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Ökologisch, emanzipativ, verblödet: Jutta Ditfurth

Anlässlich des kürzlich begangenen sogenannten „Kongresses“ des jung-linksliberalen Kritik-Bündnisses „Ums Ganze“ und eines neuerlichen grotesk barbarischen Comedy-Auftritts Ditfurths in der ARD-Demokratendiskussions-Zombie-Sendung „Hart aber impotent“ zum Thema Adel möchte ich nochmal kurz auf ein Interview aufmerksam machen, das Arnold Schölzel mit Jutta Ditfurth leztztes Jahr geführt hat und mir damals schon den ganzen Tag komplett versaut hatte, denn dort faselte sich die ex-grüne Fortschrittsfeindin mal wieder ihr gesamtes Arsenal an marcuseanisch-menschewistischem Schwachsinn aus der Birne:

„Zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise hat der Multimillardär Warren E. Buffet gesagt – und so offen kriegen wir es hier nie zu hören: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Mit der Weltwirtschaftskrise ist dieser Krieg in eine neue, härtere Phase getreten. Ergeben wir uns also oder wehren wir uns so klug wie möglich? Der Marxismus reicht weit über seine Entstehungszeit hinaus, er ist auch eine Art Kompaß für eine andere Gesellschaft, in ihm kann man den Kommunismus als »verwirklichten Humanismus« entdecken, jenseits aller Stalinismen.“

Aus 150 Jahren Idealismus nichts, aber auch kein Stück gelernt. Immer noch dem Mythos von „humanistischer“ Revolution und „Linkscommunismus“, womöglich in vom Pöbel („von unten“ sic!) selbst organisierten Räten ohne Partei und mit Blümchen gegen die militärischen und polizeilichen Hundertschaften des Kapitals. Es ist der ewige grün-trotzkistische Gesamt-Hippie, der aus ihr spricht. Tausende von „Wohnprojekt“-Gemeinschaften, Kinderläden und Reformhäuser, in denen dieser Dreck seit Jahrzehnten aus braun gekifften Deppenhirnen wirkungs- und sinnlos entweicht wie stinkende Jauche, Ditfurth ist sich auch weiterhin nicht zu schade, es zu verkünden.

Aber es kommt noch besser:

„Kein Mensch wird als Linker geboren.“

Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder so dämlich wie Ditfurth wäre, und das schon von Geburt an. Schließlich braucht es einen jahrzehntelangen Degenerationsprozess, um sowas wie ein „Linker“ zu werden. Ditfurth, diese Anführerin der noch nicht vereinigten Hirnlosen aller Bundesländer, wagt es, ihrem Bewusstseinsstand gemäß durchaus konsequent, daraufhin trotzdem allen Ernstes, den Namen Marxens in den Mund zu nehmen, obwohl sie ihn nach eigener Aussage

„nicht so sehr gelesen“

hat, sondern eher

„Marcuse, Adorno, Bloch“

(Trotzki, Bakunin und Hitler darf man sich dazu denken) – natürlich fleissig und wissentlich, schließlich ist der Hauptfeind die DDR und „die Stalinismen“, die es gar nicht gibt; es gibt nur einen Stalinismus, und das ist der vom Weltgeist approbierte und genehmigte Weg in die Entsklavung der Menschheit, der Lösung vom Bann ihrer eigenen Stumpfheit und Ditfurthaftigkeit, Kommunismus eben – und sich dabei erdreistet, ihren Ideologiemüll sogar als Marxismus zu bezeichnen, wo sie ein paar Sätze weiter das Wort

„emanzipativ“

in den Mund nimmt.

„Emanzipativ“ ist auch eine dieser sehr bezeichnenden Irrsinnsvokabeln jenes Hippie-Wortschatzes, welcher sich immer noch im Namen des Kommunismus übers Bewusstsein der Massen legt: „Emanzipation“ wollen diese Spinner nämlich in dem Sinne, in welchem sich ein Querschnittsgelähmter von seiner Fähigkeit zu gehen „emanzipiert“ hat: Verkürzung, Verblödung, Abstumpfung, Beschneidung von Ordnung, Sittlichkeit, Denkvermögen und notwendiger Strenge, weg mit all dem alten Mist (vor allem mit der Dialektik), „weniger ist mehr“. Weder wovon, noch wohin, noch weshalb überhaupt man sich denn „emanzipieren“ will, wissen sie, trotzdem belästigen sie jeden, den es nicht interessiert, immer wieder mit ihrem erbärmlichen Trotzkisten-Plunder und Punker-Kauderwelsch.

