Tag-Archiv für 'regression'

Referenzen reloaded

Auch weiterhin Programm: Stalinismus ohne Augenzwinkern

Ist dieser Lyzis wirklich so schlimm und grauenvoll? Ja, ist er – da ist sich das Volk einig. Es hat zwar nichts von ihm gelesen, geschweige denn begriffen, aber das Urteil ist eindeutig: schuldig, egal in welcher Anklage.
Er wird auch weiterhin alles dafür tun, diesem Urteil gerecht zu werden. (mehr…)

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Es (je)menschelt gewaltig

Via Stanislaw Hirschfeld erfahre ich, dass das leidige Anarchistengesindel von „aka.blogsport“ im Zuge des postmodernen Entgenderungs-Sprachaktivismus nach mensch für man nun aus jemand jemensch macht.

Das muss gefeiert werden:

Höflich und zuvorkommend wie ich nunmal auch zu Anarchisten bin, bevor sich das Problem ihrer Existenz nach der bolschewistischen Revolution ohnehin erledigt haben wird, gebe ich hier nun einige weitere hilfreiche sozialdemokratische Vorschläge zur queeren Sprachverschandelung, Enthirnung und Realitätsverleugnung im Sinne des Gendermainstreaming-Untergrunds:

Demnächst aus Schmand bitte Schmenschd machen, den Lastkraftwagenhersteller MAN bitte nur noch MENSCH ausschreiben, aus Hermann L. Gremliza Hermensch L. Gremliza, Mandarinen zu Menschdarinen (wobei bei den Analphabeten des aka das d hinter Mensch wohl auch schon nicht mehr zu seinem Recht käme, schließlich lassen sie es ja auch bei der Transformation von jemand zu jemensch, das dem Wahn Folge leistend ja konsequenterweise jemenschd heissen müsste, weg, sicherlich deswegen, weil das d die Abkürzung für Deutschland ist und deshalb ein von Natur aus grundböser Buchstabe), Mantel wird Menschtel heissen müssen, Tschuldigung, müszen (die Reihung zweier S direkt hintereinander gemahnt zu sehr an die SS, also auch böse) und auch das gute alte manichäische Weltbild wird nach fast 2000 Jahren noch zum menschichäischen umgemodelt werden, genauso wie die ästhetische Form des gedruckten Debilengelabers, der Roman, ab nun bitte nur noch Romensch heisst.

Überhaupt wird, wo wir gerade so schön dabei sind, die komplette Romantik von Germenschisten nachträglich in Romenschtik umgetauft, so dass dann Ende des Jahres endlich die beiden antideutschen systemimmenschnenten Bahamas-Pupser Menschfred Dahlmensch und Clemens Nachtmensch zusammen mit Batmensch, Robin und der Fußballmenschschaft von Menschchester United in einem Opel Menschta zur Menschufaktur für menschisch-depressive Menschifeste in Menschheim menscheln kann um Herrmensch Hesse nachträglich den internationalen Preis für menschafte Menschenrechte zu verleihen, wozu mensch zuvor gemenschsam in einer Dachmenschsarde im Schweizer Herren-, Verzeihung: Menschenhaus des durch eine Menschdelentzündung leider verhinderten Menschagers Josef Ackermensch ein an die Lyrics eines Folksongs von Charles Menschson angelehntes Menschtra formuliert hat.

Im Anschluss daran wird allgemeingültig festgehalten, dass menschche Leute unter dem Kommenschdo emenschzipativ-postmoderner Wahngebilde erheblich einen an der Klatsche und einen außergewöhnlich stark ausgeprägten Menschgel an Hirnsubstanz haben, was aber auch weiterhin – wir sind ja humensch – niemenschden interessiert.

Was sein musz, musz sein!

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Der Satz des Jahres:

„in der realität, also außerhalb linker zusammenhänge…“(Blogger Kotzboy)

Danke für diesen herrlichen Satz, der all jenes Elend, das manch ein linkes Zusammenhangsmitglied für sein Leben hält, so wunderbar auf den Punkt bringt, indem er unbewusst ausplaudert: Realität (auch gerne genommen: „Das Bestehende“), das ist böse, schlimm, unrein, daran macht man sich als Wahrer Linker® nicht schmutzig. Realität, das ist sowieso nicht die Wirklichkeit, die Wirklichkeit ist das abstrakte Dagegensein in heruntergekommenen besetzten Drecksbuden, Studentenwohnheimen und ohnmächtigen Podiumsdiskussionszirkeln mit immer denselben paar dutzend lächerlichen Elendsgestalten.

