Tag-Archiv für 'gesindel'

Verschwörungsideologie und Verschwörungsideologiekritik

Es existiert seit einiger Zeit eine „Bewegung“, die wohl tatsächlich noch verblödeter als die der Verschwörungstheoretiker zu sein scheint und sich hauptsächlich in den Organen der Niedertracht namens social media und linksliberale Wochenzeitung äußert: die Verschwörungstheorie-Kritiker.

Wo Verschwörungstheoretiker Leute sind, die meinen, sie hätten geheime Absprachen aufgedeckt, deren Wesen es ist, von niemandem außer den sich geheim Absprechenden aufgedeckt werden zu können, sind die Verschwörungstheorie-Kritiker nochmal eine „Entwicklungs-“, also: Verblödungsstufe weiter: sie erwählen sich ausgerechnet die offensichtlich arg minderbemittelte Verschwöungstheorie-Szene, an die sie sich mit ihrer abstrake Jammerlappigkeit („Kritik“) wenden – ganz so, als sei da was auszurichten, was zu mehr führt als eben zur Entwicklung von Ideologe (Vebreiten von Ideologie als Kritik) zu Ideologiekritiker (Verbreiten von Kritik als Ideologie). Es zeigt schon, wie schlimm es um ihren Intellekt stehen muss, wenn sie ihr Kritik-Bedürfnis ausgerechnet an den lowest hanging fruits ausleben müssen.

Nun gehen die Verschwörungstheorie-Kritiker ja soweit, an die wahnsinnigste Verschwörungstheorie überhaupt zu glauben, nämlich die, es gebe in dieser Welt der permanenten Verschwörungen GAR KEINE Veschwörungen, obwohl täglich solche aufgedeckt werden. So hat sich der gesellschaftskritische Gratismut nur verschoben: den verwegenen Aufdeckern von eingebildeten Verschwörungen wird das Feld der Doofheit streitig gemacht durch die verwegenen Aufdecker von eingebildeten Verschwörungs-THEORIE-Zirkeln. Das Prinzip bleibt – bei aller Mühe, was besseres zu sein – dasselbe. Es handelt sich sozusagen um Verschwörungsideologie 2.0 – eine Verlängerung des eigenen Elends der Vergangenheit in die Gegenwart. Nicht zufällig sind die größten Verschwörungstheorie-Kritiker in jüngeren Jahre noch beherzte Verschwörungstheoretiker gewesen und scheint auch ihr halber Bekanntenkreis noch immer aus solchen zu bestehen – anders ist gar nicht erklärbar, wie sie immerzu die krudesten, von 99% der Bevölkerung unbeachteten und von so gut wie niemandem ernstgenommenen Verschwörungstheorien aus den Tiefen des world wide web herauskramen, um dann in ihrer kritisch-theoretischen Krämer-Mentalität noch ein paar Cent Distinktionsgewinn in ihrer Szene von gleichverblödeten Kritikern herauszuholen.

tazverschw

Inzwischen ist es soweit gekommen, dass die Aufdecker von Verschwörungstheorien die „Verschwörungen“ im Ernst schon bei den Verschwörungsideologen selbst verorten. Die taz nennt – wahrscheinlich einfach aus Wurstigkeit – Verschwörungstheoretiker nun tatsächlich „Verschwörer*innen“ und damit hat sich der Kreis des Schwachsinns wunderbar geschlossen. Man kann endlich wieder gegen Verschwörer agitieren, weil die Kritik-Bedürftigen ihre Verschwörungen nun in den Auslassungen der Verschwörungs-THEORETIKER verorten. Einfach jeder muss ganz dringend davon überzeugt werden, wie die wirkliche Wahrheit, wie es hinter den Kulissen ausschaut, nämlich: dass die größte Gefahr für den freien Westen in geisteskranken Youtubern und 17 demonstrierenden Spinnern auf dem Dorfmarktplatz besteht. Es ist wirklich ein grandioses Schauspiel, ein happening am sich selbst öffentlich lobotomisierenden Kollektiv-Hirn linksliberal-radikaler Kritik. Daniel Kulla z.B, einer der Pioniere dieser Großbewegung von seit langem in den Denk-Streik Getretenen, redet seit Jahren von „Entschwörung“ wo er „Verschwörungstheoriekritik“ meint. Wer aber bei Vernunft ist, braucht keine Verschwörungstheoriekritik, genausowenig, wie man etwa als fähiger Dichter keine Romantik-Kritik, sondern einfach Klassik betreibt. Was heute so unter „Kritik“ läuft, ist eine Erfindung von ständig am Rande der geistigen Prekarität entlang schwankenden „freien“ Journalisten – also: Komplettknechten des Presse-Monopolkapitals –, die versuchen, ihrer Unterwürfigkeit und ihrer Angepasstheit an den Betrieb eine Berechtigung zu verleihen, indem sie mit dem Ausmachen und Anschwärzen von angeblich „gefährlichen“ (also „die Demokratie unterhöhlenden“ o.ä.), in Wahrheit aber vollkommen armseligen und absolut wirkungslosen Grüppchen eine Distanz zum Betrieb vorgeben, die in Wahrheit nicht existiert (man schaue sich z.B. mal das liberale Geschmeiss an, was sich da so kritisch aus dem taz-, Jungle-World- und Ruhrbarone-Sumpf bis zu Springer empor kritisiert). Die irrsinnigen Theorien freischaffender Hobby-Verschwörungsideologen aber sind die Auseinandersetzung nicht wert. Sie fungieren als Religionsersatz, als eine neue Art des Seufzens berdrängter Kreaturen. Die einzige Kur dagegen bleibt das konsequente Ignorieren. Aber das Herumwühlen in den Seelen dieser bedrängten Kreaturen, das ständige Erspähenwollen der Fehler und Dummheiten dieser Leute ist ja auch wieder nichts anderes als das Seufzen bedrängter Kreaturen – nur halt solcher, die nur schon eine weitere Stufe auf dem Weg zur Hölle der vollendeteten Totalverblödung erklommen haben.