„Verwendet man die Kategorien Kommunismus und Sozialismus heute, muß man irrwitzig viel erklären, was man alles nicht damit meint.“

Eben. Erklären ist ja nun nicht gerade die Sache Ditfurths, deshalb lässt sie es auch mit dem Kommunismus gleich bleiben und rollt auf der „Anti“– Schiene durch die Welt. Und warum? Weil Ditfurth nunmal Antikommunistin ist und halt so alles mögliche meint, wenn sie von „Befreiung“, „Gerechtigkeit“, „Antikapitalismus“ etc. deliriert, nur nicht den Kommunismus und den dazu erforderlichen Sozialismus. Den gabs ja schon mal in real, und Realität, das wissen die Ditfurth und ihre Hippiegemeinde, ist böse, denn sie schreckt „die Leute“ ab.

Die nachdrückliche öffentliche Nichterwähnung des Wortes Kommunismus, dieses engagierte Anbiedern beim Klassenfeind war – selbst bei Leuten, die im Gegensatz zu Ditfurth einmal Kommunisten waren – schon immer der erste und wichtigste Schritt zum Opportunismus und zur Feindschaft nicht nur gegen das ihn bezeichnende Wort, sondern zum historischen Projekt selber. Der Unterschied zwischen einem Kommunisten und einem Antikapitalisten könnte kaum größer sein: Jener hat ein verwirklichungsfähiges, vor allem wissenschaftlich entwickeltes und entsprechend konkret darlegbares, real erreichbares gesellschaftliches Ziel, nämlich die Organisierung des Sozialen um die Produktion des Gebrauchswerts herum (statt um die Konsumtion des Tauschwerts und die Reproduktion von Mehrwertquellen aka. Massenmord wie im Kapitalismus) und zudem einen BEGRIFF der momentan herrschenden Gesellschaftsform sowie Strategien zu deren Bekämpfung. Der Antikapitalist hingegen lässt schon in seiner Bezeichung vollkommen offen, von welcher Seite aus er denn den Kapitalismus blöde findet: ob er zurück in vorkapitalistische Barbarei möchte oder eventuell einen nationalsozialistischen oder islamistischen Gottesstaat haben will, ob es ihm nach einem nachkapitalistischen Zombie-Monopolismus dürstet, oder er die Anarchie, also das Recht der Dümmeren fordert oder gar für einen aus Bauernhof-WGs bestehenden Naturkinder-Flohfresser-Commünismus plädiert; ob er den Kapitalismus denn zugunsten einer besseren Gesellschaft – eben: Kommunismus – weghaben will oder er ihn eben einfach nur als modisches Accessoire des Reggae hörenden Che-Guevara-T-Shirtträgers als eine Art ewigen Widerstand ansieht, der ihn umso mehr zu einer selbstbewussten bürgerlichen Persönlichkeit „mit eigener Meinung“ ausstattet; ob er den Kapitalismus überhaupt JEMALS weghaben und durch etwas anderes ersetzen will oder ob er seinen „Anti“-Stuß einfach nur als Erkennungsplakette zur Kommunikationserleichterung mit anderen Punks benötigt, das alles wird bewusst offen gelassen. (Schließlich muss ja bei Äußerungen von Leuten des Ditfurth’schen Schlags immer mitbedacht werden, was diejenigen Gruppen und partei-ähnlichen Mafia-Konglomerate denn so real zustande gebracht haben ausser verbaler Deppengrütze, und da wirds dann sehr schnell sehr düster – man erkennt: der ökologisch-antiautoritäre antifaschistische anti-imperialistische, anti-realsozialistische Antikapitalismus hat bis heute nicht nur die ekelhaftesten Gestalten bundesdeutscher Realpolitik hervorgebracht, sondern sich auch ansonsten zu jedweder Schande bereit erklärt, die Vernunft und Sittlichkeit zu vernichten pflegten: DDR-Bürgerrechtler, 89er Konterrevolution, Rot-Grüne Bundesregierung, Antistalinismus, Antiintellektualismus etc.)

