Tag-Archiv für 'marx'

Sternstunden des BRD-Linksradikalismus (I)

„So groß ist der Glauben des Marxisten an Marx, dass er gewöhnlich davon Abstand nimmt, ihn zu lesen.“ (Dávila)

gsp trotzki greatmoment

(hier das Original von greatmomentsinleftism.blogspot.de )

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Ice-Bucket-Challenge für Sesselfurzer: Der Lobster Award

Ich weiß nicht, was das soll und woher es nun schon wieder kommt und warum, aber bei Rapoports rappelt’s und er stellt mir Fragen, als wäre der pensionierte Unhold Beckmann in ihn gefahren – und da antworten manchmal besser als ignorieren ist, komme ich seinem Wunsch in diesem Falle nach:

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Kleine Sektologie der Linken


“An wirklichem, tatsächlichem oder theoretischem Bildungsstoff ist da absoluter Mangel. Statt dessen Versuche, die sozialistischen oberflächlich angeeigneten Gedanken in Einklang zu bringen mit den verschiedensten theoretischen Standpunkten, die die Herren von der Universität oder sonstwoher mitgebracht und von denen einer noch verworrener war als der andre, dank dem Verwesungsprozeß, in dem sich die Reste der deutschen Philosophie heute befinden. Statt die neue Wissenschaft vorerst selbst gründlich zu studieren, stutzte sich jeder sie vielmehr nach dem mitgebrachten Standpunkt zurecht, machte sich kurzerhand eine eigne Privatwissenschaft und trat gleich mit der Prätension auf, sie lehren zu wollen. Daher gibt es unter diesen Herren ungefähr soviel Standpunkte wie Köpfe; statt in irgend etwas Klarheit zu bringen, haben sie nur eine arge Konfusion angerichtet – glücklicherweise fast nur unter sich selbst. Solche Bildungselemente, deren erstes Prinzip ist, zu lehren, was sie nicht gelernt haben, kann die Partei gut entbehren.”

Zirkularbrief von Marx/Engels an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a., 1879 (MEW 19, S.164f.).

Man kann sich den Linken heute nur noch mit den Mitteln der quasi-ornithologischen Kategorisierung nähern; der Weltgeist steht hinterm Baum und guckt durchs Fernglas, dadurch sieht er allerlei Sorten bunter Vögel durcheinander zwitschern. Eine dementsprechende, natürlich vollkommen „verkürzte“ (so bezeichnen die kritischen Kritiker ja immer alles, was zu deutlich an Wahrheit gemahnt), vorurteilsbehaftete und unsachliche, also absolut zutreffende Übersicht der umtriebigsten, lautesten und auffälligsten linken Sekten und ihres jeweiligen Unwesens lege ich hiermit allen Interessierten zum ausdrucken, übers Bett hängen, weiterverteilen und auswendiglernen vor. (mehr…)

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Notwendige Bestimmungen zu einem richtigen Begriff des Stalinismus

***Die erheblich erweiterte und überarbeitete und Version dieses Beitrags ist enthalten in: Kommunismus für Erwachsene von 2019***

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Ökologisch, emanzipativ, verblödet: Jutta Ditfurth

Anlässlich des kürzlich begangenen sogenannten „Kongresses“ des jung-linksliberalen Kritik-Bündnisses „Ums Ganze“ und eines neuerlichen grotesk barbarischen Comedy-Auftritts Ditfurths in der ARD-Demokratendiskussions-Zombie-Sendung „Hart aber impotent“ zum Thema Adel möchte ich nochmal kurz auf ein Interview aufmerksam machen, das Arnold Schölzel mit Jutta Ditfurth leztztes Jahr geführt hat und mir damals schon den ganzen Tag komplett versaut hatte, denn dort faselte sich die ex-grüne Fortschrittsfeindin mal wieder ihr gesamtes Arsenal an marcuseanisch-menschewistischem Schwachsinn aus der Birne:

„Zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise hat der Multimillardär Warren E. Buffet gesagt – und so offen kriegen wir es hier nie zu hören: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Mit der Weltwirtschaftskrise ist dieser Krieg in eine neue, härtere Phase getreten. Ergeben wir uns also oder wehren wir uns so klug wie möglich? Der Marxismus reicht weit über seine Entstehungszeit hinaus, er ist auch eine Art Kompaß für eine andere Gesellschaft, in ihm kann man den Kommunismus als »verwirklichten Humanismus« entdecken, jenseits aller Stalinismen.“

