Tag-Archiv für 'gegenstandpunkt'

Sternstunden des BRD-Linksradikalismus (I)

„So groß ist der Glauben des Marxisten an Marx, dass er gewöhnlich davon Abstand nimmt, ihn zu lesen.“ (Dávila)

gsp trotzki greatmoment

(hier das Original von greatmomentsinleftism.blogspot.de )

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Vorläufige Lösung des Arschlochproblems: Nazis bitte draußen bleiben!

„Seit 1961 wurde der Schriftsteller von der Stasi überwacht, nachdem er sich für den DDR-Schriftsteller Uwe Johnson eingesetzt und den Bau der Berliner Mauer in einem offenen Brief verurteilt hatte.“ (Wikipedia über Günter Grass)

Der Staat Israel hat heute den deutschen Ex-Waffen-SS-Nazi, Judenkritiker*, Holocaustrelativierer, Geschichtsklitterer und antikommunistischen Russenfresser Günter Grass zur persona non grata erklärt und ihm Einreiseverbot erteilt. Grass, der seit Jahrzehnten in dem Wahn lebt, er sei ein Dichter, hatte innerhalb seiner großangelegten Revanchismus-Kampagne mittels eines schlecht geschriebenen postmodernen Hetzgedichts die endgültige Ausrottung aller Juden als durchaus friedensfördernd und überhaupt recht angemessen impliziert und sich dabei mit den niederträchtigen Interessen des faschistischen Gottesstaatsregimes Iran, von dessen obersten Friedens-Gangstern er inzwischen natürlich Lob und Zustimmung erhielt, gemein gemacht, wie es nunmal in der Tradition sozialdemokratischer deutscher Literatenhetzer liegt. (mehr…)

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Referenzen

Anderleuts Kommentare über einen selbst aufzubereiten und zur Schau zu stellen, hat prinzipiell etwas von dieser Klappentext-Referenzen-Ekelhaftigkeit, die jeder vernünftige Mensch zurecht verachtet, weil sie bloße Reklame ist, aber so tut, als seien die für diese bezahlten Lobpreiser der eigenen Scheiße unabhängige Gütesiegel-Vergeber. Auf jedem zweiten Roman eines US-Schriftstellers prangt inzwischen schon auf dem Cover eine fette Empfehlung von Stephen King persönlich, die feststellt, wie genial und großartig der betreffende Autor sei; das wird natürlich schnell lächerlich, denn von Leuten, die prinzipiell alles super finden, will kein vernünftiger Mensch gelobt werden. Im Falle dieses Blogs jedoch ist es genau umgekehrt: Ich kenne und mag all diese Leute nicht, die sich in den letzten knapp zwei Jahren bemüßigt gefühlt haben, ihren stumpfen, irrelevanten Senf zu mir abzugeben – zudem soll die Sammlung der Kommentare von meinungsbesitzenden Idioten, Argumentierlehrlingen und Sittlichkeitsverpestern keine Empfehlung sein, sondern ein entzückendes Panorama der Zustände des gegenwärtigen deutschlinken Bewusstseins und der stupidesten Stämme von Bloginteressierten aller Klassen und Richtungen liefern. Wenn sie schon nichts kapieren, so nutzt man sie wenigstens zu Bespaßungszwecken.

Auch eine solche Anthologie des Hirnausflusses gelangweilter Gaffer und Geiferer hat natürlich die Anmutung einer stolzen Präsentation der Jagdtrophäen erfolgreichen „Getrolles“ – Trolle aber, gemeinsam mit den sogenannten Fakes die Juden des Internets, gibt es nicht. Hieß es früher noch „Kauft nicht beim Juden“, grunzen dieselben debilen Faschisten heute siebentausend mal pro Tag in sämtlichen Internetforen und Blogs die Phrase „Don‘t feed the troll“; die Funktion ist in beiden Fällen dieselbe: das Nichtpassende, Inkommensurable, Unbegriffene, Heimatlose, Nomadische, Unauthentische (nichts anderes heisst „Fake“), Künstliche, Wurzellose, Volksferne, Undeutsche soll qua Verniedlichung oder direkter Vernichtung als abgeschmackt, albern, überflüssig entwertet werden. Trolle und Fakes (vgl. auch sogenannte „Offtopic“-Beiträge, wobei immer ausgerechnet jene Kretins, die der „Themen“-Ideologie zum Opfer gefallen sind, bestimmen, was off- und ontopic zu sein haben) werden deshalb, wo nicht direkt vom zuständigen Administrator-Blockwart gelöscht, zumindest der Regressivität des Volkszorns preisgegeben.