Die Verschwörungskritik-kritische deutsche Linke setzt ihre Prioritäten: Während veritable Verschwörungstheorien wie jene u.a. von Trump und der Bildzeitung verbreitete, das Corona-Virus entstamme einem chinesischen Labor, momentan täglich selbst in den als seriös geltenden öffentlich-rechtlichen TV-Nachrichten verbreitet werden, kümmern sich die Verschwörungstheorie-Kritiker um die Kritik irgendwelcher hauptberuflicher Drunterkommentierer. Derselbe Mumpitz, der täglich im ZDF verkündet wird, verlautbart aus dem Munde eines Ken Deppsen, würde bei ihnen wochenlange Diskussionen in zig Artikeln und tausenden Facebook-Postings nach sich ziehen. Und natürlich: die Redaktionen von Titanic und Jungle World etwa wären komplett arbeitslos, wenn es keinen Bedarf mehr an linker Verschwörungsideologie-Kritik gäbe. Was nur ein weiteres gutes Argument für deren möglichst schnelle Abstellung ist.

Selbstverständlich sind den Verschwörungstheorie-Kritikern Theorien (egal ob zu Verschwörungen oder sonstwas) schon deshalb ein Dorn im Auge, weil allein das Wort „Theorie“ sie daran erinnert, wie es mit ihrer eigenen Fähigkeit zur Theorie steht. So wird „Theorie“ bei anderen immer sofort zur „Ideologie“, während die eigenen nachgeplapperten Versatzstücke von zufälliger Menschenbeobachtung, angelesenen Ressentiments und banalstem Teenage-Weltschmerz in die Weihen edler Theorie gehoben werden. Verschwörungstheorie mag die Theorie der Theorielosen sein; aber die Kritik daran ist die der theorielosen Möchtegern-Theoretiker. Man nennt diese auch: „Kritiker“. Denn wer Theorie hätte, müsste ja nicht kritisieren – in seiner Theorie wäre schließlich das Unzureichende des Gegenstandes schon umfassend enthalten und bedürfte nicht mehr des akademischen Populismus, der sich als „Kritik“ bezeichnet.

Jemand wie Ken Jebsen ist dann sowas wie der tote Hund Chico der Verschwörungsodeologiekritiker; es geht ihnen – was sie natürlich nicht wissen können, weil, wer den Wahn noch teilt, diesen nicht erkennen kann – nicht um einen toten Hund oder um einen lebenden Hundesohn, sondern darum, dass man sich qua Profilbild-Message („RIP Chico“; „Gegen jede Verschwörungsideologie“) einer Gemeinde von Erleuchteten zuordnen kann, deren Erleuchtung eben darin besteht, genau so doof zu sein wie alle anderen, dies aber mit dem bloßen Streben nach Besonderheit (nicht der Besonderheit selbst; für eine solche müsste man sich eben sondern, gesondert sein, – was in Rudeln halt logisch unmöglich ist) schlecht zu übertünchen. Die Verschwörungstheorie-Kritik-Szene besteht aus Leuten, die sich für allerlei obskuren Scheiss interessieren, solange dieser bloß kein Mainstream ist, sondern als Underground durchgeht, und sich dabei mit dem Elan eines lerngestörten Kleinkindes auf Ideologiekritik und antikapitalistische Antigesellschaftstheorie stürzen – den beiden Verschwörungstheorieformen für Antiverschwörungstheoretiker, die sich ihre Ideologeme und Wissenshäppchen aus Szene-Boulevardblättchen wie Jungle World und Konkret zusammen gecut-upt haben.

