Tag-Archiv für 'obama'

Donald Trump & deutsche Demokraten

Man merkt es den Empörten momentan einfach zu stark an, wie es sie stört, dass da mit Trump nun jemand US-Präsident ist, der die ganze Widerlichkeit und Hässlichkeit des „freien Westens“ und seiner bürgerlichen Gesellschaft auch noch mit dazu passender widerlicher und hässlicher Fratze repräsentiert.

So gerne hätten sie weiterhin eine Regenbogen-Einhornwelt voll Inklusion, Antirassismus und engagiertem liberalen Bürgerrechtlertum eines Obamas vorgespielt bekommen, mit dem sie sich heimlich oder offen identifizieren hätten können, um ihre sozialdemokratischen Ideale nicht über Bord werfen zu müssen.

So glücklich waren sie über Obama (der zwar Drohnenmorde, Kriege, Massen-Abschiebungen und die sonstigen üblichen Schweinereien ins Werk setzte, wie jeder andere US-Präsident zuvor) und seine objektive Funktion, dem ganzen kapitalistischen Grauen wenigstens die ernsthaft besorgte, aber zugleich auch streetworkerhaft coole, mit dem neusten Shit der nationalen Popkultur vertraute Charaktermaske zu verleihen, die das System so sehr benötigt, um von den politischen Inhalten abzulenken.

Schon deshalb ist ein ahnungsloser Proll und Polit-Hochstapler wie Trump als Präsident zu begrüßen, weil er zum bösen Spiel, ehrlich wie er ist, auch böse Miene macht. Am Spiel selber wird er nichts ändern – weder zum guten, noch wohl kaum zum sonderlich schlechteren. Aber das ist der deutschen Empörungs-(Quer-)Front egal, denn ihre Mitglieder wissen eh schon seit Monaten, dass Trump den Untergang des Abendlandes bedeutet und die deutschnationale Angela Merkel nun die „Führerin des freien Westens“ zu sein hat, um die deutsche Wirtschaft vor den Kraken-Armen Trumps gleichermaßen wie vor denen Putins zu retten. Das ist die doppelte Frontstellung des sich im Weiter-Erstarken befindlichen deutschen Imperialismus, dessen linksliberale Knechte von Sascha Lobo und Carolin Emcke bis hin zu „Bild“-Zeitung und „taz“ der herrschenden Klasse hierzulande eben wieder nur die gute Miene zum deutschen Spiel bereiten.

Es ist die unangenehme Art dieser Charaktermaske Trump, an der sich die Empörlinge, Warner, Mahner und Besorgten heute stören, nicht die Politik. Daran werden diese Heuchler beim Anblick Trumps erinnert, das bereitet ihnen die Bauchschmerzen, nicht irgendwelche Inhalte, auf die sie im großen und ganzen den Rest des Jahres eh pfeifen.

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Was Obama tun muss, damit die BRD zufrieden ist

Als wäre es nicht ohnehin schon schlimm genug, in einem Land leben zu müssen, das Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat, wurde die derzeitige Hitlernachfolgerin nun auch noch vom stets zum Dienst an der BRD unterwürfigst bereiten ARD-Journalisten Werner Sonne im heutigen ARD-Morgenmagazin in einem Interview zu Obamas Amtsantritt gefragt, wie sich die Welt denn gefälligst zu verhalten habe, damit Deutschland sie nicht seinen Volkszorn spüren lassen wird:

„Frau Merkel, was kann, was MUSS ein neuer amerikanischer Präsident tun, um hier bei den Deutschen wieder mehr Ansehen zu gewinnen?“

Nach dem üblichen mehrminütigen rassistischen Sermon, dreistesten Angriffen auf die US-Wirtschaftspolitik und übelster Propaganda im Namen des deutschen Imperialismus kam dann Merkel mit dem Knaller des Tages:

„Auch er [Obama] ist nur ein Mensch, wenn ich das sagen darf.“

Immerhin.
GSP-Blogger wie mpunkt oder Das geprüfte Argument gehen aber natürlich weiterhin davon aus, er sei ein „Neger“.

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Obama an der Macht – Israel kaputt

Nachdem sich nun von der deutsch-veganen Wagenplatzlinken über die bürgerlichen Parteien bis hin zur „Jungen Freiheit“ (selbst „Welt“, „Bild“ und „FAZ“ wurden schon zu Beginn des Jahres plötzlich zu linken Idealisten, die den allen alles versprechenden Oberpopulisten Obama gar nicht hoch genug preisen konnten, als es im Namen der herrschenden Klasse der BRD galt, Obamas weitaus weniger verblödete Gegenkandidatin Hillary Clinton medial auszubooten, aber zwei Seiten weiter den drögen Lahmärschen der Linkspartei unverfroren eben solchen Populismus stark ankreideten und als Gefahr für Wohlstand, Wirtschaft und Weltfrieden zurecht logen) alle Hornochsen einig darüber sind, dass Obama ein „toller Präsident“ (irgendeine Flitzpiepe im TV) werden wird, weil er schließlich Amerikas Position im Weltgefüge imperialistischer Interessen derart schwächen wird, dass Deutschland wieder beruhigt und unangetastet in Länder einmarschieren darf, in denen es „Friedensmissionen zu bewältigen“, also: qua Angriffskrieg Märkte zu erschliessen gilt und – man ist ja liberal – der Iran endlich Atombomben bauen und Israel auslöschen darf, was ja so prima Neuigkeiten für Amerikas europäische Konkurrenten und ihre jeweiligen untertänigen Bevölkerungen sind, dass dieser Pöbel sogar mal kurz gewillt ist, seinen ansonsten kategorisch und vehement dargebotenen, ja emphatischst ausgelebten Antiamerikanismus (der hier nochmals kurz und richtig zusammengefasst ist) für kurze Zeit hinten anzustellen, ist noch, ausser dieser inzwischen üblichen freiwilligen Totalgleichschaltung von Volk, Regierung und Medien, ein anderer Aspekt dieser regelmäßig wiederkehrenden US-Wahlberichterstattungsidiotie sehr bemerkenswert, welcher sich nach und nach zu einem fest etablierten Spektakelbestandteil gemausert hat, nämlich: Das von brachialster Sachunkundigkeit, Inkompetenz und verlogenstem Schleimertum geprägte mediale Schauspiel namens „Expertengesprächsrunde“, welches sich in der Nacht der Wahlsondersendungsvolksverblödungsmaschinerie zu einer derartigen Ekelhaftigkeit emporgeschaukelt hatte, an die sonst nur Gottschalk-Moderationen, Oliver Geissen, 3Sat-“Kulturzeit“ und die N24-Nachrichten heranreichen:

In der ARD beispielsweise saß die hobbykritische Diskussionscanaille Sandra Maischberger mit dem senilen, sabbernden, nuschelnden Hasenschartenjournalisten Gerd Ruge, dem SPD-Nazi Otto Schily, dem schauspielenden Adelsdeppen Florian Graf Henckel von Donnersmarck und einer quotenschwarzen amerikanischen Professorin in gewohnt abgeschlappt pseudo-gemütlicher, aber in Wahrheit doch stark angespannter Laberatmosphäre und lud zum ganzabendlichen Rassistenplausch, zwischendurch hitlerte immer wieder, als sei die gesamte Berichterstattungsfarce nicht eh schon ein zu schlechter Witz, komplett überflüssigerweise der von der FDP ferngesteuerte Volksumfragenauswertungs-Roboter Jörg Schönenborn seinen Statistik-Sermon über den Schirm und alle drei Minuten wurde irgendeine neue Reportersau in irgendeinem anderen US-Bundesstaat durchs TV-Dorf getrieben, um achso waghalsige Prognosen darüber anzustellen, was eh schon zu 99% sicher ist.

Als dann zum geschätzten 666. Mal erwähnt wurde, dass McCain ein stolzer Vietnamveteran, Obama hingegen jung, frisch und schwarz sei, und aber natürlich sowieso alle der anwesenden Hirnkomapatienten – wie übrigens laut Umfragen 80% der deutschen Bevölkerung – Obama wählen würden, wenn sie denn dürften (aber es sich wiederum in der BRD, wo sie wahlberechtigt wären, nicht einmal trauen, einen weissen Billig-Obama wie Lafontaine mit mehr als 10% zu wählen), war spätestens klar, dass die Deutschen abstrakt-allgemeine Empfindsamkeits-Gerechtigkeit, starke Gewerkschaften, staatlich verordneten Antirassismus, linksliberale Volksfreundschaftsgrütze und Antikriegspropaganda ganz knorke finden, solange sie nicht im eigenen Land umgesetzt werden müssen, erst recht wenn es als Bonus auch noch die zu erwartende Judenauslöschung in Nahost gratis dazu gibt.

Kein Wunder also auch, dass das urelende bauchlinke Subkulturbloggertum Deutschlands da nicht ausserhalb stehen darf und sich mit dem üblichen mehrzeiligen Vorschul-Textgematsche im virtuellen Sandkasten dem zuständigen Bloglesermob in all seiner Erbärmlichkeit feilbietet, indem es sich in seinem braven Diskussionsgeschleime wieder mal so toll gefällt, dass es für jeden noch behirnten Menschen ein einziges Grauen darstellt.

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„Must tell President McCain…“

Das momentan weiseste, größte und erfolgreichste Künstlerkollektiv der Welt, welches seit nun fast 20 Jahren in best-organisiertester Arbeitsteilung die weltweit klügste, nachdrücklichste, streitbarste, öffentlichste, radikalste und humorvollste kommunistische Aufklärung betreibt – das Team der Simpsons-Autoren und -Regisseure nämlich, liefert nun auch eine durchaus realistische Prognose der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen:

Die Zartheit, Ausgeglichenheit und Schönheit, mit der hier ein weiteres Mal straight to the point und vor allem so dialektisch und detailreich wie nur möglich, d. h. ohne in irgendeine (z.B. bei den barbarischen „Family-Guy“-Machern haufenweise anzutreffende) propagandistische, generalisierende oder sozialdemokratisch-pädagogische Plattitüde zu verfallen, ein nahezu alle eventuelle Nebensächlichkeiten eines bürgerlich-demokratischen Wahlgangs bedenkendes Panorama in sage und schreibe lediglich 1:20 Minuten (!) vollführt wird, ist nicht nur tränentreibend lustig, sondern tatsächlich wieder einmal die Substanz würdevollster, großer klassischer Pop-Kunst, die es scheinbar niemals auch nur im Ansatz nötig hatte, sich an irgendeiner vor- oder nachmodernen ästhetischen Theorie zu schulen oder gar an einem – eventuell verblödeterweise sogar akademischen – Diskurs teilzunehmen, sondern schlicht und einfach, wie bei Genies üblich, weiterhin diszipliniert und konzentriert arbeitend ihr Werk vollführt.

Matt Groening, man kann es gar nicht oft genug sagen, schreiben, behaupten und erwähnen, ist in der Tat der beste lebende Gesamtwerk-Künstler dieses verfluchten, sich endgültig auf dem Weg in die Hölle befindlichen Scheissplaneten.

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