Trolle sind deshalb weit höher zu bewerten als jener niederste Abschaum bürgerlicher Engagement-Barbarei – die notorische Landplage namens Blogger –, denn Trolle produzieren Reaktionen, die es sonst nicht gegeben hätte, betreiben also objektiv eine Form von Sozialwissenschaft und erzeugen zudem noch Zwietracht, also Klassenkampf (bei welchem sich dann auch zeigt, dass die wahren Trolle in Wirklichkeit jene sind, die es sich unterm Dach der ordnungsgemäßen „Seriosität“, die nur eine weitere Formel für nachdrücklich ausgeübtes Unrecht darstellt, bequem gemacht haben – die Seriösen sind es, die mit ihrer Verteidigung elender Verhältnisse letztlich die vernünftige Sache immer wieder untergraben, Leute verarschen, Wahrheit vereiteln, Dinge nicht ernst nehmen usw.).

Der Troll erinnert den Mob an seine eigene Dummheit, das darf nicht sein, deswegen muss er weg, oder besser noch: „raus“, so wie in Deutschland grundsätzlich immer alles, am besten „sofort“, RAUS muss: „Ausländer raus!“ (Nazis), „Nazis raus!“ (Antifa), „Bundeswehr raus aus Afghanistan!“ (Die Linke), „Die Linke raus aus den Parlamenten!“ (CDU), kulminierend im Ausverkaufsspruch Nummer eins des deutschen Einzelhandels „Alles muss raus!“

In Wahrheit muss natürlich nichts raus, im Gegenteil, alles muss rein, und zwar am besten direkt hier in den Blog, dem progressiven Ansinnen nachkommend, immer wieder jene Idioten vorzuführen, die ihre degenerierte Begriffsgrütze weiterhin gnadenlos unters Volk scheißen:

„In der Sicht von L[yzis] W[elt] (und mancher prosowjetischen linken Strömung) ist jegliche Kritik an der Politik der Bolschewiki, wie sie jeweils gerade war, und das war ja auch nicht gerade linear, so sagen wir mal von der Zeit vor den April-Thesen bis zum Sieg Stalins, immer per definitionem „konter“revolutionär, denn es gilt ja umgekehrt, daß die Partei immer Recht hatte. Ist doch ganz einfach, oder?“

Neoprene, anarchistischer GSP-Blogger

„wobei lyzis wahrscheinlich eher ein troll ist, der mit seinem stalinismus leute ärgern möchte. oder er ist wirklich verrückt.“

Bigmouth, Blogger und Psychiater

„Dieser Blog beinhaltet mit Abstand den größten politischen Schwachsinn dem ich in meinem jungen Leben bisher begegnet bin. Aber was will man auch erwarten bei einem Blog, bei dem sich der Verantwortliche selbst als „Väterchen Administrator“ betitelt. Ihr tut mir Leid, wirklich, aus tiefstem Herzen.“

„Luemel“, ein User des „Gulli-Boards“

„du bist echt ne geile mischung aus heterosexistischem asipunk und spiessigen politphilosophenbeamtentum.“

N.N.

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Israelsolidarität 2010

1. Empörung bei (anti-)deutschen Israelfreunden: Hamas und Linkspartei sind bescheuert, na sowas!

Vor Israels Küste sind ein paar Terroristen getötet worden, eigentlich ist also alles prima gelaufen für Israel und die IDF, man könnte die Sache abhaken und sich wieder beruhigt wichtigeren Dingen widmen, sich in seinem Mossad-T-Shirt in die Sonne legen, pro-westliche Unzucht treiben, in 1-Euro-Läden kleine sowjetische Spielzeugpanzer kaufen, VAN SHE hören und Goethe lesen zum Beispiel.