Man mag den Verschwörungstheoretikern wie deren Kritikern zurufen, dass da, wo sie hinwollen, wir Bolschewisten schon herkommen, denn es handelt sich doch bei beiden Gesindel-Varianten um bloße Karrikaturen von Erleuchteten; – der Erleuchtete zeichnet sich klassischerweise nicht dadurch aus, dass er ständig davon schwadroniert, endlich den Ausgang aus Platons Höhle erreichen zu wollen, sondern dass er bereits aus diesem ans Licht getreten und zurückgekehrt ist, um die Gebannten (also: die an die emotionalen Staatsmaschinerien Angeschlossenen, an die Empörten und Aufgebrachten, an die Schar von in der Höhle gefesselt Sitzenden und Ditfurth-Vorträge und „Deutsch-mich-nicht-voll“-Facebookgruppen-Kommentare auf der Leinwand Glotzenden) mittels Einprügeln von Vernunft von der Notwendigkeit, zunächst mal die Änderung – meinetwegen: die Revolution – des eigenen Lebens zu bewerkstelligen, um dann – nicht die Höhle neu einzurichten, sondern: – im Lichte der Wirklichkeit als Mündiger das sittliche Geschehen zu organisieren, also überhaupt die Fähigkeit zur Revolution aufbringen zu können.
Wem das in seinem statt nach begriffsbildender und revolutionärer Arbeit bloß nach moralischer Genugtuung darbenden Gemüt schon wieder zuviel der Anstrengung ist, sollte es doch wirklich einfach bleiben lassen mit all dem ewig gleich langweiligen und vollkommen hirnlosen social-media-Gejammer und dessen sich ständig selbst prohezeienden und in Kreisen des immer größer werdenden Schwachsinns verlaufenden Aufgebrachtheits-Drunterkommentier-Gebullshitte.

TL; DR: HDF.

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Thüringen vom Ende her

Der hegelschen Philosophie heute die Geltung zu erweisen, die sie verdient, heisst z.B. ihr so betiteltes „Denken vom Ende her“ – also: das objektive Denken der Logik der Dinge selbst – auf gegenwärtige Phänomene anzuwenden. Das mag natürlich auch unter den Linken niemand gerne tun, denn es widerspricht den meisten momentan herrschenden Formen von Moral. Aber wenn nun erzählt wird, dass die ganze Thüringen-Chose von CDU, FDP und AfD – also den drei aggressivsten Interessenvertretungen bürgerlicher Macht – nach hinten los gegangen sei und letztendlich nichts gebracht, ja den Parteien und ihrer Demokratie sogar geschadet hätte, ist darauf hinzuweisen, dass, wenn man denn einmal die ideologischen Fitnessübungen von linken Szenen und Liberalen beiseite lässt, eben vom Ende her gedacht, das Gegenteil der Fall ist: Dass die FDP sich erst von Faschisten unterstützen lässt, dann diese Unterstützung willkommen heisst und einige der Granden der Partei draufhin sogar zunächst mal gratulieren, sendet ein klares Signal ans Bürgertum, also: die von der FDP am vehementesten vertretene besitzende Klasse: „Wir sind bereit. Wir könnten, wenn wir wollten. Auf uns ist Verlass. Lieber Faschismus und das Fortbestehen unserer Eigentumsprivilegien, als auch nur das kleinste bisschen Sozialdemokratie und eventueller Verlust von Besitz.“ Man sollte dieses Signal, wenn es (etwa wegen der tags darauf geschehenen lautstarken Zurückruderei) auch nicht von allen so laut vernommen wurde, nicht unterschätzen. Und man sollte auch nicht unterschätzen, wie davon die CDU (die ja für die die rechte „Integration in die Mitte“, also: die Mäßigung des Faschismus zuständig ist) und – sowieso – die AfD (die für die Integration der Konservativen in den Faschismus zuständig ist) auf längere Sicht – vom Ende her gedacht – profitieren könnten: denn es ist ja damit eine realistische Option für eine bürgerlich-faschistische Zusammenarbeit und damit auch für eine reale Verwirklichung des AfD-Programms durchaus gegeben.

„Vom Ende her gedacht“, dialektisch, ist auch das ebenso sehr nützliche Herumlavieren von FDP und CDU (selbst wenn wohl kein zurechnungsfähiger Mensch glaubt, dass bei denen irgendein konkreter Mensch zu solchem Denken imstande ist), das eben KEINE konsequente Absage an die AfD enthält, aber für gutwillige nichtfaschistische Liberale immerhin die Möglichkeit enthält, an den Mythos zu glauben, die bürgerlichen Parteien könnten sich unter Bedingungen liberaler Herrschaft NICHT auch zu konsequent bürgerlichen, also: faschistischen Parteien mausern.
Es geht bei all dem Geplänkel abseits des Landesparlaments natürlich wie immer vor allem auch darum, welche Klasse den offeneren, von der Öffentlichkeit stärker unterstützten Klassenkampf führen darf: die besitzende und zudem im Osten Deutschlands seit 1990 wieder herrschende und damit auch entsprechend (nicht nur mit Faschisten) gut ausgestattete bourgeoise, oder eben die seit 1990 nur noch in fast vollständig kampfunfähig gemachter, verbürgerlichter Form der PdL vorhandenen, nichtbesitzende, produzierende Klasse. Wo die bürgerliche Klasse einen sich unbürgerlich gebenden bürgerlichen Bürgerschreck namens Höcke hat, der zumindest etwas wollen und eventuell auch umsetzen könnte, was zwar dem Kapital nützlich, aber Teilen der liberalen Öfffentlichkeit zuwider sein würde – das schon macht seine Attraktivität beim rechten Pöbel aus – hat die andere Klasse keinen Ulbricht mehr, der nicht nur irgendwas wollen, sondern auch umsetzen könnte, was dem deutschen Kapital und seinen Medienkonzernen nicht passt. Das Mahnmal dieser Unfähigkeit heisst Ramelow. Das Mahnmal wiederum für die schiere Notwendigkeit der unbedingten Bekämpfung von Konterrevolutionen in sozialistischen Staaten heisst AfD.

