Tag-Archiv für 'marxistische-gruppe'

Referenzen reloaded

Auch weiterhin Programm: Stalinismus ohne Augenzwinkern

Ist dieser Lyzis wirklich so schlimm und grauenvoll? Ja, ist er – da ist sich das Volk einig. Es hat zwar nichts von ihm gelesen, geschweige denn begriffen, aber das Urteil ist eindeutig: schuldig, egal in welcher Anklage.
Er wird auch weiterhin alles dafür tun, diesem Urteil gerecht zu werden. (mehr…)

Share:
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • RSS
  • Tumblr
  • Reddit
  • Add to favorites
  • PDF

Gründe

Die größten Idioten erkennt man ziemlich sicher daran, dass sie nach Gründen fragen, wo Zwecke ausschlaggebend sind. Krieg? – Es komme darauf an, aus welchem (womöglich moralischen) GRUNDE deutsche Truppen in einem anderen Land die Bevölkerung terrorisieren, nicht etwa, was für Ziele sie dort verfolgen.

Peter Decker vom Gegenstandpunkt in einem Radio-Interview zu einem anti-israelischen Flugblatt, welches eine seiner Vortragsveranstaltungen bewarb, auf die Frage, was er denn dazu sage, dass rechtsradikale Antisemiten genau dasselbe über Israel behaupten: Naja, WIR machen das ja aus anderen GRÜNDEN! Derselbe Scheißdreck, aber aus anderen Gründen, na dann! Abstrahiert von jeglicher Funktion, die ein politisches Tun zwangsläufig hat, geilt man sich am Fetisch des GRUNDES auf; „Holocaust? – Ja aber sicher, nur wir Linken wollen ihn eben aus anderen GRÜNDEN!“ Wie hirnverschissen kann man sein?

Daniel Kulla auf meine Erläuterung der Wirkung seines Schwachsinns: „…du hast offensichtlich keine Ahnung, warum ich das tue, was ich tue“ (meine klärende Entgegnung darauf wurde natürlich nicht freigeschaltet, klar). Die Motive für irgendeinen lumpenintellektuellen Zitate-Aneinanderreihungs-Anarchismus sind dabei nunmal völlig wurscht. Als würde irgendeine Scheiße dadurch besser werden, dass man weiß, aus welchen niederen Gründen sie praktiziert wird. Es reicht mir, die Wirkung, (nämlich: globale Enthirnung) dieses Mülls zu sehen, da bin ich bedient genug mit. Davon abgesehen ist Kunst, welche erst dann ihren Sinn offenbart, wenn man die geheimen Gründe des Künstlers kennt, keine Kunst mehr, sondern ein esoterisches Rezipienten-Verblödungsprogramm erster Garnitur.

Auch immer gerne genommen: „Du bist ja nur Feministin, weil du hässlich bist und keinen abbekommst!“ „NUR“, das muss man sich mal vorstellen. Ja, aus welchem Grunde sollte man denn sonst Feministin werden, wenn nicht deshalb, weil man eine jahrelange Diskriminierungs- und Unterdrückungs-Erfahrung durch patriarchale Arschlöcherbeförderungsstrukturen hinter sich hat; und als sei nicht auch hier das Wesentliche, welche FUNKTION, welche WIRKUNG, welchen ZWECK der Feminismus hat (siehe auch „Du bist ja nur Kommunist, weil du arm bist!“, „Du bist ja nur karrieregeil, weil du in deiner Kindheit zu kurz kamst!“, usw.). Die betreffende Person wird in ihrer Haltung und ihrem Tun gar nicht mehr ernst genommen, sondern sofort küchenpsychologisch entmündigt, indem man ihr irgendwelche verborgenen, unlautere, „nicht authentische“, „falsche“ Gründe unterschiebt. Es gibt aber keine „falschen Gründe“, sondern nur richtige. Auch Faschisten tun alles, was sie tun, aus den richtigen Gründen, weswegen man auch nicht deren Kindheit kritisieren sollte, sondern ihnen die Fressen einschlagen muss, auf dass sie aufhören mit der Nazischeiße.

