Noteworthy

Der Autor heute

Teil I: Die Bekämpfung und Entmündigung des Autors durch Cut-up-Punks und Blogger

„Der freie Mensch ist nicht neidisch, sondern anerkennt das gern, was groß und erhaben ist, und freut sich, daß es ist.“ (Hegel)

1.

Wurde der Autor früher, bevor er durch Agenten von Subjektvernichtungsorganisationen wie den Poststrukturalisten zu „Tode“ (Roland Barthes)1 geschrieben wurde, zumindest noch von einigen wenigen klugen Leuten als PRODUZENT, also schaffendes Subjekt gesetzt und begriffen, welches allein schon aufgrund dieses Umstands zur produzierenden, also proletarischen Klasse zu zählen sei, ist er heute stattdessen endgültig durch lediglich distributive, verwaltende, konsumierende Funktionen einnehmende „Beitragsschreiber“, durch nicht-produzierende, kleinbürgerliche Vermittler und Dirigenten schon vorhandener Materialien und bloße halbbewusste, mit Ressentimentpopel zusammengeklebte und aneinandergematschte Verfestigung von Infrastruktur-Erweiterungen, also durch Fotos weitergebende und Tagebuchmüll-Blogger, -Twitterer und Internetpampe aufbackende sonstige digitale Nuscheler und Schrift-Freiräuber („Cut-up“) ersetzt worden. Cut-up, der Aktionismus des passiven Bewusstseins, die Domäne bürgerlicher Kunstbeobachter und Diskurs-Verwaltungsbeamter, die Tätigkeit der „zufälligen Existenz“ (Hegel), die ihre Zufälligkeit auch noch zur Kunst erheben will in der Projektion ihrer allgemeinen Planlosigkeit aufs Material, strebt einen Autor an, der nicht mehr schreibt, sondern den Müll, der eh überall herum liegt, kopiert, also die Scheiße verdoppelt und die Tätigkeit des Kapitalisten nachahmt – seine objektive Funktion im gesellschaftlichen Produktionsprozess ist die Ausbeutung des produzierenden Autors.

Ende der Sechziger Jahre fiel es armen commünistischen Irren nämlich plötzlich ein, auf künstlerische Maßstäbe lieber ganz zu verzichten und als neues Ideal des Autors den Drogendealer und Scientologen William S. Burroughs hoch zu hetzen, schließlich musste der wissenschaftliche Marxismus und sein projektives Endprodukt, der Kommunismus, nicht nur auf sozialer, wissenschaftlicher und politischer, sondern auch auf literarischer Ebene effizient bekämpft werden – da kam der „bewusstseinserweiternde“, also Hirnmasse auflösende Stumpfsinn der Beatniks gerade recht (zur Not, wenn man das Pack mit den Folgen ihres Tuns konfrontierte, gab es immer noch die Sowjetunion, der man jegliche Probleme bei der Umsetzung des Kommunismus in die Schuhe schieben konnte). Der bewusst gebildeten Künstlichkeit des Werks wurde die bewusstlose, reaktionäre Authentizität einer geistlosen, scheinweltverhafteten, imaginierten Unmittelbarkeit und Echtzeitlichkeit der zusammengewürfelten Momente einer Werklosigkeit entgegengesetzt. So war die commünistische Schnipsel-Ästhetik geboren und es dauerte kaum 20 Jahre, bis sie sich zur endgültigen Totalität entfaltet an jeder Ecke finden ließ – die Kritiker (also: Opfer) des Kapitalismus boten ihr den fruchtbaren Boden. Dieser Zustand hält nicht nur bis heute an, er wird nahezu auf alle publizistischen Bereiche ausgeweitet; kaum ein Blogger, der heute nicht stolz ist auf seinen Analphabetismus.

Jahrhundertelang exzerpierten Leser Textstellen in ihre Kladden, heute wird die Veröffentlichung solcher Exzerpt- und Zitatsammlungen als neue, ja als einzig maßgebliche Gattung hochgejubelt, gerade so als läse außer der postmodernen Autoren-Karikatur („Texter“) niemand Zeitung, als sehe sonst niemand Fernsehen, als sei der ganze ge-cut-upte Kram den Interessierten nicht eh schon längst bekannt und als könnten sie die sagenhafte Verknüpfungsarbeit zum Zwecke der exorbitanten Bewusstseinserweiterung nicht selber leisten. Wenn nun also der bemittleidenswerte Stefan Ripplinger, einer der strebsamsten Repräsentanten der postmodernen Anti-Kunst-Phalanx stolzer Hirnloser faselt:

„Schreiben ist Kombinatorik. Der Schreibende kombiniert Buchstaben, Wörter, Sätze, Texte miteinander. Er montiert fertige Stücke zu einem Ganzen“,2

dann beschreibt er hier den Autor nicht nur ungefähr so positivistisch wie der Satz „Die Hure empfängt Männer und entlässt sie wieder“ die Tätigkeitsbezeichnung einer Prostituierten bestimmt, sondern ignoriert vor allem die Tatsache, dass die Hauptaufgabe des Autors immer das Denken, das Produzieren von Ideen und Konstellationen, die Reflexion, und nicht das bloße Schreiben, Texten oder gar Kombinieren von vorgefundenem, quasi naturwüchsigem Schriftmaterial war.

Das bloße Am-Schreibtisch-sitzen-und-texten, auf welches gerade auch bei den grundsätzlichen Kritikern des Konzepts Autorschaft die Autorentätigkeit immer reduziert wird, nimmt beim klassischen Autor höchstens 20 Prozent seiner Zeit ein. Den Großteil des Tages verbringt er mit dem Beobachten, Denken, Lesen, Begreifen, Entwerfen; hier und da macht er sich nebenbei und zwischendurch ein paar Notizen, ordnet Phänomene in seinen geistigen Kategorien- und Begriffs-Apparat ein, sortiert Aufzeichnungen und Zettel unter Stichwörtern (z.B. mit der Zettelkasten-Methode), führt ein Leben, das sich dem Irrsinn des bürgerlichen Verwaltungs-Sisyphosismus und den schlimmsten Niederungen der Lohnarbeit weitestgehend zu entziehen weiß; – die Praxis des Autors ist zum überwiegenden Teil eine geistige (was, nebenbei bemerkt, die Hauptursache für den Umstand ist, dass man an deutschen Universitäten und Hochschulen so gut wie keine klassischen Autoren findet), nämlich die seines Lebensprojektes, der Verwirklichung der Realität in Begriffe. Die Texterei, die Büroarbeit, das Lohnsklaven-Elend eines Betriebs-Angestellten, als das die autorschaftsfeindlichen postmodernen Spinner den Autor gerne sähen, ist heute dem Journalisten überlassen, der dafür vom kapitalistischen Betrieb ja auch hinlänglich belohnt und allmählich dessen Mitglied, also das Gegenteil eines Autors wird. Einen solchen himmelhoch jauchzend elenden Scheiß mit der Tätigkeit des wirklichen Autors zu verwechseln ist natürlich dumm, aber es ist wohl vor allem auch die Böswilligkeit des allseitig in seinen Ambitionen und an seinen eigenen Idealen Gescheiterten, des trotz krassester Anpassungsleistung kaum Arrivierten, welche Leute wie Ripplinger (ich will ihn hier nur – ganz in seinem Sinne – als paradigmatisches Symptom verstanden wissen, er ist ja repräsentativ für die „Szene“) dazu treibt, ihren Neid auf die unabhängigen Geister zu verkleiden, indem sie sie TOTAL und ALLESAMT eingemeinden möchten in ihre hirnlose Hölle der Gebrauchstexte fabrizierenden Vollzeit-Arschlöcher. Lohnschreiberei und Autor-Existenz aber schließen sich aus; jene schadet dem Autorenwesen so, wie der Commünist dem Kommunismus schadet.

Ripplinger weiter über „den Schreibenden“:

„Er zitiert fremdes Material, denn das Alphabet gehört ihm nicht, [wem, by the way, wenn nicht dem Autor, gehört denn das Alphabet? Dieser Satz ist so logisch wie: „Der Autofahrer fährt mit fremdem Material, denn das Auto gehört ihm nicht.“ Anmerkung von mir, L.W.] die Wörter hat er nicht geprägt, die Sprichwörter und Sprachbilder nicht ersonnen, all die Bücher nicht geschrieben. ‚All minds quote.‘ Wer schreibt, wiederholt, spricht in Zitaten. [Absatz] Der Verfasser einer Zitatmontage hat also nicht, wie manche meinen, als Autor abgedankt, sondern er ist überhaupt der Einzige, der die Autorfunktion mit allen Konsequenzen anerkennt. Er behauptet nicht, Kaninchen aus dem Hut zaubern zu können. Er behauptet im Gegenteil, dass das Kaninchen schon vor seiner Revue auf der Welt war. Wir [das Krankenschwester-Wir, immer wieder gern genommen bei Idioten, die ihren Schwachsinn ständig auch gleich der restlichen Welt unterjubeln wollen, Anm. L.W.] sollten nicht so voreilig sein zu behaupten, es sei durchaus dasselbe. [Absatz] Schreiben ist so gesehen immer Abschreiben.“3

Ripplinger, so gesehen, geht in sich, findet nichts und will dann diesen Zustand auf den Rest der Menschheit übertragen, Motto: „Ich bin unfähig, also kann es keine Fähigen geben, Genieglaube abschaffen, ab jetzt bitte auch alle anderen nur noch Scheiße fabrizieren, klappt doch eh schon prima in der Jungle World zum Beispiel!“ Welch bequemes Leben wenn man doof ist.

Das Interessante, weil Wesentliche an den derzeitig grassiernden Pest-Teilen jener regressiven Großbewegung, die das Prinzip der Autorschaft – auch noch unterm Mantel der Avantgarde – als solche sowieso schon immer komplett für „überholt“, tot, überflüssig, prätentiös oder sonstwie falsch hielten, ist ja einfach, dass sie die Speerspitze der Kunstlosigkeit darstellen: Weil sie keine eigene Kunst herzustellen in der Lage sind, können sie, wo eine solche einmal vorliegt, auch keine Kunst, also Autorschaft, Genie usw. mehr erkennen; sie denken in ihrer konsumierenden, passiven, indifferenten Literaturzitatesammler-Existenz eben tatsächlich, dass jeder andere genauso dämlich und einfallslos ist wie sie selbst, ahnen gar nicht, dass sich Kunst, Talent, Autorschaft nunmal durch ganz andere Dinge als bloß durch das reine Ausdenken, Erfinden, Aufschreiben, „Kombinieren“ von Sätzen, sondern das sinnvolle Anordnen von Begriffen und Kategorien innerhalb eines zusammenhängenden geistigen Gebildes, eines klassisch autonomen Kunstwerks, das sich selber wieder auf einen größeren (Werk-) Zusammenhang bezieht, das Dramatisieren von Texten, Textfragmenten, Gedanken, Sätzen, Zusammenhängen, Meinungen, Personen usw. im Roman, im Essay, in der wissenschaftlichen Untersuchung, im Theaterstück usw. auszeichnen (und sich von jeher ausgezeichnet haben). Autorentätigkeit bedeutet ja gerade das (durch Fabel) Zusammenführen, das KOMPONIEREN von Gedanken, Positionen, Gegenständen, Figuren, und eben nicht das bloße HERSTELLEN solcher. Der klassische Autor „verwendet den Stoff“ (Susan Sontag) nicht, er erzeugt ihn zu großen Teilen erst. Nur weil sich der Produktions- und Autoren- (also auch: Wissenschafts- und Marxismus-) Feind nicht vorstellen kann, dass die Kunst keineswegs am Ende ist, heisst das eben noch lange nicht, dass es sich real auch so verhält; im Gegenteil, sie ist ja gerade erst einmal am Anfang, und wird sich von daher erst recht nicht von Luschen wie Ripplinger und sonstigen aufständischen Autorschaftsgegnern etwas sagen oder gar auf den Friedhof der Geschichte vergraben lassen. Auch die Kunde von der Existenz des Begriffs Neologismus, überhaupt von sprachlicher Fortentwicklung und Neu-Erfindung von Sprachen scheint bei Ripplinger und den anderen marodierenden Antiautoritären (und was ist das Schreiben anderes als autoritäres Verhalten par excellence) noch nicht angeklopft zu haben – was Sprache überhaupt ist, davon haben sie keinen Schimmer, sonst würden sie weder so schreiben, wie sie schreiben, noch das schreiben, was sie schreiben, noch ihren verkorksten Hirnplunder über Sprache, Text und Autor im allgemeinen unters Volk kotzen. Man hat es also hier mal wieder mit den drei großen Bollwerken bürgerlicher Demokratie gegen marxistische Vernunft und für die Abschaffung der Kunst zu tun: (Kunst-)Freiheit4, Antiautorität, Unbildung. Die Entkernung des Subjekts auf gesellschaftlicher Ebene geht mit der Autorfeindschaft auf literarischer einher.