Realität, die muss man schlicht Scheisse finden, weswegen es mit der „Phase 2 – Zeitschrift gegen die Realität“ sogar ein Zirkular für die Sekte der Realitätsgegner gibt, die sich bisweilen dreisterweise immer noch „Kommunisten“ nennen und wo die einzelnen als Theorien verkleideten Phantasmagorien in wunderhübsche Artikelchen verpackt miteinander in Austausch kommen dürfen (ganz fernab jeglicher Realität natürlich). Massenpsychose als Erkenntnisbasis: soweit ist Gesellschaftsanalyse bis heute herunter gekommen. „Die“ Realität muss „abgeschafft“ werden, drunter tun sies nicht.

In hundert Jahren, wenn wir alle tot sind und im commünistischen Himmel ewiger, vollkommen gleichberechtigter, postheteronormativer, emanzipierter Glückseligkeit 17 mal täglich Adorno, Bakunin, Bernstein, Biermann, Butler, Derrida, Foucault und Trotzki huldigen, wird man seinen Kindern von „damals“ beginnend mit der Floskel „Früher, als wir noch in dieser schrecklichen Realität leben mussten…“ Geschichten zu erzählen beginnen. In Gedanken natürlich nur. Im Traum. Im Tod. Denn der ist das tatsächliche, im Leben logischerweise niemals erreichte große Ideal jener Realitätsphobiker von heute, die damit den alten romantischen Mythos wieder restaurieren, welcher da „Sehnsucht nach dem Tode“ geheissen hat. Diesmal aber nicht offen als konterrevolutionäre Fronde, wie noch bei Novalis, sondern getarnt als aufklärerische Bestrebung zur Schaffung einer „besseren Welt“ und ähnlichem Irrsinn. In der Realität, da haben sich ohnehin immer nur die ganz bösen Buben versucht, die Lebendigen mithin, das ist sicher nichts für die linksdeutschen Zombies ohne Sinn, Verstand, Talent oder Interesse. Diese brutalen bürgerlichen Tugenden einer schier unerträglichen „Leistungsgesellschaft“ (wenn der Stumpfsinn, das Nichtsgetue und die Langeweile heute Leistung sein sollen, will ich nicht wissen, was diese unbehirnten Spinner als nicht-leistungsorientiert betrachten) finden ausserhalb der linken Traumwelt statt, in der Realität eben.

Was bin ich froh, in dieser zu leben.

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Linke Verlage in Deutschland: Ein hypermediokres Spektakel angewandten Stumpfsinns

„Menschen, die Produktionsinstrumente haben, können materielle Güter erzeugen, aber die gleichen Menschen, die wohl eine Sprache haben, aber keine Produktionsinstrumente, können keine materiellen Güter erzeugen. Es ist nicht schwer zu begreifen, dass, wenn die Sprache materielle Güter erzeugen könnte, die Schwätzer die reichsten Menschen in der Welt sein würden.“ (Josef Stalin)

Wozu braucht der Kommunismus eigentlich deutsche Linke?
Das ist eine Frage, auf die nie jemand eine Antwort wird geben können; schlicht, weil es darauf keine gibt. Es existiert nämlich nichts nutzloseres in der Welt als jenes hierzulande so überproportional ansässige, emsig revoltierende und moralisierende Korrektheitsüberwachungskollektiv, das mit seinen aktionistischen Kurzschlüssen und solidarischen Enthirnungsveranstaltungen den Globus so fortschreitend verwursthaart und welchem der Weltgeist einmal das Attribut „links“ verlieh, weil das Gerücht umging, dieser Verein wolle den Status quo zugunsten einer gerechteren Einrichtung der Gesellschaft bekämpfen.

