Archiv der Kategorie 'Perlen vor die Säue'

Der Autor heute II: Harlan Ellison zur ökonomischen Stellung des Autors

Harlan Ellison, einer der letzten (meinetwegen auch ersten, je nach Tageslaune) vernünftigen Menschen auf Erden, den hierzulande, wo senile, rechtsradikale Scheiße nuschelnde Ohrensessel-Lesedreck- und Einschlafhilfen-Hersteller wie Martin Walser und Günter Grass allen Ernstes als Autoren gelten, natürlich wieder mal keine Sau kennt, der aber in der gesitteten stalinistischen Gesellschaft (also meiner) nicht mehr vorgestellt werden muss, äußert sich – wahr, schön und präzise wie je – zur trostlosen Stellung des Autors (den er übrigens explizit vom „creative typing“-Amateur abgrenzt) im kapitalistischen Produktionsprozess:

Was Ellison hier während seiner knapp dreieinhalbminütigen Lehrstunde im Interviewgeben (und wie in nahezu allen anderen, sehr sehenswerten, grandiosen Beiträgen auf Youtube sowie natürlich in seinen Werken) an Wahrheit triggert, dürfte den anarchistischen Autorenrechte-Abschaffern („Copyleft“), also Literatur-Liquidierern natürlich ein großer Dorn im bescheidenen Hirne sein, an dem sie hoffentlich irgendwann mal endgültig verrecken werden, denn:

„Writing is the hardest work in the world. I have been a bricklayer and a truck driver, and I tell you – as if you haven‘t been told a million times already – that writing is harder. Lonelier. And nobler and more enriching.“ (Harlan Ellison)

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Notwendige Bestimmungen zu einem richtigen Begriff des Stalinismus

Schutzschrift für die vernünftigen Anhänger des Stalinismus

Teil I: Anmerkungen zur Wahrheit, Weisheit, Wichtigkeit und Würde des Stalinismus

„Es gibt in der Geschichte drei streitende Parteien. Die Partei der Piraten, die einfach Bösewichte und Asoziale sind. Die Partei der Pflanzer, die, frühe Kapitalisten, ihre Verbrechen unter dem Mantel der Ehrbarkeit begehen. Die Partei der Indianer. Die Indianer sind gut. Aber sie sind gut auf abstrakte Weise; sie sind so tugendhaft, daß jeder sieht, sie werden bald aussterben. Und es gibt Polly, mit deren Verhalten ich versuche, richtiges Verhalten zu zeigen. Dieses Mädchen hat nicht nur Absichten, die zu billigen sind; sie versteht auch, ihre Absichten in der Welt zu verwirklichen.“

(Peter Hacks, „Über Polly“)

“Mein Freund Peter, zum Beispiel, fucking Sloterdijk, ich mag ihn sehr, aber natürlich muss er in den Gulag. Aber er wird ein bisschen besser gestellt dort, vielleicht kann er Koch werden.”

(Slavoj Žižek)

„Aber die Antiautoritarier fordern, daß der autoritäre politische Staat auf einen Schlag abgeschafft werde, bevor noch die sozialen Bedingungen vernichtet sind, die ihn haben entstehen lassen. Sie fordern, daß der erste Akt der sozialen Revolution die Abschaffung der Autorität sei. Haben diese Herren nie eine Revolution gesehen? Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt; sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittels Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit denkbar autoritärsten Mitteln aufzwingt; und die siegreiche Partei muß, wenn sie nicht umsonst gekämpft haben will, dieser Herrschaft Dauer verleihen durch den Schrecken, den ihre Waffen den Reaktionären einflößen.“

(Friedrich Engels, „Von der Autorität“)

1.

-Warum trägst du eigentlich dieses dumme Stalinistenkostüm?

-Warum trägst DU dieses dumme Menschenkostüm?

2.

Man ist Stalinist, weil man als einer der wenigen übrig gebliebenen, noch nicht zu Tode verfolgten, ermordeten, zensierten Kommunisten spätestens seit der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts aus der Geschichte zu lernen gewusst hat. Stalinismus, das ist die im Dienste der Vernunft und Gerechtigkeit stehende Abwesenheit der Freiheit für Andersdenkende – soviel hat sich seit Rosa Luxemburgs bekanntem und inzwischen von der bürgerlichen Politik bis hin zu Helmut Kohl zustimmend zitiertem Postulat herausgestellt.

3.

Stalinisten sind Kommunisten, die, wie schon bei Marx und Engels (z.B. im Manifest der Kommunistischen Partei) erklärt und gefordert, einen gewaltsamen Umsturz der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse, also den endgültigen Sturz des Kapitalismus anstreben, die proletarische Revolution als ausweglos und u.a. deshalb vernünftig ansehen, sowie diese nicht nur erörtern oder gutheissen, sondern auch theoretisch und praktisch erarbeiten. Im Gegensatz zu „linken Kritikern“ oder Commünisten haben sie sich von etwaigen pubertären Illusionen über Politik und Volk verabschiedet und ziehen daraus die Konsequenzen.

4.

Mit der Bezeichnung „Stalinist“ verhält es sich ähnlich wie mit dem Wort „Schwuler“, das von der Mehrheit zunächst als Schimpfwort etabliert wurde: Man bezeichnet sich als Kommunist, der es mit dem Kommunismus ernst meint, statt sich Marx-revidierend der „offenen Gesellschaft“ einzugliedern, irgendwann einfach selbst als ein solcher, weil man keine Probleme damit hat, beim Kommunisten- (bzw. Homosexuellen-) hassenden und -verfolgenden Pöbel als ein solcher zu gelten.

Dass eine solche Selbstbezeichnung richtig ist (Homer Simpson zu einem schwulen Freund von Bart zum Begriff „Schwuler“: „Ich finde es eine Frechheit, dass Sie dieses Wort benutzen. Das ist unser Wort, um uns über euch lustig zu machen, das brauchen wir! Ich will nicht nur dieses Wort zurück haben, sondern auch meinen Sohn!“) zeigen jene Reaktionen auf sie, die mit Negativ-Verniedlichungsformen wie „Schwuli“ oder „Stalino“ arbeiten, um damit noch mal allen zeigen zu können, wie lächerlich diese Figuren doch eigentlich seien (obwohl man sie zuvor noch als „brutale Mauermörder“ bzw. „Kinderficker“ dämonisierte), die so dreist sind, und sich dem antistalinistischen (resp. schwulenfeindlichen) Konsens nicht unterwerfen.

Alle Kommunisten (die sich noch mit K schreiben) sind Stalinisten – und waren es schon immer. Wer wirklicher Kommunist ist, ist gleichzeitig auch Stalinist, alles andere ist Unsinn, Idealismus, Blödheit. Die Bezeichnung Stalinist – erst recht, wenn sie von Renegaten, Diversanten, Wertkritikern, Commünisten und anderen Neonazis kommt – ist also als ein Kompliment zu nehmen.

5.