Antikapitalisten, das sind die Leute heute alle. Jeder, ob beim „Jobcenter“, an der Aldikasse oder im Arztvorzimmer, „bedauert“ inzwischen die bösen Auswüchse des kapitalistischen Systems, in dem sie, diese gut funktionierenden Zahnrädchen im Getriebe des Systems, sich wie Gefangene wähnen. GEGEN den Kapitalismus (wie auch gegen jede andere Scheisse) findet man sich im Mob schnell zusammen, FÜR die kommunistische Vernunft jedoch wird man da niemanden plädieren hören. Der Antikapitalist ist der Antikommunist auf Abruf: wo ihm später, nach der kommunistischen Revolution, einmal das Kapital als universelle Anprangerungsinstanz fehlen wird, wird er schnell „die Partei“ finden, die er für sein selbstverschuldetes Scheissleben verantwortlich machen kann, man hat das zur Genüge sehen können bei den Dissidenten im Osten.

Diese Idealisten wollen immer alles sofort und auf die humanste Weise; sie kriegen deshalb niemals etwas hin und stützen damit die herrschende Inhumanität. Statt den Kommunismus so anzugehen, wie er von Marx, Engels, Lenin etc., also den Klassikern seiner Theorie und Praxis, wissenschaftlich dargelegt wurde, stümpern sie ihn sich zu einem Kultprodukt einer alternativ-undergroundigen Commünismus-Industrie (mit Hand-Outs, Teach-Ins, Vortragsveranstaltungen, „Kongressen“, Fanzines, Stickern, schlechtem Techno und blöden Sprüchen) zurecht, welches es als unerreichbares Ideal stets hochzuhalten aber in Wahrheit natürlich nie zu verwirklichen gelte. Motto: „Undogmatisch und antiautoritär“ (Ditfurth) in den Abgrund.

Man kann es nicht anders ausdrücken, und dieser Erkenntnis wegen ist es das Interview wirklich wert gewesen: Jutta Ditfurth ist die idealtypische Über-Bloggerin; die Vorhut aller linken Transparentehochhalter, Demonstranten, Staatsgegner, Stuttgart21-Baumschützer und sonstiger Underground- und Gegenkultur-Canaillen. Sie sollte mit Bini Adamczak („Eine Definition von Stalinismus trau ich mir, hihi, jetzt nicht zu“ ), Joachim Bruhn („Marx begreifen? Joa, morgen vielleicht.“) und Daniel Kulla („Ich mache sicherlich einiges zum Zwecke der Profilierung oder um mein Einkommen aufzustocken – bei diesem Thema sieht das eher anders aus“) eine linkscommünistisch-antistalinistische Diskussions-WG aufmachen, am besten direkt in Sibirien, dann wird die Umquartierung später nicht allzu viel Zeit und Mühe kosten.

Immer wieder kommt von linken Antikommunisten ja das „Argument“, Stalin sei unter anderem, bzw. vor allem auch deswegen Scheiße gewesen, weil er „mehr Kommunisten umgebracht hat als Hitler“ (irgendein Jungle-World-Leser ): Man kann Stalin gar nicht genug dafür dankbar sein, dass er mit sozialrevolutionären Landplagen vom Schlage Ditfurth damals nicht zimperlich umgegangen ist, während wir dank Hitler hierzulande weiterhin mit diesem Stümper-Mob geschlagen sind. Die möglichst schnelle Ausrottung jener Deppenphalanx, die sich in irgendeiner linksidealistischen Form zum Kommunismus oder zu „Autonomie“ (Autonomie: Was bedeutet schon Selbstbestimmung, wenn das Selbst ein Haufen Schrott ist, der sowieso nichts anderes mehr wollen kann, als den Dreck, der ihm eh aufgezwungen wird; Autonomie in kapitalistischer Totalität: Blödsinn hoch zehn), „Emanzipation“, „Befreiung“, „Kritik“ und all diesen anderen Karikaturen von Fortschritt bekennt, ist eine der dringlichsten Schritte auf dem Weg zum Kommunismus. Ohne diesen wird die Welt auch die nächsten Jahrhunderte einer Hölle gleichen, deren geistige Vorboten sich z.B. schon im Programm des unsäglich reaktionär verblödeten Unrast-Verlags ankündigen.