Aber deutsche Linke, bzw. undeutsche Rechte, also antideutsche Post-Linke, die auch als postantideutsche Ex-Linke bekannt sind, entblöden sich mal wieder nicht, gegen ein ihnen wesensgleiches Pack zu demonstrieren und „Solidarität“ zu üben; zum aktuellen Hauptfeind wurde die miefige kleine Splittergruppe aus ehemaligen SPDlern, WASGlern, PDSlern, parteilosen außerparlamentarischen Emanzipationsidioten, Grundeinkommensbefürwortern, den dümmsten und opportunistischsten Ex-SEDlern und sonstigem Anarchogekröse, die im deutschen Bundestag mit 11,9 Prozent der Wählerstimmen vertretene Partei „DIE LINKE“ erkoren.

So erbärmlich eine „antideutsche Kritik“ ist, der gegen diese Linkspartei nichts besseres einfällt, als über Wochen hinweg die Tatsache anzuprangern, dass drei ihrer Bundestagsfraktionsmitglieder mal wieder bei einer antisemitischen Terror-Aktion teilgenommen haben (so groß ist die gemeinsame ideologische Basis mit jener Alternativ-SPD, dass den Antideutschen nur noch solche popeligen Unwichtigkeiten anprangernswert, „kritikwürdig“ sind), so stolz scheint man darauf zu sein, endlich mal auf noch Hirnlosere zu treffen, denen man im Gestus von Leuten, die schon ein Theorie-Verblödungs-Krabbelgrüppchen weiter und somit „wissend“ sind, voll cool studentendeutsch „Faktenresistenz und Realitätsverleugnung“ (wie die ansonsten selber gern faktenresistente aka. antipositivistische und stets brav realitätskritische „Gruppe Morgenthau“ ) vorwerfen kann – der antideutsche Kritiker als Kollektiv-Psychotherapeut, es wird immer lustiger.

„Eigentlich, so könnte man meinen, sollte der Linkspartei angesichts ihrer obszönen Angriffe gegen Israel und ihrer jede Realität verleugnenden Verteidigung des „Free Gaza“-Unternehmens der Wind zumindest empfindlich kühl ins Gesicht blasen“,

verkündet der ebenfalls volksbewegte Demonstrant und bloggende Schweinepriester Alex Feuerherdt gleich im ersten Satz bestechend hirnlos wie immer, wird er damit doch seiner Pflicht als Blog-Haustürvertreter jener unmaterialistischen Vorgehensweise gerecht, die mit ihrer Kritik und ihrer Aufklärung „den Schleier des Unwissens“, „den Vorhang der Verblendung“ und ähnlichen Quatsch wegziehen und somit die von Antisemitismus (oder zunächst einmal wenigstens von Palästinensertüchern, man gibt sich auch in diesen jungdemokratisch engagierten Kreisen bisweilen bescheiden) befreite, fertige kommunistische Gesellschaft und andere Hirngespinste hervorzaubern will (was ja, wie jeder weiß, schon bei der „Frankfurter Schule“ von so großem Erfolg gekrönt war):

„Eigentlich“, „meinen“, „obszön“, „realitätsverleugnend“: solcherlei Ausdrücke aus der altgermanischen Mottenkiste bornierter Moralisten, Realitäts-Checker, Meinungsverteidiger, Bescheidwisser und Eigentlichkeits-Authentizisten sind die begriffliche Ausstattung der – sich eben dabei ausgerechnet auch noch ständig auf die Kritische Theorie und Adorno berufenden – selbsternannten Israelsolidarischen, mit welcher sie bemitleidenswerterweise gedenken, weltweit in ihren diskursiven Anti-Djihad zu ziehen. (Und welcher „empfindlich kühle Wind“, in einem Land voller Antisemiten? Von woher soll der denn bitteschön blasen? Von der „Israellobby“?)

Mir liegt es sehr fern – mindestens genauso fern, wie eine „Kritik“ der Antideutschen zu betreiben –, die Linkspartei und linke Antizionisten zu verteidigen (sie werden ihre Rechnung von der Geschichte ohnehin serviert bekommen), aber wer so blöd ist, ernsthaft vorm Karl-Liebknecht-Haus mit Flyern und Transparenten zu skandieren „Wer die Linke wählt, wählt den weltweiten Dschihad“ (wobei die antideutschen Jünglinge dann dankend erwidern „Okay, wähl ich eben die Grünen!“), der kann auch gleich zum CSU-Parteitag gehen und rufen: „Wer CSU wählt, wählt CSU!“ – Als wäre das den Wählern nicht eh schon bekannt.