Aus 150 Jahren Idealismus nichts, aber auch kein Stück gelernt. Immer noch dem Mythos von „humanistischer“ Revolution und „Linkscommunismus“, womöglich in vom Pöbel („von unten“ sic!) selbst organisierten Räten ohne Partei und mit Blümchen gegen die militärischen und polizeilichen Hundertschaften des Kapitals. Es ist der ewige grün-trotzkistische Gesamt-Hippie, der aus ihr spricht. Tausende von „Wohnprojekt“-Gemeinschaften, Kinderläden und Reformhäuser, in denen dieser Dreck seit Jahrzehnten aus braun gekifften Deppenhirnen wirkungs- und sinnlos entweicht wie stinkende Jauche, Ditfurth ist sich auch weiterhin nicht zu schade, es zu verkünden.

Aber es kommt noch besser:

„Kein Mensch wird als Linker geboren.“

Wäre ja auch noch schöner, wenn jeder so dämlich wie Ditfurth wäre, und das schon von Geburt an. Schließlich braucht es einen jahrzehntelangen Degenerationsprozess, um sowas wie ein „Linker“ zu werden. Ditfurth, diese Anführerin der noch nicht vereinigten Hirnlosen aller Bundesländer, wagt es, ihrem Bewusstseinsstand gemäß durchaus konsequent, daraufhin trotzdem allen Ernstes, den Namen Marxens in den Mund zu nehmen, obwohl sie ihn nach eigener Aussage

„nicht so sehr gelesen“

hat, sondern eher

„Marcuse, Adorno, Bloch“

(Trotzki, Bakunin und Hitler darf man sich dazu denken) – natürlich fleissig und wissentlich, schließlich ist der Hauptfeind die DDR und „die Stalinismen“, die es gar nicht gibt; es gibt nur einen Stalinismus, und das ist der vom Weltgeist approbierte und genehmigte Weg in die Entsklavung der Menschheit, der Lösung vom Bann ihrer eigenen Stumpfheit und Ditfurthaftigkeit, Kommunismus eben – und sich dabei erdreistet, ihren Ideologiemüll sogar als Marxismus zu bezeichnen, wo sie ein paar Sätze weiter das Wort

„emanzipativ“

in den Mund nimmt.

„Emanzipativ“ ist auch eine dieser sehr bezeichnenden Irrsinnsvokabeln jenes Hippie-Wortschatzes, welcher sich immer noch im Namen des Kommunismus übers Bewusstsein der Massen legt: „Emanzipation“ wollen diese Spinner nämlich in dem Sinne, in welchem sich ein Querschnittsgelähmter von seiner Fähigkeit zu gehen „emanzipiert“ hat: Verkürzung, Verblödung, Abstumpfung, Beschneidung von Ordnung, Sittlichkeit, Denkvermögen und notwendiger Strenge, weg mit all dem alten Mist (vor allem mit der Dialektik), „weniger ist mehr“. Weder wovon, noch wohin, noch weshalb überhaupt man sich denn „emanzipieren“ will, wissen sie, trotzdem belästigen sie jeden, den es nicht interessiert, immer wieder mit ihrem erbärmlichen Trotzkisten-Plunder und Punker-Kauderwelsch.

„Verwendet man die Kategorien Kommunismus und Sozialismus heute, muß man irrwitzig viel erklären, was man alles nicht damit meint.“

Eben. Erklären ist ja nun nicht gerade die Sache Ditfurths, deshalb lässt sie es auch mit dem Kommunismus gleich bleiben und rollt auf der „Anti“– Schiene durch die Welt. Und warum? Weil Ditfurth nunmal Antikommunistin ist und halt so alles mögliche meint, wenn sie von „Befreiung“, „Gerechtigkeit“, „Antikapitalismus“ etc. deliriert, nur nicht den Kommunismus und den dazu erforderlichen Sozialismus. Den gabs ja schon mal in real, und Realität, das wissen die Ditfurth und ihre Hippiegemeinde, ist böse, denn sie schreckt „die Leute“ ab.