Das kindische Polit-Manager-Pack von „Ums Ganze“ (neben den beiden Ehren-Canaillen der Entmarxisierung jeglicher Theoriebemühungen, Michael Heinrich und Frieder Otto Wolf, waren auch fast alle anderen üblichen Studentenhippies, die in ihrer Freizeit Power-Point-Vorträge für anarchistische Arschgeigen halten, zum Kongress eingeladen; da kommt zusammen, was zusammen gehört) ist gar nicht stark genug zu verachten und zu bekämpfen, das zeigt nicht erst die Einladung Ditfurths auf ihre kümmerliche Kritizisten-Veranstaltung. Ditfurth selbst, in tausend Talkshows von Demokraten-Nazis wie General Schönbohm oder Mitgliedern des Lambsdorff-Clans „argumentativ“ plattgewalzt (wer auf Argumente baut, dem geschieht sowas recht), aber immer noch Demokratin und Diskussions-Begeisterte: Daran sieht man, wie sie es wirklich hält mit der Umsetzung ihrer „Ideale“: es reicht ihr – ebenso wie den bemitleidenswerten Nachwuchs-Kretins von „Umsganze“ – schon, diese innerhalb des bürgerlichen Medienapparats zu „diskutieren“, also: der Lächerlichkeit preiszugeben – die Gewalt, die sie auch durchsetzen könnte, lehnt sie strikt ab. (Die Unannehmlichkeit, die für viele „Linksradikale“ aus der Frage „Was tun?“ bzw. aus der ihnen entgegengebrachten Forderung nach einer Praxis jenseits von Kritik oder „Theorie“ entsteht, rührt natürlich auch aus dem Umstand, dass ihre reale Lebenspraxis, wenn überhaupt existent, schlicht keinem kommunistischen Anspruch (ja, sowas sollte man tatsächlich haben) entspricht. Kein Wunder, dass sie sich da lieber aufs kritische Gefasel versteifen und zurückziehen, wenn man sich einmal ihrer „Praxis“ vergegenwärtigt; die NOT der auf Basis von genereller Unfähigkeit und Unwilligkeit erbauten Praxislosigkeit war zuerst, DANN kam der Reflex darauf, die bloße Kritik-Haltung. Sowohl bei den antikapitalistischen Ariern, als auch bei den antideutschen Adorniten, den antizionistischen Arschlöchern, wie auch den antiimperialistischen Asozialen und antispeziesistischen Anarchos ist der dreigliedrige dialektische Prozess auf die bloße ANTIthese reduziert worden; These, erst recht Synthese werden schlicht ignoriert, es interessiert nur noch das abstrakte Dagegen.)

Eines aber steht sicher fest: Wer nicht spätestens als Gast bei „Hart aber fair“ zur Stalinistin wird, hat kein Gehirn.

Nochmal Jutta Biermann:

„Wir leben in einer Diktatur auf Abruf“

Schön wär’s.

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Postskriptum zum Kulla-Elend

Die Hirntoten zucken noch: Dem Kulla wars mal wieder herbstlich und trübe in seinem geschundenen Anarcho-Seelchen, da meinte er, man müsse da mal wieder ein wenig in die Blogosphäre quengeln; prompt fand sich daraufhin der hauptberufliche Jammerlappen und bloggende GSP-Nachwuchs-Roboter MPunkt zum gemeinsamen betreuten Plauderstündchen ein und postete meterweise linke Irrtümer der letztem 150 Jahre; man gönnt sich ja sonst nichts. Das Thema, von dem beide keinen Hauch einer Ahnung haben, ist mal wieder der Realsozialismus – des deutschen Commünisten liebstes Hassobjekt.

