Tag-Archiv für 'linker-antikommunismus'

Sternstunden des BRD-Linksradikalismus (I)

„So groß ist der Glauben des Marxisten an Marx, dass er gewöhnlich davon Abstand nimmt, ihn zu lesen.“ (Dávila)

gsp trotzki greatmoment

(hier das Original von greatmomentsinleftism.blogspot.de )

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Deutsches Gedenken

Identifikation als Selbst-Entschuldung

„Das gegen ihn gespritzte Gift verwandelt der Kapitalismus sogleich und laufend in Rauschgift und genießt dieses.“ (Bertolt Brecht im Jahre 1929)

Mit dem vorgestrigen 69. Jahrestag der von Stalin (die linken antikommunistischen Grüppchen, die diese Woche wieder fleißig plakatiert oder demonstriert haben, werden nicht gern daran erinnert, dass dieser es war, deshalb übernehm‘ ich das hiermit mal eben) und der Roten Armee bewerkstelligten Beendigung des Mordens im Konzentrationslager Auschwitz wurde wieder einer jener Tage begangen, an welchem die (links-)deutsche Rotte (die damals zu ihrem Großteil freilich problemlos mitgemordet hätte), sich Gratis-Empörung und moralische Unangreifbarkeit erpressen will, indem sie die Opfer des Nationalsozialismus für ihre niederträchtigen, falschen (und natürlich vor allem: anti-stalinistischen, anarchistischen) Interessen instrumentalisiert und mit den abgedroschensten Aufrufs-Sentenzen wie der daherkommen, nicht etwa die Gesellschaft, sondern die guten alten „Menschen“ seien dahingehend zu verändern, dass „ihr Denken und Handeln so einzurichten“ wäre, „dass Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts ähnliches geschehe” – auch noch als von Hitler aufgezwungener neuer „kategorischer Imperativ“ (Adorno, Negative Dialektik, Ffm. 1966, S. 365) –, wo doch gerade diese elende Praxis ohnmächtiger, demonstrierender, an akuter lebenslanger Empöritis leidender Ich-loser Massenmedienaufmerksamkeits-Parasiten eben an der Errichtung der gegenteiligen gesellschaftlichen Grundlagen mitarbeitet, indem sie den immer noch latent faschistischen deutschen Mob mit ihren Demo-Parölchen in eben jenen Strukturen belassen, welche die Formierung zur aktiven Pogrom-Bande schon impliziert (was man z.B. anhand der diversen linken Ressentiments und Mord-Wünsche gegen im großen und ganzen völlig unschuldige und in Wahrheit nunmal eine für alle unverzichtbare Drecksarbeit zu wenigstens einem Rest von Zivilisationswahrung übernehmende, ständig für einen Grottenlohn ihr Leben riskierende, proletarische Staatsbeamtete aka. „Bullen“ (gern auch von allerlei angeblich achso marxistischen Sozialforschern und sonstigem Kritiker-Gesocks – also jenen Polizistenfeinden, die ein dermaßen geringes Abstraktionsvermögen besitzen, dass sie etwas wie eine Staatsmacht erst dann wahrnehmen, wenn sie in Form eines polizeilichen Knüppels vor ihren Hohlbirnen auftaucht – als „Staatsgewalt“ dämonisiert, wo doch jeder Fünftklässler schon weiß, dass in bürgerlichen Gesellschaften eine grundsätzliche Gewaltenteilung herrscht, in der die Polizei eben nur ein notwendiges und das mit Abstand harmloseste Glied ist) ersehen kann, die zur Zeit in Hamburg mit einigem medialen Klobürstenrevoltenberichterstattungsrotz ihre Kreise ziehen, mit freundlichster Unterstützung der alteingesessenen hansestädtischen Intellekt-Partisanen vom menschewistischen Pfuscher-Blatt „konkret“).

antifa_auschwitz_gedenken2014

Dieses Banner ist der adäquate Ausdruck deutscher („antifaschistischer“) Erinnerungspolitik im Jahre 2014: Man reklamiert im traditionell kolonialistischen Wahn das Gedenken an tote Juden für sich, während hingegen natürlich der einzige Schutz der noch lebenden Juden vor den deutschen Vernichtungsgelüsten, der israelische Staat, gleichzeitig abgelehnt, wo nicht gar bekämpft wird. War das deutsche Kollektiv als mordendes Volk noch nicht schlimm genug, so rehabilitiert es sich nun im Nachhinein einfach selbst – wie immer mit linker Schützenhilfe.