Die nachdrückliche öffentliche Nichterwähnung des Wortes Kommunismus, dieses engagierte Anbiedern beim Klassenfeind war – selbst bei Leuten, die im Gegensatz zu Ditfurth einmal Kommunisten waren – schon immer der erste und wichtigste Schritt zum Opportunismus und zur Feindschaft nicht nur gegen das ihn bezeichnende Wort, sondern zum historischen Projekt selber. Der Unterschied zwischen einem Kommunisten und einem Antikapitalisten könnte kaum größer sein: Jener hat ein verwirklichungsfähiges, vor allem wissenschaftlich entwickeltes und entsprechend konkret darlegbares, real erreichbares gesellschaftliches Ziel, nämlich die Organisierung des Sozialen um die Produktion des Gebrauchswerts herum (statt um die Konsumtion des Tauschwerts und die Reproduktion von Mehrwertquellen aka. Massenmord wie im Kapitalismus) und zudem einen BEGRIFF der momentan herrschenden Gesellschaftsform sowie Strategien zu deren Bekämpfung. Der Antikapitalist hingegen lässt schon in seiner Bezeichung vollkommen offen, von welcher Seite aus er denn den Kapitalismus blöde findet: ob er zurück in vorkapitalistische Barbarei möchte oder eventuell einen nationalsozialistischen oder islamistischen Gottesstaat haben will, ob es ihm nach einem nachkapitalistischen Zombie-Monopolismus dürstet, oder er die Anarchie, also das Recht der Dümmeren fordert oder gar für einen aus Bauernhof-WGs bestehenden Naturkinder-Flohfresser-Commünismus plädiert; ob er den Kapitalismus denn zugunsten einer besseren Gesellschaft – eben: Kommunismus – weghaben will oder er ihn eben einfach nur als modisches Accessoire des Reggae hörenden Che-Guevara-T-Shirtträgers als eine Art ewigen Widerstand ansieht, der ihn umso mehr zu einer selbstbewussten bürgerlichen Persönlichkeit „mit eigener Meinung“ ausstattet; ob er den Kapitalismus überhaupt JEMALS weghaben und durch etwas anderes ersetzen will oder ob er seinen „Anti“-Stuß einfach nur als Erkennungsplakette zur Kommunikationserleichterung mit anderen Punks benötigt, das alles wird bewusst offen gelassen. (Schließlich muss ja bei Äußerungen von Leuten des Ditfurth’schen Schlags immer mitbedacht werden, was diejenigen Gruppen und partei-ähnlichen Mafia-Konglomerate denn so real zustande gebracht haben ausser verbaler Deppengrütze, und da wirds dann sehr schnell sehr düster – man erkennt: der ökologisch-antiautoritäre antifaschistische anti-imperialistische, anti-realsozialistische Antikapitalismus hat bis heute nicht nur die ekelhaftesten Gestalten bundesdeutscher Realpolitik hervorgebracht, sondern sich auch ansonsten zu jedweder Schande bereit erklärt, die Vernunft und Sittlichkeit zu vernichten pflegten: DDR-Bürgerrechtler, 89er Konterrevolution, Rot-Grüne Bundesregierung, Antistalinismus, Antiintellektualismus etc.)

Antikapitalisten, das sind die Leute heute alle. Jeder, ob beim „Jobcenter“, an der Aldikasse oder im Arztvorzimmer, „bedauert“ inzwischen die bösen Auswüchse des kapitalistischen Systems, in dem sie, diese gut funktionierenden Zahnrädchen im Getriebe des Systems, sich wie Gefangene wähnen. GEGEN den Kapitalismus (wie auch gegen jede andere Scheisse) findet man sich im Mob schnell zusammen, FÜR die kommunistische Vernunft jedoch wird man da niemanden plädieren hören. Der Antikapitalist ist der Antikommunist auf Abruf: wo ihm später, nach der kommunistischen Revolution, einmal das Kapital als universelle Anprangerungsinstanz fehlen wird, wird er schnell „die Partei“ finden, die er für sein selbstverschuldetes Scheissleben verantwortlich machen kann, man hat das zur Genüge sehen können bei den Dissidenten im Osten.