Unabhängig also davon, wie das Theater im Thüringischen Landtag nun im einzelnen weitergeht, scheint es, als stünde ein Gewinner auf längere Sicht schonmal fest: die bürgerliche Demokratie (also: die völkische Barbarei). Aber die Frage beim Vom-Ende-her-denken ist natürlich immer, wo und wann denn das wirkliche Ende überhaupt stattfindet. Wir Kommunisten denken vom wahren Ende her. Und das hat ja, wie man inzwischen weiß, doch wohl immer einiges mit dem Aufkreuzen der Roten Armee zu tun. Die Bourgeoisie sollte sich also nicht zu früh freuen; kann sein, das Ende ist letztlich IHR Ende.

(Der Text ist entnommen aus meinem neuen Buch: „Mit Demokraten reden. Ein Leitgefasel“. Erscheint 1812 in der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung Tübingen, Preis: 16 Groschen.)

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Bürgerliche AfD-Kritik

Wenige Tage vor der Bundestagswahl geraten die naiven Vorzeige-Demokraten und Marktwirtschafts -Romantiker Deutschlands, die sich so gemütlich in den bürgerlichen Medien und deren Internet-Minizweigstellen eingenistet haben, mal wieder pflichtgemäß in Aufregung: Von völliger intellektueller Zerrüttung zeugende Rechenspiele werden angestellt (Niggemeier), eine Satirepartei als Helfershelfer der AfD ausgemacht (Martin Kaul/taz, ebenfalls Niggemeier), der deutsche Postfaschismus verharmlost (Böhmermann), Nichtwähler als 5. Kolonne des Faschismus gebrandmarkt (alle anderen) und allgemein so getan, als hätte es in den etablierten Parteien in den letzten Jahren nie Faschisten gegeben – Martin Hohmann, Jürgen Möllemann, Thilo Sarrazin und dutzende andere geflissentlich ignorierend.

Das Problem soll laut der nun wieder an jeder Ecke mahnenden AfD-Kritiker plötztlich nicht mehr sein, dass ca. 10% der Deutschen veritable Neonazis in den Bundestag wählen, sondern eine Partei, die dem sonst doch so hoch gefeierten demokratischen Wählerwillen lediglich Ausdruck verleiht und bloßes Symptom einer durch und durch rassistischen und sich in ihrer strukturellen Vollverblödung gefallenden Gesellschaft, ihrer Medien-“Eliten“, ihres bürgerlichen Staates und seiner kapitalistischen Wirtschaft ist, in der doch Faschismus, global betrachtet, bisher eher die Regel als die Ausnahme war. Mittendrin die bürgerlichen Linken, die sich bisher im Schönlügen des deutschen Normalbürgers und in Geraune gegen Rechtsradikale hervorgetan haben, ohne darauf zu kommen, das beide miteinander zu tun haben könnte.

Es ist die parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts, die ansonsten als höchstes Gut und Hort der gelungenen Aufklärung hochgehalten wird, die das Faschistenpack hervorbringt, ja geradezu zielgerichtet produziert – und es ist das Grundgesetz der BRD, das die entsprechenden Parteien erlaubt. Deshalb mögen all die engagierten Demokraten doch bitte mal ihr Maul halten, wenn sich nun die braune Fratze aus dem Sumpf der bourgeoisen Klassenherrschaft hervortut, sie aber seit Jahren „den Wähler“ als solchen nicht antasten mögen, weil er für sie das edle, unschuldige Wesen, das es zu respektieren, höchstens zu domestizieren gelte, bleiben soll, so wie die Kapitalknechte in den Medien prinzipiell weder das deutsche Volk beleidigen und somit in seinem Irrsinn stören wollen, da es ihnen schließlich als fruchtbarer Boden für ihren rund um die Uhr abgesonderten ideologischen Sperrmüll dient, noch die Verfasstheit des bundesrepublikanischen Staats für kritikwürdig erachten, auf den sie sich jederzeit treu berufen, solange er ihnen und ihren niederträchtigen Interessen zu Diensten ist.

Es ist nicht zu erwarten, dass sich in deutschen Journalistenkreisen jene einfache Erkenntnis rumspricht, sie seit der Brecht’schen Sentenz vom fruchtbaren Schoß für jeden denkenden Menschen selbstverständlich sein sollte: Man kann nicht gleichzeitig Verteidiger der bürgerlichen Demokratie und Faschistenbekämpfer sein.

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Donald Trump & deutsche Demokraten

Man merkt es den Empörten momentan einfach zu stark an, wie es sie stört, dass da mit Trump nun jemand US-Präsident ist, der die ganze Widerlichkeit und Hässlichkeit des „freien Westens“ und seiner bürgerlichen Gesellschaft auch noch mit dazu passender widerlicher und hässlicher Fratze repräsentiert.

So gerne hätten sie weiterhin eine Regenbogen-Einhornwelt voll Inklusion, Antirassismus und engagiertem liberalen Bürgerrechtlertum eines Obamas vorgespielt bekommen, mit dem sie sich heimlich oder offen identifizieren hätten können, um ihre sozialdemokratischen Ideale nicht über Bord werfen zu müssen.