In der vernünftigen Haltung dessen, der dem „Ach, lass doch die armen dummen Kinder mal machen“– Zynismus eine konsequente Absage erteilt hat, ist also jenen anarchistisch-commünistischen Irren, die den Holocaust verharmlosen, indem sie meinen, man könne nach Auschwitz noch „den Opfern gedenken“, wo doch die Shoa gerade die Vernichtung auch der Möglichkeit des Gedenkens an einzelne Personen war, weil jede Individualität der Deportierten längst ausgelöscht und nur noch zu einer weiteren Kennziffer auf dem Riesenleichenberg degradiert wurde, und somit also auch denen, die mit traditioneller deutscher Gründlichkeit das jüdische BetroffenSEIN in Folge angewandter Geschichtsklitterung als verlogene BetroffenHEIT für SICH reklamieren und damit so tun, als wäre „das jüdische Schicksal“ von damals (das doch eben in Wahrheit der vernichtende und gesamtgesellschaftlich geplante, kalkulierte und durchgeführte Kulminationspunkt des deutschen Antisemitismus war) auch das deutsche von heute, hiermit nochmal mitzuteilen, dass IHR MÖCHTEGERN-OPFER NUR EIN EINZIGES RECHT HABT: NÄMLICH DAS, DIE FRESSE ZU HALTEN! Und zwar erst Recht, wenn ihre immer wieder geforderte Politik, nämlich die des antibolschewistischen Friedensgefasels, jegliche Möglichkeit von KZ-Befreiung (die ja ein zentrales Element des Stalinismus war) schon im Keim unmöglich gemacht hätte.

Die gesellschaftliche Gesamtverblödung bringt natürlich auch eine Verblödung der Verblödungsbekämpfung mit sich: Sich das himmlische Wolkenkukucksland wünschen, ohne je materialistische Kriterien gehabt zu haben, sich ein Land ohne Nazis ersehnen, ohne diese mit der Drohung durch Gulag und Kalaschnikow in Schach halten zu wollen, mit der „Solidarität“ mit Juden und ihren Befreiern kokettieren, ohne sich jemals die Hände schmutzig machen zu wollen – die Welt der Gesitteten und der Vernunft hat seit über 200 Jahren den Begriff der Politischen Romantik für solcherlei Bullshit. Es wäre jener wiederum sehr Recht, wenn sie in Bälde davon zu sprechen aufhören könnte, weil sich der Gegenstand dieses Begriffes erübrigt haben wird. Die Hoffnung darauf ist unberechtigt, also fast schon wieder selber romantisch; so muss die Bastion geschichtlicher Vernunft, der momentan unaufgeweckt vor sich hin dämmernde Weltkommunismus, seine Weise des Gedenkens fortführen und sich entsprechend zu bewaffnen wissen, in der weisen Voraussicht, dass man ihr bei der nächsten Welt-Schlacht weder helfen noch gedenken wird.

Kurze Zusammenfassung der obigen Sätze für Analphabeten: Leid der Ermordeten und Leistung der Sowjets für eigene Anarcho-Scheisse missbrauchen: nix gut. Klappe zu, nichtsnutziges Gelumpe!

Dieser Text ist eine stark gekürzte Version des Kapitels „Identifikation als Selbst-Entschuldung“ aus dem Buch „Weltgeist im Waffengang – Stalinistische Aufklärung Band I“, das voraussichtlich im Frühjahr 2093 im Meiner Verlag erscheinen wird.

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Kleine Sektologie der Linken


“An wirklichem, tatsächlichem oder theoretischem Bildungsstoff ist da absoluter Mangel. Statt dessen Versuche, die sozialistischen oberflächlich angeeigneten Gedanken in Einklang zu bringen mit den verschiedensten theoretischen Standpunkten, die die Herren von der Universität oder sonstwoher mitgebracht und von denen einer noch verworrener war als der andre, dank dem Verwesungsprozeß, in dem sich die Reste der deutschen Philosophie heute befinden. Statt die neue Wissenschaft vorerst selbst gründlich zu studieren, stutzte sich jeder sie vielmehr nach dem mitgebrachten Standpunkt zurecht, machte sich kurzerhand eine eigne Privatwissenschaft und trat gleich mit der Prätension auf, sie lehren zu wollen. Daher gibt es unter diesen Herren ungefähr soviel Standpunkte wie Köpfe; statt in irgend etwas Klarheit zu bringen, haben sie nur eine arge Konfusion angerichtet – glücklicherweise fast nur unter sich selbst. Solche Bildungselemente, deren erstes Prinzip ist, zu lehren, was sie nicht gelernt haben, kann die Partei gut entbehren.”