Diese Idealisten wollen immer alles sofort und auf die humanste Weise; sie kriegen deshalb niemals etwas hin und stützen damit die herrschende Inhumanität. Statt den Kommunismus so anzugehen, wie er von Marx, Engels, Lenin etc., also den Klassikern seiner Theorie und Praxis, wissenschaftlich dargelegt wurde, stümpern sie ihn sich zu einem Kultprodukt einer alternativ-undergroundigen Commünismus-Industrie (mit Hand-Outs, Teach-Ins, Vortragsveranstaltungen, „Kongressen“, Fanzines, Stickern, schlechtem Techno und blöden Sprüchen) zurecht, welches es als unerreichbares Ideal stets hochzuhalten aber in Wahrheit natürlich nie zu verwirklichen gelte. Motto: „Undogmatisch und antiautoritär“ (Ditfurth) in den Abgrund.

Man kann es nicht anders ausdrücken, und dieser Erkenntnis wegen ist es das Interview wirklich wert gewesen: Jutta Ditfurth ist die idealtypische Über-Bloggerin; die Vorhut aller linken Transparentehochhalter, Demonstranten, Staatsgegner, Stuttgart21-Baumschützer und sonstiger Underground- und Gegenkultur-Canaillen. Sie sollte mit Bini Adamczak („Eine Definition von Stalinismus trau ich mir, hihi, jetzt nicht zu“ ), Joachim Bruhn („Marx begreifen? Joa, morgen vielleicht.“) und Daniel Kulla („Ich mache sicherlich einiges zum Zwecke der Profilierung oder um mein Einkommen aufzustocken – bei diesem Thema sieht das eher anders aus“) eine linkscommünistisch-antistalinistische Diskussions-WG aufmachen, am besten direkt in Sibirien, dann wird die Umquartierung später nicht allzu viel Zeit und Mühe kosten.

Immer wieder kommt von linken Antikommunisten ja das „Argument“, Stalin sei unter anderem, bzw. vor allem auch deswegen Scheiße gewesen, weil er „mehr Kommunisten umgebracht hat als Hitler“ (irgendein Jungle-World-Leser ): Man kann Stalin gar nicht genug dafür dankbar sein, dass er mit sozialrevolutionären Landplagen vom Schlage Ditfurth damals nicht zimperlich umgegangen ist, während wir dank Hitler hierzulande weiterhin mit diesem Stümper-Mob geschlagen sind. Die möglichst schnelle Ausrottung jener Deppenphalanx, die sich in irgendeiner linksidealistischen Form zum Kommunismus oder zu „Autonomie“ (Autonomie: Was bedeutet schon Selbstbestimmung, wenn das Selbst ein Haufen Schrott ist, der sowieso nichts anderes mehr wollen kann, als den Dreck, der ihm eh aufgezwungen wird; Autonomie in kapitalistischer Totalität: Blödsinn hoch zehn), „Emanzipation“, „Befreiung“, „Kritik“ und all diesen anderen Karikaturen von Fortschritt bekennt, ist eine der dringlichsten Schritte auf dem Weg zum Kommunismus. Ohne diesen wird die Welt auch die nächsten Jahrhunderte einer Hölle gleichen, deren geistige Vorboten sich z.B. schon im Programm des unsäglich reaktionär verblödeten Unrast-Verlags ankündigen.

Das kindische Polit-Manager-Pack von „Ums Ganze“ (neben den beiden Ehren-Canaillen der Entmarxisierung jeglicher Theoriebemühungen, Michael Heinrich und Frieder Otto Wolf, waren auch fast alle anderen üblichen Studentenhippies, die in ihrer Freizeit Power-Point-Vorträge für anarchistische Arschgeigen halten, zum Kongress eingeladen; da kommt zusammen, was zusammen gehört) ist gar nicht stark genug zu verachten und zu bekämpfen, das zeigt nicht erst die Einladung Ditfurths auf ihre kümmerliche Kritizisten-Veranstaltung. Ditfurth selbst, in tausend Talkshows von Demokraten-Nazis wie General Schönbohm oder Mitgliedern des Lambsdorff-Clans „argumentativ“ plattgewalzt (wer auf Argumente baut, dem geschieht sowas recht), aber immer noch Demokratin und Diskussions-Begeisterte: Daran sieht man, wie sie es wirklich hält mit der Umsetzung ihrer „Ideale“: es reicht ihr – ebenso wie den bemitleidenswerten Nachwuchs-Kretins von „Umsganze“ – schon, diese innerhalb des bürgerlichen Medienapparats zu „diskutieren“, also: der Lächerlichkeit preiszugeben – die Gewalt, die sie auch durchsetzen könnte, lehnt sie strikt ab. (Die Unannehmlichkeit, die für viele „Linksradikale“ aus der Frage „Was tun?“ bzw. aus der ihnen entgegengebrachten Forderung nach einer Praxis jenseits von Kritik oder „Theorie“ entsteht, rührt natürlich auch aus dem Umstand, dass ihre reale Lebenspraxis, wenn überhaupt existent, schlicht keinem kommunistischen Anspruch (ja, sowas sollte man tatsächlich haben) entspricht. Kein Wunder, dass sie sich da lieber aufs kritische Gefasel versteifen und zurückziehen, wenn man sich einmal ihrer „Praxis“ vergegenwärtigt; die NOT der auf Basis von genereller Unfähigkeit und Unwilligkeit erbauten Praxislosigkeit war zuerst, DANN kam der Reflex darauf, die bloße Kritik-Haltung. Sowohl bei den antikapitalistischen Ariern, als auch bei den antideutschen Adorniten, den antizionistischen Arschlöchern, wie auch den antiimperialistischen Asozialen und antispeziesistischen Anarchos ist der dreigliedrige dialektische Prozess auf die bloße ANTIthese reduziert worden; These, erst recht Synthese werden schlicht ignoriert, es interessiert nur noch das abstrakte Dagegen.)

