommunistische Scheißbande dabei ordentlich auf die Fresse fliegt – realistisch ist aber natürlich ein der Geschichtsschreibung der herrschenden Klasse Deutschlands gemäßes Urteil.

Achtung, liebe Kinder, Gewalt! (Erst ab 12!)

„Expertenstimmen“ zum Spiel:

„Entweder verhaften Sie den möglichen Flüchtling, nehmen Kontakt mit ihm auf, wechseln die Seite und versuchen gemeinsam zu flüchten oder Sie wählen die drastische Art: Sie erschießen den Flüchtling. Dafür werden Sie später allerdings im sogenannten „Mauerschützenprozess“ verurteilt.“ (Chip Online)

„Das Spiel vermittle zudem die Moral, dass Grenzsoldaten, die zu oft schießen, nicht gewinnen können.“ (Focus.de)

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Ökologisch, emanzipativ, verblödet: Jutta Ditfurth

Anlässlich des kürzlich begangenen sogenannten „Kongresses“ des jung-linksliberalen Kritik-Bündnisses „Ums Ganze“ und eines neuerlichen grotesk barbarischen Comedy-Auftritts Ditfurths in der ARD-Demokratendiskussions-Zombie-Sendung „Hart aber impotent“ zum Thema Adel möchte ich nochmal kurz auf ein Interview aufmerksam machen, das Arnold Schölzel mit Jutta Ditfurth leztztes Jahr geführt hat und mir damals schon den ganzen Tag komplett versaut hatte, denn dort faselte sich die ex-grüne Fortschrittsfeindin mal wieder ihr gesamtes Arsenal an marcuseanisch-menschewistischem Schwachsinn aus der Birne:

„Zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise hat der Multimillardär Warren E. Buffet gesagt – und so offen kriegen wir es hier nie zu hören: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Mit der Weltwirtschaftskrise ist dieser Krieg in eine neue, härtere Phase getreten. Ergeben wir uns also oder wehren wir uns so klug wie möglich? Der Marxismus reicht weit über seine Entstehungszeit hinaus, er ist auch eine Art Kompaß für eine andere Gesellschaft, in ihm kann man den Kommunismus als »verwirklichten Humanismus« entdecken, jenseits aller Stalinismen.“

Aus 150 Jahren Idealismus nichts, aber auch kein Stück gelernt. Immer noch dem Mythos von „humanistischer“ Revolution und „Linkscommunismus“, womöglich in vom Pöbel („von unten“ sic!) selbst organisierten Räten ohne Partei und mit Blümchen gegen die militärischen und polizeilichen Hundertschaften des Kapitals. Es ist der ewige grün-trotzkistische Gesamt-Hippie, der aus ihr spricht. Tausende von „Wohnprojekt“-Gemeinschaften, Kinderläden und Reformhäuser, in denen dieser Dreck seit Jahrzehnten aus braun gekifften Deppenhirnen wirkungs- und sinnlos entweicht wie stinkende Jauche, Ditfurth ist sich auch weiterhin nicht zu schade, es zu verkünden.

Aber es kommt noch besser:

„Kein Mensch wird als Linker geboren.“

Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder so dämlich wie Ditfurth wäre, und das schon von Geburt an. Schließlich braucht es einen jahrzehntelangen Degenerationsprozess, um sowas wie ein „Linker“ zu werden. Ditfurth, diese Anführerin der noch nicht vereinigten Hirnlosen aller Bundesländer, wagt es, ihrem Bewusstseinsstand gemäß durchaus konsequent, daraufhin trotzdem allen Ernstes, den Namen Marxens in den Mund zu nehmen, obwohl sie ihn nach eigener Aussage

„nicht so sehr gelesen“

hat, sondern eher

„Marcuse, Adorno, Bloch“

(Trotzki, Bakunin und Hitler darf man sich dazu denken) – natürlich fleissig und wissentlich, schließlich ist der Hauptfeind die DDR und „die Stalinismen“, die es gar nicht gibt; es gibt nur einen Stalinismus, und das ist der vom Weltgeist approbierte und genehmigte Weg in die Entsklavung der Menschheit, der Lösung vom Bann ihrer eigenen Stumpfheit und Ditfurthaftigkeit, Kommunismus eben – und sich dabei erdreistet, ihren Ideologiemüll sogar als Marxismus zu bezeichnen, wo sie ein paar Sätze weiter das Wort

„emanzipativ“

in den Mund nimmt.

