Tag-Archiv für 'horror'

Thüringen vom Ende her

Der hegelschen Philosophie heute die Geltung zu erweisen, die sie verdient, heisst z.B. ihr so betiteltes „Denken vom Ende her“ – also: das objektive Denken der Logik der Dinge selbst – auf gegenwärtige Phänomene anzuwenden. Das mag natürlich auch unter den Linken niemand gerne tun, denn es widerspricht den meisten momentan herrschenden Formen von Moral. Aber wenn nun erzählt wird, dass die ganze Thüringen-Chose von CDU, FDP und AfD – also den drei aggressivsten Interessenvertretungen bürgerlicher Macht – nach hinten los gegangen sei und letztendlich nichts gebracht, ja den Parteien und ihrer Demokratie sogar geschadet hätte, ist darauf hinzuweisen, dass, wenn man denn einmal die ideologischen Fitnessübungen von linken Szenen und Liberalen beiseite lässt, eben vom Ende her gedacht, das Gegenteil der Fall ist: Dass die FDP sich erst von Faschisten unterstützen lässt, dann diese Unterstützung willkommen heisst und einige der Granden der Partei draufhin sogar zunächst mal gratulieren, sendet ein klares Signal ans Bürgertum, also: die von der FDP am vehementesten vertretene besitzende Klasse: „Wir sind bereit. Wir könnten, wenn wir wollten. Auf uns ist Verlass. Lieber Faschismus und das Fortbestehen unserer Eigentumsprivilegien, als auch nur das kleinste bisschen Sozialdemokratie und eventueller Verlust von Besitz.“ Man sollte dieses Signal, wenn es (etwa wegen der tags darauf geschehenen lautstarken Zurückruderei) auch nicht von allen so laut vernommen wurde, nicht unterschätzen. Und man sollte auch nicht unterschätzen, wie davon die CDU (die ja für die die rechte „Integration in die Mitte“, also: die Mäßigung des Faschismus zuständig ist) und – sowieso – die AfD (die für die Integration der Konservativen in den Faschismus zuständig ist) auf längere Sicht – vom Ende her gedacht – profitieren könnten: denn es ist ja damit eine realistische Option für eine bürgerlich-faschistische Zusammenarbeit und damit auch für eine reale Verwirklichung des AfD-Programms durchaus gegeben.

„Vom Ende her gedacht“, dialektisch, ist auch das ebenso sehr nützliche Herumlavieren von FDP und CDU (selbst wenn wohl kein zurechnungsfähiger Mensch glaubt, dass bei denen irgendein konkreter Mensch zu solchem Denken imstande ist), das eben KEINE konsequente Absage an die AfD enthält, aber für gutwillige nichtfaschistische Liberale immerhin die Möglichkeit enthält, an den Mythos zu glauben, die bürgerlichen Parteien könnten sich unter Bedingungen liberaler Herrschaft NICHT auch zu konsequent bürgerlichen, also: faschistischen Parteien mausern.
Es geht bei all dem Geplänkel abseits des Landesparlaments natürlich wie immer vor allem auch darum, welche Klasse den offeneren, von der Öffentlichkeit stärker unterstützten Klassenkampf führen darf: die besitzende und zudem im Osten Deutschlands seit 1990 wieder herrschende und damit auch entsprechend (nicht nur mit Faschisten) gut ausgestattete bourgeoise, oder eben die seit 1990 nur noch in fast vollständig kampfunfähig gemachter, verbürgerlichter Form der PdL vorhandenen, nichtbesitzende, produzierende Klasse. Wo die bürgerliche Klasse einen sich unbürgerlich gebenden bürgerlichen Bürgerschreck namens Höcke hat, der zumindest etwas wollen und eventuell auch umsetzen könnte, was zwar dem Kapital nützlich, aber Teilen der liberalen Öfffentlichkeit zuwider sein würde – das schon macht seine Attraktivität beim rechten Pöbel aus – hat die andere Klasse keinen Ulbricht mehr, der nicht nur irgendwas wollen, sondern auch umsetzen könnte, was dem deutschen Kapital und seinen Medienkonzernen nicht passt. Das Mahnmal dieser Unfähigkeit heisst Ramelow. Das Mahnmal wiederum für die schiere Notwendigkeit der unbedingten Bekämpfung von Konterrevolutionen in sozialistischen Staaten heisst AfD.