Eines aber steht sicher fest: Wer nicht spätestens als Gast bei „Hart aber fair“ zur Stalinistin wird, hat kein Gehirn.

Nochmal Jutta Biermann:

„Wir leben in einer Diktatur auf Abruf“

Schön wär’s.

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Linke Blogger und ihre stolze Arbeit am Sprachmüllberg

Zur Blogbarbarei. Teil I: Sprache

Bei Leuten, die noch alle Tassen im Schrank haben, ist es ja hinlänglich bekannt, dass das Internet, speziell das Weblog, Medien der Romantik sind: Wer bloggt, ist Idealist, Volksfreund, Demokrat, Aufklärer und Stürmer & Dränger gegen alles, was seiner bescheidenen und irrelevanten Meinung nach falsch oder Unrecht sei. Der Blogger ist das noch verblödetere, kindischere, konformistischere Update des Flugblätter- beschmierenden und -verteilenden 68er-Trottels.

Auffallend beim bauchlinken Bloggertum (also letztlich bei 99% aller linken Blogger), ist dabei konsequenterweise vor allem seine immer wieder auf dem Goldtablett präsentierte Sprachfeindlichkeit:

Wenn ein Stadionblogger namens rdps sich beispielsweise schon angesichts meines sprachlich noch recht verständlich und poppig ausgefallenen Beitrags zur „Linken Literaturmesse“ in Nürnberg zu solchem reaktionären Dreck hinreissen lässt, wie diesem hier:

„Das nenn ich mal einen wirklich langen Satz. Nicht, dass das unbedingt zum Verständnis des Inhalts, der zu vermitteln versucht wird, entscheiden beiträgt, aber immerhin kann man sich selbst und vor allem anderen damit durchaus beweisen, dass man zumindest der Interpunktion fähig ist, was ja erwiesenermaßen auch nicht unbedingt zu den leichteren Geschäften der deutschen Grammatikm gehört und ganz nebenbei schafft man es eventuell auch, dass die geneigten Leser_innen bei der Hälfte so verwirrt sind, dass sie nicht in der Lage sind inhaltliche Kritik anzubringen, woraufhin man in die Lage versetzt wird, diese gekonnt zu bepöbeln und daraus trotzdem als Gewinner hervorzugehen“(*),

dann kommt darin nicht bloß wieder einmal ein unverschämter Affront des Pöbels gegen die Sittlichkeit und Richtigkeit der von Hegel über Marx bis hin zu Wittgenstein bewiesenen Tatsache zum Vorschein, dass es kein nicht-sprachliches Bewusstsein gibt, dass Sprache nichts anderes als „praktisches Bewusstsein“ (Marx) ist und dass „die Grenzen der Sprache die Grenzen unserer Welt“ (Wittgenstein) seien, sondern dann formiert sich diese anarchistische bestimmungs- und begriffs-feindliche, also unter anderem dreist antiintellektuelle Sprachmatschverteidigungsbarbarei vor allem zu einer bei Romantikern sowohl rechter als auch linker Gestalt schon immer sehr beliebten Zelebrierung der Offenbarung jener traurig-erbärmlichen Dämlichkeiten, bei welchen sich der bewusstlose, des Sprach- und Begriffs-Verständnisses nahezu vollkommen unfähige und dieses Elend reproduzierende Mob erdreistet, sich über den elaborierten Geist zu erheben und seine eigene Unbildung den mutmaßlich meist noch verblödeteren, passiven Mitlesern dieses ganzen Affenzirkus‘ als rebellische Kritik an bösen Stalinisten unterjubelt.