„Cut-up“, „Remixen“, „Collage“: Dass sie Literatur behandeln als sei sie Pop-Musik oder Fotografie, offenbart ja schon alles über die Geistlosigkeit der Zustände, die jene Szene ausmachen. Leute, die keine ästhetischen Kriterien besitzen, überhaupt die reich bevölkerte Gemeinschaft derer, die das Elend jenes Bewusstseins teilen, welches sich durch Kriterienlosigkeit nahezu definiert, pfeifen nunmal auch auf Ästhetik, weil sie nämlich auch inhaltlich nichts aufzubieten hätten, was der angemessenen ästhetischen Darstellung würdig wäre. Kunst kommt eben von Können (die Existenz solcher Antiautoren wie William S. Burroughs, Rolf Dieter Brinkmann, Uwe Nettelbeck, Susan Sontag, Jean Genet, Robert Anton Wilson etc. ist dafür ja gerade der auf Papier manifestierte Beweis5, zumindest der Beweis dafür, dass Nichtkönnen immer Nichtkunst zur Folge hat – es verhält sich mit den Nichtskönnern ähnlich wie mit modernen Politikern: das Volk wird gar nicht mehr verarscht, sondern man gibt die Schweinerei einfach zu, ist sogar stolz auf Unfähigkeit und Dummheit UND IST GERADE DESHALB BELIEBT); keine Ahnung, was die Nichtskönner immer zur Kunst treibt und sie sich auch noch erdreisten lässt, ihr Vorschriften zu machen; wahrscheinlich ist es der prinzipielle Gestus des Kritischen, der humanoiden Spürhund-Idiotie, der ästhetische Trotzkismus also, wie man ihn schon von Adorniten, 68ern, Frauenbewegung usw. kennt, vermengt mit der letztlich nur somatischen, vorbewussten Aufnahme des bloßen auratischen Abglanzes des „sinnlichen Scheinens der Idee“, als welche Hegel das Kunstschöne gültig definierte . (Der Anarchismus hatte ohnehin noch nie eine Ästhetik – man erinnere sich nur an Godard, Camus, die Sex Pistols, Family Guy und vor allem deren Fans.) Langweilig, verblödend und dämlich wären sie schon zur Genüge, wenn sie nur monomanisch ihren Mist durchzögen, aber dass diese Kunst-Lumpensammler auch noch allen anderen ihre „Theorie“ aufdrücken, das muss nun wirklich nicht auch noch sein; der Provinzkrämer mag bemitleidenswert, armselig und für seine Verhältnisse sogar erfolgreich sein, aber wenn er dem Großkonzern Nachhilfe im Handelswesen geben will, wird es doch langsam grotesk.

Der Cut-upper (und was ist das ordinäre Weblog anderes als ein erbärmlich langes Cut-up), der Bilder-, Texte- und Aufrufe-Weiterverbreiter – und natürlich erst recht der jenen Stuß wiederum verbreitende Journalismus – sieht die Welt der Kunst nur als einen unzusammenhängenden Brei, als etwas Begriffsloses, weil er keinen Begriff von ihr bilden kann oder will, und hat deshalb auch keinerlei Schwierigkeit damit, munter durch die Gegend zu cut-uppen, zitieren, faseln, bloggen. Bei ihm liegt der traditionsreiche romantische Irrtum vor, den eigenen, durch grundlegende Armseligkeit hervorgerufenen Entäußerungsdrang mit dem Informationsbedürfnis der restlichen Welt zu verwechseln (denn erst im Kommunismus werden logischerweise beide endgültig in eins gehen UND BIS DAHIN HAT MAN ENTWEDER DIE FRESSE ZU HALTEN (Hirnlose) oder zu ARBEITEN (Einsichtige)). Man hat es hier in der Regel zu tun mit Design- oder Kulturwissenschaftsstudenten, die sich „in ihrer Freizeit“ auch noch für „Marxismus“ und „Kapitalismuskritik“ interessieren, weshalb sie mit ihrer Scheiße andauernd die anderen armen Schweine im linken Zentrum belästigen und dazu natürlich noch ein Blog betreiben, damit alle Welt auch sofort weiß, wenn sie wieder ein neues Heinrich-, Adorno- oder Butler-Kapitel fertig gelesen haben, so wie sich der Großkapitalist nebenbei auch noch für „Kunst“ interessiert oder womöglich selber Hobby-Maler ist, weil er ein paar Gemälde im Büro hängen hat und zweimal im Jahr ins Museum geht. Die Klassik nannte das noch Dilletantismus, heute, in der total und global fleischgewordenen deutschen Romantik, gehört es „in der Szene“ zum guten Ton.

In ihren Texten beziehen sie sich formal auf den Kommunismus, bezeichnen sich bisweilen sogar als dessen Anhänger; was die eigene Stellung im Produktionsprozess und die Haltung zu geistiger Produktivität, die Ergebnisse der eigenen Bemühungen anbelangt, praktizieren sie jedoch das genaue Gegenteil: Bürgerliche, antikommunistische (oder dem Kommunismus zumindest nichts nützende) Überzeugungs-, Aufklärungs- und Agitations-Aktivität, also die in Text gefasste Nicht-Arbeit, die begriffslose Nachlese oder die kontrollierende Kritiker-Haltung (der Kritiker ist ja nahezu das Paradebeispiel des unproduktiv-reaktionären Arschlochtums, letztlich ist er das zombieeske Gegenstück zum Autor), also alles explizit nichtproduzierendes, den Status Quo lediglich reproduzierendes Tun, das Werkeln am bloßen Gegebenen. Ihr REALER Klassenstandpunkt ist also ein falscher, nichtproletarischer, bürgerlicher; einer der dem vorgeblichen widerspricht, ja entgegengesetzt ist, einer, der der Kapitalreproduktion, nicht dem Sozialismus verpflichtet ist. Ein Texter, Nicht-Autor kann also kein Kommunist sein; er mag für den Kommunismus Propaganda treiben (die Parolenhaftigkeit von Propaganda-Flugblättern war schon immer der ärgste Feind des selbständigen Gedankens und des Fortschritts), so wie ein Werbeagentur-Angestellter für ein Fernsehgerät Reklame macht – den Fernseher aber hat er selber weder hergestellt, noch konzipiert. Der bloße Material-Sammler, -Verwurster und -Publizierende ist der Blinddarm des Produktionsprozesses und entwicklungsgeschichtlich ungefähr auf dem Stand einer Biene; er übernimmt zudem auch noch freiwillig die schändliche Drecksarbeit des dümmsten Standes der Gesellschaft, nämlich des Journalisten, dessen Job ja schon von je her die bloße ohnmächtige, chaotische, entkontextualisierende Ansammelei und Verbreitung von rein Zufälligem war. Die Tätigkeit des klassischen Autors hingegen war schon immer das Gegenteil, nämlich die bewusste, Ordnung stiftende, Sinn erzeugende Komposition, die Vermählung des bloßen Materials mit dem darüber erhabenen Gedanken. Klassische Autoren wie Goethe und Heine haben also auch im Sinne des Kommunismus Großes und zum Fortschritt der Menschheit Nützliches geleistet – vor allem weit mehr, als all die vergessenen namenlosen sozialrevolutionären Agitatoren, Gutmeiner und „Aufklärer“, die zur selben Zeit nichts anderes taten als mit ihrem wiedergekäuten Mumpitz vollgeschmierte Flyer zu verteilen und kritische Diskussionsgruppen zu leiten.

2.

Das prinzipielle Elend der modernen Form des Autorendaseins ist ja, neben all den hyperlinkübersäten Dreckstexten von bewusstlosen Arschlöchern, die man im Netz überall so lesen muss, vor allem die Tatsache, dass der Autor (der produzierende, also klassische natürlich, nicht der seine Konsum-Erfahrungen schildernde – oder, wenn er beispielsweise ein Bahamas-Schreiber ist, aus seinem Zettelkasten Adorno-Paragraphen leicht umformulierende oder direkt abschreibende, postmoderne, tote), um wenigstens von ein paar armen Irren gelesen zu werden, andauernd auch mit deren hirnloser Scheiße konfrontiert wird: das Blogroll-, Referer-. und Follower-Unwesen, die Kommentarfunktion, die oft nicht vermeidbare Bezugnahme auf die einen anpissenden Canaillen etc.: Ignoriert man die Deppen, wird man wiederum von den Deppen ignoriert, und somit – da die Deppen aufgrund ihres Mangels an wirklichen Fähigkeiten ja innerhalb der kapitalistischen Arbeitsteilung für die Verbreitung, Multiplikation und Popularisierung von Material zuständig sind, das sie selber nicht begriffen haben – auch vom Rest der Öffentlichkeit. Der im Aussterben begriffene traditionelle Autor weiß schon, warum er sich mit dem Pack, das sich „Leser“ oder „Fans“ schimpft, nicht abgibt; Verlag, Lektor, Agent, Redakteur waren nicht nur wunderbare Zensurinstanzen, die die Veröffentlichung von wirklich guten Werken meist zuverlässig vereitelt und das heutzutage alles durchseuchende orientierungslose Bloggerschwätz verhindert haben, indem sie wiederum das Schriftstellergeschwafel direkt auf von niemandem gelesene Buchseiten drucken ließen, sondern vor allem prima Bollwerke gegen das Scheißgesindel selbsternannter Anhänger, die bislang jedem auch noch so selbstsicheren Autor die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben. (Anmerkung für die Hirnlosen: Ich hoffe, der Satz war unverständlich, menschenverachtend, lang und inhaltslos genug. Ansonsten bitte wie gehabt ins Meckerformular unten reinblöken, danke.) Vor einem Autor unter Verlags- und Apparats-Schutz hatte man wenigstens einen Rest von Achtung (man belästigte ihn höchstens auf Lesungen), der Internet-Autor kann sich vor bescheuertem Fan- oder Kritiker- (strukturell eh dasselbe) Gejaule kaum noch retten; selbst Verlage sind ja heute nur noch schlecht gemachte Kollektivblogs mit gedrucktem Ausschiss.6

Ein Künstler (erst recht ein Autor) aber, der mit dem Publikum spricht, ist keiner mehr, weil er sich mit seiner Bereitschaft, dem bösartigen Gesindel entgegenzukommen, selber schon zum Diskussionszombie, zum netten Typen von nebenan, zu „einem von ihnen“ macht (die Diskussionsbereitschaft der commünistischen Communications-Canaillen zum Beispiel ist in den allermeisten Fällen ohnehin nur die Weigerung, seinen eigenen Verstand zu benutzen – wo ein solcher aber nicht existiert, sind natürlich auch Diskussionen unnötig). Und einer, der nicht selber produziert, sondern nur sammelt und schnippselt, ist ohnehin irrrelevant, weil nur derjenige auch wirklich sammeln und konsumieren kann, der das Gesammelte und Konsumierte auch in der Lage ist PRODUKTIV zu verarbeiten, also in ein neues zu verwandeln. Goethe, die Inkarnation des klassischen Autors (der bisweilen Jahre, sogar Jahrzehnte an einem Werk schrieb, sich also Zeit ließ, statt jeden ephemeren, unzusammenhängenden Gedanken sofort auf irgendeine Weise ins stumpfsinnige Nichts der Öffentlichkeit zu verramschen und seine Aufgabe auch nicht bloß darin sah, auf volkstümliche Weise ohnehin schon bekannte Banalitäten in Kunsthandwerk zu übersetzen, sondern sich nunmal auch der (Natur-)Wissenschaft, Ästhetik, Philosophie konzentriert und engagiert widmete) dazu an Frédéric Jacob Soret, 1832:

„Was bin ich selbst? Und was habe ich getan? Ich habe all das gesammelt, nutzbar gemacht, was ich genommen, beobachtet habe. Meine Werke sind genährt durch Tausende von verschiedenen Einzelwesen, von Dummköpfen und von Weisen, von geistreichen Menschen und von Narren. Die Kindheit, die Reifezeit und das Alter, sie alle haben mir ihre Gedanken, ihre Fähigkeiten, ihre Seinsweise angeboten, ich habe oft die Ernte eingebracht, für die andere gesät hatten. Mein Werk ist das eines Kollektivwesens, und es trägt den Namen Goethe.“7

3.