Unabhängig also davon, wie das Theater im Thüringischen Landtag nun im einzelnen weitergeht, scheint es, als stünde ein Gewinner auf längere Sicht schonmal fest: die bürgerliche Demokratie (also: die völkische Barbarei). Aber die Frage beim Vom-Ende-her-denken ist natürlich immer, wo und wann denn das wirkliche Ende überhaupt stattfindet. Wir Kommunisten denken vom wahren Ende her. Und das hat ja, wie man inzwischen weiß, doch wohl immer einiges mit dem Aufkreuzen der Roten Armee zu tun. Die Bourgeoisie sollte sich also nicht zu früh freuen; kann sein, das Ende ist letztlich IHR Ende.

(Der Text ist entnommen aus meinem neuen Buch: „Mit Demokraten reden. Ein Leitgefasel“. Erscheint 1812 in der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung Tübingen, Preis: 16 Groschen.)

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JOKER (2019) von Todd Phillips

Jemand meinte, er fand den Film deswegen gut, weil der Alltag darin ausnahmsweise einmal aus der Perspektive der Armen, der Verlierer der Gesellschaft gezeigt werde, die sich gegen die Reichen, die arroganten Gewinnertypen, die Erfolgs-Arschlöcher wenden. Genau das Gegenteil ist der Fall:
Der Joker wird so dargestellt, wie sich der Großbürger, der liberale Fan von gemäßigter Umverteilung, von Charity und staatlicher Aufsicht über „asoziale Elemente“ ein Opfer ihrer Gesellschaft, einen Verrückten vorstellt. Der Joker wird als Bedrohung gezeigt, in ihm lauert die Gefahr für die Reichen; deshalb handelt es sich bei der Erzählperspektive in diesem Film um die Perspektive des sozialdemokratischen Bourgeois, der seine Mitwelt vor der Rache der Verlierer in der von ihm verteidigten Gesellschaft warnen will.

Denn wenn, so das Credo, der Verlierer zuviel verliert, verliert auch der Reiche – zum Beispiel sein Leben. Deshalb stellt sich der Film selbstlos in den Dienst der cineastischen Sozialarbeit: vor den Gefahren, die vom Pöbel ausgehen, wird gewarnt; die gesamte Joker-Existenz wird lediglich als unerfreulich wahrgenommen, als ein hässlicher Schandfleck – von anderen, wie von ihm selbst. Die Mitglieder der herrschenden Klasse im Kapitalismus, das zeigt sich hier entschieden, können bzw. wollen sich den Kampf gegen ihr System immer nur als unreflektierte, aus Gefühlschaos resultierende Anarcho-Revolte von Kranken oder gewaltgeilen Irren vorstellen, als eine von hirnlosen Gaunern, die ohne Plan auf einzelne Kapitalisten – oder Menschen, die sie für solche halten – losgehen, statt als geschulte Kommunisten die saubere Gesamt-Exekution der bürgerlichen Gesellschaft zu planen und durchzuführen. (Deshalb bekommen ja auch Leute wie Handke und Jelinek den Nobelpreis: zornige Spinner und vor Feinfühligkeit fast zerfallende Poetinnen, denen man anmerkt, dass ihre politischen Äußerungen ein Pfeifen im Keller sind und dass ihre Phantasien, wie ausgeklügelt sie auch sein mögen, niemals Politik werden können. Man belohnt und belobigt die „radikalen Querdenker“, die Künstler, die der Gesellschaft – jetzt aber mal so richtig – den Spiegel vorhallten nur zu gerne, weil sie und ihre Kunst immer auf sehr angenehme Weise ohne Konsequenzen bleiben.)

