Tag-Archiv für 'youtube'

Der Autor heute II: Harlan Ellison zur ökonomischen Stellung des Autors

Harlan Ellison, einer der letzten (meinetwegen auch ersten, je nach Tageslaune) vernünftigen Menschen auf Erden, den hierzulande, wo senile, rechtsradikale Scheiße nuschelnde Ohrensessel-Lesedreck- und Einschlafhilfen-Hersteller wie Martin Walser und Günter Grass allen Ernstes als Autoren gelten, natürlich wieder mal keine Sau kennt, der aber in der gesitteten stalinistischen Gesellschaft (also meiner) nicht mehr vorgestellt werden muss, äußert sich – wahr, schön und präzise wie je – zur trostlosen Stellung des Autors (den er übrigens explizit vom „creative typing“-Amateur abgrenzt) im kapitalistischen Produktionsprozess:

Was Ellison hier während seiner knapp dreieinhalbminütigen Lehrstunde im Interviewgeben (und wie in nahezu allen anderen, sehr sehenswerten, grandiosen Beiträgen auf Youtube sowie natürlich in seinen Werken) an Wahrheit triggert, dürfte den anarchistischen Autorenrechte-Abschaffern („Copyleft“), also Literatur-Liquidierern natürlich ein großer Dorn im bescheidenen Hirne sein, an dem sie hoffentlich irgendwann mal endgültig verrecken werden, denn:

„Writing is the hardest work in the world. I have been a bricklayer and a truck driver, and I tell you – as if you haven‘t been told a million times already – that writing is harder. Lonelier. And nobler and more enriching.“ (Harlan Ellison)

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Blogger Ofenschlot – Dumm wie Brot

Der brave Blogger Ofenschlot: Alle zwei Tage ein neuer, ernster, engagierter „Beitrag“ aka. Blogpost, der zum bestehenden Denk- und Sprachmüllberg seinen Teil hinzuschüttet, immer wieder ein weiterer Untext des Grauens, zu 90% eh bloßes kontingentes Zitat, der Rest umso kontigentere, umso falschere Szene- und Kulturarbeiter-Banalitäten, die sowieso schon zigmal woanders (und besser) gesagt wurden, es will einfach nicht aufhören. Berichterstatterischer Dreck, den man in jedem Tageszeitungsfeuilletonkommentar hundert mal die Woche überall lesen kann, aber hier natürlich mit dem heissen Scheisstheoretikerkauderwelschgepimmel aus der Unibibliothek nebenan garniert; damit natürlich immer die möglichst größte Menge an Minderheitenmainstream-Parasiten anlockend mit seiner relativistischen Beobachtungs- und Investigativ-Journalistenschweinerei. Dem Journalismus setzt er ein Ehrenmal, indem er ihn noch in die Unweihen eines Blogs runterhebt mit seinem journalösen Bloggeblöke.

Man kennt das alles aus linker Journaille und Universität: Ein Theoretiker, der in seinem ganzen Leben zwei oder drei Gedanken hatte, beschäftigt an den Hochschulen ganze Institute, ganze Forscherherden über Jahrzehnte hinweg (vgl.: die Einspeisung Walter Benjamins in den Betrieb): Schafft Arbeitsplätze, werdet Denker! Bei diesem Ausschlachtungs-Pandämonium will Ofenschlot natürlich nicht aussen stehen – und empfiehlt sich in seinem Scheitern den anderen Gescheiterten, die ihr Scheitern zum Erfolg umzulügen im Stande sind, weil man es ihnen gestattet, weil sie nämlich mit ihrer kritischen Dummheit nicht nur den Betrieb nicht weiter stören, sondern sogar dessen Funktionieren weiter garantieren. Es klappt hervorragend, die Leser kommen in Scharen, um sich ihre commünistischen Ressentiments bestätigen zu lassen, Gratulation.