So glücklich waren sie über Obama (der zwar Drohnenmorde, Kriege, Massen-Abschiebungen und die sonstigen üblichen Schweinereien ins Werk setzte, wie jeder andere US-Präsident zuvor) und seine objektive Funktion, dem ganzen kapitalistischen Grauen wenigstens die ernsthaft besorgte, aber zugleich auch streetworkerhaft coole, mit dem neusten Shit der nationalen Popkultur vertraute Charaktermaske zu verleihen, die das System so sehr benötigt, um von den politischen Inhalten abzulenken.

Schon deshalb ist ein ahnungsloser Proll und Polit-Hochstapler wie Trump als Präsident zu begrüßen, weil er zum bösen Spiel, ehrlich wie er ist, auch böse Miene macht. Am Spiel selber wird er nichts ändern – weder zum guten, noch wohl kaum zum sonderlich schlechteren. Aber das ist der deutschen Empörungs-(Quer-)Front egal, denn ihre Mitglieder wissen eh schon seit Monaten, dass Trump den Untergang des Abendlandes bedeutet und die deutschnationale Angela Merkel nun die „Führerin des freien Westens“ zu sein hat, um die deutsche Wirtschaft vor den Kraken-Armen Trumps gleichermaßen wie vor denen Putins zu retten. Das ist die doppelte Frontstellung des sich im Weiter-Erstarken befindlichen deutschen Imperialismus, dessen linksliberale Knechte von Sascha Lobo und Carolin Emcke bis hin zu „Bild“-Zeitung und „taz“ der herrschenden Klasse hierzulande eben wieder nur die gute Miene zum deutschen Spiel bereiten.

Es ist die unangenehme Art dieser Charaktermaske Trump, an der sich die Empörlinge, Warner, Mahner und Besorgten heute stören, nicht die Politik. Daran werden diese Heuchler beim Anblick Trumps erinnert, das bereitet ihnen die Bauchschmerzen, nicht irgendwelche Inhalte, auf die sie im großen und ganzen den Rest des Jahres eh pfeifen.

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Bunter statt brauner Nationalismus: „PEGIDA“ und ihre Kritiker

Viel wurde in den letzten Monaten in den bundesdeutschen, freien, überhaupt nicht lügenden, sondern ihre Ideologie mit bestem Wissen und Gewissen verbreitenden Medien über „PEGIDA“ einerseits und den Krieg im Osten der Ukraine andererseits gefaselt. Unbemerkt blieb dabei die Wesensgleichheit der deutschen Demonstranten und der Maidan-Proteste, mit denen vor einem Jahr die Konflikte in der Ukraine begonnen wurden.
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Referenzen reloaded

Auch weiterhin Programm: Stalinismus ohne Augenzwinkern

Ist dieser Lyzis wirklich so schlimm und grauenvoll? Ja, ist er – da ist sich das Volk einig. Es hat zwar nichts von ihm gelesen, geschweige denn begriffen, aber das Urteil ist eindeutig: schuldig, egal in welcher Anklage.
Er wird auch weiterhin alles dafür tun, diesem Urteil gerecht zu werden. (mehr…)

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Kleine Sektologie der Linken


“An wirklichem, tatsächlichem oder theoretischem Bildungsstoff ist da absoluter Mangel. Statt dessen Versuche, die sozialistischen oberflächlich angeeigneten Gedanken in Einklang zu bringen mit den verschiedensten theoretischen Standpunkten, die die Herren von der Universität oder sonstwoher mitgebracht und von denen einer noch verworrener war als der andre, dank dem Verwesungsprozeß, in dem sich die Reste der deutschen Philosophie heute befinden. Statt die neue Wissenschaft vorerst selbst gründlich zu studieren, stutzte sich jeder sie vielmehr nach dem mitgebrachten Standpunkt zurecht, machte sich kurzerhand eine eigne Privatwissenschaft und trat gleich mit der Prätension auf, sie lehren zu wollen. Daher gibt es unter diesen Herren ungefähr soviel Standpunkte wie Köpfe; statt in irgend etwas Klarheit zu bringen, haben sie nur eine arge Konfusion angerichtet – glücklicherweise fast nur unter sich selbst. Solche Bildungselemente, deren erstes Prinzip ist, zu lehren, was sie nicht gelernt haben, kann die Partei gut entbehren.”

Zirkularbrief von Marx/Engels an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a., 1879 (MEW 19, S.164f.).

Man kann sich den Linken heute nur noch mit den Mitteln der quasi-ornithologischen Kategorisierung nähern; der Weltgeist steht hinterm Baum und guckt durchs Fernglas, dadurch sieht er allerlei Sorten bunter Vögel durcheinander zwitschern. Eine dementsprechende, natürlich vollkommen „verkürzte“ (so bezeichnen die kritischen Kritiker ja immer alles, was zu deutlich an Wahrheit gemahnt), vorurteilsbehaftete und unsachliche, also absolut zutreffende Übersicht der umtriebigsten, lautesten und auffälligsten linken Sekten und ihres jeweiligen Unwesens lege ich hiermit allen Interessierten zum ausdrucken, übers Bett hängen, weiterverteilen und auswendiglernen vor. (mehr…)

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Ökologisch, emanzipativ, verblödet: Jutta Ditfurth