Aber die Ideologie des Erfolgs, die Arroganz der Gewinnertypen, gegen die sich der Joker bzw. der Film angeblich wendet, drückt sich selbst noch aus in der Konzeption des Films als Zerrbild des bürgerlichen Opportunismus, als – negative – „Karriere“: der Joker darf nicht einfach auf dem Sofa vor dem Fernseher dahindümpeln, nein, er muss unbedingt ganz unten ankommen, sich immer weiter in den Schwachsinn flüchten, damit wir, die verblödeten Zuschauer, die das soziale Allheilmittel und die Katharsis ausgerechnet im Popcornkino erwarten, endlich kapieren, wie schlimm es steht mit den Ausgegrenzten. Aber das wissen wir längst.
Trotzdem muss der Joker dieses Films unbedingt das Role Model abgeben für die Loser und Kranken, für die Ausgestoßenen und Unbefriedigten; das ist seine Motivation, sein einziger Antrieb. Er selbst sieht sich in seinen einsamen Tagträumereien als großes Talent, als Heiland der darbenden, verarschten Massen, als verkanntes Comedy-Genie, als Anstachler der Revoltenwoller. Aber warum überhaupt? Man erfährt es nicht. Millionen Menschen erleiden das Schicksal des Jokers (und schlimmere) und gehen trotzdem nicht auf Passanten los. Dieses Role Model ist konzipiert von genau jener Ideologie, die eben ansonsten dazu da ist, das Krankmachende, das Gewinner und Verlierer hervorbringende Konkurrenzsystem, den Schwachsinn, die Verarschung der Massen, die ungehemmte Produktion von Jokers, das Leid von Millionen in der liberalen Gesellschaft zu rechtfertigen.

Natürlich bietet der Film die 1 zu 1 Identifikation für die „Unverstandenen“, die Gamer und Anarcho-Teens, aber das ist der Trick, denn er tut das so schlecht wie möglich: er will jugendliche Unzufriedenheit in gesellschaftlich irrelevante Amok-Phantasien kanalisieren. Aber Menschen, die diese Gesellschaft mit bestem Wissen und Gewissen hassen, sind nicht einfach Kranke und Wahnsinnige, sondern vernünftig und deshalb Kommunisten und keine Clowns. Der Amok-Depp, der wirkungslos um sich wütende Terrorist, dass ist schon immer die bourgeoise Idealvorstellung vom „Kampf gegens System“ gewesen: Der Kapitalistenklasse sind 1000 Jokers lieber als ein Lenin.

Jokers Hass nämlich bekommt nicht die Gelegenheit, als richtig bestätigt zu werden; seine Gewalt kann sich nicht legitimieren, weil ihm der institutionelle Rückhalt – also etwa eine den Generalstreik organisierende revolutionäre Gewerkschaft, eine Kommunistische Partei im Aufstieg oder gar an der Macht – fehlt, und muss deshalb in eine die Ohnmacht und den Irrsinn nur noch verstärkende, den niedrigsten Bedürfnissen nachgebende, völlig subjektivistische Impulsivität münden, also im anarchistischen Komplett-Elend.
Die Geschichte des Jokers ist ein Bildunsgroman, aber ohne Bildung; ein Entwicklungsroman der Rückentwicklung. In einer (natürlich nicht existenten) alternativen Version des Films lässt Joker sich in der U-Bahn nicht provozieren, nimmt den Packen auf sich, erkennt die Realität, sieht ein, wird also vernünftig – und setzt sich, statt zum lahmen Epigonen von Leatherface herunterzukommen, an den Schreibtisch, um ein Buch mit dem Titel „Kommunismus für Erwachsene“ zu schreiben oder fängt als Kulturredakteur bei der FAZ an, wo er bolschewistische Artikel veröffentlicht.