Zirkularbrief von Marx/Engels an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a., 1879 (MEW 19, S.164f.).

Man kann sich den Linken heute nur noch mit den Mitteln der quasi-ornithologischen Kategorisierung nähern; der Weltgeist steht hinterm Baum und guckt durchs Fernglas, dadurch sieht er allerlei Sorten bunter Vögel durcheinander zwitschern. Eine dementsprechende, natürlich vollkommen „verkürzte“ (so bezeichnen die kritischen Kritiker ja immer alles, was zu deutlich an Wahrheit gemahnt), vorurteilsbehaftete und unsachliche, also absolut zutreffende Übersicht der umtriebigsten, lautesten und auffälligsten linken Sekten und ihres jeweiligen Unwesens lege ich hiermit allen Interessierten zum ausdrucken, übers Bett hängen, weiterverteilen und auswendiglernen vor. (mehr…)

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Ökologisch, emanzipativ, verblödet: Jutta Ditfurth

Anlässlich des kürzlich begangenen sogenannten „Kongresses“ des jung-linksliberalen Kritik-Bündnisses „Ums Ganze“ und eines neuerlichen grotesk barbarischen Comedy-Auftritts Ditfurths in der ARD-Demokratendiskussions-Zombie-Sendung „Hart aber impotent“ zum Thema Adel möchte ich nochmal kurz auf ein Interview aufmerksam machen, das Arnold Schölzel mit Jutta Ditfurth leztztes Jahr geführt hat und mir damals schon den ganzen Tag komplett versaut hatte, denn dort faselte sich die ex-grüne Fortschrittsfeindin mal wieder ihr gesamtes Arsenal an marcuseanisch-menschewistischem Schwachsinn aus der Birne:

„Zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise hat der Multimillardär Warren E. Buffet gesagt – und so offen kriegen wir es hier nie zu hören: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Mit der Weltwirtschaftskrise ist dieser Krieg in eine neue, härtere Phase getreten. Ergeben wir uns also oder wehren wir uns so klug wie möglich? Der Marxismus reicht weit über seine Entstehungszeit hinaus, er ist auch eine Art Kompaß für eine andere Gesellschaft, in ihm kann man den Kommunismus als »verwirklichten Humanismus« entdecken, jenseits aller Stalinismen.“

Aus 150 Jahren Idealismus nichts, aber auch kein Stück gelernt. Immer noch dem Mythos von „humanistischer“ Revolution und „Linkscommunismus“, womöglich in vom Pöbel („von unten“ sic!) selbst organisierten Räten ohne Partei und mit Blümchen gegen die militärischen und polizeilichen Hundertschaften des Kapitals. Es ist der ewige grün-trotzkistische Gesamt-Hippie, der aus ihr spricht. Tausende von „Wohnprojekt“-Gemeinschaften, Kinderläden und Reformhäuser, in denen dieser Dreck seit Jahrzehnten aus braun gekifften Deppenhirnen wirkungs- und sinnlos entweicht wie stinkende Jauche, Ditfurth ist sich auch weiterhin nicht zu schade, es zu verkünden.

Aber es kommt noch besser:

„Kein Mensch wird als Linker geboren.“

Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder so dämlich wie Ditfurth wäre, und das schon von Geburt an. Schließlich braucht es einen jahrzehntelangen Degenerationsprozess, um sowas wie ein „Linker“ zu werden. Ditfurth, diese Anführerin der noch nicht vereinigten Hirnlosen aller Bundesländer, wagt es, ihrem Bewusstseinsstand gemäß durchaus konsequent, daraufhin trotzdem allen Ernstes, den Namen Marxens in den Mund zu nehmen, obwohl sie ihn nach eigener Aussage