„Eigene Thesen“ natürlich auch mal hier und da beigemengt, zu Weihnachten und Ostern wird halt auch bei Ofenschlots mal der Hirnofen angeschmissen, aber gerade in der Degradierung des eh schwächlichen eigenen Hirnprodukts zu bloßen „Thesen“ kommt dabei eben das Gegenteil von Theorie, von Forschung, letztlich: keine eigene Leistung, bloße Denk-Asche bei herum. Aber Leistung, so reden sich diese Idioten ja andauernd raus (und ein), gilt ja eh nicht, ist altbacken, „überholt“, „unkritisch“, geniegläuberisch, bürgerlich, faschistoid, wie alles andere, wozu sie nichts beizutragen haben, auch nichts herstellen können aus Unfähigkeit: Wert, Staat, Geld, Kapital, Macht. Deren Wert-, Staat-, Geld-, Kapital- und Herrschaftslosigkeit will man als vernünftiger Mensch natürlich nicht erleben müssen, dann doch lieber die heutige Scheisse. – Es gibt eine Fortschrittlichkeit des bürgerlichen Ressentiments, welche jene angebliche dieser „revolutionären Linken“ bei weitem übertrifft.

Ebenso „Fundstücke“ und „aufgegebene Projekte“, als sei nicht schon sein ganzes Leben ein aufgegebenes Projekt; noch das Selbstverständlichste mit Erklärungskleister vollschmieren, so dass es jeder, also gar keiner mehr kapiert, das tausendfach erwähnte zum 1001. Male hinrotzen, diesmal aber im Gestus von „Heureka, welch edle neue Weisheit!“; alles schön seminarisch korrekt durchinterpretieren (also nachplappern), einfach mal Hegel oder Mao lesen ist nicht drin, es muss schon „Chotjewitz über Machiavelli aus der Perspektive Althussers gelesen“ sein; Bordiga durch eine Brille von Fielmann rückwärts und spiegelverkehrt unter LSD gelesen; Pannekoek mit Bernstein und Gramsci dekonstruiert und rätekommunistisch in den Arsch gefickt; Lenin widerlegt beim Kaffeeklatsch mit Christian Enzensberger; überhaupt alle schlechten linken deutschen Literaten versammeln; noch den Tod eines Menschen für die eigene Blogtagebuchscheisse verwursten; Prosa des Lebens #88; individualcommünistische Sklavenaufstände kommen sehen; zu jedem Dreck noch mehr Dreck labern; Müll zitieren, dass es nur so kracht; das ist Ofenschlot at its worst; – jedes Zitat ist der Sarg eines Gedankens, das, was nicht geklärt und begriffen werden konnte, wird einfach runterzitiert, der Geist gleich mit beerdigt, Zitatefälschen klappt auch immer besser von Jahr zu Jahr, fertig ist die Megascheisse. Ofenschlot, der Blog-Gremliza für die ganz Doofen, der Sportkommentator seines eigenen politischen Elends. Einer jener rechtstrotzkistisch-idealistischen Idioten, die meinen, sie könnten noch was ausrichten, wenn sie nur engagiert genug schreiben und zum globalen Narodnikismus aufrufen, statt nüchtern die Welt zu sehen, wie sie ist und die Wahrheit über sie gottverdammt nochmal einfach hinzuschreiben.

Wann ist der Ofen endlich aus? Gerade im Winter scheint geheizt werden zu müssen, es ist keine Vernunft in Sicht in jenen Kreisen.

Ich will meinem blanken Hass, den ich auf solche sich selbst zu „Figuren“ herunterkochenden Vollspaten wie Ofenschlot hege, gar nicht auf irgend eine Weise den Anstrich von Wissenschaftlichkeit oder Rationalität geben (wer weiss, was Wissenschaft seit je her ist, weiss natürlich auch, dass diese zur Hauptsache ohnehin von Hass angetrieben ist und aus Hass besteht, dem man nachträglich Rationalität hinzudichtet, aber darauf kommt es hier nicht an); hier bedarf es keiner argumentativen oder sonstiger vertrottelten Rechtfertigung – im Schneehagel hegelnd kegelt es sich gleich beheglicher –, die Barbarei ist so offenbar, dass ein kleiner Wink genügt.