Wenn ich diese Blogtickermeldungen des hirngefickten Plauderpacks schon lese: „Ich werde in der nächsten Zeit wieder vermehrt bloggen“ (große Ankündigung auf vierzehn Blogs, bei Facebook und über Twitter, BREAKING NEWS!) und dergleichen mehr; ja worauf hat die Welt mehr gewartet, als dass irgendein namenloser unbeachteter Spinner von der humanistisch-undogmatisch-kritisch-anarchistischen offenen automomen selbstverwalteten autarken genderqueeren selbstorganisierten veganen kollektiv arbeitenden und lebenden toleranten kämpferischen pazifistischen kriegskritischen antikapitalistischen solidarischen Gruppe für Ameisenstaatskritik aus Göttingen nun endlich wieder vermehrt gecopypastete Aufrufe für komplett nutz- und wirkungslose linkscommünistische Piss- und Pöbeldemos und sonstiges Pop-Konzert-Diskussions- und Agitationsgewichse (in diesem Falle wirklich Gewichse: der Agitator ist ja vom Wesen her Masturbierender, er lässt prinzipiell keinen Verkehr mit anderen zu, höchstens mit den zu erziehenden Gummipuppen aka. „Massen“) in seinen vor Legasthenie und Irrelevanz nur so strotzenden Scheißblog über sein nichtiges Drecksleben rotzt. Man dachte ja als Mitglied des gebildeten Standes realitätszugewandter hegelianischer Stalinisten zunächst wirklich, dass mit den durch das selige, würdige und weise Ministerium für Staatssicherheit8 der Deutschen Demokratischen Republik vernünftigerweise eingefädelten Bekämpfung und Liquidierung der RAF-Bande und dem sonstigen antiautoritär-bundesrepublikanischen Trotzkistengeschmeiß zumindest die schlimmsten links-antikommunistischen Hornochsen vom Erdboden verschwunden seien, aber Pustekuchen!, kaum gibt es das Internet, fängt die Scheiße wieder von vorne an, und vor allem so schlimm wie nie zuvor.

Der Autor produzierte Kunst, Wahrheit, Wissenschaft; der Blogger produziert im besten Fall Meinungen, also Stuss.
Mehr Sehnsucht nach Mielke war selten.

(Fortsetzung folgt.)

Nachbemerkung: Immer, wenn man etwas verteidigt, sei es das militärische Vorgehen Israels, die Politik der SED, Kunst, Autorität, oder, wie hier, den Autor, kommen ja alle möglichen Kommunikations-Canaillen rechter oder linker Dachschadenkategorie aus ihren Löchern herausgetorkelt, um mal wieder AUS PRINZIP dagegen zu sein und um zu skandieren, wie menschenverachtend, doof, reaktionär o.ä. eine solche Verteidigung doch sei. Die Kommentarspalte ist offen, aber die Ordnungs-, Setzungs- und Bestimmungs-Feinde haben die Fresse zu halten. Eure „Argumente“ sind bekannt, sie interessieren den Weltgeist einen Kehricht, weil sie vollkommen irrelevant sind; ihnen wird hier kein Forum geboten, damit das klar ist.

  1. Die Theorie des „Tods des Autors“ ist auch nur eine primitive Form der schon seit Ewigkeiten bestehenden Erkenntnis, dass ein Text durchaus auch andere Interpretationen zulässt, als die vom Autor intendierte – Hegel nannte sowas schlicht Objektivität. [zurück]
  2. Stefan Ripplinger, Return to Sender. Uwe Nettelbecks Zitatmontagen, in: Kultur & Gespenster Nr.7, Herbst 2008, S. 74) [zurück]
  3. ebd. [zurück]
  4. Es ist ja eine lange Tradition der Kunst-Unverständigen, sich für die Abschaffung der Kunst qua „Kunstfreiheit“ einzusetzen. Im Milieu der Gegenwartsliteratur haben sie es ja auch fast geschafft, Gratulation! [zurück]
  5. Abgesehen von der Form (erst „offene Form“, dann geschlossene Anstalt, kennt man ja) ist deren Quatsch auch THEMATISCH ein einziger Dreck: „Entfremdung“, Antiamerikanismus, Pazifistenhetze, Drogensumpf, Hippiekauderwelsch, TV-Spielshows – langweiliger und dümmer geht es nicht. Rauschgift, Romantik, Diskontinuität, Trübsal, Fragment, Fabellosigkeit und Hirnriss: das sind die Ideale des postmodernen Texters, Bloggers, Cut-Up-Punks (statt Bewusstheit, Klarheit, Klassik, Können, Konzentration, Reichtum, Zusammenhang und Sinn, wie noch beim klassischen Autor). Der postmoderne Texteverwurster ist wie der commünistische Kritiker (weswegen beide meist ja auch in Personalunion auftreten): Er ist mal hier dagegen und mal dort unzufrieden, mal hier verzweifelt und mal dort empört – einen Standpunkt, gar einen Plan hat er nicht. [zurück]
  6. Jetzt ist auch noch der Suhrkamp-Verlag aus seinem Frankfurter Elfenbeinturm nach Berlin „umgezogen“, wo auch diese letzte Bastion des verlegerischen Klassenkampfs (von unten wie von oben gleichzeitig, Pluralismus eben – der Suhrkamp-Verlag hat ja nun wirklich JEDEN veröffentlicht) in den nächsten Jahren wohl kontinuierlich von den dort ansässigen Web-2.0-Canaillen, Loboianern und sonstigen Aphoristikern des allgemeinen Elends unterwandert werden wird. [zurück]
  7. Wolfgang Herwig (Hg.), Goethes Gespräche. Eine Sammlung zeitgenössischer Berichte aus seinem Umgang, auf Grund der Ausgabe u. des Nachlasses v. Flodoard Freiherrn von Biedermann, 5 Bde., Bd. 1-3.2: Zürich u. Stuttgart, Bd. 4 u. 5: Zürich u. München 1965-1987; hier Bd. 3.2, S. 839, Nr. 6954. Zitiert nach: http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/goethe/birus_wiederbegegnung.pdf, Seite 6, Fußnote 5. [zurück]
  8. Nur, dass es bei Biermann nicht kurzen Prozess gemacht hat, und zwar schon viel viel früher, ist unverzeihlich – ansonsten beste sozialistische Arbeit, kaum ein Mord mehr als notwendig. [zurück]
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Ein weiteres Mal: Linker Antikommunismus und Geschichtsfälschung

„Leckt mich doch alle mal am Arsch!“

(Walter Benjamin)

„Dass die gegenwärtige Welt der monopolkapitalistischen Krise, die in erster Linie durch die stalinistische Barbarei der Ostblockstaaten hervorgerufen wird, nicht alternativlos ist, sondern sich nur mittels härtester Gewalt und durchdringenster Ideologie ins Recht zu setzen weiß, und dass sie dies vor allem immer wieder auf unsere Kosten, also auf Kosten der Substanz des wahrhaft Menschlichen tut, das alles bestätigt uns immer wieder in unserem unerschütterlichen Glauben an die Grüne Partei.“

(Roy Black, „Ganz in grün – Prolegomena zu einer wertkritischen Theorie stalinistischer Herrschaftsverhältnisse im Spiegel meiner eigenen Hirngrütze“, Eigenverlag, Braunau 1982.)

Ein sehr symptomatisches Beispiel für linken Antikommunismus findet sich mal wieder – diesmal anlässlich einer Veranstaltungsankündigung zur ausgerechnet von der grün-bürgerrechtlichen Heinrich-Böll-Stiftung initiierten Anti-DDR-Ausstellung im Rahmen der bundesdeutsch-nationalistischen Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der 1989er Konterrevolution inklusive mehrtätiger Vortrags- und Film-Volksverhetzungsmüllhalde – in der rechtstrotzkistischen Pissjauchepfütze namens „ambivalenz.blogsport.de“, wo der idiotische Name schon seit Anbeginn Programm ist. (mehr…)

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PLACEBO: Heute Battle, morgen Weltherrschaft

Das Wichtigste wird wirklich – Ein Blogeintrag voller Verherrlichungen, Personenkult und argumentlosen Riesensätzen anlässlich des neuen Placebo-Albums

‚Seid Ihr eine britische Band?‘

Brian: ‚Ich weiss nicht, was wir sind. Ich sage immer, wir sind eine europäische Band. Aber wen interessiert das? Ich habe die Idee, Musik irgendeine Art von Nationalität anzuheften, nie gemocht. Es ist nur Musik. Ich finde es komisch, wenn beispielsweise bei Mogwai die schottische Fahne über der Bühne weht. […] Es gibt nur gute und schlechte Bands. Wir sind eine gute.‘ (unclesally*s Nr. 147, Juni 2009)

„Wir haben das Ziel, die größte Band der Welt zu werden. Über uns sind nur noch U2 und die Stones, aber die kriegen wir auch noch.“ (Brian Molko in: Visions Nr. 195, Juni 2009)

Placebo sind ein Glücksfall für die Menschheit. Diese drei Götter, die in Form von Menschenwesen wie unsereins die Höflichkeit und Großzügigkeit besitzen, uns mit ihrer allumfassenden Herrlichkeit regelmäßig auf Platte und vor allem live zu beglücken, haben wahrhaftig nicht mehr alle Tassen im Schrank, reden in Interviews prinzipiell nur größenwahnsinnig bis pubertär-sexualisierten Irrsinn, machen seit inzwischen fast 15 Jahren sowohl privat als auch öffentlich alles richtig, was wichtig, und alles falsch, was unwichtig ist, und saufen, rocken, ficken und drogen sich ansonsten die Seele aus ihren schönen Leibern, dass es nur so kracht. Ich verneige mich im Namen des Weltkommunismus hiermit offiziell vor ihnen und ihrem Gesamtwerk.

Und wo war nun der Lyzi solange gewesen?
Tja, Leute, der Lyzi hatte keinen Bock, dem hirnlosen Sponti-Abschaum, der sich so für allen möglichen Internet-Quatsch interessiert, weiterhin Begriffe ins Gehirn zu prügeln, die ohnehin keiner reingeprügelt bekommen möchte, denn der Lyzi hat sich lieber gefreut, und das nicht zu knapp.