„Emanzipativ“ ist auch eine dieser sehr bezeichnenden Irrsinnsvokabeln jenes Hippie-Wortschatzes, welcher sich immer noch im Namen des Kommunismus übers Bewusstsein der Massen legt: „Emanzipation“ wollen diese Spinner nämlich in dem Sinne, in welchem sich ein Querschnittsgelähmter von seiner Fähigkeit zu gehen „emanzipiert“ hat: Verkürzung, Verblödung, Abstumpfung, Beschneidung von Ordnung, Sittlichkeit, Denkvermögen und notwendiger Strenge, weg mit all dem alten Mist (vor allem mit der Dialektik), „weniger ist mehr“. Weder wovon, noch wohin, noch weshalb überhaupt man sich denn „emanzipieren“ will, wissen sie, trotzdem belästigen sie jeden, den es nicht interessiert, immer wieder mit ihrem erbärmlichen Trotzkisten-Plunder und Punker-Kauderwelsch.

„Verwendet man die Kategorien Kommunismus und Sozialismus heute, muß man irrwitzig viel erklären, was man alles nicht damit meint.“

Eben. Erklären ist ja nun nicht gerade die Sache Ditfurths, deshalb lässt sie es auch mit dem Kommunismus gleich bleiben und rollt auf der „Anti“– Schiene durch die Welt. Und warum? Weil Ditfurth nunmal Antikommunistin ist und halt so alles mögliche meint, wenn sie von „Befreiung“, „Gerechtigkeit“, „Antikapitalismus“ etc. deliriert, nur nicht den Kommunismus und den dazu erforderlichen Sozialismus. Den gabs ja schon mal in real, und Realität, das wissen die Ditfurth und ihre Hippiegemeinde, ist böse, denn sie schreckt „die Leute“ ab.

Die nachdrückliche öffentliche Nichterwähnung des Wortes Kommunismus, dieses engagierte Anbiedern beim Klassenfeind war – selbst bei Leuten, die im Gegensatz zu Ditfurth einmal Kommunisten waren – schon immer der erste und wichtigste Schritt zum Opportunismus und zur Feindschaft nicht nur gegen das ihn bezeichnende Wort, sondern zum historischen Projekt selber. Der Unterschied zwischen einem Kommunisten und einem Antikapitalisten könnte kaum größer sein: Jener hat ein verwirklichungsfähiges, vor allem wissenschaftlich entwickeltes und entsprechend konkret darlegbares, real erreichbares gesellschaftliches Ziel, nämlich die Organisierung des Sozialen um die Produktion des Gebrauchswerts herum (statt um die Konsumtion des Tauschwerts und die Reproduktion von Mehrwertquellen aka. Massenmord wie im Kapitalismus) und zudem einen BEGRIFF der momentan herrschenden Gesellschaftsform sowie Strategien zu deren Bekämpfung. Der Antikapitalist hingegen lässt schon in seiner Bezeichung vollkommen offen, von welcher Seite aus er denn den Kapitalismus blöde findet: ob er zurück in vorkapitalistische Barbarei möchte oder eventuell einen nationalsozialistischen oder islamistischen Gottesstaat haben will, ob es ihm nach einem nachkapitalistischen Zombie-Monopolismus dürstet, oder er die Anarchie, also das Recht der Dümmeren fordert oder gar für einen aus Bauernhof-WGs bestehenden Naturkinder-Flohfresser-Commünismus plädiert; ob er den Kapitalismus denn zugunsten einer besseren Gesellschaft – eben: Kommunismus – weghaben will oder er ihn eben einfach nur als modisches Accessoire des Reggae hörenden Che-Guevara-T-Shirtträgers als eine Art ewigen Widerstand ansieht, der ihn umso mehr zu einer selbstbewussten bürgerlichen Persönlichkeit „mit eigener Meinung“ ausstattet; ob er den Kapitalismus überhaupt JEMALS weghaben und durch etwas anderes ersetzen will oder ob er seinen „Anti“-Stuß einfach nur als Erkennungsplakette zur Kommunikationserleichterung mit anderen Punks benötigt, das alles wird bewusst offen gelassen. (Schließlich muss ja bei Äußerungen von Leuten des Ditfurth’schen Schlags immer mitbedacht werden, was diejenigen Gruppen und partei-ähnlichen Mafia-Konglomerate denn so real zustande gebracht haben ausser verbaler Deppengrütze, und da wirds dann sehr schnell sehr düster – man erkennt: der ökologisch-antiautoritäre antifaschistische anti-imperialistische, anti-realsozialistische Antikapitalismus hat bis heute nicht nur die ekelhaftesten Gestalten bundesdeutscher Realpolitik hervorgebracht, sondern sich auch ansonsten zu jedweder Schande bereit erklärt, die Vernunft und Sittlichkeit zu vernichten pflegten: DDR-Bürgerrechtler, 89er Konterrevolution, Rot-Grüne Bundesregierung, Antistalinismus, Antiintellektualismus etc.)