Man sieht also: auch die antivölkischen, kritischen, ja ideologiekritischen (also dümmsten*) Israelverteidiger, die sich hier mal wieder nicht zu schade dafür waren, einen Dreckshaufen voll anarchistischem Jauche-Lumpenpack, konsens-antideutschem Konkret- und Jungle-World-Leser-Abschaum, aktiven NichthirnInnen und sonstigem dreckigem Deutschfressen-Geschmeiss zu mobilisieren, sind durchaus immer noch in der Lage, so reaktionär zu sein, sich als mit der deutschen Linken abgeschlossen habende „Antideutsche Kritik“, als gemeinnütziges „Abrissunternehmen deutsche Linke“ (Justus Wertmüller, Szene-Frei- und Vordenker) doch wieder zurück ins heimelige Nest para-volksgemeinschaflticher, pro-ideologischer Aktionismus-Wärme zu delirieren – das hat diese unter anderem von der Bahamas initiierte Deppendemo wieder einmal gezeigt.

2. Das Elend der Solidarität

Dass die israel-solidarischen Demonstranten bei ihrem Versuch, eine einflusslose deutsche Kackpartei zur bestimmenden Kraft hinter Hamas und Palästinenserterror auszumachen, auch noch abrutschen in ordinärste Pazifismushetze – Banneraufschrift: „Gegen die Kriegstreiber der Linkspartei“ –, im völligen Widerspruch stehend zu anderen Transparenten derselben Demonstration, auf denen es beispielweise notorisch enthirnt heisst, dass sich „hinter dem Ruf nach Frieden die Mörder verschanzen“, offenbart, inwieweit die elende linke Demo- und Soli-Scheiße sich durch die Hintertür der Israelsolidarität wieder in die antigermanische Bewegung eingeschlichen hat. Die Juden werden in Deutschland mal wieder instrumentalisiert, um innerlinksdeutsche Streitigkeiten so austragen zu können, dass auch noch der hinterletzte Dorf-Antifaler mitkommt und womöglich für eines jener emanzipativ-commünistischen AD-Grüpplein gewonnen werden kann – sowas nannte man als vernünftiger Kommunist, also Stalinist, vormals noch: volksschmeichelnd, anbiedernd, demokratisch, politisch engagiert, also: verblödet.

Es gibt für diesen ganzen postantideutschen Irrsinns-Zinnober aber natürlich eine richtige Erklärung, die zeigt, dass er auf einem Muster beruht, das jedwede sektiererisch-idealistische Volkseinbezogenheits-Linksgrütze schon immer kennzeichnete:
Wer geistig und praktisch, mithin politisch, schriftstellerisch, künstlerisch etc. zu nichts mehr in der Lage ist, dreht durch, wird durch die eigene Ohnmacht noch dümmer als eh schon und durch die ebenso eigene, zudem im hohen Maße selbstverschuldete Dummheit noch ohnmächtiger als sowieso – man wird linker oder antideutscher „Kritiker“ und „es“ (also die Gravitation hiesiger gesellschaftskritisch-akademischer Schwachsinnsverhältnisse) treibt einen dann in ferne Sphären, in die unnötige Breite, in die ständig Szene-Selbstverständlichkeiten auswendig runter rezitierende Streber-Langeweile, in globale Kriegsherren-Taktiererei, nach Nahost. Wo der Hirnapparat fehlt, der die Dinge genauer erkennen könnte, scrollt man die Landkarte statt in die Tiefe einfach in die Ferne und entledigt sich somit des Problems ernsthafter Auseinandersetzung, welche eben geistige Erfahrung und Anstrengung des Begriffs von Nöten hat. Als hätten sie etwas zu sagen, was wenigstens ein paar mehr Leute erreichen und beeinflussen könnte als die üblichen 200 gelangweilten Idioten der eigenen Szene, verteidigen kleinbürgerliche Antifa-Studenten aus Deutschland die Atommacht Israel – da hat man sich schweren Herzens für eine nahezu unmögliche, wirklich herausfordernde, selbstaufopfernde Lebensaufgabe entschieden, mir kommen schon die Tränen. Was dem linksdeutschen Antizionisten seine armen Hamas-Terroristen („unterdrückte Bewohner des Gaza-Streifens“), sind dem „Antideutschen Kritiker“ die bemitleidenswerten Juden; den ewigen Opfern müsse „geholfen“ werden, „Solidarität“, hier als eine Mischung aus global praktiziertem Mitleid und eigener sozialer Bedeutungslosigkeit zu verstehen, sei angebracht; was nicht passt, wird eben mal schnell durch Demo-Aufrufs-Kauderwelsch passend gemacht, dem widersprechende Vernunft stört nur. Aus einer schon bei Marx vorhandenen, nachvollziehbaren und sinnvollen dialektischen Haltung, die eben AUCH die Verteidigung wie auch immer defizitärer westlicher, bürgerlicher Errungenschaften, und somit eine gewisse Achtung vor den Leistungen Israels mit einbezog, wird – wie immer, wenn kleingruppenpsychotische Theorie und Praxis die Realitätswahrnehmung eintrüben – undialektischer, debiler Solidaritäts- und Provokations-Scheißdreck auf unterstem Niveau; selbst die für Wertmüller-Verhältnisse schlecht gewählten Worte verbergen kaum noch das dahintersteckende Begriffs-Elend.