Es stand nämlich an: Das am eigenen-Leibe-Erleben der Sensation eines neuen Placebo-Songs; dieses Unverbrauchte, einschneidend Neue, wenn man ihn erst ein paar mal gehört hat, sich noch in ihm, also der eigenen Welt, die er einem eröffnet, zurechtfinden muss; der Genuss dabei, den Text mit jedem weiteren Male Hören langsam auswendig zu können, sich dann nach und nach an den von ihm ausgehenden, unwiderstehlichen Sog zu gewöhnen, in ihm zu wohnen, ihn zu einem Teil von sich zu machen. Dann, nach hundertfachem Hören, das Warten auf die nächste neue Veröffentlichung; die ständige Anspannung des Fans, welche sich dann in orgastisches Wohlgefallen auflöst, wenn es endlich so weit ist und der neue Track – meinetwegen auch ein mit Handy in Kofferradioqualität von japanischen TV-Shows mitgeschnittener Song, auf Youtube hochgeladen, wie diesmal bei „Ashtray Heart“– schließlich läuft, man endlich in ihm baden kann. Die noch um ein vielfaches gesteigerte Freude, wenn sogar eine Menge an Songs, ja ein ganzes neues Album da ist und erschöpfend erkundet und ausgekostet werden will. So war es vor kurzem wieder bei „Battle For The Sun“ und „For What It’s Worth“, den beiden vorab veröffentlichten Songs, die am Anfang, wie immer, befremdlich daherkamen (immer wieder die bangen Fragen, die nach dem Erklingen der ersten Töne im Raume stehen: Sind Placebo endgültig verrückt geworden? Was machen sie jetzt wieder? Kann Molko noch singen? Oh ja, er kann, und wie!), weil sie sich anschickten, den gewohnten Placebo-Rahmen noch um einige weitere Dimensionen zu bereichern, sich aber inzwischen fest als Teil ihres Gesamtwerks eingepasst und damit auch als Teil der darbenden Fanseele etabliert haben. (Der Neid, den man als langjähriger Fan Leuten entgegenbringt, die den irren, genussreichen Moment noch vor sich haben, das erste mal „Nancy Boy“ oder „Scared of Girls“ hören zu dürfen, ist nicht zu beschreiben; was da nämlich auf sie wartet wird ihre Existenz, deren Vergänglichkeit und überhaupt die gesamte Welt in neuem Licht erscheinen lassen.)

Ein neues Placebo-Album ist also da. So müssen sich die Bolschewiki 1917 gefühlt haben: endlich, das Wichtigste wird wirklich.

Brian Molko, dieser kluge, weise, würdevoll durch die Welt wandelnde Wahnsinnige „singt“ nicht, er meißelt seine Worte mit magischer Inbrunst ans Firmament des Weltgeists. Die Stücke von Placebo sind nicht einfach nur „Songs“ oder „Lieder“, sondern akustische Gottesorgasmen, die mit kristallklarer, jedem einleuchtender Präzision das innerste Gerüst der Schöpfung hörbar machen (und man glaubt ja leider gar nicht, wie wichtig es ist, dass, in einem Land zumal, in welchem 80 Prozent der Germanistikstudenten Legastheniker sind, die Kommunistische Partei verboten ist und Guido Westerwelle frei rumlaufen darf, einmal etwas für jeden -naja, fast jeden: die Single „For What It’s Worth“ ist in die offiziellen dt. Charts auf Platz 32, das Album auf Platz eins eingestiegen – einleuchtend ist, wenn schon eh niemand etwas versteht, geschweige denn begreift, am wenigsten Kunst) . Diese Band kann man nicht nur hören und lieben, in dieser Band kann man LEBEN; Placebo sind eigentlich keine Band, sondern Institution, Religion, eigenes Genre, ein Paralleluniversum für sich, wie die Millionen Fans, Placebo-Parties, -Internetforen, -Devotionalien etc. beweisen. Fan zu sein bedarf es dabei wenig; man fragt keinen Placebofan, ob er denn auch ein richtig „großer“ Fan sei, das versteht sich von selbst, denn es ist die objektive Größe, Güte, Komplexität, Weisheit und Herrlichkeit dieser Gruppe, die bestimmt, dass man großer Fan ist, nicht der subjektive Wille zum Fansein. Wer Placebofan ist, ist Riesenfan – es wird ihm schwer gemacht, kein solcher zu sein. Ihre Konzerte sind keine „Shows“, sondern Gottesdienste, die einen sprachlos, allumfassend befriedigt und glücklich zurücklassen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung von dem zu haben, was dort gerade mit einem geschehen ist. (Placebo sind für die Popmusik in etwa das, was LYZI‘S WELT für die Blogosphäre ist: Rettung und Erlösung aus dem Stumpfsinn der langweiligen, verblödeten, geist- und kunstlosen Durchschnittlichkeit.)

Das neue Album mit dem – zumindest für Leute, die mit den Biografien der Bandmitglieder und der Bandgeschichte vertraut sind – so treffenden wie wunderschönen Titel „Battle For The Sun“ ist mal wieder sowas von arschgut geworden, dass eigentlich jede Besprechung ein Hohn und eine Beschmutzung der darauf befindlichen Musik darstellt, weil eine solche sich doch nicht annährend mit dem dort dargebotenen messen lassen, geschweige denn auch nur die Anmutung einer Rezeptionserfahrung vermitteln kann. Die CD knallt dem standesgemäß bisexuell-langhaarig-drogensüchtig-kommunistisch-jüdischen Hörer gleich mit dem Six-by-Seven-esken ersten Track „Kitty Litter“, einem der fünf besten Placebo-Songs überhaupt (und das soll – bei insgesamt über hundert – etwas heissen), alles an Gutem & Bösem aus der Birne, wie es zuletzt höchstens „The Bitter End“, „Brick Shithouse“ oder eine der neueren Live-Versionen von „Every You, Every Me“ vermochten. Da Genies aber bekanntlich nicht nur strebsam dem Wahren verpflichtet, sondern auch immens großzügig sind und selbst dann noch mit Leichtigkeit einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln, wenn der normalverblödete Indiepunk-Straßenmusikant à la Rocko Schamoni schon wieder im veganen JUZE rumnörgelt, ist dies noch nicht mal der beste Song des Albums, das eigentlich mal wieder nur aus akustischen Skizzen zum Studium universalistischer Genialität besteht statt aus bloßer Popmusik. Was nämlich „Devil In The Details“, der beste Geniestreich mindestens seit „Song To Say Goodbye“, wenn nicht aller Zeiten, überhaupt darstellt, wird das Politbüro vielleicht in ein paar hundert Jahren einmal herausgefunden und verkündet haben, heute jedoch kleben wir verloren in unseren Kammern darbenden stalinistischen Arschlöcher schlicht an den hübschen, ewig gothic-mädchenhaft sich kämpfend für uns aufopfernden Lippen Brian Molkos und beten, dass er niemals damit aufhöre. Das Titelstück „Battle For The Sun“ ist ein ordentlich daher rumpelnder Hit mit Queens-of-the-Stoneage-Intro, das sich aber nicht mit deren Wüstensäuferrock-Ästhetik begnügt, sondern ab der Mitte mit Streichern, Pathos und allem drum & dran was man von der besten Band der Welt halt so gewohnt ist, daherkommt. (Live natürlich nochmal um einiges besser, wie ich mich vor kurzem persönlich in einem mit ca. 800 bewegungslos vor sich hin kreischenden, zitternden und heulenden Teenie-Zombies aller 17 Geschlechter vollgequetschen Club habe überzeugen können; Gewinnspielkonzerte und Fanshowcases, was seid ihr doch für Höllenpaten des Luzifers, wo es doch so wunderbare Riesen-Arenen gibt, welche prinzipiell frei von jener Sorte Underground-Vollidioten sind, die in ihrer nicht tot zu kriegenden Bewusstlosigkeit jedes Konzert, das mehr als 12 Besucher hat, schonmal grundsätzlich als kommerziell-faschistische Zusammenrottung diffamieren.) „Ashtray Heart“ kommt mit spanisch singendem Backgroundchor sehr schick und unprätentiös daher und ist somit eine Hommage an die befreundete Band Ash, den Pionieren des Gute-Laune-Beachpop-Wave. „Speak In Tongues“ ist vor allem wegen seiner stalinistischen Lyrics „We can built a new tommorow – today“ wunderbar, „Julian“ hört sich, so wie die Elektrobeats am Anfang gluckern, an, als wäre es auf einer Unterwasser-Loveparade aufgenommen und steigert sich dann hinein in eine gar nicht mal so Placebo-typische, aber trotzdem geniale, sich ganz zum Schluss an der Melodie von Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ entlang hangelnde Hymne und „Breathe Underwater“ ist so voll mit jener innig geliebten, nur von Placebo herstellbaren Ewige-Jugend-Sommerabend-am-Lagerfeuer-Rumknutschen-Euphorie, dass es wohl imstande ist, sogar Tote, wenn nicht gar Morrissey-Fans wieder zum Leben zu erwecken.

Überhaupt rumpelt, kracht, trommelt, knallt, scheppert, trompetet, geigt, piept, fiepst, blitzt und backgroundsingt es auf diesem Album an allen Ecken, Enden und Anfängen. „Kings of Medicine“, ein Rihanna-inspirierter Überraschungsei-Knallfrosch von einem Song, krönt und beendet das reguläre Album goldrichtig.

Was soll man weiter die Musik beschreiben. Gehörlosen bringt es eh nichts und der Rest kanns ja selber hören – Beschreiben ist prinzipiell was für die positivistischen Hirnlosen und Bestimmungsfeinde, denen verbindliche Resultate zu brutal sind und deswegen lieber der Meinungsvielfalt und ähnlicher Demokratenscheisse das Wort reden. Die drei Bonus-Tracks („In A Funk“, „Unisex“ und „The Movie On Your Eyelids“) jedoch, die sich auf das Limited-Edition-Boxset und die japanische Albumversion verteilen, sind mir noch eine Bemerkung wert, da sie a) von allen angeblich sachverständigen Hosenscheissern und Flachwichsern der Musikjournalisten- und Bloggerszene in ihrer Hatz nach dem schnellsten und schlechtesten Album-Review sträflich missachtet wurden (überhaupt ist davon auszugehen, dass die meisten von ihnen die Platte wohl noch nichtmal ein einziges mal komplett gehört haben) und b) alle drei ganz große klasse sind (vor allem „In A Funk“ ist mal wieder die Auferstehung des Allmächtigen) und den doch immer recht pejorativ wirkenden Zusatz „Bonus“ nicht verdient haben. Bei Placebo gibt es keinen Bonus, nur Luxus im Überfluss. Kein Song von ihnen ist wirklich schlecht, selbst die lustlos hingerotzten und fies produzierten schwachen Stücke vom fürs Oeuvre trotzdem wichtigen, wenn auch nicht essenziellen dritten Album „Black Market Music“ sind noch immer zig Mal besser als alles andere, was derzeit so an Elektro- oder Emodreck in den CD-Playern dieser Welt vor sich her rotiert, sogar die hinterletzten instrumentalen Elektro-Noise-B-Seiten sind schlicht Notwendigkeit im Gesamtwerk (und die neun Live-Tracks aus Kambodscha auf der Limited-Deluxe-Edition-DVD sind in ihren radikal überarbeiteten Arrangements eigentlich auch schon wieder komplett neue Songs).