Antikapitalisten, das sind die Leute heute alle. Jeder, ob beim „Jobcenter“, an der Aldikasse oder im Arztvorzimmer, „bedauert“ inzwischen die bösen Auswüchse des kapitalistischen Systems, in dem sie, diese gut funktionierenden Zahnrädchen im Getriebe des Systems, sich wie Gefangene wähnen. GEGEN den Kapitalismus (wie auch gegen jede andere Scheisse) findet man sich im Mob schnell zusammen, FÜR die kommunistische Vernunft jedoch wird man da niemanden plädieren hören. Der Antikapitalist ist der Antikommunist auf Abruf: wo ihm später, nach der kommunistischen Revolution, einmal das Kapital als universelle Anprangerungsinstanz fehlen wird, wird er schnell „die Partei“ finden, die er für sein selbstverschuldetes Scheissleben verantwortlich machen kann, man hat das zur Genüge sehen können bei den Dissidenten im Osten.

Diese Idealisten wollen immer alles sofort und auf die humanste Weise; sie kriegen deshalb niemals etwas hin und stützen damit die herrschende Inhumanität. Statt den Kommunismus so anzugehen, wie er von Marx, Engels, Lenin etc., also den Klassikern seiner Theorie und Praxis, wissenschaftlich dargelegt wurde, stümpern sie ihn sich zu einem Kultprodukt einer alternativ-undergroundigen Commünismus-Industrie (mit Hand-Outs, Teach-Ins, Vortragsveranstaltungen, „Kongressen“, Fanzines, Stickern, schlechtem Techno und blöden Sprüchen) zurecht, welches es als unerreichbares Ideal stets hochzuhalten aber in Wahrheit natürlich nie zu verwirklichen gelte. Motto: „Undogmatisch und antiautoritär“ (Ditfurth) in den Abgrund.

Man kann es nicht anders ausdrücken, und dieser Erkenntnis wegen ist es das Interview wirklich wert gewesen: Jutta Ditfurth ist die idealtypische Über-Bloggerin; die Vorhut aller linken Transparentehochhalter, Demonstranten, Staatsgegner, Stuttgart21-Baumschützer und sonstiger Underground- und Gegenkultur-Canaillen. Sie sollte mit Bini Adamczak („Eine Definition von Stalinismus trau ich mir, hihi, jetzt nicht zu“ ), Joachim Bruhn („Marx begreifen? Joa, morgen vielleicht.“) und Daniel Kulla („Ich mache sicherlich einiges zum Zwecke der Profilierung oder um mein Einkommen aufzustocken – bei diesem Thema sieht das eher anders aus“) eine linkscommünistisch-antistalinistische Diskussions-WG aufmachen, am besten direkt in Sibirien, dann wird die Umquartierung später nicht allzu viel Zeit und Mühe kosten.