Anlässlich des kürzlich begangenen sogenannten „Kongresses“ des jung-linksliberalen Kritik-Bündnisses „Ums Ganze“ und eines neuerlichen grotesk barbarischen Comedy-Auftritts Ditfurths in der ARD-Demokratendiskussions-Zombie-Sendung „Hart aber impotent“ zum Thema Adel möchte ich nochmal kurz auf ein Interview aufmerksam machen, das Arnold Schölzel mit Jutta Ditfurth leztztes Jahr geführt hat und mir damals schon den ganzen Tag komplett versaut hatte, denn dort faselte sich die ex-grüne Fortschrittsfeindin mal wieder ihr gesamtes Arsenal an marcuseanisch-menschewistischem Schwachsinn aus der Birne:

„Zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise hat der Multimillardär Warren E. Buffet gesagt – und so offen kriegen wir es hier nie zu hören: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Mit der Weltwirtschaftskrise ist dieser Krieg in eine neue, härtere Phase getreten. Ergeben wir uns also oder wehren wir uns so klug wie möglich? Der Marxismus reicht weit über seine Entstehungszeit hinaus, er ist auch eine Art Kompaß für eine andere Gesellschaft, in ihm kann man den Kommunismus als »verwirklichten Humanismus« entdecken, jenseits aller Stalinismen.“

Aus 150 Jahren Idealismus nichts, aber auch kein Stück gelernt. Immer noch dem Mythos von „humanistischer“ Revolution und „Linkscommunismus“, womöglich in vom Pöbel („von unten“ sic!) selbst organisierten Räten ohne Partei und mit Blümchen gegen die militärischen und polizeilichen Hundertschaften des Kapitals. Es ist der ewige grün-trotzkistische Gesamt-Hippie, der aus ihr spricht. Tausende von „Wohnprojekt“-Gemeinschaften, Kinderläden und Reformhäuser, in denen dieser Dreck seit Jahrzehnten aus braun gekifften Deppenhirnen wirkungs- und sinnlos entweicht wie stinkende Jauche, Ditfurth ist sich auch weiterhin nicht zu schade, es zu verkünden.

Aber es kommt noch besser:

„Kein Mensch wird als Linker geboren.“

Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder so dämlich wie Ditfurth wäre, und das schon von Geburt an. Schließlich braucht es einen jahrzehntelangen Degenerationsprozess, um sowas wie ein „Linker“ zu werden. Ditfurth, diese Anführerin der noch nicht vereinigten Hirnlosen aller Bundesländer, wagt es, ihrem Bewusstseinsstand gemäß durchaus konsequent, daraufhin trotzdem allen Ernstes, den Namen Marxens in den Mund zu nehmen, obwohl sie ihn nach eigener Aussage

„nicht so sehr gelesen“

hat, sondern eher

„Marcuse, Adorno, Bloch“

(Trotzki, Bakunin und Hitler darf man sich dazu denken) – natürlich fleissig und wissentlich, schließlich ist der Hauptfeind die DDR und „die Stalinismen“, die es gar nicht gibt; es gibt nur einen Stalinismus, und das ist der vom Weltgeist approbierte und genehmigte Weg in die Entsklavung der Menschheit, der Lösung vom Bann ihrer eigenen Stumpfheit und Ditfurthaftigkeit, Kommunismus eben – und sich dabei erdreistet, ihren Ideologiemüll sogar als Marxismus zu bezeichnen, wo sie ein paar Sätze weiter das Wort

„emanzipativ“

in den Mund nimmt.

„Emanzipativ“ ist auch eine dieser sehr bezeichnenden Irrsinnsvokabeln jenes Hippie-Wortschatzes, welcher sich immer noch im Namen des Kommunismus übers Bewusstsein der Massen legt: „Emanzipation“ wollen diese Spinner nämlich in dem Sinne, in welchem sich ein Querschnittsgelähmter von seiner Fähigkeit zu gehen „emanzipiert“ hat: Verkürzung, Verblödung, Abstumpfung, Beschneidung von Ordnung, Sittlichkeit, Denkvermögen und notwendiger Strenge, weg mit all dem alten Mist (vor allem mit der Dialektik), „weniger ist mehr“. Weder wovon, noch wohin, noch weshalb überhaupt man sich denn „emanzipieren“ will, wissen sie, trotzdem belästigen sie jeden, den es nicht interessiert, immer wieder mit ihrem erbärmlichen Trotzkisten-Plunder und Punker-Kauderwelsch.

„Verwendet man die Kategorien Kommunismus und Sozialismus heute, muß man irrwitzig viel erklären, was man alles nicht damit meint.“

Eben. Erklären ist ja nun nicht gerade die Sache Ditfurths, deshalb lässt sie es auch mit dem Kommunismus gleich bleiben und rollt auf der „Anti“– Schiene durch die Welt. Und warum? Weil Ditfurth nunmal Antikommunistin ist und halt so alles mögliche meint, wenn sie von „Befreiung“, „Gerechtigkeit“, „Antikapitalismus“ etc. deliriert, nur nicht den Kommunismus und den dazu erforderlichen Sozialismus. Den gabs ja schon mal in real, und Realität, das wissen die Ditfurth und ihre Hippiegemeinde, ist böse, denn sie schreckt „die Leute“ ab.