Mitleid sollte man mit jenem Schlag Fans haben, die sich mal wieder erdreisten, irgendeinen Dreck von „Ausverkauf“, „Kommerz“, „Poppigkeit“, „Abkommen vom wahren Weg“ oder ähnlichen Schoten der gemütlich-verblödeten Gebetshäkeldeckchenkacke vor sich herzusülzen. Placebo sind, bleiben und waren klassischer Pop, ästhetisch wohlgeformter Mainstream, kein „Indie“, „Alternative“, „Subkultur“, „Glam-Rock“ oder ähnlicher Schmonzes zum Zwecke der Verarschung und Verseuchung der Vernunft und Sittlichkeit. Jeder behirnte Mensch kann nämlich froh sein, dass Placebo keinen Independent-Lo-Fi-Loser-Pop machen, jene Karikatur von Avantgarde, welche von Deppen für Deppen gemacht wird, denen Hippiejazz zu uncool ist und welche sich in ihrer erbärmlichen Banalität eben Vinylsammeln oder Bloggen über Egotronic als Distinktionspraxis erkoren haben, um sich von Minderbemittelten ihres gleichen zumindest äusserlich absetzen zu können (dass, by the way, „Unabhängigkeit“, also soziale Verwahrlosung, künstlerische Isolation, Antipop-Weltentsagung und gesellschaftliche Bezugslosigkeit, die Haupt-Tugenden des Underground, in diesen Kreisen immer noch als erstrebenswert erachtet werden, zeigt schlicht deren prinzipielle reaktionäre Ekelhaftigkeit.)

Ebenfalls sehr schlimm an der ständig gleichförmig verblödeten Fan- bzw. Kritiker-Rezeption ist wie immer das ebenso reaktionäre Raunen über angebliche Epigonen, dem man nur entgegenhalten kann, dass es gar nicht genug Placebo-Kopisten geben kann: Lieber schlecht Placebo kopieren, als eigenständig oder „experimentell“ nur Scheisse spielen. Bands allerdings wie Blackmail, KEN, Sneaker Pimps, The Veils, Starsailor, Tegan & Sara, Kent oder die unsäglichen Canaillen von den Beatsteaks werden dieser Ehre – trotz vereinzelt gut geklauter Stücke – nicht gerecht; einzig die leider inzwischen aufgelösten grandiosen The Cooper Temple Clause und vielleicht noch Interpol und Belasco konnten einige Momente des Placebo‘ schen Genies in ihr Werk integrieren, ohne dabei zur peinlichen Cover-Jahrmarktskappelle à la JJ72 herunterzukommen. Es scheint, dass Placebo ein schwarzes Loch der künstlerischen Rat- und Mutlosigkeit hinter sich herziehen – was sich bestätigt, wenn man sich mal den Horror der Placebo-Coverversionen auf Youtube angetan hat. Man kann von dieser selbstbewussten Souveränität, dieser allumfassenden Perfektion wohl tatsächlich nur geblendet sein, nie inspiriert, denn Inspiration setzt immer Unfertigkeit der Inspirationsquelle und Unzufriedenheit mit dem Vorgefundenen voraus; bei Placebo kommt sowas nicht vor, kein ernstzunehmender Künstler nimmt sie sich als Vorbild, da Scheitern vorprogrammiert wäre.

Meisterlich hingegen lassen Placebo ihre Vorbilder in ihr Werk einfließen: Siouxsie & The Banshees, Wire, Stereolab, Mogwai, Idlewild, Queens of the Stone Age, Roxy Music, Rainbirds („Song To Say Goodbye“ ist, wie bisher scheinbar noch keine Sau bemerkt hat, eine leicht umgewandelte und mit anderem Text versehene Version von deren 80er-Jahre-Knüller „Blueprint“), dEUS, Pixies, At The Drive-In, PJ Harvey etc. (die Helden aller nekrophilen Friedhofs-Katzenleichenschänderkinder, die bedauerlichen Joy Division, ignorieren wir hier mal unauffällig). Trotzdem sind Placebo keine bloße Bibliothek des geschehenen Wave-Rock, sondern halten konstant und gekonnt die Spannung zwischen Klassizismus, Erneuerung und Neuerfindung aufrecht, ohne in entweder restaurative Repetition einerseits oder experimentellen Kitsch andererseits zu verfallen – ein Fehler, der, vermutlich schlicht aus Unvermögen und nicht so sehr aus Faulheit, selbst von den besten und zurecht hochgelobten Bands (Wire, Depeche Mode, The Cure) dieser (und verwandter) Gattungen immer wieder begangen wird.

Ein solches Einhalten der Mitte nennt man traditionell Genie und es geziemt sich hier also sehr, von einem eben solchen zu sprechen. Wer, wenn nicht Placebo, ist heute genial? Wenn künftige Geschlechter von Pop reden werden, dürfen sie Placebo als zentrale Bezugsgröße nicht unerwähnt lassen oder sie machen sich vor KP & Restgesellschaft im höchsten Maße lächerlich.

„Fuck the government, fuck their killings, fuck their lies!“ (Placebo, „Soulmates“) Um sowas dem Pöbel zu verklickern, brauchen die lahmarschigen „Gegenstandpunkt“-Doktoren über hundert Seiten und ganze Seminar-Wochenendveranstaltungen. Molko, Olsdal & Forrest bringen sowas, genauso wie gelegentliche Präsidentenbeleidigungen und andere prima stalinistische Schweinereien einfach mal nebenbei in ihren Songs unter, kümmern sich in der Hauptsache aber um ihr großes, messianisches Werk der Auferstehung der klassischen Pop-Universalität.

PLACEBO – BATTLE FOR THE SUN (Dreambrother/PIAS) ist am 5. Juni 2009 als CD, CD + DVD, Vinyl, Download, sowie Limited Edition Boxset (inklusive 2 Bonustracks, Live-CD, Live in Angkor Wat / Kambodscha DVD, Making-of-the-Album-Doku-DVD, Doppel-Vinyl-LP & 2 Hardcover-Büchern) erschienen. Diesen Sommer spielen Placebo auf mehreren Dutzend Festivals in der ganzen Welt, im November/Dezember gibt es eine Arena-Tour durch Europa.

www.placeboworld.co.uk

www.placebocity.com

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Richtiges im Falschen

Jemanden zu kritisieren, heißt, ihn für zurechnungsfähig zu halten. Es gibt keine Kommunikation mit Unansprechbaren. Stellen diese sich gegen die objektive Vernunft, werden sie vernichtet.

Kritik ist die fetischisierte Angst vor der richtigen Tat.
Die richtige Tat ist möglich, auch in nicht-revolutionären Zeiten, denn das Richtige ist keine feststehende Größe, kein bloßes Ideal, sondern ergibt sich aus der dialektischen Reflexion und Bestimmung der jeweiligen historischen Situation.

Es gibt ein richtiges Handeln im Falschen.
Kritik gehört nicht dazu; sie ist Ausdruck von Unfähigkeit.

Ludwig Ypsilantis Zachariae Iossif Shdanow, Gesammelte stalinistische Weisheiten, S. 666.

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Was ist eigentlich „Krise“?

„Wer nicht macht, was er will, ist ein Idiot.“

Wie sieht so `ne Krise aus, wie macht man `ne Krise, welche Zutaten braucht man dazu, Krise – Wie geht das?

Tja, das fragen sich die commünistischen Experten* momentan auch gerade wieder reihenweise in ihrem inoffiziellen öffentlichen Schaulaufen der allgemeinen Unbildung, merken dabei natürlich nicht, dass der bourgeoise Begriff der Krise inzwischen selbst schon Teil kapitalistischer Zurichtungs-Propaganda und ihres mit irren Flugblattsätzen und Antikrisengeschwätz herum wedelnden freiwilligen Billignutten-Anhangs ist, da sie den Zustand eines spezifischen Teils des herrschenden ökonomischen Gesamtsystems (und auf nichts anderes ist das Wort Krise eh und je gerichtet gewesen: Es geht um die periodisch wiederkehrenden Schwierigkeiten der herrschenden Klasse beim Loswerden von überflüssigen Waren und dem Eintreiben von Quellen zur Kapitalakkumulation, und nichts anderes; vermehrte Kündigung von Arbeitern, Lohnkürzungen, nationalistische Zusammenschweißungskampagnen etc. sind da lediglich logische Folgen; wenn heute irgendwo von „Krise“ die Rede ist, bezieht sich das mitnichten auf die Legitimität des ökonomischen Systems selbst, dessen Existenz nur in Gefahr ist, wenn der vernunftgeleitete Stalinismus kurzen Prozess mit ihm macht, was ja derzeit leider (und erst recht nicht in jenen Kreisen) der Fall ist, aber erklär‘ das mal den verhohlbirnten Vollidioten, die sich ihre Independent-Ressentiments in des deutschen Linksspießers Bildzeitung „Jungle World“ oder der örtlichen Anstalt zielgruppengerechter Verblödung, genannt Lesegruppe, anlesen und daraufhin in ihren Blogs oder Juze-Flugis vor lauter Schreck Krisenpipi machen), den des Monopolkapitalismus nämlich, zu einem allgemein-menschlichen Problem verdinglicht, welchem man auf irgendeine Weise zu BEGEGNEN habe, und sei es durch „Kritik“, welche ja immer der Knaller schlechthin ist, wenn man nix kann, nix kapiert, nix will: „Kritik ist immer nett, gibt’s günstig an jeder Ecke und tut niemandem weh. Kritik, was bist du nur für eine engelsgleiche Erlöserin aller von Analphabetismus, Hirnfäule, Stumpfsinn und alternativer Arschkriecherei Gegeißelten; Kritik, was wäre das linksradikale eingebildete Slacker-Studententum ohne ein wirkungsloses Hobby wie dich!“ (Karen Iossif Wissarionowitsch Eliot, „Ode an die Kritik“, 17. Vers).

Hässlich und blöd also wie eh und je, aber die zum einen nicht vorhandene Freude über den Jobverlust von Millionen und zum anderen das In-eins-setzen von Kapitalbelangen und Kritik-Konjunktur lässt nicht nur an der Aufrichtigkeit angeblich marxistischer Analyse zweifeln, sondern bringt letztlich natürlich weder Erkenntnisse, noch Ratschläge über eventuell einsetzbare kommunistische Kampfformen hervor und ist somit lediglich wieder mal eine weitere Gelegenheit fürs Politdiskussionsgesindel, sich, unselbständig, einfallslos und gedankenfeindlich wie sich diese Untoten nunmal aus Prinzip gerieren, vom publizistischen Abfall, den die bürgerliche Klasse für den linkssektiererischen Mob vom Tisch fallen lässt, insofern immerhin einigermaßen zu ernähren, als dass der aktuelle kapitalistische Vulkanausbruch mal wieder eine willkommene Gelegenheit für jene uninteressanten, an der Wirklichkeit ohnehin nicht interessierten und glücklicherweise auch von niemandem wirklich ernst genommenen Blogger ist, ihre jeweiligen Wahngebilde aka. „Theorien“ inklusive diese ummantelndes Gestotter dreisterweise als Diskussion zu deklarieren und als gehetzte Sau der eigenen Aufmerksamkeitsgülle durchs multimediale Dorf namens Blogosphäre zu treiben.

Den größten vom Aussterben bedrohten Vogel abgeschossen in Sachen Inkompetenz hat dabei diesmal Blogger Schildkröte (der leider das wunderbare, im Gegensatz zu ihm gut bepanzerte Tier gleichen Namens mit in seinen Dreck ziehen will, was diesem glücklicherweise schnurzegal sein kann, mir aber nicht), der mit all seinem Charme eines Adorno-lesenden Abiturienten mal wieder zum inzwischen cirka neunhundertmillionsten Mal mit ins allgemeine beleidigte Gejammer der Unfähigen über den „kapitalistische[n] Alltag, de[n] ganz normale[n] Zwang arbeiten zu gehen, die Inbeziehungsetzung der bürgerlichen Subjekte über den Tausch die jeden Tag stattfindet“ und sonstige Wahnphantasien einstimmt, welche seiner bescheidenen Meinung nach „Kritik verdient“ (sic!).

Man sieht sich als Opfer des globalen Arbeitslagers „Welt“, das der Kapitalismus darstelle, welcher wiederum nicht auf Personen rückführbar, sondern naturwüchsig über ebensolche gekommen sei, um diese zu seinem ewigen Sklaven zu machen, welcher dann aber immerhin zumindest teilweise so mutig ist, diese ganze Scheiße einer „Kritik“ zu unterziehen (die herrschenden Vertreter der Befürwortungs- und Rechtfertigungsagenturen der globalen Barbarei dürfte nämlich in ihren vollklimatisierten Büros das schiere Zittern erfassen, wenn sie nur das Wort Kritik hören, denken sich die Schildkröten).