„nicht so sehr gelesen“

hat, sondern eher

„Marcuse, Adorno, Bloch“

(Trotzki, Bakunin und Hitler darf man sich dazu denken) – natürlich fleissig und wissentlich, schließlich ist der Hauptfeind die DDR und „die Stalinismen“, die es gar nicht gibt; es gibt nur einen Stalinismus, und das ist der vom Weltgeist approbierte und genehmigte Weg in die Entsklavung der Menschheit, der Lösung vom Bann ihrer eigenen Stumpfheit und Ditfurthaftigkeit, Kommunismus eben – und sich dabei erdreistet, ihren Ideologiemüll sogar als Marxismus zu bezeichnen, wo sie ein paar Sätze weiter das Wort

„emanzipativ“

in den Mund nimmt.

„Emanzipativ“ ist auch eine dieser sehr bezeichnenden Irrsinnsvokabeln jenes Hippie-Wortschatzes, welcher sich immer noch im Namen des Kommunismus übers Bewusstsein der Massen legt: „Emanzipation“ wollen diese Spinner nämlich in dem Sinne, in welchem sich ein Querschnittsgelähmter von seiner Fähigkeit zu gehen „emanzipiert“ hat: Verkürzung, Verblödung, Abstumpfung, Beschneidung von Ordnung, Sittlichkeit, Denkvermögen und notwendiger Strenge, weg mit all dem alten Mist (vor allem mit der Dialektik), „weniger ist mehr“. Weder wovon, noch wohin, noch weshalb überhaupt man sich denn „emanzipieren“ will, wissen sie, trotzdem belästigen sie jeden, den es nicht interessiert, immer wieder mit ihrem erbärmlichen Trotzkisten-Plunder und Punker-Kauderwelsch.

„Verwendet man die Kategorien Kommunismus und Sozialismus heute, muß man irrwitzig viel erklären, was man alles nicht damit meint.“

Eben. Erklären ist ja nun nicht gerade die Sache Ditfurths, deshalb lässt sie es auch mit dem Kommunismus gleich bleiben und rollt auf der „Anti“– Schiene durch die Welt. Und warum? Weil Ditfurth nunmal Antikommunistin ist und halt so alles mögliche meint, wenn sie von „Befreiung“, „Gerechtigkeit“, „Antikapitalismus“ etc. deliriert, nur nicht den Kommunismus und den dazu erforderlichen Sozialismus. Den gabs ja schon mal in real, und Realität, das wissen die Ditfurth und ihre Hippiegemeinde, ist böse, denn sie schreckt „die Leute“ ab.

Die nachdrückliche öffentliche Nichterwähnung des Wortes Kommunismus, dieses engagierte Anbiedern beim Klassenfeind war – selbst bei Leuten, die im Gegensatz zu Ditfurth einmal Kommunisten waren – schon immer der erste und wichtigste Schritt zum Opportunismus und zur Feindschaft nicht nur gegen das ihn bezeichnende Wort, sondern zum historischen Projekt selber. Der Unterschied zwischen einem Kommunisten und einem Antikapitalisten könnte kaum größer sein: Jener hat ein verwirklichungsfähiges, vor allem wissenschaftlich entwickeltes und entsprechend konkret darlegbares, real erreichbares gesellschaftliches Ziel, nämlich die Organisierung des Sozialen um die Produktion des Gebrauchswerts herum (statt um die Konsumtion des Tauschwerts und die Reproduktion von Mehrwertquellen aka. Massenmord wie im Kapitalismus) und zudem einen BEGRIFF der momentan herrschenden Gesellschaftsform sowie Strategien zu deren Bekämpfung. Der Antikapitalist hingegen lässt schon in seiner Bezeichung vollkommen offen, von welcher Seite aus er denn den Kapitalismus blöde findet: ob er zurück in vorkapitalistische Barbarei möchte oder eventuell einen nationalsozialistischen oder islamistischen Gottesstaat haben will, ob es ihm nach einem nachkapitalistischen Zombie-Monopolismus dürstet, oder er die Anarchie, also das Recht der Dümmeren fordert oder gar für einen aus Bauernhof-WGs bestehenden Naturkinder-Flohfresser-Commünismus plädiert; ob er den Kapitalismus denn zugunsten einer besseren Gesellschaft – eben: Kommunismus – weghaben will oder er ihn eben einfach nur als modisches Accessoire des Reggae hörenden Che-Guevara-T-Shirtträgers als eine Art ewigen Widerstand ansieht, der ihn umso mehr zu einer selbstbewussten bürgerlichen Persönlichkeit „mit eigener Meinung“ ausstattet; ob er den Kapitalismus überhaupt JEMALS weghaben und durch etwas anderes ersetzen will oder ob er seinen „Anti“-Stuß einfach nur als Erkennungsplakette zur Kommunikationserleichterung mit anderen Punks benötigt, das alles wird bewusst offen gelassen. (Schließlich muss ja bei Äußerungen von Leuten des Ditfurth’schen Schlags immer mitbedacht werden, was diejenigen Gruppen und partei-ähnlichen Mafia-Konglomerate denn so real zustande gebracht haben ausser verbaler Deppengrütze, und da wirds dann sehr schnell sehr düster – man erkennt: der ökologisch-antiautoritäre antifaschistische anti-imperialistische, anti-realsozialistische Antikapitalismus hat bis heute nicht nur die ekelhaftesten Gestalten bundesdeutscher Realpolitik hervorgebracht, sondern sich auch ansonsten zu jedweder Schande bereit erklärt, die Vernunft und Sittlichkeit zu vernichten pflegten: DDR-Bürgerrechtler, 89er Konterrevolution, Rot-Grüne Bundesregierung, Antistalinismus, Antiintellektualismus etc.)