Ein in seiner Widerlichkeit wie kaum etwas zweites zu verachtender Gestus: Der, der die Sprache beherrscht und sich um zivilisatorische Mindeststandards in der Sphäre des Geschriebenen bemüht, ist der Verdächtige, der zu Diffamierende, mithin: der Volksfeind.
Weil er die Sprache des zum Mob herunter regierten Dreckspacks namens Volk oder die sich davon nur leicht absetzende unbelehrbar linksidealistische Klippschulsatzrhetorik jener Marx verfälschenden Nachplapper-Arschlochsippe bloggender „Gegenstandpunkt“-Anhänger nicht zu sprechen gewillt ist, wird er nicht ernst genommen; passt er sich hingegen jener Sphäre zumindest formal an, indem er die entsprechenden Arschlöcher als die Arschlöcher, als welche sie sich objektiv und anhaltend gebären, bepöbelt, heisst es, das niveaulose neostalinistische Rumgeprolle sei gefälligst einzustellen, man habe sich am Diktat des Diskussions- und Argumentations-Sumpfs zu beteiligen, um überhaupt wenigstens ansatzweise ernst genommen zu werden.

Diese Sorte Sprachkritik ist natürlich nichts anderes als eine Formel für das ignorant-dreiste „Versteh ich nicht, will ich auch gar nicht verstehen, und darauf bin ich auch stolz!“, also düsterste reaktionäre Hippiescheisse, die einem irrsinnigerweise meistens da begegnet, wo sich angeblich intellektuelle, wissenschaftliche oder akademische Neo-Eliten zu ihrem gemütlichen Plauderründchen versammelt haben und wo ein Angriff aufs Wahrheitsdefinitionsmonopol also nicht erwünscht ist, und zudem natürlich eine Haltung, welcher sich jene annehmen, die nunmal durch unglückliche Zufälle und ohne auch nur den Hauch einer Ahnung oder gar Fachqualifikation aufweisen zu können, in „der Szene“ gelandet sind, um sich ihre mickrigen Autoritätspositionen innerhalb von subversiven Ohnmachtszusammenhängen qua Beschwörung von einfacher Sprache, also begrifflicher Unklarheit zu sichern. (Man stelle sich vor, was geschähe, wenn plötzlich durch Maßnahmen sozialistischer Vernunft diese Leute dazu gezwungen wären, keine Scheisse mehr, sondern nur noch qualifizierte, sprachlich und begrifflich gebildete Beiträge abzuliefern, weil ein gesellschaftliches Verlangen danach produziert würde: Es wäre einfach kein Publikum, kein Interesse und somit auch keine Relevanz mehr vorhanden für ihr unsittliches hirnloses Ausbreiten alternativer Ressentiments, welches sich bis dato so gern als „linke Kritik“ bezeichnen konnte, ohne dass irgendwem auffiel, um welchen Wahnsinn es sich da handelt. Man muss ja ständig im Hinterkopf behalten, dass diejenigen, die da so vor sich her „argumentieren“ und die selbsternannte Avantgarde einer zukünftigen, aufgeklärten Gesellschaftsform sein wollen, allesamt bedroht sind von einer gesamtgesellschaftlichen Anhebung des Denk- und Sprach-Niveaus.)