Nachdem Kommunisten über Jahrhunderte aufs schärfte verfolgt, verhetzt, zensiert, schikaniert und getötet wurden, reicht es nun. Die Zensur der Schriften von Marx und Engels, die Niederschlagung der sozialistischen Republik durch die SPD, das blutige Zusammenschießen der Pariser und diverser anderer Räterepubliken durch den bürgerlichen Staat, die Deportation Lenins und Stalins ins Gulag durch die russischen Zaristen, die Vernichtung von Millionen europäischen Kommunisten durch den Faschismus, das Verbot der KPD durch die Postfaschisten der CDU, der konsequente, lückenlose Antikommunismus der BRD inklusive Berufsverboten und Haftstrafen für Kommunisten und schließlich die Zerstörung der sozialistischen DDR sowie der retrospektiven Verfälschung ihrer Geschichte durch das BRD-Bürgertum, die Million ermordeter indonesischer Kommunisten nach dem Militärputsch von 1966, das zigfache und weltweite Eingreifen der kapitalistischen Geheimdienste BND und CIA gegen kommunistische Organisationen und sozialistische Regierungen sowie viele weitere antikommunistische Schweinereien, das alles bestärkt den Stalinismus in seiner konsequenten Säuberungspraxis und politischen Folgerichtigkeit: Der Stalinismus ist das kommunistische Eingedenken der zwangsläufigen bürgerlichen Reaktion, mit welcher immer und überall nahezu naturnotwendig zu rechnen ist. Je stärker diese, desto stalinistischer der Kommunist. Man macht sich als Stalinist keine Illusionen, man weiß eben, dass Revolutionen nicht gerne gesehen sind bei jenen, denen sie zwangsläufig schaden, also den von der Geschichte Abgehängten; wer sich gegen die Überführung des privat angeeigneten Besitzes an Grundstücken, Immobilien, Kapital und Produktionsmitteln zurück in gesamtgesellschaftliche Kontrolle („Enteignungen“) zur Wehr setzt, sich der Verwirklichung der marxistischen Vernunft nicht fügen möchte und stattdessen lieber seine unrechtmäßigen Privilegien verteidigt, kriegt eins aufs Maul und, wenn das nicht genügt, einen Kopfschuss – das wurde in Paris 1789 von der heute herrschenden Bourgeoisie auch nicht anders gehandhabt. Der Stalinismus sagt das ganz frei heraus; er zwingt, inhaftiert, verletzt oder tötet niemanden, der der kommunistischen Sache positiv oder neutral gegenübersteht, aber wer die Revolution abermals bekämpft, muss nun damit rechnen, dass diese – notfalls auch mit dem Einsatz von Gewalt – vom Stalinismus gegen ihn durchgesetzt wird.

6.

Dem Mythos eines angeblichen „stalinistischen Massenmordes“ ist aufs entschiedenste entgegenzutreten: Jeder einzelne, sicherlich bedauernswerte, aber in der großen Mehrheit der Fälle unvermeidbare Tote unter Stalin hat zig anderen Menschen das Leben gerettet. Ich zumindest werde mich hüten, in jene zynischen und menschenverachtenden Überlegungen einzustimmen, die erörtern, wie denn eine Welt ohne stalinistischer Justiz und Roter Armee ausgesehen, man also Nazis und bürgerlichem Imperialismus ungehindert die Menschheit überlassen hätte – jeder weiss ja in Wahrheit, dass das letztlich Milliarden von unschuldigen Toten, riesiges globales Elend und ungeheuerliche Unterjochung der gesamten Menschheit zur Folge gehabt hätte. Danke, genug gekotzt.

7.

Der Stalinismus ist also nichts anderes als ein verteidigungsfähiger absolutistischer Sozialismus, mithin die historische Notwendigkeit auf dem Wege zum Kommunismus. Sein ebenso notwendiger Sowjetstaat ist dabei die einzige Garantie seiner Existenz und schon deshalb uneingeschränkt zu begrüßen und zu erkämpfen. Medium dieser Erkämpfung und Durchsetzung kann nichts anderes sein als die Bolschewistische Partei. Ablehner von organisierten Proletariern und Kommunisten, Parteifeinde aus Prinzip also, sind von daher auch als Gegner zu betrachten und dementsprechend zu bekämpfen. Die generelle Ablehnung von kommunistischer Organisation ist als anarchistische Kinderkacke, als romantische Naivität höchsten Schwachsinnsgrades auszumachen und entsprechend zu vernichten; überhaupt ist das Anti-Partei-Gefasel heute die schlimmste und hartnäckigste Ideologie – dass sie ausgerechnet von den angeblichen „Ideologiekritikern“, also Adorniten und sonstigem liberalistischen Professorengeschmeiss ausgeht, ist dabei die historische Ironie. Wer allen Ernstes meint, auch nur im Ansatz irgendwas von den Klassikern des Kommunismus Antizipiertes Wirklichkeit werden lassen zu können, ohne dabei auf die Form der Partei zurückgreifen zu müssen, möge sich doch bitte schleunigst eine Einweisung holen oder direkt erschießen.

8.

Kommunisten, die sich des Stalinschen Prinzips der unbedingten Verteidigung des erreichten Stands des Sozialismus bedienten, haben nicht nur noch nie einen Krieg begonnen, sondern vor allem: auch noch keinen einzigen ihnen aufgezwungenen Krieg verloren. Von der Niederschlagung der Zaristen und Anarchisten in den Zeiten des postrevolutionären russischen Bürgerkriegs über den Sieg über die Nazis im Zweiten Weltkrieg und der erfolgreichen Bekämpfung konterrevolutionärer Aufstände in Ungarn 1956 bis hin zum kubanischen Sieg beim Angriff auf die Schweinebucht sowie des gewonnenen Vietnamkriegs zieht sich eine Linie des militärischen Erfolges des Stalinismus durch die Welt, der zeigt, dass die kommunistische Vernunft nicht nur den Frieden anstrebt und verteidigt, sondern auch wehrfähig ist, wenn sie denn zum Kriege gezwungen werden sollte. Nach dem sukzessiven Niedergang des Sozialismus in der Post-Stalin-Ära, mündend im offen antikommunistischen Schwachsinn des Gorbatschowismus, in der diese stalinistischen Vernunftprinzipien zurückgedrängt wurden und letztlich unangewandt blieben, war es offenbar geworden, dass der Sozialismus nur noch durch brutalste Freiheits- und Friedenshetze („Wandel durch Annäherung“ – Willy Brandt) der kapitalistischen Staaten, allen voran der BRD, traktiert zu werden hat, um ihn zu besiegen. Der bürgerliche Frieden hat sich als Krieg erwiesen – als Krieg gegen Kommunismus, Vernunft und wirklichen, globalen Frieden. Dieser bürgerliche Frieden ist für den Stalinismus als Feind auszumachen, nicht der Krieg, den wir natürlich eh immer gewinnen, weshalb es nicht nur ein Fehler, sondern ein Verbrechen an der Menschheit war, in der DDR 1989 der Konterrevolution nachzugeben, anstatt den SED-Staat durch Waffeneinsatz gegen den frondierenden Pöbel zu verteidigen.

9.