Vor kurzem fand nämlich in Nürnberg wieder einmal der Parteitag der wanderpredigenden Schriftgläubigen, auch als „Linke Literaturmesse“ („VERKAUFSMESSE VERANSTALTET VON METROPROLETAN – ARCHIV & BIBLIOTHEK UND GOSTENHOFER LITERATUR- UND KULTURVEREIN LIBRESSO EINTRITT FREI BUCHVORSTELLUNGEN LESUNGEN DISKUSSIONEN GEGEN DEN KAPITALISTISCHEN MAINSTREAM“ – Werbeslogan vom letzten Jahr) bekannt, statt. Dass sich der dort anwesende niedere Mob nicht mit den ohnehin schon zwei Mal pro Jahr unnützerweise begangenen bürgerlichen Literaturmessen in Frankfurt und Leipzig zufrieden geben kann, ist seiner Luschigkeit, seinem Idealismus, also: seiner Angst vor der großen weiten Welt der realen Wirkung und verlässlichen Ernsthaftigkeit, sowie seinem seit Jahrzehnten unausrottbaren Hang zu ausgiebig zelebriertem Sektentum zwecks Ankurbelung des Verlagsumsatzes geschuldet. So findet sich dann in Nürnberg, der Heimatstadt der Krise, alljährlich ein Gruselkabinett linksdeutscher Ressentimentverbreitung zum gemeinsamen Seilschafts-Optimierungs-Arschgekrieche zwischen Gegenstandpunkt, Neues Deutschland, junge Welt, alte Welt, Unrast, PapyRossa, konkret-Literaturverlag, sowie haufenweise sonstigem anarchosyndikalistischen oder trotzkistischen hirnamputierten Dummschwätzertums zusammen. Wie immer, wenn linke Idealisten ihr Camp aufbauen, darf dabei aber natürlich auch – man will schließlich selbst in der abgelegensten Provinz noch Weltläufigkeit, Offenheit und Toleranz beweisen – der unangenehme Splitter in der Haut der geballten roten Faust nicht fehlen, so dass sich auch in diesem Jahr wieder die antideutsche Anstalt für Kindergartenbroschürensammelbände und sonstigen para-wertkritischen Irrsinn, der ça ira-Verlag* – natürlich vollkommen uneigennützig und lediglich um emphatische, altruistische Aufklärung der nach antideutschen Parolen nur so darbenden, orientierungslos daher seiernden Altlinken bemüht – gnädigst dazu bereit erklärte, jenem düster-albernen Laienschauspiel beizuwohnen, in welchem der Kunde und Zuschauer gleichzeitig auch mitspielender Akteur ist, indem er haufenweise schlecht gedrucktes, ekelhaft gesetztes, und noch schlechter geklebtes, beziehungsweise eventuell sogar gebundenes, aber auf jeden Fall übelst ediertes, also letztlich: mies verlegtes Altpapier mit Titeln wie z.B. „Die antideutsche Ideologie: Vom Antifaschismus zum Krisenimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten“ des notorischen Vollidioten Robert Kurz, „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ (kein Witz, das gibts wirklich) des Volkshochschul-Althippies Klaus-Peter Hufer oder „Trotzki – Held, Humanist, Heilsbringer“ von Wolf-Heiner Bernstein zu indiskutabel dreisten Preisen kaufen kann, um dann seinerseits selbigen ideologischen Schund wiederum das ganze folgende Jahr über in seiner jeweiligen Dorflesegruppe oder im von ebensolchen Spinnern gelesenen Blog zum schlechtesten zu geben, indem er halb- oder gar nicht verstandene Versatzstücke dieser erbärmlichen Scheisse anderen „irgendwie, ey“-linken Trotteln zur Bewertung, Prüfung und Absegnung vorstellen darf („Aufklärung“ nennt der hilflose Depp sowas dann üblicherweise), um damit den freiwilligen Dienst des werbetreibenden Haustürvertreters für eigentlich unabsetzbaren Verlagsmüll auszuführen, selbstverständlich unterm Banner der „kritischen Verbreitung subversiver Theoreme“ (die jeweiligen Autoren und Verlagseigner, meist auch nur unerheblich besser informiert und kaum erwachsener als ihr ergebenes Jungvolk lesewilliger und angeblich achso kritischer Untertanen, lacht sich derweil im Verlagspolitbüro wahrscheinlich schlapp über diese freiwillige Horde namenloser Wasserträger, die man aber ansonsten natürlich ohnehin, spätestens nach der gelungenen Revolution für „die gute Sache“ (ein Phase-2-Abonnent) verheizt hätte, wie man es mit Idioten halt schon immer gemacht hat – darin, immerhin, sind selbst die antideutschen Praxisverweigerer ganze autoritäre Bewegungslinke geblieben: Der Führer spricht, schreibt, verlegt und kommandiert, die tumbe Masse hat zu folgen).