Kullas Propagandaslogan zur besseren Absetzung seines subkulturindustriellen Schunds:

Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!

MPunkts bestechende Entgegnung:

„BRING DOCH MAL ARGUMENTE! PRÜF DOCH MAL DEN WAHRHEITSGEHALT!“

Dabei ist der Irrsinn bei Kulla und den anderen anarchistischen Antikommunisten doch schlicht, wie an anderer Stelle schon erwähnt, dass sie eine Antithese aufstellen zu einer These, die es nie gegeben hat: Niemand würde der FDP vorwerfen „Ihr seid gar keine Sozialdemokraten“, aber bei den Realsozialisten, beim verwirklichten, BEGINNENDEN, FRÜHEN Sozialismus der DDR und der UdSSR, da wird – aus objektiv antikommunistischer Motivation heraus (subjektiv meinen Kulla & Kumpels wahrscheinlich, sie seien weiss Gott wie „kritisch“ (auch so ein Ladenhüter aus Stumpfsinnszeiten, der nur Verblödung über die Menschheit gebracht hat: „Kritik“, du meine Güte!), wenn sie mit ihrer schlechten Pop-Musik auf die Leiche des Sozialismus pissen, aber das interessiert eben auch nur unmarxistische Anarcho- und Staatskritikerdeppen, was so subjektive Motivation ist) – gesagt: „Das war gar kein Sozialismus, SKANDAL, Kopf ab!!“

Nur haben halt weder Stalin, noch Mao, noch Ulbricht oder Lenin jemals die realsozialistische Gesellschaftsform als eine „kommunistische“ bezeichnet*, allein schon deshalb nicht, weil jeder gesehen hat, dass das (noch) kein Kommunismus ist, dass sowas nicht so schnell gehen kann; das merkte man ja schon daran, dass es eben noch STAATEN waren. Diese als kommunistisch zu deklarieren wäre ein Widerspruch in sich gewesen, und als kluge Marxisten wussten Stalin und Ulbricht sehr wohl, dass es bis zum Kommunismus noch einige Zeit dauern werde und betonten dies auch öffentlich immer wieder nachdrücklich (was dann wiederum von den Idealisten, Anarchisten und anderen hirnlosen Arschlöchern, in deren Tradition ein Kulla wie auch ein MPunkt stehen, wiederum als „Volksverarsche“, „Dreistigkeit“, „Herrschaft“ o.ä. verunglimpft wurde; man konnte es Leuten, die ihre eigene persönliche Unfertigkeit, ihr geistiges Barackentum (meist beschönigt als „Diskordismus“, „Subversion“, „Dissidenz“ und ähnliche Scherze) immer bloß auf die Wirklichkeit projizierten und in dieser dann Notwendigkeiten und Missstände einfach nicht wahrhaben wollten, eben noch nie Recht machen: Sagt man ihnen „Wir sind schon sehr weit“, skandieren sie: „Gar nicht wahr, Verarsche, das ist ja gar nicht das Paradies, Feurio!“, redet man schlicht die Wahrheit und verkündet „Wir sind leider noch nicht so weit, sorry, Leute“, gröhlen sie: „Verräter, Schweine, Revisionisten!“ (Jemand wie Stalin wusste einer solchen Barbarei noch wirkungsvolle Repressionsmittel entgegenzusetzen und man kann hoffen, dass seine Nachfolger dies ebenso zu tun pflegen, wenn sie die Mittel dazu in den Händen halten.)