Antikapitalisten, das sind die Leute heute alle. Jeder, ob beim „Jobcenter“, an der Aldikasse oder im Arztvorzimmer, „bedauert“ inzwischen die bösen Auswüchse des kapitalistischen Systems, in dem sie, diese gut funktionierenden Zahnrädchen im Getriebe des Systems, sich wie Gefangene wähnen. GEGEN den Kapitalismus (wie auch gegen jede andere Scheisse) findet man sich im Mob schnell zusammen, FÜR die kommunistische Vernunft jedoch wird man da niemanden plädieren hören. Der Antikapitalist ist der Antikommunist auf Abruf: wo ihm später, nach der kommunistischen Revolution, einmal das Kapital als universelle Anprangerungsinstanz fehlen wird, wird er schnell „die Partei“ finden, die er für sein selbstverschuldetes Scheissleben verantwortlich machen kann, man hat das zur Genüge sehen können bei den Dissidenten im Osten.

Diese Idealisten wollen immer alles sofort und auf die humanste Weise; sie kriegen deshalb niemals etwas hin und stützen damit die herrschende Inhumanität. Statt den Kommunismus so anzugehen, wie er von Marx, Engels, Lenin etc., also den Klassikern seiner Theorie und Praxis, wissenschaftlich dargelegt wurde, stümpern sie ihn sich zu einem Kultprodukt einer alternativ-undergroundigen Commünismus-Industrie (mit Hand-Outs, Teach-Ins, Vortragsveranstaltungen, „Kongressen“, Fanzines, Stickern, schlechtem Techno und blöden Sprüchen) zurecht, welches es als unerreichbares Ideal stets hochzuhalten aber in Wahrheit natürlich nie zu verwirklichen gelte. Motto: „Undogmatisch und antiautoritär“ (Ditfurth) in den Abgrund.

Man kann es nicht anders ausdrücken, und dieser Erkenntnis wegen ist es das Interview wirklich wert gewesen: Jutta Ditfurth ist die idealtypische Über-Bloggerin; die Vorhut aller linken Transparentehochhalter, Demonstranten, Staatsgegner, Stuttgart21-Baumschützer und sonstiger Underground- und Gegenkultur-Canaillen. Sie sollte mit Bini Adamczak („Eine Definition von Stalinismus trau ich mir, hihi, jetzt nicht zu“ ), Joachim Bruhn („Marx begreifen? Joa, morgen vielleicht.“) und Daniel Kulla („Ich mache sicherlich einiges zum Zwecke der Profilierung oder um mein Einkommen aufzustocken – bei diesem Thema sieht das eher anders aus“) eine linkscommünistisch-antistalinistische Diskussions-WG aufmachen, am besten direkt in Sibirien, dann wird die Umquartierung später nicht allzu viel Zeit und Mühe kosten.