Nun mag ich nicht beurteilen, inwieweit das Gros der israelischen Bevölkerung (der ja davon abgesehen natürlich jeder Erfolg gegen die Palästinenser zu gönnen ist), mit welcher man sich dort solidarisch zeigt, sonderlich viele Pfifferlinge darauf gibt, von hässlichen, verblödeten, autonome Burka-Kapuzenpulli-Outfits tragenden, prinzipiell nur stumpfen Juze-Schwachsinn stammelnden, faul-dreisten antideutsch-deutschen Studenten-Pfeifen mit Solidaritätsbekundungen überhäuft zu werden, die niemals erbeten wurden, aber ich maße mir mal an, zu behaupten, dass sich eine Mehrheit in Israel so etwas doch eher verbittet. Das interessiert das israelsolidarische Deppenpack allerdings nicht, es macht stattdessen ungestört in seinem Wahn, etwas zu gelten, weiter, und liefert dabei auch noch prima Argumente für die noch denkfauleren Neonazis von „Politically Incorrect“ („Aber ich sehe unser gemeinsames Existenzrecht durch Hamas und Linke oder besser durch Islam und Sozialisten bedroht!“; Kommentar Nr.7), die dann auch gerne mal die BRD-Flaggen einrollen, wenn es um die gemeinsam mit den Bahamas-Lesern ausgeübte Rettung „emanzipatorisch-europäischer Werte“ (lies: Klerikalfaschismus, Deutschnationalismus, Schützenfeste, Bratwurst, Fremdenhass) vor der „islamischen Überfremdung“ (i.e.: kurdische Flüchtlinge, Migranten aus der Türkei, Dönerbuden, afrikanische Austausch-Studenten) geht. Im Schatten der Israelflagge, hinter der man sein ordinär-deutsches Elend so gut verbergen kann, marschiert es sich scheinbar gleich viel angenehmer und unangestrengter.

Der dazu abgesonderte Diskurs-Müll, der sich auf allerlei Webseiten und in verrotzten Underground-Sekten-Schundblättern dann so niederschlägt, ist nicht minder hassenswert: Alle paar Wochen klicke ich mich, meinem Bedürfnis nachkommend, zu wissen, was die Idioten aller Anstalten wieder so treiben, durch die entsprechenden Blogs und Websites (bei den „anti-rassistischen“, also pro-palästinensischen, Israel- und Juden-Kritikern von Blogsport, diesem verachtenswertesten Drecksgesindel unter der Sonne, und den Aushilfs-Ariern vom GegenStandpunkt, die mit ihrer besonders perfiden „Israelkritik“ schon immer nur inoffizielle Politikberatung für die Hamas betrieben, ist ja eh schon alles verloren – noch schlimmer als die „Antideutschen“ sind nur noch deren Kritiker – , aber auch die ohnehin schon immer sehr instabile illusionäre Hoffnung, einige wenige der sich antideutsch wähnenden Ideologie-/Fetisch-/Wert-Kritik-Spinner seien von Seiten des hegelianischen Stalinismus [so muss man den Marxismus heute nennen, damit er als solcher kapiert wird] noch ansprech- und nicht bloß anpöbelbar, kann man – nach zahlreichen eindrücklichen Erfahrungen in persönlichen Gesprächen und der Lektüre diverser Blogs und Fanzine-Texte – endgültig abhaken) und weiß mir dabei nur zu helfen, indem ich einfach weiter mit fröhlich-resignierter Hoffnung auf eine Reinkarnation der Roten Armee warte, angesichts dieses seit Jahrzehnten immer wiederkehrend gleichen, ekelhaften, himmelschreiend dummen Transpi-Demo-Juzi-Quatschs.