Bevor er abermals an der Macht sein wird, weiß der Stalinismus: Öffentliche Aussagen sind immer auch als Nebelbomben für den Gegner zu begreifen. Er weiß sich entsprechend sprachlich auf Grundlage des hegel’schen Begriffsapparats zu artikulieren, so dass weder dem Kommunismus schadende antistalinistische Commünisten, noch ebenso antistalinistische bürgerliche Antikommunisten, diese beiden großen Fraktionen der herrschenden Unbildung und deren nachdrücklicher Propaganda, ihn verstehen, geschweige denn effektiv bekämpfen können. Wenn irgendwer meint, den Stalinisten durch Sprachspielerei oder Argumenttrainings-Sessions schwächen oder ganz liquidieren zu können, hat er sich geschnitten. Zurecht interessiert keine Sau das dämliche studentische oder sonstwie kleinbürgerliche degenerierte „Kritik-“Geschwafel, „Aufklärungs“-Gejammer oder „Dekonstruktions“-Geblödel, das sich durch die heutige mediale Gosse luscht, und der Stalinismus hat beileibe nicht die Absicht, diesen Dreck in irgendeiner „konstruktiven“ Weise auch noch zu bereichern. Im Gegenteil: Eure Scheisse, die ihr so unter Politik versteht, wird euch mit Sicherheit nicht auch noch vom Weltgeist hinterhergetragen werden. Der Stalinismus bestimmt das Niveau der begrifflichen Auseinandersetzung, nicht der romantische Voluntarismus irgendwelcher autonomer Canaillen, die sich erdreisten, ihre Unbildung zur Norm zu erheben und allen anderen aufzuzwingen.

10.

„Pluralismus belebt die Meinungsbildung“, sagt der bürgerliche Freund des demokratischen Relativismus und des pluralistischen, wissenschafts- und bildungsfeindlichen Meinungs-Stumpfsinns. Absolutismus belebt die Wahrheitsbildung, weiß der Stalinist, der das Grauen der Meinung und somit das diese befördernde Elend des Pluralismus als den größten Klotz am Bein des Fortschritts erkannt hat. Wo Meinung notwendig nur noch Reflex der falschen Verhältnisse und also höchstens zufällig einmal richtig sein kann, muss Pluralismus von Seiten der bolschewistischen Vernunft durch Bildung, die natürlich zunächst nur mittels autoritärer Verodnung durchsetzbar ist, ersetzt werden.

11.

„Offene Kirche“ (Flugblatt eine katholischen Gemeinde), geschlossener Stalinismus: Der Stalinist macht sich das dem theoretischen Hauptwerk voranstehende Motto des stalinistischen Autors Peter Hacks zu eigen, das da lautet: »Des Verfassers Reflexionen sind im schlichten Stil und verständlich gehalten. Dennoch fehlt es ihnen an dem Vermögen zu überzeugen. Der Verfasser ist zu allen Überlegungen fähig, außer zu langwierigen. Er kommt zu Ergebnissen oft auf verwickelte Weise, aber mitteilenswert erscheint ihm allein das Ergebnis. Was er sich vorher gedacht hat, meint er, läßt sich mitdenken. Er liebt – vielleicht zu sehr – Beweise, aber er haßt es, die Prämissen zu beweisen. Das heißt, daß der Verfasser Leser voraussetzt, die ohnehin zu den gleichen Ansichten gelangt sind wie er, oder die doch im Begriff sind, dorthin zu gelangen. Aber für wen anders schreibt man? Glaubt da noch wer an die Macht der Argumente?«

Da das Mitdenken bei den minderbehirnten Interessierten ohnehin nie von Erfolg gekrönt ist, muss der Stalinismus also auch über das vorher Gedachte, das nunmal SELBSTverständliche, keine Rechenschaft ablegen. Er kann diese Selbstverständlichkeiten in großzügig behandelten Einzelfällen genauer ausbreiten, ja hier und da sogar einmal in die bürgerliche Diskussionsform des Argumentierens verfallen, aber das sollte Ausnahme bleiben, da es wichtigeres gibt, als den Dummen auch noch die Gründe ihrer Dummheit genauestens darzulegen. „Überzeugen ist unproduktiv.“ (Walter Benjamin) In aller Regel argumentiert und kritisiert der Stalinist nicht, sondern trifft Bestimmungen, kämpft und setzt durch.

12.

Bevor die Leute machen, was sie wollen, sag ich ihnen lieber was zu tun ist. Dieses stalinistische Vernunftprinzip hat auch in Zukunft zu gelten. „Kritische Vernunft“ hingegen ist korrumpierte Vernunft, eine durch moralisierenden Romantizismus paralysierte Pseudo-Vernunft, ebenso wie die „Kritische Theorie“ eine korrumpierte, also keine wahre Theorie mehr ist, weil sie den kritizistischen Gestus kultiviert, statt objektive Theorie, also Wissenschaft zu betreiben. Das Gejammere Horkheimers und Adornos gegen die sogenannte „instrumentelle Vernunft“ rührt aus der simplen Tatsache, dass sie keinen wirklichen, sondern bloß einen idealistischen Begriff von Vernunft hatten; die wirkliche, nicht-kritizistische Vernunft beinhaltete den instrumentellen Aspekt selbstverständlich schon immer und richtigerweise – schließlich muss Vernunft ja auch ANGEWANDT und nicht bloß diskutiert werden.

13.

Die größte als Kritik vertuschte Angst der commünistischen „Paradies-auf-Erden-und-zwar-sofort“-Woller, der Weltrevolutionsgläubigen, verdinglichten Antidialektiker der „Revolte von unten“ und ähnlichem vergammelten Kritizistenkäse: dass der (historische) Stalinismus ja gar nicht wirklich kommunistisch oder auch nur sozialistisch war, weil er die Falschen, nämlich unter anderem auch sogenannte Genossen an die Wand stellte. Dass es gerade wichtig ist, sich als Bolschewist dieses Linksabweichlerpacks zu entledigen, will natürlich in deren Breihirne nicht hinein, schließlich können sie ziemlich sicher sein, dass es sie selbst erwischt hätte – zurecht. Gerade die Säuberung der eigenen Reihen ist ein notwendiger Bestandteil kommunistischer Politik, sofern diese auch weiterhin erfolgreich sein will. Mit Trotzkisten und Anarchisten ist nunmal sogar deren Selbstbekundung zufolge kein Staat zu machen, deshalb fliegen sie raus. Die pure Unkenntnis von geschichtlichen Verläufen kann weder als Ausrede für die Abweichler, noch als Schuld des Stalinismus gelten. Wer das Leid und den Tod von Millionen riskiert, darf gerne selber abtreten.

14.

Als dialektischer und historischer Materialist begreift der Stalinist die Mittel zur Verwirklichung der kommunistischen Vernunft als ebenso dialektisch und historisch verfasste: Seine Haltung zur Anwendung kontrollierter Gewalt und durchdachten Zwangs ist eine ebensolche. Das altbewährte bürgerliche und absolutistische Mittel zur Erreichung stabiler gesellschaftlicher Verhältnisse, der ZWANG DURCH GEWÖHNUNG, ist so zum elementaren Teil stalinistischer Politik zu erheben. Die Erfolge der Erziehungseinrichtungen in der DDR waren dahingehend ein guter erster Schritt, der gezeigt hat: Man gewöhnt sich an alles, sogar ans Richtige.

15.