Die nachdrückliche öffentliche Nichterwähnung des Wortes Kommunismus, dieses engagierte Anbiedern beim Klassenfeind war – selbst bei Leuten, die im Gegensatz zu Ditfurth einmal Kommunisten waren – schon immer der erste und wichtigste Schritt zum Opportunismus und zur Feindschaft nicht nur gegen das ihn bezeichnende Wort, sondern zum historischen Projekt selber. Der Unterschied zwischen einem Kommunisten und einem Antikapitalisten könnte kaum größer sein: Jener hat ein verwirklichungsfähiges, vor allem wissenschaftlich entwickeltes und entsprechend konkret darlegbares, real erreichbares gesellschaftliches Ziel, nämlich die Organisierung des Sozialen um die Produktion des Gebrauchswerts herum (statt um die Konsumtion des Tauschwerts und die Reproduktion von Mehrwertquellen aka. Massenmord wie im Kapitalismus) und zudem einen BEGRIFF der momentan herrschenden Gesellschaftsform sowie Strategien zu deren Bekämpfung. Der Antikapitalist hingegen lässt schon in seiner Bezeichung vollkommen offen, von welcher Seite aus er denn den Kapitalismus blöde findet: ob er zurück in vorkapitalistische Barbarei möchte oder eventuell einen nationalsozialistischen oder islamistischen Gottesstaat haben will, ob es ihm nach einem nachkapitalistischen Zombie-Monopolismus dürstet, oder er die Anarchie, also das Recht der Dümmeren fordert oder gar für einen aus Bauernhof-WGs bestehenden Naturkinder-Flohfresser-Commünismus plädiert; ob er den Kapitalismus denn zugunsten einer besseren Gesellschaft – eben: Kommunismus – weghaben will oder er ihn eben einfach nur als modisches Accessoire des Reggae hörenden Che-Guevara-T-Shirtträgers als eine Art ewigen Widerstand ansieht, der ihn umso mehr zu einer selbstbewussten bürgerlichen Persönlichkeit „mit eigener Meinung“ ausstattet; ob er den Kapitalismus überhaupt JEMALS weghaben und durch etwas anderes ersetzen will oder ob er seinen „Anti“-Stuß einfach nur als Erkennungsplakette zur Kommunikationserleichterung mit anderen Punks benötigt, das alles wird bewusst offen gelassen. (Schließlich muss ja bei Äußerungen von Leuten des Ditfurth’schen Schlags immer mitbedacht werden, was diejenigen Gruppen und partei-ähnlichen Mafia-Konglomerate denn so real zustande gebracht haben ausser verbaler Deppengrütze, und da wirds dann sehr schnell sehr düster – man erkennt: der ökologisch-antiautoritäre antifaschistische anti-imperialistische, anti-realsozialistische Antikapitalismus hat bis heute nicht nur die ekelhaftesten Gestalten bundesdeutscher Realpolitik hervorgebracht, sondern sich auch ansonsten zu jedweder Schande bereit erklärt, die Vernunft und Sittlichkeit zu vernichten pflegten: DDR-Bürgerrechtler, 89er Konterrevolution, Rot-Grüne Bundesregierung, Antistalinismus, Antiintellektualismus etc.)

Antikapitalisten, das sind die Leute heute alle. Jeder, ob beim „Jobcenter“, an der Aldikasse oder im Arztvorzimmer, „bedauert“ inzwischen die bösen Auswüchse des kapitalistischen Systems, in dem sie, diese gut funktionierenden Zahnrädchen im Getriebe des Systems, sich wie Gefangene wähnen. GEGEN den Kapitalismus (wie auch gegen jede andere Scheisse) findet man sich im Mob schnell zusammen, FÜR die kommunistische Vernunft jedoch wird man da niemanden plädieren hören. Der Antikapitalist ist der Antikommunist auf Abruf: wo ihm später, nach der kommunistischen Revolution, einmal das Kapital als universelle Anprangerungsinstanz fehlen wird, wird er schnell „die Partei“ finden, die er für sein selbstverschuldetes Scheissleben verantwortlich machen kann, man hat das zur Genüge sehen können bei den Dissidenten im Osten.

Diese Idealisten wollen immer alles sofort und auf die humanste Weise; sie kriegen deshalb niemals etwas hin und stützen damit die herrschende Inhumanität. Statt den Kommunismus so anzugehen, wie er von Marx, Engels, Lenin etc., also den Klassikern seiner Theorie und Praxis, wissenschaftlich dargelegt wurde, stümpern sie ihn sich zu einem Kultprodukt einer alternativ-undergroundigen Commünismus-Industrie (mit Hand-Outs, Teach-Ins, Vortragsveranstaltungen, „Kongressen“, Fanzines, Stickern, schlechtem Techno und blöden Sprüchen) zurecht, welches es als unerreichbares Ideal stets hochzuhalten aber in Wahrheit natürlich nie zu verwirklichen gelte. Motto: „Undogmatisch und antiautoritär“ (Ditfurth) in den Abgrund.