Was die vielbemühte sogenannte SOLIDARITÄT anbelangt, so verhält es sich ja so: man kann solidarisch sein mit seinen proletarischen Arbeitskollegen beim Streik, man kann auch solidarisch sein mit seinen politischen Freunden, seiner Partei, seinen Genossen, seinen Kommilitonen oder anderen Einzelpersonen und Kleingruppen, die eine solche von Nöten haben; wenn man ganz bescheuert sein will, kann man sogar solidarisch sein mit der Bundesregierung, also „zusammenstehen“ innerhalb einer Gemeinschaft, deren Mitglied man ohnehin ist – das ist alles schon ekelhaft genug –, aber als kleiner deutscher Depp kann man doch nicht ernsthaft hingehen und SICH SOLIDARISCH erklären mit einer ganzen Nation, zumal auch noch der israelischen! (SOLIDARITÄT MIT ISRAEL! Das ist ja noch bekloppter als „Raven gegen Deutschland“! Israel braucht keine Solidarität von euch. Woher kommt denn bitteschön schon wieder diese Solidaritätspest, und wohin will sie und weswegen und wozu? Was glaubt ihr eigentlich, was ihr seid, ein Staat, eine Infanterieeinheit, Streikgenossen? Wer hat bei euch denn Solidarität eingefordert? Netanjahu? Die IDF? Keine Sau! Seid mal lieber solidarisch mit euren Großmüttern oder Meerschweinchen, damit tut ihr sicherlich mehr gegen Antisemitismus und Deutschland.)

Wollte man nämlich dem Interesse der antideutschen Ideologie folgerichtig willfahren, wäre es doch z.B. viel sinnvoller, dass man in Israel die Deutschen und ihren Antisemitismus auch auf antideutschen Demonstrationen so unverfälscht mitbekommt, wie sie sich nunmal verhalten, statt Palästinensertuchträger und BRD-Flaggen zu zensieren, dann gäbe es Hoffnung, dass die IDF als temporärer Rote-Armee-Ersatz endlich kurzen Prozess mit dem hiesigen Scheißvolk macht, das inzwischen dank als Fußball-Weltmeisterschaft verkleideter Nationalismus-Beförderungsmaschinerie und dazugehöriger massenmedialer Gesamtverblödungskotze auch schon wieder, „jetzt aber mal ganz im ernst“, von – zunächst noch „inneren“ – Reichsparteitagen träumt. Stattdessen zensiert und reinigt man dieses völlig gerechtfertigte Bild der BRD, verbietet den Rechten auf der eigenen Demo sogar, die BRD-Flaggen auszupacken, die gezeigt hätten, was hierzulande Sache ist, usw. usf. Eine Rechte und eine Nation, die eine solche Weißwaschlinke haben, müssen selber nichts mehr fürs „gute Ansehen Deutschlands im Ausland“ tun – die Ökofuzzis, Friedensdeppen und antideutschen doch-wieder-linken Stalingrad-2.0-Verhinderer übernehmen die Verteidigung deutscher Ehre gerne freiwillig.