Immer wieder kommt von linken Antikommunisten ja das „Argument“, Stalin sei unter anderem, bzw. vor allem auch deswegen Scheiße gewesen, weil er „mehr Kommunisten umgebracht hat als Hitler“ (irgendein Jungle-World-Leser ): Man kann Stalin gar nicht genug dafür dankbar sein, dass er mit sozialrevolutionären Landplagen vom Schlage Ditfurth damals nicht zimperlich umgegangen ist, während wir dank Hitler hierzulande weiterhin mit diesem Stümper-Mob geschlagen sind. Die möglichst schnelle Ausrottung jener Deppenphalanx, die sich in irgendeiner linksidealistischen Form zum Kommunismus oder zu „Autonomie“ (Autonomie: Was bedeutet schon Selbstbestimmung, wenn das Selbst ein Haufen Schrott ist, der sowieso nichts anderes mehr wollen kann, als den Dreck, der ihm eh aufgezwungen wird; Autonomie in kapitalistischer Totalität: Blödsinn hoch zehn), „Emanzipation“, „Befreiung“, „Kritik“ und all diesen anderen Karikaturen von Fortschritt bekennt, ist eine der dringlichsten Schritte auf dem Weg zum Kommunismus. Ohne diesen wird die Welt auch die nächsten Jahrhunderte einer Hölle gleichen, deren geistige Vorboten sich z.B. schon im Programm des unsäglich reaktionär verblödeten Unrast-Verlags ankündigen.

Das kindische Polit-Manager-Pack von „Ums Ganze“ (neben den beiden Ehren-Canaillen der Entmarxisierung jeglicher Theoriebemühungen, Michael Heinrich und Frieder Otto Wolf, waren auch fast alle anderen üblichen Studentenhippies, die in ihrer Freizeit Power-Point-Vorträge für anarchistische Arschgeigen halten, zum Kongress eingeladen; da kommt zusammen, was zusammen gehört) ist gar nicht stark genug zu verachten und zu bekämpfen, das zeigt nicht erst die Einladung Ditfurths auf ihre kümmerliche Kritizisten-Veranstaltung. Ditfurth selbst, in tausend Talkshows von Demokraten-Nazis wie General Schönbohm oder Mitgliedern des Lambsdorff-Clans „argumentativ“ plattgewalzt (wer auf Argumente baut, dem geschieht sowas recht), aber immer noch Demokratin und Diskussions-Begeisterte: Daran sieht man, wie sie es wirklich hält mit der Umsetzung ihrer „Ideale“: es reicht ihr – ebenso wie den bemitleidenswerten Nachwuchs-Kretins von „Umsganze“ – schon, diese innerhalb des bürgerlichen Medienapparats zu „diskutieren“, also: der Lächerlichkeit preiszugeben – die Gewalt, die sie auch durchsetzen könnte, lehnt sie strikt ab. (Die Unannehmlichkeit, die für viele „Linksradikale“ aus der Frage „Was tun?“ bzw. aus der ihnen entgegengebrachten Forderung nach einer Praxis jenseits von Kritik oder „Theorie“ entsteht, rührt natürlich auch aus dem Umstand, dass ihre reale Lebenspraxis, wenn überhaupt existent, schlicht keinem kommunistischen Anspruch (ja, sowas sollte man tatsächlich haben) entspricht. Kein Wunder, dass sie sich da lieber aufs kritische Gefasel versteifen und zurückziehen, wenn man sich einmal ihrer „Praxis“ vergegenwärtigt; die NOT der auf Basis von genereller Unfähigkeit und Unwilligkeit erbauten Praxislosigkeit war zuerst, DANN kam der Reflex darauf, die bloße Kritik-Haltung. Sowohl bei den antikapitalistischen Ariern, als auch bei den antideutschen Adorniten, den antizionistischen Arschlöchern, wie auch den antiimperialistischen Asozialen und antispeziesistischen Anarchos ist der dreigliedrige dialektische Prozess auf die bloße ANTIthese reduziert worden; These, erst recht Synthese werden schlicht ignoriert, es interessiert nur noch das abstrakte Dagegen.)

Eines aber steht sicher fest: Wer nicht spätestens als Gast bei „Hart aber fair“ zur Stalinistin wird, hat kein Gehirn.

Nochmal Jutta Biermann:

„Wir leben in einer Diktatur auf Abruf“

Schön wär’s.

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Was schreibt der Klassenfeind so?

Die Wahrheit, zum Beispiel.