Was soll der praktizierende Geist menschlicher Restvernunft gegen solche Luschen tun? Ernsthaft hingehen und den Denkdreck dort in seinem ganzen Umfang „auseinandernehmen“, wie einem hier und da von gutmütigen Idealisten empfohlen wird? Ihnen die Ehre zukommen lassen, sie ihren schwachsinnigen Spielregeln gemäß zu „kritisieren“? Womöglich in allen Einzelheiten jeden Satz seiner logischen Falschheit überführen, obwohl das schon bei so ziemlich allen anderen Unansprechbaren nichts als weitere Stupidität hervorgerufen hat? Es hilft nur noch konsequent rücksichtsloser, teuflischst praktizierter Hass, soviel hat man inzwischen gelernt, niemals mehr Idioten belehren, denn Hass macht klug, Kritik aber verblödet; man darf weder nach links noch nach rechts dabei schauen, die Liquidation ist erforderlich, aber sie will nicht Wirklichkeit werden. Jene menschliche Restvernunft hat – im Gegensatz zu früheren Epochen – keine Mittel mehr dazu in den Händen; weder welche der Zensur, noch welche des Militärs, des Politbüros oder schlicht des Standgerichts, um die Ofenschlots dieser Welt ein für alle mal zum Schweigen zu bringen. So kann sie nur noch hassen und hoffen, dass die Scheisse irgendwann in ihrer eigenen Scheisshaftigkeit ersäuft, wenn man noch ein wenig dabei nachhilft, die entsprechenden Canaillen tiefer in die Scheisse zu reiten.

Und worauf ich dabei meinen Hass richte, ist mir eigentlich auch relativ egal – heute muss eben ein Untergangssymptom wie Ofenschlot als Steigbügelhalter des produktiven, vernünftigen kommunistischen Hasses herhalten, morgen ist es irgend ein anderes armes hirnloses Schwein, das nichts zu sagen hat und deshalb auch sehr bald sang- und klanglos untergehen und verschwinden wird – es gibt dergleichen ja leider wie Sand am Meer. Wichtig ist dabei lediglich, dass der Zwang zu Lüge und Stumpfsinn, den diese Idioten mit ihrer überall ausgekotzten „kritischen Haltung“ verbreiten, delegitimiert und zum Schweigen gebracht wird, und seien die Mittel dazu noch so primitiv. Überhaupt ist Hass ja allgemein völlig unterschätzt als elaboriertes Erkenntnisinstrument; von den Adorniten z.B. wird präziser, zielgerichteter, aufklärender Hass ja immer noch verwechselt mit bloßer unreflektierter „Wut“.

Hassen aber muss, wer sich vom Mitleid fernhalten will. Ich möchte ablassen vom Mitleiden, das natürlich in Wahrheit ein Fürleiden ist, da es das objektiv vorhandene, aber vom entsprechenden Opfer nicht mehr erfahrbare Leid ausdrückt. Leidet ein Ofenschlot? Ich fürchte: nein.

Frohe Weihnachten.

Nachbemerkung für die Blogsport-Verwaltung: Im obigen Eintrag wird weder mit den Vorwürfen des Rassismus, des Antisemitismus, des Neoliberalismus, des Antiimperialismus, der Islamophobie, noch des Antikommunismus operiert. Überhaupt enthält er keine als „Argumente“ bekannten stumpfsinnigen Diskussionsborniertheiten, sondern äußert seine Wahrheit folgerichtig implizit. Der Text ist also nicht „politisch“ zu nehmen, sondern – wie immer, wenn irgendwo was wahres steht – einfach als Dichtung abzutun. (Und ja, eine Person muss sich weder rassistisch, antisemitisch, neoliberal, antiimperialistisch, islamophob, noch antikommunistisch äußern und kann dabei trotzdem EIN DEPP sein. Wer hätte das gedacht? Ihr natürlich nicht.)