Die schnöde Version aber, die derzeit in den Kinos läuft ist Gregor Gysis erhobener Zeigefinger als Film; ein zweistündiges „Denkt mal an die Kinder, Armen, Schwachen, Kranken“; eine Verständnissinnigkeit mit den Mitteln des Splatters; ein schlechtes Teenie-Meme auf zwei Stunden aufgebläht; Terminator 3 in blöd; Appell statt Kunst; Fight Club für Doofe.
Der Film bebildert lediglich die Sorgen der herrschenden Klasse: „Seht, was passiert wenn ihr Kranke mies behandelt und den städtischen Sozial-Etat kürzt: Chaos bricht aus und wir müssen dann wieder Charity machen. Batman, eile zur Hülf!“.
Die liberale Elite des Showgeschäfts klopft sich mit diesem Film auf die eigene Schulter, verleiht diesem Rotz den Goldenen Löwen in Venedig und dünkt sich dabei wohl noch rebellisch oder gar revolutionär.
Joker aber, das ist der Weltdepp zu U-Bahn. Er ist Andreas Baader, seine Clowntruppe die RAF, und Thomas Wayne Hans-Martin Schleyer (dessen Sohn, Batman, dann später Robert Habeck, das personifizierte schlechte Gewissen der Bourgeoisie, wird).

Die Vorlage war vielverprechend – was ein fähiger Resgisseur wie David Fincher daraus hätte machen können, lässt sich erahnen, wenn man an Fight Club denkt. Die Ausgangssituation der Story hat Potenzial, aber dieser Film setzt seine Idee ästhetisch miserabel um. Wer Protagonisten sehen will, die es richtig machen, die ihren völlig gerechtfertigten Hass auf die Gesellschaft auf gekonnte Weise, also produktiv einsetzen, dem seien die grandiosen bolschewistischen Meisterwerke „Now You See Me – Die Unfassbaren“ von Louis Leterrier und natürlich David Finchers „Verblendung“ empfohlen. In denen geht es darum, was Disziplin und Arbeit erwirken können, wenn sie richtig, nämlich zum sittlichen Zweck betrieben werden.

Joker. Regie: Todd Phillips. Mit Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz. 122 Minuten; im Kino seit 10.10. 2019.

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Bürgerliche AfD-Kritik

Wenige Tage vor der Bundestagswahl geraten die naiven Vorzeige-Demokraten und Marktwirtschafts -Romantiker Deutschlands, die sich so gemütlich in den bürgerlichen Medien und deren Internet-Minizweigstellen eingenistet haben, mal wieder pflichtgemäß in Aufregung: Von völliger intellektueller Zerrüttung zeugende Rechenspiele werden angestellt (Niggemeier), eine Satirepartei als Helfershelfer der AfD ausgemacht (Martin Kaul/taz, ebenfalls Niggemeier), der deutsche Postfaschismus verharmlost (Böhmermann), Nichtwähler als 5. Kolonne des Faschismus gebrandmarkt (alle anderen) und allgemein so getan, als hätte es in den etablierten Parteien in den letzten Jahren nie Faschisten gegeben – Martin Hohmann, Jürgen Möllemann, Thilo Sarrazin und dutzende andere geflissentlich ignorierend.

Das Problem soll laut der nun wieder an jeder Ecke mahnenden AfD-Kritiker plötztlich nicht mehr sein, dass ca. 10% der Deutschen veritable Neonazis in den Bundestag wählen, sondern eine Partei, die dem sonst doch so hoch gefeierten demokratischen Wählerwillen lediglich Ausdruck verleiht und bloßes Symptom einer durch und durch rassistischen und sich in ihrer strukturellen Vollverblödung gefallenden Gesellschaft, ihrer Medien-“Eliten“, ihres bürgerlichen Staates und seiner kapitalistischen Wirtschaft ist, in der doch Faschismus, global betrachtet, bisher eher die Regel als die Ausnahme war. Mittendrin die bürgerlichen Linken, die sich bisher im Schönlügen des deutschen Normalbürgers und in Geraune gegen Rechtsradikale hervorgetan haben, ohne darauf zu kommen, das beide miteinander zu tun haben könnte.