Staat scheiße, Kapital schlimm, Kritik super.
Das sind zwar Erkenntnisse vom ungefähren Wert einer verschimmelten Bahamas-Ausgabe von 1994, finden aber trotzdem immer wieder Anklang bei Romantikern ähnlicher Enthirnungsstufe, die sich in ihrer Gemütlichkeit des Auswendigaufsagenkönnens von kaum Begriffenem so gut zu gefallen scheinen, dass sie es schon gar nicht mehr nötig haben, irgend eine Realität auch nur zur Kenntnis zu nehmen und also ihre Kritik-Gebetsmühle einfach bis zum Eintreten des endgültigen Hirntods wacker vor sich her murmeln.

Ich weiß nicht, von wie vielen Leuten der schildkröt’sche Blog letztlich gelesen oder gar ernst genommen wird, aber sollte auch nur ein einziger junger, interessierter potentieller Kommunist zufällig auf dieser Seite landen und daraufhin für sein Leben lang mit ebensolcher Dummheit geschlagen sein, melde ich hiermit die dereinstige justizielle Inverantwortungnahme des Herrn Schildkröte schon mal im Voraus an, schließlich soll niemand denken, er sei nicht informiert worden und käme gegenüber einem zukünftigen bolschewistischen Gericht einfach so davon mit seinem reaktionären Kritikdreck.

    *Das besondere aktuelle Highlight im Umgang der Hirnkrisenopfer mit der allgemeinen Krisenhetze: Ausgerechnet der dauerbekiffte Oberhippie Daniel Kulla meint, sich in all seiner ekelhaft ankumpelnden, alle möglichen Leute, die er nicht begreift (aber dafür ganz schön cool oder radikal oder verschwörerisch oder „interessant“ oder „quellenmäßig was hergebend“ findet) in seiner Debilität umarmen meinen müssenden, hinterfotzig-idiotischen linkssolidarischen Schleimerscheisse irrigerweise gerade mit dem bekennend leninistischen Schriftsteller, Journalisten, Feuilleton-Terroristen, Arschlochliquidierer und Ulbricht-, Stalin- & DDR-verteidigenden Heavy-Metal-Hegelianer Dietmar Dath gemein machen zu müssen, dessen nahezu gesamtes bisheriges journalistisches Schaffen darin bestand, gegen solche begriffslosen cocon-commünistischen Dämonen wie Kulla („immer diese ärgerlichen Anarchisten“ – Dath) zu Felde zu ziehen und sich bei diesen Zivilisierungsversuchen sogar der von ihnen konsumierten Underground-Theoriepornoheftchen wie „Phase 2″ und semi-illustrierten Männermagazinen wie „Spex“ bediente, um ihnen wenigstens etwas Vernunft einzuprügeln, was selbstverständlich, wie leider meistens, wenn man mit den Minderen Erbarmen zeigt, keinen Erfolg zu zeitigen wusste.
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Linke Blogger und ihre stolze Arbeit am Sprachmüllberg

Zur Blogbarbarei. Teil I: Sprache

Bei Leuten, die noch alle Tassen im Schrank haben, ist es ja hinlänglich bekannt, dass das Internet, speziell das Weblog, Medien der Romantik sind: Wer bloggt, ist Idealist, Volksfreund, Demokrat, Aufklärer und Stürmer & Dränger gegen alles, was seiner bescheidenen und irrelevanten Meinung nach falsch oder Unrecht sei. Der Blogger ist das noch verblödetere, kindischere, konformistischere Update des Flugblätter- beschmierenden und -verteilenden 68er-Trottels.

Auffallend beim bauchlinken Bloggertum (also letztlich bei 99% aller linken Blogger), ist dabei konsequenterweise vor allem seine immer wieder auf dem Goldtablett präsentierte Sprachfeindlichkeit:

Wenn ein Stadionblogger namens rdps sich beispielsweise schon angesichts meines sprachlich noch recht verständlich und poppig ausgefallenen Beitrags zur „Linken Literaturmesse“ in Nürnberg zu solchem reaktionären Dreck hinreissen lässt, wie diesem hier:

„Das nenn ich mal einen wirklich langen Satz. Nicht, dass das unbedingt zum Verständnis des Inhalts, der zu vermitteln versucht wird, entscheiden beiträgt, aber immerhin kann man sich selbst und vor allem anderen damit durchaus beweisen, dass man zumindest der Interpunktion fähig ist, was ja erwiesenermaßen auch nicht unbedingt zu den leichteren Geschäften der deutschen Grammatikm gehört und ganz nebenbei schafft man es eventuell auch, dass die geneigten Leser_innen bei der Hälfte so verwirrt sind, dass sie nicht in der Lage sind inhaltliche Kritik anzubringen, woraufhin man in die Lage versetzt wird, diese gekonnt zu bepöbeln und daraus trotzdem als Gewinner hervorzugehen“(*),

dann kommt darin nicht bloß wieder einmal ein unverschämter Affront des Pöbels gegen die Sittlichkeit und Richtigkeit der von Hegel über Marx bis hin zu Wittgenstein bewiesenen Tatsache zum Vorschein, dass es kein nicht-sprachliches Bewusstsein gibt, dass Sprache nichts anderes als „praktisches Bewusstsein“ (Marx) ist und dass „die Grenzen der Sprache die Grenzen unserer Welt“ (Wittgenstein) seien, sondern dann formiert sich diese anarchistische bestimmungs- und begriffs-feindliche, also unter anderem dreist antiintellektuelle Sprachmatschverteidigungsbarbarei vor allem zu einer bei Romantikern sowohl rechter als auch linker Gestalt schon immer sehr beliebten Zelebrierung der Offenbarung jener traurig-erbärmlichen Dämlichkeiten, bei welchen sich der bewusstlose, des Sprach- und Begriffs-Verständnisses nahezu vollkommen unfähige und dieses Elend reproduzierende Mob erdreistet, sich über den elaborierten Geist zu erheben und seine eigene Unbildung den mutmaßlich meist noch verblödeteren, passiven Mitlesern dieses ganzen Affenzirkus‘ als rebellische Kritik an bösen Stalinisten unterjubelt.

Ein in seiner Widerlichkeit wie kaum etwas zweites zu verachtender Gestus: Der, der die Sprache beherrscht und sich um zivilisatorische Mindeststandards in der Sphäre des Geschriebenen bemüht, ist der Verdächtige, der zu Diffamierende, mithin: der Volksfeind.
Weil er die Sprache des zum Mob herunter regierten Dreckspacks namens Volk oder die sich davon nur leicht absetzende unbelehrbar linksidealistische Klippschulsatzrhetorik jener Marx verfälschenden Nachplapper-Arschlochsippe bloggender „Gegenstandpunkt“-Anhänger nicht zu sprechen gewillt ist, wird er nicht ernst genommen; passt er sich hingegen jener Sphäre zumindest formal an, indem er die entsprechenden Arschlöcher als die Arschlöcher, als welche sie sich objektiv und anhaltend gebären, bepöbelt, heisst es, das niveaulose neostalinistische Rumgeprolle sei gefälligst einzustellen, man habe sich am Diktat des Diskussions- und Argumentations-Sumpfs zu beteiligen, um überhaupt wenigstens ansatzweise ernst genommen zu werden.

Diese Sorte Sprachkritik ist natürlich nichts anderes als eine Formel für das ignorant-dreiste „Versteh ich nicht, will ich auch gar nicht verstehen, und darauf bin ich auch stolz!“, also düsterste reaktionäre Hippiescheisse, die einem irrsinnigerweise meistens da begegnet, wo sich angeblich intellektuelle, wissenschaftliche oder akademische Neo-Eliten zu ihrem gemütlichen Plauderründchen versammelt haben und wo ein Angriff aufs Wahrheitsdefinitionsmonopol also nicht erwünscht ist, und zudem natürlich eine Haltung, welcher sich jene annehmen, die nunmal durch unglückliche Zufälle und ohne auch nur den Hauch einer Ahnung oder gar Fachqualifikation aufweisen zu können, in „der Szene“ gelandet sind, um sich ihre mickrigen Autoritätspositionen innerhalb von subversiven Ohnmachtszusammenhängen qua Beschwörung von einfacher Sprache, also begrifflicher Unklarheit zu sichern. (Man stelle sich vor, was geschähe, wenn plötzlich durch Maßnahmen sozialistischer Vernunft diese Leute dazu gezwungen wären, keine Scheisse mehr, sondern nur noch qualifizierte, sprachlich und begrifflich gebildete Beiträge abzuliefern, weil ein gesellschaftliches Verlangen danach produziert würde: Es wäre einfach kein Publikum, kein Interesse und somit auch keine Relevanz mehr vorhanden für ihr unsittliches hirnloses Ausbreiten alternativer Ressentiments, welches sich bis dato so gern als „linke Kritik“ bezeichnen konnte, ohne dass irgendwem auffiel, um welchen Wahnsinn es sich da handelt. Man muss ja ständig im Hinterkopf behalten, dass diejenigen, die da so vor sich her „argumentieren“ und die selbsternannte Avantgarde einer zukünftigen, aufgeklärten Gesellschaftsform sein wollen, allesamt bedroht sind von einer gesamtgesellschaftlichen Anhebung des Denk- und Sprach-Niveaus.)

Das Einfordern kompakter, für jeden Deppen leicht verständlicher, einfach strukturierter und womöglich sogar Neologismen- und Fremdwörter-freien Sätze (und damit natürlich auch: Gedanken) ist letztlich nichts anderes als die schlecht mit Nettigkeitskleister ummantelte, dreiste Forderung der verblödetsten Stämme der halb-akademischen Semi-Hirnhandwerker, man möge doch bitte bloß das schreiben, was der denkfaule Heuchler ohnehin schon immer gedacht und gewusst hat. Man will auf Seiten dieser bequemen Typen, in deren Gemütlichkeit und Schluffigkeit die engagierte Barbarei nur auf ihren endgültigen Ausbruch lauert, in Wahrheit nicht mit Neuem, Ungewusstem und also logischerweise auch sprachlich distinguiert Daherkommendem belästigt werden. Die geforderte Berücksichtigung des Verlangens nach „verständlicher Sprache“ war eben schon immer nichts anderes als die verdeckte Forderung nach vor allem inhaltlichem Konformismus, also: Eingliederung in den falschen, irren, unwissenschaftlichen Arschlochkonsens begriffsloser Vollidioten. (Das vielzitierte einfache Volk hingegen ist sowohl solcher Sprache als auch ihm fremden Gedanken oft viel aufgeschlossener und fragt schlicht und einfach nach, wenn es etwas nicht versteht, erkennt also die Autorität des sich um Differenzierung und Bestimmung Bemühenden an.)

Dies werden die Berufs-Blogvolkssportler und die linken Vertreter des schreibenden Canaillentums natürlich niemals lernen, denn dafür sind nicht da. Ihr Job innerhalb des akurat eingehaltenen Plans kapitalistischer Arbeitsteilung ist die Verschrebergärtnerung der nach idealistischer Aufklärung lechzenden Bewusstseins-Barracken zum Zwecke der vollständigen Verblödung aller. Denn: Romantische (also: kaputte) Formen wie das ernsthaft betriebene Weblog bringen nahezu zwangsläufig romantischen, kaputten Inhalt hervor und umgekehrt.