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Ein Riesenspaß für alle Antideutschen, Israelkritiker und sonstige (Anti-) Semiten: „DER SEMIT“

Juden dürfen ja als einzige Gemeinschaft auf der Welt keine Lobby haben. Niemand derjenigen Idioten, die sich zum herrschenden Antisemitismus konform verhalten, würde je auf die Idee kommen, von einer „Palästina-Lobby“, einer „Iran-Lobby“, gar einer „Deutschland-Lobby“ zu reden – und zwar schon deswegen, weil die imperialen Herrschaftsansprüche dieser Nationen schon seit je her eine Selbstverständlichkeit darstellen. Es ist das völkisch-xenophobe Alteingesessenheits-Prinzip, das sich durch die Israel-Kritiker durchsetzt, so wie in Schulklasse und Nachbarschaft „der Neue“ erstmal zum Abschuss freigegeben ist, weil er (noch) keine Lobby hat. In einer Welt also, in der nun allein auf Youtube tausende Videoclips gegen Juden aufhetzen (Zum Beispiel: „Weshalb die Juden nie nen Krieg gewinnen“, wo sich noch darüber lustig gemacht wird, dass israelische Soldaten Skrupel haben, Kinder anzugreifen) ist es dann natürlich nicht gern gesehen, wenn eine jüdische Gemeinschaft, in diesem Falle Israel, eben doch mal einen Krieg gewinnt – oder sich auch bloß gegen ständige Angriffe zur Wehr setzt.

Judenhass und Israelkritik bedingen sich gegenseitig. Jener bot schon immer die Grundlage für diese, und diese springt oft um in jenen. Es gibt sogar Leute, die wissen gar nicht, dass Israel ein jüdischer Staat ist, sind aber trotzdem gegen ihn (bzw. seine „menschenverachtenden Kriege“). Man muss hier vom objektiven Zweck des Antisemitismus reden, um den perfiden Opportunisten-Mechanismus, der einen von der Partizipation am antisemitischen Konsens profitieren lässt, ohne dass sich deren Träger überhaupt erst explizit als Antisemit betätigen müssen, herauszustellen.

Neben der in Sachen Vollidiotie unschlagbaren „daz“ ist die „unabhängige“ (lies: kritische, schwachsinnige, antizionistische) „jüdische Zeitschrift DER SEMIT“ das absolute Highlight auf dem deutschen Zombifizierungspressemarkt:

Sie treibt den Autonomen- und Kritizisten-Wahn von Ausgabe zu Ausgabe zur Perfektion und ist damit ein weiteres Drecksblatt, wie es dem kritischen deutschen (oder germano-djihadistisch-commünistischen, das ist je nach Studiengang variabel [und man möge bitte auch nicht der naiven Vorstellung verfallen, die „antigermanischen“ Commünisten, also: judenfreundlicheren Arschlöcher würden diesem Völkchen in irgendeiner Weise überlegen sein oder das Wasser reichen können; oft werden ja die Israelsolidaritäts-Deppen – wie z.B. der armselige Spinner Alex Feuerherdt aka. „Liza“, der seit Jahren im Gestus des besserwisserischen Pfadfinders eines globalen Irrenhauses versucht, deutsche Antisemiten von der Unschuld Israels zu überzeugen und sich bei dieser objektiven Wahnsinns-Tätigkeit auch noch als Aufklärer vorkommt – in einem Abwasch mit Israel kritisiert oder abgewatscht, wovor man sich aber als denkender Mensch hüten sollte, denn für die Dummheit der sogenannten Antideutschen kann ja der Staat Israel nichts – jedem zivilisierten Menschen ist hingegen klar: im Falle Israel hat man sich zu verhalten wie damals gegenüber der ebenso zivilisationsbewahrenden DDR – pro Propaganda, pro Checkpoints, pro Kontrolle & Ausspionierung potentieller Feinde, pro Schutzwall zur Abgrenzung gegen die Barbaren.]) Staatengegner quasi aus dem Resthirnkasten geschält ist; zur aktuellen Ausgabe mit einem Titel, wie ihn „Der Stürmer“ nicht besser hinbekommen hätte:

DERSEMIT

„Unabhängige Juden“ (also solche, die an ihrem an den Staate Israel gebundenen, „abhängigen“ Leben nicht sonderlich – sondern dereinst lieber an iranischen Kränen – hängen): das ist eine Farce, die in ihrer Geschichtsvergessenheit und ihrem autonomiepsychotischen Idealismus selbst relativ hoch angesetzte Ekelgrenzen – wie z.B. meine – locker überschreitet. „Unabhängige Juden“, also „Semiten“, also rassentheoriebeflissene Palästinenser, deren völkerkundlicher Begriffs-Stuss allein schon mit dem Wort „Semit“ die Judenauslöschung vorwegnimmt. Die exakte Übersetzung von „Semit“ muss daher „Antisemit“ lauten.