Das Einfordern kompakter, für jeden Deppen leicht verständlicher, einfach strukturierter und womöglich sogar Neologismen- und Fremdwörter-freien Sätze (und damit natürlich auch: Gedanken) ist letztlich nichts anderes als die schlecht mit Nettigkeitskleister ummantelte, dreiste Forderung der verblödetsten Stämme der halb-akademischen Semi-Hirnhandwerker, man möge doch bitte bloß das schreiben, was der denkfaule Heuchler ohnehin schon immer gedacht und gewusst hat. Man will auf Seiten dieser bequemen Typen, in deren Gemütlichkeit und Schluffigkeit die engagierte Barbarei nur auf ihren endgültigen Ausbruch lauert, in Wahrheit nicht mit Neuem, Ungewusstem und also logischerweise auch sprachlich distinguiert Daherkommendem belästigt werden. Die geforderte Berücksichtigung des Verlangens nach „verständlicher Sprache“ war eben schon immer nichts anderes als die verdeckte Forderung nach vor allem inhaltlichem Konformismus, also: Eingliederung in den falschen, irren, unwissenschaftlichen Arschlochkonsens begriffsloser Vollidioten. (Das vielzitierte einfache Volk hingegen ist sowohl solcher Sprache als auch ihm fremden Gedanken oft viel aufgeschlossener und fragt schlicht und einfach nach, wenn es etwas nicht versteht, erkennt also die Autorität des sich um Differenzierung und Bestimmung Bemühenden an.)

Dies werden die Berufs-Blogvolkssportler und die linken Vertreter des schreibenden Canaillentums natürlich niemals lernen, denn dafür sind nicht da. Ihr Job innerhalb des akurat eingehaltenen Plans kapitalistischer Arbeitsteilung ist die Verschrebergärtnerung der nach idealistischer Aufklärung lechzenden Bewusstseins-Barracken zum Zwecke der vollständigen Verblödung aller. Denn: Romantische (also: kaputte) Formen wie das ernsthaft betriebene Weblog bringen nahezu zwangsläufig romantischen, kaputten Inhalt hervor und umgekehrt.

Man muss sich ja ernsthaft fragen, wie diese Spinner denn gedenken, komplizierte Sachverhalte und Begrifflichkeiten anders auszudrücken als mit „komplizierter“ Sprache. Wahrscheinlich meinen sie in ihrer ewigen Unbehirntheit, man solle sie malen, erfühlen, tanzen, sticken, was weiss ich. Das Problem ist nur:
Es gibt viele Begriffe, und noch mehr Wörter. Nicht alle Wörter sind auch Begriffe, denn manche sind nur Begriffsabfall (also das, was der landläufige Blogger gern als „Diskurs“ bezeichnet) aber jeder Begriff erscheint auf der Realitätsebene des entäußerten Bewusstseinsinhalts, also der Sprache, ausschließlich in Form eines Wortes. Die sprachliche Unschärfe jedoch, mit der manch ein Wort heute einen Begriff nur noch wiederzugeben vermag, ist im Sinne einer exakteren Bestimmung der Phänomene und einer genaueren Ausrichtung wissenschaftlicher Arbeit vehement zu bekämpfen. Im Gegensatz zur Ansicht der Fremdwortfeinde und sonstiger Gegner von begrifflicher Klarheit und gedanklicher Maßstäbe, die immer wieder „barrierefreie“, d.h. ungenaue, im Vorhinein ideologisch verfälschte, unwissenschaftliche, dem Begriff nicht gerecht werdende Sprache fordern, ist es dem stalinistischen, also dem an Revolution und der Herrschaft der sozialistischen Vernunft interessierten Kommunisten umso wichtiger, die in allen möglichen Sprachen schon vorhandenen und neu gebildeten sowie noch neu zu bildenden begriffsschärfenden Sprachelemente in ihrer Exaktheit und Richtigkeit zu nutzen und in größeren gesellschaftlichen Umlauf zu bringen. Diese Begriffs- und Spracharbeit ist heute als eine der wichtigsten Tätigkeiten zur Ermöglichung einer Basis, welche den Sozialismus zu erwirken erlaubt, gar nicht hoch genug einzuordnen. Das Unwesen der vorgeblich marxistischen Blog- und Undergroundjournaillen-Barbarei ist mit seinem Elendsgejammer als einer der Hauptgegner auszumachen und entsprechend zu denunzieren und zu vernichten, denn der stetig wachsende Sprachmüllberg zieht letztlich auch den Kommunismus in den bewusstlosen Dreck – was seine wenigen intellektuellen Vertreter zu verhindern wissen müssen. Zur Arbeit des Marxisten an der Verhinderung begrifflichen Elends kommt also auch noch die der Sprachsperrmüllabfuhr.