Immer wieder kommt von linken Antikommunisten ja das „Argument“, Stalin sei unter anderem, bzw. vor allem auch deswegen Scheiße gewesen, weil er „mehr Kommunisten umgebracht hat als Hitler“ (irgendein Jungle-World-Leser ): Man kann Stalin gar nicht genug dafür dankbar sein, dass er mit sozialrevolutionären Landplagen vom Schlage Ditfurth damals nicht zimperlich umgegangen ist, während wir dank Hitler hierzulande weiterhin mit diesem Stümper-Mob geschlagen sind. Die möglichst schnelle Ausrottung jener Deppenphalanx, die sich in irgendeiner linksidealistischen Form zum Kommunismus oder zu „Autonomie“ (Autonomie: Was bedeutet schon Selbstbestimmung, wenn das Selbst ein Haufen Schrott ist, der sowieso nichts anderes mehr wollen kann, als den Dreck, der ihm eh aufgezwungen wird; Autonomie in kapitalistischer Totalität: Blödsinn hoch zehn), „Emanzipation“, „Befreiung“, „Kritik“ und all diesen anderen Karikaturen von Fortschritt bekennt, ist eine der dringlichsten Schritte auf dem Weg zum Kommunismus. Ohne diesen wird die Welt auch die nächsten Jahrhunderte einer Hölle gleichen, deren geistige Vorboten sich z.B. schon im Programm des unsäglich reaktionär verblödeten Unrast-Verlags ankündigen.

Das kindische Polit-Manager-Pack von „Ums Ganze“ (neben den beiden Ehren-Canaillen der Entmarxisierung jeglicher Theoriebemühungen, Michael Heinrich und Frieder Otto Wolf, waren auch fast alle anderen üblichen Studentenhippies, die in ihrer Freizeit Power-Point-Vorträge für anarchistische Arschgeigen halten, zum Kongress eingeladen; da kommt zusammen, was zusammen gehört) ist gar nicht stark genug zu verachten und zu bekämpfen, das zeigt nicht erst die Einladung Ditfurths auf ihre kümmerliche Kritizisten-Veranstaltung. Ditfurth selbst, in tausend Talkshows von Demokraten-Nazis wie General Schönbohm oder Mitgliedern des Lambsdorff-Clans „argumentativ“ plattgewalzt (wer auf Argumente baut, dem geschieht sowas recht), aber immer noch Demokratin und Diskussions-Begeisterte: Daran sieht man, wie sie es wirklich hält mit der Umsetzung ihrer „Ideale“: es reicht ihr – ebenso wie den bemitleidenswerten Nachwuchs-Kretins von „Umsganze“ – schon, diese innerhalb des bürgerlichen Medienapparats zu „diskutieren“, also: der Lächerlichkeit preiszugeben – die Gewalt, die sie auch durchsetzen könnte, lehnt sie strikt ab. (Die Unannehmlichkeit, die für viele „Linksradikale“ aus der Frage „Was tun?“ bzw. aus der ihnen entgegengebrachten Forderung nach einer Praxis jenseits von Kritik oder „Theorie“ entsteht, rührt natürlich auch aus dem Umstand, dass ihre reale Lebenspraxis, wenn überhaupt existent, schlicht keinem kommunistischen Anspruch (ja, sowas sollte man tatsächlich haben) entspricht. Kein Wunder, dass sie sich da lieber aufs kritische Gefasel versteifen und zurückziehen, wenn man sich einmal ihrer „Praxis“ vergegenwärtigt; die NOT der auf Basis von genereller Unfähigkeit und Unwilligkeit erbauten Praxislosigkeit war zuerst, DANN kam der Reflex darauf, die bloße Kritik-Haltung. Sowohl bei den antikapitalistischen Ariern, als auch bei den antideutschen Adorniten, den antizionistischen Arschlöchern, wie auch den antiimperialistischen Asozialen und antispeziesistischen Anarchos ist der dreigliedrige dialektische Prozess auf die bloße ANTIthese reduziert worden; These, erst recht Synthese werden schlicht ignoriert, es interessiert nur noch das abstrakte Dagegen.)

Eines aber steht sicher fest: Wer nicht spätestens als Gast bei „Hart aber fair“ zur Stalinistin wird, hat kein Gehirn.

Nochmal Jutta Biermann:

„Wir leben in einer Diktatur auf Abruf“

Schön wär’s.

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