Das internationale Durchsetzungsorgan von revolutionsvorbereitenden Maßnahmen ist die schon heute existierende Stalin-Riege der (zur Zeit noch antizipierten) Kommunistischen Partei: Klein an Mitgliedern, aber gesellschaftlich schon heute einflussreich, ist diese mafiös organisierte, unkorrumpierbare, im Kleinen wie im Großen wirkende Assoziation keine Subkultur, keine Partei, kein Club, kein Lifestyle, keine Sekte, keine Religion und auch kein barrierefreies interdisziplinäres Diskussionsplenum, und nur deshalb noch Untergrund, weil es der kommunistischen Sache gegenüber dienlicher ist, für die Arbeit an ihr möglichst wenig Zugeständnisse an die bürgerliche Öffentlichkeit zu machen. Die Stalin-Riege kultiviert nichts, sie revolutioniert. Im Gegensatz zu stupiden Zusammenrottungen wie Antifa, autonomer Demo-Mob, Arbeitskreise, Teach-In-Verdummungsvereine oder Projektgruppen ist sie weder an äußerlichen Merkmalen noch sonstigen kulturellen Vorlieben oder Einheitsfront-Geblödel ihrer Mitglieder zu erkennen, aber sie ist unter euch und registriert, merkt und notiert – wie das Vorbild Stasi – alles. (Das sei hier vor allem all jenen Arschlöchern gesagt, die immer wieder eine angebliche „Ohnmacht“ der Stalinisten, die doch lediglich die Projektion ihrer eigenen ist, herbei fantasieren. Dass ihr nichts merkt, dafür können wir nichts – und wir machen es euch natürlich nicht auch noch freiwillig einfach; eine evidente Ohnmacht ist ein lediglich kurzzeitiges Problem, in ihr lässt es sich ausserdem ausgezeichnet überwintern und in Ruhe arbeiten.) Die Stalin-Riege ist klein, aber fein; ihre Mitglieder arbeiten diszipliniert und in den verschiedensten Zusammenhängen, Redaktionen, Theatern, Parteien, Verlagen, Institutionen; sie alle nutzen konsequent und unerbittlich die Dummheit und Feigheit der Kollegen, Bekannten, Vorgesetzten usw. aus, statt über deren Macht zu jammern, und sie alle nehmen die Möglichkeit wahr, die Gegner persönlich anzugreifen und zu vernichten, statt nur „Theorien zu kritisieren“: Dietmar Dath zum Beispiel unterwandert seit über 20 Jahren erfolgreich neben 17 Verlagen, dem Web 2.0 und zwei Dutzend linken Zeitschriften auch die bürgerliche Hacksologie, die FAZ sowie die Science-Fiction- und die Popkritik-Szene; der von diversen postmodernen und Demokratie-affirmierenden Schwachsinnigkeiten zu Vernunft und Sittlichkeit, also zum Stalinismus gekommene Slavoj Žižek verkündet weltweit in auflagenstarken Tageszeitungen, in Psychoanalyse-Readern, Hitchcock-Exegesen und zur Prime-Time im US-TV Abschusslisten für die Zeit nach der erfolgreichen stalinistischen Revolution; Hans Heinz Holz schreibt seit fast einem Jahrhundert eine cirka sechstausendbändige stalinistische Philosophiegeschichte; von Matt Groening, Harlan Ellison, David Fincher, Brian Molko, Fidel Castro, Matthias Oehme, Werner Büttner, Lukas Moodysson, André Müller sen. (um mal nur ein paar Namen zu nennen) sowie einer Vielzahl von unbekannteren, vorerst noch namenlosen Mitgliedern der internationalen Stalin-Riege und den immer noch (nach-)wirkenden Klassikern des Stalinismus wie Brecht, Lenin, Goethe, Ulbricht, Einstein, Schernikau usw. ganz zu schweigen. Vor allem das anonyme oder pseudonyme Pöbeln im Web 2.0 ist als eine der wichtigen Säulen der Stalin-Riege nicht gering zu schätzen: Wo viele Gegner einander aufgrund ihrer Position im Betrieb kaum oder nur noch „sachlich“ (also: gar nicht) angreifen dürfen, weil sie ansonsten mit der üblichen antikommunistischen Zensur und Verurteilung durch die bürgerliche Klasse zu rechnen haben, ist eine anonyme, kompromisslose und vollkommen unabhängige Stalinorgel-Phalanx im Internet umso wichtiger.

16.

Die erbärmliche Opportunisten-Taktik derjenigen Linken, die sich dann später umso mehr auf Ironie oder Satire rausreden, wo sie zuvor umso apodiktischer und großmäuliger etwas als ihren vollsten Ernst verkündet haben, macht sich der Stalinist nicht zu eigen. Überhaupt vermeidet er es, sich entlang einer Begriffsskala zu äußern, deren Endpunkte „Satire“ und „authentische deutsche Seriosität“ darstellen. Selbst aber, wenn vom Gegner endlich kapiert wird, dass man es, mit ihm zu sprechen, „ernst meint“, sich also seines Zieles, seiner Funktion und seiner mittelfristigen Wirkung bewusst den objektiven Verhältnissen des jeweiligen Gegenstandes unpolemisch und ohne persönliche Eitelkeiten nähert und sie begrifflich erfasst, gefällt jener sich dann in der Verniedlichung oder sonstigem Lächerlichmachen eben dieses Ernstes: „Ach, er meint es nur ernst, wenn es wenigstens Satire wäre“, äußert sich das bürgerliche Ressentiment, welches den Ernst als solchen auf bloßes irreales Pathos runterbricht und bekämpft, und dabei denjenigen, der es mit in der bürgerlichen Öffentlichkeit nicht-approbierten Haltungen wie der stalinistischen hält, schlicht zum Irren abstempelt. Auch hier wird man noch sehen, wer zum Schluss lacht.

17.

Die als notwendig erkannte Brachialität des Stalinismus ist letztlich eine Maßnahme des Mitgefühls mit allen: „Über die Menschheit lässt sich nicht anders als mit Mitleid sprechen.“ (Peter Hacks) Der Stalinist hat kein „MenschenBILD“, sondern einen BEGRIFF vom Menschen, also auch eine objektiv-materialistische, nunmal begrifflich durchdrungene Auffassung und Konzeption der Menschheit. Seine Mittel zur Erforschung der Entwicklungsmöglichkeiten und -fähigkeiten der Menschheit sind die Geschichtswissenschaft, der marxistische Materialismus und die philosophische Anthropologie; – mitnichten die romantische Vorstellung irgendeines „zutiefst humanen Kerns“ im Menschen oder sonstigen Psychologenquatschs, der qua Weltrevolution nur noch hervorzuzaubern sei. Wo ohnehin Zwang herrscht, weil zunächst nur gezwungen werden kann, wo sich fortschrittliche Entwicklung durchsetzen soll, zieht der Stalinismus den Zwang zum Richtigen dem Zwang zum Falschen schlicht vor; der Vorwurf einer „autoritären“ Politik, die immer wieder von allen möglichen sentimentalen links-emanzipativen Besoffenheitsbekundern kommt, läuft also mithin ins Leere. Den Stalinisten interessiert keine „Kritik der Macht“, ihn interessiert die Erlangung der Macht.

18.