Der altbekannte Streit der beiden großen Parteien commünistischer Volksverblödung, nämlich der Straßenkämpfer, also den Leuten der sogenannten AKTION auf der einen, und derjenigen, denen das bürgerliche Elend zu Kopf gestiegen ist, den sogenannten Theoretikern auf der anderen Seite, ist ein hinfälliger. In der momentanen historischen Lage ist er ohnehin unlösbar, verlieren werden ihn beide – gegen den Stalinismus, das ist sowieso schonmal klar. Es gibt nunmal tausend verschiedene antikapitalistische, sich kommunistisch wähnende Theorien (z.B. Wertkritik, Wertabspaltungskritik, Staatskritik, Geldkritik, Religionskritik, Kapitalkritik, Kritikkritik, antideutsche Ideologie- und Wertkritik, GSP-Kritik, Anarchogesabbel, Fetischkritik, Kritische Theorie, Kritische Leberwurst usw.), das Problem ist nicht, dass sie, wie die Aktionisten behaupten, zu intensiv und zu sehr zu Lasten der Praxis ausgeübt werden, sondern dass sie schlicht alle falsch sind. Die einzig richtige ist die des historischen und dialektischen Materialismus, also jene Theorie, deren letzter Unterschlupf der Stalinismus ist; die schlimmste und verheerendste war und ist der Trotzkismus in all seinen Schattierungen und seinen heutigen postmodern-kritizistisch-aufklärerischen Ausführungen (siehe Theorienaufzählung oben). Dieses Gefasel ist der barste Unsinn, das weiss sogar meist der bürgerliche Klassenfeind, und am erfreulichsten ist es, wenn die Erkenntnisse der stalinistischen Vernunft ihre Wahrheit durch diesen Klassenfeind, der vor allem auch noch einer sein will und nicht rumdruckst (und allein schon deshalb Lob und Anerkennung verdient) auch noch bestätigt werden. Dieses dem Kommunismus als Kontrollinstanz dienende Vorgehen, hier in Gestalt von Dirk Maxeiner und Michael Miersch, beweist die Existenz und Richtigkeit des Weltgeists: Jeder Satz in diesem Text ist richtig, die objektive Wahrheit wurde erkannt, der Unterschied zum Stalinismus ist lediglich einer der Frage, wer sich von uns später an oder neben dem Galgen befindet. Maxeiner und Miersch haben sich für oben, also die falsche Seite entschieden, das ist ihr gutes Recht, es herrscht schließlich Demokratie, Suizid ist jedem erlaubt. Natürlich sind sie Arschlöcher, aber nunmal keine, denen man vorwerfen kann, dass sie die Wahrheit ignorierten. Sie wollen das falsche, das schlechte, den Mob an der Macht und sich selbst als Untertanen, damit kann man leben – sollen sie ihres Elends Schmied sein. Und wer den derzeitigen Verwaltern der Bundesrepublik beim Sparkpakete schnüren und Ressentiments schüren publizistisch zu Diensten sein will, soll dies doch ruhig tun. Aber sie erzählen wenigstens keinen Mist, sie wissen, was Sache ist:

„In seinem letzen Lebensabschnitt schuf der alte Revolutionär [Trotzki] eine geistige Durchgangsstation, die einigen der klügsten Köpfe des 20. Jahrhunderts eine Weile Obdach bot. Sie wirkte wie ein Katalysator, der Intellektuellen die Abkehr vom Kommunismus erleichterte. Das hat der Prediger der „permanenten Revolution“ natürlich nicht bezweckt. Doch Stalin hat diese Wirkung wohl geahnt, ihn deshalb besonders unerbittlich verfolgt und alle Erinnerungen an ihn im Machtbereich der Sowjetunion tilgen lassen.“

Und weiter:

„Die Kritik des Exilanten Trotzki am Unterdrückungsapparat der Sowjetunion, ermöglichte es nachdenklichen Linken, darüber zu reden was falsch lief, ohne vor sich selbst als Verräter dazustehen. Zehntausende Ex-Kommunisten in aller Welt haben so eine trotzkistische Phase durchlaufen, bevor die meisten von ihnen Demokraten wurden.“

Chapeau.
Das sind doch gute, wahre, astrein der historischen Sittlichkeit gemäße Sätze.
Und wenn die heutzutage nunmal in Springers „Welt“ oder auf der „Achse des Guten“ stehen, dann zeigt das nur, wie debil und bewusstlos diese und ihr Publikum schon immer waren. Die Simpsons auf „Pro Sieben“, der Antitrotzkismus in der „Welt“, das ist doch ein erfreulicher Fortschritt.

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