Das waren die letzten Jahre.
Nun dachten sich die führenden Schweinepriester des Messe-Kommitees in diesem Jahr, angeheizt von angeblicher (im Umgang mit der Bahamas geht man bei deutschen Linken so vor, wie im Umgang mit Stalin: keinen Text von ihm gelesen, aber einfach mal per se Scheisse finden, nach dem Motto: die Gerüchte des ungebildeten kolportierenden Nullenpacks werden schon stimmen) SS-Verharmlosung und schlimmem Anti-Antirassismus (den die betreffenden Antirassisten immer nur als Rassismus entziffern können, weil sie den Unterschied zwischen einer Kritik an ihnen und der Affirmation des von ihnen bekämpften Gegenstands nicht begreifen) im antideutschen Sektenzirkular Bahamas, welches zum Unglück für den ça ira-Verlag auf dessen Stand auslag, dass man mal wieder „einen Trennungsstrich“ ziehen müsse, „die Türe hinter irgendwem zumachen“ und sich „nicht mehr mit „diesen“ an einen Tisch setzen“ wolle. Man kennt diese links-undergroundigen Stumpfsinnsfloskeln zum Zwecke der schlecht praktizierten Verdeckung narzisstischer Gekränktheit und des Willens zur Konkurrenzausschaltung (die linke Subszene ist nicht sehr groß und ihre Mitglieder, also: Opfer, zählen meist zum recht armen Völkchen des Studententums oder der arbeitslosen Reservearmee; jeder Bucherlös, welcher der einen Szene-Verblödungsanstalt zukommt, fehlt der anderen in der Kasse) zur Genüge: Eine reaktionäre Gruppe wird aus einer noch größeren reaktionären Gruppe ausgeschlossen – das ist das übliche Gebaren unter konkurrierenden Rackets. Statt dies aber abnickend und nicht weiter beeindruckt zur Kenntnis zu nehmen, wie es der gesittete Mensch bei allen Vorgängen solch lumpenintellektueller Willensbekundungsexzesse zu tun pflegt, delirieren die jeweiligen Anstaltsvertreter nun durch die Gosse der ungedruckten Medien, als sei man mal wieder kurz vorm nächsten Holocaust.
Dabei geben sich die beiden großen Hauptparteien keine Blöße: eine agiert dümmer als die andere, wobei lediglich auffällt, dass bei diesem inoffiziellen Wettbewerb freischaffender Legastheniker die antideutschen Deppen in der Regel ein paar Rechtschreibfehler weniger machen, während die Mitglieder der linksdeutschen Mafia hingegen eine größere Meute von Unterstützern zu mobilisieren in der Lage sind.

Das spezifische Elend jenes in den letzten Jahren von Demagogen jeglicher Bewusstseins-Degenerationsstufe zur Proklamation irgendeiner nicht näher benennbaren „Distinktion“ (wer keine Inhalte hat, die den Unterschied ausmachen könnten, muss sich halt um formal-theatralische Absetzung von seines gleichen bemühen, um überhaupt noch als eigenständig wahrgenommen zu werden) mühsam aufgebauten Pseudo-Gegensatzes „Antideutsch – Linksdeutsch“ oder meinetwegen auch „Zionisten – Antiimperialisten“ ist jedoch ein in den jeweiligen bewusstlosen Zirkeln nahezu vollkommen unbemerkt gebliebenes, nämlich: eines der wieder einmal nicht verstandenen notwendigen dialektischen Verfasstheit jenes Positionen-Spielchens. Die anti-antideutschen Menschewisten vertreten nämlich auch nur die andere Seite einer Medaille, dessen antideutsche Vorderseite ihre szene-internen Kritiker von isf, ça ira, Bahamas usw. für sich reklamieren.