Ein Blick ins Zeitschriftenregal der Bahnhofspresse, wo man eben unter anderem den „Semit“ findet, zeigt: Es genügt heute vollends, Zeitschriften nach ihrem Cover zu beurteilen, denn was auf den Titeln steht, das ist auch schon der ganze Inhalt. Im Innenteil gibt es dann nur noch einen den endgültigen Sieg des Warenfetischs und Konsumherdentriebs über die Vernunft zelebrierenden Bilderbrei („Anzeigen“) und verschärfte Propaganda („redaktioneller Teil“). Es wird innen nur noch mal das Ressentiment ausgefaltet und argumentativ verdichtet, das auf dem Titel schon seinen Zweck im Dienste der Instandhaltung des Falschen erfüllt hat (man sieht also: wenn man sich zu sehr mit Zeitschriften und dem sonstigen, notwendig monopolistischen bürgerlichen Mediendreck beschäftigt, wird man irgendwann noch zum Adorniten). Ein kurzer Blick auf die Homepage des „Semit“ zeigt dann auch, was zu beweisen war: Gefasel von „IDF-Morden“, „Belagerung Gazas“,“Israelkritik“, Nazi-Broder und anderen kaum getarnten Aufrufen zur Judenvernichtung.

Das dort ebenfalls zu findende Cover der in zwei Wochen erscheinenden neuesten Ausgabe titelt übrigens auf den Fotos der üblichen akademischen Hamas-Sympathisanten „Jüdische Intellektuelle contra Israel“.

Geht sterben.

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Zur Homer’schen Lehre der innerstädtischen Kommunikation ohne Telefon

Ich habe schon als Kind immer diese Eltern verabscheut, die in den hässlichen Prekariats-Ghetto-Mehrfamilien-Wohnanstalten ihre verblödeten Bälger vom Fenster aus zum Abendessen rein gebrüllt haben – mit jener typischen Ignoranz für jegliche soziale Außenwelt, die eventuell keinen Bock hat, ins Elend ihrer familiären Zurechtweisungs- und Kommando-Strukturen einbezogen zu werden, und es gibt momentan wirklich kein Kunstwerk, das solche noch vage aus der frühen Kindheit erinnerten Phänomene des alltäglichen Irrsinns mit einer solchen Sensibilität aufzugreifen und auf köstlichster ästhetischer Ebene verarbeiten zu vermag, wie Groenings „Simpsons“.

Ich wunderte mich beim erneuten Anschauen der Szene auf Youtube zunächst darüber, dass der angebrüllte Milhouse gar nicht zu sehen ist (normalerweise gibt es in solchen Fällen immer einen kurzen Cut in Milhouse Mussolini (seine Großmutter ist Italienerin) van Houtens Kinderzimmer, wo er entweder heimlich mit Puppen spielt oder – noch heimlicher – die Teletubbies guckt statt den von Bart empfohlenen Splatterfilm), ich hätte schwören können, dass er kurz gezeigt wurde, aber sah dann ein, dass die 15-sekündige Einstellung auf Homer dem Zweck der Szene letztlich wohl doch gerechter wird, da die Totalität elterlicher Kommunikationsbarbarei so noch offenbarer wird und das angesprochene Kind, das 10 Häuserblocks weiter wahrscheinlich irgendwo im Sandkasten hockt, wirklich nur als Anbrüll-Objekt Beachtung findet.

Die Simpsons wären nicht so lustig, wenn Matt Groening nicht so genial wäre; alleine diese Szene könnte ich mir schon wieder stundenlang angucken. Simpsons-Szenen – und überhaupt fast alle Simpsons-Episoden – sind in ihrer ästhetischen Wirkung verwandt mit guten Popsongs: je öfter man sie sich zu Gemüte führt, desto besser werden sie, desto besser versteht man sie, desto mehr liebt man sie.

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Zum Darwin-Jahr IV

Hamster & Schlange befreien sich von ihrer Artigkeit:

(via)

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