Zuerst existierten Dummheit, Zwang zur Kapitalreproduktion und erzwungene bürgerliche Vergesellschaftung der Individuen, die zur Selbstverständlichkeit erhoben wurden, erst danach kam der Stalinismus. Nicht dieser ist die Ursache von Gewalt, Stumpfheit, Elend, sondern jene. Das sollten die Feinde des Stalinismus immer bedenken, wenn sie anfangen, ihr stupides Gerotze gegen ihn anzustimmen. Der Stalinismus ist für sich genommen friedlich, er lehnt den Krieg ab und bekämpft den Kapitalismus sowie den daraus resultierenden Faschismus konsequent – dass er nicht zimperlich ist, wenn er in dieser Existenz angegriffen wird, sollte ihm also nicht zum Vorwurf machen, wer noch ernstgenommen werden will. Der Stalinismus ist jene Therapie, für deren Krankheit er gehalten wird.

19.

Was Stalin alles so angeblich gesagt oder getan hat, ist mir dabei als Stalinist heute ziemlich egal – lasst mich doch mit eurem deutschvölkischen Anti-Stalin- und Massenmörder-Gestammel in Ruhe. Ich verteidige meinen Stalinismus wenn notwendig auch weiterhin gegen Stalins vereinzelte, aber unbedeutende Fehler, irregeleitete DKPler oder sonstige Vertreter eines positivistisch-historisierenden, personifizierenden und fetischisierenden Stalinismus-Verständnisses (zu denen übrigens auch etliche Idioten gehören, die sich in ihrer antiimperialistisch-jugendlichen Erbärmlichkeit selber hier und da mal als „Stalinisten“ bezeichnen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was damit in Wahrheit gemeint sein könnte ausser des Schwenkens von roten Fahnen in ostdeutschen Innenstädten, des Sammelns von Lenin-Knibbelbildern, Antizionismus und der Unterstützung islamistischer Terror-Regime). Der Stalinismus ist, wie der Einsichtige heute weiss, eine Sache der Zukunft, keine der Vergangenheit oder der Tradition, sondern lebendige Geschichte – und man begreift ihn also, wenn man ihn denn überhaupt begreift, als die notwendige FORM zukünftiger Auseinandersetzungen der Kommunisten im Klassenkampf; mit den (damals selbstverständlich ebenso notwendigen, inzwischen historischen) INHALTEN möge man doch den gegenwärtigen Stalinismus bitte nicht identifizieren. Stalinismus, das meint nichts anderes als: sozialistischer Absolutismus; Vorrang der Wissenschaft, der Vernunft und des Marxismus gegenüber Tradition, Religion, Mythos und Hirnknechtschaft; Diktatur des Proletariats; konsequenter Antifaschismus; Aufbau des Sozialismus; Verteidigung des Erreichten gegen Reaktionäre, Konterrevolutionäre, Idealisten und Anarchisten. Das sind heute und in Zukunft seine vorrangigen INHALTE, die Form ist dementsprechend.

20.

-Die Herrschaft der kommunistischen Vernunft muss eben bedeuten, dass die Dummen nichts mehr zu sagen haben.

-Und wer legt fest, wer die Dummen sind?

-Die kommunistische Vernunft.

21.

Grundsätzlich ist natürlich davon auszugehen, dass der weitere Verlauf der Geschichte der Revolutionen sich wohl leider auch nicht anders ausnehmen wird, als z.B. zu Zeiten Stalins oder Lenins. Die Reaktion wird sich festigen und mit allen Mitteln (und sei es mal wieder Faschismus) ihren Scheiß verteidigen, mit soviel Unterdrückung und soviel Leuten, Bomben, Propaganda, Paranoia, polizeilichen Hundertschaften, Antikommunismus und Kriegen wie nur irgend möglich. Das Kapital wird wieder zum Gegenschlag ausholen, und das wird keine Tupperparty, sondern eine Sauerei ersten Grades. Davon kann, ja sollte man als geschichtsbewusster, ernsthafter Kommunist realistischerweise ausgehen und sich deshalb diesen Realismus durchaus auch in seiner Selbstbezeichnung anmerken lassen: Je brutaler die bürgerliche Klasse, desto vehementer und rigoroser aka. stalinistischer wird sich der Kommunismus zu verhalten haben.

22.

Niemand, aber wirklich niemand, nichtmal der am engagiertesten agitierende Kommunist, würde doch ernsthaft auf die Idee kommen, einen U-Bahn-Fahrer, einen Polizisten, einen CSU-Politiker, einen Gemüsehändler oder einen Automobilfabrikanten vorzuwerfen, er sei kein richtiger Kommunist oder er kritisiere den Kapitalismus nicht „richtig“, beziehungsweise „nur verkürzt“, weil das nämlich weder deren Job ist, noch deren subjektivem (wenn auch objektivem) Interesse entspricht, sowas überhaupt nur in Erwägung zu ziehen. Nun gehen aber alle möglichen (Post-)Linken, Commünisten, Kapitalismuskritiker, Marxlesekreisler und sonstigen sektiererischen Idealisten ernsthaft ins Autonome Zentrum oder in andere Bruchbuden, in denen der sozialdemokratische Mob sich seines objektiven Elends erfreut, und werfen ausgerechnet denen eben jenes vor; man fragt sich schon, wer ihnen ins Hirn geschissen hat, dass sie einfach nicht erkennen können, dass es nunmal des deutschen Linken Job ist, an irgendwelchen Symptomen des Systems schlecht herumzuwerkeln, dass dies NOTWENDIG so ist und es nicht durch einen ebenso idealistischen Agitationsblödsinn abzustellen ist.

Der Stalinist hingegen hat das erkannt und trägt dem Rechnung. Es ist einfach Unsinn, Volksaufklärung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft zu betreiben (sie wird dabei automatisch immer zur völkischen Gegenaufklärung), denn deshalb will der Stalinist ja den wie auch immer defizitären Realsozialismus so schnell und so undemokratisch wie möglich herbeischaffen: weil eine Aufklärung, die nicht nur ihren Namen verdient, sondern vor allem auch Wirkung entfalten könnte, erst dann möglich ist.

Teil II – „Gulag als Chance“ folgt in Kürze.

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Zur Homer’schen Lehre der innerstädtischen Kommunikation ohne Telefon

Ich habe schon als Kind immer diese Eltern verabscheut, die in den hässlichen Prekariats-Ghetto-Mehrfamilien-Wohnanstalten ihre verblödeten Bälger vom Fenster aus zum Abendessen rein gebrüllt haben – mit jener typischen Ignoranz für jegliche soziale Außenwelt, die eventuell keinen Bock hat, ins Elend ihrer familiären Zurechtweisungs- und Kommando-Strukturen einbezogen zu werden, und es gibt momentan wirklich kein Kunstwerk, das solche noch vage aus der frühen Kindheit erinnerten Phänomene des alltäglichen Irrsinns mit einer solchen Sensibilität aufzugreifen und auf köstlichster ästhetischer Ebene verarbeiten zu vermag, wie Groenings „Simpsons“.