Ein weiteres Beispiel: Im Zuge der BSE-Debatte hörte man von Marktwirtschafts-idealistischen Deppen dauernd die Phrase: „Naja, wir wissen, WOHER unser Fleisch kommt, weil ich beim Metzger meines Vertrauens kaufe.“ Creutzfeld-Jacob als Vertrauensfrage, blöder gehts nicht: Als wäre, nur weil der Herkunftshof des zum Schnitzel verarbeiteten Viechs geklärt ist, damit das Risiko der BSE-Verseuchung auch nur im Ansatz gebannt; als sei es nicht gerade der Witz beim BSE, dass 90 Prozent der Rinderzüchter eben selbst nicht wissen, ob ihr Vieh darunter leidet oder nicht, beziehungsweise, wenn sie es wissen, den Fleischmüll nicht trotzdem weiter verscherbelten (Kapitalismus eben, als würde da irgendwen eine paar Leichen mehr oder weniger jucken).

Mit solchem Glaskugel-Hokuspokus machen sich Linke gemein, die in ihrer vollkommenen Hilflosigkeit und Erbärmlichkeit behaupten, es käme auf die GRÜNDE ihres Handelns an und nicht etwa darauf, was dieses Handeln real bewirke (was wiederum durchaus nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass der Großteil dieser Handlungen eh keine wahrnehmbaren Auswirkungen auf irgendeinen Bereich der Wirklichkeit hat).

Gründe, Motivationen, Ursachen, werden immer dann angeführt, wenn der betreffenden Person der Sinn und Zweck, also: die Funktion seines Tuns peinlich ist oder es eben einer Rechtfertigung der eigenen Schweinereien bedarf. Der Stalinist hingegen pfeift auf den Authentizitäts-klärenden Innerlichkeits-Bullshit und macht sich am Wirklichen zu schaffen. Die Erfolge dieser Haltung sind, wie spätestens seit 1945 jeder weiß, beachtlich.

Share:
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • RSS
  • Tumblr
  • Reddit
  • Add to favorites
  • PDF

Das Elend des GegenStandpunkt I: Interessiertes Weglassen bei „Ofenschlot“

Das Weglassen als Zensur, eine alte und beliebte Methode vor allem derjenigen, die sich über kommunistische Zensur erbösen, während sie hingegen selber schon in nahezu randalierender Weise zensierend, beschneidend, selektierend und ignorierend durch die Welt stolpern, hat kürzlich auch der relativistische Zitate-Blogger Ofenschlot für sich entdeckt – natürlich vollkommen im Interesse des antikommunistischen Diskussionsvereins GegenStandPunkt.

In seinem Blogeintrag vom 30. Juni 2009 zu Peter Hacks‘ Urteil über die GegenStandPunkt-Vorläufer-Organisation MG und deren Zentralorgan MSZ (siehe auch: die von begriffsloser Verwirrung nur so strotzenden „Beiträge“ und „Kommentare“ (es ist eigentlich nur Grütze, daher die Anführungszeichen) der GSP-Gläubigen, z.B. bei mpunkt und neoprene) unterschlägt er deshalb natürlich gleich mal den wichtigsten Satz Hacksens gegen den GSP-Oberguru und Berufsidealisten Karl Held, welcher da lautet:

„Wieso nennt dieser antikommunistische Linke die Kommunisten antikommunistische Linke? Das finde ich frech.“

(Peter Hacks, Verehrter Kollege, Berlin 2006, S. 291)

Auf die Antwort zu dieser Frage wartet der Weltgeist, nicht zuletzt meine Wenigkeit, übrigens bis heute. Ich denke allerdings nicht, dass ausgerechnet einer der bloggenden GSP-Bots dazu eine adäquate Antwort zu liefern imstande ist, weswegen diese Frage wohl auch für dieses Jahrhundert offen bleibt.

Share:
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • RSS
  • Tumblr
  • Reddit
  • Add to favorites
  • PDF