Der Kommunismus, der bei Marx einmal als eine dialektisch bewegte, zwar objektiv notwendige, aber subjektiv zu schaffende, lebendige und auf gewissen zeitintensiven Entwicklungsgesetzen beruhende, also in nicht unbedingt sehr naher Zukunft sich zu entwickeln habende, und vermittels einer länger andauernden, durchaus auch noch von Klassenauseinandersetzungen geprägten Phase des sich bisweilen auch noch auf Strukturen althergebrachter Staatspolitik stützenden Übergangsperiode namens Sozialismus durchzusetzende vernünftige Gesellschaftsordnung (Ordnung, nicht Unordnung!) begriffen war, diesen Kommunismus brechen heute nahezu alle in seinem Namen agierenden, agitierenden, diskutierenden, argumentierenden und delirierenden Distinktions-Spekulanten, ob linksdeutscher oder „linkskommunistischer“ (respektive: antideutscher) Provenienz, auf einen unscharfen Utopie-Matsch ekelhaftester antiautoritärer Sorte herunter, welcher durch ohnmächtiges Herumkritisieren, schlecht geschriebene Bücher und stumpfsinnige Demonstrationen (ob nun mit Pace- oder Israelflaggen) gleichsam über Nacht über die Menschheit zu bringen sei, ohne dabei auch nur einer Fliege etwas zuleide zu tun. Moralisierender Commünisten-Kitsch ist, unterschiedlich designt, sowohl bei der einen, als auch bei der anderen Anstalt die Regel.

Beide kultivieren letztlich einen stumpfen, nur schlecht übertünchten Hass auf irgendwelche diffusen, kaum begriffenen Zwänge zu einer Kommunismus-Subkultur, bei deren Anblick nicht nur Marx das schiere Zittern in die Knochen gefahren wäre. Bei beiden findet sich zudem ein- und dasselbe ideologische Wahrnehmungsmuster: ein jeweils stupidester Positivismus, welcher von Belesenheit (der dämlichsten Form von Bescheidwisserei) und psychologisierender Sozialforschung, statt von auch und besonders an Hegel geschulter dialektisch-materialistischer Logik als erkenntnistheoretischer Basis ausgeht. Der Unterschied zwischen Linksdeutschland und antideutscher Linkstumspflege ist lediglich ein kosmetischer: während sich die einen (wenn auch immer weniger) den antideutschen Rechtspopulismus der Bahamas noch als Avantgarde einer sinn- weil wirkungslosen Israelsolidarität unterjubeln lassen, vertritt die restliche Linke nur eine weitere Ebene innerhalb ein- und desselben Schwachsinns-Zusammenhangs, in welchem verschreckte Kleinbürger ihre Angst zu Politik umlügen und sich in regelmäßigen Abständen zu Szene-übergreifenden Showdowns zusammenrotten, in welchen dann, wie in diesem Jahr bei der Linken Buchmesse, die jeweils neuesten Kostüme samt Theorie-Lichtschwertern präsentiert und ausgeprobt werden.

Die Jury entschied nun, dass das ça ira-Kostüm den momentanen geschmacklichen Präferenzen der Szene zuwider läuft und ließ sie deshalb aus dem Wettbewerb ausscheiden.

Solange politische Theorie und eine grundlegende Übereinstimmung von Interessen auch weiterhin nicht durch in erster Linie intelligible, sondern soziale Strukturen, also zwanghaft cliquisierte Ohnmachtsverwaltungsgemeinschaften hergestellt werden, wird sich an solcher Scheisse auch in Zukunft nichts ändern; das Ergebnis wird mitnichten Kommunismus sein.

Wer sich aus dieser Gosse nicht nachdrücklich immer wieder heraus hält, den kann man eigentlich sofort auf den Müll schmeissen, da er bloß noch einer von vielen Verkehrsknotenpunkten der sich allgemein durchsetzenden Barbarei ist und in Zukunft für jedwede kommunistische Bestrebung überflüssig sein wird. Man wird weder jenen, noch der marxistischen Sache gerecht, wenn man diesen Idioten auch weiterhin nur ihren eigenen, immer wieder neu aufgekochten und in Stummeltexte verfrachteten Bewusstseinsstand vorlegt, statt ihnen das zuzumuten, was sie in großer Menge den Schritt zum reaktionären Bürger zurück vollziehen und sie schon in der Schule hat schaudern lassen: ernsthafte Wissenschaft.