Ich wunderte mich beim erneuten Anschauen der Szene auf Youtube zunächst darüber, dass der angebrüllte Milhouse gar nicht zu sehen ist (normalerweise gibt es in solchen Fällen immer einen kurzen Cut in Milhouse Mussolini (seine Großmutter ist Italienerin) van Houtens Kinderzimmer, wo er entweder heimlich mit Puppen spielt oder – noch heimlicher – die Teletubbies guckt statt den von Bart empfohlenen Splatterfilm), ich hätte schwören können, dass er kurz gezeigt wurde, aber sah dann ein, dass die 15-sekündige Einstellung auf Homer dem Zweck der Szene letztlich wohl doch gerechter wird, da die Totalität elterlicher Kommunikationsbarbarei so noch offenbarer wird und das angesprochene Kind, das 10 Häuserblocks weiter wahrscheinlich irgendwo im Sandkasten hockt, wirklich nur als Anbrüll-Objekt Beachtung findet.

Die Simpsons wären nicht so lustig, wenn Matt Groening nicht so genial wäre; alleine diese Szene könnte ich mir schon wieder stundenlang angucken. Simpsons-Szenen – und überhaupt fast alle Simpsons-Episoden – sind in ihrer ästhetischen Wirkung verwandt mit guten Popsongs: je öfter man sie sich zu Gemüte führt, desto besser werden sie, desto besser versteht man sie, desto mehr liebt man sie.

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Zum Darwin-Jahr IV

Hamster & Schlange befreien sich von ihrer Artigkeit:

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PLACEBO: Heute Battle, morgen Weltherrschaft

Das Wichtigste wird wirklich – Ein Blogeintrag voller Verherrlichungen, Personenkult und argumentlosen Riesensätzen anlässlich des neuen Placebo-Albums

‚Seid Ihr eine britische Band?‘

Brian: ‚Ich weiss nicht, was wir sind. Ich sage immer, wir sind eine europäische Band. Aber wen interessiert das? Ich habe die Idee, Musik irgendeine Art von Nationalität anzuheften, nie gemocht. Es ist nur Musik. Ich finde es komisch, wenn beispielsweise bei Mogwai die schottische Fahne über der Bühne weht. […] Es gibt nur gute und schlechte Bands. Wir sind eine gute.‘ (unclesally*s Nr. 147, Juni 2009)

„Wir haben das Ziel, die größte Band der Welt zu werden. Über uns sind nur noch U2 und die Stones, aber die kriegen wir auch noch.“ (Brian Molko in: Visions Nr. 195, Juni 2009)

Placebo sind ein Glücksfall für die Menschheit. Diese drei Götter, die in Form von Menschenwesen wie unsereins die Höflichkeit und Großzügigkeit besitzen, uns mit ihrer allumfassenden Herrlichkeit regelmäßig auf Platte und vor allem live zu beglücken, haben wahrhaftig nicht mehr alle Tassen im Schrank, reden in Interviews prinzipiell nur größenwahnsinnig bis pubertär-sexualisierten Irrsinn, machen seit inzwischen fast 15 Jahren sowohl privat als auch öffentlich alles richtig, was wichtig, und alles falsch, was unwichtig ist, und saufen, rocken, ficken und drogen sich ansonsten die Seele aus ihren schönen Leibern, dass es nur so kracht. Ich verneige mich im Namen des Weltkommunismus hiermit offiziell vor ihnen und ihrem Gesamtwerk.

Und wo war nun der Lyzi solange gewesen?
Tja, Leute, der Lyzi hatte keinen Bock, dem hirnlosen Sponti-Abschaum, der sich so für allen möglichen Internet-Quatsch interessiert, weiterhin Begriffe ins Gehirn zu prügeln, die ohnehin keiner reingeprügelt bekommen möchte, denn der Lyzi hat sich lieber gefreut, und das nicht zu knapp.

Es stand nämlich an: Das am eigenen-Leibe-Erleben der Sensation eines neuen Placebo-Songs; dieses Unverbrauchte, einschneidend Neue, wenn man ihn erst ein paar mal gehört hat, sich noch in ihm, also der eigenen Welt, die er einem eröffnet, zurechtfinden muss; der Genuss dabei, den Text mit jedem weiteren Male Hören langsam auswendig zu können, sich dann nach und nach an den von ihm ausgehenden, unwiderstehlichen Sog zu gewöhnen, in ihm zu wohnen, ihn zu einem Teil von sich zu machen. Dann, nach hundertfachem Hören, das Warten auf die nächste neue Veröffentlichung; die ständige Anspannung des Fans, welche sich dann in orgastisches Wohlgefallen auflöst, wenn es endlich so weit ist und der neue Track – meinetwegen auch ein mit Handy in Kofferradioqualität von japanischen TV-Shows mitgeschnittener Song, auf Youtube hochgeladen, wie diesmal bei „Ashtray Heart“– schließlich läuft, man endlich in ihm baden kann. Die noch um ein vielfaches gesteigerte Freude, wenn sogar eine Menge an Songs, ja ein ganzes neues Album da ist und erschöpfend erkundet und ausgekostet werden will. So war es vor kurzem wieder bei „Battle For The Sun“ und „For What It’s Worth“, den beiden vorab veröffentlichten Songs, die am Anfang, wie immer, befremdlich daherkamen (immer wieder die bangen Fragen, die nach dem Erklingen der ersten Töne im Raume stehen: Sind Placebo endgültig verrückt geworden? Was machen sie jetzt wieder? Kann Molko noch singen? Oh ja, er kann, und wie!), weil sie sich anschickten, den gewohnten Placebo-Rahmen noch um einige weitere Dimensionen zu bereichern, sich aber inzwischen fest als Teil ihres Gesamtwerks eingepasst und damit auch als Teil der darbenden Fanseele etabliert haben. (Der Neid, den man als langjähriger Fan Leuten entgegenbringt, die den irren, genussreichen Moment noch vor sich haben, das erste mal „Nancy Boy“ oder „Scared of Girls“ hören zu dürfen, ist nicht zu beschreiben; was da nämlich auf sie wartet wird ihre Existenz, deren Vergänglichkeit und überhaupt die gesamte Welt in neuem Licht erscheinen lassen.)

Ein neues Placebo-Album ist also da. So müssen sich die Bolschewiki 1917 gefühlt haben: endlich, das Wichtigste wird wirklich.

Brian Molko, dieser kluge, weise, würdevoll durch die Welt wandelnde Wahnsinnige „singt“ nicht, er meißelt seine Worte mit magischer Inbrunst ans Firmament des Weltgeists. Die Stücke von Placebo sind nicht einfach nur „Songs“ oder „Lieder“, sondern akustische Gottesorgasmen, die mit kristallklarer, jedem einleuchtender Präzision das innerste Gerüst der Schöpfung hörbar machen (und man glaubt ja leider gar nicht, wie wichtig es ist, dass, in einem Land zumal, in welchem 80 Prozent der Germanistikstudenten Legastheniker sind, die Kommunistische Partei verboten ist und Guido Westerwelle frei rumlaufen darf, einmal etwas für jeden -naja, fast jeden: die Single „For What It’s Worth“ ist in die offiziellen dt. Charts auf Platz 32, das Album auf Platz eins eingestiegen – einleuchtend ist, wenn schon eh niemand etwas versteht, geschweige denn begreift, am wenigsten Kunst) . Diese Band kann man nicht nur hören und lieben, in dieser Band kann man LEBEN; Placebo sind eigentlich keine Band, sondern Institution, Religion, eigenes Genre, ein Paralleluniversum für sich, wie die Millionen Fans, Placebo-Parties, -Internetforen, -Devotionalien etc. beweisen. Fan zu sein bedarf es dabei wenig; man fragt keinen Placebofan, ob er denn auch ein richtig „großer“ Fan sei, das versteht sich von selbst, denn es ist die objektive Größe, Güte, Komplexität, Weisheit und Herrlichkeit dieser Gruppe, die bestimmt, dass man großer Fan ist, nicht der subjektive Wille zum Fansein. Wer Placebofan ist, ist Riesenfan – es wird ihm schwer gemacht, kein solcher zu sein. Ihre Konzerte sind keine „Shows“, sondern Gottesdienste, die einen sprachlos, allumfassend befriedigt und glücklich zurücklassen, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung von dem zu haben, was dort gerade mit einem geschehen ist. (Placebo sind für die Popmusik in etwa das, was LYZI‘S WELT für die Blogosphäre ist: Rettung und Erlösung aus dem Stumpfsinn der langweiligen, verblödeten, geist- und kunstlosen Durchschnittlichkeit.)