3. Das Prinzip der Kritik

Antideutsche, die in ihrer anti-ideologischen Kritikgrütze lässig neben der Welt her leben und gar nicht mitbekommen, inwiefern der Widerspruch zwischen „rücksichtsloser Kritik“ [die schon bei Marx – auf den sich heutige Ideologie-Kritiker aller Verblödungsstufen ja dauernd berufen müssen, um nicht endgültig als die Antikommunisten erkannt zu werden, die sie sind – nicht nur anderes bedeutete als stupideste Zitatesammelei und das Runterrasseln von auswendig gelernten „Argumenten“, sondern vor allem eine Strategie war, den Kommunismus unzensiert in die breite Öffentlichkeit zu bringen, ohne „Vernichtung“ oder „Ausschaltung“ zu sagen (nur deshalb nannten Marx und Engels ihre Abfertigung der „Ökonomiescheiße“ (Marx) „KRITIK der politischen Ökonomie“, nicht weil sie so geil darauf waren, in der bürgerlich-reaktionären Tradition von Kritik, die spätestens mit Kant begonnen hatte, zu stehen)], ja womöglich sogar „rücksichtsloser Kritik alles Bestehenden“, wie es im neo-adornitischen Tenor der ISF, Bahamas, Phase 2, Prodomo und anderer mit ins Erwachsenenstadium verschleppten Kinderkrankheiten des Kommunismus befallenen anarchistischen Rackets immer heißt, und der dann trotzdem immer wieder praktizierten „Rücksicht auf Israel“, US-Kriege und sonstige Realpolitik, die man doch nach Selbstaussage radikal ablehnt und bekämpft, eine Dialektik offenbart, die eben das PRINZIP DER KRITIK AN SICH als Unsinn entlarvt:

Das, was sie mit der – längst zu einer weiteren Übel bringenden bürgerlichen Institution gemachten – Kritik erzielen wollen, lässt sich eben in Wahrheit bloß mit der VERTEIDIGUNG, also EXPLIZITEN NICHT-KRITIK bestimmter Verhältnisse erreichen. Auf der einen Seite sind diese Analphabeten und Ex-Palästinenser-Solidaritäts-Hornochsen also immerhin nach Jahrzehnten des Irrens zu der richtigen Erkenntnis gelangt, dass der Marxismus sich in keine eingerastete, bloß kritische Negativhaltung manövrieren darf, wenn man noch an DIALEKTIK, also Wahrheit interessiert ist, andererseits zehren sie weiter vom linksaktivistisch-lumpenintellektuellen Kritik-Konsens, dessen endgültige Abstreifung sie der kommunistischen Vernunft immerhin ein wenig näher brächte. Dass letztlich die gesamte bürgerliche Gesellschaft in ihrer Dialektik den israelischen Verhältnissen gleicht, haben sogar einige wenige Antideutsche wie Ingo Way oder Stefan Wirner erkannt – allerdings hat das diese lediglich vom Anarchismus in den Schoß bürgerlich-liberaler Ideologie und Ordnung zurückgetrieben, indem sie zum falschen Bewusstsein folgerichtig auch noch das falsche Sein hinzufügten (inwiefern Anarchismus und bürgerlicher Liberalismus letztlich nur zwei leicht verschieden gemodelte Masken desselben staats-, ordnungs-, kollektiv-, kommunismus- und verbindlichkeitsfeindlichen Unwesens sind, darf sich gerne jeder selber ausmalen).

So selbstverschuldet eng, schmal und klein ist die eigene Kritikgruppen-Scholle, dass man sich nicht nur selbst schon andauernd auf die Füße tritt (wie Bruhn und Wertmüller im Kampf um Szene-Geltung), sondern auch jene Inhalte, die eine wirklich aufrichtige und geistig die Phänomene durchdringende – statt sie nur aufzählende – Praxis der Auseinandersetzung befördern könnte, aufgrund eigener Dummheit, UND WIRKLICH NUR DUMMHEIT *, stets vereitelt. Das Ausweichen in die Breite, dieser gesamte Phänomenologie- und Radikalkritik-Dreck, ist das untrügliche Symptom von Unfähigkeit, welche die Antideutschen so fest an ihre ehemaligen linksdeutschen Irren-Vereine fesselt, je mehr sie sich qua hilfloser Denunziation versuchen, davon loszureissen.