Man muss sich ja ernsthaft fragen, wie diese Spinner denn gedenken, komplizierte Sachverhalte und Begrifflichkeiten anders auszudrücken als mit „komplizierter“ Sprache. Wahrscheinlich meinen sie in ihrer ewigen Unbehirntheit, man solle sie malen, erfühlen, tanzen, sticken, was weiss ich. Das Problem ist nur:
Es gibt viele Begriffe, und noch mehr Wörter. Nicht alle Wörter sind auch Begriffe, denn manche sind nur Begriffsabfall (also das, was der landläufige Blogger gern als „Diskurs“ bezeichnet) aber jeder Begriff erscheint auf der Realitätsebene des entäußerten Bewusstseinsinhalts, also der Sprache, ausschließlich in Form eines Wortes. Die sprachliche Unschärfe jedoch, mit der manch ein Wort heute einen Begriff nur noch wiederzugeben vermag, ist im Sinne einer exakteren Bestimmung der Phänomene und einer genaueren Ausrichtung wissenschaftlicher Arbeit vehement zu bekämpfen. Im Gegensatz zur Ansicht der Fremdwortfeinde und sonstiger Gegner von begrifflicher Klarheit und gedanklicher Maßstäbe, die immer wieder „barrierefreie“, d.h. ungenaue, im Vorhinein ideologisch verfälschte, unwissenschaftliche, dem Begriff nicht gerecht werdende Sprache fordern, ist es dem stalinistischen, also dem an Revolution und der Herrschaft der sozialistischen Vernunft interessierten Kommunisten umso wichtiger, die in allen möglichen Sprachen schon vorhandenen und neu gebildeten sowie noch neu zu bildenden begriffsschärfenden Sprachelemente in ihrer Exaktheit und Richtigkeit zu nutzen und in größeren gesellschaftlichen Umlauf zu bringen. Diese Begriffs- und Spracharbeit ist heute als eine der wichtigsten Tätigkeiten zur Ermöglichung einer Basis, welche den Sozialismus zu erwirken erlaubt, gar nicht hoch genug einzuordnen. Das Unwesen der vorgeblich marxistischen Blog- und Undergroundjournaillen-Barbarei ist mit seinem Elendsgejammer als einer der Hauptgegner auszumachen und entsprechend zu denunzieren und zu vernichten, denn der stetig wachsende Sprachmüllberg zieht letztlich auch den Kommunismus in den bewusstlosen Dreck – was seine wenigen intellektuellen Vertreter zu verhindern wissen müssen. Zur Arbeit des Marxisten an der Verhinderung begrifflichen Elends kommt also auch noch die der Sprachsperrmüllabfuhr.

Ein erster Schritt in Richtung sprachlichem Umweltschutz könnte also sein, endlich mal diesem elenden Demokratendiskussionsblödsinn Lebewohl zu sagen. Denn dass Leute, die zu oft mit Demokraten und deren falscher Sprache diskutieren, irgendwann selber Demokraten mit falscher Sprache und falschen Begriffen werden (wenn sie es nicht eh schon immer waren), das ist sicherlich eine der vielen Lehren, die man ziehen kann, wenn man sich die Emanzipationsscheisse diverser Schreiber und Blogger und ihre Auswirkungen mal etwas genauer vorgenommen hat.

To be continued.

    (*) Die Weisheiten des rdps:

    „Das nenn ich mal einen wirklich langen Satz. Nicht, dass das unbedingt zum Verständnis des Inhalts, der zu vermitteln versucht wird, entscheiden beiträgt…“

    Merke:
    1. Lange Sätze sind pfui und fast so böse wie Stalin, Lenin und Mao zusammen.
    2. Verständlichkeit als Fetisch: Die eigene Hirnlosigkeit, Faulheit, Reflexionsverweigerung wird als Norm gesetzt. Wer sich an diese nicht hält, ist Volksfeind.
    3. „Inhalt“ ist eine eigenständige Größe, welche bloß „vermittelt“ werden muss, natürlich mittels „Form“, die wiederum mit jenem nichts zu tun hat und nur von aussen auf diesen aufgestülpt wird. Dass eine spezifische, bewusst gewählte Form selber schon ein erheblicher Beitrag zum so genannten, immer wieder irrigerweise von dieser abgekapselten Inhalt ist – Form/Inhalt-Dichotomie reproduzierende Deppen wie rdps interessierts kein Stück.

    „…dass die geneigten Leser_innen bei der Hälfte so verwirrt sind, dass sie nicht in der Lage sind inhaltliche Kritik anzubringen“

    Merke:
    1. „Verwirrung“ ist unter allen Umständen zu vermeiden. Der deutsche alternative Schrebergartentextleser will seine Blogs einfach, klar, sich selbst und sein falsches Bewusstsein bestätigend, sonst tickt er aus und schreibt dreiste Kommentare.
    2. „Inhaltliche Kritik“: Noch lustiger als die gute alte Verständlichkeit. Ein Klassiker des Diskussions-Trotteltums seit Jahrhunderten. Jeder Text soll gefälligst so geschrieben sein, dass eine solche Kritik sofort jeder Idiot ohne weiteres anbringen kann. Am besten nur noch in Dialekt oder Umgangssprache schreiben, ohne Fremdwörter und anderen Sprachjuden, damit bald jeder Text so sagenhaft verblödet und grausam ist, wie die von rdps, Daniel Kulla, Stefan Ripplinger, Stefan Grigat, Manfred Dahlmann, Hannah Arendt, Martin Heidegger, Roger Behrens, Jörg Pilawa, Matthias Matussek, Alex Feuerherdt, Karl Held, Walter Kempowski, Rainer Kunze, Heinz-Rudolf Kunze, Egotronic, Günther Anders, Lars Quadfasel, Robert Kurz, Herbert Marcuse, Andreas Hartmann, Klaus Theweleit und den andern Figuren des sprachverwirrten deutschen Kasperletheaters es jetzt schon sind. Weil, wichtig: Letztlich sagen doch eh alle dasselbe, sprechen dieselbe Sprache, ziehen am selben Strang! Man soll mal gefälligst nicht so tun, als hätte jemand, der auf seine Sprache und Wortwahl achtet, was anderes zu sagen oder ein anderes Interesse, als jede sonstige dahergelaufene Canaille, die sich schreibend durch ihr Leben pfuscht.
    (Ich baue ein Haus, das von unten bis oben stabil und bewohnbar ist, rdps regt sich drüber auf und wirft mir vor, dass es keine zerbröckelnde, unbewohnbare Hütte ist.)

    „…woraufhin man in die Lage versetzt wird, diese gekonnt zu bepöbeln und daraus trotzdem als Gewinner hervorzugehen“

    Merke:
    1. „Gekonntes Bepöbeln“: Können ist eh immer das schlimmste für die Nichtskönner, das ist klar. Diese Könnerei ist schon echt ein Riesen-Dorn im Auge der Romantik. Unverschämt.
    2. „Gewinner“ ist natürlich auch übelst. Als Loser mag man die irgendwie so gar nicht. Die können halt einfach nicht aufhören zu gewinnen. Schlimm!

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Was gegen die Krise tun?

Selten soviel Unsinn gehört, wie zu Zeiten der aktuellen Weltwirtschaftskrise.
Stramme Blogsport-Commünisten sorgen sich auf einmal um den Fortbestand der monopolistischen Wirtschaftsordnung und der ihr angeschlossenen bourgeoisen Staatsapparatur, Maybritt Illner und andere Polit-Talkshowzombies wie Heiner Geißler wollen plötzlich den Sozialismus einführen, arme Irre wie Philipp Lenhard – seit Jahren ein Garant für schlechte Musik und noch schlechtere Texte – oder der emphatisch antikommunistische Marxologen-Oberdepp Michael Heinrich sehen ihr jämmerliches anarchistisches Heil weiterhin in komplett verblödeter Antistaats-Romantik und die herrschende Klasse ist entweder auffallend still oder deliriert sich in Tageszeitungsleitartikeln jegliche dereinst eventuell anstehende Gulag-Entlassungserlaubnis endgültig zunichte.

Ich kann diesen Stumpfsinn wirklich nicht mehr hören. Krisenanalyse hier, Krisenbewältigung da, Krise sozial-ökologisch ausdiskutieren dort, Krisenberichterstattung kritisieren in den linken Diskussionsanstalten um die Ecke, Krisenberichterstattungskritik kritisch kritisieren beim Kritikergipfel, Sorge um das Wohl der Ausbeuter allen Ortes.

Was also, als Kommunist, tun gegen die Krise?

Gar nichts. Null. Niente.
Einfach mal die Klappe halten und weiterhin die wunderbaren Stolen Babies hören, jedenfalls bloß nicht dummdreist in der Gegend rumhibbeln und „agitieren“. Die Krisen des Kapitals sind nicht die der Kommunisten, und mir geht’s als freischaffendem Arschlochvernichter wirtschaftlich weiterhin hervorragend – wie übrigens allen Leuten, die noch ein Quentchen Restvernunft im Schädel sitzen haben.

So what?
Zur Not wird’s eben mal wieder ein prima Weltkrieg tun. Den Kommunismus kümmert’s nicht, er kann dabei nur als Sieger hervorgehen.

Glaubt ihr nicht? Is so, war immer so, wird so bleiben.
Die Rote Armee wächst mit ihren Aufgaben.

PS: Ja Pathologisierungen, ja Stalin, ja Grausamkeiten.
Fresse.

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Linke Verlage in Deutschland: Ein hypermediokres Spektakel angewandten Stumpfsinns

„Menschen, die Produktionsinstrumente haben, können materielle Güter erzeugen, aber die gleichen Menschen, die wohl eine Sprache haben, aber keine Produktionsinstrumente, können keine materiellen Güter erzeugen. Es ist nicht schwer zu begreifen, dass, wenn die Sprache materielle Güter erzeugen könnte, die Schwätzer die reichsten Menschen in der Welt sein würden.“ (Josef Stalin)

Wozu braucht der Kommunismus eigentlich deutsche Linke?
Das ist eine Frage, auf die nie jemand eine Antwort wird geben können; schlicht, weil es darauf keine gibt. Es existiert nämlich nichts nutzloseres in der Welt als jenes hierzulande so überproportional ansässige, emsig revoltierende und moralisierende Korrektheitsüberwachungskollektiv, das mit seinen aktionistischen Kurzschlüssen und solidarischen Enthirnungsveranstaltungen den Globus so fortschreitend verwursthaart und welchem der Weltgeist einmal das Attribut „links“ verlieh, weil das Gerücht umging, dieser Verein wolle den Status quo zugunsten einer gerechteren Einrichtung der Gesellschaft bekämpfen.