Das neue Album mit dem – zumindest für Leute, die mit den Biografien der Bandmitglieder und der Bandgeschichte vertraut sind – so treffenden wie wunderschönen Titel „Battle For The Sun“ ist mal wieder sowas von arschgut geworden, dass eigentlich jede Besprechung ein Hohn und eine Beschmutzung der darauf befindlichen Musik darstellt, weil eine solche sich doch nicht annährend mit dem dort dargebotenen messen lassen, geschweige denn auch nur die Anmutung einer Rezeptionserfahrung vermitteln kann. Die CD knallt dem standesgemäß bisexuell-langhaarig-drogensüchtig-kommunistisch-jüdischen Hörer gleich mit dem Six-by-Seven-esken ersten Track „Kitty Litter“, einem der fünf besten Placebo-Songs überhaupt (und das soll – bei insgesamt über hundert – etwas heissen), alles an Gutem & Bösem aus der Birne, wie es zuletzt höchstens „The Bitter End“, „Brick Shithouse“ oder eine der neueren Live-Versionen von „Every You, Every Me“ vermochten. Da Genies aber bekanntlich nicht nur strebsam dem Wahren verpflichtet, sondern auch immens großzügig sind und selbst dann noch mit Leichtigkeit einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln, wenn der normalverblödete Indiepunk-Straßenmusikant à la Rocko Schamoni schon wieder im veganen JUZE rumnörgelt, ist dies noch nicht mal der beste Song des Albums, das eigentlich mal wieder nur aus akustischen Skizzen zum Studium universalistischer Genialität besteht statt aus bloßer Popmusik. Was nämlich „Devil In The Details“, der beste Geniestreich mindestens seit „Song To Say Goodbye“, wenn nicht aller Zeiten, überhaupt darstellt, wird das Politbüro vielleicht in ein paar hundert Jahren einmal herausgefunden und verkündet haben, heute jedoch kleben wir verloren in unseren Kammern darbenden stalinistischen Arschlöcher schlicht an den hübschen, ewig gothic-mädchenhaft sich kämpfend für uns aufopfernden Lippen Brian Molkos und beten, dass er niemals damit aufhöre. Das Titelstück „Battle For The Sun“ ist ein ordentlich daher rumpelnder Hit mit Queens-of-the-Stoneage-Intro, das sich aber nicht mit deren Wüstensäuferrock-Ästhetik begnügt, sondern ab der Mitte mit Streichern, Pathos und allem drum & dran was man von der besten Band der Welt halt so gewohnt ist, daherkommt. (Live natürlich nochmal um einiges besser, wie ich mich vor kurzem persönlich in einem mit ca. 800 bewegungslos vor sich hin kreischenden, zitternden und heulenden Teenie-Zombies aller 17 Geschlechter vollgequetschen Club habe überzeugen können; Gewinnspielkonzerte und Fanshowcases, was seid ihr doch für Höllenpaten des Luzifers, wo es doch so wunderbare Riesen-Arenen gibt, welche prinzipiell frei von jener Sorte Underground-Vollidioten sind, die in ihrer nicht tot zu kriegenden Bewusstlosigkeit jedes Konzert, das mehr als 12 Besucher hat, schonmal grundsätzlich als kommerziell-faschistische Zusammenrottung diffamieren.) „Ashtray Heart“ kommt mit spanisch singendem Backgroundchor sehr schick und unprätentiös daher und ist somit eine Hommage an die befreundete Band Ash, den Pionieren des Gute-Laune-Beachpop-Wave. „Speak In Tongues“ ist vor allem wegen seiner stalinistischen Lyrics „We can built a new tommorow – today“ wunderbar, „Julian“ hört sich, so wie die Elektrobeats am Anfang gluckern, an, als wäre es auf einer Unterwasser-Loveparade aufgenommen und steigert sich dann hinein in eine gar nicht mal so Placebo-typische, aber trotzdem geniale, sich ganz zum Schluss an der Melodie von Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ entlang hangelnde Hymne und „Breathe Underwater“ ist so voll mit jener innig geliebten, nur von Placebo herstellbaren Ewige-Jugend-Sommerabend-am-Lagerfeuer-Rumknutschen-Euphorie, dass es wohl imstande ist, sogar Tote, wenn nicht gar Morrissey-Fans wieder zum Leben zu erwecken.

Überhaupt rumpelt, kracht, trommelt, knallt, scheppert, trompetet, geigt, piept, fiepst, blitzt und backgroundsingt es auf diesem Album an allen Ecken, Enden und Anfängen. „Kings of Medicine“, ein Rihanna-inspirierter Überraschungsei-Knallfrosch von einem Song, krönt und beendet das reguläre Album goldrichtig.

Was soll man weiter die Musik beschreiben. Gehörlosen bringt es eh nichts und der Rest kanns ja selber hören – Beschreiben ist prinzipiell was für die positivistischen Hirnlosen und Bestimmungsfeinde, denen verbindliche Resultate zu brutal sind und deswegen lieber der Meinungsvielfalt und ähnlicher Demokratenscheisse das Wort reden. Die drei Bonus-Tracks („In A Funk“, „Unisex“ und „The Movie On Your Eyelids“) jedoch, die sich auf das Limited-Edition-Boxset und die japanische Albumversion verteilen, sind mir noch eine Bemerkung wert, da sie a) von allen angeblich sachverständigen Hosenscheissern und Flachwichsern der Musikjournalisten- und Bloggerszene in ihrer Hatz nach dem schnellsten und schlechtesten Album-Review sträflich missachtet wurden (überhaupt ist davon auszugehen, dass die meisten von ihnen die Platte wohl noch nichtmal ein einziges mal komplett gehört haben) und b) alle drei ganz große klasse sind (vor allem „In A Funk“ ist mal wieder die Auferstehung des Allmächtigen) und den doch immer recht pejorativ wirkenden Zusatz „Bonus“ nicht verdient haben. Bei Placebo gibt es keinen Bonus, nur Luxus im Überfluss. Kein Song von ihnen ist wirklich schlecht, selbst die lustlos hingerotzten und fies produzierten schwachen Stücke vom fürs Oeuvre trotzdem wichtigen, wenn auch nicht essenziellen dritten Album „Black Market Music“ sind noch immer zig Mal besser als alles andere, was derzeit so an Elektro- oder Emodreck in den CD-Playern dieser Welt vor sich her rotiert, sogar die hinterletzten instrumentalen Elektro-Noise-B-Seiten sind schlicht Notwendigkeit im Gesamtwerk (und die neun Live-Tracks aus Kambodscha auf der Limited-Deluxe-Edition-DVD sind in ihren radikal überarbeiteten Arrangements eigentlich auch schon wieder komplett neue Songs).