Auch die Signalwörter, die alle diese Gruppen – ob nun antisemitisch oder antimuslimisch – teilen, verbinden, vereinen, als hirnlos vor sich herbestellende Bauern auf demselben unfruchtbaren Feld kennzeichnen und gleichzeitig den Zuständigen und Interessierten, den Volontären des politisch-sektiererischen Irrsinns als Textqualitätskontroll- und Genossen- bzw. „Eigene-Leute“-Erfassungs-Indikatoren dienen, sind überall dieselben: „Kritik“, „Emanzipation“, „Kapitalismus“, „Commune“, natürlich „Solidarität“, hier und da vielleicht noch ein bißchen „Frieden“, „Fetisch“, „Befreiung“, „Krise“, „Wertverhältnis“ und „Totalität“, damit hat sichs dann aber auch schon auskritisiert. Die Bedeutungen, die diese mehr oder weniger bezugslos aus den Marx’schen und anderen nicht kapierten Schriften mit den einschlägigen Hirn-Molotow-Cocktails namens „offene Diskussionen“ heraus gesprengten, zum bloßen „Ausdruck“ heruntergekommenen Begriffe mal gehabt hatten, sind dabei längst unterm Schutt der Dummheit und Unwilligkeit des schreibenden, rezipierenden und referierenden Fußvolks verschwunden. Das „Rekonstruieren“ ihrer einzelnen „Bezüge“ zueinander, das Sichten und Bewerten von (natürlich zu 90% eh gefälschten, also verzichtbaren) „historischen Quellen“, das Elend „diskursiver Auseinandersetzungen“ in rhizomatisch organisierten Plena oder sonstigen Großraumjammerkästen, „die Repräsentanz postkolonialer Theorie mittels popliterarischen Schreibens“, das außer Verblödung nichts bringende Hamsterrad der Kritik, das alles sind natürlich Probleme des Pöbels, also nicht die des Stalinismus.

Es wird eine nicht sehr leichte und angenehme Aufgabe für diesen sein, die Bedeutungen da wieder herauszuholen, ihren Begriffsumfang zurückzugewinnen, sie vom Schlamm der akademischen Auseinandersetzungspest zu befreien und sie somit wieder als jene Begriffe zurückzugewinnen, die einmal die kommunistische Revolution in Anschlag brachten.

_________________
*Zur Berechnung und Definition von Dummheit wird demnächst ein klärender Text auf diesem Blog erscheinen, denn diese Sache muss ja mal angegangen werden; schließlich ist die gewaltige Institution der Dummheit heutzutage die nahezu jeden integrierende Instanz schlechthin.

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Das Elend des GegenStandpunkt I: Interessiertes Weglassen bei „Ofenschlot“

Das Weglassen als Zensur, eine alte und beliebte Methode vor allem derjenigen, die sich über kommunistische Zensur erbösen, während sie hingegen selber schon in nahezu randalierender Weise zensierend, beschneidend, selektierend und ignorierend durch die Welt stolpern, hat kürzlich auch der relativistische Zitate-Blogger Ofenschlot für sich entdeckt – natürlich vollkommen im Interesse des antikommunistischen Diskussionsvereins GegenStandPunkt.

In seinem Blogeintrag vom 30. Juni 2009 zu Peter Hacks‘ Urteil über die GegenStandPunkt-Vorläufer-Organisation MG und deren Zentralorgan MSZ (siehe auch: die von begriffsloser Verwirrung nur so strotzenden „Beiträge“ und „Kommentare“ (es ist eigentlich nur Grütze, daher die Anführungszeichen) der GSP-Gläubigen, z.B. bei mpunkt und neoprene) unterschlägt er deshalb natürlich gleich mal den wichtigsten Satz Hacksens gegen den GSP-Oberguru und Berufsidealisten Karl Held, welcher da lautet:

„Wieso nennt dieser antikommunistische Linke die Kommunisten antikommunistische Linke? Das finde ich frech.“

(Peter Hacks, Verehrter Kollege, Berlin 2006, S. 291)

Auf die Antwort zu dieser Frage wartet der Weltgeist, nicht zuletzt meine Wenigkeit, übrigens bis heute. Ich denke allerdings nicht, dass ausgerechnet einer der bloggenden GSP-Bots dazu eine adäquate Antwort zu liefern imstande ist, weswegen diese Frage wohl auch für dieses Jahrhundert offen bleibt.

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