„Staat ungleich Kommunismus“ also, das weiss selbst die Ausgeburt deutsch-ideologischer Unbildung, Daniel Kulla-Bendit, weshalb er dem zwei Monate alten Fötus vorwirft, dass dieser kein 40 jähriger erwachsener Mensch ist. So weit, so hirnlos. Das ist schlicht das Elend der idealistischen Kritik, der Stumpfsinn der Unbildung, die deutsche Ideologie in Aktion, sowas verabscheut man, sowas denunziert man, sowas zerstört man, wo es nur geht. Kulla, der ja auch ansonsten mit seinem negativen Stolz auf sein Scheissleben in seinem Blog nicht gerade zurückhaltend ist, ist nunmal: Arbeiter, Volksmitglied, jemand, der eben freiwillig die Tätigkeit der Unmündigen, also: Lohnarbeit praktiziert, den Rest seiner spärlichen Freizeit dummes Zeug schreibt und ansonsten schlechte Bücher liest (Dummheit verpflichtet halt). Von so jemandem kann man genau so wenig sinnvolles erwarten wie von einem Vollidioten namens MPunkt, der noch ernsthaft in seiner revisionistischen Argument- und Agitations-Soße mit so einem dahergelaufenen Komplettdeppen und Demokraten wie Kulla diskutieren will, anstatt ihn, wie sich das für Kommunisten gehört, auf saubere stalinistische Weise publizistisch zu liquidieren.

*Dies werde aber, so einer von Kullas Sekundanten, doch vom deutschen Mob, vom antikommunistischen Pöbel, von den Befürwortern der bürgerlichen Gesellschaft getan. Dieser identifiziere die DDR sehr wohl mit Kommunismus, und demgegenüber verkünde man die Parole. Man will also endlich den reinen, den wahren, den demokratischen, den von Stalins Untaten gesäuberten, also: den nicht verwirklichungsfähigen Sozialismus und rekrutiert sich dabei sein Publikum ausgerechnet aus jenen Kreisen, die den Kommunismus ohnehin unter keinen Umständen haben möchten.
Das ist diskordianische Logik, das ist anarchistisches Wirken: Die Begriffslosen mittels begriffsfreien Parolen gegens Richtige aufzuwiegeln.

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Das Argumente-Elend II

1. Das sogenannte Argument fungiert als metaphysische Schwanzverlängerung des männlichen GSP-Trottels. Stalinisten, von Natur aus großzügig bepimmelt, brauchen es nicht.

2. Der GSP hat das Monopol auf die Argument-Definition an sich gerissen und damit eine weitere lahmarschige Sorte von demokratischer Diskussionsbarbarei etabliert. Er überlässt dem Dazustoßenden folgende Alternativen: a) mitmachen bei den Hirnlosen, b) wieder nach Hause gehen und sich ob der Falschheit seiner Argumente schämen.

3. Der quasi-religiöse Erweckungskitsch der Argumentierenden jeglicher Sorte (egal ob GSPler, Poplinke, pc-Spinner, Antideutsche, Anarchisten, Antifa-Demonstranten, Maoisten, Maoamisten, Hariboianer, Wertkritiker oder die IV. Internationale) ist banalste Teilhabe am Grunzdiskurs des Steinzeitsozialismus, in welchem jede Höhle ihre eigene Theorie hat, die ausserhalb dieser keine Sau interessiert, bis der jeweilige Messias daniederkommen wird und die jeweilige unrealistische Vorstellung von Klassenlosigkeit herbeizaubert.

4. Der Beginn der Emanzipation der Klassen vom Joch der bürgerlichen Gesellschaft ist stalinistisch, oder er ist nicht.

5. Wer einmal in der Argument- und Diskussionsscheisse drin ist, kommt da unenthirnt nicht mehr raus und darf sich ohnehin keine wirklichen, Wahrheit und Wissenschaft verpflichteten Urteile mehr erlauben, weil er aufgrund seiner Position im irrationalen commünistischen Kasperletheater auf so viele andere Deppen, die er sogar oft schon als solche erkannt hat, Rücksicht nehmen und Loyalität walten lassen muss, so dass er letztlich selber nicht mehr weiss, welche Marionette er in diesem jämmerlichen Kindergartenschauspiel darstellt. Sachlichkeit, Humor, objektiver Verstand sind ab diesem Moment ausser kraft gesetzt. Das Mitglied des globalen Argumentiervereins ist einzig und allein der Sektendisziplin, dem Blogtraffic, seinen Linkaustauschpartnern und der eigenen Theoriehöhle verpflichtet und eben nicht Wissenschaft, Wahrheit und Revolution.