Es ist die parlamentarische Demokratie westlichen Zuschnitts, die ansonsten als höchstes Gut und Hort der gelungenen Aufklärung hochgehalten wird, die das Faschistenpack hervorbringt, ja geradezu zielgerichtet produziert – und es ist das Grundgesetz der BRD, das die entsprechenden Parteien erlaubt. Deshalb mögen all die engagierten Demokraten doch bitte mal ihr Maul halten, wenn sich nun die braune Fratze aus dem Sumpf der bourgeoisen Klassenherrschaft hervortut, sie aber seit Jahren „den Wähler“ als solchen nicht antasten mögen, weil er für sie das edle, unschuldige Wesen, das es zu respektieren, höchstens zu domestizieren gelte, bleiben soll, so wie die Kapitalknechte in den Medien prinzipiell weder das deutsche Volk beleidigen und somit in seinem Irrsinn stören wollen, da es ihnen schließlich als fruchtbarer Boden für ihren rund um die Uhr abgesonderten ideologischen Sperrmüll dient, noch die Verfasstheit des bundesrepublikanischen Staats für kritikwürdig erachten, auf den sie sich jederzeit treu berufen, solange er ihnen und ihren niederträchtigen Interessen zu Diensten ist.

Es ist nicht zu erwarten, dass sich in deutschen Journalistenkreisen jene einfache Erkenntnis rumspricht, sie seit der Brecht’schen Sentenz vom fruchtbaren Schoß für jeden denkenden Menschen selbstverständlich sein sollte: Man kann nicht gleichzeitig Verteidiger der bürgerlichen Demokratie und Faschistenbekämpfer sein.

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Spielzeug des Jahres: Homer in der Hölle

Spielzeuge sind dann gut, wahr oder schön, wenn sie etwas Gutes, Wahres oder Schönes nicht nur repräsentieren oder symbolisieren, sondern einen zuvor fiktionalen Zusammenhang als Gebrauchsprodukt materialisieren und also benutzbar, spielbar, persönlich nachvollziehbar und erfahrbar machen, was vorher nur Kunst war (und eben nicht Waldorfschulen-Holzspielzeug-like die sowieso nicht vorhandene „Phantasie“ und „Kreativität“ des Kindes wecken). Der Großteil der Futurama- und Simpsons-Figuren – man denke nur an den legendären „Glow-in-the-dark-Homer“, der alle Anti-Atomkraft-Jammerdemonstrations-Spinnereien der letzten vier Jahrzehnte auf coolste materialistische Weise ad absurdum führt – sind daher Spielzeug im nachdrücklichen Sinne; nämlich solches, das für Kinder wie Erwachsene gleichsam unterhaltsam, sinnvoll und erbaulich ist.

Im Gegensatz zum kinderverblödenden Erziehungsunfallprodukte produzierenden Mega-Schund von „Barbie“ über „Spongebob“ bis hin zum notorisch jedes Jahr in im voraus kalkulierten Aufmerksamkeitssalven über die Menschheit kommenden Disney-Müll, haben die Simpsons nämlich sowas altmodisch-lächerliches, ja fast schon bemitleidenswert klassisches wie eine BEDEUTUNG – denn es geht bei ihnen nicht nur um „etwas“ (also meistens irgendeinen semi-sozialen Liebes- oder Beziehungsdreck), das dann mit schlimmstem rosa Kleinkinderkitsch „nachgespielt“ zu werden hat, sondern immer wider aufs Neue UM ALLES. Wer sich z.B. – auch noch ausgerechnet bei Burger King – eine Albernheiten krächzende Krusty-Figur kauft, erwirbt damit nicht einfach bloß ein gewöhnliches Spielzeug, sondern katapultiert sich als Inhaber automatisch in den universalistischen, durch Liebe zur globalen medialen Ausbreitung von Wahrheit geprägten Groening-Kosmos. Er wird selber zu Bart, Milhouse oder Nelson – und somit zu einer Figur von Matt Groening-, wird also Teil des Fleisch gewordenen Weltgeists, zumal ja z.B. der Fips-Asmussige Fernseh-Moderator und Mittelmaß-Comedian Krusty der Clown im Serienzusammenhang selber sowohl Puppe/ Figur/ Sammelobjekt/ Fiktion, als auch Realperson ist. Kapiert? Nein? War klar. Egal.