_______________
* Das ist jener höchst seriöse Verlag, welcher sich, genauso wie der konkret-Verlag, nicht zu schade war, die Schriften des senilen Demokratie-Idealisten, Deutschnationalisten und beherzten Antikommunisten Johannes Agnoli zu verlegen, weshalb die linksdeutschen Canaillen, die sich mit diesem Blödsinn schon immer gut identifizieren konnten, nach dem Ausschluss auch gar nicht vehement genug betonen konnten, dass ça ira zwar voll nazi ey, Agnoli aber auf jeden Fall immer schon einer von ihnen gewesen sei, was, um im antideutschen Milieu keine Missverständnisse oder gar Freude aufkommen zu lassen, dessen Witwe ohnehin schon des öfteren zu betonen pflegte.

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Kommunismus ist, wenn Hegel verstanden wird

„Ohne Hegel geht’s natürlich nicht, und der Mann will auch seine Zeit haben, bis er verdaut ist. Die kurze Logik in der Enzyklopädie ist ein ganz guter Anfang. (…) Keinesfalls aber dürfen Sie Hegel lesen, wie der Herr Barth ihn gelesen hat, nämlich um die Paralogismen und faulen Kniffe zu entdecken, die ihm als Hebel der Konstruktion dienten. Das ist pure Schuljungenarbeit. Viel wichtiger ist, unter der unrichtigen Form und im erkünstelten Zusammenhang das Richtige und Geniale herauszufinden.“

(Friedrich Engels an C. Schmidt, London, 1. November 1891)

„Was den Herren allen fehlt, ist Dialektik. Sie sehen stets nur hier Ursache, dort Wirkung. Daß dies eine hohle Abstraktion ist, daß in der wirklichen Welt solche metaphysische polare Gegensätze nur in Krisen existieren, daß der ganze große Verlauf aber in Form der Wechselwirkung (…) vor sich geht, daß hier nichts absolut und alles relativ ist, das sehn sie nun einmal nicht, für sie hat Hegel nicht existiert…“

(Friedrich Engels an C. Schmidt, London, 27. Oktober 1890)

Diese beiden kurzen Skizzierungen der marxistischen Methode, die sich von der „kritischen“ dadurch unterscheidet, dass sie selbst das als falsch oder halbrichtig erkannte noch für ihre Zwecke anzuwenden weiss, während die Kritik – aus Unfähigkeit, Undiszipliniertheit, Unsublimität, Lustlosigkeit und Talentlosigkeit – eben bloß ewig übers falsche jammert, es negiert und beleidigt ist, sei hier nur mal kurz zum „Anti-Trottel“-Trottel-Gegrunze der antihegelianischen Commünisten angeführt, für die Engels ja schon Protofaschist und Hegel sowieso Nazi ist. Denken ohne Hegel stellt für sie nicht etwa die Barbarei dar, die sie nachweislich ist, sondern eine vom bürgerlichen Ballast befreite, linke Agitationsgrundlage. Schließlich hat der deutsche Volksfreund es gerne einfach, positivistisch, also: undialektisch, antihegelianisch und somit auch: antikommunistisch. Und sie ahnen dabei im hintersten Bewusstseinskämmerlein schon die Wahrheit über sich selbst: dass sie nämlich, selbst wenn sie Hegel läsen, um keine Gehirnzelle und keine Erkenntnis reicher, um keinen Deut klüger oder dem Kommunismus näher wären als vorher, weswegen sie es ja auch gleich sein lassen können und somit auch ihren Agitationsopfern selbiges empfehlen – im typischen Duktus des stolzen Dummen, der seine Dummheit grundsätzlich auf alle anderen zu projizieren pflegt, damit er sich dem endgültigen Abrutsch in die Psychose verwehren kann, denn für den Dummen sind alle anderen genauso dumm wie er; daß jemand weniger verblödet sein kann, ist für ihn lediglich ein Gerücht, so dass ihm selbst Hegel nur seine eigene Dummheit widerspiegelt. Wer den IQ einer durchschnittlichen Ephemeroptera nur unwesentlich zu überschreiten im Stande ist, dem nützen halt auch die dicksten Bücher und größten Bibliotheken nichts, das beweisen die diversen Blogger und Kritiker jeden Tag aufs neue.

Kritik, das ist der Stumpfsinn in Aktion.
Kritik, die auch noch gegen Hegel frondiert, ist die Regression in ihrer nacktesten Gestalt.

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