6. Das mittelfristige Ziel linker deutscher Argumentationsbarbarei liegt nicht etwa, wie von all den sprachgestörten Blogdiskutanten idiotischerweise immer wieder propagiert, in der klassenlosen Zukunft, sondern lässt sich schon heute vorzüglich in als Realpolitik verwirklichter Gestalt studieren: In Form der Alt-68er, der demokratischen Erneuerer aus dem Osten und der nationalliberalen Nazienkelsippschaft namens „Die Grünen“. Wer der Welt nochmals so etwas zumuten will, kann nur ein konterrevolutionäres Arschloch erster Güteklasse sein.

7. Er ist zwar ein Depp, aber auch er hatte mal seine hellen Momente:

„Was hilft’s, jemanden belehren und aufklären zu wollen, wenn er ein handfestes Interesse daran hat, dumm zu sein oder wenigstens so zu erscheinen. Und diese Leute haben ein Interesse daran, dumm zu sein oder wenigstens so zu erscheinen, weil die Dummheit jene Schlechtigkeit begründet und entschuldigt, zu der sie Lust hätten: die Vertreibung, das Pogrom.“ (Wolfgang Pohrt, 1982)

Argumente sind sind in diesem Zusammenhang wie Antibiotika: Sie sollen gegen die Scheiße helfen, wirken aber nach einiger Zeit nicht mehr, da die Idioten gegen sie immun werden.
Das Ergebnis von Argument-Bombardements in 99,9 Prozent aller Fälle: Produktion von Dummheit, Unbewusstsein, Idealismus, Reaktion. Deshalb spart man, als jemand, der es mit der Subjektwerdung der Individuen ernst meint, mit Argumenten, wo man nur kann und beschimpft den begriffslosen Pöbel so oft wie möglich, um ihm jegliche Illusion und jegliches Selbstbewusstsein zu nehmen. Das kann man für die Revolution tun, mehr nicht.

8. Argumente selber sind Teilhabe am spätkapitalistischen Unrecht, indem sie die erkaltete Welt als eine darstellen, in der man noch miteinander diskutieren könne.

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Die Argumentpest greift weiter um sich

Immer wieder werde ich, obwohl ich doch lediglich weises, wissenschaftlich eh schon längst nachgewiesenes, verbittertes Drübersteher-Gepöbel von mir geben möchte, weil ja schließlich auch die Zielgruppe lesender Weltgeistjünger bedient zu werden hat, von allen möglichen Hobby-Diskussionsdemokraten, die eine schlecht zusammengekleisterte Rechtfertigung ihrer jeweiligen Wahngebilde dem diskussionsfreudigen Pöbel gerne als Argument unterjubeln, fehlender Argumente bezichtigt.

Mal ganz davon abgesehen, dass das in etwa so sinnvoll ist, wie einem Atheisten vorzuwerfen, er sei nicht gläubig, sei hier nochmal kurz festgehalten:

DAS ARGUMENTIEREN IST DER TOTENGRÄBER DES STALINISMUS!

Klar also, dass ich da nicht mitmache.
Wer Argumente braucht, zeigt damit nur, wie schlecht seine Ausdrucksform, wie unausgegoren seine Gedanken, wie hinterwäldlerisch seine Theorien sind. Was des Arguments bedarf, ist in den unzähligen hobbykellermarxistischen Troglodytendiskussionen auf diversen Blogs und in mies gelayouteten Studentenpresse-Erzeugnissen als „Diskursbeitrag“ o.ä. codiert und war aber in Wahrheit schon immer die genuine Entäußerung des faulen, schäbigen, verschandelten, beschnittenen Bewusstseins.
Als wäre es nicht schon stumpf und sinnlos genug, dass diese Eunuchen mit ihrer Idiotie die Welt verseuchen, so wächst sich diese Praxis zur Komplettkatastrophe aus, wenn dieser heute in allen Szenen herrschende alternative Bierzeltverein seine universale Bananigkeit auch noch als Aufklärung, Kritik, Sachverstand ausgibt.

Ich halte das, als Kommunist, der Revolution einfach nicht zuträglich, und bitte deshalb freundlich aber bestimmt die betreffenden Herr- und Damenschaften, dies doch zukünftig zu unterlassen und stattdessen wieder Halma oder Mallefiz zu spielen.
Danke.

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