Vor kurzem fand nämlich in Nürnberg wieder einmal der Parteitag der wanderpredigenden Schriftgläubigen, auch als „Linke Literaturmesse“ („VERKAUFSMESSE VERANSTALTET VON METROPROLETAN – ARCHIV & BIBLIOTHEK UND GOSTENHOFER LITERATUR- UND KULTURVEREIN LIBRESSO EINTRITT FREI BUCHVORSTELLUNGEN LESUNGEN DISKUSSIONEN GEGEN DEN KAPITALISTISCHEN MAINSTREAM“ – Werbeslogan vom letzten Jahr) bekannt, statt. Dass sich der dort anwesende niedere Mob nicht mit den ohnehin schon zwei Mal pro Jahr unnützerweise begangenen bürgerlichen Literaturmessen in Frankfurt und Leipzig zufrieden geben kann, ist seiner Luschigkeit, seinem Idealismus, also: seiner Angst vor der großen weiten Welt der realen Wirkung und verlässlichen Ernsthaftigkeit, sowie seinem seit Jahrzehnten unausrottbaren Hang zu ausgiebig zelebriertem Sektentum zwecks Ankurbelung des Verlagsumsatzes geschuldet. So findet sich dann in Nürnberg, der Heimatstadt der Krise, alljährlich ein Gruselkabinett linksdeutscher Ressentimentverbreitung zum gemeinsamen Seilschafts-Optimierungs-Arschgekrieche zwischen Gegenstandpunkt, Neues Deutschland, junge Welt, alte Welt, Unrast, PapyRossa, konkret-Literaturverlag, sowie haufenweise sonstigem anarchosyndikalistischen oder trotzkistischen hirnamputierten Dummschwätzertums zusammen. Wie immer, wenn linke Idealisten ihr Camp aufbauen, darf dabei aber natürlich auch – man will schließlich selbst in der abgelegensten Provinz noch Weltläufigkeit, Offenheit und Toleranz beweisen – der unangenehme Splitter in der Haut der geballten roten Faust nicht fehlen, so dass sich auch in diesem Jahr wieder die antideutsche Anstalt für Kindergartenbroschürensammelbände und sonstigen para-wertkritischen Irrsinn, der ça ira-Verlag* – natürlich vollkommen uneigennützig und lediglich um emphatische, altruistische Aufklärung der nach antideutschen Parolen nur so darbenden, orientierungslos daher seiernden Altlinken bemüht – gnädigst dazu bereit erklärte, jenem düster-albernen Laienschauspiel beizuwohnen, in welchem der Kunde und Zuschauer gleichzeitig auch mitspielender Akteur ist, indem er haufenweise schlecht gedrucktes, ekelhaft gesetztes, und noch schlechter geklebtes, beziehungsweise eventuell sogar gebundenes, aber auf jeden Fall übelst ediertes, also letztlich: mies verlegtes Altpapier mit Titeln wie z.B. „Die antideutsche Ideologie: Vom Antifaschismus zum Krisenimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten“ des notorischen Vollidioten Robert Kurz, „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ (kein Witz, das gibts wirklich) des Volkshochschul-Althippies Klaus-Peter Hufer oder „Trotzki – Held, Humanist, Heilsbringer“ von Wolf-Heiner Bernstein zu indiskutabel dreisten Preisen kaufen kann, um dann seinerseits selbigen ideologischen Schund wiederum das ganze folgende Jahr über in seiner jeweiligen Dorflesegruppe oder im von ebensolchen Spinnern gelesenen Blog zum schlechtesten zu geben, indem er halb- oder gar nicht verstandene Versatzstücke dieser erbärmlichen Scheisse anderen „irgendwie, ey“-linken Trotteln zur Bewertung, Prüfung und Absegnung vorstellen darf („Aufklärung“ nennt der hilflose Depp sowas dann üblicherweise), um damit den freiwilligen Dienst des werbetreibenden Haustürvertreters für eigentlich unabsetzbaren Verlagsmüll auszuführen, selbstverständlich unterm Banner der „kritischen Verbreitung subversiver Theoreme“ (die jeweiligen Autoren und Verlagseigner, meist auch nur unerheblich besser informiert und kaum erwachsener als ihr ergebenes Jungvolk lesewilliger und angeblich achso kritischer Untertanen, lacht sich derweil im Verlagspolitbüro wahrscheinlich schlapp über diese freiwillige Horde namenloser Wasserträger, die man aber ansonsten natürlich ohnehin, spätestens nach der gelungenen Revolution für „die gute Sache“ (ein Phase-2-Abonnent) verheizt hätte, wie man es mit Idioten halt schon immer gemacht hat – darin, immerhin, sind selbst die antideutschen Praxisverweigerer ganze autoritäre Bewegungslinke geblieben: Der Führer spricht, schreibt, verlegt und kommandiert, die tumbe Masse hat zu folgen).

Das waren die letzten Jahre.
Nun dachten sich die führenden Schweinepriester des Messe-Kommitees in diesem Jahr, angeheizt von angeblicher (im Umgang mit der Bahamas geht man bei deutschen Linken so vor, wie im Umgang mit Stalin: keinen Text von ihm gelesen, aber einfach mal per se Scheisse finden, nach dem Motto: die Gerüchte des ungebildeten kolportierenden Nullenpacks werden schon stimmen) SS-Verharmlosung und schlimmem Anti-Antirassismus (den die betreffenden Antirassisten immer nur als Rassismus entziffern können, weil sie den Unterschied zwischen einer Kritik an ihnen und der Affirmation des von ihnen bekämpften Gegenstands nicht begreifen) im antideutschen Sektenzirkular Bahamas, welches zum Unglück für den ça ira-Verlag auf dessen Stand auslag, dass man mal wieder „einen Trennungsstrich“ ziehen müsse, „die Türe hinter irgendwem zumachen“ und sich „nicht mehr mit „diesen“ an einen Tisch setzen“ wolle. Man kennt diese links-undergroundigen Stumpfsinnsfloskeln zum Zwecke der schlecht praktizierten Verdeckung narzisstischer Gekränktheit und des Willens zur Konkurrenzausschaltung (die linke Subszene ist nicht sehr groß und ihre Mitglieder, also: Opfer, zählen meist zum recht armen Völkchen des Studententums oder der arbeitslosen Reservearmee; jeder Bucherlös, welcher der einen Szene-Verblödungsanstalt zukommt, fehlt der anderen in der Kasse) zur Genüge: Eine reaktionäre Gruppe wird aus einer noch größeren reaktionären Gruppe ausgeschlossen – das ist das übliche Gebaren unter konkurrierenden Rackets. Statt dies aber abnickend und nicht weiter beeindruckt zur Kenntnis zu nehmen, wie es der gesittete Mensch bei allen Vorgängen solch lumpenintellektueller Willensbekundungsexzesse zu tun pflegt, delirieren die jeweiligen Anstaltsvertreter nun durch die Gosse der ungedruckten Medien, als sei man mal wieder kurz vorm nächsten Holocaust.
Dabei geben sich die beiden großen Hauptparteien keine Blöße: eine agiert dümmer als die andere, wobei lediglich auffällt, dass bei diesem inoffiziellen Wettbewerb freischaffender Legastheniker die antideutschen Deppen in der Regel ein paar Rechtschreibfehler weniger machen, während die Mitglieder der linksdeutschen Mafia hingegen eine größere Meute von Unterstützern zu mobilisieren in der Lage sind.

Das spezifische Elend jenes in den letzten Jahren von Demagogen jeglicher Bewusstseins-Degenerationsstufe zur Proklamation irgendeiner nicht näher benennbaren „Distinktion“ (wer keine Inhalte hat, die den Unterschied ausmachen könnten, muss sich halt um formal-theatralische Absetzung von seines gleichen bemühen, um überhaupt noch als eigenständig wahrgenommen zu werden) mühsam aufgebauten Pseudo-Gegensatzes „Antideutsch – Linksdeutsch“ oder meinetwegen auch „Zionisten – Antiimperialisten“ ist jedoch ein in den jeweiligen bewusstlosen Zirkeln nahezu vollkommen unbemerkt gebliebenes, nämlich: eines der wieder einmal nicht verstandenen notwendigen dialektischen Verfasstheit jenes Positionen-Spielchens. Die anti-antideutschen Menschewisten vertreten nämlich auch nur die andere Seite einer Medaille, dessen antideutsche Vorderseite ihre szene-internen Kritiker von isf, ça ira, Bahamas usw. für sich reklamieren.

Der Kommunismus, der bei Marx einmal als eine dialektisch bewegte, zwar objektiv notwendige, aber subjektiv zu schaffende, lebendige und auf gewissen zeitintensiven Entwicklungsgesetzen beruhende, also in nicht unbedingt sehr naher Zukunft sich zu entwickeln habende, und vermittels einer länger andauernden, durchaus auch noch von Klassenauseinandersetzungen geprägten Phase des sich bisweilen auch noch auf Strukturen althergebrachter Staatspolitik stützenden Übergangsperiode namens Sozialismus durchzusetzende vernünftige Gesellschaftsordnung (Ordnung, nicht Unordnung!) begriffen war, diesen Kommunismus brechen heute nahezu alle in seinem Namen agierenden, agitierenden, diskutierenden, argumentierenden und delirierenden Distinktions-Spekulanten, ob linksdeutscher oder „linkskommunistischer“ (respektive: antideutscher) Provenienz, auf einen unscharfen Utopie-Matsch ekelhaftester antiautoritärer Sorte herunter, welcher durch ohnmächtiges Herumkritisieren, schlecht geschriebene Bücher und stumpfsinnige Demonstrationen (ob nun mit Pace- oder Israelflaggen) gleichsam über Nacht über die Menschheit zu bringen sei, ohne dabei auch nur einer Fliege etwas zuleide zu tun. Moralisierender Commünisten-Kitsch ist, unterschiedlich designt, sowohl bei der einen, als auch bei der anderen Anstalt die Regel.

Beide kultivieren letztlich einen stumpfen, nur schlecht übertünchten Hass auf irgendwelche diffusen, kaum begriffenen Zwänge zu einer Kommunismus-Subkultur, bei deren Anblick nicht nur Marx das schiere Zittern in die Knochen gefahren wäre. Bei beiden findet sich zudem ein- und dasselbe ideologische Wahrnehmungsmuster: ein jeweils stupidester Positivismus, welcher von Belesenheit (der dämlichsten Form von Bescheidwisserei) und psychologisierender Sozialforschung, statt von auch und besonders an Hegel geschulter dialektisch-materialistischer Logik als erkenntnistheoretischer Basis ausgeht. Der Unterschied zwischen Linksdeutschland und antideutscher Linkstumspflege ist lediglich ein kosmetischer: während sich die einen (wenn auch immer weniger) den antideutschen Rechtspopulismus der Bahamas noch als Avantgarde einer sinn- weil wirkungslosen Israelsolidarität unterjubeln lassen, vertritt die restliche Linke nur eine weitere Ebene innerhalb ein- und desselben Schwachsinns-Zusammenhangs, in welchem verschreckte Kleinbürger ihre Angst zu Politik umlügen und sich in regelmäßigen Abständen zu Szene-übergreifenden Showdowns zusammenrotten, in welchen dann, wie in diesem Jahr bei der Linken Buchmesse, die jeweils neuesten Kostüme samt Theorie-Lichtschwertern präsentiert und ausgeprobt werden.

Die Jury entschied nun, dass das ça ira-Kostüm den momentanen geschmacklichen Präferenzen der Szene zuwider läuft und ließ sie deshalb aus dem Wettbewerb ausscheiden.

Solange politische Theorie und eine grundlegende Übereinstimmung von Interessen auch weiterhin nicht durch in erster Linie intelligible, sondern soziale Strukturen, also zwanghaft cliquisierte Ohnmachtsverwaltungsgemeinschaften hergestellt werden, wird sich an solcher Scheisse auch in Zukunft nichts ändern; das Ergebnis wird mitnichten Kommunismus sein.

Wer sich aus dieser Gosse nicht nachdrücklich immer wieder heraus hält, den kann man eigentlich sofort auf den Müll schmeissen, da er bloß noch einer von vielen Verkehrsknotenpunkten der sich allgemein durchsetzenden Barbarei ist und in Zukunft für jedwede kommunistische Bestrebung überflüssig sein wird. Man wird weder jenen, noch der marxistischen Sache gerecht, wenn man diesen Idioten auch weiterhin nur ihren eigenen, immer wieder neu aufgekochten und in Stummeltexte verfrachteten Bewusstseinsstand vorlegt, statt ihnen das zuzumuten, was sie in großer Menge den Schritt zum reaktionären Bürger zurück vollziehen und sie schon in der Schule hat schaudern lassen: ernsthafte Wissenschaft.

_______________
* Das ist jener höchst seriöse Verlag, welcher sich, genauso wie der konkret-Verlag, nicht zu schade war, die Schriften des senilen Demokratie-Idealisten, Deutschnationalisten und beherzten Antikommunisten Johannes Agnoli zu verlegen, weshalb die linksdeutschen Canaillen, die sich mit diesem Blödsinn schon immer gut identifizieren konnten, nach dem Ausschluss auch gar nicht vehement genug betonen konnten, dass ça ira zwar voll nazi ey, Agnoli aber auf jeden Fall immer schon einer von ihnen gewesen sei, was, um im antideutschen Milieu keine Missverständnisse oder gar Freude aufkommen zu lassen, dessen Witwe ohnehin schon des öfteren zu betonen pflegte.

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