Ein erster Schritt in Richtung sprachlichem Umweltschutz könnte also sein, endlich mal diesem elenden Demokratendiskussionsblödsinn Lebewohl zu sagen. Denn dass Leute, die zu oft mit Demokraten und deren falscher Sprache diskutieren, irgendwann selber Demokraten mit falscher Sprache und falschen Begriffen werden (wenn sie es nicht eh schon immer waren), das ist sicherlich eine der vielen Lehren, die man ziehen kann, wenn man sich die Emanzipationsscheisse diverser Schreiber und Blogger und ihre Auswirkungen mal etwas genauer vorgenommen hat.

To be continued.

    (*) Die Weisheiten des rdps:

    „Das nenn ich mal einen wirklich langen Satz. Nicht, dass das unbedingt zum Verständnis des Inhalts, der zu vermitteln versucht wird, entscheiden beiträgt…“

    Merke:
    1. Lange Sätze sind pfui und fast so böse wie Stalin, Lenin und Mao zusammen.
    2. Verständlichkeit als Fetisch: Die eigene Hirnlosigkeit, Faulheit, Reflexionsverweigerung wird als Norm gesetzt. Wer sich an diese nicht hält, ist Volksfeind.
    3. „Inhalt“ ist eine eigenständige Größe, welche bloß „vermittelt“ werden muss, natürlich mittels „Form“, die wiederum mit jenem nichts zu tun hat und nur von aussen auf diesen aufgestülpt wird. Dass eine spezifische, bewusst gewählte Form selber schon ein erheblicher Beitrag zum so genannten, immer wieder irrigerweise von dieser abgekapselten Inhalt ist – Form/Inhalt-Dichotomie reproduzierende Deppen wie rdps interessierts kein Stück.

    „…dass die geneigten Leser_innen bei der Hälfte so verwirrt sind, dass sie nicht in der Lage sind inhaltliche Kritik anzubringen“

    Merke:
    1. „Verwirrung“ ist unter allen Umständen zu vermeiden. Der deutsche alternative Schrebergartentextleser will seine Blogs einfach, klar, sich selbst und sein falsches Bewusstsein bestätigend, sonst tickt er aus und schreibt dreiste Kommentare.
    2. „Inhaltliche Kritik“: Noch lustiger als die gute alte Verständlichkeit. Ein Klassiker des Diskussions-Trotteltums seit Jahrhunderten. Jeder Text soll gefälligst so geschrieben sein, dass eine solche Kritik sofort jeder Idiot ohne weiteres anbringen kann. Am besten nur noch in Dialekt oder Umgangssprache schreiben, ohne Fremdwörter und anderen Sprachjuden, damit bald jeder Text so sagenhaft verblödet und grausam ist, wie die von rdps, Daniel Kulla, Stefan Ripplinger, Stefan Grigat, Manfred Dahlmann, Hannah Arendt, Martin Heidegger, Roger Behrens, Jörg Pilawa, Matthias Matussek, Alex Feuerherdt, Karl Held, Walter Kempowski, Rainer Kunze, Heinz-Rudolf Kunze, Egotronic, Günther Anders, Lars Quadfasel, Robert Kurz, Herbert Marcuse, Andreas Hartmann, Klaus Theweleit und den andern Figuren des sprachverwirrten deutschen Kasperletheaters es jetzt schon sind. Weil, wichtig: Letztlich sagen doch eh alle dasselbe, sprechen dieselbe Sprache, ziehen am selben Strang! Man soll mal gefälligst nicht so tun, als hätte jemand, der auf seine Sprache und Wortwahl achtet, was anderes zu sagen oder ein anderes Interesse, als jede sonstige dahergelaufene Canaille, die sich schreibend durch ihr Leben pfuscht.
    (Ich baue ein Haus, das von unten bis oben stabil und bewohnbar ist, rdps regt sich drüber auf und wirft mir vor, dass es keine zerbröckelnde, unbewohnbare Hütte ist.)

    „…woraufhin man in die Lage versetzt wird, diese gekonnt zu bepöbeln und daraus trotzdem als Gewinner hervorzugehen“

    Merke:
    1. „Gekonntes Bepöbeln“: Können ist eh immer das schlimmste für die Nichtskönner, das ist klar. Diese Könnerei ist schon echt ein Riesen-Dorn im Auge der Romantik. Unverschämt.
    2. „Gewinner“ ist natürlich auch übelst. Als Loser mag man die irgendwie so gar nicht. Die können halt einfach nicht aufhören zu gewinnen. Schlimm!

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