Wer die entsprechende geniale Treehouse of Horror-Folge kennt, in der Homer es so vorbildlich schafft, den dort zu foltern meinenden niedlichen blauen Teufel so dermaßen blöd aus der Wäsche gucken zu lassen, weil jener nach jeder Donut-Wagenladung immer wieder bloß „More!“ stammelt, wird wissen, warum ich hiermit das Spielzeug des Jahres küre: Den in der Hölle alle Donuts der Welt fressen müssenden, überfetteten Homer Simpson inklusive Maul-Öffnungs- und Donut-Reinschub-Vorrichtung sowie Satan persönlich aus Plastik.

Es wäre durchaus möglich, dass Homer sich in einer Folge dieses Spielzeug selber ins Wohnzimmer stellt. Die Simpsons, sowie alle anderen Bürger Springfields, wissen um ihren Status als fiktionale Zeichentrickfiguren, sie kommen zu sich als Zeichentrick-Stars, sind aber gerade deshalb real und wirklicher als das degenerierte Zombiepack, das sich so gern als „Volk“, „Realität“ oder „Menschheit“ bezeichnet. Irgendwann, wenn dann das Simpsons-Universum vor lauter Überdeterminiertheit und Selbstreferenzialität endgültig implodiert, wirst auch du das endlich am eigenen Leibe spüren, Arschloch!

Hell is heaven – for Homer.

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Was gegen die Krise tun?

Selten soviel Unsinn gehört, wie zu Zeiten der aktuellen Weltwirtschaftskrise.
Stramme Blogsport-Commünisten sorgen sich auf einmal um den Fortbestand der monopolistischen Wirtschaftsordnung und der ihr angeschlossenen bourgeoisen Staatsapparatur, Maybritt Illner und andere Polit-Talkshowzombies wie Heiner Geißler wollen plötzlich den Sozialismus einführen, arme Irre wie Philipp Lenhard – seit Jahren ein Garant für schlechte Musik und noch schlechtere Texte – oder der emphatisch antikommunistische Marxologen-Oberdepp Michael Heinrich sehen ihr jämmerliches anarchistisches Heil weiterhin in komplett verblödeter Antistaats-Romantik und die herrschende Klasse ist entweder auffallend still oder deliriert sich in Tageszeitungsleitartikeln jegliche dereinst eventuell anstehende Gulag-Entlassungserlaubnis endgültig zunichte.

Ich kann diesen Stumpfsinn wirklich nicht mehr hören. Krisenanalyse hier, Krisenbewältigung da, Krise sozial-ökologisch ausdiskutieren dort, Krisenberichterstattung kritisieren in den linken Diskussionsanstalten um die Ecke, Krisenberichterstattungskritik kritisch kritisieren beim Kritikergipfel, Sorge um das Wohl der Ausbeuter allen Ortes.

Was also, als Kommunist, tun gegen die Krise?

Gar nichts. Null. Niente.
Einfach mal die Klappe halten und weiterhin die wunderbaren Stolen Babies hören, jedenfalls bloß nicht dummdreist in der Gegend rumhibbeln und „agitieren“. Die Krisen des Kapitals sind nicht die der Kommunisten, und mir geht’s als freischaffendem Arschlochvernichter wirtschaftlich weiterhin hervorragend – wie übrigens allen Leuten, die noch ein Quentchen Restvernunft im Schädel sitzen haben.

So what?
Zur Not wird’s eben mal wieder ein prima Weltkrieg tun. Den Kommunismus kümmert’s nicht, er kann dabei nur als Sieger hervorgehen.

Glaubt ihr nicht? Is so, war immer so, wird so bleiben.
Die Rote Armee wächst mit ihren Aufgaben.