Man kann es nicht anders ausdrücken, und dieser Erkenntnis wegen ist es das Interview wirklich wert gewesen: Jutta Ditfurth ist die idealtypische Über-Bloggerin; die Vorhut aller linken Transparentehochhalter, Demonstranten, Staatsgegner, Stuttgart21-Baumschützer und sonstiger Underground- und Gegenkultur-Canaillen. Sie sollte mit Bini Adamczak („Eine Definition von Stalinismus trau ich mir, hihi, jetzt nicht zu“ ), Joachim Bruhn („Marx begreifen? Joa, morgen vielleicht.“) und Daniel Kulla („Ich mache sicherlich einiges zum Zwecke der Profilierung oder um mein Einkommen aufzustocken – bei diesem Thema sieht das eher anders aus“) eine linkscommünistisch-antistalinistische Diskussions-WG aufmachen, am besten direkt in Sibirien, dann wird die Umquartierung später nicht allzu viel Zeit und Mühe kosten.

Immer wieder kommt von linken Antikommunisten ja das „Argument“, Stalin sei unter anderem, bzw. vor allem auch deswegen Scheiße gewesen, weil er „mehr Kommunisten umgebracht hat als Hitler“ (irgendein Jungle-World-Leser ): Man kann Stalin gar nicht genug dafür dankbar sein, dass er mit sozialrevolutionären Landplagen vom Schlage Ditfurth damals nicht zimperlich umgegangen ist, während wir dank Hitler hierzulande weiterhin mit diesem Stümper-Mob geschlagen sind. Die möglichst schnelle Ausrottung jener Deppenphalanx, die sich in irgendeiner linksidealistischen Form zum Kommunismus oder zu „Autonomie“ (Autonomie: Was bedeutet schon Selbstbestimmung, wenn das Selbst ein Haufen Schrott ist, der sowieso nichts anderes mehr wollen kann, als den Dreck, der ihm eh aufgezwungen wird; Autonomie in kapitalistischer Totalität: Blödsinn hoch zehn), „Emanzipation“, „Befreiung“, „Kritik“ und all diesen anderen Karikaturen von Fortschritt bekennt, ist eine der dringlichsten Schritte auf dem Weg zum Kommunismus. Ohne diesen wird die Welt auch die nächsten Jahrhunderte einer Hölle gleichen, deren geistige Vorboten sich z.B. schon im Programm des unsäglich reaktionär verblödeten Unrast-Verlags ankündigen.

Das kindische Polit-Manager-Pack von „Ums Ganze“ (neben den beiden Ehren-Canaillen der Entmarxisierung jeglicher Theoriebemühungen, Michael Heinrich und Frieder Otto Wolf, waren auch fast alle anderen üblichen Studentenhippies, die in ihrer Freizeit Power-Point-Vorträge für anarchistische Arschgeigen halten, zum Kongress eingeladen; da kommt zusammen, was zusammen gehört) ist gar nicht stark genug zu verachten und zu bekämpfen, das zeigt nicht erst die Einladung Ditfurths auf ihre kümmerliche Kritizisten-Veranstaltung. Ditfurth selbst, in tausend Talkshows von Demokraten-Nazis wie General Schönbohm oder Mitgliedern des Lambsdorff-Clans „argumentativ“ plattgewalzt (wer auf Argumente baut, dem geschieht sowas recht), aber immer noch Demokratin und Diskussions-Begeisterte: Daran sieht man, wie sie es wirklich hält mit der Umsetzung ihrer „Ideale“: es reicht ihr – ebenso wie den bemitleidenswerten Nachwuchs-Kretins von „Umsganze“ – schon, diese innerhalb des bürgerlichen Medienapparats zu „diskutieren“, also: der Lächerlichkeit preiszugeben – die Gewalt, die sie auch durchsetzen könnte, lehnt sie strikt ab. (Die Unannehmlichkeit, die für viele „Linksradikale“ aus der Frage „Was tun?“ bzw. aus der ihnen entgegengebrachten Forderung nach einer Praxis jenseits von Kritik oder „Theorie“ entsteht, rührt natürlich auch aus dem Umstand, dass ihre reale Lebenspraxis, wenn überhaupt existent, schlicht keinem kommunistischen Anspruch (ja, sowas sollte man tatsächlich haben) entspricht. Kein Wunder, dass sie sich da lieber aufs kritische Gefasel versteifen und zurückziehen, wenn man sich einmal ihrer „Praxis“ vergegenwärtigt; die NOT der auf Basis von genereller Unfähigkeit und Unwilligkeit erbauten Praxislosigkeit war zuerst, DANN kam der Reflex darauf, die bloße Kritik-Haltung. Sowohl bei den antikapitalistischen Ariern, als auch bei den antideutschen Adorniten, den antizionistischen Arschlöchern, wie auch den antiimperialistischen Asozialen und antispeziesistischen Anarchos ist der dreigliedrige dialektische Prozess auf die bloße ANTIthese reduziert worden; These, erst recht Synthese werden schlicht ignoriert, es interessiert nur noch das abstrakte Dagegen.)

Eines aber steht sicher fest: Wer nicht spätestens als Gast bei „Hart aber fair“ zur Stalinistin wird, hat kein Gehirn.

Nochmal Jutta Biermann:

„Wir leben in einer Diktatur auf Abruf“

Schön wär’s.

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