Mitleid sollte man mit jenem Schlag Fans haben, die sich mal wieder erdreisten, irgendeinen Dreck von „Ausverkauf“, „Kommerz“, „Poppigkeit“, „Abkommen vom wahren Weg“ oder ähnlichen Schoten der gemütlich-verblödeten Gebetshäkeldeckchenkacke vor sich herzusülzen. Placebo sind, bleiben und waren klassischer Pop, ästhetisch wohlgeformter Mainstream, kein „Indie“, „Alternative“, „Subkultur“, „Glam-Rock“ oder ähnlicher Schmonzes zum Zwecke der Verarschung und Verseuchung der Vernunft und Sittlichkeit. Jeder behirnte Mensch kann nämlich froh sein, dass Placebo keinen Independent-Lo-Fi-Loser-Pop machen, jene Karikatur von Avantgarde, welche von Deppen für Deppen gemacht wird, denen Hippiejazz zu uncool ist und welche sich in ihrer erbärmlichen Banalität eben Vinylsammeln oder Bloggen über Egotronic als Distinktionspraxis erkoren haben, um sich von Minderbemittelten ihres gleichen zumindest äusserlich absetzen zu können (dass, by the way, „Unabhängigkeit“, also soziale Verwahrlosung, künstlerische Isolation, Antipop-Weltentsagung und gesellschaftliche Bezugslosigkeit, die Haupt-Tugenden des Underground, in diesen Kreisen immer noch als erstrebenswert erachtet werden, zeigt schlicht deren prinzipielle reaktionäre Ekelhaftigkeit.)

Ebenfalls sehr schlimm an der ständig gleichförmig verblödeten Fan- bzw. Kritiker-Rezeption ist wie immer das ebenso reaktionäre Raunen über angebliche Epigonen, dem man nur entgegenhalten kann, dass es gar nicht genug Placebo-Kopisten geben kann: Lieber schlecht Placebo kopieren, als eigenständig oder „experimentell“ nur Scheisse spielen. Bands allerdings wie Blackmail, KEN, Sneaker Pimps, The Veils, Starsailor, Tegan & Sara, Kent oder die unsäglichen Canaillen von den Beatsteaks werden dieser Ehre – trotz vereinzelt gut geklauter Stücke – nicht gerecht; einzig die leider inzwischen aufgelösten grandiosen The Cooper Temple Clause und vielleicht noch Interpol und Belasco konnten einige Momente des Placebo‘ schen Genies in ihr Werk integrieren, ohne dabei zur peinlichen Cover-Jahrmarktskappelle à la JJ72 herunterzukommen. Es scheint, dass Placebo ein schwarzes Loch der künstlerischen Rat- und Mutlosigkeit hinter sich herziehen – was sich bestätigt, wenn man sich mal den Horror der Placebo-Coverversionen auf Youtube angetan hat. Man kann von dieser selbstbewussten Souveränität, dieser allumfassenden Perfektion wohl tatsächlich nur geblendet sein, nie inspiriert, denn Inspiration setzt immer Unfertigkeit der Inspirationsquelle und Unzufriedenheit mit dem Vorgefundenen voraus; bei Placebo kommt sowas nicht vor, kein ernstzunehmender Künstler nimmt sie sich als Vorbild, da Scheitern vorprogrammiert wäre.

Meisterlich hingegen lassen Placebo ihre Vorbilder in ihr Werk einfließen: Siouxsie & The Banshees, Wire, Stereolab, Mogwai, Idlewild, Queens of the Stone Age, Roxy Music, Rainbirds („Song To Say Goodbye“ ist, wie bisher scheinbar noch keine Sau bemerkt hat, eine leicht umgewandelte und mit anderem Text versehene Version von deren 80er-Jahre-Knüller „Blueprint“), dEUS, Pixies, At The Drive-In, PJ Harvey etc. (die Helden aller nekrophilen Friedhofs-Katzenleichenschänderkinder, die bedauerlichen Joy Division, ignorieren wir hier mal unauffällig). Trotzdem sind Placebo keine bloße Bibliothek des geschehenen Wave-Rock, sondern halten konstant und gekonnt die Spannung zwischen Klassizismus, Erneuerung und Neuerfindung aufrecht, ohne in entweder restaurative Repetition einerseits oder experimentellen Kitsch andererseits zu verfallen – ein Fehler, der, vermutlich schlicht aus Unvermögen und nicht so sehr aus Faulheit, selbst von den besten und zurecht hochgelobten Bands (Wire, Depeche Mode, The Cure) dieser (und verwandter) Gattungen immer wieder begangen wird.

Ein solches Einhalten der Mitte nennt man traditionell Genie und es geziemt sich hier also sehr, von einem eben solchen zu sprechen. Wer, wenn nicht Placebo, ist heute genial? Wenn künftige Geschlechter von Pop reden werden, dürfen sie Placebo als zentrale Bezugsgröße nicht unerwähnt lassen oder sie machen sich vor KP & Restgesellschaft im höchsten Maße lächerlich.

„Fuck the government, fuck their killings, fuck their lies!“ (Placebo, „Soulmates“) Um sowas dem Pöbel zu verklickern, brauchen die lahmarschigen „Gegenstandpunkt“-Doktoren über hundert Seiten und ganze Seminar-Wochenendveranstaltungen. Molko, Olsdal & Forrest bringen sowas, genauso wie gelegentliche Präsidentenbeleidigungen und andere prima stalinistische Schweinereien einfach mal nebenbei in ihren Songs unter, kümmern sich in der Hauptsache aber um ihr großes, messianisches Werk der Auferstehung der klassischen Pop-Universalität.

PLACEBO – BATTLE FOR THE SUN (Dreambrother/PIAS) ist am 5. Juni 2009 als CD, CD + DVD, Vinyl, Download, sowie Limited Edition Boxset (inklusive 2 Bonustracks, Live-CD, Live in Angkor Wat / Kambodscha DVD, Making-of-the-Album-Doku-DVD, Doppel-Vinyl-LP & 2 Hardcover-Büchern) erschienen. Diesen Sommer spielen Placebo auf mehreren Dutzend Festivals in der ganzen Welt, im November/Dezember gibt es eine Arena-Tour durch Europa.

www.placeboworld.co.uk

www.placebocity.com

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Zum Darwin-Jahr III

Die Fortsetzung der Aufhebung der Arten bei den Papageien:

PS: Germanistik-Professoren geschockt: Graupapageien schon jetzt klüger als 95% aller deutschen Abiturienten!

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Zum Darwin-Jahr II

Der Beginn der Aufhebung der Arten bei den Simpsons:

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Zum Darwin-Jahr

Der Beginn der Aufhebung der Arten:

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