PS: Ja Pathologisierungen, ja Stalin, ja Grausamkeiten.
Fresse.

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„HILF MIR MIT OPA!“

Nach einem langwierigen, quälenden, undemokratischen, stalinistischen Entscheidungsverfahren teilt das Horrorfilmbewertungskomitee heute mit: Es gibt keine Seligkeit* ohne Kettensägen.

Die Top 5 der „Lost in Hinterwäldlerhausen“-Horrorfilme (das ist jenes tolle, anti-romantische, bisweilen sogar klassische Horrorgenre, bei welchem man nie weiss, wer einem unsympathischer sein soll: die Täter oder die Opfer; und welches somit einen prima dialektischen Prozess des Täter-/ Opfer-Begriffs entfaltet, mit der finalen Synthese: Alle in einen Sack und mit der Stalinorgel draufhalten.)

1. Texas Chainsaw Massacre (Original, ungeschnitten)
2. Schlingensiefs „Das Deutsche Kettensägenmassaker“
3. Michael Bays Texas Chainsaw Massacre
4. Cabin Fever
5. Hostel 2

Hostel 1 und Wrong Turn 1 & 2 schaffen den Sprung in die Top 5 so gerade nicht, sind aber auch ganz knorke.

Ich wünsche noch ein gesegnetes, friedliches, erholsames Wochenende.

*“Seligkeit ist der völlig leid- und schuldlose Zustand immerwährender, vollendeter Glückserfüllung, von vielen Religionen als Sinn der Weltgeschichte erwartet. In der katholischen Glaubenslehre zunächst die Seligkeit Gottes im unendlichen Selbstbesitz seiner Seinsgüte; dann die Seligkeit des Menschen in der Gemeinschaft mit Gott durch gnadenhafte Teilhabe an seinem beseligenden Leben, der sogenannten visio beatifica. Nach evangelischer Auffassung die vollkommene Einheit mit Gottes Willen, die eigentliche Bestimmung des Menschen, sein Heil und seine Erlösung.“
(Wikipedia.de)

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Kulla – Zensierender Anarcho-Discord-Commünist

Anarchisten sind in ihrer die Regression einer das Chaos der Irrsinnigen und Debilen befürwortenden, wo nicht sogar erkämpfenden Haltung elendstes Protofaschistenpack, das ist nichts Neues. Der schlimmste Mob allerdings ist in Gestalt solcher Hornochsen anzutreffen, welche, wie der postheteronormativ-autonome Blogger, softcore-antideutsche Chaos-Computer-Club-Volksmusikant, LKW-Tramper (wahrscheinlich containert er auch noch) und GSP-jungle-worldianische space-communism-Vortragsredner Daniel Kulla, ihre anarchistische Dummheit, ihren Staatskritik-Fetisch, ihren wider jede bessere Erkenntnis beibehaltenen Trotz und ihre sonstige integrale Unbildung auch noch unterm Banner eines wie auch immer gemeinten „Kommunismus“ in den entsprechenden Sekten-Zeitungen und sonstigen halböffentlich-mafiösen Internetportalen zur Schau stellen (in solchen Kreisen bestimmt man keine Inhalte mehr und bildet auch keine Begriffe, das Bekenntnis zum „Kommunismus“, gerne auch in seiner antiautoritären, ohnmächtigen und also vollkommen aussichtslosen Variante des „Communismus“ oder „Linkssozialismus“ (Joachim Bruhn) ist reine Nachplapperei und fungiert lediglich als eine Art Banner, den man ausm Blogfenster raushängt, um von scheinbar Gleichgesinnten als ebenfalls cool, also auf dem jeweils aktuellsten Stand der politik-interessierten Subkultur-Barbarei stehend, erkannt zu werden. Größere Mühe muss man sich nicht geben, schließlich gilt man qua Teilhabe am Szenegewäsch schon automatisch als „kritisch“ und bekommt den Applaus von anderen Armleuchtern gratis).

Ist es für jeden gesitteten Menschen, der noch ein Körnchen Restvernunft aufzubringen gewillt war spätestens seit 1989 eine Pflicht, seinem pubertär-demokratischen Idealismus abzuschwören und endlich Mitglied in der stalinistischen, gebildeten Elite von Stand zu werden, so feiern Leute wie Kulla in Linksdeutschbloghausen noch immer die dämlichste Form der Unbildung: den Antistalinismus – um dann mit solchen elend reaktionären Parolen wie „Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus“ über den wie bei Schwerstverbrechern zensierten Konterfeis Lenins, Stalins und Maos (allesamt, im Gegensatz zu Kulla und seinen Genossen würdige, vernünftige und für die Sache des Sozialismus tätige Leute) den poplinken, kleinbürgerlich-liberalen Postpunkpöbel für ihr „alternatives Politikmodell“ zu gewinnen trachten.

Offen für jede Scheisse, die irgendwie verschwörungsgeil, theoretisch, „intellektuell“ (haha), „klassenlos“ oder sonstwie postmodern verblödet daher kommt, ist jemand wie Kulla (der ja leider wirklich nur einer von sehr vielen Politdeppen, also letztlich legitimer Repräsentant des zur alternativen Dummheit dressierten Jungle-World-Leser-Volks ist) dann aber weder intellektuell noch von seinen Pöbelskills her in der Lage, auf meine diversen Einwürfe in seinem Blog einzugehen und knickte im dortigen Commentbereich gleich mehrere Male aufs erbärmlichste ein, wo er doch sonst gar nicht genug von „Argumenten“, „Austausch“ usw. faseln kann, der Kullibert. (Das Top-Argument war übrigens: „Vor Leuten wie dir habe ich Angst.“)

Dieser im Keller der kindischen Unvernunft pfeifende Spinner also, der immerhin nach Roger Behrens, Ivo Bozic, Stefan Grigat, Robert Anton Wilson, Gerhard Scheit, diesem Egotronic-Deppen und Gregor Gysi achtdümmste Mensch der Welt, löschte nun, nachdem er sich seines Elends gewahr wurde, einfach direkt und kommentarlos meinen Comment zu seinem wieder einmal mit den dümmsten antikommunistischen Widerlichkeiten und „Eigene-Leute“-Bestimmungsscheisse kokettierenden Blogeintrag namens „Schmerz vs. Helden“.

Mein Kommentar, welcher weise, anständig und wohlformuliert wie folgt lautete:

kullibert, dein debil-reaktionäres gefasel von „DEN EIGENEN (!) LEUTEN“ (die gehören quasi dir, ne?), die womöglich auch noch – gott bewahre! – die linkscommünistische volxküchengemeinschafts-scheisse ignorieren und bedrohen, weil sie bei eurer semi-massenpsychotischen denkdressur nicht mittun, ist schon wieder so verblödet, so dreist, so hirnlos, dass da selbst stalin machtlos gewesen wäre. der hat schließlich auch nicht alles richtig gemacht, sonst müsste sich der weltgeist heute nicht mit solchen canaillen wie dir rumplagen. (kein wunder also auch, dass der olifani-starblog-spast da über mir gleich meint, in dir ein ernsthaftes gegenüber gefunden zu haben und sich einreiht in den sekten-ringelpiez ohne anfassen.)

lern mal schreiben, lies hegel, oder mach mal irgendwas wenigstens ansatzweise zivilisiertes, du larmoyante hohlbirne!

Q.E.D.

Wer sowas löscht, sagt mehr über sich aus als all die anderen schlecht geschriebenen Soziologiestudenten-Müllhalden-Ausmistungs-Texte seines Blogs es vorgeben zu tun.
Da ists dann schnell vorbei mit der toleranten, offenen, linksliberalen Diskussionskultur und man fragt sich wirklich nur noch, ob solche Leute überhaupt jemals ein Gehirn besessen haben oder es doch nur durch mühsame Adorno-Lektüre und „Erfahrung“ langsam in sich zusammen gefault ist.

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